Ich bin ohne jeden gastronomischen Hintergrund, koche für mein Leben gerne und liebe es mich von jeglicher Küche kulinarisch verwöhnen zu lassen. Als Projektingenieur in der Erdöl- und Gasindustrie muss ich viel reisen und komme häufig in die erfreuliche (manchmal nicht so erfreuliche) Situation, außer Haus essen zu müssen und freue mich dann immer, wenn mir die Auswahl von Restaurants durch informative Kritiken erleichtert wird. Umgekehrt gebe ich meine Erfahrungen auch sehr gerne weiter.
Einige wenige meiner bisherigen Kritiken, die ältesten, stammen originär noch aus RK, aber nach dessen Verkauf an Yelp suche ich hier ein neues "Zuhause".
Zu meinen Bewertungskriterien ein kurzes Wort. Ich bin Relativbewerter, auch ein gut geführter Imbiss kann mal 4 Punkte bekommen, ebenso wie ein Sternerestaurant, es muss dem jeweiligen Anspruch entsprechen!
4 bis 5 Punkte bedeuten für mich, das das Restaurant seinen und meinen Anspruch erfüllt hat bei meinen Besuch. 3 Punkte bedeutet, gewissen Defizite in einzelnen Aspekten. Darunter bedeutet eine Bewertung erhebliche Mängel bei meinem Besuch.
Ich bin ohne jeden gastronomischen Hintergrund, koche für mein Leben gerne und liebe es mich von jeglicher Küche kulinarisch verwöhnen zu lassen. Als Projektingenieur in der Erdöl- und Gasindustrie muss ich viel reisen und komme häufig in die erfreuliche (manchmal nicht so erfreuliche) Situation, außer Haus essen zu müssen und... mehr lesen
Bewertungs-Statistik
Insgesamt 519 Bewertungen 921423x gelesen 15244x "Hilfreich" 14496x "Gut geschrieben"
Geschrieben am 18.10.2026 2026-10-18| Aktualisiert am
19.10.2026
Besucht am 14.09.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Im September 2026 waren Frau und Herr Carsten1972 wieder einmal auf ihrer liebsten Insel. Eine Woche (noch ein bisschen) Strandleben, wandern und Fahrrad fahren auf Sylt. Und auch wenn wir natürlich immer sagen würden, Rantum ist das schönste Dorf der Insel, die Mehrheitsmeinung wäre wohl, dass das schönste Dorf der Insel natürlich Keitum ist. Für ein Abendessen hatte ich mir ein Restaurant ausgesucht, dass ich im März 2025 mittags besucht und das mir so gefallen hatte, dass ich mir fest vorgenommen hatte, mit meiner Frau muss ich da auch mal hin.
So fuhren wir beide am Dienstag, den 15.09.26 gegen frühen Abend über den Deich des Rantum Becken von unserer Wohnung in Rantum nach Keitum. Wir hatten bewusst die frühere Schicht gewählt, um noch während der Abenddämmerung wieder auf dem Rückweg zu sein. So standen wir um kurz vor halb sechs vor diesem Haus im Ortskern von Keitum.
Drinnen war auch ich zum ersten Mal, im März 2025 hatte ich einen schönen Tag über den Mittag zur Einkehr auf der Terrasse genutzt. Fotos davon in der Galerie. Drinnen präsentierte sich der Gastraum behaglich schlicht ausgestattet.
Warme Holztöne bestimmten den Bereich in dem sich unser Tisch befand. Garderobe wurde uns abgenommen und wir setzten uns an den Tisch, der für uns vorgesehen war.
Karten wurden uns gereicht, schon eine Flasche Wasser bestellt. Die Speisekarte lässt sich auf der Homepage einsehen. Was sich darbot sorgte dafür, dass es etwas dauerte, bis wir dem Service eine Speisenfolge als Auftrag an die Küche mitgeben konnten. Aber letztendlich konnten wir uns entscheiden, und unser Abendessen begann mit einem Gruß der Küche unter Chef Nicolas Rathge.
Zwei Hörnchen mit einem Graupenrisotto gefüllt, dass mit Algen gewürzt war. Ein Auftakt der gefallen konnte und zum Ort des Geschehens passte. Meine Frau startete mit einem Salat in ihr Abendessen.
Heimatküchen Salat mit Karotte, Buchweizen, Zitrus war der Karte in der Karte betitelt und war das was ein Salat sein muss. Frisch, mit einer guten Vinaigrette versehen und ein bisschen Crunch muss mit dran sein. Ich startete nicht ganz so gesund in mein Abendessen.
Geräucherter Aal serviert auf Brioche mit Mayonnaise und Zwiebel musste ich probieren. Und ja, dass Gericht wusste sehr zu gefallen. Die Küche hatte das Brioche mit etwas Fett / Butter angeröstet, auf dem lagen dann Filet-Stücke des geräucherten Aals. Ein paar Kleckse Mayonnaise sorgten für eine gewisse Fettigkeit, dem Säure von gepickelten Zwiebeln entgegengestellt wurde. Etwas Crunch aus gerösteten Zwiebeln war der letzte Tupfer auf einer sehr guten Vorspeise. Weiter ging es mit einem Zwischengericht, das wir uns beide bestellt hatten.
3 Stunden Friesen-Ei mit Kartoffelschaum, Spinat und Eigelb nannte sich das Gericht in der Karte und alles was in Richtung Onsen Ei geht, mögen wir beide sehr gerne. Schlotzig, seidig-cremiger Löffel-Genuss, der sich noch mit mit 15 g Prunier Kaviar zu 25 € hätte veredeln lassen. Ließen wir aber sein, monetären Luxus hoben wir uns für den noch anstehenden Besuch im Wohnzimmer von JP Berner in Rantum auf. Das war auch ohne dieses Topping ein tolles Gericht.
Zum Hauptgang ließ sich meine Frau noch einen Zwischengang servieren, den ich zu meiner Freude kosten durfte. Kalbszunge mariniert mit Gurke, Radieschen und Petersilie nahm sich starke Anleihen in der burgundischen Küche und war ein toller, in deutschen Küchen inzwischen nicht mehr häufig servierter Gang. Lecker war das! Ich orderte mir Fisch im Hauptgang.
Kabeljau war das, serviert auf einem Kartoffelragout. Ein Angebot aus der Tageskarte. Auch ich hatte keinen Grund zur Klage, tadellos saftig gebraten, mit einer krossen Panade. Gut gegarte Kartoffeln mit einer schönen Butternote in der Sauce ergänzten das auf Feinste. Schlicht und auch sehr gut.
Insgesamt war das gebotene Essen eine gute Küchenleistung. Auf der Homepage beschreibt man sein Konzept so: Wir nennen es Heimatküche - Was dürft ihr bei uns erwarten? Eine kreative neue Mischung aus regionalen Lebensmitteln und der klassischen Küche. Angelehnt an die allseits bekannte Hausmannskost, die wir alle bei unseren Großmüttern lieben gelernt haben. Und dem ist nicht zu widersprechen, ambitionierte gutbürgerliche Küche, die gerade auf Sylt manchmal sehr fehlt. Das hat sehr gefallen. Wein hatten wir auch.
Sind die Federspiel Veltliner von Familie Knoll aus der Wachau auf der Weinkarte, sind sie eine sichere Wahl. Frau orderte noch ein Dessert, wohl dem der als Hauptgang einen Zwischengang bestellt.
Ich weiß nicht mehr, was das war, aber es schmeckte ihr ebenso gut wie die vorhergehenden Gänge. Bei mir ging kein Dessert mehr im klassischen Sinn, aber dafür ein Glas von einem etwas süßeren Tropfen.
Eingeschenkt aus dieser Flasche:
perfekter Abschluss für mich. Dann waren wir durch mit dem Essen. Noch ein Wort zum Service, hauptsächlich kümmerte sich eine junge Dame um unseren Tisch. Sie war vom Fach, hatte immer ein Auge auf ihre Gäste und ließ keinerlei Grund zur Kritik entstehen. Profi eben! Mit einer schönen und angenehmen Portion persönlicher Zuwendung zum Gast.
Wir kommen ganz sicher wieder, wenn wir wieder auf der Insel sind. Die OMA WILMA gefällt uns sehr.
Im September 2026 waren Frau und Herr Carsten1972 wieder einmal auf ihrer liebsten Insel. Eine Woche (noch ein bisschen) Strandleben, wandern und Fahrrad fahren auf Sylt. Und auch wenn wir natürlich immer sagen würden, Rantum ist das schönste Dorf der Insel, die Mehrheitsmeinung wäre wohl, dass das schönste Dorf der Insel natürlich Keitum ist. Für ein Abendessen hatte ich mir ein Restaurant ausgesucht, dass ich im März 2025 mittags besucht und das mir so gefallen hatte, dass ich mir fest... mehr lesen
Oma Wilma Heimatküche
Oma Wilma Heimatküche€-€€€Restaurant046518860066Gurtstig 32, 25980 Sylt
4.5 stars -
"Gute Gasthausküche im schönsten Dorf der Insel" Carsten1972Im September 2026 waren Frau und Herr Carsten1972 wieder einmal auf ihrer liebsten Insel. Eine Woche (noch ein bisschen) Strandleben, wandern und Fahrrad fahren auf Sylt. Und auch wenn wir natürlich immer sagen würden, Rantum ist das schönste Dorf der Insel, die Mehrheitsmeinung wäre wohl, dass das schönste Dorf der Insel natürlich Keitum ist. Für ein Abendessen hatte ich mir ein Restaurant ausgesucht, dass ich im März 2025 mittags besucht und das mir so gefallen hatte, dass ich mir fest
Geschrieben am 06.10.2026 2026-10-06| Aktualisiert am
07.10.2026
Besucht am 22.04.2026Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Ende April stand ein kurzfristiger geschäftlicher Termin in Stuttgart an. Ich schaffte es nicht mehr ganz bis in die schwäbische Metropole und suchte auf dem Weg eine geeignete Unterkunft. Die Pfalz ist ja ein schöner Platz und Freinsheim liegt nicht weit von der A61, auf der ich in Richtung Süden fuhr. Das Hotel altes Wasserwerk hatte noch ein Zimmer für mich und so stand ich vor der Aufgabe, wo gehe ich abends essen? Nach dem einchecken wandelte ich in der April-Abend-Sonne ein wenig durch eine der schönsten Ortschaften der Pfalz. Das Restaurant a table im Amtshaus ist eine sichere Bank zur Einkehr, ich war da schon häufiger. Aber in der Bärengasse fiel mir ein neues Restaurant, besser gesagt, neu eröffnetes Restaurant auf.
Der goldene Adler war zum Zeitpunkt meines Besuchs gerade wieder frisch eröffnet und nach einem Blick auf die Speisekarte beschloss ich dort nach einem Tisch zu fragen. Ein junger Mann erledigte an diesem Abend in der Woche den Service und empfing mit einem lächeln und der positiven Nachricht, dass Platz für mich wäre. Der Gastraum ist modern gestaltet.
