Besucht am 13.03.2026Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 11 EUR
Im Jahr 2024 verbreitete sich die Nachricht, dass das markante Hotel Jensen, an der Obertrave direkt gegenüber den ikonischen Salzspeichern und damit natürlich auch dem weltbekannten Holstentor gelegen, unter den bisherigen Inhabern seine Pforten schließt. Mit dieser Positionierung direkt an der Brücke der Hauptachse "Bahnhof-Holstentor-Innenstadt" fällt dieser Hausabschnitt dabei Touristen aber natürlich auch den Lübeckern mit dem hervorstechend roten Schriftzug auf weißem Wandputz über den ikonischen 4 mit gewölbtem Glas gekachelten Fenster direkt ins Auge. Daneben versprüht auch das mit kleinen Flaggen bestückte Vordach des Eingangs eine gewisse Tradition und einen Vintage-Charme, der sich in der mehr als 200 Jahre zurückreichenden Hotel- und Gastronomienutzung auch glaubhaft begründet.
Einhergehend mit der Schließung mussten sich Gäste und Einheimische natürlich auch vom Hoteleigenen "Restaurant Yachtzimmer" verabschieden, dass die Küche genauso klassisch und traditionell anbot, wie sich auch das Hotel präsentiert.
Ein Jahr später verbreitete sich in gleicher Aufmerksamkeit dann aber die Nachricht, dass dieses historische Gebäude weder leerstehend verfällt, noch komplett zweckentfremdet und dazu umgebaut wird. Selbst seinen Namen haben die neuen Betreiber für ihr Hotel beibehalten und 2025 eben ihr im Kern renoviertes "Hotel Jensen" eröffnet, dass den historischen Anstrich damit also nicht verlieren sollte. Eine gute Entscheidung für die Denkmäler der Hansestadt. Ebenso erfreulich entschied man sich auch zur Wiederbelebung des Hotelrestaurants, welches nun aber unter dem Namen "Travea" eine Veränderung erfuhr. Der Name gibt darauf bereits Hinweise, verbindet er doch sowohl die Lage des Hotels direkt an der Trave mit der nunmehr italienischen und mediterranen Ausrichtung des Angebots.
Im "alten Yachtzimmer" war ich tatsächlich nie. Selbst wenn ich wöllte, würde sich für mich also kein Vergleich mit dem klassische norddeutsch ausgerichteten Vorgänger-Restaurant ergeben, weshalb ich also die im neuen Restaurant feilgebotene Qualität einmal mit "weißem Blatt" erkunden wollte. Dafür bot sich dieser späte Nachmittag im März 2026 an. Außenansicht des „Hotel Jensen“.
Die Einzigartigkeit und Ansehnlichkeit der Außenansicht habe ich ja eingangs bereits geschildert. Das Restaurant an schließt sich dabei gleich rechts, ca. eine Stufenebene tiefer, an das Hotel an und ist äußerlich genauso gestaltet, nur ohne das Vordach über dem Eingang. Außenansicht des Hotel-Restaurants „Travea“.
Durchschreitet man die große Tür und den noch klassisch mit dunklerem Holz verkleideten Vorraum, zeigt sich ein Ambiente, dass man definitiv als großen Kontrast zur traditionellen Außenansicht des Hotels bezeichnen kann. Innenansicht mit der Bar rechts. Innenansicht mit Blick zum Fenster.
Es eröffnet sich dem Gast ein sehr großer, lang nach hinten verlaufender, einziger Gastraum, in den auf der zum Raumende gesehenen rechten Seite noch eine Bar integriert ist. Auf historische Möbelstücke oder Holzgebälk an der Decke trifft man beim Interieur hingegen nicht. Die Decke mit den großen Bögen ist unisono schwarz angestrichen, während die Wände in einem den Tischen entsprechenden Holzfarbton daherkommen. Noch einmal eine Stufe heller ist dann das Parkett. Zusätzliche Deko richtet sich vor allem an die Weinliebhaber, die in den Schränken, Nischen und sogar in Glasvitrinen verschiedene Flaschen bestaunen können.
Für mich optisches Highlight und gleichzeitig auch atmosphärisch sehr gut eingesetzt sind die ringförmigen Deckenlampen, die in Verbindung mit den Wandspots durch die Beleuchtung einen fließenden Übergang von der schweren, dunklen Holzdecke zum hellen Parkett erzeugen. Der Raum wirkt somit weit und man wird nicht scheinbar von der dunklen Decke erdrückt. Doch gleichzeitig kommt auch kein "Bahnhofshallen-Gefühl" auf, da die hochwertigen Sitzpartien in für mich idealen Abständen und vor allem klaren Ausrichtungen verteilt wurden. Bei den Stühlen hat man dabei auf grau bezogene, gepolsterte Sessel sowie gleichartig gestaltete Couch-Partien an den Wänden gesetzt, die auch einen guten Sitzkomfort gewährten. Ich fühlte mich also sowohl willkommen, als auch entspannt privat und kann das Ambiente durchweg als hochwertig und klar strukturiert bezeichnen, was somit trotzdem zur Historie des Hauses passt, auch wenn es nicht antiquiert gewählt ist.
Als ich kurz nach Öffnung den Besuch des Restaurants antrat, waren gerade 2 Mitarbeiter Innen im natürlich noch spärlich besetzten Gastraum präsent. Begrüßt wurde ich dabei von einer jungen Dame, die mir auch ganz aufgeschlossen noch freie Platzwahl gewährte. Nachdem ich genug Zeit hatte, um mich an meinem Tisch einzurichten und es mir gemütlich zu machen, kam sie zu mir um die Bestellung aufzunehmen. Sie agierte dem Ambiente entsprechend dabei sehr versiert, zugewandt und freundlich, ohne dass es je aufgesetzt wirkte. Auch dank ihr fühlte man sich schnell entspannt und angekommen.
Wie eingangs erwähnt stellt der gewählte Name "Travea" eine Verbindung von Lage und kulinarischer Ausrichtung da, die im mediterranen Raum mit Schwerpunkt italienischer Küche liegt. Doch, wie es zum vom Ambiente vermittelten Eindruck passt, kommt die Speisekarte dabei nicht mit einer auf Pizza und Pasta fokussierten Deklinierung aller möglichen Kombinationsarten daher, sondern präsentiert sich in erfreulich reduzierterem Umfang. Dabei wurden zudem auch einzelne typisch deutsche bzw. norddeutsche Gerichte integriert, vielleicht um dem traditionellen Vorgänger-Restaurants noch ein wenig zu huldigen.
Knapp zwei Hände voll Wahlmöglichkeiten werden als Vorspeise gegeben, die sich gänzlich auf mediterrane Klassiker wie Vitello Tonnato, Beef Carpaccio oder Burrata konzentrieren und mit einer Preisspanne von 13 € bis 19 € bereits auch qualitativ eine gewisse Erwartung schüren. Auch zwei Salate lassen sich für den Einstieg bestellen.
Darauf folgt eine Pasta-Selektion, die sozusagen den „Primi Piatti“ Part der rein italienischen Küche ermöglicht. Auch hier gibt es erfreulich frische und alternative Zusammenstellungen als klare Abhebung zum „Standard Deutsch-Italiener“. Keine „Bolo“, keine „Sahne-Carbonara“ sondern z.B. Steinpilz-Ravioli mit Kürbiskernen, Rigatoni mit Rinderfiletspitze, Cognac und rosa Pfefferbeeren und Taglioni aus dem Parmesanlaib mit frischem Trüffel werden für Preise zwischen 13 € und 26 € feilgeboten.
Für den Hauptgang gibt es schließlich jeweils eine Auswahl von 5 Fleisch- und 5 Fischgängen und eben keinerlei Pizzen oder Aufläufen. An Vegetarier und Veganer richtet sich also nur die Vorspeisen- und Pasta-Sektion der Speisekarte. In beiden Hauptgang-Kategorien zeigt sich dabei der eingangs erwähnten Einschub von auch norddeutschen Traditionsgerichten. So findet man neben Dorade und Garnelen "Aglio Olio" auch Matjes nach Hausfrauenart und Backfisch vom Seelachs. Für die Carnivoren gibt es neben Tagliata und Lammkarree auch ein Wiener Schnitzel. Während bei diesen Speisen die preisliche Reichweite durchweg im 30er-Bereich liegt, gibt es bei den Fischgängen auch Gerichte in der 20er-Region.
Bei den Desserts für durchweg unter 10 € darf natürlich ein Tiramisu nicht fehlen, aber auch hier findet sich z.B. mit einem Lübecker Marzipanmousse noch ein regionaler Einschlag.
Zeitweise wird auch ein Tagesangebot auf einer Schiefertafel im Vorraum des Restaurants aufgestellt.
Für diese erste, kurze Kostprobe von der im "Travea" gebotenen Kulinarik wählte ich eine leichte Vorspeise, namentlich das "Rote Beete Carpaccio mit karamellisierten Kürbiskernen, Dill, Petersilie und Zitronen-Vinaigrette" für 11 €. Nach einer kurzen Wartezeit von 10 Minuten bekam ich folgenden Teller serviert. "Rote Beete Carpaccio mit karamellisierten Kürbiskernen, Dill, Petersilie und Zitronen-Vinaigrette".
Das schöne angerichtete Mosaik der Scheiben von der roten Beete wurde dezent vom Dressing überzogen und mit den annoncierten karamellisierten Kürbiskernen, sowie fein gezupfter Petersilie und Dill gekrönt. Was optisch so ansprechend begann führte sich am Gaumen dann nahtlos fort. Der Hauptdarsteller zart und trotzdem mit angenehmen Biss konnte sich geschmacklich dank der dezenten und trotzdem geschmeidigen Vinaigrette voll entfalten. Die Kürbiskerne sorgten Knabberfreude und die feinen Kräuter ergänzten das Geschmacksbild von Mal zu Mal.
Dazu gab es noch zwei Scheiben eines wirklich mit hoher Qualität von einem regionalen Bäcker bezogenes Sauerteigbrotes, dass eine tolle rösche Kruste und fluffig Krume hatte. Zusätzlich lobenswert kann der dazu gereichte Aufstrich erwähnt werden, der nämlich mal nicht ein simpler Kräuterquark oder Butter, sondern wieder mediterran ausgerichtet eine aromatische Kombination aus Aioli und Pesto Verde war.
So war das wirklich in der Gesamtheit eine ganz feine, leichte Kostprobe, die die Qualität und Anspruch der Küche bekräftigte und Lob verdient.
Somit möchte ich meine ersten Eindrücke vom "Travea" im "Hotel Jensen" also noch einmal möglichst kurz zusammenfassen.
Während man glücklicherweise die altehrwürdige Fassade des Gebäudes erhalten hat, ist man bei der Innengestaltung neue Wege gegangen, die dieses traditionelle Ambiente kontrastieren. Nichtsdestotrotz kann diese Modernisierung für mich aber mit der, Dank der Beleuchtung, tollen Verbindung von dunklem und helle, Interieur, sowie dem bequemen Sitzmobiliar und den klaren Linien durchaus als gelungen bezeichnet werden kann.
Diesem qualitativ hochwertigen Interieur passte sich an diesem frühen Abend die Serviceleistung durch die junge Dame voll und ganz an. Sie trug dadurch zum gastlichen Wohlgefühl definitiv bei.
Die mediterran ausgerichtete Speisekarte ist sowohl vielfältig, auch als keineswegs aufgebläht und hebt sich auch preislich mit Vorspeisen und Pastagerichten im 10 € Bereich und Fleisch- und Fisch-Hauptgängen für 20er und 30er Preise von üblicheren italienischen Lokalen ab, was durchaus höhere Erwartungen an die Qualität zulässt.
Das von mir für 11 € gewählte "Rote Beete Carpaccio" bereitete dabei in jeglicher Weise Freude und sogar das Brot mit dem Aioli-Pesto-Aufstrich fügte dem noch etwas Pfiffiges bei.
Das Restaurant hat mich bei diesem ersten kleinen Besuch also absolut zufrieden gestellt und sich als sehr gute Option für feinere, mediterrane Küche in der Altstadt empfehlen können.
Im Jahr 2024 verbreitete sich die Nachricht, dass das markante Hotel Jensen, an der Obertrave direkt gegenüber den ikonischen Salzspeichern und damit natürlich auch dem weltbekannten Holstentor gelegen, unter den bisherigen Inhabern seine Pforten schließt. Mit dieser Positionierung direkt an der Brücke der Hauptachse "Bahnhof-Holstentor-Innenstadt" fällt dieser Hausabschnitt dabei Touristen aber natürlich auch den Lübeckern mit dem hervorstechend roten Schriftzug auf weißem Wandputz über den ikonischen 4 mit gewölbtem Glas gekachelten Fenster direkt ins Auge. Daneben versprüht auch das mit kleinen Flaggen bestückte Vordach... mehr lesen
Restaurant Travea
Restaurant Travea€-€€€Restaurant017622024565An der Obertrave 4-5, 23552 Lübeck
5.0 stars -
"Die wiederbelebte Gastronomie in diesem historischen Hotelsgebäude bietet für mich eine feine mediterrane Küche mit sehr guter Qualität." NoTeaForMeIm Jahr 2024 verbreitete sich die Nachricht, dass das markante Hotel Jensen, an der Obertrave direkt gegenüber den ikonischen Salzspeichern und damit natürlich auch dem weltbekannten Holstentor gelegen, unter den bisherigen Inhabern seine Pforten schließt. Mit dieser Positionierung direkt an der Brücke der Hauptachse "Bahnhof-Holstentor-Innenstadt" fällt dieser Hausabschnitt dabei Touristen aber natürlich auch den Lübeckern mit dem hervorstechend roten Schriftzug auf weißem Wandputz über den ikonischen 4 mit gewölbtem Glas gekachelten Fenster direkt ins Auge. Daneben versprüht auch das mit kleinen Flaggen bestückte Vordach
Besucht am 13.03.20261 Personen
Rechnungsbetrag: 6.9 EUR
Die "Breite Straße" liegt direkt im Zentrum der Lübecker Altstadt und ist daher auch ein zentraler Knotenpunkt für die Ströme von Touristen, aber natürlich auch für die Einheimischen mit Shopping- oder Ausflugsziel. Sie grenzt direkt an den Marktplatz, das historische Rathaus und bildet eine Verbindung von der großen St.-Marien-Kirche zu St.-Pauli-Kirche. Hier befindet sich aber auch das viel frequentierte Haupthaus des berühmten Marzipan-Herstellers "Niederegger" und vormals auch das große Galeria-Karstadt-Haus, so viel viele weitere kleine Einkaufsläden.
Selbstverständlich darf in der Gestaltung dieser Straße auch ein gastronomisches Angebot nicht fehlen. Für Restaurants mit klassischer Abend-Gastronomie ist sie auf Grund des großen Trubels dabei eher weniger vorteilhaft. Daher finden sich hier vor allem Cafes, Schnellgastronomien und natürlich auch Imbisse. Kleine "Mikro-Immobilien" am südlichen Beginn der Straße, direkt in Nachbarschaft zum Rathaus, haben dabei in den vergangenen Jahren regelmäßige Mieterwechsel erfahren, die man wohl gar nicht mehr zählen kann. Vom Dönerimbiss zur "Juice Bar", vom Frittenangebot zum Backwarenschalter: Fast alles, was sich als Imbiss etablieren lässt, hat man hier daher wohl schon gesehen.
Im Sommer 2025 ist aber ein Angebot dazugekommen, dass mich als Gastro-affiner Mensch gleich aufhören ließ. Die "Chacha Chaudhary" möchte den Lübeckern und Gästen der Hansestadt eine Anlaufstelle für indische Streetfood-Gerichte bieten. Genau das habe ich in der Zeit, in der ich hier lebe, tatsächlich noch nie vorgefunden. Indische Restaurants finden sich in der Altstadt natürlich zu Hauf, aber die Seite der indischen Küche, die wohl in den großen Metropolen dieses Einwohnerreichen Landes zu Hauf die Menschen auch schnell und unkompliziert mit ihrer regionalen Cuisine versorgt, hat dann wohl doch noch ihre Eigenheiten. Die möchte ich natürlich liebend gerne ausprobieren und wählte nun also diese Zeit des Übergangs zum Frühling dafür, dem Imbiss endlich einen Besuch abzustatten. Außenansicht.
Der Name des Lokals stammt von der in Indien bekannten Zeichentrickfigur, die mit ihrem roten Turban und weißen Schnurrbart passenderweise auch das Logo das Imbisses ziert. Für den Gast ersichtlich besteht dieser, wie für einen Imbiss üblich, nur aus einem Schaufenster zur Bestellung und Übergabe der Speisen. Die Auswahl kann dabei in illustrierter Form über dem Fenster, aber auch auf Flyern betrachtet werden. Diese findet man z.B. auf der Handvoll kleinen Sitzgruppen, die der Imbiss auf einem kleinen Bereich der "Breite Straße" aufstellen darf, damit man auch diese schnelle "To Go"-Gerichte in Ruhe im Sitzen genießen kann. Sitzmöglichkeiten vor dem Imbiss.
Trotzdem würde ich die Bewertung des "Ambiente" hier aussetzen, da das gar nicht das Zielgebiet einer solchen Art an Gastronomie ist.
Auch wenn die Zubereitung an sich natürlich im sprichwörtlichen "Hintergrund" des Raumes stattfindet, kann man als Kunde die natürlich fast vollständig vorbereiteten Speisen und Komponenten auch direkt in einer Behälter-Bar direkt am Schaufenster begutachten. Das lässt also zumindest einen leichten Eindruck der Sauberkeit zu, von der ich daher einen guten Eindruck hatte. Die Speisenauslage am Thekenfenster.
Als ich an diesem Nachmittag das "Chacha Chaudhary" aufsuchte, kümmerte sich ein männlicher, indisch-stämmiger Mitarbeiter direkt an der Theke um dessen Betrieb. Bestell- und Übergabe-Kontakt fand dabei auch direkt am Fenster statt
Auch hier kann man mMn die Kriterien eines richtigen Restaurantservices eigentlich nicht anwenden, das Auftreten und den Umgang des Mitarbeiters aber schon bewerten. Dabei war die Kommunikation mit dem Herrn auf Deutsch völlig problemlos. Er agierte freundlich und fragte auch proaktiv nach dem gewünschten Schärfegrad, sowie nach dem gewünschten Geschirr (Thali, Schale oder Teller).
