"Im Schlauchboot in Seenot..."
Geschrieben am 15.02.2026 2026-02-15
60 seconds to napoli
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Restaurant
072168077710
Karlstraße 11, 76133 Karlsruhe
"Schade, dass das "Umfeld" keinen Volume-Regler wie meine beiden Bass-Verstarker hatte"
Geschrieben am 15.02.2026 2026-02-15 | Aktualisiert am 15.02.2026
Restaurant La Paella
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Restaurant, Biergarten
068188374988
Kanalstraße 15, 66130 Saarbrücken
"neue Adresse"
Geschrieben am 15.02.2026 2026-02-15
Restaurant La Bodega Espanola
€-€€€
Restaurant
062018448648
Waidallee 32, 69469 Weinheim
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
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An der technischen Hochschule in Karlsruhe gibt es eine Höhenkammer, die wir für die Entwicklung unserer Motoren gerne mal nutzen. Letztes Jahr war ich dort nur einen Tag über und wurde zum Mittag eingeladen. Es ging zum Thai und es war nicht schlecht. Nur strebe ich das dann doch meist nicht an.
Dieses Mal war ich mit dem Kollegen da und es wurde auch eine Übernachtung geplant. Mittags ging es mit den Mitarbeitern/Studies/Profs in die Mensa. Danach war mir mal wieder bewusst, warum über viele Mensen so herzhaft gelästert wird.
Zum Abend musste es dann etwas Herzerwärmenderes sein.
Kollege ist nach eigener Aussage Allesesser. Zwar auch ansprechenderem Essen zugeneigt, es ginge notfalls aber auch alles was satt macht.
Punktum, er hatte sich noch gar nicht dafür interessiert. Vielleicht hatte er es aber auch darauf ankommen lassen, dass ich da etwas Initiative zeige, da es in kleinem Kollegenkreis schon durchaus bekannt ist, was bei mir zuhause manchmal auf den Tisch kommt ;-)
Tja und wenn der AndiHa auf Reisen ist, dann scannt er die Möglichkeiten. Daß es zu dem anvisierten Haus aber schon eine GG-Bewertung gab, das kam mir nicht in den Sinn. Zumindest nicht rechtzeitig unterwegs. Zuhause dann gleich mal danach gesucht und beim Lesen so manches mal genickt. Aber der Reihe nach.
Zu dem Haus, welches offenbar das (bis dato?) dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte überlebt hat und im Äußeren eine schöne und etwas mondäne Architektur zeigt, ging es vom Hotel aus fußläufig. Parkplätze gibt es in der näheren Umgebung. Doch ob jemals einer frei ist, das steht wohl auf einem anderen Blatt. Soll heißen: Per Pedes ist man in der Gegend besser unterwegs. Oder eben mit den öffentlichen Rumpelkammern auf Gleisen.
Kommt man rein, dann eröffnet sich einem ein sehr hoher und weitläufiger Raum welcher durch seine extravaganten Deckenleuchter, die ein orange changierendes Licht ausstrahlen, eine deutliche Spur Gemütlichkeit ausstrahlt. Das sieht schon sehr einladend aus.
Zentral kommt man auf einen Pult zu an dem unmissverständlich dazu aufgefordert wird bitte kurz zu warten, bis man zu (s)einem Platz gebracht wird. Der ausgesprochen freundliche „Platzhalter“ war aber auch gleich zur Stelle und führte uns zu einem strategisch sehr günstigen Zweiertisch auf einer der zwei Emporen, die sich links und rechts an der Wand befanden.
Dann bekamen wir auch die angemessene Zeit uns erst mal zu akklimatisieren und die Karten in Holzständern (dort mitsamt Servietten und Besteck) zu scannen.
So schön und angenehm das Licht dort auch war, aber, das trübe Licht und das alternde Auge forderten ihren Tribut! Und die Lesebrille ruhte sich im Hotel aus.
Als der Cameriere (er begrüßte uns zumindest mit „buona sera“ (hatte aber ein zu geschliffenes deutsch ;-)) dann wieder erschien bestellte ich einfach aufs Geradehinaus ein Weizenbier. Kollege entschied sich für ein „Helles“.
Dann war Pragmatismus angesagt!
Ich knipste die Karte einfach mit der Taschenknipse ab um sie anschließend groß ziehen zu können.
Ich erzähle das jetzt nicht aus Beileidsheischerei oder Beifallsbekundungen erwartend, sondern einfach um Mitleidende auf diesen Kniff aufmerksam zu machen. Hier bei GG sind wir wohl alle nimmer 29!
Und wenn man die Linse hin und wieder reinigt, dann bekommt man das Geknipste gestochen scharf richtig groß gezogen…
Kollege wollte noch etwas Grünzeug in Form eines Beilagensalates. Als ich das hörte wurde mir gewahr, dass ich nach der mittäglichen Mensa ebenfalls noch das eine oder andere Vitaminchen aufnehmen sollte und zog gleich.
