"Gutbürgerliches Kleinod auf der Neupotzer „Paniermeile“ neu entdeckt"
Geschrieben am 19.02.2022 2022-02-19 | Aktualisiert am 19.02.2022
Gasthaus Zum Karpfen
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Gasthaus
072722198
Hauptstraße 1, 76777 Neupotz
"Ausflugsziel aus DDR Zeit"
Geschrieben am 19.02.2022 2022-02-19
Gaststätte am Valtentalsee
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Gasthaus, Ausflugsziel, Eventlocation
03595131786
Valtentalstraße 12, 01904 Neukirch/Lausitz
"Augsburgs ältestes Gasthaus"
Geschrieben am 18.02.2022 2022-02-18 | Aktualisiert am 18.02.2022
Altstadtgasthaus Bauerntanz
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Restaurant, Gasthaus
0821153644
Bauerntanzgäßchen 1, 86150 Augsburg
"Landgasthof im Besten Sinne"
Geschrieben am 18.02.2022 2022-02-18
Landgsthof Zur Suppenschüssel
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Restaurant
062012077
Oberflockenbacher Straße 7, 69469 Weinheim
"Kaffee und mehr"
Geschrieben am 18.02.2022 2022-02-18
Kaffee Kult
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Bistro, Cafe
06214406771
Seckenheimer Straße 34, 68165 Mannheim
"Leider, leider geschlossen!"
Geschrieben am 17.02.2022 2022-02-17
Ess-Schalter Türkische Spezialitäten
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Imbiss, Take Away
063829948900
Saarbrücker Straße 47 a, 67742 Lauterecken
"Kleiner Imbiss-Ableger des Hauptrestaurants, der mich mit seinen italienischen Köstlichkeiten überzeugen konnte."
Geschrieben am 17.02.2022 2022-02-17
Don Vito in der Hüxstraße
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Restaurant, Bistro
01782551916
Hüxstraße 33, 23552 Lübeck
"Die Burger sind lecker, das Ambiente lässt zu wünschen übrig-Valentinstag Teil 2"
Geschrieben am 17.02.2022 2022-02-17 | Aktualisiert am 17.02.2022
Peter Pane
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Restaurant, Bar
Kleine Brüdergasse 1 - 5, 01067 Dresden
"Ein durchwachsener Valentinstagabend"
Geschrieben am 16.02.2022 2022-02-16 | Aktualisiert am 16.02.2022
Spitzwegerich
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Gasthaus, Biergarten
035182148358
Kötzschenbroder Str. 42, 01139 Dresden
"Tolle Stimmung und feine Speisen"
Geschrieben am 16.02.2022 2022-02-16 | Aktualisiert am 20.02.2022
Prunier Cologne | Boutique & Restaurant
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Restaurant
022171595520
Am Hof 48, 50667 Köln
"Kopffüßler treffen auf Vollblutrind ......."
Geschrieben am 16.02.2022 2022-02-16 | Aktualisiert am 16.02.2022
Restaurant La Paella
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Restaurant, Biergarten
068188374988
Kanalstraße 15, 66130 Saarbrücken
"Familie Weck und Julia Fluhr sind perfekte Botschafter unserer Region"
Geschrieben am 15.02.2022 2022-02-15 | Aktualisiert am 15.02.2022
Hermannshöhle Restaurant Weck
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Restaurant
067586486
Niederhäuser Hermannshöhle 1, 55585 Niederhausen
"Hier wäre es der perfekte Geburtstagsabend gewesen-die Mädels wollten nicht hören-jetzt haben wir es nachgeholt"
Geschrieben am 15.02.2022 2022-02-15
Ristorante Le due Terre da Salvatore
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Restaurant, Lieferdienst, Pizzeria
035915305750
Kornstraße 1, 02625 Bautzen
"Wohlfühlgastro"
Geschrieben am 15.02.2022 2022-02-15
Restaurant Haus1680
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Restaurant, Bar, Cafe
098515894024
Dr.-Martin-Luther Straße 15, 91550 Dinkelsbühl
"Auch für besondere Events zu empfehlen"
Geschrieben am 15.02.2022 2022-02-15
Restaurant im Quadrium
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Restaurant, Catering, Take Away
071537501091
Kirchheimer Straße 68-70, 73249 Wernau
"Neue Pächter ab sofort für das Hotel u. Gasthof zum Ochsen in Grasellenbach OT. Hammelbach"
Geschrieben am 14.02.2022 2022-02-14 | Aktualisiert am 19.02.2022
Gasthof Zum Ochsen
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Restaurant, Hotel, Gasthof
062539475312
Schulstr. 9, 64689 Grasellenbach
"Bootshaus Haupt bleibt nach Aushang (siehe Foto) bis Ende März 2022 geschlossen."