Die genannte Speisen-Bar zeigt bereits die Farbenfrohheit und Vielfalt der indischen Küche, welche sich auch auf der kleinen Speisekarte widerspiegelt. Von 10:00 - 20:00 findet man darauf bekannte, frittierte Fingerfood-Klassiker wie Samosas und Pakora, aber in dieser Kategorie z.B. auch mir bisher neue Gerichte, wie dem "indischen Burger" namens "Vadapav", der auch perfekt für Veggies geeignet ist, besteht hier das Patty doch aus eine in Kicherebsenmehl frittierten Kartoffelmasse. Auch indische Wraps, bei denen das Fladenbrot in Ei gebraten und mit dem indischen Paneer-Käse gefüllt wird sind mir auf den üblichen Speisekarten indischer Restaurants in Deutschland noch nicht begegnet. Mit Preisen im Bereich von 3-6 € sind das auch für die Geldbörse willkommene Kleinigkeiten.
Zu all diesen Snacks lassen sich zudem noch aus einer breiten Palette indische Chutneys und Saucen zum fröhlichen Dippen wählen.
Daneben bietet man aber auch richtige Tellergerichte an, die übrigens erfreulicherweise nicht auf einfachen Papptellern, sondern "festem" Geschirr oder sogar ganz authentisch auf dem indischen Thali-Tablett serviert werden. Auf der carnivoren Seite beschränkt man sich dabei aber nur auf Hähnchen, was für ein Imbiss-Angebot auch nicht als Missstand bezeichnet werden kann. Mit Reis servierte Klassiker wie "Korma", "Biryani, "Curry" und auch eine "Mango Chicken"-Variante überschreiten dabei allesamt nicht einmal die 8€ Marke. Vegetarische Tellergerichte sind ein "Samosa Chat" und schließlich auch das von mir gewählte "Chole Bhatura", einem Kichererbsencurry, dass für gerade einmal 6,9 € mit dem typischen, indischen "Ballonbrot" namens Bhatura zu erhalten war.
Gerade einmal 5 Minuten Wartezeit entsprachen dem von einem Imbiss erwarteten Tempo, sodass ich mich alsbald über folgende Schale hermachen konnte. "Chole Bhature - Kichererbsencurry mit indischem Ballonbrot".
Schon der erste Löffel vom schön warmen, goldgelben Curry bereitete die erhoffte Freude. Die Kichererbsen schön cremig, ohne verkocht zu sein und auch die Soße angenehm leicht angedickt. Feine, rohe Zwiebelwürfelchen ergänzten dies mit Biss. Die vielfältigen indischen Gewürzaromen entfalteten sich voll und auch der von mir gewählte, milde Schärfegrad wurde voll eingehalten.
Nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich begeisterten mich aber vor allem die zwei Bhatura, die ihrem Namen „Ballonbrote“ wirklich volle Ehre machten. Mit ein paar eingearbeiteten Kräutern und einer guten Portion Salz machte jedes Stück davon Freude, die saftig und füllig waren, aber keineswegs „im Mund immer mehr wurden“. Wirklich ein rundes und Genuss bereitendes , kleines Mahl.
So zog ich nach dieser kurzen, aber mit wirklich angenehmen Genuss- und Sättigungsgefühlen also weiter. Dabei nahm ich vom "Chacha Chaudhary" wirklich durchweg positive Eindrücke mit.
Diese begannen bei der freundlichen und kommunikativen Art des Personals und setzten sich bei dem sowohl in Umfang als auch Vielfalt und vor allem Preisgestaltung für mich sehr gut ausbalancierten Angebot fort.
Abgerundet wurde das dann von der gebotenen Qualität, die mir hier in Form des gewählten Kichererbsencurry mit fluffigen Bhatura-Brot für fast schon als Spottpreis zu bezeichnende 6,9 € einfach nur exzellent ausfiel.
Nicht nur aus Eigensinn bleibt es nur sehr zu wünschen, dass das Lokal nicht der häufigen Fluktuation im Imbiss-Bereich Lübecks zum Opfer fällt, sondern sich etabliert. Nicht nur gewährt es eine willkommene Abwechslung zum sonst an jeder zweiten Ecke gesehenen Dönerladen, sondern bereichert dabei die Angebotsbreite in diesem Segment sowohl in Preis, als auch Leistung auf einem zur Empfehlung gereichenden Niveau.
Die "Breite Straße" liegt direkt im Zentrum der Lübecker Altstadt und ist daher auch ein zentraler Knotenpunkt für die Ströme von Touristen, aber natürlich auch für die Einheimischen mit Shopping- oder Ausflugsziel. Sie grenzt direkt an den Marktplatz, das historische Rathaus und bildet eine Verbindung von der großen St.-Marien-Kirche zu St.-Pauli-Kirche. Hier befindet sich aber auch das viel frequentierte Haupthaus des berühmten Marzipan-Herstellers "Niederegger" und vormals auch das große Galeria-Karstadt-Haus, so viel viele weitere kleine Einkaufsläden.
Selbstverständlich darf in der Gestaltung dieser... mehr lesen
Chacha Chaudhary
Chacha Chaudhary€-€€€Imbiss, Take Away045148908464Breite Str. 66, 23552 Lübeck
4.5 stars -
"Indisches Streetfood-Angebot, dass die Imbiss-Landschaft Lübecks wirklich bereichert." NoTeaForMeDie "Breite Straße" liegt direkt im Zentrum der Lübecker Altstadt und ist daher auch ein zentraler Knotenpunkt für die Ströme von Touristen, aber natürlich auch für die Einheimischen mit Shopping- oder Ausflugsziel. Sie grenzt direkt an den Marktplatz, das historische Rathaus und bildet eine Verbindung von der großen St.-Marien-Kirche zu St.-Pauli-Kirche. Hier befindet sich aber auch das viel frequentierte Haupthaus des berühmten Marzipan-Herstellers "Niederegger" und vormals auch das große Galeria-Karstadt-Haus, so viel viele weitere kleine Einkaufsläden.
Selbstverständlich darf in der Gestaltung dieser
Geschrieben am 13.03.2026 2026-03-13| Aktualisiert am
13.03.2026
Besucht am 13.03.20261 Personen
Rechnungsbetrag: 13.5 EUR
Obwohl dieser kleine Häuserblock mit Innenhof so zentral und neuralgisch zwischen Markt, Rathaus und Marienkirche gelegen ist, schien es mir doch immer so, dass sich hier um die Anmietung der vorhandenen Immobilien nicht gerade gerissen wurde. Eher versuchte die Stadt einige Male mit eigenen Projekten die oft leerstehenden Räumlichkeiten vor dem Verfall zu bewahren und zu füllen. Lediglich das Lübecker Weinkontor und vor allem sehr traditionsreiche Cafe Maret hielten sich stets standhaft und gehörten somit zum Bild dieses Platzes fest dazu. Doch auch das währte nur bis zum Januar 2024, als besagtes Cafe nach unglaublichen 238 Jahren nun auch seine Pforten schloss.
Doch glücklicherweise stand schon ein Cafe-Projekt als Nachfolger in den Startlöchern und wurde mit dem Namen "Cafe Union" im Sommer 2024 eröffnet. Diese Union hat dabei keinen politischen Hintergrund, fußt aber trotzdem auf den Kooperation zweier bereits sehr bekannter Institutionen in Lübeck Gastrolandschaft. Namentlich sind das das "Kaffehaus" und das Eiscafe "Soulmates", die sich in naher Nachbarschaft in der Hüxstraße befinden.
Zusätzlich zu der zentralen Lage macht das Café auch durch seine durchgehend verglaste Front der Gebäudeseite zum Markt hin auf sich aufmerksam, die jeglichen vorbeischlendernden Menschen deutlich und transparent zeigt, dass man hier für Café- und Bistroküche einkehren kann.
Zunächst scheint es sich dabei sogar um zwei verschiedene Lokale zu handeln, denn sowohl auf der zum Marktplatz, als auch zum besagten Rathaus-Innehof gelegenen Seite gibt es einen Zugang. Außenansicht mit dem Zugang zum Marktplatz. Außenansicht mit dem Zugang zum Rathaus-Innenhof.
Dank der Weitläufigkeit dieses Bereiches ergibt sich hier in den warmen Monaten ein großer Aussenbereich, bei dem die Tische am Markt zum Teil von einer Markise geschützt und beschattet werden, während im Innenhof große Schirme dafür aufgestellt werden.
Im Inneren befinden sich zwischen diesen beiden Zugängen noch zwei Wände mit jeweils offenen Durchbrüchen, sodass man sich Barrierefrei durch das gesamte Lokal bewegen kann. Die dadurch entstehenden beiden Hauptbereiche sind dabei ganz ähnlich aufgebaut.
Tritt man vom Markt her ein, so begrüßt einen hier mit einem großen Thekenbereich samt Gebäckvitrine und Kaffeemaschinen doch klar der Café-Teil des Lokals. Innenansicht des Bereiches zum Markt hin. Die Theke im Café-Bereich.
An der hier L-Förmig verlaufenden Fensterfront hat man zahlreiche Tischpartien verteilt, die zwar ungepolstert und von eher schlichterer Art sind, aber trotzdem kleine weichere Sitzdeckchen für den Allerwertesten haben und neuwertigen Eindruck machen. Für die normalerweise etwas geringere Verweildauer in einem Cafe-Bistro im Gegensatz zum Abendrestaurant bietet das für mich genug Komfort. Ansonsten hat man sich abgesehen von ein paar Pflänzchen und kleinen Wandbildern mit weiterer Deko zurückgehalten. Das ist jedoch angesichts der Tatsache schlüssig, dass durch die mehrmals erwähnte, volle Verglasung der Fassade die Gäste wohl sowieso eher der historischen Kulisse des Marktes bzw. dem Treiben folgen, wenn sie nicht gerade untereinander in Gespräche vertieft sind. Innenansicht des Bereiches zum Rathaus-Innenhof hin. Die offene Küche im Bistro-Bereich.
Auch im zum Innenhof angrenzenden Bereich wird ganz transparent der Ort des Küchenhandwerks direkt in den Gastraum integriert. Hier ist es jedoch sogar eine ganze offene Küche, welche somit die Fusion von Cafe und Bistro nochmals verdeutlicht. Als Gast kann natürlich unabhängig vom in Anspruch genommenen kulinarischen Angebot in beiden Räumen Platz genommen werden, denn auch hier gibt es noch viele Sitzmöglichkeiten. Auch hier geben große, wenn auch nicht bis zum Boden vollverglaste Fenster einen freien Blick zum Innenhof hin. Daher wird auch hier auf großartige Deko oder Lichtinstallationen eher verzichtet.
Ich finde das Ambiente stimmig, macht es doch aus den baulichen Besonderheiten und der ebenso einzigartigen Lage der Räumlichkeiten das Beste.
Für die Toiletten muss man eine Treppe hinunter ins Untergeschoss, womit sich also eine kleine Ausnahme von der Barrierefreiheit ergibt. Diese sind aber betonenswert sehr modern und sauber gewesen.
An diesem späten Freitag-Mittag konnte ich 3 weibliche Mitarbeiterinnen und 2 männliche Mitarbeiter im Café ausmachen. Während sich die Damen um die Cafetheke und den Service im Lokal kümmerten, wurde die offene Küche von einem der Herrn unterhalten. Der zweite Herr war wohl eine Art Manager und daher ohne Aktion im laufenden Betrieb. Nach meinem Eintritt wurde ich dabei von einer der drei jungen Damen mit der Karte begrüßt und mir wurde im zu dieser Zeit nur wenig ausgelasteten Lokal freie Sitzwahl gewährt. Die ganze Zeit über agierten die Servicekräfte freundlich, entspannt und waren dabei trotzdem stets aufmerksam und präsent. Da gibt es für mich nichts auszusetzen, auch wenn sie teilweise etwas schüchtern und damit fälschlicherweise unsicher wirkten.
Die Bandbreite des kulinarischen Angebots lässt sich als sehr umfassend bezeichnen. Schon auf dem Willkommens-Aufsteller zählt das Lokal selber dieses mit Frühstück, Mittagstisch, Kaffee & Kuchen, Drinks (auch alkoholischer Art) und dank des eingangs erwähnten, zur "Union" gehörenden Eiscafes "Soulmates" natürlich auch deren kalte Köstlichkeiten auf.
Die genaueren Aufzählungen der Speisen finden sich dann in Form von weiteren Aufstellern und als Klemmbretter für die Tische bzw. beim Kuchen & Gebäck natürlich direkt an der Cafe-Theke.
Was ebenfalls noch zu erwähnen ist und auch direkt beim Willkommensschild dem Gast angekündigt wird, ist die Tatsache, dass hier mal nur mit Karte bezahlt werden kann.
Schon beim Frühstücksangebot fällt es gleich positiv ins Auge, dass nicht nur hauptsächlich verschieden umfangreiche Kombinationen von Brötchen & Brot mit Aufstrichen und sonstigen Kondiments angeboten werden, die man sich doch wirklich ganz einfach auch zu Hause anrichten kann. Da stellt sich mir sowieso häufiger die Frage, ob man Treffen mit Freunden und Familie doch viel gemütlicher und auch günstiger daheim selbst veranstalten kann.
Vielmehr Neugierde erregen doch eigenständige Kreationen, für die man zu Hause wesentlich mehr Aufwand und auch Kreativität an den Tag legen müsste. Im "Cafe Union" gibt es da z.B interessant klingende Sauerbrot-Gericht mit exotischer Erbsen-Avocado-Kokos-Minze oder Lachs-Creme fraiche-Rührei-Begleitung. Auch an die pochierten Eier mit Spinat und Hollandaise wagt man sich. Das bewegt sich alles im mittleren 10er-Preisbereich und schürt damit schon gewisse Erwartungen an Qualität und eigener Handarbeit.
Ebenso überraschend vielfältig und auch durchdacht präsentiert sich der wöchentlich wechselnde Mittagstisch, der es vor allem war, was mich besonders zu einem Besuch des Cafe-Bistros bewegt hat. Dies umfasst nicht nur einfache deutsche Klassiker, vorzubereitende Eintöpfe und Suppen oder gar Fast-Food-Gerichte, sondern gestaltet sich sehr international und dabei doch handwerklich von den Namen her mit Anspruch versehen. Es unterstreicht somit den Anschein, dass in dieser "Union" definitiv auch eine große Partei der gelernten Restaurant-Küche mitspielt. So sah ich auf den in Social Media wöchentlich angekündigten Angebot bereits neben Nasi Goreng auch deftige Wirsing-Rouladen mit Champignon-Veloute, aber auch französische Vichysoisse und Zwiebelsuppe, sowie selbstgemachte Lasagne Bolognese.
Und auch das geht preislich nie über die 16 € Grenze hinaus und ist damit, sollte sich die vermutete Qualität bestätigen, ein Genuss-Schnäppchen.
Für diese Woche meines Besuches standen dabei folgende Gerichte zur Auswahl: Linsen Dal (8,5 €); Gemischter Salat mit Avocado (9,5 €); Wildschweingulasch mit Kartoffelstampf und Spinat (14,5 €); sowie der von mir gewählte Levantinischer Fischtopf mit Seefischen, Tomaten, Fenchel und Feta (13,5 €).
Nach einer etwas längeren Wartezeit von ca. 20 Minuten klingelte es in der Küche und ich bekam ihn serviert. Aus dem wöchentlichen Mittagsangebot: Levantinischer Fischtopf mit Seefischen, Tomaten, Fenchel und Feta.
Garniert mit etwas Petersilie und Schnittlauch wurde der tomatisierte und mit Feta überbackene, wohl temperierte Fischtopf in einem weißen Schälchen gereicht.
Bei dem in löffelgerechte Stücke geschnittenen Fisch handelte es sich wohl um Seelachs. Er war daher nicht gerade aromatisch, aber dafür noch toll saftig punktgenau zubereitet.
Auch beim in Streifen geschnittenen Fenchel hat man den Garpunkt für koch sehr schön getroffen, da er noch leichten, aber keineswegs harten Biss und milden Geschmack hatte. Die Tomatensauce bettete das alles fruchtig und leicht säuerlich ein, während der Feta für etwas Cremigkeit sorgte.
Handwerklich war das also einwandfrei. Allerdings fehlte mir geschmacklich der „Levantine“-Teil. Gewürzaromen von Kardamon, Kreuzkümmel oder der typisch säuerliche Sumach waren hier schlicht nicht vorhanden, was gegenüber den Erwartungen also etwas Abzug nötig macht.
Dazu gab es drei Scheiben eines schon von der sichtbaren, großen Porung her gelungen gebackenen Focaccias, dass aber leider völlig kalt war, sodass es auch hier noch Raum zur Verbesserung gab.
So nahm ich zusammengefasst also folgende Ersteindrücke aus dem „Café Union“ mit.
Die Einrichtung der für ein Café doch sehr großen Räumlichkeiten spielt die Vorteile der großen Fensterfront voll aus, die nicht nur durch die natürliche Beleuchtung, sondern auch den umfassenden Blick über das Markttrubel das Ambiente und die Eyecatcher für die Gäste bildet. Da braucht es nur das in gutem Zustand befindliche Sitzmobiliar, um sich entspannt und wohl zu fühlen.
Auch die Integration der offenen Küche und Café-Theke lockern das ganze Ambiente passend auf.
Zu dieser zwanglosen und lockeren Atmosphäre trugen das an diesem Tage auch die drei jungen Damen im Service mit ihrer Freundlichkeit und Aufmerksamkeit bei.
