"Osnabrück, du Glückliche......"
Geschrieben am 27.01.2019 2019-01-27 | Aktualisiert am 28.01.2019
Kesselhaus
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Sternerestaurant
054197000072
Neulandstr. 12, 49084 Osnabrück
"Riechen, Gurgeln, Aromen-Raten und Vergleichen – Weinschule in der Bar"
Geschrieben am 27.01.2019 2019-01-27
Bar Rix
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Bistro, Bar, Weinstube
022129493815
Friesenwall 58, 50672 Köln
"Toller Laden"
Geschrieben am 26.01.2019 2019-01-26
Bierlokal Kö
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Kneipe, Billardcafe, Sportcafe
01637625662
Marktstraße 19, 38700 Braunlage
"Einzigartigartige Theke"
Geschrieben am 26.01.2019 2019-01-26
Bierlokal Kö
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Kneipe, Billardcafe, Sportcafe
01637625662
Marktstraße 19, 38700 Braunlage
"Zeitreise mit Kultcharakter"
Geschrieben am 26.01.2019 2019-01-26
Café Brenner
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Cafe, Konditorei
0721356789
Karlstr. 61, 76133 Karlsruhe
"Große gute italienische Auswahl in kleinem Laden"
Geschrieben am 26.01.2019 2019-01-26
Quattro Mori
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Bistro, Imbiss, Take Away
0621827546
Meerfeldstraße 11, 68163 Mannheim
"Von Griechen empfohlen oder was wir darunter verstehen"
Geschrieben am 26.01.2019 2019-01-26 | Aktualisiert am 26.01.2019
Meze Meze
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Restaurant, Biergarten
071120303980
Obere Waiblinger Straße 110, 70374 Stuttgart
"Erfreuliche Neueröffnung...."
Geschrieben am 26.01.2019 2019-01-26 | Aktualisiert am 28.01.2019
Weinhandel & Vinothek Sabine Kocks
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Cafe, Weinstube
059718007033
Lingener Starße 24, 48429 Rheine
"Ein sehr gelungener Nikolausabend"
Geschrieben am 26.01.2019 2019-01-26 | Aktualisiert am 06.12.2019
Zum Winzer
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Restaurant
063215410
Weinstraße Süd 8, 67487 Maikammer
"Gemütlich, guter Service und hervorragender Kaffee"
Geschrieben am 25.01.2019 2019-01-25
Cafe Dal Pastore
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Cafe
021045085798
Freiheitstraße 15, 40822 Mettmann
"verdiente 5 Sterne"
Geschrieben am 25.01.2019 2019-01-25
Weingut Sankt Annaberg & Restaurant Sankt Annagut
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Restaurant, Weinstube, Weinkeller
063453258
Sankt-Anna-Str. 203, 76835 Burrweiler
"Marktplatzlage"
Geschrieben am 25.01.2019 2019-01-25
Café Florian
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Restaurant, Cafe
0620169480
Am Marktplatz 8, 69469 Weinheim
"Im Sommer mit Biergarten, aber auch im Winter urig nett"
Geschrieben am 23.01.2019 2019-01-23
Pizzeria zum Tal
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Restaurant, Biergarten, Pizzeria
061267107511
Talstraße 20, 65510 Hünstetten
"Heute mal eine Pizza-Probe"
Geschrieben am 23.01.2019 2019-01-23 | Aktualisiert am 23.01.2019
Osteria del Corso
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Restaurant
022029891210
Odenthaler Straße 210, 51465 Bergisch Gladbach
"Ordentliche Steaks-verbeserungswürdiges Umfeld"
Geschrieben am 22.01.2019 2019-01-22
MySteaks
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Restaurant
041056927927
Schulstr.23, 21220 Seevetal
"Ännchen von Oberpleis ist’s, die mir gefällt, …"
Geschrieben am 22.01.2019 2019-01-22 | Aktualisiert am 22.01.2019
Restaurant Zum Ännchen | Historisches Gasthaus
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Restaurant
022448772743
Herresbacher Straße 60, 53639 Königswinter
"Hat alle Erwartungen erfüllt"
Geschrieben am 22.01.2019 2019-01-22
Novalis · Gourmetrestaurant
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Restaurant, Biergarten, Ausflugsziel, Festsaal
