"Gott mit dir, du Land der Bayern…"
Geschrieben am 20.09.2020 2020-09-20 | Aktualisiert am 21.09.2020
Bräustüberl
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Restaurant, Biergarten
088219679801
Fürstenstr. 23, 82467 Garmisch-Partenkirchen
"Lecker Döner essen"
Geschrieben am 20.09.2020 2020-09-20
Kebabo | Döner Pizza Feinkost
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Imbiss, Take Away
08954030305
Hansastraße 148, 81373 München
"Süßmäuler sind hier genau richtig. Brotliebhaber auch."
Geschrieben am 20.09.2020 2020-09-20 | Aktualisiert am 20.09.2020
Café Müller
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Cafe, Konditorei
078142708
Tal 31, 77770 Durbach
"Schönes Ausflugsziel mit ordentlicher Bewirtung!"
Geschrieben am 20.09.2020 2020-09-20 | Aktualisiert am 20.09.2020
Schützenhaus Wolfsgrube | Vesperstube für Familien
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Biergarten, Ausflugsziel, Gaststätte
078131380
Obertal 102, 77654 Offenburg
"Hier steckt Herzblut drin - Für mich ein absoluter Geheimtipp für eine kurze Einkehr."
Geschrieben am 19.09.2020 2020-09-19 | Aktualisiert am 19.09.2020
Café Die dicke Berta
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Bar, Cafe
045130473777
Beckergrube 39, 23552 Lübeck
"Parkplatz, Schlepperparade und Abgase statt Ruhe, Panoramablick und frischer Luft!"
Geschrieben am 19.09.2020 2020-09-19 | Aktualisiert am 14.06.2022
Restaurant im Höhenhotel Kalikutt
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Restaurant, Hotel
07804450
Kalikutt 10, 77728 Oppenau
"Empfehlenswertes Musical"
Geschrieben am 18.09.2020 2020-09-18 | Aktualisiert am 18.09.2020
Restaurant Riva
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Restaurant
042138039162
Konsul-Smidt-Straße 88, 28217 Bremen
"„An ihren Saucen sollt ihr sie erkennen…“ (1. Escoffier 2, 1-6)"
Geschrieben am 18.09.2020 2020-09-18 | Aktualisiert am 19.09.2020
Hitzegrad · Hitze-Frei
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Restaurant, Eventlocation
0212267600
Grünstr. 16, 42697 Solingen
"Hier würden wir gerne nochmal mit Appetit einkehren!"
Geschrieben am 18.09.2020 2020-09-18
Burgwirtschaft Schauenburg
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Restaurant, Biergarten, Ausflugsziel
078022253
Burgstraße 29, 77704 Oberkirch
"Hier gibt es immer ein auf und ab - diesmal ging es sehr ins ab"
Geschrieben am 18.09.2020 2020-09-18
Wirtshaus am Auwaldsee
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Restaurant, Biergarten, Gaststätte
084199390815
Am Auwaldsee 20, 85053 Ingolstadt
"Hier werden wir wieder kommen um die Pizza zu probieren"
Geschrieben am 18.09.2020 2020-09-18
Villa Dante
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Bar, Cafe, Trattoria
08914346137
Dantestraße 22, 80637 München
"Leider keine kleinen Kartoffelgerichte für Zwischendurch mehr in Lübeck."
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17 | Aktualisiert am 17.09.2020
Schlottmann's · Health Food
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Bistro, Imbiss, Catering
045138939830
Sandstraße 25, 23552 Lübeck
"Tohru Nakamura eröffnet Lokal im Oktober in der Münchner Innenstadt"
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17
Sternerestaurant Tohru in der Schreiberei · Fine Dining by Tohru Nakamura
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Sternerestaurant
08921529172
Burgstraße 5, 80331 München
"Eine Reise zum Mittelpunkt der ... Erinnerungen"
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17
Restaurant im Hotel Suggenbad
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Restaurant, Biergarten
076818091
Talstraße 1, 79183 Waldkirch
"Imbiss- Innenstadt"
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17
Little India
€-€€€
Schnellrestaurant, Imbiss
062143751426
T2, 17, 68161 Mannheim
"Der Weg ist das Ziel! Und am Ziel werden Gäste sehr gut versorgt."