Die Tische sind ansprechend eingedeckt und die Stühle sehr bequem.
Mir wurde die Karte gereicht und ich schaute mir erstmal die angebotenen Weine an. Eine ansprechende Auswahl bot sich dar, mit Schwerpunkt, natürlich, auf der Pfalz. Zwei Gläser Freinsheimer Weingüter wurden es über den Abend. Mit dem ersten Wein hatte ich eine Auswahl für mein Abendessen getroffen und die Küche grüßte mit anständigem Brot, gutem Olivenöl und Meersalz.
Ich hatte mich für drei Gänge entschieden und mir ein Dessert offen gelassen. Der Beginn wurde in der Karte unter der Rubrik Vorspeisen als "gebeizter Saibling mit mariniertem Spargel, Granny Smith Apfel und Buttermilch" angeboten. Das fand ich hinreichend kreativ, um es zu probieren. Leichte Säure aus der Buttermilch ergänzte sich mit dem leicht salzigem, gehobelten Spargel. Sehr gut der Saibling, recht roh und naturell auf dem Teller. Ein feiner, sehr auf Frühjahr bezogener Start ins Menü.
Klassisch hatte ich mir für den Zwischengang eine Suppe bestellt. Und da konnte ich nicht anders als einen Klassiker der französischen Küche zu bestellen. Die Küche bot eine "Vichyssoise mit Lachsforelle und Apfel" an. Kalt, Kartoffel, Sahne, Milch, lecker mit Apfel und Fisch. Sehr gute Idee der Küche für eine kreative Frühjahrssuppe.
Die ersten zwei Gänge waren verzehrt und ich war sehr zufrieden, im Adler eingekehrt zu sein. Zur Hauptspeise, ich hatte mir einen vegetarischen Gang ausgesucht. Die Küche kündigte den auf der Karte mit Titel "Offener Raviolo - Artischocken-Tomatenragout mit Tomatenbutter und Kräutern" und weil Artischocken drin waren, wurde das bestellt. Feine, italienisch ausgerichtete, vegetarische Küche mit sehr ordentlicher Pasta.
Zum Schluss noch ein französischer Klassiker, und nachdem ich sicher gestellt hatte, dass da nichts drauf ist, was nicht drauf gehört, wurde mir eine Crème brulée serviert, begleitet von einem Espresso. Die Küche servierte ein ebenso erfreuliches Dessert wie sie mit dem Fisch begonnen hatte. All well done!
Auch der junge Mann im Service machte Freude, kümmerte sich gut um mich und alle meine Wünsche. Da gab es keinen Grund zur Kritik.
Der goldene Adler in Freinsheim ist sicher eine Bereicherung der kulinarischen Szene in dem Ort. Uns ist hiermit von mir zur Einkehr empfohlen.
Ende April stand ein kurzfristiger geschäftlicher Termin in Stuttgart an. Ich schaffte es nicht mehr ganz bis in die schwäbische Metropole und suchte auf dem Weg eine geeignete Unterkunft. Die Pfalz ist ja ein schöner Platz und Freinsheim liegt nicht weit von der A61, auf der ich in Richtung Süden fuhr. Das Hotel altes Wasserwerk hatte noch ein Zimmer für mich und so stand ich vor der Aufgabe, wo gehe ich abends essen? Nach dem einchecken wandelte ich in der... mehr lesen
Restaurant Zum Goldenen Adler
Restaurant Zum Goldenen Adler€-€€€Restaurant063535049656Bärengasse 2, 67251 Freinsheim
4.0 stars -
"Neu eröffnet" Carsten1972Ende April stand ein kurzfristiger geschäftlicher Termin in Stuttgart an. Ich schaffte es nicht mehr ganz bis in die schwäbische Metropole und suchte auf dem Weg eine geeignete Unterkunft. Die Pfalz ist ja ein schöner Platz und Freinsheim liegt nicht weit von der A61, auf der ich in Richtung Süden fuhr. Das Hotel altes Wasserwerk hatte noch ein Zimmer für mich und so stand ich vor der Aufgabe, wo gehe ich abends essen? Nach dem einchecken wandelte ich in der
Geschrieben am 03.04.2026 2026-04-03| Aktualisiert am
03.04.2026
Besucht am 07.02.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
...der gastronomischen Szene in Leer. Frau und Herr Carsten1972 waren in Leer, am ersten vollen Februarwochenende des Jahres 2026. Was hatte uns nach Ostfriesland verschlagen? Mein Geburtstag war der Anlass. Wir überraschen uns dann gerne mit einem kulinarischem Ausflug als Geschenk. Frau hatte eine Nacht in Leer ausgesucht, maßgeblich beeinflusst durch einen Bericht von einem guten Freund, der im Blog www.tischnotizen.de von seinen gastronomischen Erlebnissen erzählt. Dort hatte er von einem erfreulichen Besuch in der alten Waage berichtet und das nahm meine Frau als Anlass, mir dort einen Abend zu schenken. Verbunden mit dem Vorhaben, schon lange einmal Leer besuchen zu wollen, war das eine perfekte Kombination.
Nachdem wir im Hotel Frisia eingecheckt hatten ( problemlose Anreise aus Rheine mit einem direkten Regionalzug ) erkundeten wir am Samstag die auch bei Schietwedder sehr sehenswerte Altstadt von Leer mit dem Hafengebiet. Abends standen wir dann, es war ein dunkler Winterabend, zur vereinbarten Zeit vor dem Gebäude der alten Waage am Hafen von Leer.
Man kann es nur ansatzweise erkennen, aber das Gebäude ist ein wunderschön renoviertes Haus aus der Blütezeit der recht wohlhabenden Hafenstadt. Im Inneren befindet sich seit langer Zeit das Restaurant zur alten Waage. Homepage und Berichte im Netz lassen eine ambitionierte Küche vermuten und ich freute mich auf den Abend. Im Inneren präsentierte sich der Gastraum ebenso wunderschön renoviert.
Eine Dame aus dem Service nahm uns in Empfang und wir hatten die Auswahl unter ein paar Tischen. Es würde über den Abend nicht sehr voll werden, hoffentlich Saisonbedingt waren nur eine Handvoll Tische über den Abend belegt. Die Dame überreichte die Karten und fragte nach einem ersten Wunsch. Wasser wurde bestellt und wir schauten in der Weinkarte nach einer uns zusagenden Flasche Wein.
Ein fränkischer Weißburgunder wurde erwählt und wir erhofften uns durch einen Holzbetonten Ausbau eine gute Begleitung für das sich in unseren Köpfen zusammensetzende Menü. Mit dem Wein grüßte die Küche mit Brot und einer Currycreme. Wie so häufig und weil nicht so viel los war, wichen wir vom klassischen Drei-Gang Menü ab und fragten nach der Möglichkeit vier Gänge zu bestellen. Das war kein Problem für den Service. Also orderten wir entsprechend und die Küche schickte noch einen zweiten Gruß.
Graupen gab es auf einem Löffel, im Stil wohl bekannt aus einer Fernsehkochshow. Der Happs schmeckte gut, hinterließ aber auch keine weiter reichenden Emotionen. Ich hoffte auf etwas mehr kulinarische Emotion in den von uns bestellten Gängen. Im ersten Gang hatten wir unterschiedliche Speisen erwählt. Frau entschied sich für Piz, Pilz & Pilz, als Zutaten verriet die Karte Buchweizen, Kartoffelschaum & Rote Grütze über das Gericht.
Vegetarische Küche im Strudel Stil, so gab sich der Teller. Es duftete nach Pilzen, nach Umami ( kein Wunder ) und gebackenem Strudel. Das war schon eine verlockende Aromen-Welt. Frau war zu zufrieden und ich rätsele immer noch ob Piz ein Tippfehler oder ein friesischer Name für eine Zutaten war. Wir waren quasi an der Nordsee, und dann möchte ich Krabben, wenn ich da schon bin.
Krabbencocktail war also meine Wahl für den ersten Gang. Und meine Hoffnung auf ein erfreulichere Kulinarik in den Gängen erwies sich als berechtigt. Die Karte verkündete als Zutaten Waage-Remo(ulade), Tomaten, Sorbet & Gurke. So weit, so klassisch, aber anstatt des schon erwarteten Glas gefüllt mit in Remoulade ertränkten Krabben ergab sich ein fein angerichteter Teller, der Platz ließ, die einzelnen Zutaten zu erschmecken. Ich war hoch erfreut und genoss. Gang zwei für uns beide gleich, wie alle weiteren folgenden Gänge.
Krabben kann man ja nicht häufig genug essen, wenn man nicht am Meer lebt und nur ab und zu Besucher an der Küste ist. Marios Krabbensuppe mit Fenchelschaum war eine Empfehlung des Service für Gang zwei und wir hatten keine Gelegenheit, das befolgen dieser Empfehlung zu bedauern. Lecker! Im besten Sinn, wir genossen ein fein abgeschmeckte Krabbensuppe, die ihre Basis in einem guten Fisch- und Meeresfrüchte-Fond hatte. Fisch im dritten (Haupt)Gang ist ja bei uns keine große Überraschung.
Gelbschwanzmakrele aus Zeeland mit Kürbis, Grünkohlgraupen & Bouillabaisse-Sud fanden wir beide spannend. Als Hamachi kennt man diesen Fisch aus der japanischen Küche. Und weil wir in Rheine eine sehr ambitionierte Fischhändlerin auf dem Markt haben, findet dieser Fisch des Öfteren den Weg in unsere Küche, genossen als Ceviche, Sushi, Tataki, Sushimi. Hier nun in der Waage eher klassisch, gebraten und mit jahreszeitlichen Zutaten. Graupen sind eine wohlige Erinnerung an Omas Eintöpfe in Kindheitstagen, Kürbis passt, und wenn die Sauce so gut ist wie hier, dann wird ein ein wirklicher Genuss. Der Fisch stammt aus holländischer Zucht und ist dann auch mit gutem Gewissen verzehrbar.
"Bratapfel" mit Sellerie-Vanille-Creme, Strudelteig, Tonkabohne & Apfel-Tee-Sud war unser Dessert. Passend zur Jahreszeit kam das Dessert in Mille Feuille Optik. Ein harmonischer Abschluss eines im Ganzen wirklich guten Menüs. Der Küchengruß war noch zu brav, da darf sich die Küche ruhig mehr Intensität zutrauen, aber die folgenden Gänge schmeckten nach ambitionierter Küche. Wir waren zufrieden und teilten das Küchenchef Mario Brüggemann im persönlichen Gespräch auch so mit. Ebenso erfreulich der Service, der sich zugewandt und freundlich über den Abend um uns kümmerte.
Komme ich zum Abschluss meines Berichts zum Fazit meines ersten Besuchs in Leer und der alten Waage. Wir kommen sicher noch mal wieder, in Stadt und Restaurant. Beide sind einen weiteren Besuch wert.