Kollege bestellte anschließen eine Pizza „Schinken-Champignons“. Die „Vodka-Peperhoney“ mit FSK18 schminkte ich mir ab, da ich mit den Gepflogenheiten (oder Geflegeltheiten) im Haus natürlich nicht vertraut war. Interessiert hätte sie mich dennoch. Aber die Gefahr den Abend zu versauen…. Naja ;-) Ich hatte mit offensiven Bestellungen ja auch schon so Manches erlebt.
Es sollte die „Don Diablo“ für saftige 16.50€ werden. Mehr auf den Namen vertrauend und weniger es wirklich gelesen (oder gar verstanden) zu haben. Laut Karte beinhaltete dieser Sehnsuchtsfladen: San Marzano Tomatensoße, Chorizo de Bellota, Fior di Latte, Bio Chili-Honig, geräuchertes Paprikapulver.
Und die Biere kamen dann doch ganz zügig. Das Weißbier von Benediktiner schmeckte gut, ließ sich mit 5,90 für die Halbe aber auch gut entlohnen. Jetzt kenne ich das Preisgefüge in KA nicht wirklich, aber das erschien mir schon recht anspruchsvoll. Was uns unterm Strich aber auch nicht wirklich von einer späteren Nachbestellung abhielt… ;-)
Natürlich dauerte es eine kleine Zeit, bis die Beilagensalate kamen. Und in der Zeit hatte ich, neben den Gesprächen mit dem Kollegen, natürlich des optimalen Emporenplatzes geschuldet, die Gelegenheit den Teigbeleger(n) (Pizzaiolo wäre zu euphemistisch!) zuzuschauen. Und was sagt Pizzapapst Teichner immer? „Wenn die Tomatensoße drauf kommt, dann läuft die Zeit! Irgendwann suppt sie sonst nämlich durch“.
Und da hatten die „Vor- und bei dem Ofensteher“ irgendwie manchmal die Ruhe weg.
A propos Ofen. Es gibt dort deren zwei und die machen optisch schon bella Figura!
Aber wichtig ist auf dem Teller, oder im Falle des Grüngutes eben im Schüsselchen. Und das war durchwachsen. Zeigte es Anfangs eine kleine Spur eines sehr interessanten und spannenden Dressings mit nettem Aroma, tauchte es mitsamt der Schüsseltiefe in ein dann irgendwann sehr bekanntes und langweiliges Dingens ein, welches sehr an tausend Inseln erinnerte. Hiermit bemängele ich ausschließlich das Dressing! Der Salat war frisch, knackig und richtig gut. Selbst die Kirschtomaten wussten ansatzweise zu gefallen. Und das um diese Jahreszeit!!!
Die Pizzen erreichten uns „mitten im Salat“ und sahen wirklich gut aus. Ein Rand wie auf Botox, neapolitanischer Art eben.
Der freundliche und zugewandte Kellner war auch sonst recht aufmerksam. Er kam bald wieder an den Tisch und fragte ob ich denn ein scharfe Öl wolle. Das kam mir wie gerufen, denn die Schärfe ging bislang komplett ab. Und das Öl war mal so ein fieser Fächerstädter! Anfangs angenehme Schärfe potenzierte sich im Rachen beim Abgang nach und nach. Wie gut, dass ich vorsichtig probierte.
Dann wäre da noch der größte Schwachpunkt des Fladens, ich hatte ihn zuvor schon anklingen lassen: Der Boden war total durchgesuppt und defacto nicht vorhanden.
Was dagegen hilft?
Nur kurze Standzeit ab dem Zeitpunkt auf dem Feuchtigkeit auf den Teig kommt und eine etwas längere Backzeit (80 seconds to Napoli) bei dann vielleicht nur noch 450°C.
Kurioserweise war dem beim Kollegen nicht so. Auf dessen dünnen aber stabilen Boden schielte ich zwischendrin leicht neidisch.
Letztlich hatte es uns und mir dann doch ganz gut geschmeckt. Da dies, wie ich auch erst im Nachhinein feststellte, eine schnell wachsende Restaurantkette ist, wundert es mich umso mehr, dass solche Schwächen wie ein durchgesuppter Boden nicht schnell abgestellt werden.
Wenn man also in das Haus stolpert ist man kulinarisch nicht verloren. Man geht sicherlich auch nicht unzufrieden raus. Und im Vergleich zu Gourmies Besuch scheint sich ja auch zumindest das Rand-Flächenverhältnis etwas gebessert zu haben. Aber ob ich dennoch so schnell wieder ein Haus dieser Kette betrete will ich zwar nicht ausschließen. Es kommt aber auf die Alternativen an. ;-)
Barrierefreiheit ist mit den Emporen (Hochparterre) und Sanitäranlagen (U1) nicht unbedingt gegeben.