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17 | Aktualisiert am 17.09.2020
Restaurant Kloster Allerheiligen
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Restaurant, Biergarten
078041200
Allerheiligen 6, 77728 Oppenau
"italienisches Lebensgefühl"
Geschrieben am 17.09.2020 2020-09-17
Ristorante Al dente
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Restaurant
062092489951
Hauptstr. 51, 69509 Mörlenbach
"Abenteuer Leben von Kabel 1 sucht das beste Cordon blue und Wiener Schnitzel – wir nicht !!"
Geschrieben am 16.09.2020 2020-09-16 | Aktualisiert am 16.09.2020
Pinzgauer Stub'n
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Restaurant, Take Away, Weinkeller
0621449675
Schwetzinger Straße 175, 68165 Mannheim
"Zweifacher glücklicher Besuch auf dem Land!"
Geschrieben am 15.09.2020 2020-09-15 | Aktualisiert am 15.09.2020
Landglück
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Restaurant, Catering, Biergarten
078059164955
Nußbacher Straße 8a, 77767 Appenweier
"Ein Restaurant, dass dem Ambiente auch kulinarisch durchaus gerecht wurde."
Geschrieben am 15.09.2020 2020-09-15
Schlossrestaurant 1745 im Schlossgut Groß Schwansee
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Restaurant
03882788480
Am Park 1, 23942 Kalkhorst
"Vorübergehend geschlossen"
Geschrieben am 15.09.2020 2020-09-15 | Aktualisiert am 06.12.2020
Gourmet-Restaurant Clara im Kaisersaal
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Restaurant, Sternerestaurant, Gourmet
03615688207
Futterstr. 15/16, 99084 Erfurt
"Kein weiterer Besuch"
Geschrieben am 15.09.2020 2020-09-15
Zur Guten Quelle
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Restaurant, Biergarten
03585833547
Görlitzer Straße 9, 02708 Löbau
"Vorübergehend geschlossen"
Geschrieben am 15.09.2020 2020-09-15 | Aktualisiert am 15.09.2020
Brauhaus zum Schwanen
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Restaurant, Hausbrauerei, Eventlocation
0711353253
Franziskanergasse 3, 73728 Esslingen am Neckar
"Stadtkeller Dachau"
Geschrieben am 14.09.2020 2020-09-14
Stadtkeller
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Biergarten
Brunngartenstr. 7, 85221 Dachau
"Warum serviert man Hauptgänge wenn man gerade mit der Vorspeise angefangen hat ?"
Geschrieben am 14.09.2020 2020-09-14
Restaurant Poseidon
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Restaurant
49896926241
Säbener Straße 9, 81547 München
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen 


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Naschwerk
Tortenauswahl
Schwarzwälder Kirschtorte
Sorbet
Bestellannahme und Getränkeausgabe
Blick bis Straßburg
rechts befindet sich der Spielplatz
Gediegene Gaststube

Das Maskottchen "dicke Berta".
Der Tresen samt Küche.
Die sanitäre Einrichtung.
Blumenkohlsüppchen mit Knoblauchbrot.
.