Geschrieben am 14.02.2022 2022-02-14
Bootshaus Haupt
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Restaurant
06144335553
An der Fähre 5 / Dammstr., 65462 Ginsheim-Gustavsburg
"Einfach ein schnuckeliges Lokal"
Geschrieben am 14.02.2022 2022-02-14
Ristorante Pizzeria La Torre
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Restaurant, Lieferdienst, Pizzeria
07954926207
Kirchstraße 1, 74592 Kirchberg an der Jagst
"Gute Speisen, beeindruckende Weinauswahl"
Geschrieben am 14.02.2022 2022-02-14 | Aktualisiert am 15.02.2022
Hermannshöhle Restaurant Weck
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Restaurant
067586486
Niederhäuser Hermannshöhle 1, 55585 Niederhausen
"Vom Lob des Einfacheren"
Geschrieben am 13.02.2022 2022-02-13 | Aktualisiert am 14.04.2022
Restaurant AnnA im Hotel Elephant
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Restaurant, Sternerestaurant, Gourmet
036438028020
Markt 19, 99423 Weimar
"Was kleines feines entdeckt"
Geschrieben am 13.02.2022 2022-02-13 | Aktualisiert am 13.02.2022
Bohemia | Tschechisches Restaurant
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Restaurant
08920076057
Grünwalder Straße 71, 81547 München
"Wiedereröffnung"
Geschrieben am 13.02.2022 2022-02-13
Café Rosengarten im Wattenmeerhaus
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Cafe
04844990428
Klostermitteldeich 14, 25849 Pellworm
"Super Frühstück"
Geschrieben am 13.02.2022 2022-02-13
Gerner's Wirtshaus und Bar
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Restaurant, Bar, Wirtshaus
08915925174
Dantestraße 33, 80637 München
"Produktberliebtes Restaurant. Sehr zu empfehlen!"
Geschrieben am 13.02.2022 2022-02-13
Restaurant NOSH'T
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Restaurant, Tapasbar
491781418062
Frankfurter Straße 25, 74072 Heilbronn
"50. – 25. – 20. - 500. Das ist schon einen Bau wert!"
Geschrieben am 13.02.2022 2022-02-13 | Aktualisiert am 13.02.2022
Victor’s Fine Dining by Christian Bau
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Restaurant, Sternerestaurant, Sternehotel
0686679118
Schloßstr. 27-29, 66706 Perl
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen 




Außenansicht.
"Valtellina Salat" - mit Rucola, Blattsalaten, Burrata Käse, frischen Feigen, Bresaola Schinken aus dem Valtellina Tal und jungem Granda Padano Käse.

Dresdner Zwinger bei Nacht
Peter Pane Dresden
Zweiertisch an der Fensterfront zum Zwinger
Blick in den Gastraum
Blick zum Zwinger
Speisekarte
Auszug aus der Speisekarte
Krombacher Pils
Cocktail „The Hook“ & Cocktail „Sex on the Beach“
Burger „Dreikäsehoch“ mit Fritten
Burger „Dreikäsehoch“
Burger „Kaiserreich“ mit einem Salat
Burger „Lagerfeuer“ mit Fritten
Burger „Lagerfeuer“
Burger „Onion Jack“
Burger „Onion Jack“ mit Fritten
Ketchup, eine vegane Frittensauce sowie eine Mango-Curry-Sauce
Sir Choc-a-Lot
CHOCOLATE BURGER
CHOCOLATE BURGER
Peter Pane Dresden
Spitzwegerich-Das Landhaus
Biergarten
Gastraum
Gastraum
Gastraum
Speisekarte
KiBa (Kirsch-Banane-Saft) leicht flockig
KiBa (Kirsch-Banane-Saft) der Kelterei Oese, Meißner Landwein „Bennoschoppen“ des Weingut Meißen, Feldschlößchen Rubin
Klare Knoblauchsuppe mit Gemüsestreifen
Klare Knoblauchsuppe mit Gemüsestreifen
Gebackener Schafskäse mit Olivenöl, Tomaten und Zwiebelringen, dazu Baguette
Gegrilltes Knoblauchbrot mit zweierlei Soße-Aivar und Kräuterdip
Lachsauflauf mit Bandnudeln und Rahmspinat
180gr Schnitzel mit frischen Gemüse, als Beilage Kroketten
180gr Schnitzel mit frischen Gemüse, als Beilage Kroketten
180gr Schlemmerschnitzel mit Bacon und Tomaten, mit Käse überbacken, als Beilage Kroketten
Soße Zigeuner Art
180gr Schnitzel nach Zigeunerart, als Beilage Pommes Frites
Apfelstrudel mit Vanilleeis und Sahnehaube
Bis zum nächsten Mal. Vielleicht.