055039810
Hinterhaus 11a, 37176 Nörten-Hardenberg
"gigantischer abend"
Geschrieben am 22.01.2019 2019-01-22
Berggasthof Pflegersee
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Restaurant
088212771
Pflegersee 1, 82467 Garmisch-Partenkirchen
"Highend im Traditionshaus"
Geschrieben am 22.01.2019 2019-01-22
Sterne-Restaurant Haerlin | Exquisite Haute Cuisine
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Sternerestaurant, Gourmet
04034940
Neuer Jungfernstieg 9-14, 20255 Hamburg
"Ein spezieller Grieche"
Geschrieben am 22.01.2019 2019-01-22
Zum Gartenzwerg
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Restaurant
0721888294
Gottlob-Schreber-Weg 3, 76199 Karlsruhe
"Gute Pizza ... auch zum mitnehmen"
Geschrieben am 22.01.2019 2019-01-22
Zum Lamm | Ristorante Italiano
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Restaurant
0721890534
Lange Str. 47, 76199 Karlsruhe
"Nett essen im Stadtteil"
Geschrieben am 22.01.2019 2019-01-22
Trattoria brunello
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Restaurant, Trattoria
04061187753
Stormarnplatz 8, 22393 Hamburg
"Beste Schnitzel in Karlsruhe"
Geschrieben am 22.01.2019 2019-01-22
Rüppurrer Schnitzel Burg
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Restaurant
072197640067
Battstr. 87, 76199 Karlsruhe
"Gewagtes Ambiente, stets präsenter Service"
Geschrieben am 21.01.2019 2019-01-21 | Aktualisiert am 26.01.2019
Restaurant Leibspeiserei
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Restaurant
070316310717
Alemannenstr. 2, 71155 Altdorf
"Das Hemmlein schließt am 28.04 endgültig seine Pforten"
Geschrieben am 21.01.2019 2019-01-21
Hemmlein
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Restaurant, Weinstube
062124125
S2, 2, 68161 Mannheim
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen 





















1. Gruß: Gänseschmalz mit frischem Brot
2. Gruß: Geflügelsalat mit Sellerie und Apfel
Jakobsmuscheln auf Carpaccio von roter Beete
Zander, Jakobsmuschel und Garnele
Feine Bandnudeln zum Fisch
Brust von der Martinsgans
Brust von der Martinsgans mit Beilagen

Entencarpaccio mit Pilzen und Trüffel
Raviolo von Innen
Pizza mit Schinken
Pizza mit Trüffel

Blick von der Terrasse auf den Eingangsbereich
Tische im alten Teil des Restaurants
Sardasol, Crianza, Jahrgang 2014
Gruß aus der Küche
Barbarie Entenbrust, Süßkartoffelpüree, Lauchzwiebeln, rote Zwiebeln, Kirschtomaten
Hauseingelegter Sauerbraten, Kartoffelklöße, Apfelrotkohl
„Ännchens Pfännchen“, Schweinemedaillons, Bratkartoffeln und Marktgemüse mit Sauce Hollandaise
Hausgemachtes Sorbet der Saison (Blutorange und Zimt/Pflaume)
Espresso



Interieur
Interieur
Interieur
Apéro: Tatar mit grünem Wacholder & Preiselbeere
Brot & Butter
Amuse Bouche: Forelle & Beerendashi
Tomaten-Kollektion vom Kleverhof mit Spitzpaprika & violettem Rettich
Island Kabeljau mit Safran & Meeraromen
Wolfsbarsch mit Zucchini, Bouillabaissejus & Kalamata-Oliven
Cordon bleu von Kalbsbries & Gänseleber mit Miso-Artischockencrème
Limousin-Lamm mit Garam Masala, Aprikose & Kürbis
Mango mit Olivenöl, Avocado & Koriander
"Blätterteig" - Buchweizen mit Holunder & Conference Birne
Petits Fours
Petits Fours

Mit Randy de Jong, Jeffry Thomer, Julia Gebhardt und Thayarni Garthoff sind 4 Gewächse des La Vie in die Eigenständigkeit gestartet und haben im nicht ganz so schicken Viertel am alten Güterbahnhof im November 2018 ein neues Restaurant eröffnet. Das hatte ich hier bereits verkündet und es war klar, ich gehe da auch bald mal hin. Ende Januar passte es nun, unkompliziert war ein Tisch per Mail reserviert, und da der Standort des Kesselhauses fußläufig zum Hauptbahnhof Osnabrück ist, konnten meine Frau und ich uns die "wer fährt zurück"-Diskussion ersparen.