Der Biergarten an Straße und Parkplatz
Aperitif und Küchengruß
Pfifferlingssuppe
Vorspeisensalat
Ambiente außen
Zander und Gemüse
Rieslingsauce und Bandnudeln
Schnitzel vom Wildschweinrücken in der Mandelkruste
Flotter Tellerschauer
Limetten-Basilikumsorbet
Gepflegtes Ambiente

Boudin noir und Jakobsmuschel
Ceviche vom Loup de Mer auf Süßkartoffel
Caesar‘s Salad RIVA style
Rinderfilet und Garnelen
Super-Fischtopf
Geröstetes Weißbrot und Sauce Rouille
Lavendel Crème brûlée, Erdbeersalat, Rhabarber-Sorbet








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Schöne Aussicht
Burgblick
Zufahrt nach Anmeldung




















Herzlicher Wasserfall
Ruine + Gaststätte
Gut beschattete Terrasse
Salat, Bibileskäs-Crepes, Räucherforellenfilet
Pfifferlinge mit Semmelknödel
Separater Gastraum
Klosterruine, rechts die Gaststätte
Allerheiligen Wasserfälle







Eingang
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Linsengruß aus der Küche
Gegrillter Oktopus / Germüsecouscous / Blattsalate
Gebeizter Lachs mit Salat
Detail Rehburger
Fischvariation
Beilagen
Pfifferlinge
Tagliatelle mit Steinpilzen
Gegrillter Oktopus
Ambiente innen
Außenansicht.
Hausgemachte Brote (rechts: Baguette, Mitte: Walnussbrot, links: Focaccia) mit einem Tomaten-Dip, Butter mit Limette und Thymian, sowie Olivenöl.
"Entenleber/Schokolade/Schalotten/Traubengelee".
"Seeteufel/Spitzkohl/Orange/Risotto".
"Landuro Schweinerücken/Bauch/Kürbis/Apfel".
"Apfelküchlein/Mandeln/Sauerrahmeis".

















Es ist Montag, der 7. September 2020, ca. 19:30h. Ein junge, hübsche Dame im Dirndl serviert mir eine verheißungsvoll duftende Brühe, ein erster Löffel, die Engel singen auf der Zunge: Halleluuujaa, halleluuujaa! Bzw. sorry verehrter Leonard Cohen (RIP) , wir sind ja in Bayern, also: Luja sog i, zefix Halleluja!
Ein Moment für die Ewigkeit, endlich angekommen am Sehnsuchtsort ist der erste Abend in der behaglichen Stube des Bräustüberls stets unsere erste Pflichtübung, Frau und Herr Obacht lachen mich an, ich glaube auf den Erinnerungsfotos vom Tisch einen leichten Heiligenschein der Glückseligkeit über meinem schütteren Haupthaar entdeckt zu haben.
Monatelang hatte ich diesem Moment entgegengefiebert und es ist eine dieser seltenen Situationen, in denen alles stimmt, man das Gefühl hat an keinem anderen Ort auf dieser Welt besser aufgehoben zu sein, etwas anderes, schöneres erleben zu können.
Und selbst diese Pathos-schwangeren Zeilen vermögen nur ansatzweise zu beschreiben, wie glücklich ich in diesem Moment war, bedingt durch Corona hatte sich unsere diesjährige Sommerfrische etwas nach hinten verschoben, die Vorfreude war immens.
Das auch, weil ich in den Monaten zuvor wenig Gelegenheit für Auszeiten hatte, die die Bezeichnung „Urlaub“ verdient hätten, durch das Covid-Chaos mussten einige Pläne über den Haufen geworfen werden, am meisten schmerzte das Verwerfen des fest eingeplanten Gegen-Besuches in der Pfalz bei MarcO und seiner lieben Herzensdame und auch ein Abstecher zu King and Queen of Bad Herrenalb in den Schwarzwald schien seinerzeit nicht unmöglich – das holen wir nach, versprochen!
Die selige Entspannung und das wohlige Eintauchen in den Zauber des Momentes wurden auch dadurch möglich, dass die Fahrt in den Süden diesmal durch keinerlei Stau getrübt wurde, auch die Baustellen hatten sich im Vergleich zu den Jahren zuvor deutlich reduziert: Zeichen und Wunder!
Und es bleibt auch festzuhalten, dass die Automobilindustrie hin und wieder - neben Sonderausstattungen, die bisweilen anmuten, als seien sie unter akutem Substanzmissbrauch erdacht worden – auch Features auf den Markt wirft, die tatsächlich große Erleichterungen auf der Langstrecke mit sich bringen.