mein Platz
Tasting Teller
Burrata mit Kaviar
Kaviartoast
Balik-Lachs
Sashimi
Steinbutt und Risotto
Kalb und Beilage
Moelleux


Kartoffel-Lauchcreme-Suppe.
Lauwarme Lachscheiben auf marinierten Linsen
Skrei-Rückenfilet auf lauwarmem Kartoffelsalat mit Remouladensauce
Entrecôte vom Kalb mit Spinat hausgemachten Tortellini und Steinpilzrahmsauce
Crème Brûlèe mit exotischem Früchtesorbet
Ristorante Le due Terre da Salvatore
Ristorante Le due Terre da Salvatore
Gastraum
Blick zur Theke
alte Industriekultur
Auszug aus der Speisekarte
eine kleine Spirituosenauswahl
Tagesangebot
Getränkeauswahl
Antipasto all Italiana Piccolo
Antipasto all Italiana Piccolo
Pizzabrötchen
Büffelmozzarella mit Knoblauchrösties und Parmaschinken
Pizza Casa mit Käse, Schinken, Salami, Paprika, Champignons, Oliven und Peperoni
Gnocchi alla Sorrentina mit Mozzarella, Basilikum und Tomatensoße
Gnocchi mit Gorgonzola und Spinat
Grappa Amarone
Tiramisu
Panna Cotta

Safran-Cappucino
Feldsalat
Roastbeef
Dessert
Grappa


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Schloss Berg
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Toro + Macaron
Japanische Waffel I Sardine I Meereskräutercreme
Bio-Ox I Räucherfisch I Caviar
Saba I Austern I Granny Smith
Taschenkrebs I Yuba I Tosazu I Curry
Wachteleigelb I Jabugo Bellota
Brot und Butter. Nicht so schlicht wie es aussieht.
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Kampachi I Blumenkohl I Yuzo I Kombu
Langoustine I Thai Aromen I Palmherz I Brokkolini
Steinbutt I Japanische Aubergine I Zwiebel I Kojyu
Misoshiru I Edamame I Seidentofu I Krustentier
Misoshiru angegossen
Rotwein zum Beef
Australisches Wagyu I Artischocke I Crème von gerösteten Algen I Meereskopfsalat
Exotische Früchte in Textur
Schwarzwälder Kirsch
Chocolats & Sweets... und rechts die Matchamutprobe
Chocolats & Sweets
Chocolats & Sweets
Es gibt wahrscheinlich keinen zweiten Ort in der Südpfalz, wo so viele gute Restaurants auf kleinstem Raum versammelt sind wie in dem an einer Altrheinschlinge gelegenen 1900-Seelendorf Neupotz. Fährt man durch den schmucken Ortskern, kommt man automatisch an der besternten Krone und dem Traditionsgasthof „Zum Lamm“ vorbei. Etwas außerhalb, im Neubaugebiet Hardtwald betreibt Martin Gehrlein seit Jahren sein gleichnamiges Restaurant, das sich bei Freunden exquisiter Landhausküche einer großen Beliebtheit erfreut.
Allein diese drei Einkehradressen – von den roten Michelin-Männchen mit einem Stern bzw. jeweils einem „Bib Gourmand“ ausgezeichnet – sind schon Grund genug, um regelmäßig einen kulinarischen Abstecher nach Neupotz zu wagen. Über jedes dieser Top-Lokale habe ich in den letzten Jahren mehrfach und ausführlich berichtet. Auch das direkt am Altrhein gelegene Anglerheim, ein einfaches Ausflugslokal mit bodenständiger Fischküche, habe ich vor ein paar Jahren rezensiert. Nun war endlich der zentral gelegene „Karpfen“ an der Reihe.