Eine Viertelstunde braucht es zu Fuß vom Hauptbahnhof in die Neulandstraße 12, dann ist man erst Mal verwirrt. Zwischen zwei Häusern geht es in einen dunklen Innenhof, der Bereich ist ein alter Industriebetrieb, der in seinen Immobilien neue Nutzung erfährt. Aber nirgendwo erblickt man von der Einfahrt einen Hinweis oder einen Eingang zum Kesselhaus. Laut Bildern auf der HP sollte der aber gar nicht so unauffällig sein. Also weiter hinein ins Areal und wenn man schon wieder auf die Hannoversche Straße schaut, dann erblickt man links doch noch den Eingang.
Fein, also doch richtig gelaufen, auch wenn wir ein wenig Verspätung hatten, die "Eurobahn" blieb ihrem Motto treu und generierte auch an einem Samstagabend ein zwanzigminütige Verspätung. Freundlich nahm man uns in Empfang und eine junge Dame nahm unsere Garderobe ab. Der Tisch war schnell gefunden und wir nahmen hier Platz.
Der Name Kesselhaus steht offensichtlich für die frühere Verwendung des Gebäudes im Industrieareal. Ein sehr hoher Raum, offene Decke, man blickt direkt auf die Dachkonstruktion. Die Scheiben zum Hof einfach verglast, trotzdem war es angenehm warm in Inneren. Man hatte mit dem Gebäude selber keinen großen Aufwand betrieben, in die beträchtliche Grundfläche aber mit Sinn und Verstand Möbel hineingestellt. Meine Frau war äußerst angetan vom Ambiente und verkündete schon vor! dem Essen, wie gut es hier gefallen würde. Ich nahm mir vor meine Einschätzung nach! dem Essen abzugeben.
Zum Zeitpunkt unseres eintreffens war ca. die Hälfte der Tische belegt, im Laufe des Abends waren alle Tische besetzt. Frau Garthoff versorgte mit zwei Kollegen die Gäste, und die Drei hatten demzufolge bei geschätzten 40 Sitzplätzen gut zu tun. Das resultierte auch in einigen längeren Wartezeiten. Aber irgendwann bekamen wir auch die Karten und wurden nach einem Aperitif gefragt. Frau fragte nach offenen Champagner und es wurde ein offener Pommery Apanage Rosé angeboten. Ich schmolz unter den Blicken meiner Frau zusammen und nickte ob ihres Wunsches........also ein Champagner für Beide.
Dann lies man uns viel Zeit das Menü in Augenschein zu nehmen. Ein a la Carte Angebot gibt es nicht, im Angebot ist ein Viergangmenü, dessen Bestandteile auch einzeln zu bestellen sind. Die Preisgestaltung treibt die Gäste aber zu fast 100% zur Bestellung des Menüs, so auch uns. Kurz nach dem bestellen servierte der Service auch einen ersten Küchengruß. Gesalzene, aufgeschäumte Butter
mit einem wirklich formidablen hausgemachten Roggensauerteigbrot.
gut das nicht zu viel von dem Brot serviert wurde, denn sonst wäre ich gefährdet gewesen, zu viel davon zu essen. Das war ein wirklich gutes Brot! Und bei Brot bin ich sehr anspruchsvoll. Die Wartezeit zum Amuse Gueule gestaltete sich mit Champagner und Brot und Butter sehr angenehm.