Wer sich einmal mit den Vorzügen eines gut abgestimmten Radartempomats beschäftig hat oder auf einer längeren Fahrt bei sommerlichen Temperaturen auf eine effektiv-unaufdringliche Sitzbelüftung zurückgreifen konnte, möchte diese Annehmlichkeiten kaum noch missen und so erreichten wir Reutte nicht nur subjektiv schneller als erwartet, und das bei gemütlicher Fahrt ganz ohne Hast und Raserei.
Daher blieb noch viel Zeit für das Einchecken im Hotel und das Auspacken der wieder einmal mit viel Sorgfalt ausgesuchten Devotionalien für alle menschlichen und tierischen Mitglieder der Obacht‘schen Kommune, die uns kurz vor 19 Uhr in voller Mann-, Frau- und Hundestärke antretend an unserer Unterkunft abholte.
Das dem braven Wau-Wau die mitgebrachten kleinen und großen Leckerchen stets die pure Ekstase entlocken – besonders stolz war ich in diesem Jahr auf ein solches in Look und Größe einer bayerischen Laugenbrezen – dürfte Hundebesitzer nicht allzu verwundern, verfressen und bestechlich san’s nun mal, die lieben Viecher.
Aber das unsere gegenseitig überreichten, gerne auch trink- und essbaren Geschenke in jedem Jahr so viel ehrliche Freude spenden, ist jedes Mal herzerwärmend, mögen die restlichen Weine so gut munden, wie die ersten beiden Exemplare.
So, nun aber nichts wie auf in den Sehnsuchtsort im Sehnsuchtsort, den Ort wuchtiger Saucen und krachender Schwarten, lasset die Garmischer Spiele 2020 beginnen!
P.S. Für die totale GAP Immersion empfiehlt sich der parallele Genuss dieses just von mir entdeckten musikalischen Juwels :-))) :
https://youtu.be/y2j9P-2TvTM
Kritik
Ich hatte das Haus in 2017 erstmalig bewertet und zu Ambiente und Lage im Ort seinerzeit schon einiges geschrieben, sodass ich mich hier nicht in epischer Breite wiederholen möchte.
Es bleibt dennoch kurz festzuhalten, dass das im historischen Gemäuer von anno 1663 befindliche Lokal zu den traditionsreichsten Betrieben im ganzen Markt Garmisch-Partenkirchen gehört, für mich serviert man hier die Quintessenz verlässlicher oberbayerischer Küche in bemerkenswerter Konstanz und Qualität zu überaus erschwinglichen Preisen – und das trotz des hochtouristischen Umfeldes.
Das Schöne an Garmisch ist unter anderem, das ein auch nur halbwegs zentral liegendes Hotel ermöglicht, alles Wichtige, Restaurants, Geschäfte etc. zu Fuß zu erreichen, was bei gutem Wetter stets einen willkommenen Teil des Urlaubsfeelings ausmacht, vor allem nach den Abendessen genoss ich wieder einmal die kurzen Verdauungsspaziergänge unterm klaren Sternenfirmament.
Unsere ortsansässigen Freunde bevorzugten heute jedoch das umweltfreundliche E-Auto, das für die kurzen Strecken im Ort eine ideale Option darstellt, ein Parkplatz war schnell gefunden, schon alleine der Anblick des Gebäudes mit dem alten Baumbestand in der untergehenden Abendsonne war eine einzige Wonne, ein wenig Alpenglühen mitten im Ort.
Das soll jetzt kein Eigenlob sein, denn für das Motiv kann ich ja nichts, aber ich glaube es ist eines der stimmungsvollsten Fotos, das mir in den ganzen Jahren der Restaurantknipserei jemals gelungen ist:
Gottlob hatte Obacht! reserviert, denn ich wollte unbedingt wieder in der gemütlichen Stube zur Linken sitzen, der große Saal, oder noch einen Hauch ungemütlicher im Vergleich: die zugige Diele mittig hinter der Eingangstür, ist mir zu laut, hell und unbehaglich, obwohl die historischen Vertäfelungen etc. natürlich auch hier schön anzuschauen sind.