Ich kenne dieses gutbürgerliche Lokal noch aus früheren Zeiten. Damals war es für mich so etwas wie der Inbegriff einer grundehrlichen „Dorfwirtschaft“, wie man sie in ländlichen Gegenden häufig antraf. Auf den Tellern ging es bürgerlich-deftig zu. Das Fleisch bezog man direkt aus der eigenen Metzgerei. Die Nähe zu den Gewässern des Altrheins sorgte zusätzlich für frischen Fisch. Hier ging man stets gut gesättigt nach Hause, denn die Portionen waren reichlich.
„Zander-Struck“
Dass ausgerechnet in Neupotz der etwa 35 Kilometer lange Radweg namens „Vom Riesling zum Zander“ endet, ist kein Zufall, haben doch viele Restaurants des ehemaligen Fischerdorfes das im Dorfwappen verewigte Schuppentier auch heute noch als kulinarisches Erbe in ihren Speisenkarten gelistet. Der im Ganzen panierte und frittierte Zander gehört dabei zu den festen Größen Neupotzer Gutbürgerlichkeit.
Noch heute erinnere ich mich an die knusprigen „Kaventsmänner“, die sich meine Mutter im „Hardtwald“ vor vielen Jahren schmecken ließ. Ich dagegen wählte stets das panierte Filet des größten, im Süßwasser lebenden Fisches aus der Familie der Barsche. Der Anblick eines ganzen Fisches war mir damals noch zu viel des Tieres auf dem Teller.
Vom Zander zum „Karpfen“
Irgendwie stolperte ich über die informative Webseite des „Karpfens“. Dabei sprang mir das Logo des Slow Food Deutschland e.V. auf deren Startseite gleich ins Auge. Die Empfehlung dieses Gasthauses im Slowfood-Genussführer 2021 ließ mich aufhorchen. Daneben vermittelte die Auflistung der überwiegend aus der Region stammenden Lieferanten einen guten Eindruck und schuf gleich transparente Verhältnisse in Sachen gelebter Regionalität.
Letztlich war es aber ein Blick in das nicht allzu umfangreiche, und daher umso verlockender erscheinende Speisenprogramm, das mein Interesse weckte und mich an einem Donnerstagabend Ende Januar in Begleitung eines kollegialen Genusskumpanen dort einkehren ließ. Den Tisch für zwei hungrige Hausmannskostgänger reservierte ich ein paar Tage zuvor. Das war auch ratsam, denn es war gut was los in der von Inge Gehrlein seit vielen Jahren geführten Gastwirtschaft.
Rein in die gute Stube!
Es waren hauptsächlich ältere Semester und kleinere Familien, die es sich in dem sympathisch anachronistisch anmutenden Gastraum gut gehen ließen.
Ehrlich gesagt hätten wir es nicht unbedingt erwartet, dass hier donnerstagabends zu Omikron-Hoch-Inzidenz-Zeiten nahezu jeder Tisch besetzt sein würde. Aber das spricht natürlich auch für den guten Ruf, den der „Karpfen“ in und um Neupotz genießt.
Nachdem wir das Auto um die Ecke in der Hinterstraße abgestellt hatten, betraten wir das propere Anwesen. In unmittelbarer Thekennähe wurde uns ein Tisch zugewiesen und die geboosterte Drei-Impfigkeit sogleich überprüft. So weit so gewöhnlich.
Der Hugo
Dann folgte die Überraschung des Abends. Direkt hinter der Theke betätigte sich ein alter Bekannter von uns als Schankmeister. Hugo war früher ein sehr beliebter Lehrer an unserer Schule. Seit einigen Jahren befindet er sich im (Un-)Ruhestand. Der rüstige Pensionär vertrieb sich nun als „diplomierter Buffetier“ die Zeit hinterm Tresen, wo der um keinen Spruch verlegene Ur-Neupotzer den Zapfhahn bediente und die Luft aus den Gläsern ließ.
Dass er mit der Inhaberin des „Karpfens“ verwandt ist, wusste ich noch von früher, da wir hier vor Urzeiten das Schuljahr mit dem Kollegium kulinarisch ausklingen ließen.