...der gastronomischen Szene in Leer. Frau und Herr Carsten1972 waren in Leer, am ersten vollen Februarwochenende des Jahres 2026. Was hatte uns nach Ostfriesland verschlagen? Mein Geburtstag war der Anlass. Wir überraschen uns dann gerne mit einem kulinarischem Ausflug als Geschenk. Frau hatte eine Nacht in Leer ausgesucht, maßgeblich beeinflusst durch einen Bericht von einem guten Freund, der im Blog www.tischnotizen.de von seinen gastronomischen Erlebnissen erzählt. Dort hatte er von einem erfreulichen Besuch in der alten Waage berichtet und das... mehr lesen
Restaurant Zur Waage
Restaurant Zur Waage€-€€€Restaurant049162244Neue Straße 1, 26789 Leer (Ostfriesland)
4.0 stars -
"An der Spitze......" Carsten1972...der gastronomischen Szene in Leer. Frau und Herr Carsten1972 waren in Leer, am ersten vollen Februarwochenende des Jahres 2026. Was hatte uns nach Ostfriesland verschlagen? Mein Geburtstag war der Anlass. Wir überraschen uns dann gerne mit einem kulinarischem Ausflug als Geschenk. Frau hatte eine Nacht in Leer ausgesucht, maßgeblich beeinflusst durch einen Bericht von einem guten Freund, der im Blog www.tischnotizen.de von seinen gastronomischen Erlebnissen erzählt. Dort hatte er von einem erfreulichen Besuch in der alten Waage berichtet und das
Geschrieben am 14.03.2026 2026-03-14| Aktualisiert am
14.03.2026
Die Weinbar Moana heißt jetzt Weinbar Margaux, kurz nach dem Beginn des neuen Jahres vollzog man einen Namenswechsel. Mitbekommen hatte ich das, weil ich genau zu der Zeit der Neuausrichtung mit Namenswechsel einen Tisch in einer meiner liebsten Gastronomien in Osnabrück reservieren wollte. Das war leider nicht möglich, ich bekam aber den Hinweis, dass ich ab Anfang März wieder einkehren würde können. Gesagt, getan, ich war ja neugierig, hatte ich für den 7. März abends einen Tisch für meine Frau und mich reserviert. Nach erfreulich ereignisloser Bahnfahrt von Rheine nach Osnabrück kamen wir am Markt in der Altstadt von Osnabrück an.
Schon außen zeigte sich die Neubenennung, Moana war Margaux gewichen. Das ist ja ein Erwartungen weckender Name für eine Weinbar. Aber ein Blick in die Weinkarte zeigt, Chateau Margaux findet sich nicht im Angebot. Dafür muss man nach Münster ins Coeur d'Artichaut. Aber okay, ansonsten hatte sich vom Angebot her nicht viel geändert. Und bis auf die nun nicht mehr anwesende Moana kannte ich alle Küchen- und Service-Gesichter im Gastraum. Wie immer stellten meine Frau und ich uns ein Menü in vier Gängen aus den angebotenen Speisen, siehe HP, zusammen. Und weil ich Frau eine Freude bereiten wollte, wurde was Prickelndes geordert. Konsultationen meiner Tischgenossin mit dem Service endeten in einer Flasche Cremant aus dem Elsass.
Selbstbewusster Name, aus Chardonnay, 36 Monate Hefelager, Brut, feine Brioche und Hefenoten. Der konnte was, würde ein uns wohlbekannter Bremer Genießer sagen. Für die Neugierigen auch die Rückseite der Flasche.
Das war nahe dran am Original aus der Champagne, und ich sah keine Gefahr, dass uns dieser Cremant keine Freude beim Essen bereiten würde. Dann ging es auch los, wie immer vorweg und als Saucenaufstipp-Brot für die Gänge im Menü eine Portion Miso-Butter mit zweierlei Brot. Das Brot kommt von einem guten Bäcker und ist immer eine Freude. Und Miso in die Butter zu mixen ist immer eine gute Idee. Beide starten wir mit "Weiße Bohne, Porree, Pancetta, Zitrone".
Das war schlotzige Wohlfühlküche in Memoriam Omas Eintopf! Der gegrillte Lauch brachte Röstaromen in die dicke Schlotzigkeit der Bohnen. Ich hätte gerne noch vernehmlicher Säure in diesem Gericht gehabt. Der Pancetta brachte noch etwas Salz und Umami ins Gericht. Trotzdem hatte ich aber den Gedanken, dass das auch sehr gut vegetarisch funktioniert hätte. Mit dann etwas mehr Säure-Kick. Aber trotz allem ein guter Start in unsere Menü-Auswahl. Mit "Jakobsmuschel, Kohl, Bergapfel, Velouté" ging es weiter.
Komplett anderes Gericht als Gang eins. Die Jakobsmuschel wurde im Korb gedämpft, verpackt in einem Kohl-Blatt. darunter fand sich eine hauchfeine gelierte Scheibe eines Bergapfel-Extrakts, die sorgte für Säure. Die Velouté bedeckt einen Krautsalat, der das Thema Kohl wieder aufnahm. Sehr zurückhaltende Aromen begleitenden die Muschel, was dieser natürlich zu Gute kam. Auf zu Gang drei in unserer Auswahl "Rosenkohl, Kartoffel, orientalische Gewürze" hatten wir auch gemeinsam ausgewählt.
Dicker Aromen-Teller! Die bissfest vorgegarten Blumenkohlröschen Hälften wurden in einem Gewürz mit enormen Duft beim braten angeschwenkt. ich tippte erst auf ein Curry, aber ich denke im Nachhinein, dass es Ras el Hanout gewesen sein könnte. Diese Duft-Bombe und ebenso Aromen-Knaller wurde auf einen Kartoffelschaum angerichtet. Der Schaum fing das ganze dann wieder etwa ein, aber das war genauso ein Teller, den ich nachbestellt hätte, sehr gut gelungen war der. Beim vierten Gang teilten sich unserer Wege, meine Frau hatte ein vegetarisches Gericht gewählt.
"Süßkartoffel, Sesam, Gochujang, Yuzu" war das in der Karte betitelt. Und weil ich kein großer Freund von Süßkartoffel bin, hatte ich diesen Gang verschmäht. Zu Unrecht, wie ich beim Probiererle feststellen konnte. Tolle vegetarische Küche, so hätte ich die Süßkartoffel auch gemocht. Ich hatte stattdessen den Nummer sicher Gang ausgewählt.
"Schweinebauch, Rotkohl, Pastinake, Feldsalat" hatte Koch Frederic ( mit Köchen dieses Namens habe ich stets gute Erfahrungen gemacht ) diesen Gang betitelt. In Menüs bin ich fast immer geneigt, die Fleischgänge abzuwählen, weil ich die Alternativen interessanter finde. Aber im Margaux sind die Fleischgänge immer auf das wesentliche reduziert und das mag ich dann sehr gerne. Toller Rotkohl, saftiges und resches Fleisch, gute Sauce zum Püree, einzig dieser Crumble von Feldsalat, der erschloss sich mir nicht. Der hätte einfach weg gelassen werden können. Dessert ging noch, wir beide erwählten "Esskastanie, Weiße Schokolade, Preiselbeere".
Kleiner, kreativer, süßer Abschluss unseres ersten Menüs im ehemaligen Moana, jetzt Margaux. Und als Fazit bleibt einfach zu sagen. Alles bleibt wie es war. Sehr schön! Küche und Service liefern weiterhin kreative Speisen in einem schönem Ambiente. Auf der Weinkarte sollte jeder fündig werden, ansonsten hat der Service noch Alternativen in petto außerhalb der Karte. Und da eh mit Coravin ausgeschenkt wird, kann man ja auch mal eine Flasche vom Chateau Margaux anbieten..........ich würde mich opfern und probieren.
Die Weinbar Moana heißt jetzt Weinbar Margaux, kurz nach dem Beginn des neuen Jahres vollzog man einen Namenswechsel. Mitbekommen hatte ich das, weil ich genau zu der Zeit der Neuausrichtung mit Namenswechsel einen Tisch in einer meiner liebsten Gastronomien in Osnabrück reservieren wollte. Das war leider nicht möglich, ich bekam aber den Hinweis, dass ich ab Anfang März wieder einkehren würde können. Gesagt, getan, ich war ja neugierig, hatte ich für den 7. März abends einen Tisch für meine Frau... mehr lesen
Margaux Wein- und Vorspeisenbar
Margaux Wein- und Vorspeisenbar€-€€€Restaurant, Bar054122715Markt 24, 49074 Osnabrück
4.0 stars -
"Nur ein neuer Name?" Carsten1972Die Weinbar Moana heißt jetzt Weinbar Margaux, kurz nach dem Beginn des neuen Jahres vollzog man einen Namenswechsel. Mitbekommen hatte ich das, weil ich genau zu der Zeit der Neuausrichtung mit Namenswechsel einen Tisch in einer meiner liebsten Gastronomien in Osnabrück reservieren wollte. Das war leider nicht möglich, ich bekam aber den Hinweis, dass ich ab Anfang März wieder einkehren würde können. Gesagt, getan, ich war ja neugierig, hatte ich für den 7. März abends einen Tisch für meine Frau
Geschrieben am 08.03.2026 2026-03-08| Aktualisiert am
10.03.2026
Eine Woche Österreich, gegen Donnerstag Mittag hatte ich meine Termine dort abgeschlossen. Die TAG Verdichterstation der Trans-Austria Gaspipeline hatte ein Problem mit Ausrüstung, die wir geliefert hatten. Und so hatte ich es mich in die Gegend südlich von Wien verschlagen. Kleiner Tipp am Rande, das Hilton Garden Inn in Wiener Neustadt ist ein sehr empfehlenswertes Hotel. Für ganz nach Hause bis ins Münsterland war die Zeit schon zu weit fortgeschritten. Aber ich habe inzwischen ein paar sichere Orte für eine Zwischenübernachtung auf dem Weg von Österreich nach Hause. Einer davon liegt im kleinen Ort Niederwinkling, nicht weit von Deggendorf entfernt. Hotel und Restaurant betreibt die Familie Buchner, die im Nachbarort Welchenberg auch ein mit einem Stern ausgezeichnetes zweites Restaurant führt. Ohne Probleme war ein Zimmer und ein Tisch für das Abendessen im Restaurant Antama reserviert.
Ich kam bei schönstem Frühlingswetter an und checkte ohne großen Aufwand ein. Die Zimmer sind ganz nach meinem Geschmack. Sehr schlicht, aber geschmackvoll mit geölter massiver Eiche eingerichtet, fühle ich mich hier immer sehr wohl. Ein paar Mails warteten noch auf ihre Bearbeitung, dann war es 18:30 Uhr und ich machte mich auf den Weg zum Restaurant. Die Karte lässt sich auf der HP einsehen. Nach einer Woche sehr leckerer, aber eher bodenständiger österreichischer Kost war mir danach, ein wenig feiner zu dinieren. Da ich nicht sicher war, wie spät ich ankommen würde, hatte ich nicht im Sterne Restaurant reserviert, es gibt ein Transferangebot dorthin aus dem Hotel, stattdessen gedachte ich im Antama zu speisen. Im Vorfeld hatte ich mir schon einen Plan zurecht gerückt, von dem ich hoffte, dass Service und Küche ihn mir erfüllen würden.
