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Kaiserslautern
Ludwigshafen am Rhein
Mainz
Neustadt an der Weinstraße
Speyer
Trier 


Interieur
Bierbrot, Baguette & Butter
Saibling / grüner Spargel / grüner Apfel / Wasabi
Schweinebauch / Saubohnen / wilder Spargel
Heilbutt / Lardo / Kohlrabi / Sauerampfer / Nordseekrabben
Schokoladentarte / Passionsfrucht / Kumquat
Außenbereich
Interieur
Apfel, Ingwer, Korianderkresse
Papadam, Garnele
Entenbrühe, Dim Sum
Ora King Lachs, Mandarine, grüne Thai Chili und Sambai-Vinaigrette
Grüner Spargel aus der Provence, Kalamata Olive, Lardo und Ingwer
Lieu Jaune, Erbse, Zampone und Escabeche verde
Kaisergranat aus Midsund, Creme Cru, XO-Öl und Bisque
Hummerbisque
Madai, Umami-Butter und Roter Daikon
Poltinger Rehrücken, Gänseleber, Kohlrabi und verbrannte Schalottenjus
Joghurteis, japanischer Pfirsich, Melone
"Okinawa" Beni Wild Harvest 66%, Banane, Sake-Trester und Kokutou
Petits Fours
Innenansicht 2
Innenansicht 1
Terrassenblick 1
Terrassenblick 2
Samosas von der Erbse
Frühlingssalat als Vorspeise
Variation vom Mai-Bock
Nochmal der Mai-Bock
Seeteufelmedaillons mit Wildspargel
Salzkartoffelbeilage
Apfel-Quitte-Sorbet
Gerösteter Rhabarber, Mascarpone und dunkles Schoko-Eis
Spinat-Ricotta-Tortellini mit Kalbszunge
Limetten-Spargel-Risotto als Beilage
Wolfsbarschfilet mit Gemüsebrunoise und Pfifferlingen
Grüner Beilagensalat
Risotto mit Spargel
"You've been...Zanderstruck!"
Außenansicht 1
Außenansicht 2
Gastraumansicht 1
Gastraumansicht 3
Gastraumansicht 4
Gastraumansicht 2
Unser Platz
Erst mal nen Apero...
Der Italienische Salat vom Kollegen
Beilagensalat
Pommes für Zwei (...Haushalte ;-) )
Lende Café de Paris
Schweinemedaillons und Rinderhüftsteak unter zwei Soßen versteckt
Das Cordon Bleu
Champignonrahmsoße
Mirabelle liquide


Die Quetsch von außen
Der lauschige Innenhof
Innenansicht Wintergarten
Blick vom Wintergarten in den Innenhof
Auf dem Weg zur Toilette
Innenansicht des vorderen Gastraums
Spargelcrèmesuppe
Maultaschen mit Spinat-Ricotta-Füllung
Spinatknödel mit Spargelgemüse
Pfälzer Prachtteller
Mandelmilch-Crème-Brulée mit Erdbeerauflage
Heidelbeersorbet in Heidelbeer-Kirsch-Secco schwimmend
Heiß meets Süß


Innenansicht 2
Innenansicht 1
Der Buffalo Bill unter den Mozzarella-Salaten
Mozza-Kern meets Parmaschinken
Das Nudel-Trio
Sapori-Klassiker aus dem Ofen
Habt ihr zufällig meine Spaghetti Salsiccia gesehen?
Mit Salsiccia veredelte Spaghetti
Pizza Italo (so scharf wie...)
Innenansicht 1
Innenansicht 3
Rotkrautquiche als Amuse
Beilagensalat in Grün
Die Gazpacho
Ravioli-Traum unter Trüffelschaum
Ravioli Brasato
Mirabell-/Kokossorbet
Litschi-Sorbet (Beste wo gibt...)
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Der Blick ins Nahetal
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Frische Brotauswahl
Küchengruß
Gebratenes Kabeljaufilet auf Spargel-Gnocchiragout.
Frischer Beilagensalat
Wiener Schnitzel