Wir freuten uns wie die beiden üppigen Schnitzelportionen, die gerade aus der Küche getragen wurden, über das unerwartete Wiedersehen. Na da fing der Abend doch gleich mal gut an. Nach dem Motto: „Wohlgehopft bestellt sich’s besser!“ gab ich bei Hugo gleich ein 0,4er Silberpils (3,20 Euro) in Auftrag. Man ließ uns nicht lange dursten. Das frisch gezapfte Bellheimer wurde zusammen mit einer Flasche Mineralwasser (3,80 Euro) zeitnah geliefert.
Kartenkunde
Währenddessen stöberten wir in der übersichtlich angelegten Karte, die aus einem beidseitig bedruckten, laminierten DIN-A4-Blatt bestand. Zusätzlich wurde uns eine auf einem schmalen Kunststoff-Klemmbrett befestigte Empfehlungskarte gereicht. Darauf waren ein paar hausmannsköstliche Klassiker verzeichnet, die man nicht mehr so oft in Gasthäusern mit deutscher Küche antrifft.
Paniertes Kammkotelett mit Rotkraut und Salzkartoffeln (18,50 Euro) weckte Erinnerungen an die Brutzeleien meiner Oma Elisabeth. Das Lammfilet mit Knoblauch und Kartoffelgratin (26,50 Euro) ließ mich sehnsüchtig an die nächste Grillsaison denken. Beim in Butter gebratenen Bachsaibling mit Salzkartoffeln und Salat (26,50 Euro) lief mir das Wasser im Mund zusammen, während die bloße Existenz eines gebackenen Hechtkoteletts mit Salat (21,50 Euro) selbst bei einem Fischliebhaber wie mir für ungläubiges Staunen sorgte.
Für Fisch- und Fleischverzichter hielt man Dinkel-Champignonküchlein mit Lauchgemüse und Thymiankartoffeln (16,50 Euro) bereit. Zusätzlich listete die Saisonkarte drei recht passabel klingende Vorspeisen. Lauchcrèmesuppe, Endiviensalat mit Entenbrust und ein kleines Rindertatar gab es „außer der Reihe“ vorweg.
Aber auch das Angebot von der Standardkarte konnte sich sehen lassen. Markklößchensuppe „wie zu Omas Zeiten“, Schnecken in hausgemachter Kräuterbutter, gebackener Camembert mit Preiselbeeren und ein Tatar vom Pfälzer Rind in Normalgröße standen als erste, ernstzunehmende Hungerzügler den furchtlosen Vorspeisenaspiranten zur Wahl.
Dem folgte ein klassischer Kanon handfester Fleischküche. Rumpsteak, Filetsteak, Ochsenfetzen, Wiener Schnitzel, Kalbssteak, Cordon Bleu (vom Kalb), Rehbraten und Kammschnitzel vom Schwein ließen allerhöchstens eingefleischte Vegetarier kurz zusammenzucken. Wir Karnivoren wähnten uns dagegen im siebten Himmel und hatten eher Probleme mit der Entscheidungsfindung. Zumal auch noch der „neupotz-typische“ Zander in diversen Varianten auf der Karte vertreten war.
Der darf schließlich in den (meisten) Lokalen auf der Neupotzer „Paniermeile“ nicht fehlen! Ich widerstand jedoch der knusprigen Versuchung und vertagte die Bestellung eines ganzen Zanders aus der Fischfritteuse auf den nächsten Besuch. Als er später am Nebentisch serviert wurde, reute mich die Fischverweigerung ein wenig. Ein Foto von dem röschen Prachtstück durfte ich aber dennoch schießen.
Rind und Kalb und Klößchensuppe
Wir wählten beide die Markklößchensuppe vorweg. Mit 6,50 Euro nicht gerade schüchtern bepreist, aber Gutes darf bzw. muss ja auch was kosten. Mein Kollege freute sich auf ein Rumpsteak (23,50 Euro), das er ganz „natur“, sprich: ohne die obligatorischen Schmorzwiebeln bzw. ohne Kräuterbutter, genießen wollte. Meine Entscheidung fiel auf das Cordon Bleu vom Kalb (22,50 Euro), das mir mein ehemaliger Kollege hinterm Tresen wärmstens empfahl.
Die schon allein wegen ihrer verzierten Tasse an frühere Zeiten gemahnende Terrine gründete auf ehrlicher Fleischfondbasis. Ihre trübe Färbung kündete von etwas angeschwitztem Mehl bei der Zubereitung. Ich persönlich mag die Dreingabe von etwas Grünkernmehl sehr. Sein nussig herzhafter Geschmack tut bekanntlich jeder hausgemachten Fleischsuppe gut.
