"Besser als das "Original" schräg gegenüber"
Geschrieben am 09.02.2022 2022-02-09

"Im Abgang Maracuja und Mandelmus"
Geschrieben am 09.02.2022 2022-02-09

"Der Einkauf hat sich gelohnt, das Essen leider nicht-oder wie man lokal und regional mit Convenience verwechselt"
Geschrieben am 08.02.2022 2022-02-08 | Aktualisiert am 08.02.2022

"Sehr erfreulicher „Garküchen"-Besuch"
Geschrieben am 08.02.2022 2022-02-08 | Aktualisiert am 10.02.2022

"Gute argentinisch-mexikanische Küche mit kleinen Hindernissen"
Geschrieben am 08.02.2022 2022-02-08 | Aktualisiert am 08.02.2022

"am Neckarufer"
Geschrieben am 08.02.2022 2022-02-08 | Aktualisiert am 08.02.2022

"schöne Lage"
Geschrieben am 08.02.2022 2022-02-08

"Impulsiver, inspirierter Aromen-Expressionismus auf Sterne-Kurs: über eine hochspannende Neueröffnung, von der man noch viel hören wird"
Geschrieben am 06.02.2022 2022-02-06 | Aktualisiert am 07.03.2022

"Ente süß-sauer unter schmiedeeisernen Weinranken"
Geschrieben am 06.02.2022 2022-02-06

"Bleibt einfach gut!"
Geschrieben am 06.02.2022 2022-02-06 | Aktualisiert am 09.02.2022

"Was ein Innenarchitekt so "anrichten" kann......."
Geschrieben am 06.02.2022 2022-02-06 | Aktualisiert am 06.02.2022

"Umzug an den Augustaplatz"
Geschrieben am 05.02.2022 2022-02-05

"Wie Wienerwald, nur in stylisch"
Geschrieben am 04.02.2022 2022-02-04

"Caruso zieht um!"
Geschrieben am 04.02.2022 2022-02-04

"Alles hat ein Ende....."
Geschrieben am 04.02.2022 2022-02-04

"David gegen Goliath-das Little India gegenüber dem Platzhirsch-aber das I-Tüpfelchen fehlte"
Geschrieben am 04.02.2022 2022-02-04

"Es hat etwas nachgelassen"
Geschrieben am 04.02.2022 2022-02-04

"Viel Geld für nix"
Geschrieben am 04.02.2022 2022-02-04 | Aktualisiert am 04.02.2022

"Ab April ist Schluss!"
Geschrieben am 03.02.2022 2022-02-03

"Systemgastro in der Shoppingmall"
Geschrieben am 02.02.2022 2022-02-02 | Aktualisiert am 02.02.2022

"Kleine Paradiese soll man mit Freu(n)den teilen…"
Geschrieben am 01.02.2022 2022-02-01 | Aktualisiert am 02.02.2022

"Man sagte mir er sei sagenumwoben"
Geschrieben am 01.02.2022 2022-02-01 | Aktualisiert am 01.02.2022

"Neuer Italiener in Wernau mit sehr gutem Mittagstisch"
Geschrieben am 01.02.2022 2022-02-01