Es war nicht viel los in dieser ersten Märzwoche 2026 und ich durfte mir einen Tisch aussuchen. Speisen und Weinkarte wurden gereicht und ich schaute nach was passendem zu obigen Plan. Das fand sich dann auch und die freundliche Dame aus dem zweiköpfigen Serviceteam wurde mit meinem Wunsch konfrontiert. Ich fragte, ob es für die Küche okay sein würde, mir aus den 5 angebotenen Vorspeisen ein Menü in 4 Gängen zusammen zu stellen. Kurze Rückfrage, alles klar war die Antwort! Ich hatte vermutlich auch ein bisschen Glück, dass so wenig los war. Zum erfüllten Menüwunsch erwählte ich mir diesen grünen Veltliner aus Loiben in der Wachau als Begleitung.
Zur näheren Info auch die Rückseite. Familie Knoll führt eines der renommiertesten Weingüter in der Wachau und dieser Federspiel ( bei uns in etwa erste Lage / premier cru ) aus der Lage Kreutles war eine Neuentdeckung für mich! Der wird sicher noch den Weg in meinen Weinkeller finden.
Nun denn, bevor alle weg klicken, weil ich wieder schwafle, auf zum wichtigsten, den Speisen. 5 Vorspeisen fanden sich in der Karte, aus vieren hatte ich mir ein Menü zusammengebastelt. Heraus fiel dabei ein Gericht mit Entenleber. Die fand sich dann aber in einem Gruß der Küche wieder.
Dazu reichte der Service dann auch zweierlei Brot, sehr gute Qualität, mit einer perfekt abgeschmeckten Salz Butter und Olivenöl, dass frisch in eine Schale mit Salzkristallen gegossen wurde. Schon jetzt setzte die Küche klare Statements in Sachen Qualität und es wurde sehr deutlich, dass man keineswegs daran dachte, sich schlechter zu präsentieren als die Kollegen im Nachbarort. Mir sollte es recht sein, ich freute mich auf meinen ersten Gang.
Der wurde dann in Präsentation und Geschmack eines der Highlights dieses Abends! WILDGARNELE | Shiso | weiße Tomate | Koriander | Miso hatte die Karte das Gericht benannt. Heraus kam roh marinierte Garnele, die sich wunderbar in einem recht sauren Sud selbst garte. Meine Küche, Meeresfrüchte mit japanischen Geschmacksbildern und mutiger Säure, ich liebe es. Ein tolles Gericht, dass lange in Erinnerung bleiben wird. Von Null auf 100 in weniger als 5 Sekunden würde der Petrolhead sagen. Ich hoffte, dass das Niveau anhalten würde. Aber anstatt meines zweiten Gangs schob die Küche noch das hier ein.
Was wieder zeigt, wie sehr sich ambitionierte Menschen in der Gastronomie freuen, wenn sich Kunden über ihre Anstrengungen freuen und das Kund tun. Die Freude bescherte mir einen zweiten Küchengruß in Form eines gebeizten Lachs, der noch Tataki Style angebrannt wurde. Der badete wiederum in einem Sud, der geschmacklich an Kefir erinnerte, fermentierte Milcharomen zeichneten den aus. Dazu wieder Säure, etwas Schärfe und Crunch, wieder sehr gut! Jetzt aber freute ich mich auf Gang zwei meiner Wahl ( die Reihenfolge hatte ich mir so erbeten ).
Die Küche hatte das KRUSTENTIERSCHAUMSUPPE mit Schneekrabbe | Kerbelknolle | Limetten- Koriander- Mayonnaise genannt. Der Fond wurde am Tisch um eine krosse Krokette mit dem Krabbenfleisch gegossen. Und natürlich ging das arme Ding in dem wunderbaren Fond unter. Ich bedauerte das nicht, sondern erfreute mich an einer herzerwärmenden, hervorragenden Suppe! Perfektes Handwerk in Nachschlag Qualität. Nach diesem warmen Intermezzo gab es noch einen kalten Gang.
BLUEFIN THUNFISCH mit Sesam Dashi | Schwarzrettich | Buchenpilz | Yuzu ging aromatisch wieder in Richtung der ersten beiden Gänge. Die Küche spielte die feine Aromaten-Klinge und so schmeichelte der Teller in einem geschmeidigem Spiel aus Fettigkeit, Säure, Salzigkeit und gut abgewogenen Umami! Ja, wer kann, der kann, die drei Fisch-Meeresfrüchtegänge zeigten es, hier liebt es jemand, Meeresbewohner äußerst gut auf den Teller zu bringen. Zum Schluss aber wollte ich aber noch mal kräftig in den Aromen-Topf langen. Es gab als vierten Gang KALBSBRIES mit Schmorlauch | Sellerie | Buchweizen | Périgord Trüffel.
Die feine Klinge war weg, jetzt kam der Vorschlaghammer in Form von Trüffel, und von einer sehr tiefen, aromatischen Jus! Das Bries fand sich zwischen Pasta ( Lasagne ) Blättern in Schichten ( mille feuille in herzhaft ), und nach jeder Schicht wurde das Umami dicker und dicker! Gut, dass ich das als Abschluss erwählt hatte. Warmer, wahrer Höhepunkt des Menüs! Aber Dessert ging noch, also wurde nach mal nach der Karte gefragt.
PANNA COTTA kombiniert mit Orange | Kalamansi | Mandarine | Pampelmuse klang ( psychologisch ) ausreichend leicht, um noch bewältigt zu werden und Zitrusfrüchte sind gesund sagt meine Frau! Schmeckte aber gar nicht so, sondern sehr gut! Begleitet von einem ordentlichen Espresso schloss ich ein ausnehmend gutes Menü ab.
Die Küche hatte geliefert, was ich mir erhofft hatte. Ich hätte über dieses Menü auch nicht gemeckert, wenn es mir in einem Sterne Restaurant serviert worden wär. Chapeau, liebes Küchenteam vom Antama, ihr habt mir einen tollen, genussreichen Abend bereitet. Und in dieses Lob schließe ich die Dame und den Herrn ein, die über den Abend den einsamen Reisenden am Tisch immer im Auge hatten.
Ich komme sicher wieder, wenn ich an der A3 zwischen Nürnberg und Linz eine Übernachtung brauche. Und empfehle das Hotel und Restaurant der Familie Buchner in Niederwinkling auch für alle Leser dieses Berichts.
Eine Woche Österreich, gegen Donnerstag Mittag hatte ich meine Termine dort abgeschlossen. Die TAG Verdichterstation der Trans-Austria Gaspipeline hatte ein Problem mit Ausrüstung, die wir geliefert hatten. Und so hatte ich es mich in die Gegend südlich von Wien verschlagen. Kleiner Tipp am Rande, das Hilton Garden Inn in Wiener Neustadt ist ein sehr empfehlenswertes Hotel. Für ganz nach Hause bis ins Münsterland war die Zeit schon zu weit fortgeschritten. Aber ich habe inzwischen ein paar sichere Orte für eine... mehr lesen
Restaurant Antama in Buchners Hotel
Restaurant Antama in Buchners Hotel€-€€€Restaurant, Hotel099622035107Hauptstraße 20-22, 94559 Niederwinkling
4.5 stars -
"Bleibt ein erfreulicher Ort zur Einkehr" Carsten1972Eine Woche Österreich, gegen Donnerstag Mittag hatte ich meine Termine dort abgeschlossen. Die TAG Verdichterstation der Trans-Austria Gaspipeline hatte ein Problem mit Ausrüstung, die wir geliefert hatten. Und so hatte ich es mich in die Gegend südlich von Wien verschlagen. Kleiner Tipp am Rande, das Hilton Garden Inn in Wiener Neustadt ist ein sehr empfehlenswertes Hotel. Für ganz nach Hause bis ins Münsterland war die Zeit schon zu weit fortgeschritten. Aber ich habe inzwischen ein paar sichere Orte für eine
Geschrieben am 03.02.2026 2026-02-03| Aktualisiert am
03.02.2026
After Church Konzert im Jazzclub Münster, nach der Kirche geht es an den Hafen für eine gute Portion Jazz aufs Ohr. Auch meine Frau und ich setzen uns regelmäßig in den Zug und fahren von Rheine nach Münster für Konzerte im Jazz Club. Am Sonntag, den 1. Februar hatten wir uns das mal wieder vorgenommen mit dem Plan vor dem Konzert noch ein kleines Mittagessen zu genießen. Das Wetter war kalt, aber sehr sonnig und so nahmen wir uns vor, mal mittels einer großen Runde am Hafenbecken entlang zu schauen, was sich so getan hat an Münsters schöner Wasser ( DO-Ems-Kanal ) Seite.
Der nördliche Teil des Hafenbeckens ist seit Jahren urbanisiert und Ausgehmeile für Münsteraner und Besucher. Jetzt ist auch am südlichen Teil das letzte bisschen Gewerbe weg, nur das Kraftwerk der Stadtwerke Münster wird noch geduldet. Auch hier residieren nun in prunkvollem Ambiente Dienstleister und zunehmend auch Gastronomie. Ein früher Anlieger war die Hafenkäserei Münster. Siehe die Berichte zu der hier bei GG. So ganz scheint sich das nicht gelohnt zu haben, denn inzwischen ist die Produktion dort still gelegt und die Hafenkäserei affiniert und vertreibt ihre Produkte nur noch in ihrer Gastronomie im Gebäude. Den stillgelegten Teil hat ein Münstersches Start-up übernommen, die Finne Brauerei. Craft Bier ist ja seit Jahren ein Trend, und die Jungs von der Finne Brauerei waren ganz früh dabei und sind dem Start-up Status inzwischen entwachsen. Es bot sich die Chance, die Produktion in die Räumlichkeiten der Hafenkäserei zu verlegen, was man dann auch nutzte. Und was gehört zu einem zünftigen Brauhaus? Eine Gastronomie natürlich. Dort wurden Netzwerke genutzt und so kam es, dass Pascal Hinkelammert seinen Posten als sous chef des Coeur d'artichaut verließ ( sicher nicht zur Freude von Freund und Chef Frederic Morel ) und die Aufgabe annahm, am Hafen eine Brauhaus Gastronomie zu eröffnen.
Das alles wussten wir natürlich im Vorab und beim diesjährigen Silvester Menü im Coeur war Pascal Ehrengast und ich hatte Gelegenheit, mit ihm über seinen neuen Arbeitsort zu reden. Wir verabschiedeten 2025 und uns mit dem Vorsatz, ihn einmal in seiner neuen Küche zu besuchen. Nun denn, also standen wir an besagtem Sonntag mittags vor dem Gebäude der Hafenkäserei und blickten in den als Gastraum genutzten Bereich. es war nicht viel los drinnen und wir entschieden uns, das Mittagessen bei Pascal zu verbringen. Informationen zum Angebot finden sich auf der HP.
