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Die Normalkarte im "Alte Haus (einzusehen unter https://gasthausalteshausijmdofree.com) ist klein und lässt auf eine bürgerliche Küche schliessen. Unter dem saarländische Motto "Hauptsach gudd gess" gibt es diverse Kloßvariationen, Flammkuchen-Variationen sowie Froschschenkel laufen unter "Gerichte aus der französischen Nachbarschaft". "Salat Blatt" bietet verschiedene Salatteller an, fünf Schnitzel- und drei Rumpsteak-Variationen sind zu haben, ein Pastagericht und vier Desserts auch. Am gestrigen Silvesterabend war diese Normalkarte allerdings ausser Kraft gesetzt; bestellt werden konnte ausschliesslich das Menü, bei dem allerdings der Bereich "Bürgerliche Küche" eindeutig verlassen wurde; was man aufgetischte, kratzte schon sehr heftig und anhaltend am "Fine Dining"-Bereich !
Als wir kurz vor 18 Uhr im "Alten Haus" eintrafen, sassen Tochter und Schwiegersohn am für uns vorgesehenen Vierertisch. Der Gastraum ist klein und schnuckelig; an den Tischen finden insgesamt gerade mal fünfzehn Personen Platz, ansonsten gibt es noch drei oder vier Barhocker vor der Theke sowie im Hintergrund noch Platz für geschätzt vier Personen an Hochtischen. Insgesamt also sehr überschaubar. Mein Schwiegersohn und ich sassen auf einer Bank; wäre sie etwas besser gepolstert gewesen, hätte ich das Ambiente als ausgesprochen "hygge" bezeichnet. Unsere beiden Damen sassen uns gegenüber auf recht bequemen Stühlen. Wirtin Monica Lion und eine junge Frau, möglicherweise die Tochter, versahen äusserst kompetent, flink und freundlich den Service und in der Küche waren wie wir beobachten konnten ein Mann und eine Frau am Werkeln. Wie wir im Laufe des Abends von Frau Lion erfuhren, ist sie selbst in Personalunion nicht nur Wirtin und Serviceleiterin sondern gleichzeitig auch noch die Chefköchin ist. Wie sie das gestern alles bewerkstelligt hat, ohne sich beim Kochen ihre festliche Bluse einzusauen, ist aller Ehre wert. Auch dass beim Kochen und anschliessenden Servieren noch Zeit für die Unterhaltung mit den Gästen blieb. Chapeau!
Getrunken haben wir einen sehr ordentlichen Axerrois (die Weinkarte ist für so ein kleines Gasthaus erstaunlich umfangreich), dunkles Weizenbier, helles alkoholfreies Weizen, Mineralwasser und Espresso. Nicht zu vergessen die Lokalrunde Crémant, die Frau Lion nach Abschluss des Menüs "aufs Haus" noch ausgegeben hat.
Doch nun zum Menü selbst:
Entrée: Frittierter, mit Frischkäse und Camembert gefüllter Kartoffelkloß, dazu eine elegante Champagnersauce sowie eine fruchtig-süße Senfbegleitung. Wir alle waren von diesem sehr schmackhaften Einstieg begeistert. Allerdings muss ich gestehen, dass ich den annoncierten Champagner in der Sauce nicht so richtig herausgeschmeckt habe.
Vorspeise: Jakobsmuschel, gebratener Oktopus und Black Tiger-Garnele gereicht auf einem Bett von Fettucine und begleitet von einer mediterran-fruchtige Tomatensauce oder Herzhaftes von Hand geschnittenes Tatar vom argentinischen Rinderfilet, garniert mit schwarzem Kaviar und frittiertem Eigelb im Parmesanmantel.Meine liebe Frau hatte für sich das Meeresfrüchte-Ensemble bestellt, ich das Tatar, allerdings haben wir im letzten Moment unsere Vorspeise getauscht.. Was die zwei Kinder gewählt hatten ist mir nicht mehr erinnerlich, aber ihre Vorspeisen waren wohl auch unterschiedlich. Die Meeresfrüchte waren alle drei auf den Punkt gegart; besser kriegt das auch ein Sternekoch nicht hin. Das "Bettchen" aus Pasta war noch al dente und die mediterran-fruchtige Tomatensauce war für mich Gottseidank nicht zu "tomatig". Das handgeschnittene Tatar mit eingearbeiteten Kapern war sehr gut abgewürzt und äusssest schmackhaft. Der Kaviar und das frittierte Eigelb passten wirklich sehr gut dazu.
Hauptspeise: Gebratenes Petersfischfilet gebettet auf einem Duett von cremigem Pastinaken-, Sellerie- und Erbsenpürree an Dill-Weißweinsauce, serviert mit pochiertem Ei oder Filet Wellington vom argentinischen Weiderind mit Kartoffelstampf , Rosenkohl-Karottengemüse und knusprigen Baconstreifen, dazu eine gehaltvolle Rotweinjus. Mutter, Tochter und ich hatten das Filet Wellington gewählt; nur der Schwiegersohn tanzte mit seinem Peterfisch aus der Reihe und gab davon auch noch über die Hälfte an seine Frau. "Hingerissen" geht anders, aber ihr hat der Fisch vorzüglich geschmeckt, Vorzüglich war auch das Filet Wellington mit seine Beilagen. Eine winzige Kritik kann ich mir allerdings nicht verkneifen: Die besten Zeiten von argentinischem Rindfleisch (ich habe es selbst in den Achtzigern bei Arbeitsaufenthalten vor Ort oft genug verkosten dürfen) sind lange vorbei, ich verstehe nicht, dass es um den halben Erdball zun uns herangekarrt wird, um in Restaurantküchen verarbeitet zu werden. Gibt es doch fast direkt vor unserer Haustür bestes Fleisch von Rindern der Rassen Charolais, Limousin bzw. Blonde d´Aquitaine, die allesamt dem argentinischen Import geschmacklich die Rücklichter zeigen. Aber so was von!
Dessert: Süße Variationen - eine Überraschung aus Eis, Kuchen und Obst. Überrascht wurden wir dabei von einem Stück Käsekuchen (wirklich phantastisch), einem Stück Apfeltarte (dito), einer Kugel von sehr feinem Vanilleeis, Beerenfrüchten, Physalis und einer Art Creme, die zumindest ich geschmacklich nicht zuordnen konnte. Seis drum; das ganze Menü war in sich absolut stimmig, geschmacklich von vorne bis hinten einwandfrei und seinen Preis von EUR 89,00 pro Person allemal wert. Ein dreifach Hoch auf die Küche ! Und fünf Sterne noch dazu. Angenehm gesättigt und von der Wirtin mit Handschlag bzw. Wangenküsschen verabschiedet machten wir uns gegen 21:40 Uhr auf den Heimweg.
Fazit: Wir kommen wieder und das nicht erst zu Silvester 2026 ! Und was ich in Sachen Bewertung nur äusserst selten mache, ist aus meiner Sich der gestrige Abend wert gewesen: ich vergebe die maximal mögliche Sternenzahl.
P.S. Kleiner Tipp am Rande: Schön wären im Toilettenbereich Pfeile, die den Rückweg in Richtung Gastaum weisen; so muss der Gast in dem alten Gemäuer sich eher zurücktasten und geht dabei mehrfach in die Irre, und das sogar in nüchternem Zustand :-))