Wir hatten zum Menü die Weinbegleitung bestellt und Frau Garthoff deckte den Tisch mit sehr hochwertigen Gläsern von Zwiesel ein. Bereits zum Amuse ein Wein, der uns auch im ersten Gang begleiten sollte, ein Silvaner Ortswein 2017 vom VDP Weingut Castell. Ein Bocksbeutel kam zum Vorschein und füllte die wunderbar filigranen Weingläser. Das Amuse Gueule wurde in der Karte als "Grapefruit-Schmelzkohl-Chipoltle Pepper" angekündigt.
Die Sauce wurde am Tisch aufgegossen, und war der Höhepunkt dieses Tellers, dass war eine Essenz aus fermentierten Schmelzkohl. Beim servieren fragte ich die junge Kollegin von Frau Garthoff nach diesem Schmelzkohl. Laut ihrer Auskunft war das eine eigenständige Kohlsorte, das bezweifele ich aber stark, denn weder war mir dieser Name jemals bei Kohl untergekommen, noch schmeckte das nach einer unbekannten Kohlsorte. Ich vermute eher, dass dies eine Zubereitungsart eines Kohlrabi war. Egal aber, denn das Aromenspiel war wunderbar. Unten Grapefruit, sehr sauer, darüber ein Eis, sehr cremig, eher herzhaft denn süß, sowie Streifen dieses Schmelzkohls. Zusammen mit der sehr guten Essenz ein feiner Beginn des Menüs, der auch schon andeutete aus wessen Stall die beiden Köche kommen und wo sie mit ihrer Küche hinwollen.
Frau Garthoff füllte die Gläser für den zweiten Gang mit neuem Silvaner und wir erwarteten "Petersilienwurzel-Buchweizen-Sauerteig-Kokos"
Petersilienwurzel war der Hauptdarsteller dieses Teller in Bezug auf die Menge, aber nicht unbedingt in Bezug auf die Aromen. Das war eine Art lauwarmes Tartar unter einem Deckel, der recht scharf abgeschmeckt war. Ein wunderbar abgeschmecktes Püree gesellte sich dazu. Wieder ein kalte Komponente mit einem durch Kokos bestimmten Eis. Von kalt bis heiß ging es über Teller, von recht süß bis scharf auch noch. Meine Frau erklärte im Nachgang diesen Teller zu ihrem Tagessieger. Ich war sehr beeindruckt, aber bleib noch neutral. Es folgte "Skrei-Miso Dashi-Enoki Pilze-Schnittlauch"
Dieser Teller war einer meiner Favoriten, japanisch angehaucht, sanfte Aromen mit ganz viel Umami durch die Sojabohnenpasten-Fischsud-Suppe, die nach dem servieren angegossen wurde. Die ersten Wochen eines jeden neuen Jahres bestimmt Skrei in meiner eigenen Küche die Gerichte, und auch hier wurde dieser hochklassige Dorsch von den Lofoten perfekt gegart auf den Teller gebracht. Die Enokipilze gingen fast ein bisschen unter in dieser Kombination von Fisch und Suppe. Etwas Crunch war noch auf dem Fischfilet, den konnte ich aber nicht zuordnen. Zu diesem Gang servierte Frau Garthoff einen Rosé aus dem Languedoc, etwas krasse Weinwahl, und der Wein litt darunter, dass ich von jeher skeptisch bin in Sachen Rosé. Einer meiner beiden Tagessieger war dieser sehr elegante Gang trotzdem! Erfreuliches Halbzeitfazit, so durfte es weiter gehen, also zu Gang 3, Fleisch in Form von "Kalb 2x-Karotte-Palmkohl-Ingwer"
Frau Garthoff servierte hierzu einen Pouilly Fumé, und verkündete, der sei aus Chenin blanc, nicht aus Sauvignon blanc, als wir über ihre Auswahl diskutierten. Ich runzelte die Stirn, auch wenn ich nicht so sattelfest bei französischen Weinen bin, gibt es da nicht eine alte AOC, die Sauvinon blanc für die Appellation Pouilly Fumé vorschreibt? Na ja, Frau Garthoff hat ja einen legendären Ruf aus La Vie Zeiten, also lieber keine konträre Diskussion vom Zaun brechen......komme ich also lieber zum Gericht. Beim servieren des Tellers