An der Stirnwand eine lange Reihe Zapfhähne für ca. 15 bis 20 Biere vom Fass, zum größten Teil eigene Produktion, und dazu ein paar Gastbiere. Das dauert etwas, sich da durch zu arbeiten. Man kann sich Bretter mit kleinen Probierportionen bestellen und sich so an seine Favoriten heran trinken.
Pascal serviert dazu eine kleine, aber strikt handwerkliche Karte, von der er denkt, dass sie den Brauhaus Gedanken widerspiegelt. Für meine Frau und mich servierte Pascal uns, es war noch ruhig und wir hatten Zeit ein bisschen zu klönen, grilled Sandwich.
LEVANTE PEAS
Erbsen Humus · Feta · gepickelte
Zwiebeln · Kräuter
FINNES FAVORIT
Susländer Schweinebauch ·Coleslaw ·
Petersilie ·Koriander · Teriyaki Sauce
KÄSEPLATTE
Variationen von der
Hafenkäserei &
Käsespezialitäten Kürten mit
Röstbrotscheiben
War der Abschluss, wir mussten rüber auf die andere Seite zum Jazzclub. Kleiner Tipp am Rande, wenn man es mag, immer die Plätze am großen Fenster zum Hafen nehmen, der Blick ist wunderbar, auch wenn der Verzehr etwas anstrengender ist als an den normalen Tischen. Wir kommen definitiv mal in größerem Kreis wieder, ein schöner Ort!
After Church Konzert im Jazzclub Münster, nach der Kirche geht es an den Hafen für eine gute Portion Jazz aufs Ohr. Auch meine Frau und ich setzen uns regelmäßig in den Zug und fahren von Rheine nach Münster für Konzerte im Jazz Club. Am Sonntag, den 1. Februar hatten wir uns das mal wieder vorgenommen mit dem Plan vor dem Konzert noch ein kleines Mittagessen zu genießen. Das Wetter war kalt, aber sehr sonnig und so nahmen wir uns vor,... mehr lesen
Gastraum der Finne Hafenbrauerei
Gastraum der Finne Hafenbrauerei€-€€€Restaurant, Hausbrauerei, Brauhaus025174867004Am Mittelhafen 20, 48155 Münster
4.0 stars -
"Kurz mal reingeschnuppert" Carsten1972After Church Konzert im Jazzclub Münster, nach der Kirche geht es an den Hafen für eine gute Portion Jazz aufs Ohr. Auch meine Frau und ich setzen uns regelmäßig in den Zug und fahren von Rheine nach Münster für Konzerte im Jazz Club. Am Sonntag, den 1. Februar hatten wir uns das mal wieder vorgenommen mit dem Plan vor dem Konzert noch ein kleines Mittagessen zu genießen. Das Wetter war kalt, aber sehr sonnig und so nahmen wir uns vor,
Geschrieben am 28.01.2026 2026-01-28| Aktualisiert am
29.01.2026
Besucht am 27.01.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
„Ein Ausflug im Finistère“, so hatte Olivier Bellin, Chef der Auberge de Glazicks im Dörfchen Plomodiern zwischen Brest und Quimper, eines seiner Menüs genannt, als meine Frau und ich am 28. Juni 2025 seinem Restaurant einen Besuch abstatteten. Ein wesentlicher Grund für diesen Besuch der mit zwei Sternen ausgezeichneten Auberge de Glazicks war der Fakt, dass Frederic Morel einen prägenden Teil seiner Lehrjahre als Jungkoch bei Olivier Bellin verbracht hat. Bevor es ihn dann, zu meinem größten Vergnügen, über verschiedene Stationen letztendlich nach Münster verschlagen hat. Sein Coeur d’artichaut, inzwischen ebenfalls mit zwei Sternen auf dem Niveau seines Lehrmeisters, ist unser kulinarischer Herzens- und Genussort geworden. Es gibt in meiner Region ein paar Gastronomien, die ich sehr schätze und gerne besuche, aber ein Besuch am alten Fischmarkt ist immer Balsam für meine (Genießer) Seele.
Seit Jahren war es ein Thema zwischen Fred und mir, dass er Olivier Bellin gerne mal für ein 4 Hands Diner zu sich nach Münster holen möchte. Bisher hatte das nicht geklappt, weswegen wir also mal vor Ort seine Küche gustatorisch in Augenschein genommen hatten. Wir hatten aber Fred mit auf den Weg gegeben, sollte es klappen, „unser Tisch“ direkt an der Ecke vom Pass darf für diesen Abend nur von uns belegt werden, ergo, er sollte uns sofort reservieren bei Zusage.
Familie Morel verbringt ihren Sommerurlaub stets in der Heimat von Freds Familie, in Brest. Und natürlich waren sie also im Sommer 2025 ( kurz nach unserem Besuch ) auch Gäste der Auberge de Glazicks. Und in der Zeit gelang es, Monsieur Bellin zu überzeugen im Winter nach Münster zu kommen! Bingo! Als alles sicher gebucht und organisiert war, wurde der Tisch für meine Frau und mich am Abend des 27. Januar fest reserviert und wir warteten voller Freude auf den Abend.
Um halb sieben fanden meine Frau und ich uns im Coeur d’Artichaut ein und wurden von Elisabeth Morel in Empfang genommen. Drinnen wuselten Küchenteam und Service noch durch die Vorbereitung des Abends. Ich nahm zuerst mal den Umbau des Barbereichs nach Silvester in Augenschein.
Die Bar ist weg, stattdessen ist die Patisserie nun auch hier angesiedelt und nutzt einen separaten Pass zum Gästebereich, die offene Küche ist hier als Konzept fortgesetzt. Rechter Hand ist ein neuer Barbereich entstanden, vor dem großen Tisch für umfangreichere Gästegruppen. Ich kann mir vorstellen, uns dort einmal zu platzieren bei einem Besuch. Der Platz gefällt mir sehr.
Chef OB und Chef FM standen schon mit dem Team des Coeur bereit, der Abend und das Menü konnte beginnen. Mit einem Cidre (what else?) als Aperitif startete ich in den Abend. Am Tisch konnten wir das Menü erstmalig in Augenschein nehmen.
Was uns sofort sehr positiv stimmte, ein reines Fisch- und Meeresfrüchtemenü in 6 Gängen hatten sich die beiden für ihre Gäste ausgedacht. Dazu die üblichen Amuse Gueule vorweg und noch was hinterher, man ist ja im fine dining Bereich. Die Amuse kamen abwechselnd von Fred und Olivier an den Tisch.
Artischockenrolle von Fred
Tartelette von der roten Beete mit Meereschnecke von Olivier
Venusmuschel, Nussbutter und Mandel von Olivier
Macaron Sauerkraut und Steinköhler von Fred
Hausgebackenes Brot waren der Auftakt des Menüs. Hier schon zeigten sich Unterschiede in den Küchenstilen der beiden Chefs. Olivier Bellin hat eine sehr regionale Küche geprägt. In seiner Auberge bekamen wir eine Landkarte des Finisterre, auf dem die Lieferanten aufgeführt wurden. Er kombiniert sehr gerne alles aus dem Meer nicht nur mit Fleisch, im Stil von Surf & Turf, sondern führt das weiter in die klassische französische Charcuterie. Da ist dann auch mal Schweinsfuß dabei, Collageen pur, oder Kalbskopf, kombiniert mit sehr vorsichtig gegarten Dingen aus dem Meer. Olivier spielt dann gerne mit der Jodigkeit dieser Zutaten, was man dann auch mögen muss. Fred dagegen ist in meinen Augen immer dann auf höchstem Niveau unterwegs, wenn er seiner Leidenschaft für Meeresfrüchte frönt. Diese kombiniert er mit fermentierten Aromen und exotischen Gewürzen. Also schauen wir mal auf die Gangfolge, jeweils abwechselnd verantwortet von Olivier und Fred.
Vor dem Beginn der eigentlichen Gänge stellte Fred seinen Mentor den Gästen vor, das war ein sehr emotionaler Augenblick. Zwei gestandene Bretonen, die in Hinsicht auf ihre Beziehung ein paar Tränen verdrücken mussten! Zwei leidenschaftliche Köche, zwei überzeugte Bretonen, die mit ganzem Herzen kochen!
Fred startete den Reigen der Gänge mit Steinbutt, Osietra Kaviar und Alge. Ein Gang im Stile einer Ceviche, der Fisch „garte“ in der Sauce nach. Feine Säure zog sich durch das Gericht, ergänzt um die Jodigkeit des Kaviars. Sehr eleganter Auftakt.
Jakobsmuschel und Sauce charcutière war der erste Gang des Menüs aus den Händen von Olivier. Eine Essenz des schon beschriebenen Kochstils von Olivier Bellin. Es klingt verrückt, eine klassische französische Sauce zubereitet aus Schweinefüßen und deren Collagen mit einer sehr rohen ( und sehr großen ) Jakobsmuschel zu servieren. Auf nur einer Seite scharf gegrillt, waren die Zutaten aber genau so dosiert, dass die Muschel nicht unterging. Einer der besten Gänge des Abends.
Der zweite, für mich persönlich, Höhepunkt des Abends kam wieder von Fred. Kaisergranat, in einer sehr großen Sortierung. Spargel ( fermentiert ) in einer Beurre blanc sowie Kosho machten die auch sehr rohe Zubereitung ( nur auf einer Seite gegrillt ) zu einem der besten Gerichte des Abends.
Laut Fred ein signature dish von Olivier Bellin, Hummer, Schweinskopf, Blutwurst, Hummer Sauce. Über diese wilde Kombination hatte ich schon mal im Sommer 2025 gegrübelt, als ich den Teller vor mir stehen sah beim Besuch der Auberge. Erst mal denkt man ja, wie soll das funktionieren? Aber wie immer, erst probieren, dann rezensieren! Das ist ungewöhnlich, auch weil der Hummer wieder sehr „bleu“ ( roh ) auf den Teller kam. Aber insgesamt machte das dann doch wieder viel Spaß.
Zum Abschluss der herzhaften Gänge noch ein Teller von Olivier Bellin. Bretonische Rotbarbe wurde auf einer Seite scharf und kurz angegrilt, also noch recht roh auf dem Teller angerichtet. Für Crunch sorgten frittierte Schuppen, cremig wurde es durch eine Enten Konsommee. Farbe brachte gegrillter Spinat auf den Teller. Olivier Bellin Küche pur zum Abschluss.
Fred sorgte wieder für das Dessert. Unfassbare Fingerfertigkeit war gefordert in der Patisserie beim Platzieren der einzelnen Zutaten auf dem Teller. Die neue Anrichte im Barbereich ließ mich zuschauen beim Anrichten der Teller. Frischkäse nahm Bezug auf Käsekuchen und erhielt Aromen aus Cassis.
Betthupferl waren ein schöner Abschluss eines besonderen Abends.