Da das Haus bis auf den letzten Platz besetzt schien, vereinzelt Leute vor der Türe warten mussten und sogar die angesprochene Diele ausgelastet war, war ich umso glücklicher mit der erfolgreichen Reservierung.
Diesen schönen Raum habe ich bereits in 2017 im Detail fotografiert, daher nur zwei Schnappschüsse von unserem Tisch aus, um seine einzigartige Atmosphäre ein wenig anzureißen. Man atmet ihn regelrecht ein, den Geist vergangener Zeiten, wohlwissend, das alles authentisch ist, jedes Bild an der Wand seine Geschichte hat, das ist Oberbayern. Sicher ein Kulturschock für manche hier erstmals urlaubende US-Amerikaner, deren Bild von bayerischer Gastlichkeit meist von Plastik-Klischees durchdrungenen Pseudo-Oktoberfesten und entsprechender Themen-Gastronomie geprägt ist.
Wir nahmen Platz, der brave Vierbeiner legte sich wie üblich so unter den Tisch, das mit möglichst vielen von uns Körperkontakt bestand, die linke Hälfte des Hinterteils auf meinem rechten Fuß, die Vorderpfote auf einem seines geliebten Herrchens, alles wie immer also; der Tisch zu unserer Linken sollte auch bald komplett besetzt sein:
Eine adrette junge Dame im Dirndl begrüßte uns herzlich-zünftig in moderatem Dialekt und erfragte erste Getränkewünsche, das König Ludwig Kellerbier, der halbe Liter im Steinkrug zu moderaten 3,80€ fand seinen Weg erfreulich schnell auf den Tisch, Herr Obacht labte sich derweil an einem Russ und die Damen an Johannisbeer-Schorlen.
Statt der gebundenen, wunderschön gestalteten Karten, setzt man in Zeiten von Corona auf bedruckte Tischsets, was sicherlich Sinn ergibt, da ich mir ein ständiges Desinfizieren dieser beinahe kunsthandwerklich anmutenden Speisekarten-Preziosen rein materialtechnisch nicht vorstellen kann.
Wenn ich im Vorwort schon über meine immense Vorfreude schrieb, so ist die Frittaten- bzw. Pfannkuchensuppe sicherlich ein großer Teil ihrer kulinarischen Versinnbildlichung, die Wahl der Vorspeise dauerte somit ca. 5 Nanosekunden, für die Hauptspeise brauchte ich noch einige Momente und wählte eines der wenigen traditionellen Gerichte, die ich hier noch nicht verkostet habe.
Und dann stand sie auf einmal da, beim Servieren begleitet von imaginärem sphärischem Engelsgesang, die
Pfannkuchensuppe - 4,90€
Alleine schon die Farbe der Brühe ist bei diesen Suppen oft ein verlässlicher Indikator für deren Intensität und gutes klassisches Handwerk. Ein kräftiger Fond, womöglich angesetzt mit auf der Schnittfläche gebräunten Metzgerzwiebeln für Geschmack und Farbe, viel Zeit und Sorgfalt bei dessen Kochen bilden das Fundament einer solchen Suppe und fehlt dieses, hilft kein Küchentrick dieser Welt, die Suppe wirkt dünn und belanglos salzig.
Davon kann bei meinem persönlichen Pfannkuchensuppen-Benchmark natürlich nicht die Rede sein, schon der erste Löffel ließ mich wissen, warum jeder der heute gefahrenen 680 Kilometer, ja jeder Meter davon es wert war, nur um wieder hier zu sein.
Intensiv und vollmundig, dabei exakt der richtige Salzpegel, wäre diese Suppe ein Lautsprechersystem, die Abstimmung von Bässen, Mitten und Höhen hätte einen Sonderpreis der Hi-Fi Branche verdient, besser kann man es nicht machen.
Wenn es überhaupt einen blasphemischen Grund für eine subjektive Anmerkung gibt, dann vielleicht, dass ich die Pfannkuchenstreifen lieber etwas feiner geschnitten habe, als in der hier präsentierten Ein- Zentimeter-Stärke, weil sie dann mit dem Löffel einfacher zu handhaben sind.