Gleich in doppelter Weise hebt sich das kulinarische Angebot erfreulich von denen der meisten Cafés ab. Schon beim Frühstück werden nicht nur etliche Zusammenstellungen durchdekliniert, sondern eigenständige Gerichte (z.B. Lachs-Rilette-Brot, Serrano-Bauernfrühstück) bieten hier schon standardmäßig eine willkommene Abwechslung.
Dieses erstaunliche Niveau setzt sich aber auch im Bistrobereich mit der wöchentlich wechselnden Mittagskarte fort, die klar mit Handwerk verbundene und trotzdem vielfältige, internationale Auswahlmöglichkeiten bietet.
Der bei meinen Besuch gewählte „Levantinische Fischtopf“ zeigte das handwerkliche Können und Produktbewusstsein dabei ganz klar, konnte mich auf Grund der nicht wahrnehmbaren „Levante-Aromen“ und der kalten Brotscheiben nicht vollends begeistern.
Angesichts dieser gezeigten kulinarischen Qualität wirkt das Preisniveau im Bereich für 10-20 € sowohl für die Frühstücks- als auch Mittagsangebot und explizit die 13,5 € für das von mir gewählte Gericht trotzdem noch angemessen.
Meiner Meinung nach hat sich mit dem "Cafe Union" also eine sehr gute Zusammenarbeit ergeben, die die Lücke des traditionsreichen "Maret" mehr als ansprechend füllt und das Cafe-Bistro-Angebot der Innenstadt definitiv bereichert, auch wenn ich geschmacklich diesmal wohl nicht den vollen Jackpot getroffen hatte.
Obwohl dieser kleine Häuserblock mit Innenhof so zentral und neuralgisch zwischen Markt, Rathaus und Marienkirche gelegen ist, schien es mir doch immer so, dass sich hier um die Anmietung der vorhandenen Immobilien nicht gerade gerissen wurde. Eher versuchte die Stadt einige Male mit eigenen Projekten die oft leerstehenden Räumlichkeiten vor dem Verfall zu bewahren und zu füllen. Lediglich das Lübecker Weinkontor und vor allem sehr traditionsreiche Cafe Maret hielten sich stets standhaft und gehörten somit zum Bild dieses Platzes fest... mehr lesen
4.0 stars -
"Das Cafe-Bistro zeigt, dass man hier wirklich eine "Union" von abwechslungsreichen Frühstücks- und Mittagsgerichten vorfindet, die handwerkliche Expertise, aber geschmacklich noch ein wenig Luft nach oben haben." NoTeaForMeObwohl dieser kleine Häuserblock mit Innenhof so zentral und neuralgisch zwischen Markt, Rathaus und Marienkirche gelegen ist, schien es mir doch immer so, dass sich hier um die Anmietung der vorhandenen Immobilien nicht gerade gerissen wurde. Eher versuchte die Stadt einige Male mit eigenen Projekten die oft leerstehenden Räumlichkeiten vor dem Verfall zu bewahren und zu füllen. Lediglich das Lübecker Weinkontor und vor allem sehr traditionsreiche Cafe Maret hielten sich stets standhaft und gehörten somit zum Bild dieses Platzes fest
Geschrieben am 04.02.2026 2026-02-04| Aktualisiert am
06.02.2026
„Bis zum letzten Service: Konzentration auf das Wesentliche
Bis zur Schließung bleibt das Aqua, was es immer war: ein Ort für Gäste. Bis zum 21. März 2026 serviert das Team ein einziges, kuratiertes Acht-Gänge-Menü, das Sven Elverfeld vollständig seinen Lieblingsprodukten widmet. Dazu gehören Süßwasserfische wie die Forelle vom Hof Behn, Carabinero als sein bevorzugtes Krustentier sowie das Onglet – ein Produkt, das er als Erster im Aqua auf die Karte brachte. Reservierungen sind aufgrund der begrenzten Kapazitäten ausschließlich über die offiziellen Kanäle möglich. Am 21. März 2026 findet ein einmaliger Abschiedsabend für geladene Gäste statt.
Mit diesem Schritt setzt Sven Elverfeld einen klaren Schlusspunkt unter ein erzähltes Werk – und folgt seinem Credo, Neues mit derselben Sorgfalt anzugehen, mit der er 25 Jahre lang Perfektion geschaffen hat. Das nächste Kapitel entsteht ohne Eile, mit derselben Sorgfalt, die das Aqua ein Vierteljahrhundert geprägt hat. Das Konzept Aqua wird nicht fortgeführt. Im Anschluss wird The Ritz-Carlton, Wolfsburg sein gastronomisches Angebot neu ausrichten – Details werden kommuniziert, sobald das Gesamtkonzept feststeht.“
„Bis zum letzten Service: Konzentration auf das Wesentliche
Bis zur Schließung bleibt das Aqua, was es immer war: ein Ort für Gäste. Bis zum 21. März 2026 serviert das Team ein einziges, kuratiertes Acht-Gänge-Menü, das Sven Elverfeld vollständig seinen Lieblingsprodukten widmet. Dazu gehören Süßwasserfische wie die Forelle vom Hof Behn, Carabinero als sein bevorzugtes Krustentier sowie das Onglet – ein Produkt, das er als Erster im Aqua auf die Karte brachte. Reservierungen sind aufgrund der begrenzten Kapazitäten ausschließlich über die offiziellen... mehr lesen
Aqua · Gourmet-Restaurant · The Ritz-Carlton
Aqua · Gourmet-Restaurant · The Ritz-Carlton€-€€€Sternerestaurant05361607000Parkstr. 1, 38440 Wolfsburg
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"Das 3-Sterne-Restaurant „Aqua“ in Wolfsburg schließt am 21.03.2026" NoTeaForMe„Bis zum letzten Service: Konzentration auf das Wesentliche
Bis zur Schließung bleibt das Aqua, was es immer war: ein Ort für Gäste. Bis zum 21. März 2026 serviert das Team ein einziges, kuratiertes Acht-Gänge-Menü, das Sven Elverfeld vollständig seinen Lieblingsprodukten widmet. Dazu gehören Süßwasserfische wie die Forelle vom Hof Behn, Carabinero als sein bevorzugtes Krustentier sowie das Onglet – ein Produkt, das er als Erster im Aqua auf die Karte brachte. Reservierungen sind aufgrund der begrenzten Kapazitäten ausschließlich über die offiziellen
Besucht am 04.07.20251 Personen
Rechnungsbetrag: 6.4 EUR
In wohl jeder größeren und auch kleineren Stadt Deutschlands steigt das Angebot nahöstlich und orientalisch ausgerichteter Gastronomie stetig an. Zum Leidwesen derjenigen, die dabei gerne möglichst viel der jeweiligen traditionellen Küche ausprobieren möchten, beschränkt sich dies aber zum großen Teil auf den Stereotyp der "Döner-Imbisse", die neben den bekannten Drehspieß-Klassikern dann auch nur noch eine Pizza- und Fastfood-Sparte im Sortiment haben. Schnell und günstig ist da mehr die Devise, als die Hinzufügung einer authentischen und speziellen Länderküche zur lokalen Gastro-Landschaft.
Darum hat es vor gut 1 1/2 Jahren durchaus sehr mein Interesse geweckt, als sich das bisher nur im großen "CITTI"-Einkaufszentrum im Westen der Lübecker Metropolregion gelegene "Alhambra"-Restaurant dazu entschlossen hat, direkt im Zentrum der Lübecker Altstadt einen zweiten Standort zu eröffnen. Dass es sich dabei nun um ein größeres Restaurant als nur ein Einkaufscenter-Bistro handelt, stimmte mich umso hoffnungsvoller darauf, hier eben nicht nur die bekannten Schnellgerichte der Döner-Imbisse vorzufinden. Außenansicht.
In der Königstraße nahe des "Haerlin-Centers" im Erdgeschoss des sich daran anschließenden Häuserblocks gelegen, Reihen sich hier bereits viele unterschiedliche Läden an der schwarzen und verglasten Häuserfront entlang. Das mit orientalischen Serifen versehene Namensschild bewirbt unter dem kleinen Glasvordach von außen das Restaurant und zieht zudem noch den Zusatz "falafel & orient food" nach sich. Jenes Vordach gewährt zudem einer Handvoll Tischpartien Schutz vor Regen, welche zum normalen Bürgersteig aber keine zusätzliche Abgrenzung besitzen. Innenansicht mit Blick zur Theke.
Betritt man das Lokal, so befindet sich auf der linken Seite sogleich ein langgezogener Thekenbereich, welcher mit einer Glasvitrine beginnt, in der verschiedene nahöstliche Kleingebäcke präsentiert werden. Im weiteren Verlauf werden auch noch weitere Zubereitungen zur Schau gestellt, die vor allem dem Bereich der "Mazza" entsprechen. Am Ende schließt dann der Beginn der halboffenen Küche diese Seite ab.
An einer Display-Wand kann an hier auch bereits das Angebot eingesehenen werden. Einen gewissen Bistro-Charakter aus der Filiale im "CITTI-Park" hat man also übernommen. Gastbereich zum Eingang hin. Der hintere Gastraum.
Im restlichen Raum verteilen sich auf hellem Parkettboden geschätzt ca. zwei Dutzend Sitzpartien, die jeweils 2-4 Gästen Platz bieten. An der von der Theke gegenüberliegenden Seite wurde dabei eine lange Sitzbank installiert, während sonst an halbhohen, gepolsterten Sesseln in unterschiedlicher Farbe Platz genommen werden kann.
Orientalisches Flair wird dezent mit Hilfe vieler ornamentierter Deckenlampen, sowie den türkisenen Fliesen an der Theke und gemusterten Tapete gegenüber hervorgerufen, sodass man sich also wirklich nicht wie in einem Schnellimbiss, sondern einem Ort zum Verweilen mit nahöstlicher Küche fühlt. Ein paar Deko-Elemente, wie orientalisch bemalte Teller, fügen sich auch stimmig und nicht überfrachtend in das Interieur ein.
Im hinteren Bereich findet man dann noch den Toilettenbereich, sodass sich das gesamte Lokal auf einer barrierefreien Ebene befindet.
Insgesamt ist das für mich ein zum Konzept passendes und gelungenes Ambiente, dass neuwertig und sauber ist, auch wenn es nicht durch Besonderheiten im Gedächtnis bleibt.
An diesem frühen Freitag-Nachmittag waren im nur wenig ausgelasteten Lokal 2 Mitarbeiter sichtbar zugange. Eine junge Dame begrüßte mich und kümmerte sich auch allgemein um die Gäste und Sauberkeit, während ein junger Herr wohl abwechselnd vor allem die Küche und Speisentheke übernahm.
Die Frau agierte servicemässig, aber dabei nicht wirklich herzlich bzw. nahbar. Das tat zwar nicht weh, ein Gefühl, wirklich willkommen zu sein, kam so aber nicht recht bei mir auf.
Die Speisekarte bleibt der orientalischen Küche treu und hat zudem einen für mich optimalen Umfang. 2 Suppen und 4 Salate stehen als Vorspeisen ebenso zur Auswahl, wie eine Mazza-Variation für ganze Tischgesellschaften im Umfang von 6 oder 8 Schälchen mit einer Zusammenstellung aus selbst ausgewählten libanesisch zubereiteten Gemüsen, Cremes, Pürees und Salaten, die im bereits genannten Thekenbereich zuvor begutachtet werden können. Überwiegend sieht man hier Preise im einstelligen Bereich und auch die große Mazza-Variation liegt mit 18,5€ noch in einem für mich gemäßigten Bereich.
Zur Hauptspeise stehen neben 2 gesondert aufgeführten vegetarischen Speisen 8 Gerichte mit Fleisch-Komponente zur Auswahl, wobei hier natürlich nur Lamm, Rind und Hähnchen vorkommen. Hier beträgt die Preisspanne 13-24 €, was ebenfalls absolut im Mittelklasse-Segment liegt.
Ein wenig Imbiss-Charakter hat man, wohl aus der Stammfiliale im "CITTI-Park" mitgenommen, dann doch noch in das Angebot integriert. 8 verschieden, vegetarisch und omnivor gefüllte Pitas stehen ebenfalls in einer eigenen Kategorie zur Auswahl und sind mit Preisen von deutlich unter 10€ nicht nur für den schnellen Hunger, sondern auch kleinen Euro zu haben.
Für einen süßen Abschluss, der bei der orientalischen und nahöstlichen Küche diesem Namen ja immer wahrlich gerecht wird, verweist man auf die tagesaktuelle Auswahl an Kuchen und Gebäcken die ebenfalls in eingangs erwähnter Vitrine gleich neben dem Eingang begutachtet werden können.
Für diese erste kleine Stippvisite wählte ich ein Gericht, dass meiner Meinung nach ganz gut das Verständnis für orientalische Gewürze hier widerspiegeln sollte. Die "Orientalische Linsensuppe" für 5,9€ mit braunen Linsen stand ca. 10 Minuten nach meiner Bestellung vor mir auf dem Tisch. „Orientalische Linsensuppe“.
Ein schöner Anblick war zu Beginn schon einmal der Suppenteller mit breitem, verziertem Rand.
Dazu gesellte sich noch ein Körbchen mit Fladenbrot.
Suppe und Brot ließen an ansprechender Temperatur nichts vermissen. Meine Hoffnung auf noch etwas Einlage in der Suppe wurde abseits von der Petersilie leider nicht erfüllt. So kam sie doch recht wässrig für meine Vorlieben daher. Gut, dass da das Brot nicht nur gleich griffbereit lag, sondern dieses in seiner Frische und Geschmack ebenso überzeugte.
Geschmacklich gefiel die Suppe hingegen durchaus. Die Limette der Deko sorgte auch im Teller für eine erfrischende Säure. Der Linsengeschmack fand die gesuchte Bereicherung der verschiedenen, orientalischen Gewürze, die eben ohne Schärfe daherkommen. Das hallte erfreulich am Gaumen nach, ohne sie bei der indischen Küche mehr „nachzubrennen“.
Von der Konsistenz war die Suppe also nicht ganz mein Fall, geschmacklich und dank gutem Brot aber trotzdem überzeugend.
Zum Schluss möchte ich also meine Eindrücke von diesem ersten Besuch im "Alhambra Orient Food" in der Innenstadt zusammenfassen.
Die Inneneinrichtung ist nicht nur neuwertig, sondern klassifiziert das Lokal mit seiner Qualität und Gestaltung verdient in die Kategorie eines Restaurants und nicht nur eines Bistros oder Schnellimbiss. Orientalische Dekoration ist in einem guten Maße eingesetzt und sorgt somit für ein ansprechendes und zur kulinarischen Ausrichtung passendes Ambiente, woran es im Grunde nichts auszusetzen gibt.
Die junge Dame, die zum ruhigen Nachmittag den Service an Gast übernahm, war leider nicht so herzlich und aufgeschlossen, wie man das in nahöstlicher Kultur eigentlich eher erwarten würde, aber unfreundlich war sie dabei auch nicht. Trotzdem hätte sie durchaus mehr zur Wohlfühlatmosphäre beitragen können.
Mit der "Orientalische Linsensuppe" konnte mir die ersuchte Gewürzwelt durchaus gut bereiten. Auch wenn sie für mich etwas zu wässrig und leider ohne jegliche Einlage serviert wurde, gab es vom Geschmack her eher nichts zu kritisieren. Der Nachteil ließ sich mit dem frischen, guten Brot ja durchaus mit Genuss kompensieren.
Sowohl von der geschmacklichen Qualität, als auch der Portionsgröße her sieht das Verhältnis zum Preis von gerade einmal 5,9 € für mich daher trotzdem also sehr gut aus.
Kulinarisch konnte dieser erste Besuch im "Alhambra Orient Food" meine Wünsche also gut, wenn auch nicht in besonderem Maße erfüllen und gerade das Verhältnis zum Preis stimmt durchaus. Mehr Herzlichkeit und spürbares Interesse am Gast hätte auch insgesamt die Erfahrung verbessern können. Trotzdem empfinde ich das Lokal das Lokal als eine Abwechslung in der sonst eher in Form von Döner-Imbissen vertretenen nahöstlichen Gastronomie als Bereicherung.
In wohl jeder größeren und auch kleineren Stadt Deutschlands steigt das Angebot nahöstlich und orientalisch ausgerichteter Gastronomie stetig an. Zum Leidwesen derjenigen, die dabei gerne möglichst viel der jeweiligen traditionellen Küche ausprobieren möchten, beschränkt sich dies aber zum großen Teil auf den Stereotyp der "Döner-Imbisse", die neben den bekannten Drehspieß-Klassikern dann auch nur noch eine Pizza- und Fastfood-Sparte im Sortiment haben. Schnell und günstig ist da mehr die Devise, als die Hinzufügung einer authentischen und speziellen Länderküche zur lokalen Gastro-Landschaft.... mehr lesen
3.5 stars -
"Eine Anlaufstelle orientalischer und nahöstlicher Küche, die auch mal über einen Döner-Imbiss hinausgeht und ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Servicemässig gibt es durchaus noch Luft nach oben." NoTeaForMeIn wohl jeder größeren und auch kleineren Stadt Deutschlands steigt das Angebot nahöstlich und orientalisch ausgerichteter Gastronomie stetig an. Zum Leidwesen derjenigen, die dabei gerne möglichst viel der jeweiligen traditionellen Küche ausprobieren möchten, beschränkt sich dies aber zum großen Teil auf den Stereotyp der "Döner-Imbisse", die neben den bekannten Drehspieß-Klassikern dann auch nur noch eine Pizza- und Fastfood-Sparte im Sortiment haben. Schnell und günstig ist da mehr die Devise, als die Hinzufügung einer authentischen und speziellen Länderküche zur lokalen Gastro-Landschaft.
Geschrieben am 09.07.2025 2025-07-09| Aktualisiert am
09.07.2025
Besucht am 04.07.20251 Personen
Rechnungsbetrag: 5.6 EUR
Vielfältigkeit in Gastronomie jeglicher Größe ist wirklich ein Wertvolles Gut für jeden, der mit Freude Abwechslung in der Kulinarik genießt. In dieser Hinsicht lässt es mich immer umso mehr erfreulich aufhorchen, wenn eine leere Immobilie in Lübeck mit etwas Anderem als z.B. einem Späti oder Döner-Imbiss für sowieso meist nur kurze Zeit gefüllt wird.
