"Solides Fischvergnügen an Karfreitag im familiengeführten Neumarkter Traditionslokal"
Geschrieben am 26.10.2026 2026-10-26 | Aktualisiert am 26.10.2026
Gasthaus Wanke
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Gasthaus, Metzgerei, Partyservice
0918143826
Sudetenstraße 1-3, Wolfstein, 92318 Neumarkt in der Oberpfalz
"klein aber sehr fein"
Geschrieben am 26.10.2026 2026-10-26
Kirsten's Konditorei & Cafe
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Cafe, Konditorei
03595573605
Wettinstraße 16, 01896 Pulsnitz
"Ein Haus mit langer Tradition"
Geschrieben am 25.10.2026 2026-10-25
Wirtshaus am Bock
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Restaurant, Wirtshaus, Biergarten
02202940980
Konrad-Adenauer-Platz 2, 51465 Bergisch Gladbach
"Geschlossen"
Geschrieben am 25.10.2026 2026-10-25
Magnolia
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Restaurant
017632562691
Syker Straße 25, 28816 Stuhr
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Noch bevor wir zusammen mit unserem Töchterchen den nicht weit entfernten Waldspielplatz im Ortsteil Wolfstein ansteuerten, musste dem aufkommenden Hunger zur Mittagszeit auf gutbürgerliche Art und Weise Tribut gezollt werden. Das direkt auf dem Weg dorthin befindliche Gasthaus Wanke bot sich an. Auf dem großen Platz vorm Haus stellte ich den Wagen ab.
Es war Karfreitag und wir bekamen glücklicherweise einen Tisch in dem gut ausgelasteten, sympathisch aus der Zeit gefallenen Traditionslokal mit angeschlossener Metzgerei.
Die bewegte Geschichte dieser Neumarkter Gastro-Institution reicht bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1999 wurde ein eigenes Schlachthaus gebaut. Drei Jahre später zerstörte ein Dachstuhlbrand große Teile des Obergeschosses.
Große Anstrengungen und viele helfende Hände waren nötig, um den Betrieb von Gaststätte und Metzgerei während den dreimonatigen Renovierungsarbeiten aufrecht zu erhalten. Aber es gelang. Heute wird das bayerische Wirtshaus von Gerlinde und Franz Wanke sowie Elisabeth Servidio geführt.
Mit Küchenmeister Stefan Servidio (Sohn von Elisabeth) am Herd und Metzger Maximilian Wanke (Sohn von Franz) hinter der Fleischtheke ist man auch in Zukunft gut aufgestellt. Die vierte Generation ist also bereits im Begriff, den Betrieb fortzuführen.
Und wenn nicht mein katholisches Gewissen auf den obligatorischen Fleischverzicht am Karfreitag gedrängt hätte, wäre ich sicherlich bei den deftigen Oberpfälzer Fleischgenüssen aus der eigenen Schlachtung fündig geworden. Schäufele mit Klößen, Sauerbraten und Cordon Bleu listete die Speisenkarte. Und dies zu mehr als zivilen Preisen.
Das dem Schnitzel gewidmete Gedicht auf der ersten Seite der Speisenkarte gab bereits Aufschluss darüber, in welche kulinarische Richtung man hier normalerweise unterwegs ist.
Und auch die Brotzeitkarte strotzte nur so vor deftigen Vespereien. Dass man es mit dem kulinarischen Katholizismus nicht ganz so streng nahm, bewies die Karfreitagskarte, auf der sich neben ein paar Fischtellern auch ein „Wiener-Art-Genosse“ und ein handfester Schweinebraten mit Klößen einfanden.
Ein großes Mineralwasser (0,4l für 3,40 Euro), eine kleine Apfelschorle (0,2l für 2,40 Euro) und ein obligatorisches Helles aus dem Hause Lammsbräu (0,2l für 2,30 Euro) – wir waren schließlich in Neumarkt – deckten unseren Flüssigkeitsbedarf vor und während des Mittagessens.
Meine Frau besann sich ihrer norddeutschen Wurzeln und orderte prompt das Matjesfilet „Hausfrauenart“ mit Apfel, Zwiebeln und Salzkartoffeln (13,90 Euro), während ich mich mit dem Backfisch mit hausgemachter Remoulade, Kartoffelsalat und kleinem Beilagensalat (14,90 Euro) auf die gutbürgerliche Neumarkter Paniermeile begab. Da es keine Nudeln gab, musste sich das Töchterchen mit gut gebutterten Spätzle begnügen und räuberte ab und an bei Papa und Mama.
Bei den nach nicht allzu langer Wartezeit servierten Portionsgrößen war das gar keine schlechte Idee. Der säuerlich-frische Beilagensalat kam mit ordentlichem Rohkostanteil in die Glasschale
und wurde zeitgleich mit dem souverän panierten Fischfilet – ich tippte auf Seelachs oder Rotbarsch – serviert. Die in ausreichender Ration vorhandene, hausgemachte Remoulade wertete das XL-Fischstäbchen geschmacklich auf.
Der daneben platzierte Kartoffelsalat hatte gehörigen Schmackes, wurde er doch ganz klassisch süddeutsch mit warmer Brühe veredelt. So bereitete ihn meine Mutter früher auch zu. Und ich mag ihn bis heute so am liebsten. Die Mayo-Fraktion möge mir dies bitte nachsehen.
Der Backfisch machte qualitativ einen anständigen Eindruck. Mit etwas Zitrone beträufelt und in die schmackhafte Remo getunkt, konnte da auch nicht viel schiefgehen.
Meine Frau hatte dagegen einen deutlich gehaltvolleren Teller zu bewältigen.
Ihre drei Matjesfilets lugten unter einem mächtigen Hausfrauensoßen-Teppich hervor. Das üppige, im Wesentlichen aus Sauerrahm und/oder Schmand, Apfelstücken und Zwiebeln bestehende Soßenmeer brandete an eine stattliche Salzkartoffelküste und überspülte das zarte Rosa des Jungherings mit cremigem Weiß.
Ein großzügig portionierter Beweis dafür, dass dieser Klassiker der norddeutschen Küche auch in der Oberpfalz funktioniert. Meine Gattin war jedenfalls voll des Lobes und selbst unsere pasta-fixierte Kleine probierte den ein oder anderen Happen.
Unsere spontane Karfreitagseinkehr im Gasthaus Wanke entließ uns gut gesättigt in Richtung Waldspielplatz, zu dem wir gerne einen kleinen Verdauungsspaziergang unternahmen. Die knapp über 40 Euro waren für das Gebotene mehr als angemessen. Solide Gutbürgerlichkeit ist ja besonders in Franken eine gastronomische Tugend, die sich zu pflegen lohnt.