Auch die quasi in solch einem Suppentopf geborenen Herrschaften Obacht waren voll des Lobes zur Suppe, die auch in solch einem verlässlichen Traditionshaus mitunter einer zarten Tagesform unterliegen kann. Meine Begleitung hatte diese mit einem schönen Salat als Hauptgang und zeigte sich ebenfalls maximal beglückt im weiteren Verlauf.
So konnte es gerne weiter gehen und das tat es auch, ein weiteres Kellerbier wurde geordert, wir plauderten gut aufgelegt bis nach idealer Wartezeit mein ätherischer Hauptgang auf den Tisch gewuchtet wurde, screw you, Sashimi Lovers, it’s Haxen time…
Schweinshaxe mit Naturjus, Semmelknödel und Speckkrautsalat - 14,90€
Ich habe ja manchmal das Gefühl, das am Pass dieses Lokals ein Inspekteur des bayerischen Tourismus-Verbandes sitzt und aufpasst, dass jedes servierte Gericht strengen bajuwarischen Kulinarik-Propaganda-Vorgaben entspricht und entsprechende Postkarten-Tauglichkeit besitzt.
Die Haxe starrte ich zunächst einmal nur ehrfurchtsvoll an bevor ich mich mit einem Stück des fluffigen Knödels daran machte, dem Naturjus auf den Zahn zu fühlen.
Was sich in der Suppe zeigte und auch bei allen anderen Besuchen zuvor, sollte sich auch hier wieder bestätigen. Meine letzte Kritik trug den dort latent lästerlich gemeinten Titel „An ihren Saucen sollt ihr sie erkennen…“ und das kann man auch hier konstatieren, natürlich in der denkbarst positiven Konnotation.
Ein Naturjus ist ja in seinem Ansatz von Zwiebeln, Knoblauch, Salz, Pfeffer und Kümmel gewürzt und mit Wasser aufgegossen etwas weniger kräftig als die Varianten mit geschmortem Suppengrün, Zwiebeln, Knoblauch, Senf, Tomatenmark etc., was zu Haxen und Schäufele aber ganz wunderbar passt wie ich finde, zum Schweinsbraten natürlich sowieso.
Ich mag Kümmel in solchen Saucen gerne und hätte mir noch etwas mehr davon gewünscht, aber das ist Jammern auf einem hohen Niveau und lediglich eine persönliche Vorliebe.
Ob die Schwarte der Haxe resch und knusprig war beantwortet sicher das Foto schon zur Genüge, für akustische Eindrücke verweise ich auf meine 2017er Kritik und das von mir gemachte Video zum Schweinsbraten, dann hat man eine gewisse Ahnung warum das scharfe Messer zur Haxe mehr ist, als folkloristisches Teller-Beiwerk.
Um besser hantieren zu können entfernte ich zunächst die krönende wie krachende Haube bajuwarischer Haxen-Glückseligkeit und machte mich an das Fleisch, das so zart gebacken wurde, dass man es beinahe pullen konnte: zart, aromatisch und auch solo, ohne Jus genossen ein Hochgenuss.
Ich weiß nicht, vielleicht ist hier Drehspieß Experte AndiHa mit mir einer Meinung, aber ich finde was sehr hohe Temperaturen mit geeignetem Schweinefleisch geschmacklich anstellen, geht weit über eine normale Maillard-Reaktion hinaus.
Den Food-Nerds unter den Lesern ist vielleicht der Begriff Wok-Hei ein Begriff, er beschreibt den ganz speziellen Wok-Geschmack der Speisen, eben dann wenn hohe Temperaturen im Spiel sind und die Flammen der Gasflamme beim ständigen Schwenken über den Rand des Woks schlagen und für zusätzliche Garung von oben sorgen.
