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Speyer
Worms 

Menü zu EUR 42,--
Gruß aus der Küche Garnele, Garnelentartar und Fenchel
Kaninchenrücken
Zweierlei vom Kalb
"Vor-Dessert"
Kombi Vanille und Apfel

Empfehlung vor der Türe
Speisekarte mit "Pünktchenrand" aus Fliegenk....
Kleiner gemischter Salat
Pizza Fantasia
Miesmuscheln in Weißweinsud
Panna Cotta mit Gummibärenkonistenz und künstlichem Geschmack




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Blick in die offene Küche
Tagesempfehlung 30.09.17
Naturtübes italienisches Bier
Austern klassisch auf Eis
Frisches Ciabatta (hausgemacht?) zum Salat
Salat mit Mozzarella
Salat mit gebratenem Pecorino
Unschöne Reste
Die Eistheke

Fass-Eingang der Lounge
Die Hannen-Lounge im 1. OG
Die Baustelle des abgebrannten Hannenfass
Eingangsbereich
frischer Beilagensalat
Spaghetti mit frischen Trüffeln
Schlichter Hoteleingang, nur versteckte Hinweise auf das Restaurant
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Blick in die offene Küche
Misosuppe
Sushi-Menü
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Beilagensalat
Gefüllter und gegrillter Oktopus
Gegrillter Lachs mit Pommes










Nach einem frühen Mittagessen in den Deidesheimer Stuben und einigen frösteligen Runden über den Weihnachtsmarkt steht mir der Sinn sehr schnell nach Aufwärmen, zumal ich mich mit meinen Freunden am frühen Nachmittag an einem zentralen Ort verabredet habe. Das „Dieden´s“ ist geradezu ideal dafür, befindet es sich doch im Gebäude der Stadthalle, das auf zweierlei Weise für Anziehung sorgt: zum einen lockt hier in der Adventszeit eine (leider kostenpflichtige) Miniatureisenbahn, zum anderen befinden sich im Untergeschoss die (ebenfalls leider kostenpflichtigen) Toiletten, die angesichts der Kälte und des schon obligatorischen Glühweinkonsums dringend notwendig sind.
Mein großes Lob gleich vorneweg: unendliche Geduld, Nervenstärke, Kraft und Ausdauer beweist die wundervolle Servicekraft, die den gesamten Adventssamstag hinweg, ohne sichtliche Ermüdungserscheinung und fast ganz alleine, die beiden Gasträume zuvorkommend bedient und alles wuppt. Sie sieht immer unveränderlich frisch aus, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und begegnet allen Gästen mit gleichbleibender Freundlichkeit. Ich selbst wäre fast ausfällig geworden, weil ich ziemlich genau 20 Minuten warten muss, bis ich überhaupt meine Bestellung loswerden kann. Glücklicherweise habe ich schon meinen gröbsten Hunger andernorts gestillt, aber der Durst plagt mich doch nachhaltig. Immerhin habe ich es geschafft, 4 Plätze zu belegen. Die beiden Gasträume sind bunt möbliert, mit neuem und altem Mobiliar, alles ganz gescheckt und zusammengewürfelt. An etlichen Stühlen hängt ein Preisschild. Aber wer würde hier schon einen Stuhl oder einen Sessel kaufen wollen, wenn man auch ganz schnöde ganz nebenbei für ein paar Stunden drauf sitzen kann??
Die Karte weist viele kalte und warme Getränke auf, die Speisen sind allerdings recht übersichtlich. Neben diversen Frühstücksarrangements (bis 14 Uhr erhältlich), kann man als Hungriger eigentlich nur auf frisch belegte Flammkuchen (fleisch- bzw. fischlastig oder vegetarisch) zurückgreifen. Ich habe mir jedoch sagen lassen, dass hier zuweilen auch Muscheln und Austern im Angebot sind. Das sehr ansprechende Kuchen- und Tortenangebot ist gleich beim Eingang in einer gläsernen Vitrine zu bestaunen und dann auch gleich an den Tisch mitzunehmen. Mein Kumpel wählt ein fluffiges Stück Orangentorte mit unterschwelligem Alkoholspiegel. Seine Frau ein supergünstiges, frisch perlendes Rieslingschorle für generöse 2 Euro – und das in einem imposanten hohen Stielglas serviert und eher 0,3 Liter als die berechneten 0,2 Liter umfassend. Laut Karte stammt der Riesling aus dem Hause Bassermann-Jordan, so wie alle hier kredenzten Weine aus Deidesheim oder der nahen Umgebung stammen. Und Vorsicht: wer hier ein grosses Schorle bestellt, erhält unweigerlich einen halben Liter!
Um mich für kommende Glühweine zu wappnen, wähle ich hier sicherheitshalber einen Flammkuchen El Greco (9,00 Euro) mit Sauerrahm, Schafskäse und reichlich grünen Peperoni. Üppig, reichhaltig, würzig – ein paar Häppchen dürfen hier auch mal die Freunde versuchen. Alle sind sehr angetan. Das schmeckt gleichermaßen zum Wein, zum Bier und zum Erfrischungsgetränk. Als letzteres wähle ich (für mich sehr untypisch) ein Rhabarberschorle für 4,50 Euro für den halben Liter. Wird glücklicherweise nicht eiskalt serviert, erinnert aber geschmacklich an den Frühling. Später gibt’s noch einen Kaffee, der hier von der Privatrösterei Mohrbacher stammt. Und noch viel später quasi einen Absacker, der gar nicht auf der Karte steht: für 2,50 Euro wird hier im Trockenen und Warmen wahlweise roter oder weisser Glühwein serviert – zum gleichen Preis wie auf dem Weihnachtsmarkt und in denselben farbenfrohen Tassen, die sicherlich schon Sammlerstatus haben.
Trotz meines durchweg positiven Eindrucks muss ich noch auf zwei kleine Ärgernisse hinweisen. Das Lokal ist rundherum verglast und weist etliche Türen auf. Leider ist nicht gekennzeichnet, welche offen und welche verschlossen sind, so dass zahlreiche Gäste regelmässig an geschlossenen Türen rütteln. Ausserdem muss man auch als zahlender Lokalgast 50 Cent pro Toilettengang berappen. Der Weg über eine Wendeltreppe ins UG ist feucht und rutschig, die Warteschlangen dort unten sensationell. Aber das lässt sich an einem Adventssonntag wohl einfach nicht anders regeln.