Das "Danzig Bistro" an der Untertrave zähle ich definitiv zu dieser gern von mir gesehenen Kategorie. Bereits Mitte 2023 wurde es damals noch unter dem für mich etwas unpassenden modern anmutenden Namen "Space Breads" mit Science-Fiction-Design des Interieurs eröffnet. Man fühlte sich somit zunächst eher wie bei dem nächsten neuen "fancy Pizza-Lieferdienst" (Parallelen zum ersten "Toy Story"-Film kamen dabei in mir vor allem auf ;-)), als in einem kleinen Bistro, dass etwas mehr polnische Küche in das gastronomische Angebot der Hansestadt bringen möchte.
Zum damaligen Zeitpunkt bot man zudem nur die sogenannten "Zapiekanki" an. Dabei handelt es sich um das polnische Pendant des bereits als Fast Food bekannten Pizzabaguettes. Großzügig gesprochen könnte man auch Vergleiche zur französischen Croque ziehen. In den 1970ern in unserem östlichen Nachbarland entstanden, hat es sich dort als Sinnbild für schnelle Imbiss-Versorgung mit der bekanntermaßen unschlagbaren Kombination von Fett und Kohlenhydraten etabliert. So handelt es sich dabei eben "nur" um ein halbiertes Weißbrot mit verschiedenen Belägen, dass dann großzügig mit Käse überbacken und zum Schluss noch mit Ketchup-Streifenmuster "veredelt wird" (italienische Balsamicocreme-Gemälde lassen grüßen).
Dieses Angebot hatte auch mich dabei nun nicht so angesprochen, dass dieses Lokal ganz oben auf meiner Besuchs-Wunschliste lag. Zudem schien es ein Jahr später auch so, dass die vorübergehende Schließung wegen "Umbauarbeiten" doch wohl eher in einem dauerhaften Status enden würde. Doch weit gefehlt: Im Winter 2024 öffnete man tatsächlich erneut die Türen des kleinen Lokals, dass sich nun mit dem Namen "Danzig Bistro" eindeutig zur Herkunft seines Angebots bekannte.
Dieses wurde zu meiner Freude dabei erweitert und hält nun in Ergänzung zu den "Zapiekanki" eine wesentlich tradionellere polnische Speise parat: die Teigtaschen "Pierogi". Hier hat man dabei eine breite Auswahl von omnivorer Hackfleisch- über vegetarische Käse- bis zu veganer Pilzfüllung, die zudem durch unterschiedliche Toppings (Schnittlauch, Röstzwiebeln, Speck usw.) weiter individualisiert werden können.
Ebenso spannend und für mich sehr typisch für die polnische Küche ist ein täglich wechselndes Eintopf- und Suppenangebot, was z.B. Bigos, Zurek, Gurkensuppe oder Rote-Bete-Suppe umfasst.
Das waren nun also mehr als genug Gründe, damit das Bistro ganz weit oben auf meine Gastro-Besuchs-Liste kletterte und an diesem späten Freitag-Nachmittag auch das Ziel meines ersten Probiermahls wurde. Außenansicht.
Äußerlich macht das "Danzig" im Erdgeschoss mit der interessanten und markanten, symmetrischen Fenster- und Türenarchitektur nun mit einem Leuchtschild auf sich aufmerksam. Dieses zeigt, neben dem Namen, eine rote Silhouette der polnischen Hafenstadt mit weißem Himmel, wodurch also die polnische Flagge ebenfalls integriert wird. All das macht nun, im Gegensatz zum Weltall-Motto des vorherigen "SPACE" wesentlich mehr Sinn und schafft auch gleich einen Bezug zu dem, was ein potentieller Gast hier kulinarische vorfinden kann. Innenansicht #1. Innenansicht #2.
Auch im Inneren des Lokals hat man die Stadt an einer kompletten Wand verewigt, wobei es hier die Silhouette des neuen Hafens der polnischen Stadt ist, was natürlich auch gut zum Hansecharakter Lübecks passt.
Die gegenüberliegende Wand ziert auf schwarzem Untergrund lediglich das Wort "Soldek". Erstaunlicherweise hat das aber gar keinen kulinarischen Bezug, benennt es doch ein bekanntes Museumsschiff im Danziger Hafen.
Das Leuchtschild vom Außenbereich befindet sich noch einmal an der Stirnseite, wo man hinter dem Tresen direkt in die Küche blicken kann.
Auf dem schwarz gefliesten Boden sind es dann die einfachen Stühle mit rotem Samtbezug an hellen Zweiertischen, die nochmals die polnischen Farben präsentieren. Hierbei kann man an der Wand mit der Hafensilhouette auf einer ebenfalls rot gepolsterten Bank Platz nehmen.
Als ich kurz nach Ladenöffnung gegen 17:00 das Lokal besuchte, kümmerte sich ein junger Mann um dessen Betrieb. Genauso freundlich, locker und aufgeschlossen, wie er mich begrüßte, erläuterte er auch anschließend das Angebot und ließ sich auf Fragen zu diesem ein. Bestellt und bezahlt wurde direkt am Tresen, serviert hat er dann aber an den Platz. Für dieses „Bistro-Maß“ an Service kann ich da nichts bekritteln, sondern eher die erwähnte zugewandte Art des jungen Mannes loben.
Das Angebot hatte ich ja in meiner Einleitung bereits geschildert. Für diesen Freitag entschied man sich für eine polnische Gurkensuppe als die Tagessuppe, die es für 8,5€ zu bestellen gab. Im "Menü" mit 6 Pierogi kann man für 13 € auch den größeren Hunger stillen.
Eben jene Pierogi sind im Umfang von 11 Stück für 13 € (Pilz-Kraut-Füllung) bis 15 € (Hackfleischfüllung) erhältlich. Man kann aber auch eine ganz individuelle Menge bestellen, wobei pro Stück 1,4 - 1,6 € zu Buche stehe.
Dazu kann man sich Toppings aussuchen, die von Röst- bzw. Schmelzzwiebeln über Butter und Rauchspeck bis zu Schnittlauch und Chiliflocken reichen.
Die Zapiekanki-Baguettes sind übrigens auch preislich wahrlich etwas für das Motto "Hauptsache preiswert satt", denn nicht weniger als ganze 50 cm sind diese in der Maxi-Version lang und kosten selbst dann in der Basisversion maximal 9,8 €. Durch die individuelle Wahl weiterer Beläge und Saucen kann der Betrag dann noch erhöht werden.
Diese Baguettes standen aber ja sowieso für diesen ersten Besuch nicht im Fokus meines Appetits auf polnische Küche. So entschied ich mich schließlich für die „Pierogi mit Pilz-Kraut-Füllung“ im Umfang von Stück für 5,6 €, die ich mit Schmelzzwiebeln und Schnittlauch getoppt haben wollte. Nach etwa 10 Minuten servierte mir der junge Herr dies auch schon direkt an den Platz. Pilz-Kraut-Pierogi mit Schmelzzwiebeln und Schnittlauch.
An deren Größe war, zu meiner Freude, schon einmal nicht geknausert worden. Etwa so lang wie ein Mittelfinger und drei Finger breit, versprachen die Teigtaschen bereits optisch eine gute Füllung. Die Üppige Pilz-Kraut-Füllung im Detail.
Das bestätigte dann auch der erste Anschnitt, der sowohl das Kraut als auch die feine, bräunliche Pilz-Duxelles in guter Harmonie erkennen ließ. Keine Überraschung es also, dass auch geschmacklich die feine Säure des Krauts mit dem Aroma der Fungi schon harmonierte. Herrliche Herzhaftigkeit versprühte jede Pirogge im Mund, die dank meiner gewählten Schmelzzwiebeln noch eine tolle süße Addition erfuhren.
Nicht zu vergessen wäre auch die handwerkliche Qualität beim Teig, der für mich genau die richtige Stärke und Konsistenz hatte.
Ebenso vermissen musste ich auch nicht eine Soße, denn einerseits waren die Pierogi schon Dank der saftigen Füllung und dem Teig geschmeidig, und andererseits entstiegen sie wohl ihrem Glanz nach noch einer schönen „Pfannenkur“ mit etwas Butter.
Ich bekam hier also geschmacklich genau die erhoffte „Wonne am Gaumen“, die zudem noch mit guter Qualität der Zubereitung gepaart war.
Alles in Allem kann ich aus meiner Sicht also folgendes Fazit zum "Danzig Bistro" ziehen.
Die Umgestaltung des Innenbereiches war für mich eine sehr gute Entscheidung der Betreiber. Der direkte Bezug zur Hafenstadt Danzig lässt nun eine klare kulinarische Ausrichtung viel besser erkennen als das zuvor eher krampfhaft auf Modern getrimmte "Weltall-Motiv". Man weiß nun genau, welche Küche man hier ausprobieren kann und vertraut nun auch mehr darauf, dass dies mit einem gewissen Anspruch an Authentizität geboten werden will.
Der das Lokal am Tage meines Besuchs betreibende junge Mann hinterließ bei mir einen tollen Eindruck. Seine aufgeschlossene und kommunikative Art passte meiner Meinung nach super zur Ausrichtung eines polnischen Bistros.
Im kulinarischen Bereich lieferte mir das „Danzig“ mit den von mir gewählten Pilz-Kraut-Pierogi genau diesen herzhaften Wohlgeschmack, den ich mir von dieser Länderküche erhoffte. Weder an Handwerk noch Geschmack ließ die klar hausgemachte Qualität für mich etwas missen.
Gegenüber dem Preis von 1,4 € pro großzügiger Pirogge resultiert das bei mir in einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ich persönlich betrachte das Bistro nach der Umgestaltung somit definitiv als Bereicherung und lohnenswerte Anlaufstelle in der Altstadt, die die bisher fast gar nicht vertretene osteuropäische und im speziellen polnische Küche erweitert. Die unkomplizierte Freude dieser Speisenwelt lässt sich im „Danzig“ dabei sehr gut entweder ausprobieren oder wiederfinden.
Vielfältigkeit in Gastronomie jeglicher Größe ist wirklich ein Wertvolles Gut für jeden, der mit Freude Abwechslung in der Kulinarik genießt. In dieser Hinsicht lässt es mich immer umso mehr erfreulich aufhorchen, wenn eine leere Immobilie in Lübeck mit etwas Anderem als z.B. einem Späti oder Döner-Imbiss für sowieso meist nur kurze Zeit gefüllt wird.
Das "Danzig Bistro" an der Untertrave zähle ich definitiv zu dieser gern von mir gesehenen Kategorie. Bereits Mitte 2023 wurde es damals noch unter dem für... mehr lesen
Danzig Bistro
Danzig Bistro€-€€€Bistro045161919370An der Untertrave 59, 23552 Lübeck
4.5 stars -
"Das kleine Bistro gewährte mir durch seine polnische Küche erfreuliche Abwechslung mit kleinem Genuss für Zwischendurch – und das in sehr guter Qualität." NoTeaForMeVielfältigkeit in Gastronomie jeglicher Größe ist wirklich ein Wertvolles Gut für jeden, der mit Freude Abwechslung in der Kulinarik genießt. In dieser Hinsicht lässt es mich immer umso mehr erfreulich aufhorchen, wenn eine leere Immobilie in Lübeck mit etwas Anderem als z.B. einem Späti oder Döner-Imbiss für sowieso meist nur kurze Zeit gefüllt wird.
Das "Danzig Bistro" an der Untertrave zähle ich definitiv zu dieser gern von mir gesehenen Kategorie. Bereits Mitte 2023 wurde es damals noch unter dem für
Besucht am 04.07.2025Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 15 EUR
Dieses prägnante, weiße Haus in der Beckergrube konnte vormals wahrlich als Blaupause für einen "Lost Place" in der Lübecker Gastronomie-Landschaft bezeichnet werden. Für lange Zeit wurde hier in der Gaststätte / Bierstube namens "Heinrich Böll" sehr günstig und durchweg hausmannsköstlich gespeist und natürlich vor allem getrunken. Die Zeit der Covid-Pandemie führte, wie ja zunächst bei allen Restaurants, zur Schließung des Lokals. Doch selbst als die Regeln gelockert wurden und sogar ein Ende der Pandemie absehbar war, blieben die Türen hier zu. Monatelang war man also laut Aushang noch wegen der Pandemie geschlossen, während der Rest der Gastronomie versuchte wieder irgendwie auf die Beine zu kommen. Erst im Sommer 2022 wurde es dann auch offiziell, dass dieses Haus nur noch der weiterhin daran befestigte Namensschriftzug "Heinrich Böll" mit dem Restaurant verband, denn verabschiedet hatten sich die Betreiber davon schon längst.
Ganze zwei Jahre blieb diese Immobilie also von außen so scheinbar als noch bestehende Bierstube erhalten, bis sich im Sommer 2024 endlich neue Pächter fanden, die den verstaubten aber irgendwie auch schon ehrwürdigen Räumen wieder neues Leben einhauchen und den genannten Schriftzug mit ihrem Namen "Meersalz" ersetzen wollten. Neue Restaurants wecken dann natürlich auch in mir mal wieder die Neugier und machten es nun zum Ziel für mein Mittagsmahl an diesem Freitag.
Die Beckergrube ist vor allem für Kulturliebhaber sicher eine bereits häufig bewanderte Straße. Hier befindet sich nicht nur das große Theater, sondern dies ist auch die kürzeste Verbindung von der Innenstadt zum größten Veranstaltungsgebäude Lübecks, der MuK (Musik- und Kongresscenter). Dementsprechend findet der gastronomische Bereich hier viel potentielle Kundschaft vor, weshalb sie in dieser Straße auch zahlreich vertreten ist. In Nachbarschaft zum bereits seit Äonen besternten "Wullenwever", aber auch zu italienischen und Sushi-Restaurants will das "Meersalz" laut eigenem Webauftritt nun mit "Grill.Fish.Fusion" Meeres- und Grillspezialitäten in internationaler Ausrichtung anbieten. Außenansicht.
Wie bereits in der Einleitung erwähnt befindet sich das Restaurant dabei in einem traditionsreichen und Dank seiner Architektur einprägsamen Haus. Das komplett weiß gestrichene Treppengiebelgebäude stammt aus dem Jahre 1600 und fällt durch die zahlreichen, hübsch segmentierten Fenster bereits sehr positiv auf. Das strahlt von Außen viel norddeutschen bzw. Hanse-Charakter aus und lädt somit durchaus ein, das ebenfalls weiße Portal unter dem hellblauen Schriftzug des neuen Restaurants zu betreten. Innenansicht Erdgeschoss. Die Bar.
Das Interieur des zwei Etagen umfassenden Restaurants versprüht glücklicherweise keineswegs einen angestaubten, noch von früheren Zeiten verrauchten Charakter aus, den man bei der vormaligen Bierstube eventuell erwartet hätte. Erhalten hat man aber erfreulicherweise den historischen Geist des Hauses, welcher vor allem in den dunklen Holztönen des Bodens, einiger Oberbalken, sowie des Lambris und der schön polierten Tische und Holzstühle des Obergeschosses wiederzufinden ist.
Trotzdem sieht man dem Restaurant die Modernisierung seit der ehemaligen Bierstube z.B. bei den komfortablen Stoffstühlen im Erdgeschoss an.
Zusätzlich an Wert gewinnt die Inneneinrichtung in einem Raum im Obergeschoss durch eine erhaltene Deckenmalerei. Innenansicht Obergeschoss. Deckenmalerei im Obergeschoss.
Ergänzt wird die Atmosphäre durch ein paar Blumenvasen und -kübel auf den Fensterbänken, sowie modernen als auch historischen Installationen und Bildern an den Wänden.
Die Beleuchtung besteht neben einem Kronleuchter an der Bar/Theke zumeist aus einfachen Decken- und Wandspots, die die Räume in eine wärmeren Farbton hüllen.
Wenn die Gestaltung der Inneneinrichtung auf eine gemütliche Atmosphäre, in der man entschleunigt und entspannt wird, ausgerichtet sein soll, die aber auch Hochwertigkeit ausdrückt, dann ist dies hier meiner Meinung nach wirklich sehr gut gelungen.
Auch ein Innenhof gehört zum Restaurant, doch in der prallen Mittagssonne schätzte ich die kühle Atmosphäre im Erdgeschoss mehr.
An der Sauberkeit gab es weder im gesamten Gastbereich noch auf den Toiletten etwas zu bemängeln.
Als ich nun an diesem späten Mittag das "Meersalz" betrat, begrüßte mich an der Bar sogleich ein junger Serviceherr. Er kümmere sich dabei während meiner kürzeren Aufenthaltszeit alleine um Restaurant, in dem neben mir aber auch nur ein weiterer Gast residierte. Sowohl Freundlichkeit als auch Aufmerksamkeit ließen dabei zu keiner Zeit nach und selbst eine zwischenzeitliche Frage nach der Zufriedenheit ließ er nicht vermissen.
Wie eingangs schon erwähnt, handelt es sich beim Umfang der feilgebotenen Speisen um eine durchaus moderne, internationale Vielfalt, die aber vereinzelt auch deutsche Klassiker integriert und sich somit nochmals deutlich von der einfachen Küche des Bierstuben-Vorgängers unterscheiden soll.
Auf den 3 Seiten der Speisekarte entdeckt man bei den Vorspeisen z.B. asiatisch angehauchtes Thunfisch-Tataki, mediterrane Tomaten-Ananas-Burrata-Crostini, aber auch Fish & Chips. Auch die Hauptgerichte umfassen vielerlei kulinarische Regionen der Welt, vom Spinat-Risotto über den Grillhähnchen-Burger bis zur klassischen Scholle oder dem Roastbeef findet hier mit Sicherheit jeder Gast etwas Ansprechendes, auch unabhängig von der Ernährungsform.
Das Angebot ist also keineswegs überfrachtet, und dabei geschmacklich mannigfaltig unterwegs, was natürlich auch gut durchdacht und beherrscht sein will, damit sich die Kreationen nicht nur von Zutaten her interessant lesen, dann aber eher fade oder nicht ausbalanciert daherkommen.