Wie immer war es für mich wunderbar der Küche beim Zubereiten und anrichten der Teller zusehen zu können.
Wir beide, meine Frau und ich, waren sehr glücklich Teil dieses Abends gewesen zu sein. Es bleibt dabei, das Coeur d’artichaut bleibt unser kulinarischer Herzensort! Und Olivier sehen wir Ende Juni 2026 wieder, wir haben uns verabschiedet mit einer Verabredung zu einem neuen kulinarischen Spaziergang durch das Finisterre.
„Ein Ausflug im Finistère“, so hatte Olivier Bellin, Chef der Auberge de Glazicks im Dörfchen Plomodiern zwischen Brest und Quimper, eines seiner Menüs genannt, als meine Frau und ich am 28. Juni 2025 seinem Restaurant einen Besuch abstatteten. Ein wesentlicher Grund für diesen Besuch der mit zwei Sternen ausgezeichneten Auberge de Glazicks war der Fakt, dass Frederic Morel einen prägenden Teil seiner Lehrjahre als Jungkoch bei Olivier Bellin verbracht hat. Bevor es ihn dann, zu meinem größten Vergnügen, über verschiedene... mehr lesen
Coeur D‘Artichaut - Restaurant
Coeur D‘Artichaut - Restaurant€-€€€Sternerestaurant025139582823Alter Fischmarkt 11 a, 48143 Münster
5.0 stars -
"Menu Balade en Finistère" Carsten1972„Ein Ausflug im Finistère“, so hatte Olivier Bellin, Chef der Auberge de Glazicks im Dörfchen Plomodiern zwischen Brest und Quimper, eines seiner Menüs genannt, als meine Frau und ich am 28. Juni 2025 seinem Restaurant einen Besuch abstatteten. Ein wesentlicher Grund für diesen Besuch der mit zwei Sternen ausgezeichneten Auberge de Glazicks war der Fakt, dass Frederic Morel einen prägenden Teil seiner Lehrjahre als Jungkoch bei Olivier Bellin verbracht hat. Bevor es ihn dann, zu meinem größten Vergnügen, über verschiedene
Geschrieben am 28.12.2025 2025-12-28| Aktualisiert am
28.12.2025
Besucht am 20.12.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
In Münsters relativ informativem Stadtmagazin "Münster geht aus" hatte ich unter der Rubrik "fine dining" neben den üblichen besternten und un-besternten Vertretern einen für mich neuen Eintrag erblickt. Das Restaurant RECKOS im Mauritzhof-Hotel in Nähe des HBF am Rand der City, genau außerhalb des Innenstadtumschließenden Promenadenrings, für Unkundige, die Verkehrsreichste Fahrradstraße der BRD. Straßenangewandt blickt man vom Hotel auf diesen Grün-Ring, in dem besagte Promenade verläuft. Ich kannte das Hotel, aber das Restaurant war bisher nicht auf mein Radar geraten, weil ich es bisher eher als Beköstigungsmöglichkeit für Hotelgäste wahrgenommen hatte ohne großen Drang, auch externe Gäste zu verköstigen. Aber nun schaute ich mal auf der HP nach dem Restaurant. Und was ich dort fand, ließ mich für Samstag, den 20.12.25 spontan einen Tisch für meine Frau und mich buchen. Erstaunlicherweise war es auch kein Problem einen Tisch zu reservieren am letzten Adventswochenende in Münster, obwohl wieder mal mehr als eine Million Gäste über die W-Märkte in der City herfielen (anders kann man es nicht nennen, beschaulich geht anders!).
Wir fuhren also mit einem merklich mehr als gut ausgelasteten Zug von Rheine nach Münster und standen nach einem zehnminütigen Spaziergang in der Lobby des Mauritzhof Hotels. Der Trubel blieb draußen, in der Bar ein paar Gäste, der Service nahm uns in Empfang und brachte unsere Wintergarderobe erstmal unter. Danach ging es zum ( vom Eingang aus gesehen ) hinter der Lobby-Bar liegenden Restaurantbereich. Von dem blickt man in die offene Küche, in der schon geschäftig gewerkelt wurde von zwei Köchen. Auch hier war es schön ruhig, wir waren sehr erfreut, dass es in Münster auch in diesem trubeligen Tagen einen ruhigen Ort zur Einkehr zu geben scheint. Unser Tisch mit Blick auf die Promenade
Die Karten wurden gereicht, einsehbar auf der HP, eine Flasche Wasser bestellt und wir widmeten uns den kulinarischen Ideen der Küche unter Leitung von Küchenchef René Sygusch. Die Karte besteht aus 12 Gerichten, in der vegetarischen Version aus 7 Gerichten, unter dem Motto "ENJOY-SHARE-GRAZE". Die Gerichte lassen sich auch ganz klassisch a la carte bestellen, aber es wird klar, dass die Idee dahinter ein Degustationsmenü in 4, 6 oder 12 Gängen ist. Bei dem man dann auch mal am Teller des Gegenüber naschen kann, wenn er denn anders bestellt als man selber. Sowas gefällt uns ja immer, wir sind beide offen für Ideen von kreativen Köchen und haben keine großen roten Linien bei Produkten oder Verarbeitungen, überlassen uns also der Kreativität der Küche. Schnell stand fest, dass wir uns auf jeweils 6 Gänge einlassen und auch aus der gut sortierten Weinkarte wurde eine Flasche bestellt. Muschelkalk Chardonnay von Klumpp
Mit der Flasche kam ein Gruß der Küche, hausgebackenes Brot mit verschiedenen Aromen, dazu ein Hüttenkäse und eine gesalzene und aufgeschlagene Butter mit einem kleinen Klecks eines Kräuteröls. Küchengruß
Es hatte etwas gedauert, eine Auswahl aus dem Angebot zu treffen, aber letztendlich fanden sich für uns beide die richtigen 6 Gänge, manches bestellten wir gleich, aber nicht am gleichen Platz der Menüfolge, manches orderte nur einer, eine, probieren konnten es aber jeweils beide. Somit ohne Rücksicht auf unsere Menüfolge hier die verkosteten Gänge. Gelbe Beete
GELBE BEETE mit Staudensellerie, Passionsfrucht, Rettich konnte man aus der Karte zu diesem Gang entnehmen. Und schon in diesem Gang ließ die Küche uns erschmecken, dass sie Gerichte mit mutiger, lebendiger Säure mag. Vegetarisch Gang wie er sein muss. Die Passionsfrucht brachte vernehmliche Säure ins Gericht, die Süße aus den Beeten hielt dagegen. Sellerie und Rettich brachten eine gewisse Herzhaftigkeit ins Gericht, das war ein feiner Start. Tartar Stulle
TATAR STULLE mit Eigelb, Zitrone, Crème Fraîche war dagegen ein völlig anderer Gang, tiefes Umami ergänzt durch die Fettigkeit der Creme und des Eigelbs, eingefangen durch wiederum Säure aus Zitrone. Drunter der Crunch des gerösteten Brotes. Eines der besten Rindertartar Gerichte, die ich bisher in meinem Leben gegessen habe. Rindersülze
RINDERSÜLZE mit eingelegten Gemüsen, Kräuter, Kopfsalat wurde bestellt, weil es in einer Degustations-Menü-Folge wirklich ein Exot ist als Zutat. Auch hier wieder, wie in quasi allen Gerichten, war die Sauce ein Hauptdarsteller im Gericht. Sülze ist ein eher frisches, essigsauer betontes Gericht, eher leicht in den Aromen, Die Küche schaffte es, dem eine Sauce beizustellen, die es trotz merklich kräutiger Aromen und wieder etwas Säure Schaffte, die Sülze als Hauptzutat zu betonen. Der Brot-Chip war wohl dosierter Crunch, wieder ein toller Teller der kalten Küche. Lachs gebeizt
LACHS GEBEIZT mit Süßkartoffel, Koriander, Orange, Sumach war der letzte kalt angerichtete Teller aus dem "Vorspeisenteil" der Karte (wobei die Einteilung in diesem Konzept gar keine so große Rolle spielt). Kühl, frische, ätherisch-zitrische Noten bestimmten dieses Gericht. Die Süßkartoffel brachte ein bisschen Fundament in den Teller. Sumach sorgte für arabische Noten im Gericht, Favorit meiner Frau! Sellerie aus der vegetarischen Karte
SELLERIE mit Karotte, Fenchel, Blaubeere war ein Gericht aus der vegetarischen Karte, es lässt sich aber erkennen, das die Basis der vegetarischen Karte aus der Hauptkarte abgeleitet wird. Aber gerade bei vegetarischen Gerichten muss die Küche zeigen was sie kann. Sie stellen höhere Anforderungen an Zutaten, Aromen-Kombinationen und Gar-Methoden. Hier zeigt sich meiner Meinung nach, wie gut die Küche wirklich ist. Und schon optisch konnte dieses Gericht mit den anderen gut mithalten. Auch hier wieder ein gelungene Balance aus Cremigkeit, Fettigkeit, Umami, Säure, Süße, alles dran, was es braucht, damit es nicht langweilig ist. Heilbutt
HEILBUTT mit Kohlrabi, Miso war ein warm servierter Fischgang. und sowohl das Genießerherz meiner Frau als auch meines jauchzten bei der Sauce, Beurre blanc in sehr gut mit Yuzu! Und wenn diese Beurre blanc dann zu gutem Fisch serviert kann das Gericht gar nicht mehr anders als gut werden! Spätestens hier war ein Band geknüpft zwischen unserem Tisch, dem Service und der immer neugieriger werdenden Küche! Neugier auf die Gäste, die ständig Freude äußern und nach Details der Gerichte fragten! Bester warmer Teller des Abends! Schweinsbacke
SCHWEINEBACKE mit Wirsing, Bergkäse, Dashi, Dunkelbier war der Abschluss der herzhaften Gerichte an diesem Abend für uns. Tadellos geschmortes, aber irgendwie danach noch mit einer knusprigen Kruste versehenes Bäckchen. Das in einer sehr guten Jus badete, das letzte Brot half, keine Sauce an die Küche zurück gehen zu lassen. Kohliges Aroma pur im Püree, sehr gut passend zum Fleisch. Ein kleines bisschen Frische durch die gerollte Kohl-Roulade mit exotischen, japanischen Aromen. Ziegenkäseschaum
ZIEGENKÄSESCHAUM mit Paprika, Himbeere, Feige war der erste süße Gang. Die Küche traut sich vermeintlich herzhafte Zutaten in einem Dessert zu verarbeiten. Ganz unten frische Feige, darüber ein Schaum, der die nötige Fettigkeit in den Teller brachte, Paprika eher süß mariniert oder eingelegt darüber und eine Nocke Sorbet. Ebenso kreativ und für mich noch einen Ticken interessanter das zweite Dessert. Süße Tomate
SÜSSE TOMATE mit Mandel, Oliven, Honig, Minze machte die Tomate zum Hauptdarsteller eines Desserts. In zwei Variationen fand sich die Tomate auf dem Teller, einmal recht Natur, eher süßlich schmeckend und einmal als säurebetontes Chutney. Das Ganze wieder eingefangen durch sahniges Eis und den Honig. Toller Abschluss.