Diese hier kam ohne das unreif geerntete Dinkelkorn aus, was ihrem wohlig-runden Geschmack keineswegs schadete. Auch die fluffigen Markklößchen ließen auf grundanständiges Handwerk schließen. Mein Kollege meinte zwar, dass es diese auch in vergleichbarer Convenience-Qualität gäbe, aber ich war mir ziemlich sicher, dass im Hause Gehrlein noch selbst gerollt wurde.
Zu unseren Hauptgerichten wurde ein ganz „oldschool“ angemachter Endiviensalat mit etwas Rohkost und Roter Beete gereicht.
Der kam uns als zwischenzeitliche Erfrischung nach der heißen Suppe gerade recht.
Das zweite Silberpils aus Bellheimer Landen hatte da gerade sein Fass via Zapfhahn verlassen und wurde mit stolzer Schaumkrone in Griffweite platziert.
Nun war ich für das mit einem Extraschälchen Rahmsauce (1,50 Euro Aufpreis) servierte Cordon Bleu bestens gewappnet. Als Beilage dienten die handelsüblichen, frittierten Kartoffelzylinder, mit denen ich recht gerne k(r)okettiere. Der Kollege setzte bei seiner Operation „Rumpsteak“ auf die klassische Kartoffelstäbchenbeilage. Sein Steak stammte, das ließ bereits sein Cut vermuten, vom deutschen Rind. Dies wurde uns später auf Nachfrage bestätigt. Alle Fleischwaren würde man von der regional bekannten Metzgerei Scherer aus Hatzenbühl beziehen.
Na da hatte mein Kollege doch so richtig was zum Kauen auf seinem Teller liegen. Statt butterzartem Pampa-Beef aus Südamerika war das ein deutsches Charaktersteak mit intensivem Fleischgeschmack. Mit entsprechenden Schneide- und Kauwerkzeugen ausgestattet, ließ sich aber auch dieses nur mit Salz und Pfeffer gewürzte Stück vom Roastbeef in aller Ruhe genießen.
Begeistert war ich indes von meinem saftig-zarten Kalbs-Cordon-Bleu.
Da floss mir der Emmentaler Käse beim ersten Anschnitt entgegen.
Seine Panade geriet locker und hob sich dank kleinerer Soufflierpolster leicht ab. Sein dünn geklopftes Fleisch war ausreichend mit Pfeffer und Salz gewürzt.
Bei Kalbfleisch ein unbedingtes Muss, da es ja von Natur aus eine gewisse Geschmacksneutralität aufweist.
Keine Frage, hier wurde nach allen Regeln hausmannsköstlicher Kochkunst geklotzt statt gekleckert. Die separat im Kännchen gereichte Rahmsauce schmeckte genauso nach ehrlichen Grundzutaten wie vorher die Markklößchensuppe. Den Gebrauch von Hilfspülverchen trifft man in der gutbürgerlichen Küche leider viel zu häufig an. Umso schöner, wenn in Lokalen mit deutscher Küche diese außen vor bleiben.
Der einzige echte kulinarische Kritikpunkt des Abends fiel auf meine Kroketten-Beilage.
Die recht blassen Frittierfinger aus der TK-Tüte hätten ruhig noch ein paar Minuten länger im Fettbad brutzeln dürfen. Ansonsten waren wir mit dem Gebotenen hochzufrieden. Selbst das Bällchen Schoko-Eis mit Sahne (2 Euro), das ich mir zum süßen Abschluss noch gönnte, erfüllte seinen Zweck. Auch solche mit Sprühsahne verzierten Kindheitserinnerungen müssen ab und an mal sein.
Resümee
Natürlich setzte sich Hugo noch zu uns an den Tisch und wir plauderten wie in alten Zeiten. Den „Karpfen“ in Neupotz sollte man auf der Rechnung haben. Zumal diese besserbürgerlichen Lokalitäten immer weniger werden. Hier stimmt jedenfalls das häufig so stiefmütterlich behandelte Verhältnis von gastronomischem Anspruch und kulinarischer Wirklichkeit. Neben den drei Neupotzer Toplokalen spielt der „Karpfen“ zwar in einer anderen, aber in keiner schlechten Liga.
Klare Empfehlung für gutbürgerlich gesinnte Gaumenfreunde, die sich mit Produkten aus der Region zufriedengeben und mal wieder wie zu Omas Zeiten einkehren möchten.