Preislich kann man die genannten Vorspeisen für Beträge in einem Bereich von ca. 10-16€ bestellen, während man bei den Hauptgängen eine Spannweite von 14 bis 35 € hat. Um 10 € herum bewegen sich auch die 3 angebotenen süßen Abschlüsse. ?Auch in diesem Bereich hebt man sich also sichtbar von einer sehr einfachen, eher nur die Getränke begleitenden Küche ab und suggeriert durchaus einen Anspruch hinsichtlich der verwendeten Zutaten und deren Zubereitung.
Zu diesem Mittag lachte meinen Appetit dabei das Cajun Hähnchen mit Salat von roter Bete, Tomaten, Gurken, Oliven und Balsamico für 14,5 € am meisten an.
Ca. 15 Minuten nach meiner Bestellung wurde mir dann folgender Teller serviert. "Salat mit Cajun Hähnchen I Rote Bete | Tomate | Gurke | Oliven | Balsamico".
Auf einem üppig gefüllten, gut gewählten, tieferen Teller thronten auf einem Bett aus knackigen Blattsalaten sogleich einige Stücke des Hähnchens. Es war nicht scharf angebraten und nun auch kein Wunder an Saftigkeit, aber von staubtrocken auch noch weit entfernt. Gut war hingegen die Würzigkeit, denn sowohl eine gute Portion Salz, als auch die mediterranen Kräuter und Pfeffernote der Cajun-Mischung waren nicht nur sichtbar, sondern auch voll schmeckbar.
Rote Bete kam in Form von rohen, aromatischen Streifen (zusammen mit ein paar Möhrenstreifen), Gurke als Scheibchen, Tomaten als Cocktailhälften und Oliven in ihrer geschwärzten Form zum Salat zusammen. Alle Komponenten waren frisch und knackig und selbst die Tomaten nicht nur wässriges Füllmaterial.
Das Balsamicodressing wurde am Boden noch durch ein Joghurtdressing ergänzt. Das war aber ganz gut ausbalanciert, denn sowohl die Balsam-Säure als auch Joghurt-Cremigkeit kamen zum Tragen und machten das Gemüse somit gut an.
Dazu gesellten sich sogar noch 2 mit Kräuterbutter bestrichene Weißbrotscheiben, die zwar aromatisch, aber leider schon kalt und nicht mehr kross waren. Auf diesen Zusatz hätte die Küche also auch verzichten können.
Sehr gerne habe ich dieses Gericht verspeist, in dem es außer vielleicht den Brotscheiben keinerlei geschmacklichen oder qualitativen Ausfall gab. Eher verdient die Würze von Hähnchen und Dressings sogar Lob.
Zusammengefasst bleibt mir vom neuen "Meersalz"-Restaurant also folgender Ersteindruck.
Das Ambiente verdient für mich wirklich volle Punktzahl, da es sich stimmig an die Historie des Gebäudes anpasst und dabei gleichzeitig hochwertig ist. So fühlt man sich als Gast umgehend wohl, hat sowohl einiges zu bestaunen, kann sich aber begleitet von lässiger Jazz- und Soulmusik voll auf die Kulinarik und/oder seine Gesellschaft konzentrieren.
Der mich an diesem Mittag bedienende Servicemitarbeiter unterstützte dieses Wohlbehagen mit einem freundlichen und aufmerksamen Auftreten.
Auf der kulinarischen Seite hat mir das Küchenteam mit dem leichten Gericht um das „Cajun Hähnchen“ in mediterran angehauchter Begleitung ein schmackhaftes, leichtes Mahl beschert, in dem an Geschmack als auch Würze nicht gespart. Nur die weichen, kalten Kräuterbutter-Brotscheiben und vielleicht allgemein Raffinesse und Liebe (z.B. bei der Garung des Hähnchens) führen hier doch zu etwa Abweichung von der Höchstpunktzahl.
Der Preis von aktuell 14,5€ ist also für mich kein Wucher, aber angesichts der Einfachheit auch noch nicht besonders preiswert.
Unterm Strich stellt sich die Wiederbelebung dieses ehrwürdigen, gastronomischen Gebäudes mit dem "Meersalz" für mich aber durchaus als gelungen dar und würde gerade dank seiner Mittagsöffnungszeit einen Platz auf meiner Liste für empfehlenswerte Mittagstische in der Lübecker Altstadt erhalten..
Dieses prägnante, weiße Haus in der Beckergrube konnte vormals wahrlich als Blaupause für einen "Lost Place" in der Lübecker Gastronomie-Landschaft bezeichnet werden. Für lange Zeit wurde hier in der Gaststätte / Bierstube namens "Heinrich Böll" sehr günstig und durchweg hausmannsköstlich gespeist und natürlich vor allem getrunken. Die Zeit der Covid-Pandemie führte, wie ja zunächst bei allen Restaurants, zur Schließung des Lokals. Doch selbst als die Regeln gelockert wurden und sogar ein Ende der Pandemie absehbar war, blieben die Türen hier zu. Monatelang... mehr lesen
4.0 stars -
"In den lange leerstehenden Räumlichkeiten der ehemaligen Bierstube kann man für mich im "Meersalz" nun ein modernisiertes, ordentliches gastronomisches Angebot finden." NoTeaForMeDieses prägnante, weiße Haus in der Beckergrube konnte vormals wahrlich als Blaupause für einen "Lost Place" in der Lübecker Gastronomie-Landschaft bezeichnet werden. Für lange Zeit wurde hier in der Gaststätte / Bierstube namens "Heinrich Böll" sehr günstig und durchweg hausmannsköstlich gespeist und natürlich vor allem getrunken. Die Zeit der Covid-Pandemie führte, wie ja zunächst bei allen Restaurants, zur Schließung des Lokals. Doch selbst als die Regeln gelockert wurden und sogar ein Ende der Pandemie absehbar war, blieben die Türen hier zu. Monatelang
Geschrieben am 08.06.2025 2025-06-08| Aktualisiert am
09.06.2025
Besucht am 07.06.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 125 EUR
Im März 2024 besuchte ich das im Untergeschoss der schönen Villa an der Mühlenstraße gelegene "Unter Freunden" zum ersten Mal für eine kleine Stippvisite. Kurz nach der Eröffnung seines auf Fleisch und Fisch verzichtenden Restaurants zeigte mir der gastronomisch bereits erstaunlich vielfältig und weit herumgekommene Jonathan Gebhardt zu der damals noch gewährten Mittagszeit mit einem Zwischengang rund um die Artischocke, welch großes Verständnis für Qualität und geschmackliche Komposition hier gelebt wird.
Der Mittagstisch hat sich heuer noch für den Samstag erhalten, doch an diesem 7.6.2025 war ein gemeinsames Dinner als Abschluss eines Eventtages der Anlass für die erneute Einkehr, mit der ich auch gleich meine fest vorgenommene, ausführlichere Probe der angebotenen Kulinarik kombinieren konnte. Außenansicht.
Der Wiederbesuch fand dieses Mal also im Sommer und nicht im Übergang von Winter zu Frühling statt. Pünktlich dazu hat man durch umfangreiche Umbauarbeiten im Frühjahr 2025 den ohnehin sehr beliebten Freisitz hinter dem Haus, der direkt am Wasser liegt, noch einmal deutlich erweitert. Nun kommen dadurch noch mehr Gäste am Ufer des Krähenteiches in den Genuss der Speisen. Innenansicht. Die nun vergrößerte Terrasse im hinteren Bereich des Restaurants direkt am Krähenteich.
Hinsichtlich des Interieurs hat man sich natürlich die schon kurz nach der Eröffnung absolut als gelungen zu bezeichnende Kombination der altehrwürdigen Gemäuer der Villa mit legeren, modernen Elementen erhalten. Das ist alles nach wie vor sehr ansehnlich, ausgewogen und zum kulinarischen Konzept voll passend, sodass ich für Details auf meine erste Rezension verweisen kann.
Wir nahmen dieses Mal im vorderen Teil zwischen Eingang und Bar des Restaurants an einem Zweiertisch Platz.
Diesen Platt konnten wir uns nach der freundlichen Begrüßung durch die junge, sehr freundliche Servicedame unter den noch freien Zweiertischen dabei selber aussuchen. Zusammen mit einem ebenfalls jungen männlichen Kollegen kümmerte sie sich Serviceteam zu dieser gastronomischen "Crunchtime" an einem Samstagabend um das Wohl der Gäste. Das Restaurant war dabei zu schätzungsweise 75 % ausgelastet, sodass wir schon froh waren, vorab eine Reservierung getätigt zu haben.
Wir kamen dabei im Verlaufe des Abends mit beiden in Kontakt. Sie agierten übereinstimmend sehr höflich und freundlich ruhig, was diesem Ambiente und Art der Gastronomie für mich genau richtig entsprach. Auch Kenntnis über die Zusammenstellung der Gerichte hatten sie vollumfänglich. Zwischendurch wäre, gerade an angesichts des nicht komplett vollen Restaurants, noch etwas mehr aus Eigeninitiative kommende Aufmerksamkeit für den gesamten Gastraum für die perfekte Serviceleistung wünschenswert gewesen. Versiert, aufgeschlossen und insgesamt sehr gut war diese aber trotzdem definitiv.
"Regionale Vielfalt, exzellenter Geschmack" - mit diesem prägnanten Credo preist das Restaurant seine nach wie vor rein vegetarische oder sogar vegane Küche auf der eigenen Webpräsenz an. Beide Versprechungen konnte ich ja schon bei meinem kurzen Erstbesuch bestätigen und auch die aktuelle Karte weist wieder eine erfreulich kreative Bandbreite auf, wobei sie sich nach wie vor auf eine Seite konzentriert. So standen jeweils ein halbes Dutzend Vorspeisen und Hauptgänge, sowie 4 Desserts zur Auswahl.
Preislich umfasst die erste Kategorie dabei aktuell 6-18,5€, die Hauptspeisen sind für 23-29€ zu haben und beim Menüabschluss reicht die Spanne von 13-18€.
Da es sich um ein a la carte Angebot und kein festes Menü handelt, starteten wir auch umgehend ohne ein Amuse Gueule mit unseren ausgewählten Speisen. Das stellte sich auch deshalb gar nicht als Problem dar, weil wir nur eine kurze Zeit von ca. 15 Minuten seit der Bestellung auf unsere ersten Speisen warten mussten.
Für mich begann der kulinarische Abend dabei mit dem vermeintlich leichtesten Einstieg, nämlich hoffentlich exzellenter „Flüssignahrung“ in der Kombination „Lauchcappuccino | Kartoffelcrunch | Kräuteröl I Kapern“. „Lauchcappuccino | Kartoffelcrunch | Kräuteröl | Kapern“.
Was sodann in dem tiefen Teller serviert wurde war zwar mangels schaumiger Haube keine klassische Cappuccino-Art, doch an Luftigkeit und vor allem schöner Hitze mangelte es der Lauchsuppe keineswegs. Sein Geschmack konnte sich in dieser Konsistenz somit erfreulich voll entfalten. Ebenjenes zwischen süß und herzhaft changierende Aroma des Lauchs breitete sich im Gaumen auch so wunderbar aus, dass schon dieser erste Löffel des Abends eine wahre Wonne war.
Den Eindruck der Geschmeidigkeit und Würze unterstützen die Sprenkel des Kräuteröl zusätzlich.
Einige Kartoffelspäne on top waren zwar schon leicht aufgeweicht, was aber natürlich normal ist. Geschmacklich waren sie hingegen eine super Ergänzung zur Suppe, da sie durch eine kräftige Portion Salz der Suppe eben jenes optimal verliehen.
Ein paar Sprossen zur Garnierung waren ein weiteres Element für etwas Biss, während die Kapern nicht als ganze Früchte zu finden waren. Sie fanden in der Suppe wohl als Säuregeber Verarbeitung.
Nach diesem wieder einmal gelungenen Auftakt erwartete ich schon mit Vorfreude meine nächste Vorspeise, die nach der Annoncierung ein typisch deutsches Gemüse in ein asiatisches Gewand mit „Grüner Spargel | Erdnusssauce | Mango | Haselnuss“ bringen wollte.
Folgendes fand ich dann vor mir auf dem Teller. „Grüner Spargel | Erdnusssauce | Mango | Haselnuss“.
Sehr schön knackig gebratene Stangen von grünem Spargel in hervorragender Produktqualität lagen auf einem Bett einer Erdnusscreme. Letztere war dabei erfreulicherweise weniger Kompakt und schwer wie eine typische Erdnussbutter, dabei aber nicht weniger aromatisch. Vor allem aber war sie eher salzig gehalten und damit eine sehr gute Ergänzung zum Spargel.
Sowohl in der Creme als auch weiter über den Teller verstreut sorgten gehackte Haselnüsse für weiteren Knabberspaß und eine interessante nussige Kombination.
Der Clou dieses Gerichts, der das gesamte Geschmacksbild genau richtig wie ein letztes Puzzleteil vollendete, waren die Würfel lauwarmer Mango. Dieses waren säuerlich betont und gaben der Erdnusscreme einen erfrischenden Gegenpart.
Sicher hätte das Gericht auch mit anderem Gemüse als dem Spargel ebenso gut funktioniert, aber dessen Knackigkeit und gute Qualität war hierbei eine gut gewählte, saisonale Grundlage für die Speise.
Die 3. Vorspeise meiner Wahl war zugleich auch der Wunsch für die einzige Vorspeise meiner Begleitung. Kein Wunder, klang dieses Gericht doch schon vom Namen her sehr interessant, nämlich „"Jakobsmuscheln" vom gebratenen Kräuterseitling | Minz-Erbsenpüree | Zitronenöl“ „"Jakobsmuscheln" vom gebratenen Kräuterseitling | Minz-Erbsenpüree | Zitronenöl“.
Drei den delikaten Muscheln wirklich sehr ähnlich sehende Segmente des Kräuterseitlingstieles wurden, wie ihre „Vorbilder“, ebenfalls leicht von der Pfanne angebräunt serviert. Auch in der bissfesten, an Fleischigkeit erinnernden Konsistenz ließen sie die echten Muscheln so gut wie vergessen machen. Spannend war geschmacklich auch der zitronensäuerliche Charakter, der das annoncierte Öl der Zitrusfrucht somit gleich erfrischend und aromatisch zugleich auf die Bühne brachte. Wie mir die Servicedame erläuterte, war der Kräuterseitling selber auch noch mit einer Soja-Algen-Marinade angemacht, was ihm ebenfalls mehr aromatische Kraft verlieh.
Nicht nur war das Erbsenpüree in seiner Cremigkeit die optimale Ergänzung zum Pilz, sondern durch eine sehr gut balancierte Minze-Note eine Komponente, die die Spannung im Gericht noch weiter anhob. Diese Kombi aus säuerlichem, ätherischem und salzigem bereitete meinen Geschmacksknospen eine erfreuende Abwechslung.
Zwei rote Korallenhippen und ein paar Norialgenstreifen sorgten abschließend noch für etwas textuelle Variation.
Im Gegensatz zu meinem Gegenüber sollten es bei mir ja 4 Gänge sein, die mal wieder mit einem Hauptgang ihr Highlight und damit gleichzeitig den Abschluss finden sollten. Die Wahl fiel mir hier auch relativ leicht, sollte doch meine allerliebste Kohlsorte laut dem Titel der Hauptdarsteller sein: „Gebratener Spitzkohl | Fichten Beurre Blanc | Minimöhre | Senfkaviar | Affila“.
Der Spitzkohl wurde, zu meiner Überraschung, nicht als Stück, sondern feine Streifen serviert. Der Sinn dahinter ergab sich aber schon mit der ersten Gabel, denn die herrlichen Röstaromen potenzierten sich durch die größere Oberfläche nochmals und zudem hatte man so eine tolle Abwechslung von noch knackigen und auch geschmort weichen Segmenten.
Die Beurre blanc war ebenso spannend, denn sie hielt die erhoffte Spannung durch das waldige Fichtenaroma voll ein. Dieser erdige Charakter verstärkte die Herzhaftigkeit des Kohls nochmals und umschmeichelte ihn gleichzeitig mit der Cremigkeit einer intakten Emulsion.
Diese beiden Komponenten waren hier auch klare Hauptdarsteller, sodass die gebratenen Babymöhren und Stücke der Kressen-Art namens „Affila“ eher ein Beiwerk als verantwortlich für die klar vordergründige Geschmacksgebung waren.
Eher hatten hier die „Senfkaviar“-Körner mit ihrem leichten Ploppen im Munde und Aroma (dabei ohne Schärfe) eine weitere ergänzende Rolle.
Eine auch in seinem Grad der Würze einem krönenden Abschluss meiner Speisenfolge und einem richtigen Hauptgang mehr als würdige Komposition.
Nicht weniger kräftig und, so viel vorweggenommen, gelungen geriet das Hauptgericht meiner Begleitung namens „Geschmorter Sellerie | Möhrenpüree | Rosmarinjus | Süßkartoffelcrunch“ bei der sie noch das angebotene Add-on in Form der bekannten schweizer Käsespezialität „Belper Knolle“ für zusätzlich 5 € dazu wählte. „Geschmorter Sellerie | Möhrenpüree | Rosmarinjus | Süßkartoffelcrunch | add Belper Knolle“.
Zwei prächtige Scheiben der rot-bräunlich lackierten und geschmorten Knolle lagen auf einem Bett vom Möhrenpüree. Sie waren dabei sowohl noch mit schönem Biss versehen, strotzten im Kern aber auch nur so vor cremiger Saftigkeit. Die natürliche Süße verband sich schon in diesem Hauptdarsteller toll mit einer Salzigkeit des Schmorens und der Marinade.
Darauf thronten in Addition zu den dünnen Süßkartoffelstreifen, wie geordert, zusätzlich die gehobelten Späne der einem Trüffel ähnlich sehenden „Belper Knolle“. Mit seiner Würze verstärkte er den „Umami“-Charakter der Speise vortrefflich.