Der Service in Form einer Dame und zwei männlichen Kollegen machte große Freude vom Betreten bis zum Verlassen des Mauritzhof Hotels. Engagiert widmete man sich allen unseren Fragen und Wünschen, bis hin zu detailliertem nachhaken bei bestimmten Aspekten die Zutaten betreffend.
Was das Küchenteam abgeliefert hat ist oben eingehend beschrieben. Meine Frau und ich waren sehr beeindruckt! Das Konzept und dessen Umsetzung hat uns beeindruckend gut gefallen. Um auf meine Frage im Titel zurück zu kommen. Ist das jetzt fine dining? Vielleicht nicht bei den Zutaten, ganz sicher nicht (und zur Freude der Kunden) bei den aufgerufenen Menüpreisen, aber in Sachen Kreativität war das für mich fine dining! Relativ banale Zutaten in einer Art und Weise zu verarbeiten und zu servieren, dass die Staunen und Freude beim Kunden verursachen ist fine dining (für mich)!
Wir kommen wieder, ganz sicher!
In Münsters relativ informativem Stadtmagazin "Münster geht aus" hatte ich unter der Rubrik "fine dining" neben den üblichen besternten und un-besternten Vertretern einen für mich neuen Eintrag erblickt. Das Restaurant RECKOS im Mauritzhof-Hotel in Nähe des HBF am Rand der City, genau außerhalb des Innenstadtumschließenden Promenadenrings, für Unkundige, die Verkehrsreichste Fahrradstraße der BRD. Straßenangewandt blickt man vom Hotel auf diesen Grün-Ring, in dem besagte Promenade verläuft. Ich kannte das Hotel, aber das Restaurant war bisher nicht auf mein Radar geraten,... mehr lesen
Reckos Restaurant im Mauritzhof
Reckos Restaurant im Mauritzhof€-€€€Restaurant, Bar025141720Eisenbahnstr. 17, 48143 Münster
4.5 stars -
"Fine dining, oder was?" Carsten1972In Münsters relativ informativem Stadtmagazin "Münster geht aus" hatte ich unter der Rubrik "fine dining" neben den üblichen besternten und un-besternten Vertretern einen für mich neuen Eintrag erblickt. Das Restaurant RECKOS im Mauritzhof-Hotel in Nähe des HBF am Rand der City, genau außerhalb des Innenstadtumschließenden Promenadenrings, für Unkundige, die Verkehrsreichste Fahrradstraße der BRD. Straßenangewandt blickt man vom Hotel auf diesen Grün-Ring, in dem besagte Promenade verläuft. Ich kannte das Hotel, aber das Restaurant war bisher nicht auf mein Radar geraten,
Geschrieben am 08.12.2025 2025-12-08| Aktualisiert am
10.12.2025
Besucht am 06.12.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Nordhorn ist seit langer Zeit ein Ort kulinarischer Trostlosigkeit! Ein Weg, den meine Heimatstadt Rheine auch gerade einschlägt. In Nordhorn habe ich vor langer Zeit mein Abitur gebaut, und bin dann aus meinem Heimatkreis Grafschaft Bentheim zum Studium in die Welt gezogen. Ich kenne mich ein bisschen da aus, auch wenn meine Besuche aus obigen Grund nicht kulinarischer Natur waren. Ein kleiner italienischer Feinkostladen hat mich früher von meiner alten Arbeitsstelle nach Nordhorn locken können, aber nun ist es von Rheine aus ein weiterer Weg. Letzte Woche war ich aber mal wieder über Mittag in Nordhorn, und beschloss nach einem Mittagsimbiss mal einen kleinen Gang durch den Ort zu machen. Beim Gang durch den Stadtpark bemerkte ich an diesem Gebäude eine Änderung,
früher war da ein Café beheimatet. Nun hieß es am Türschild "petit papillon", ein kleiner Schmetterling neu in Nordhorn. Jetzt benennen sich ja viele Cafés, Bistros mit französischem Namen, haben aber, wenn man dem auf den Zahl fühlt, nichts mit französischer Küche am Hut. Ich nahm also die Änderung zur Kenntnis, auch den liebevoll gestalteten Außenbereich, ging aber weiter meiner Wege, bis mir am Ende des Stadtparks ein Koch mit Lastenrad entgegenkam. Das war beladen mit frischen Gemüse und fuhr Richtung Bistro. Nun wurde ich neugierig! Ein Küchenteam, das seine ihre frischen Zutaten selber in die Küche fährt. Also umgekehrt, in den Gastraum, Karte angeschaut und spontan gefragt, ob für Samstag, den 6. Dezember noch ein Tisch für meine Frau und mich frei wäre. War es und so standen wir an besagtem Abend wieder vor dem Haus im Park.
Draußen an der Bude gibt es neben dem üblichen W-Markt "Köstlichkeiten" feine Perl- und Stillweine aus Frankreich und frische Austern. Es war ungemütliches Wetter, also schnell hinein in den ziemlich engen, aber behaglichen eingerichteten Innenraum.
Der Gastraum ist recht klein, im Erdgeschoss muss auch die Küche und die Theke ihren Platz finden. Ein kleiner Wintergarten erweitert diesen Raum, im Obergeschoss stehen weitere Tische für Gesellschaften zur Verfügung.
Ein mir unbekanntes Restaurant bewerte ich zuerst immer nach der Weinkarte! Wird die mit Anspruch geführt, dann ist meist auch das Essen mit dem entsprechenden Anspruch versehen. So auch hier, ein Herr, hier der Sommelier, stellte mit Verve seine Leidenschaft für Weine vor und meine Frau vor die schwere Entscheidung aus der guten Auswahl Champagner oder aus den Weißweinen eine Flasche auszusuchen. Ich war an jenem Abend der Fahrer und stellte meine Ansprüche zurück. Gewählt wurde schließlich ein Pouilly fumé.
Fein ausgebaut im Holz, mit Jahrgang 2020 schon reif genug zum öffnen und für mich die einzige Art, einen Sauvignon blanc genießbar zu finden. Frau war sowieso glücklich mit dem Wein. Recht schnell war dann auch ein Menü erwählt und bestellt. Der Service deckte in weißen Handschuhen den Tisch ein und die Küche grüßte mit einem sehr ordentlichen Baguette und französischer AOP Butter aus der Charentes Poitou. Passte dann auch gut zur Herkunft des Weins.
Meine Frau startete ins Menü mit einem Brioche. Genauer ANCHOIS MARINÉS — Sensationelle Anchovis ( laut Karte ) auf gegrilltem Brioche mit Knoblauchbutter. Genuss kann so einfach sein! Man muss aber wissen, wie man eine gutes Brioche selber backt oder wo man es zukaufen kann.
Wenn das klappt, und man dann bei der Auflage auf Qualität achtet, tolle Anchovis waren das, dann ergibt das die Küche, die man in einem französischen Bistro erwartet. Und die meine Frau und ich so lieben und für die wir den Großteil unserer Urlaubszeit in Frankreich verbringen. Ich hatte für den Start ein für Nordhorn äußerst seltenes ( besser gesagt noch nie wahrgenommen Angebot ) bestellt und wollte auch dort testen, wie es die Küche mit dem französischen Anspruch hält.
GILLARDEAU NO. 2 waren im Angebot! Für 3,50 EUR das Stück! Ich war etwas skeptisch ob des Preises, das war sehr günstig für eine der besten Austernzuchten aus Frankreich! Aber die waren ein Genuss, selbst meine Frau naschte eine. Roh, was sie sonst nie macht. Fleischig, frisch, Meer pur! Nur ein bisschen Zitrone darauf. A part servierte Vinaigrette wurde nicht angerührt, nicht nötig auch bei zwei nachbestellten Exemplaren. Beeindruckender Auftakt in unser Abendessen. Meine Frau ließ sich einen weiteren Klassiker servieren.
SOUPE À L‘OIGNON, aber nicht mit Käse überbacken. Der wurde a part in einem Brioche eingebacken serviert. Wieder dieses tolle Brioche. Diesmal zu einer fast süß anmutenden Suppe, die Zwiebel waren tadellos geschmort und hatten ihre Süße ins Aroma der Suppe übertragen. Bouillon und Wein fügten Akzente zum Geschmack hinzu. Noch ein wirklich guter Gang. Ich genoss währenddessen eine Portion des ersten Gangs meiner Frau mit ebenso so großer Freude. Ab zu den Hauptgängen, meine Frau hatte den FANG DES TAGES geordert.
Konfierter Heilbutt begleitet von einem auf der Haut gebratenen Fisch, ich bin nicht mehr ganz sicher, es war ein Saibling, wenn ich es recht erinnere. Serviert auf einem Rote Beete Risotto und einer Creme von Kürbissen. Dazu ein Kräuteröl. Mein Gegenüber genoss ihren Gang sehr. Ich hatte mich für noch einen Klassiker im Hauptgang entschieden.
BOUILLABAISSE. 100% fait maison laut Karte. FOND / MEERBARBE / MUSCHEL / GARNELE / KABELJAU / KARTOFFEL sollten drin sein, so verriet es mir die Karte zusätzlich. Die Optik war jetzt nicht ganz die des Originals aus Marseille, aber das sah, und roch vor allen Dingen, verlockend aus. Egal was für eine Fischsuppe, sie steht und fällt mit dem Grundfond. Wenn der nicht gut ist, ist alles danach auch verloren. Hier war er wirklich gut gelungen! Und so waren die Venusmuscheln, die Meeresfrüchte und der Fisch feines Beiwerk im Teller. Separat serviert eine Safran Mayonnaise und noch etwas vom guten Baguette.
Das wirklich gute Abendessen schloss mit einer geteilten CRÈME BRÛLÉE ab, ganz wie gewünscht serviert, ohne jeder Dekoration auf dem karamellisierten Zucker. Leider kein Foto, ich bitte das zu verzeihen.
Der Service in Form des Sommeliers und seinen Kolleginnen machte ebenso viel Freude wie die Leistung des Küchenteams. Wir waren immer im Blick, der Umgang war zugewandt und sehr freundlich und engagiert. Bis hin zum eindecken von neuem Besteck in Handschuhen konnte man sich äußerst wohlfühlen. Auch in dieser Hinsicht waren wir sehr zufrieden. Ein kleiner Fehler beim abrechnen wurde souverän korrigiert.
Zum Fazit, was Küche und Service hier bieten, mit einem Inhaber, der ihnen das hier auch möglich macht, macht große Freude. Und ich muss nun sagen, Nordhorn war eine kulinarische Trostlosigkeit. Der kleine Schmetterling im Stadtpark wird uns wiedersehen und dann werde ich mich auch den Bouteillen abseits der Karte widmen, versprochen. Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass Nordhorn diese tolle Angebot zu schätzen weiß und dem reichlich zuspricht.
