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So fuhren wir beide am Dienstag, den 15.09.26 gegen frühen Abend über den Deich des Rantum Becken von unserer Wohnung in Rantum nach Keitum. Wir hatten bewusst die frühere Schicht gewählt, um noch während der Abenddämmerung wieder auf dem Rückweg zu sein. So standen wir um kurz vor halb sechs vor diesem Haus im Ortskern von Keitum.
Drinnen war auch ich zum ersten Mal, im März 2025 hatte ich einen schönen Tag über den Mittag zur Einkehr auf der Terrasse genutzt. Fotos davon in der Galerie. Drinnen präsentierte sich der Gastraum behaglich schlicht ausgestattet.
Warme Holztöne bestimmten den Bereich in dem sich unser Tisch befand. Garderobe wurde uns abgenommen und wir setzten uns an den Tisch, der für uns vorgesehen war.
Karten wurden uns gereicht, schon eine Flasche Wasser bestellt. Die Speisekarte lässt sich auf der Homepage einsehen. Was sich darbot sorgte dafür, dass es etwas dauerte, bis wir dem Service eine Speisenfolge als Auftrag an die Küche mitgeben konnten. Aber letztendlich konnten wir uns entscheiden, und unser Abendessen begann mit einem Gruß der Küche unter Chef Nicolas Rathge.
Zwei Hörnchen mit einem Graupenrisotto gefüllt, dass mit Algen gewürzt war. Ein Auftakt der gefallen konnte und zum Ort des Geschehens passte. Meine Frau startete mit einem Salat in ihr Abendessen.
Heimatküchen Salat mit Karotte, Buchweizen, Zitrus war der Karte in der Karte betitelt und war das was ein Salat sein muss. Frisch, mit einer guten Vinaigrette versehen und ein bisschen Crunch muss mit dran sein. Ich startete nicht ganz so gesund in mein Abendessen.
Geräucherter Aal serviert auf Brioche mit Mayonnaise und Zwiebel musste ich probieren. Und ja, dass Gericht wusste sehr zu gefallen. Die Küche hatte das Brioche mit etwas Fett / Butter angeröstet, auf dem lagen dann Filet-Stücke des geräucherten Aals. Ein paar Kleckse Mayonnaise sorgten für eine gewisse Fettigkeit, dem Säure von gepickelten Zwiebeln entgegengestellt wurde. Etwas Crunch aus gerösteten Zwiebeln war der letzte Tupfer auf einer sehr guten Vorspeise. Weiter ging es mit einem Zwischengericht, das wir uns beide bestellt hatten.
3 Stunden Friesen-Ei mit Kartoffelschaum, Spinat und Eigelb nannte sich das Gericht in der Karte und alles was in Richtung Onsen Ei geht, mögen wir beide sehr gerne. Schlotzig, seidig-cremiger Löffel-Genuss, der sich noch mit mit 15 g Prunier Kaviar zu 25 € hätte veredeln lassen. Ließen wir aber sein, monetären Luxus hoben wir uns für den noch anstehenden Besuch im Wohnzimmer von JP Berner in Rantum auf. Das war auch ohne dieses Topping ein tolles Gericht.
Zum Hauptgang ließ sich meine Frau noch einen Zwischengang servieren, den ich zu meiner Freude kosten durfte. Kalbszunge mariniert mit Gurke, Radieschen und Petersilie nahm sich starke Anleihen in der burgundischen Küche und war ein toller, in deutschen Küchen inzwischen nicht mehr häufig servierter Gang. Lecker war das! Ich orderte mir Fisch im Hauptgang.
Kabeljau war das, serviert auf einem Kartoffelragout. Ein Angebot aus der Tageskarte. Auch ich hatte keinen Grund zur Klage, tadellos saftig gebraten, mit einer krossen Panade. Gut gegarte Kartoffeln mit einer schönen Butternote in der Sauce ergänzten das auf Feinste. Schlicht und auch sehr gut.
Insgesamt war das gebotene Essen eine gute Küchenleistung. Auf der Homepage beschreibt man sein Konzept so: Wir nennen es Heimatküche - Was dürft ihr bei uns erwarten? Eine kreative neue Mischung aus regionalen Lebensmitteln und der klassischen Küche. Angelehnt an die allseits bekannte Hausmannskost, die wir alle bei unseren Großmüttern lieben gelernt haben. Und dem ist nicht zu widersprechen, ambitionierte gutbürgerliche Küche, die gerade auf Sylt manchmal sehr fehlt. Das hat sehr gefallen. Wein hatten wir auch.
Sind die Federspiel Veltliner von Familie Knoll aus der Wachau auf der Weinkarte, sind sie eine sichere Wahl. Frau orderte noch ein Dessert, wohl dem der als Hauptgang einen Zwischengang bestellt.
Ich weiß nicht mehr, was das war, aber es schmeckte ihr ebenso gut wie die vorhergehenden Gänge. Bei mir ging kein Dessert mehr im klassischen Sinn, aber dafür ein Glas von einem etwas süßeren Tropfen.
Eingeschenkt aus dieser Flasche:
perfekter Abschluss für mich. Dann waren wir durch mit dem Essen. Noch ein Wort zum Service, hauptsächlich kümmerte sich eine junge Dame um unseren Tisch. Sie war vom Fach, hatte immer ein Auge auf ihre Gäste und ließ keinerlei Grund zur Kritik entstehen. Profi eben! Mit einer schönen und angenehmen Portion persönlicher Zuwendung zum Gast.
Wir kommen ganz sicher wieder, wenn wir wieder auf der Insel sind. Die OMA WILMA gefällt uns sehr.