Ebenso positiv sei auch zu erwähnen, dass die Süßkartoffelstreifen der Annoncierung als „Crunch“ tatsächlich gerecht wurden, was bei dieser ja gar nicht so einfach ist.
Schön aromatisch und nicht zu süß fiel auch das feine Möhrenpüree aus.
Abrundung fand diese für mein Gegenüber mehr als befriedigende Hauptspeise durch den vegetarischen Jus, dem es weder an Kraft, noch, dank des Rosmarins, an erneut einer ganz individuellen Note fehlte, die toll zu den anderen Komponenten passte.
Somit möchte ich in gewohnter Weise meine Eindrücke zu diesem Wiederbesuch in größerem Stile im "Unter Freunden" noch einmal zusammenfassen.
Während die Villa ja bereits schon an sich einen gewissen Charme ausstrahlt, hat man dabei mit der Beibehaltung der Inneneinrichtung aus der Zeit kurz nach der Eröffnung genau das Richtige gemacht. So jugendlich und doch anspruchsvoll sich das Restaurant mit seinen Speisen und seinen Weinen präsentiert, so gut spiegelt sich das auch in dem für mich sehr gut gewähltem Maß an erhaltener Tradition und dem Zusatz moderner Elemente wider. Uns hat es jedenfalls in genau die richtige Stimmung für einen genussvollen Abend versetzt.
Mit der nochmals erweiterten Seeterrasse besitzt das Restaurant nun zudem ein weiteres Highlight, dass es atmosphärisch nicht nur z.B. für romantische Dinner auszeichnen würde.
Das Serviceteam agierte an diesem Samstagabend im gut ausgelasteten Lokal dem Anspruch entsprechend höflich und kompetent, wobei wie angesprochen noch etwas mehr Eigenantrieb zur Aufmerksamkeit und Lockerheit der allerletzte Feinschliff wären.
In dieser bereits guten Grundstimmung sorgten die ausgefeilten und doch ausbalancierten Köstlichkeiten, welche das Küchenteam uns servierte, bei uns beiden übereinstimmend nicht nur für Zufriedenheit, sondern sogar Begeisterung. Jedem Gericht wohnte erneut eine spannende Kombi von Grundgeschmäckern und Aromen inne, die sogleich überraschende, aber eben auch wohlig schmeckte. Sei es die Zitronen-Minz-Verbindung bei der Kräuterseitlings-„Jakobsmuschel“, die salzig-sauer-Verknüpfung von Erdnuss und Mango zum Spargel oder die tolle Akzentuierung des röstigen Spitzkohls durch die Fichten-Beurre-blanc: All das machte jede Speise in seiner Weise besonders und blieb im positiv im Gedächtnis.
Zeitgleich war an Garpunkten, Konsistenz und Frische in keinem Gericht ein Fehltritt zu bemerken, was auch die hohe Expertise des Küchenteams nochmals unterstricht.
Somit wurden uns also für einen Preis von 42 € für die zwei Gänge meiner Begleitung bzw. 64 € für mein etwas spezieller ausgewähltes Quartett aus 3 Vor- und einer Hauptspeise sowohl durchgehend wohlschmeckende und auch überraschende Gerichte geboten, die gleichzeitig ein ganz angenehmes Maß an Sättigung nach sich zogen. Nach wie vor lässt dieses PLV für mich keine Wünsche offen.
Mit dieser über eine bloße Bestätigung meines guten ersten Eindrucks sogar noch hinausgehende Leistung auf kulinarischer und atmosphärischer Ebene erfreut es mein Herz für die Gastronomie umso mehr, dass sich Jonathan Gebhardt mit seinem Team im "Unter Freunden" nicht nur für Lübeck als Standort entschieden, sondern hier auch scheinbar sehr gut etabliert hat.
Nach wie vor kann ich es daher allen als eine der ersten Anlaufstellen empfehlen, die für eine vielfältige, abwechslungsreiche und dabei doch stets geschmacklich ausgewogene vegetarische Küche offen sind.
Im März 2024 besuchte ich das im Untergeschoss der schönen Villa an der Mühlenstraße gelegene "Unter Freunden" zum ersten Mal für eine kleine Stippvisite. Kurz nach der Eröffnung seines auf Fleisch und Fisch verzichtenden Restaurants zeigte mir der gastronomisch bereits erstaunlich vielfältig und weit herumgekommene Jonathan Gebhardt zu der damals noch gewährten Mittagszeit mit einem Zwischengang rund um die Artischocke, welch großes Verständnis für Qualität und geschmackliche Komposition hier gelebt wird.
Der Mittagstisch hat sich heuer noch für den Samstag... mehr lesen
Restaurant Unter Freunden
Restaurant Unter Freunden€-€€€Restaurant045148099969Mühlenbrücke 5a, 23552 Lübeck
5.0 stars -
"Das "Unter Freunden" bewies bei diesem längeren Abendbesuch erneut, warum es wirklich ein Juwel in Lübecks Gastronomielandschaft ist." NoTeaForMeIm März 2024 besuchte ich das im Untergeschoss der schönen Villa an der Mühlenstraße gelegene "Unter Freunden" zum ersten Mal für eine kleine Stippvisite. Kurz nach der Eröffnung seines auf Fleisch und Fisch verzichtenden Restaurants zeigte mir der gastronomisch bereits erstaunlich vielfältig und weit herumgekommene Jonathan Gebhardt zu der damals noch gewährten Mittagszeit mit einem Zwischengang rund um die Artischocke, welch großes Verständnis für Qualität und geschmackliche Komposition hier gelebt wird.
Der Mittagstisch hat sich heuer noch für den Samstag
Geschrieben am 19.04.2025 2025-04-19| Aktualisiert am
21.04.2025
Besucht am 19.04.20252 Personen
Rechnungsbetrag: 302 EUR
Das Jahr 2023 sorgte in der Gourmet-Gastronomie der im Nordwesten Sachsens gelegenen, einwohnerstärksten Stadt des Bundeslandes für einige Überraschungen. Während das Michelin-Sterne-Konto in Leipzig am Jahresende durch die unerwartete, betriebsbedingte Schließung des bisherigen 2-Sterne-Flaggschiffs "Falco" sank, erfuhr es bereits im Frühjahr eine ebenso unvermutete Steigerung durch die Vergabe der neuen Macarons des bekannten Reifenherstellers.
Auch wenn die steigende Entwicklung der gehobenen Gastronomie Leipzigs in den letzten Jahren die Erhebung neuer Restaurants in diese Sterne-Klasse absolut rechtfertigte, haben wohl nur sehr allwissende Insider damit gerechnet, dass es ausgerechnet das bis dato auch mir völlig unbekannte "Kuultivo" im westlichen Stadtteil Schleusig sein sollte, dem diese Ehre nun zu Teil wurde.
Weitere Neugierde weckte daraufhin natürlich der ungewöhnliche Name, der mit dem doppelten U wohl sicher nicht nur ein einprägsames Alleinstellungsmerkmal beinhalten soll, sondern auch auf eine Verschmelzung zweier Begriffe hindeutet. Tatsächlich verbinden sich hier "Kultur" und "coltivo" (ital. für "wachsen lassen" oder "anbauen"). Das bezeugt also bereits den Anspruch des kleinen Restaurants, in dem die kulinarische Kultur für die Gäste einen Zuwachs erfahren soll.
Das zarte Pflänzchen des Restaurants selbst hat dabei mit der Wahl des Eröffnungszeitpunktes 3 Wochen vor Beginn der Corona-Pandemie hingegen eine denkbar schlechte Ausgangslange erwischt, um heranzuwachsen. Trotz all dieser schlechten Vorzeichen schaffte es der 1984 geborene Klaus Schunack mit seinem Team hinter und vor dem Pass, 3 Jahre später einen Michelin-Stern zu erlangen. Das steigerte sowohl den Besuchswunsch, aber natürlich auch ein Stück weit die Erwartung an das Gebotene für mich.
Der gebürtige Ostdeutsche (Erfurt), der auch in seinen Wanderjahren stets in der Bundesrepublik blieb und hier an Erfahrung gewann, prägte dem Lokal dabei eine Philosophie auf, die zwar heute schon als "en vouge" bezeichnet werden kann, aber in Verbindung mit der erhaltenen Auszeichnung absolut für Qualitätsbewusstsein und Können stehen sollte: Regionale, saisonale und damit nachhaltige Erzeugnisse sollen raffiniert, aber trotzdem konzentriert in Szene gesetzt werden. Der Genuss soll dem Gast also unkompliziert zugänglich sein, was sowohl die Konstruktion der Gerichte, als auch die finanzielle Seite mit einem erschwinglichen Preis umfassen soll. Letzterer ist seit Erlangung und Verteidigung des Sterns mit nun 135 € für 6 Gänge sicher nicht mehr ganz „simpel“, soll aber dem erklärten Konzept im Vorhinein keinen Abbruch tun. Außenansicht.
Zu finden ist das Restaurant nur einen Steinwurf entfernt westlich von der großen grünen Lunge Leipzigs, dem „Clara-Zetkin-Park“. Es befindet sich im Erdgeschoss eines weißen Eckhauses, welches sich direkt an einem kleinen Platz zwischen Könneritz- und Brockhausstrasse befindet.
Damit ergibt sich natürlicherweise eine große Fläche für vom Bürgersteig ungestörte Plätze unter freiem Himmel, was dieser Lage schon einige paar Pluspunkte bringt.
Von außen kann man über ein Fenster auf der rechten Seite vom Eingang in die Küche blicken. Am großen Schaufenster und auf einem Schild links der Eingangstür springt dem Gast zudem das Logo des Restaurants in die Augen, welches bereits mit kulturellem Anspruch in ganz eigener Schreibweise gestaltet ist. Innenansicht mit Blick über die Bar zur offenen Küche im Hintergrund.
Im Inneren spiegelt sich dann eher der angekündigte, unaufgeregt auf das Wesentliche fokussierte Ansatz des "Kuultivo" wieder, da das Interieur als schlicht bezeichnet werden kann. Vom Haupteingang aus zweigt sich der Raum zu zwei Seiten auf und bietet somit ca. 30 Gästen Platz. Auf dem häufig in solchen renovierten Gründerzeitgebäuden zu findenden, dunkel gefliesten Boden befindet sich links vom Eingang ein reiner Gastbereich. Im größeren linken Bereich zieht sich eine lederbezogene und gepolsterte Eckbank die Wand entlang. Übereinstimmend zu den weiteren Zweiertischpartien hält sich das Interieur dabei farblich in einem bräunlichen Holzton. Von der Decke hängen einzelne Lichtspots in unterschiedlicher Höhe, was dem Raum eine positive Lebendigkeit abseits von steriler, perfekter Geometrie gibt. Der linke Gastraum.
Nimmt man im Teilbereich rechts vom Eingang Platz, so hat man über die Bar direkten Blick auf die dahinterliegende offene Küche. Hier sorgen größere Hängelampen im Industrie-Stil für gut verteilte Ausleuchtung.
Die dunklen Holzstühle mit Armlehnen besaßen zwar keine Polsterung, gewährten für mein Empfinden aber trotzdem genug Sitzkomfort über den gesamten Abend hinweg und passten auch gut in das eher locker ausgelegte Konzept sowie die Größe des Lokals als z.B. schwere Sessel und große Stühle.
Ansonsten sind die Wände durchgängig weiß verputzt und nur noch mit ein paar Bildern geschmückt.
Die Einrichtung kann für mich zusammengefasst als stimmig und gelungen bezeichnet werden, denn das verhältnismäßig geringe Platzangebot wurde weder überfrachtet, noch hat man das Gefühl in einem kalten, sterilen Ambiente zu sitzen. Wir fühlten uns hier definitiv in eine entspannte Stimmung versetzt.
An diesem Abend des Ostersamstag 2025 füllte sich das ohnehin kleine Restaurant schnell natürlich komplett. Um die Gästeschar kümmerten sich dabei eine junge Frau und ein junger Mann im Service. Nachdem wir eintraten wurden wir dabei bereits sehr herzlich und aufgeschlossen von der jungen Frau empfangen und durften uns selbst einen der freien Zweiertische am großen Schaufenster aussuchen.
Im weiteren Verlauf des Besuchs erklärten beide die Gänge beim Service stets verständlich und waren auch gegenüber meinem gewohnt etwas größeren Feedback offenherzig gegenüber eingestellt. So machte jede Interaktion stets Spaß und wir fühlten uns als umsorgt und mit Freude empfangene Gäste.
Der Umfang des kulinarischen Angebots beschränkt sich auf ein Menü, bei dem sich eine omnivore und vegetarische Auslegung in den Grundzügen ähneln und meist nur die Proteinkomponente der betreffenden Gerichte variiert werden. Ein Wechsel von Gängen zwischen zwei unterschiedlichen Menüs steht hier also eher nicht zur Debatte.
Darüber hinaus muss der Gast nur die Entscheidung zwischen dem kompletten 6-Gang- und einem lediglich durch eine Speise reduzierten 5-Gang-Umfang treffen. Das aktuelle Preisniveau von wie gesagt 135€ für 6 und 110€ für 5 Gänge liegt dabei ebenso in einem gewohnten deutschen 1-Sterne-Bereich wie die sogar als günstiger zu bezeichnende Weinbegleitung mit 5 Positionen zu 45€. Dabei zählen der Start mit dem Tischgedeck, sowie die abschließenden Petit Fours nicht zur "offiziellen" Menüfolge, wodurch sich zusammen mit einem Amuse sogar mehr als 6 Services ergeben.
Wasser gibt es zudem als Wasserpauschale zu einem Preis von 5€, was für mich heutzutage sogar in der breiten Gastronomielandschaft als ausgesprochen günstig und damit natürlich auch erfreulich hervorgehoben werden kann.
Angesichts dessen kann man monetär für mich schon von einer unkomplizierteren und breiter zugänglichen Ausrichtung sprechen.
Die Aufmachung des Menüs verdeutlicht die proklamierte Philisophie der Reduktion und Konzentration auf wenige Dinge. So wird jeder Gang tatsächlich nur mit drei Schlüsselzutaten annonciert, die das Geschmacksbild im Wesentlichen prägen sollen. Das ruft natürlich auch eine hohe Erwartung an die Qualität und vor allem aromatische Kraft jedes dieser Elemente in den jeweiligen Gerichten hervor. Wird dies mit Bedacht und Hingabe kombiniert und ausgeführt, verspricht es tatsächlich einen unkomplizierten und unverfälschten Genuss, bei dem man sich nicht erst viele Gedanken darübermachen müsste, wie man das Gericht denn nun am besten isst oder wo man anfängt.
Für diese Prämiere im "kuultivo" sollten es schließlich 5 Gänge des omnivoren Menüs sein.
Ganz toll fand ich dabei die Spontanität des Personals, dass ich in meinem Menü auf das Dessert statt dem Zwischengang des vollen Menüs verzichten konnte, während meine Begleitung die ursprüngliche 5-Gang-Aufstellung wählte. Preislich bedeutete dieser Extrawunsch 15 € Aufschlag, was ich angesichts des höherwertigen Zutatenbedarfs beim Fisch als fair empfinde.
Zudem begann ich persönlich den Abend mit einem alkoholfreien, hausgemachten Aperitif für 8€: einem Magnolien-Sprizz mit Rosenblättern. Magnolien-Spritz mit Rosenblättern: Hausgemachter, alkoholfreier Aperitif.
Die Wahl dieser Aperitif-Option, die im Menü eigentlich als alkoholfreie Dessertbegleitung vorgekommen wäre, stellte sich für mich auch als richtigen Griff dar, denn die fruchtige und florale Süße bereitete mir schon die erste geschmackliche Freude.
Eine aufgeschäumte Zwiebelsuppe mit Mandel als Öl und Stücke, Lakritzsahne und einer Zwiebelcreme am Boden beeindruckte zu diesem frühen Menübeginn bereite als begeisternde Melange, in der einerseits die süßen Grundgeschmäcker von Zwiebel und Mandel perfekt Hand in Hand gingen, aber gleichzeitig auch der jeweils eigene nussige und herzhafte Charakter dieser Zutaten zum Ausdruck kam. Vom Lakritz konnte man vordergründig nichts prononciert schmecken, was aber ebenfalls für mich genau richtig war, denn das hätte ja die tolle Kombi erschlagen können. Von diesem Gänsehaut-erregenden Elixier wurde mir sogar gerne noch eine Nachschlagportion geschenkt.
Gebackene Topinambur mit Eigelbcreme und Steinkraut war dann mit seiner Erdigkeit, die durch den Frittiermantel und Eigelbcreme eine zusätzliche Herzhaftigkeit erfuhr, eine tolle Ergänzung zur Suppe.
Ein Shisoblatt mit Sellerie-Rettich-Füllung bediente zum Abschluss der Kleinigkeiten noch den säuerlichen Geschmackssinn mit gepickelten Rettichstreifen, die aber dank einer Selleriecreme und vor allem dem erfrischenden Shiso-Aroma erneut besonders eingepackt werden.
Eine Ouvertüre die man sich anregender und schmackhafter nicht hätte erhoffen können.
Sodann waren wir natürlich sehr auf die erste Vorspeise des aktuellen Menüs gespannt, welche sich rein vegetarisch mit der Aufzählung „Rübe, Blutorange, Haselnuss“ ankündigte. „Rübe, Blutorange, Haselnuss“.
In Salz gebackene und flambierte Steckrübe mit exakt der richtigen Konsistenz aus zart-cremig und trotzdem bissfest bildeten mit Blutorange als Filet und Gel, die aber weniger säuerlich als erwartet, sondern mehr fruchtig erfrischend waren, das Zentrum dieses Gerichts.
Das alles lag in einem Ricottacreme-Ring und Buttermilchsud mit Kräuteröl, welche die Hauptkomponenten cremig umschmiegten
Piemonteser Haselnussstücke sorgte für den nussigen Crunch und zarte, kleine Chicoreeblätter on top runden das gesamte Bild mit einer sehr dezenten Bitterkeit nochmals ab.