Nordhorn ist seit langer Zeit ein Ort kulinarischer Trostlosigkeit! Ein Weg, den meine Heimatstadt Rheine auch gerade einschlägt. In Nordhorn habe ich vor langer Zeit mein Abitur gebaut, und bin dann aus meinem Heimatkreis Grafschaft Bentheim zum Studium in die Welt gezogen. Ich kenne mich ein bisschen da aus, auch wenn meine Besuche aus obigen Grund nicht kulinarischer Natur waren. Ein kleiner italienischer Feinkostladen hat mich früher von meiner alten Arbeitsstelle nach Nordhorn locken können, aber nun ist es von... mehr lesen
Petit Papillon - Brasserie & Bistro
Petit Papillon - Brasserie & Bistro€-€€€Bistro05921 7280066Ölmühlensteg 17, 48529 Nordhorn
4.0 stars -
"kulinarischer Lichtblick!" Carsten1972Nordhorn ist seit langer Zeit ein Ort kulinarischer Trostlosigkeit! Ein Weg, den meine Heimatstadt Rheine auch gerade einschlägt. In Nordhorn habe ich vor langer Zeit mein Abitur gebaut, und bin dann aus meinem Heimatkreis Grafschaft Bentheim zum Studium in die Welt gezogen. Ich kenne mich ein bisschen da aus, auch wenn meine Besuche aus obigen Grund nicht kulinarischer Natur waren. Ein kleiner italienischer Feinkostladen hat mich früher von meiner alten Arbeitsstelle nach Nordhorn locken können, aber nun ist es von
Geschrieben am 23.11.2025 2025-11-23| Aktualisiert am
23.11.2025
Am Freitag, den 21. November, gegen Mittag, fuhr ich auf dem Rückweg von Tschechien die A15 von der Grenze Richtung Dreieck Spreewald, als mich mein Auto daran erinnerte, dass ich tanken müsste. Ich gab also mal eine Tankstellen Suche in mein Navi und das lotste mich dann die Abfahrt Lübbenau der A13 runter nach Groß Beuchow. Da konnte ich nachfüllen. Beim verlassen der Tankstelle fuhr ich auf einen Laden zu, der mir schon beim abbiegen von der Autobahn aufgefallen war. Ein Schild vor der Tür verkündete es sei geöffnet und es wurde Kaffee und Kuchen als Angebot verkündet. Direkt am Laden kann man parken, und so passte es mit einer Mittagspause. Ich betrat den Laden und erkannte, dass ich einen perfekten Platz für die Mittagspause gefunden hatte. Im Angebot nicht nur die Produkte des Inhabers dieses Laden und Imbisses. Schloss Beuchow scheint ein Bio Betrieb zu sein und Gastgeber im gleichnamigen Schloss mit Hotel und Restaurant. Hier in diesem Laden vertreibt man seine Produkte und bietet hungrigen Reisenden nahe der Autobahn ein verlockendes Angebot zum Pause machen.
Im Laden sind Sitzgelegenheiten platziert, von denen man sich eine aussuchen kann, wenn man an der Theke beim Eingang seine Wahl getroffen hat.
Und diese Wahl wird einem sehr schwer gemacht! Drei Suppen gab es an meinem ersten Besuch, Kürbis, Sellerie und Linsen. Drei Pizzen werden angeboten, und ein Teil ist quasi Imbiss ( Pommes, Wurst, Fleisch, Currywurst ). Und mit diesem feinen Direktvermarkter Prinzip ist das auch noch weitgehend aus eigener Produktion. Ich erspähte eine Spreewälder Spezialität auf der Karte und begrub den Kaffee und Kuchen Plan teilweise. Kaffee blieb, dazu kam das hier.
Kartoffeln, fein angebratene Drillinge, mit Quark und Leinöl! Ein kleiner Salat dazu, dass ganze für 10 Euro! Wunderbar, ich habe schon lange nicht mehr eine so schmackhafte Mittagspause bei einer Autobahntour verbracht. Ich werde definitiv wieder kommen. Montags und Dienstage gibt es "nur" Frühstück von 8 bis 11 Uhr, den Rest der Woche kann man vom größeren Speisenangebot kosten.
Am Freitag, den 21. November, gegen Mittag, fuhr ich auf dem Rückweg von Tschechien die A15 von der Grenze Richtung Dreieck Spreewald, als mich mein Auto daran erinnerte, dass ich tanken müsste. Ich gab also mal eine Tankstellen Suche in mein Navi und das lotste mich dann die Abfahrt Lübbenau der A13 runter nach Groß Beuchow. Da konnte ich nachfüllen. Beim verlassen der Tankstelle fuhr ich auf einen Laden zu, der mir schon beim abbiegen von der Autobahn aufgefallen war.... mehr lesen
Landware-Imbiss Schloss Beuchow
Landware-Imbiss Schloss Beuchow€-€€€Imbiss015122675010Beuchower Hauptstraße 10, 03222 Groß Beuchow
4.0 stars -
"Ich komme wieder" Carsten1972Am Freitag, den 21. November, gegen Mittag, fuhr ich auf dem Rückweg von Tschechien die A15 von der Grenze Richtung Dreieck Spreewald, als mich mein Auto daran erinnerte, dass ich tanken müsste. Ich gab also mal eine Tankstellen Suche in mein Navi und das lotste mich dann die Abfahrt Lübbenau der A13 runter nach Groß Beuchow. Da konnte ich nachfüllen. Beim verlassen der Tankstelle fuhr ich auf einen Laden zu, der mir schon beim abbiegen von der Autobahn aufgefallen war.
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So fuhren wir beide am Dienstag, den 15.09.26 gegen frühen Abend über den Deich des Rantum Becken von unserer Wohnung in Rantum nach Keitum. Wir hatten bewusst die frühere Schicht gewählt, um noch während der Abenddämmerung wieder auf dem Rückweg zu sein. So standen wir um kurz vor halb sechs vor diesem Haus im Ortskern von Keitum.
Drinnen war auch ich zum ersten Mal, im März 2025 hatte ich einen schönen Tag über den Mittag zur Einkehr auf der Terrasse genutzt. Fotos davon in der Galerie. Drinnen präsentierte sich der Gastraum behaglich schlicht ausgestattet.
Warme Holztöne bestimmten den Bereich in dem sich unser Tisch befand. Garderobe wurde uns abgenommen und wir setzten uns an den Tisch, der für uns vorgesehen war.
Karten wurden uns gereicht, schon eine Flasche Wasser bestellt. Die Speisekarte lässt sich auf der Homepage einsehen. Was sich darbot sorgte dafür, dass es etwas dauerte, bis wir dem Service eine Speisenfolge als Auftrag an die Küche mitgeben konnten. Aber letztendlich konnten wir uns entscheiden, und unser Abendessen begann mit einem Gruß der Küche unter Chef Nicolas Rathge.
Zwei Hörnchen mit einem Graupenrisotto gefüllt, dass mit Algen gewürzt war. Ein Auftakt der gefallen konnte und zum Ort des Geschehens passte. Meine Frau startete mit einem Salat in ihr Abendessen.
Heimatküchen Salat mit Karotte, Buchweizen, Zitrus war der Karte in der Karte betitelt und war das was ein Salat sein muss. Frisch, mit einer guten Vinaigrette versehen und ein bisschen Crunch muss mit dran sein. Ich startete nicht ganz so gesund in mein Abendessen.
Geräucherter Aal serviert auf Brioche mit Mayonnaise und Zwiebel musste ich probieren. Und ja, dass Gericht wusste sehr zu gefallen. Die Küche hatte das Brioche mit etwas Fett / Butter angeröstet, auf dem lagen dann Filet-Stücke des geräucherten Aals. Ein paar Kleckse Mayonnaise sorgten für eine gewisse Fettigkeit, dem Säure von gepickelten Zwiebeln entgegengestellt wurde. Etwas Crunch aus gerösteten Zwiebeln war der letzte Tupfer auf einer sehr guten Vorspeise. Weiter ging es mit einem Zwischengericht, das wir uns beide bestellt hatten.
3 Stunden Friesen-Ei mit Kartoffelschaum, Spinat und Eigelb nannte sich das Gericht in der Karte und alles was in Richtung Onsen Ei geht, mögen wir beide sehr gerne. Schlotzig, seidig-cremiger Löffel-Genuss, der sich noch mit mit 15 g Prunier Kaviar zu 25 € hätte veredeln lassen. Ließen wir aber sein, monetären Luxus hoben wir uns für den noch anstehenden Besuch im Wohnzimmer von JP Berner in Rantum auf. Das war auch ohne dieses Topping ein tolles Gericht.
Zum Hauptgang ließ sich meine Frau noch einen Zwischengang servieren, den ich zu meiner Freude kosten durfte. Kalbszunge mariniert mit Gurke, Radieschen und Petersilie nahm sich starke Anleihen in der burgundischen Küche und war ein toller, in deutschen Küchen inzwischen nicht mehr häufig servierter Gang. Lecker war das! Ich orderte mir Fisch im Hauptgang.
Kabeljau war das, serviert auf einem Kartoffelragout. Ein Angebot aus der Tageskarte. Auch ich hatte keinen Grund zur Klage, tadellos saftig gebraten, mit einer krossen Panade. Gut gegarte Kartoffeln mit einer schönen Butternote in der Sauce ergänzten das auf Feinste. Schlicht und auch sehr gut.
Insgesamt war das gebotene Essen eine gute Küchenleistung. Auf der Homepage beschreibt man sein Konzept so: Wir nennen es Heimatküche - Was dürft ihr bei uns erwarten? Eine kreative neue Mischung aus regionalen Lebensmitteln und der klassischen Küche. Angelehnt an die allseits bekannte Hausmannskost, die wir alle bei unseren Großmüttern lieben gelernt haben. Und dem ist nicht zu widersprechen, ambitionierte gutbürgerliche Küche, die gerade auf Sylt manchmal sehr fehlt. Das hat sehr gefallen. Wein hatten wir auch.
Sind die Federspiel Veltliner von Familie Knoll aus der Wachau auf der Weinkarte, sind sie eine sichere Wahl. Frau orderte noch ein Dessert, wohl dem der als Hauptgang einen Zwischengang bestellt.
Ich weiß nicht mehr, was das war, aber es schmeckte ihr ebenso gut wie die vorhergehenden Gänge. Bei mir ging kein Dessert mehr im klassischen Sinn, aber dafür ein Glas von einem etwas süßeren Tropfen.
Eingeschenkt aus dieser Flasche:
perfekter Abschluss für mich. Dann waren wir durch mit dem Essen. Noch ein Wort zum Service, hauptsächlich kümmerte sich eine junge Dame um unseren Tisch. Sie war vom Fach, hatte immer ein Auge auf ihre Gäste und ließ keinerlei Grund zur Kritik entstehen. Profi eben! Mit einer schönen und angenehmen Portion persönlicher Zuwendung zum Gast.
Wir kommen ganz sicher wieder, wenn wir wieder auf der Insel sind. Die OMA WILMA gefällt uns sehr.