Daran musste ich denken bei diesem derben Schmankerl-Klassiker, die Hitze des Ofens hatte ein gutes Werk getan und eine Gabel, die etwas Fleisch, Kruste, Knödel und Sauce kombinierte hätte vielleicht bei Sat1s „The Taste“ nicht konkurrieren können, ich persönlich warf – im Sinne des Bewertungssystems dieser Sendung - gleich einen ganzen Beutel „goldener Sterne“ in Richtung Küche.
Den Speckkrautsalat hatte ich zwischenzeitlich beinahe vergessen, sehr frische Angelegenheit und die ideale Begleitung für mich, ich mag ihn meist lieber als Rotko… pardon Blaukraut, zumindest im Sommer, auch er stand für solides Handwerk.
Am Tisch auch durchweg zufriedene Gesichter, Obachts Schatzl war sehr angetan von seinem üppig dimensionierten Schwabenteller und die Leni Riefenstahl der Garmischer Food-Fotografie war in ebenfalls guter Schnitzel Laune. Wobei mir einfällt, das sie sich bis heute über mein 2017er Cordon Bleu lustig macht als ob ich nach Bayern gekommen sei um getrüffelten Labskaus zu bestellen, aber ein gutes Schnitzel vom glücklichen bayerischen Landschwein ist schließlich ab und an auch nicht zu verachten.
Nach solch einem Essen schreit der Magen nach Aufräumhilfe, zwei gute Williams zu je 3,00€ für Obacht und mich sowie ein Espresso für Herrn Obacht rundeten den Abend ab und ich konnte problemlos mit der EC Karte zahlen, wobei ich meine üblichen 10-15% Trinkgeld (bei guter Zufriedenheit!!) stets in bar gebe um die sonst fällige Mehrwertsteuer zu umgehen.
Gegen 21:30 verließen wir das Lokal, der Himmel hatte bereits aufgeklart, das Wetter sollte die ganze Woche ein absoluter Traum werden, wir machten uns auf den wenige Minuten dauernden Fußweg zurück in unsere schöne Unterkunft, gingen an der Loisach vorbei über den Marienplatz, die Sterne funkelten, was für ein zauberhafter Abend.
Kleiner Spoiler: und am nächsten Morgen erwartete mich dieser Ausblick von unserem Balkon, freut Euch auf eine stimmungsvolle Woche deren Abarbeitung mich sicherlich noch so einige Stunden kosten wird - und ich freue mich darauf, denn es gibt noch einiges mehr zu entdecken als krachlederne Tellerklassik, auch wenn diese hier heute ein sehnsüchtig erwarteter Volltreffer war.
Fazit
Kreuzehrliches oberbayerisches Küchen-Handwerk, gute Zutaten, Liebe und Geduld bei der Zubereitung schmeckt man bei jedem Bissen. Weniger als fünf volle Sterne wären schon angesichts der günstigen Preise für mich persönlich nicht angemessen, sofern nichts schief gelaufen sein sollte.
Der Service grundsätzlich gut aber schon kurz vor und nach 21 Uhr leider kaum noch präsent, dabei hatte ich sogar noch eine Sekunde über einen Nachtisch nachgedacht, trotzdem gute vier Sterne, auch da ich mitbekam, das es wohl einen personellen Ausfall an diesem Abend gab.
Das Zusammenspiel von Lage, Gebäude, Außenansicht mit dem gemütlichen Stüberl sucht für mich seinesgleichen, fünf Sterne für ein Ambiente das nicht hätte schöner sein können.
Die Sauberkeit einwandfrei, die Corona-Auflagen wurden alle erfüllt soweit sie mir bekannt sind, alles fein, fünf Sterne.
Auch beim PLV bin ich bei der vollen Punktzahl, das mag jemand aus dem ländlichen Unterfranken bspw. vielleicht nicht unterschreiben, aber wer NRW Preise gewohnt ist und weiß was er trotzdem bisweilen erhält, ist hier sehr zufrieden sofern er denn die Küche zu schätzen weiß.
Gibt es denn gar nichts Negatives? Doch, es dauert jetzt wohl wieder ein ganzes Jahr bis zum Folgebesuch...