Ein harmonischer Einstieg, der mit einer leiseren Aromatik diesen optimal für eine Menüfolge gestaltete.
Daraufhin wurde uns im nächsten Gang eine wohl ebenfalls vegetarische Kombination serviert, die urtypischer für „deutsche Küche“ nicht hätte klingen können, nämlich „Kraut, Kartoffel, Bier“. „Kraut, Kartoffel, Bier“.
Und schon der erste Blick auf den Teller überraschte vollkommen, sah man hier doch drei Teigtaschen statt z.B. hausmannsköstige Kartoffeln vor sich.
Es handelte sich dabei um Pelmeni mit Sauerkrautfüllung, welches im eigenen Haus mit Sake angesetzt wurde.
Dieser nun erstmals warme Gang überraschte mit dieser Interpretation der angekündigten Komponenten nicht nur von der Konstruktion her, sondern hielt auch geschmackliche wieder herrliche Eigenheiten bereit. Die 1A-Teigtaschen enthielten eine Krautfüllung, die einerseits so feine wie eine Creme war und auch geschmacklich ganz mild und wohl dank des Sake leicht unterschiedlich zum sonst bekannten Rieslingkraut schmeckten.
Kartoffel als Stroh mit Paprika bereicherte das Ganze nicht nur mit Crunch, sondern dank der Paprika auch mit einer gewissen auch Rauchigkeit erinnernden Note
Apfel als Creme und kleine Stücke erfüllten den das Sauerkraut kontrastierende süßlichen Part.
All das befand sich dabei in mit Bier angesetzter Sauce, welches auch noch als Schaum mit Schnittlauch auf den Teller stattfand. Auch hier zeigte das Küchenteam nochmals seine Feinfühligkeit, trat das des Deutschen liebste Getränk in keiner Weise penetrant hervor, sondern rundete diesen tollen Gang malzig und herzhaft ab.
Ein toller Kontrast zum ersten, kalten aber ebenfalls vegetarischen Gang mit dem man zeigte, wie vielfältig Gemüse eben auch in eine deftige Richtung gelenkt werden kann.
Es folgte nun der Zwischengang, den ich in mein 5-Gang-Menü statt des Desserts integrieren durfte: „Gelbschwanzmakrele, Blumenkohl, Ei“. „Gelbschwanzmakrele, Blumenkohl, Ei“.
Passend zu Ostern im „Osternest“ serviert stand hier erneut eine unerwartete Interpretation dieser drei Hauptkomponenten vor mir.
Ei befand als japanischer Eierstich namens Chawanmuschi am Boden des tiefen Tellers. Bereits das war ein Traum an Cremigkeit, der aber auch geschmacklich eine Wonne am Gaumen entfaltete, in der auch der Blumenkohl seine Nuance ausspielen durfte.
Der Blumenkohl-Ponzu-Sud darum übernahm dann mehr die salzig-säuerliche Rolle, als das hier erneut der Kohl hervortreten sollte.
Die in Sake gebeizte Makrele begeisterte ebenso sowohl mit ihrer zarten Textur aber auch mit ihrem charakteristischen Geschmack, der in der Komposition voll zum Tragen kommen konnte.
Verschiedene Beten als Stücke ganz oben auf ergänzten das Mundgefühl mit einer Knackigkeit.
Mit jedem Löffel wurde dieser cremige Wohlfühl-Zwischengang immer besser und versicherte mir damit, dass die Sonderentscheidung zu Ungunsten des Desserts für mich genau die richtige war.
Zusammen kamen wir nun wieder in den Genuss einer weiteren Speise, die erneut Fisch in den Mittelpunkt stellte, genauer „Forelle, Kohlrabi, Gurke“. „Forelle, Kohlrabi, Gurke“.
Fjörd-Forelle kam als Tranche, die zuvor gebeizt und dann über dem Grill mit Buchenholz sanft gegart wurde daher und glänzte voll mit ihrem Schmelz und intensiven charakteristischen Geschmack.
Der Kohlrabi präsentierte sich daneben als mit Butter geschichtetes Mille-Feuille mit einer Creme nach Sabayon-Art obenauf. Das überraschte dabei durch eine säuerliche Betonung, die dank der Butter und Creme aber auch wieder geschmeidig eingebunden war. Zum Fisch war das dadurch eine optimale Ergänzung.
All das lag in einem ebenfalls mit Butter veredelten Kohlrabisud mit Gurkenperlen und Forellenrogen. Letztere sorgten hier nochmals für den knackigen Spaß im Mund und dabei unterstrich der Rogen natürlich noch einmal den auf den Fisch fokussierten Charakter dieses Gerichts.
So überraschte und erfreute dieser Gang erneute auf eine ganz eigene Art und Weise, denn
hier sollte weniger eine Kombination, als eher die Forelle als Star umschmeichelt und hervorgehoben werden, was eben auch voll gelang und somit bleibenden Genuss erzeugte.
Der nominelle Hauptgang, und in meiner Menü-Variante auch das abschließende Highlight, bediente dann mit „Rind, Bete, Kirsche“ auch die Fleischeslüste, die wir angesichts der aber schon bis hierhin gebotenen geschmacklichen Vielfalt und Tiefe gar nicht zur Zufriedenheit gebraucht hätten. Trotzdem freuten wir uns sehr auf diesen Abschluss des herzhaften Menüabschnitts. „Rind, Bete, Kirsche“.
Am klar puristischsten in der Menüfolge kam dieser Gang nun daher. Doch so viel sei vorweggenommen, die schiere Qualität des Fleisches hätte auch keine andere Zusammenstellung sinnvoller gemacht.
Das Fleisch schenkte für diesen Hauptgang eine Jungkuh. Von ihr servierte man links eine scharf gegrilltes Rumpsteak-Stück das zur meiner Freude und auch Potentierung des Fleischgeschmacks mit Schwarte belassen wurde.
Die rechte Seite füllte dann ein geschmortes und nochmals gegrilltes Rippchen als Quader aus. Dank dieser Zubereitung kam man hier in den Genuss einer krossen, rauchigen Kruste unter der ein herrlich mürber Kern Freude für den Gaumen bereithielt. Darauf hätten es auch gar nicht mehr als die gewählten feinen rote Bete Streifen und ein gepickeltes Radiccio-Blatt für noch zusätzliche Knackigkeit zum butterzarten Fleisch sein müssen.
Intensiv rundete ein kräftiger Rindsjus diese fleischige Geschmackskraft des Gerichts ab, erhielt aber durch eine Kirschcreme nicht nur eine Akzentuierung, sondern auch eine die Schwere wieder etwas aufbrechende Säure.
Hinsichtlich der Geschmacksdichte kreierte die Küchencrew hiermit also wahrlich den Höhepunkt des Menüs und setzten dazu Produktqualität abermals mit Können in Szene.
Über den Dessertgang durfte sich nun noch meine Begleitung freuen und dieser las sich im Menü mit „Sauerrahm, Rhabarber, Karamell“ bereits erneut interessant und appetitanregend. „Sauerrahm, Rhabarber, Karamell“.
Hier lag im Hauptteller ein Eis von weißer Schokolade in einer Sauerrahmcreme, zu dem noch ein Rhabarbersud angegossen wurde und in dem als knusprige Komponente Meringueblättchen steckten. Das alles thronte auf einem Rhabarberkompott, bei dem anscheinend auch die Karamellkomponente Eingang fand.
Eine ganz tolle Ergänzung war dazu auf dem Satellitenteller ein kleiner, schön warmer armer Ritter mit einer abgeflämmten Baiserhaube.
So kreierte die Patisserie auch hier für meine Begleitung nochmals eine Dessert-Harmonie aus warm und kalt, Cremigem und Knackigem, sowie Süße und Säure, dass sie mit jedem Stück erfreute.
Zusammen schlossen wir das Menü mit den in der Karte als "Süßigkeiten" betitelten kleinen Abschiedgrüßen der Küche ab. Petit Fours: v.l.n.r. Pate de Fruit mit Sanddorn und Kardamonzucker, Sesam-Miso-Fudge und Canele.
Als Dreierlei legte auf der linken Seite ein Pate de Fruit mit Sanddorn nochmal einen sauren Kick ein, der durch den schmeckbaren Kardamonzucker aromatisch spannend auftrat.
Dies kontrastierend folgte in der Mitte zarter Fudge mit schwarzem Sesam und Miso, der sehr süß aber durch die ungewöhnlichen Zutaten auch spannend exotisch war.
Abschließend bereitete klassischer Canele mit einer so krossen Kruste, wie man sie sich nur wünschen kann, nochmals herrlichen Knabberspass.
Gesammelt nehme ich also folgende erste Eindrücke vom Leipziger "kuultivo" mit:
Das Ambiente unterstreicht in seiner Simplizität und gleichzeitigen Wertigkeit das Konzept des Restaurants, eine ungezwungene, kulturelle Atmosphäre zu schaffen, in der man sich ganz auf den Genuss und die Gesellschaft konzentrieren kann. Für diesen Zweck empfand ich es als gelungen zusammengestellt.
Zur Wohlfühlatmosphäre trägt natürlich auch der Service einen sehr entscheidenden Teil bei. Bei unserem Besuch fühlten wir uns sowohl von der jungen Frau als auch dem jungen Mann sehr herzlich aufgenommen und sowohl versiert, als auch stets auf lockere Art umsorgt. Das Erfüllen meines Wunsches zum Menü und auch der Apero-Nachschlagportion verdeutlichen die trotzdem lockere und entspannte Herangehensweise im „Kuultivo“ zusätzlich und sollten abschließend nochmals positiv erwähnt werden.
Mit einigen Erwartungen und auch Hoffnungen sind wir natürlich auf kulinarischer Ebene gezielt in das "kuultivo" eingekehrt. Das Team um Klaus Schunack bereitete uns dabei mit seinem saisonal geprägten Menü eine vollkommene Freude in der keine einzige Enttäuschung der Erwartungen enthalten war. Die Gänge verdeutlichten den Ansatz des Restaurants einer auf das Wesentliche konzentrierten Cuisine sowohl optisch als auch aromatisch. In keiner Speise hatte man ein Gefühl a la "da geht doch noch deutlich mehr", denn die Geschmacksknospen erfuhren stets ausgewogene und umfassende Umgarnung. Da dies in der Menüfolge auch stets mit Überraschung und Abwechslung einherging, überschritt man diese gewisse Grenze zwischen reinem „Essen“ und einem „kulinarischen Event“ so klar, dass für mich dieser Michelin-Stern nichts andere als verdient ist.
Den Preis von 110 respektive 125 € war daher bereits schon dieses gustatorische Erlebnis für uns wert und in Kombination aller gastronomischen Kategorien noch umso mehr.
Vollumfänglich bewies das "kuultivo", dass die Auszeichnung und Verteidigung des Sterns bis heute keineswegs ein Zufallsprodukt, sondern hinsichtlich kulinarischer Qualität und Servicekultur berechtigt war und ist. Gerade denjenigen, die der "Sterneküche" mangels Erfahrung noch etwas voreingenommen gegenüberstehen, sehen hier für mich auf unkomplizierteste und ungezwungenste Weise, welch lohnenswerter Genuss doch darin stecken kann.
Das Jahr 2023 sorgte in der Gourmet-Gastronomie der im Nordwesten Sachsens gelegenen, einwohnerstärksten Stadt des Bundeslandes für einige Überraschungen. Während das Michelin-Sterne-Konto in Leipzig am Jahresende durch die unerwartete, betriebsbedingte Schließung des bisherigen 2-Sterne-Flaggschiffs "Falco" sank, erfuhr es bereits im Frühjahr eine ebenso unvermutete Steigerung durch die Vergabe der neuen Macarons des bekannten Reifenherstellers.
Auch wenn die steigende Entwicklung der gehobenen Gastronomie Leipzigs in den letzten Jahren die Erhebung neuer Restaurants in diese Sterne-Klasse absolut rechtfertigte, haben wohl nur sehr... mehr lesen
5.0 stars -
"Der Besuch im jüngsten Sternerestaurant Leipzigs konnte die Hoffnung auf sehr genussvolle Stunden absolut erfüllen." NoTeaForMeDas Jahr 2023 sorgte in der Gourmet-Gastronomie der im Nordwesten Sachsens gelegenen, einwohnerstärksten Stadt des Bundeslandes für einige Überraschungen. Während das Michelin-Sterne-Konto in Leipzig am Jahresende durch die unerwartete, betriebsbedingte Schließung des bisherigen 2-Sterne-Flaggschiffs "Falco" sank, erfuhr es bereits im Frühjahr eine ebenso unvermutete Steigerung durch die Vergabe der neuen Macarons des bekannten Reifenherstellers.
Auch wenn die steigende Entwicklung der gehobenen Gastronomie Leipzigs in den letzten Jahren die Erhebung neuer Restaurants in diese Sterne-Klasse absolut rechtfertigte, haben wohl nur sehr
Geschrieben am 23.03.2025 2025-03-23| Aktualisiert am
24.03.2025
Besucht am 20.03.2025Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 17.5 EUR
Beim "Fermenti", einem wirklich winzigen und leicht zu übersehenden Lokal am westlichen Beginn der Beckergrube, verdeutlicht der prägnante Name bereits die beiden Aspekte der hier gebotenen Küche. Einerseits geht es von der kulinarischen Ausrichtung her zum "Stiefel am Mittelmeer". Zudem versteht man sich hier wohl als Spezialist für die in dieser Länderküche in vielfältiger Art und Weise eingesetzten Mehlspeisen und dabei im Besonderen für diejenigen, die auf mit Bedacht und viel Zeit geführten Teigen basieren.
2017 wurde dieses Bistro von Jemandem ins Leben gerufen, dessen Namen allein schon nicht besser passen könnte. Germano Alfarano klingt nicht nur auf der einen Seite schon klar italienisch, sondern sein Vorname schien auch bereits sein Kommen nach Deutschland vorherbestimmt zu haben.
Schnell erfreute sich der Geheimtipp großer Beliebtheit und konnte damit wohl ein gutes Fundament aufbauen, denn bis heute hält sich das Lokal standhaft. Daran konnte auch die Corona-Pandemie nichts ändern, in der das Angebot um einen Liefer- und Abholservice erweitert wurde, der bis heute Gültigkeit hat. Außenansicht.
So wie es sich hier fast um eine gastronomische One-Man-Show handelt, so gestaltet sich auch die dazugehörige Größe des Lokals, welches nur einen, hinter einem großen Schaufenster befindlichen Gastraum umfasst. Im Inneren dieses roten Backsteinhaus mit weiß verputztem Erdgeschoss ergibt sich eine Raumgröße, die wohl manches großes Wohnzimmer ebenfalls bereithalten würde. Ein buchstäbliches gastronomisches "Kleinod".
An dessen Ende befindet sich sogleich die Küche und auf der rechten Wandseite nach dem Eingang hat sogar eine Bar Platz. L-förmig verteilen sich darum dann 4 kleine Tischpartien am Fenster und zwei größere Tafeln rechts und links im hinteren Bereich konnten hier untergebracht werden, ohne dabei einen freien Gang vom Eingang zur am Ende befindlichen Toilette und dem direkten Übergang zur Küche zu blockieren.
Diese bestehen zumeist aus farblich zueinander passenden weißen Holzstühlen mit grauen Stoffkissen und ebenfalls weißen Tischen mit einer weißgrau grundierten Holzoptik auf deren Platte. Die verschiedenen Formen der Stühle sorgen dabei schon für ein auflockerndes Maß an Abwechslung.
Optimiert wird die Nutzung des begrenzten Platzangebotes auch durch eine lange Bank an der linken Wandseite.
Eine Holzoptik spiegelt sich dann auch unter den Füßen der Gäste wieder und die Wände erstrahlen ebenfalls in hellen Farben. So wirkt das Interieur also bereits in seiner Grundgestaltung sowohl stimmig, als auch gemütlich und sympathisch.
Weitere Accessoires für das italienische Flair sind in Form von ein paar Schwarz-Weiß-Bildern, sowie zusätzlich noch Phiolen und Weinflaschen in der richtigen Menge im Raum verteilt.
Zwei große Schirmlampen reichen komplett aus, um bei fehlendem Tageslicht den gesamten Gastraum in ausreichend warmes Licht zu hüllen.
Bei vollgefülltem Gastraum, was mit Sicherheit der Normalzustand bei dieser geringen Anzahl an Plätzen sein sollte, wird es da schnell etwas lauter, aber in gewissem Maße gehört das doch auch zum italienischen Gastro-Feeling dazu. ;-)
Als ich an diesem frühen Freitagabend eintrat, erwartete der Inhaber schon die ersten Gäste und schließlich auch mich mit seinem sympathischen deutsch-italienischen Akzent. Natürlich war das winzige Platzangebot im Übergang zum Wochenende reserviert, doch erfreulicherweise gewährte er mir die Möglichkeit, mich für mein kurzes geplantes Mahl an einem Tisch am Fenster niederzusetzen. In der Küche schien er noch eine weitere Kraft zu haben und als der Gastraum nach 30 Minuten schon komplett voll war, half ihm auch eine junge Dame hier noch mit dem Service. Beide agierten dabei stets freundlich und zugewandt. Sie waren auch regelmäßig im präsent und aufmerksam, sodass auch ich neben den größeren Gesellschaften nie vergessen wurde.
Zum Abschied wurde mir sogar noch ein Digestif aufs Haus angeboten, was die Gastfreundlichkeit nochmals unterstreicht.
Ein Zitat der Website verdeutlicht meiner Meinung nach am prägnantesten, welchen kulinarischen Fokus sich der Inhaber in seinem kleinen selbsternannten "Pizzabistro" setzt: "Pizza aus Dinkelmehl, Sauerteige & Amore". 72h soll der Dinkelmehlteig in der Küche von Germano Alfarano stets an Ruhezeit erhalten und der verwendete Stamm-Sauerteig wird bereits seit 2010 geführt. Das lässt schon aufhorchen und soll sich laut Inhaber nicht nur in einem "buonissima" Geschmack, sondern auch in einer guten Bekömmlichkeit der Speisen widerspiegeln.