"Nettes Café im Herzen von Lübeck"
Geschrieben am 01.02.2022 2022-02-01

"Ausflugsziel"
Geschrieben am 01.02.2022 2022-02-01

Wie sagt unser Opi Hartwig immer so gerne: Der Sachse liebt das reisen sehr. Und ja, da hat er Recht. Bereits im Frühjahr 2019 waren meine Eltern mit meiner kleinen Schwester zu einem verlängerten Wochenende in München, und waren so begeistert von dieser Stadt, das ich selbst auch unbedingt einmal nach München wollte. 2019 konnte ich leider nicht, da ich kurz vor meinen Abiturprüfungen stand, und mir da das lernen dann doch wichtiger war. Nun kam dann allerdings dieses blöde Virus dazwischen, welches Reisen fast unmöglich machte. Aber meine Eltern wären nicht meine Eltern, wenn sie nicht im Hinterstübchen gemeinsam mit meiner kleinen Schwester etwas planen würden. Und so war es dann auch, an einem freien Wochenende entführte mich meine Schwester nach München. Gemeinsam ging es sehr holprig in Dresden los. Ja, ich als Student liebe die Deutsche Bahn, und habe schon viele unfreiwillige Stunden auf Bahnhöfen verbracht. So auch an unserem ersten Abend, denn unser ICE von Dresden nach München fiel ersatzlos wegen eines Defektes aus. Nachdem wir nach unzähligen Telefonaten und Recherchen dann doch noch per Bahn in München ankamen, war es bereits Mitternacht, aber unser Hotel war zum Glück nicht zu weit weg vom Münchner Bahnhof. Lange ausruhen war aber nicht, denn am nächsten Morgen ging es früh beizeiten, für uns Studenten ist morgens 9 Uhr ja noch mitten in der Nacht, zu einer geführten 3-stündigen Stadtrundfahrt per Segway. Aber damit nicht genug, ab dem Mittag durchkreuzte ich mit meiner Schwester die Münchner Innenstadt, besuchte die Sehenswürdigkeiten, und zum Mittag gab es eine Weißwurst auf dem Viktualienmarkt.
Da so viel Rumreiserei anstrengend ist, und auch hungrig macht, hat Papa vorab für uns schon die Restaurants gebucht. Eigentlich war unser Wunsch, ins Münchner Hofbräuhaus einzukehren, allerdings war bereits drei Wochen im Voraus alles ausgebucht. Meine Eltern besannen sich dann auf das „Augustiner am Platzel“ welches schräg gegenüber vom Hofbräuhaus sich befindet, und nach Meinung meiner Eltern um Weiten besser ist als das Original.
Pünktlich um 18 Uhr waren wir im Augustiner, und nachdem unser Impfstatus gecheckt, und die Kontaktdaten aufgenommen waren, wurden wir von einem netten Herrn im Alter unsrer Eltern an unseren Tisch geführt. Das Augustiner Brauhaus hier in München ist urig rustikal, wie ein typisches bayrisches Wirtshaus eingerichtet. Ich denke mal, hier kann man viele Stunden mit dem ein oder anderen Maß Bier verbringen. Vorm Augustiner ist ein Biergarten, welcher im Sommer zum sehen und gesehen werden einlädt. Ist das dann schon die Münchner Schickeria die hier vorbeiläuft? Ich glaube ich habe grad wieder eines von Papas Liedern im Ohr. „Ja in Schwabing gibt´s ä Kneipen, die muss ganz was bsondres sein…..“
Nachdem wir also von dem netten Herrn an unseren Platz gebracht wurden, stand alsbald die Frage nach den Getränkewünschen an, und so bestellten wir:
· 1x 0,4ér Spezi für 4,10 €
· 1x 0,2ér Orangensaft für 3,80 €
Die Blicke des Wirtes waren erst etwas irritiert, aber wir beiden jungen Sachsenmädels trinken doch kein Bier. Papa wäre indes hier glücklich.
Während die beiden Getränke zubereitet wurden, suchten wir uns aus der typisch bayrischen und ziemlich abwechslungsreichen Speisekarte unsere Speisewünsche aus.
Die Vorspeise wollte wir uns teilen, und so bestellten wir:
· 1x das Augustiner Brotzeitbrettl reichlich garniert mit regionalen Wurst- und Schinkensorten, Bergkäse, Obatzda, Griebenschmalz, Fassgurkerl, Butter und Bauernbrot für 13,90 €
Als Hauptspeisen hatten wir uns ausgesucht:
· 1x den Ofenfrischen Schweinsbraten mit rescher Kruste in Augustiner Dunkelbier-Kümmelsoße mit Kartoffelknödel und Speckkrautsalat für 13,90 €
· 1x die Allgäuer Käsespätzle mit würzigem Bergkäse und Röstzwiebeln und dazu ein Beilagensalat für 12,90 €
Keine 10 Minuten später war dann schon unser Augustiner Brotzeitbrettl am Tisch. Und mit reichlich garniert hat hier das Augustiner gar nicht mal übertrieben. Alleine ist diese Vorspeise(!) eigentlich gar nicht zu schaffen. Zum Glück haben wir uns diese Portion geteilt, und um ehrlich zu sein, wäre das schon ein vollwertiges Abendbrot. Auf der Platte lagen zwei verschiedene Sorten Schinken, hauchzart geschnitten und angenehm mild geräuchert. Dazu herzhafter Bauernpressack und Kaminwurzn, sowie eine Art Sülzfleisch. Der Bergkäse herzhaft würzig, der Obatzda cremig, kräftig und würzig. Dazu frisch geriebener, scharfer Kren, oder wie wir als Sachsen sagen-Meerrettich. Dazu frische Zwiebel, welche mit einer leichten Essigtunke überzogen war. Dazu ein paar dicke Scheiben frisches Brot. So, genauso stellen wir uns eine bayrische Brotzeit vor, so könnten wir uns verwöhnen lassen.
Zum Glück hatten wir nach unserer Brotzeit noch etwas Zeit bis zu unserer Hauptspeise, denn auch diese hatte es in sich. Eine knappe halbe Stunde nach der Brotzeitplatte kamen unsere Hauptspeisen, und unsere Augen wurden immer größer.
Mein kleines Schwesterchen hatte sich den Ofenfrischen Schweinsbraten mit rescher Kruste eingebildet, und bekommen was sie wollte. Zwei dicke Scheiben Schweinebarten, ordentlich durchwachsen aber durchaus gut durchgebraten. Außen rum eine knusprige Kruste. Das ganze in einer sämigen Biersoße, was man auch deutlich schmeckte. Nur vom Kümmel kam da nicht allzu viel hervor. Die beiden Kartoffelknödel waren so, wie sie unsre liebe Omi immer machte, einfach lecker. Der Speckkrautsalat war ebenfalls richtig lecker. So sollte es sein.
Auch meine Allgäuer Käsespätzle waren nicht zu verachten. Eine große Pfanne Pfanne voll mit Spätzle, welche mit einem würzigen und sehr kräftigen Bergkäse angerichtet wurden. Obenauf eine große Portion leicht angerösteter und knuspriger Röstzwiebeln, dazu noch eine große Schüssel mit frischen Salat, bestehend aus Cocktailtomaten, frischen Möhrenraspel, Gurke und frischen, knackigen Salat.
Boar war das lecker. Wir beide waren uns einig, besser hätte es drüben im Hofbräuhaus nicht werden können, und unsere Eltern hatten mal wieder recht. Eigentlich sollte es jetzt auf dem Weg zum Hotel noch in eine Bar gehen sollen, aber wir waren letztendlich so satt, und auch fertig, das wir den direkten Weg ins Hotel suchten, und müde und kaputt in unser kuschliges Bett krochen. Der nächste Tag hielt ja noch weitere Überraschungen für mich bereit.
Unser Fazit: wir ließen zu zweit 60,30 € im „Augustiner am Platzel“, und denken, das Geld ist hier drüben besser plaziert als im Hofbräuhaus. Sehr nette Bedienung, ein uriges, sauberes und gemütliches Wirtshaus, und vor allem reichliches und leckeres Essen. So geht bayrisch. Ich glaube Papa Jenome würde jetzt liebend gern hier sitzen und eine deftige, bayrische Brotzeitplatte zu sich nehmen, und ganz nebenbei noch das ein oder andere Maß Bier vertilgen.