fragte ich die junge Service-Dame, wo denn zwei Mal Kalb auf dem Teller sei? Sie lächelte und sagte, gehen sie auf die Suche und ich verrate es nach dem Verzehr. Mea culpa, ich habe nicht mehr gefragt, und ich bin nicht sicher ob ich den zweiten Teil entdeckt habe. Aber auf dem Teller mit seinem offensichtlichen und tadellos zart gegarten Kalbfleisch waren noch kleine Stücke, die ich für Innereien gehalten habe, vielleicht Bries, aber ich bin nicht sicher. Fest steht, das Fleisch war allererste Güte, so wie die begleitende Sauce. Hinzu kamen Karotten in Form von Kuchen und Julienne. Und diese Süße aus den Karotten schlug einen guten Bogen zum servierten Sauvignn blanc. Frau Garthoff, ich nehme meine skeptischen Anmerkungen zur Weinauswahl zurück, das passte ganz gut.Und im Gegensatz zu einem kurz zurück liegenden Abend in Bautzen gab es diesmal auch ein Laguiole Messer zum Fleischgang. Ein guter Gang, aber konventioneller in Sachen Aromatik als seine Vorgänger. Fehlte noch der Abschluss unseres Menüs in Form von "Topinambur-weiße Schokolade-Apfel-Fichte-Süßholz"
Meine Frau war etwas skeptisch, Süßholz=Lakritze=mag meine Frau nicht. Aber ihr Gesicht hellte sich im Verlauf des Verzehrs von Gang Nummer 4 immer mehr auf. Ich brauchte gar nicht so skeptisch anfangen, für Carsten gilt Süßholz=Lakritze=mag ich! Und dieser Gang war wieder ein Knaller in Sachen Aromatik. Unten drunter eine Art Mousse mit deutlichen, aber dezenten Süßholzaromen. Darüber Molekularküche, der Apfel war ein Gelee mit flüssigem Kern, der recht sauer abgeschmeckt war, der Gegenpol dazu die süße weißte Schokolade als Pulver um die anderen Zutaten, dass Eis schmeckte deutlich nach Topinambur mit einer herzhaften Note, dazu die ätherischen Öle der Fichtentriebe! Die Geschmacksknospen blühten auf bei diesem Teller, ein sehr gutes Dessert, denn es kommt nur sehr selten vor, dass eine "Süßspeise" (was diese eigentlich nicht war) in einem Menü mein Favorit wird, erster Platz geteilt mit Gang 2, sehr fein! Ein Cremant von der Loire war eine ausgezeichnete Begleitung zu diesem Teller. Zum Abschluss noch ein paar Petit fours, Macarons und was Geliertes.
Die Macarons mit Mango zubereitet und die gelierten "Etwasse" mit Orange, feiner Abschluss!
Die Küche hatte eine sehr gute Leistung abgeliefert, insbesondere wenn man bedenkt, dass die beiden Herren das komplett alleine stemmen, die Küche ist einsehbar, selbst abwaschen müssen sie selber. Einige Längen im Menüablauf sind damit erklärt, der eilige Esser muss sich hier etwas zurück nehmen, mir selber war es nicht unangenehm. Ein paar Kritikpunkte gab es im Service, die beiden Kollegen von Frau Garthoff sind keine Profis, Frau Gebhardt hab ich an unserem Besuchsabend nicht gesehen. Hier hakt es manchmal etwas, es wird nicht nachgefragt, wie der Gang geschmeckt hat und man sollte etwas besser aufklären über die servierten Speisen, sonst werden Nachfragen zum Beispiel zum Schmelzkohl nicht korrekt beantwortet.
Damit kann ich zum Fazit kommen. Hier braut sich was Gutes zusammen. Was die Herren de Jong und Thomer in der Küche fabrizieren, bereitet dem Gast große Freude. Man merkt den Gerichten an, wer der frühere Dienstherr war. Im Service muss etwas nachjustiert werden, das Ambiente gefällt und ist angenehm. Ich bin mir sicher, wenn man diesen Weg weiter geht, gibt es höhere Ehren als nur meinen sicheren nächsten Besuch. Klare Empfehlung für das Kesselhaus in Osnabrück.