Eine weitere Besonderheit ist, dass die Pizza hier nicht in der weltweit bekannten runden Form aus dem Steinofen daherkommt, sondern nach Art "Teglia alla Romana" zubereitet wird, was sich als "auf dem Blech nach römischer Art" übersetzten lässt. Gerade die Liebhaber des prägnanten, luftigen Randes, z.B. der neapolitanischen Art, wären hier also zunächst wohl zunächst etwas verwundert.
Bei diesen Pizze wird grundsätzlich in "Rosso"- und "Bianche"-Varianten unterschieden. Während die "rote" Variante natürlich die übliche Tomatengrundierung prägt, ist es bei der "weißen" Variante ein anderes Nachtschattengewächs, dass die Basis darstellt, nämlich die Kartoffel.
Für beide Kategorien wird dabei eine wirklich große Auswahl an jeweils über einem Duzend verschiedener Belag-Kombinationen gewährt, die zumeist auf kurze Namen wie "Hanna"; "Marta"; "Salvatore" oder auch "Mika" hören. Die Vielfältigkeit bleibt dabei aber stets im italienischen Zutatenregal und dürfte damit alle Pizza-Traditionalisten sehr erfreuen.
Auch beim Preisniveau erwartet den Gast mit einer Reichweite von 10,5 € für die simple "Margherita" bis hin zu 17,5 € für die ausgefallene "Bianche: Königreich Sizilien" mit u.a. Nduja-Wurst, Cima-di-rapa-Kohl und Ricotta, keine ausufernden Kosten.
Natürlich findet der wir erwähnt mit Liebe und Profession geführte Dinkel-Sauerteig nicht nur in den römischen Pizzen seine Veredelung. Auch gefüllte Dinkel-Foccaciabrote namens "Focacce Ripiene" gehören zum Umfang der Mehlspeisen.
Zu guter Letzt muss mit einem klassischen Tiramisu, sowie verschiedenen Salaten, Antipasti-Mischungen und sogar Vitello Tonnato bei Auftakt und Abschluss eines Menüs auf Nichts verzichtet werden.
Auch wenn das nicht mein persönliches Metier ist, so sei abschließend doch noch erwähnt, dass auch norditalienische "Craftbiere", sowie Weine des regional bekannten und nur einen Steinwurf entfernten "Weinhaus H.F von Melle" zum Spirituosen-Repertoire des "Fermenti" gehören.
Zur Probe des heiß erwarteten Dinkel-Focaccia wählte ich noch einen "Insalata mista mit Garnelen", was zusammen einen Preis von 17,5 € nach sich zog. Nach kurzer Wartezeit von 15 Minuten konnte ich mich auch bereits an das erhoffte stillen dieser Vorfreude machen. Insalata mista mit Garnelen.
In einer sehr schönen Schale lachten mich 10 rötliche Garnelenschwänze an, womit hieran schon einmal nicht gegeizt wurde. Verschönert war dieses ansprechende Bild noch mit einem Basilikum-Chip, der auch geschmacklich einen netten Pfiff gleich zu Beginn bereitete.
Unter den Garnelen machten verschiedene Blattsalate, Rucola, Kirschtomaten, Zwiebeln, Radieschen, Gurke, rote Bete und Oliven den wahrlich vielfältigen „Insalata mista“ aus.
Das alles erfreute schon an sich mit seiner Frische und Knackigkeit, doch der Glanz des auf dem Foto bereits zu sehenden Dressings war nicht nur ein schöner Schein. Dabei handelte es sich wohl um ein Honig-Senf-Dressing, was eine tolle Überraschung und Abwechslung zur meist üblichen Balsamico-Malerei darstellte und zudem vortrefflich abgeschmeckt war.
Dem ganzen standen die Garnelen mit Biss und trotzdem saftig glasigen Kern qualitativ in nichts nach. Ein Traum von einem Dinkel-Focaccia.
Schon Anblick des Herzstücks der hier gebotenen Cuisine, in diesem Fall dem Dinkel-Focaccia, war ein Genuss. Selten habe ich so eine luftige Krume gesehen, die in diesem Fall von einer herrlich krachenden Kruste umschlossen war, die mit Kräutern und etwas Öl noch zusätzlich erfreuende Aromatik erhielt.
Es mag übertrieben klingen, aber für mich war das wirklich in Brot verwandelte Hingabe und Liebe.
Mein persönliches Fazit zu dieser ersten Einkehr im "Little Home of Italian Sauerteig" lautet also folgendermaßen.
Mir gefiel das Ambiente des kleinen Restaurants mit den zueinander passenden Farben sehr, bei der zudem jegliche steril wirkende Homogenität durch in gutem Maße verteilte Bilder und Accessoires, sowie verschieden geformte Stühle aufgebrochen wird.
Diese sympathische Atmosphäre unterstützte auch die Gastfreundschaft des Inhabers und seiner jungen Servicedame, die trotz des prompt rappelvollen Lokals immer freundlich entspannt und umsichtig waren.
Seine Leidenschaft und vor allem Expertise für die herzhafte italienische Backkunst konnte mir der Besitzer des "Fermenti" schon mit seinem "normalen" Dinkel-Focaccia eindrucksvoll in Form von herrlicher Konsistenz und Geschmack beweisen.
Auch beim begleitenden Salat mit Garnelen stimmte für jede Komponente hinsichtlich Geschmack und Qualität für mich alles.
17,5 € scheinen dafür auf den ersten Blick im Vergleich zu anderen italienischen Lokalen sehr hoch gegriffen zu sein. Doch für mein Empfinden war dieser geforderte Preis angesichts der erwähnten Qualitäten von Zutaten und Zubereitung, die beim Focaccia ja auch noch die Zeit mit beinhaltet, gerechtfertigt.
Als Tipp in Sachen italienischer Back- und Teigkunst im Bereich der Innenstadt bleibt das "Mulino" für mich nach dieser Einkehr im "Fermenti" also definitiv nicht allein, denn auch letztgenanntes Lokal konnte mich sehr begeistern.
Beim "Fermenti", einem wirklich winzigen und leicht zu übersehenden Lokal am westlichen Beginn der Beckergrube, verdeutlicht der prägnante Name bereits die beiden Aspekte der hier gebotenen Küche. Einerseits geht es von der kulinarischen Ausrichtung her zum "Stiefel am Mittelmeer". Zudem versteht man sich hier wohl als Spezialist für die in dieser Länderküche in vielfältiger Art und Weise eingesetzten Mehlspeisen und dabei im Besonderen für diejenigen, die auf mit Bedacht und viel Zeit geführten Teigen basieren.
2017 wurde dieses Bistro von... mehr lesen
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"Dieser Geheimtipp rund um italienische Teig-Expertise bereitete nun auch mir zum ersten Mal eine große Freude in jeglicher Hinsicht." NoTeaForMeBeim "Fermenti", einem wirklich winzigen und leicht zu übersehenden Lokal am westlichen Beginn der Beckergrube, verdeutlicht der prägnante Name bereits die beiden Aspekte der hier gebotenen Küche. Einerseits geht es von der kulinarischen Ausrichtung her zum "Stiefel am Mittelmeer". Zudem versteht man sich hier wohl als Spezialist für die in dieser Länderküche in vielfältiger Art und Weise eingesetzten Mehlspeisen und dabei im Besonderen für diejenigen, die auf mit Bedacht und viel Zeit geführten Teigen basieren.
2017 wurde dieses Bistro von
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Einhergehend mit der Schließung mussten sich Gäste und Einheimische natürlich auch vom Hoteleigenen "Restaurant Yachtzimmer" verabschieden, dass die Küche genauso klassisch und traditionell anbot, wie sich auch das Hotel präsentiert.
Ein Jahr später verbreitete sich in gleicher Aufmerksamkeit dann aber die Nachricht, dass dieses historische Gebäude weder leerstehend verfällt, noch komplett zweckentfremdet und dazu umgebaut wird. Selbst seinen Namen haben die neuen Betreiber für ihr Hotel beibehalten und 2025 eben ihr im Kern renoviertes "Hotel Jensen" eröffnet, dass den historischen Anstrich damit also nicht verlieren sollte. Eine gute Entscheidung für die Denkmäler der Hansestadt. Ebenso erfreulich entschied man sich auch zur Wiederbelebung des Hotelrestaurants, welches nun aber unter dem Namen "Travea" eine Veränderung erfuhr. Der Name gibt darauf bereits Hinweise, verbindet er doch sowohl die Lage des Hotels direkt an der Trave mit der nunmehr italienischen und mediterranen Ausrichtung des Angebots.
Im "alten Yachtzimmer" war ich tatsächlich nie. Selbst wenn ich wöllte, würde sich für mich also kein Vergleich mit dem klassische norddeutsch ausgerichteten Vorgänger-Restaurant ergeben, weshalb ich also die im neuen Restaurant feilgebotene Qualität einmal mit "weißem Blatt" erkunden wollte. Dafür bot sich dieser späte Nachmittag im März 2026 an.
Die Einzigartigkeit und Ansehnlichkeit der Außenansicht habe ich ja eingangs bereits geschildert. Das Restaurant an schließt sich dabei gleich rechts, ca. eine Stufenebene tiefer, an das Hotel an und ist äußerlich genauso gestaltet, nur ohne das Vordach über dem Eingang.
Durchschreitet man die große Tür und den noch klassisch mit dunklerem Holz verkleideten Vorraum, zeigt sich ein Ambiente, dass man definitiv als großen Kontrast zur traditionellen Außenansicht des Hotels bezeichnen kann.
Es eröffnet sich dem Gast ein sehr großer, lang nach hinten verlaufender, einziger Gastraum, in den auf der zum Raumende gesehenen rechten Seite noch eine Bar integriert ist. Auf historische Möbelstücke oder Holzgebälk an der Decke trifft man beim Interieur hingegen nicht. Die Decke mit den großen Bögen ist unisono schwarz angestrichen, während die Wände in einem den Tischen entsprechenden Holzfarbton daherkommen. Noch einmal eine Stufe heller ist dann das Parkett. Zusätzliche Deko richtet sich vor allem an die Weinliebhaber, die in den Schränken, Nischen und sogar in Glasvitrinen verschiedene Flaschen bestaunen können.
Für mich optisches Highlight und gleichzeitig auch atmosphärisch sehr gut eingesetzt sind die ringförmigen Deckenlampen, die in Verbindung mit den Wandspots durch die Beleuchtung einen fließenden Übergang von der schweren, dunklen Holzdecke zum hellen Parkett erzeugen. Der Raum wirkt somit weit und man wird nicht scheinbar von der dunklen Decke erdrückt. Doch gleichzeitig kommt auch kein "Bahnhofshallen-Gefühl" auf, da die hochwertigen Sitzpartien in für mich idealen Abständen und vor allem klaren Ausrichtungen verteilt wurden. Bei den Stühlen hat man dabei auf grau bezogene, gepolsterte Sessel sowie gleichartig gestaltete Couch-Partien an den Wänden gesetzt, die auch einen guten Sitzkomfort gewährten. Ich fühlte mich also sowohl willkommen, als auch entspannt privat und kann das Ambiente durchweg als hochwertig und klar strukturiert bezeichnen, was somit trotzdem zur Historie des Hauses passt, auch wenn es nicht antiquiert gewählt ist.
Als ich kurz nach Öffnung den Besuch des Restaurants antrat, waren gerade 2 Mitarbeiter Innen im natürlich noch spärlich besetzten Gastraum präsent. Begrüßt wurde ich dabei von einer jungen Dame, die mir auch ganz aufgeschlossen noch freie Platzwahl gewährte. Nachdem ich genug Zeit hatte, um mich an meinem Tisch einzurichten und es mir gemütlich zu machen, kam sie zu mir um die Bestellung aufzunehmen. Sie agierte dem Ambiente entsprechend dabei sehr versiert, zugewandt und freundlich, ohne dass es je aufgesetzt wirkte. Auch dank ihr fühlte man sich schnell entspannt und angekommen.
Wie eingangs erwähnt stellt der gewählte Name "Travea" eine Verbindung von Lage und kulinarischer Ausrichtung da, die im mediterranen Raum mit Schwerpunkt italienischer Küche liegt. Doch, wie es zum vom Ambiente vermittelten Eindruck passt, kommt die Speisekarte dabei nicht mit einer auf Pizza und Pasta fokussierten Deklinierung aller möglichen Kombinationsarten daher, sondern präsentiert sich in erfreulich reduzierterem Umfang. Dabei wurden zudem auch einzelne typisch deutsche bzw. norddeutsche Gerichte integriert, vielleicht um dem traditionellen Vorgänger-Restaurants noch ein wenig zu huldigen.
Knapp zwei Hände voll Wahlmöglichkeiten werden als Vorspeise gegeben, die sich gänzlich auf mediterrane Klassiker wie Vitello Tonnato, Beef Carpaccio oder Burrata konzentrieren und mit einer Preisspanne von 13 € bis 19 € bereits auch qualitativ eine gewisse Erwartung schüren. Auch zwei Salate lassen sich für den Einstieg bestellen.
Darauf folgt eine Pasta-Selektion, die sozusagen den „Primi Piatti“ Part der rein italienischen Küche ermöglicht. Auch hier gibt es erfreulich frische und alternative Zusammenstellungen als klare Abhebung zum „Standard Deutsch-Italiener“. Keine „Bolo“, keine „Sahne-Carbonara“ sondern z.B. Steinpilz-Ravioli mit Kürbiskernen, Rigatoni mit Rinderfiletspitze, Cognac und rosa Pfefferbeeren und Taglioni aus dem Parmesanlaib mit frischem Trüffel werden für Preise zwischen 13 € und 26 € feilgeboten.
Für den Hauptgang gibt es schließlich jeweils eine Auswahl von 5 Fleisch- und 5 Fischgängen und eben keinerlei Pizzen oder Aufläufen. An Vegetarier und Veganer richtet sich also nur die Vorspeisen- und Pasta-Sektion der Speisekarte. In beiden Hauptgang-Kategorien zeigt sich dabei der eingangs erwähnten Einschub von auch norddeutschen Traditionsgerichten. So findet man neben Dorade und Garnelen "Aglio Olio" auch Matjes nach Hausfrauenart und Backfisch vom Seelachs. Für die Carnivoren gibt es neben Tagliata und Lammkarree auch ein Wiener Schnitzel. Während bei diesen Speisen die preisliche Reichweite durchweg im 30er-Bereich liegt, gibt es bei den Fischgängen auch Gerichte in der 20er-Region.
Bei den Desserts für durchweg unter 10 € darf natürlich ein Tiramisu nicht fehlen, aber auch hier findet sich z.B. mit einem Lübecker Marzipanmousse noch ein regionaler Einschlag.
Zeitweise wird auch ein Tagesangebot auf einer Schiefertafel im Vorraum des Restaurants aufgestellt.
Für diese erste, kurze Kostprobe von der im "Travea" gebotenen Kulinarik wählte ich eine leichte Vorspeise, namentlich das "Rote Beete Carpaccio mit karamellisierten Kürbiskernen, Dill, Petersilie und Zitronen-Vinaigrette" für 11 €. Nach einer kurzen Wartezeit von 10 Minuten bekam ich folgenden Teller serviert.
Das schöne angerichtete Mosaik der Scheiben von der roten Beete wurde dezent vom Dressing überzogen und mit den annoncierten karamellisierten Kürbiskernen, sowie fein gezupfter Petersilie und Dill gekrönt. Was optisch so ansprechend begann führte sich am Gaumen dann nahtlos fort. Der Hauptdarsteller zart und trotzdem mit angenehmen Biss konnte sich geschmacklich dank der dezenten und trotzdem geschmeidigen Vinaigrette voll entfalten. Die Kürbiskerne sorgten Knabberfreude und die feinen Kräuter ergänzten das Geschmacksbild von Mal zu Mal.
Dazu gab es noch zwei Scheiben eines wirklich mit hoher Qualität von einem regionalen Bäcker bezogenes Sauerteigbrotes, dass eine tolle rösche Kruste und fluffig Krume hatte. Zusätzlich lobenswert kann der dazu gereichte Aufstrich erwähnt werden, der nämlich mal nicht ein simpler Kräuterquark oder Butter, sondern wieder mediterran ausgerichtet eine aromatische Kombination aus Aioli und Pesto Verde war.
So war das wirklich in der Gesamtheit eine ganz feine, leichte Kostprobe, die die Qualität und Anspruch der Küche bekräftigte und Lob verdient.
Somit möchte ich meine ersten Eindrücke vom "Travea" im "Hotel Jensen" also noch einmal möglichst kurz zusammenfassen.
Während man glücklicherweise die altehrwürdige Fassade des Gebäudes erhalten hat, ist man bei der Innengestaltung neue Wege gegangen, die dieses traditionelle Ambiente kontrastieren. Nichtsdestotrotz kann diese Modernisierung für mich aber mit der, Dank der Beleuchtung, tollen Verbindung von dunklem und helle, Interieur, sowie dem bequemen Sitzmobiliar und den klaren Linien durchaus als gelungen bezeichnet werden kann.
Diesem qualitativ hochwertigen Interieur passte sich an diesem frühen Abend die Serviceleistung durch die junge Dame voll und ganz an. Sie trug dadurch zum gastlichen Wohlgefühl definitiv bei.
Die mediterran ausgerichtete Speisekarte ist sowohl vielfältig, auch als keineswegs aufgebläht und hebt sich auch preislich mit Vorspeisen und Pastagerichten im 10 € Bereich und Fleisch- und Fisch-Hauptgängen für 20er und 30er Preise von üblicheren italienischen Lokalen ab, was durchaus höhere Erwartungen an die Qualität zulässt.
Das von mir für 11 € gewählte "Rote Beete Carpaccio" bereitete dabei in jeglicher Weise Freude und sogar das Brot mit dem Aioli-Pesto-Aufstrich fügte dem noch etwas Pfiffiges bei.
Das Restaurant hat mich bei diesem ersten kleinen Besuch also absolut zufrieden gestellt und sich als sehr gute Option für feinere, mediterrane Küche in der Altstadt empfehlen können.