Unser Tisch an diesem Abend
Gastraum (Ansicht 1)
Gastraum (Ansicht 2)
Der Wein des Abends
Beef-Tartar (Amuse 1)
Krabben-Tartelette (Amuse 2)
Foie Gras / Rote Beete / Apfel - Macarons (Amuse 3)
Yuzuperlen...
Hammer-Hiramasa
Croissantschnecken für Zwischendurch
Jakobsmuscheln, Mirin-Sabayon, Seeigelrisotto und Krustentierjus
Crème brulée von der Foie Gras
Der letzte Skrei (des Jahres)
Filet vom Charolais Rind
Joghurt-Sorbet mit Nashi-Birne, Espuma von weißer Schokolade und Yuzu
The Stones
The Stones...crashed
Auswahl an Mignardises
Jaja, der Buntsandstein...
Das gebackene Landei
Die Bärlauchsubb mit Lax
Ziege auf Bete mit Haselnussfrise
S'Karniggel
Rotpaprikäppchen und der Wolf(sbarsch)
Kalbskotelett für Morchelmörder
Panna Cotta meets Pina Colada
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Terrasse des 1718
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Frisch gebackenes Brot
Cremig-würzige Butter
CARPACCIO Färöer Lachs / Seeteufel / Jakobsmuschel
Detail CARPACCIO Färöer Lachs / Seeteufel / Jakobsmuschel





Nun, im 6. Teil meiner kulinarischen Reise durch die Südpfalz hat es mich direkt an den geographischen Anfangspunkt der Deutschen Weinstraße nach Schweigen-Rechtenbach verschlagen. Dort befinden sich nicht nur das martialisch wirkende Deutsche Weintor (von neunzehnhundertdolfzig…) und das bei Spätburgunder-Sympathisanten hoch angesehene VDP-Weingut Friedrich Becker sondern auch eine Weinstube, die sich von den herkömmlichen Saumagenbastionen deftiger Pfalz-Prägung erfreulicherweise abhebt.
Die Rede ist von der Weinstube Jülg, die schon seit über 50 Jahren ihre Gäste mit ehrlich zubereiteter, bodenständiger Hausmannskost beglückt. Hinter jeder guten Weinstube steckt natürlich ein entsprechendes Weingut. Opa Oskar war es, der damals als vinophiler Autodidakt die ersten Weine kelterte. Er baute sie entgegen des damaligen Süßweintrends trocken aus. Das unterschied die Jülg’schen Tropfen schon früh von den Restzuckerschmeichlern der Region.
Heute zählt das Weingut Jülg, das mittlerweile vom sympathischen Sohn Johannes (zum Aufsteiger des Jahres im aktuellen Eichelmann-Weinführer gekürt), geführt wird, mit zu den Besten der Pfalz. Burgunder-Buddies und Pinot-Präferenzler wissen dies schon lange zu schätzen. Unter seiner Ägide entstehen hier äußerst hochklassige, sehr terroirbezogene Kreszenzen, die von Vinum, Falstaff und Co. regelmäßig mit hohen Bewertungen und Auszeichnungen versehen werden.
Früher stand Oma Erika in der Küche und briet, während sich Tochter Karin um die Gäste kümmerte, die mit Abstand besten Bratkartoffeln der Südpfalz. Das kann sie heute aus Altersgründen leider nicht mehr selbst erledigen, aber mit dem neuen Küchenchef und ehemaligen Sternekoch Laurent Durst (früher Restaurant Alte Sonne in Ludwigsburg), seiner Frau Kerstin und einem weiteren Koch aus Wissembourg konnte man das kulinarische Angebot der Weinstube sogar noch aufwerten.
Die bewährten Klassiker aus Oma Erikas Küche stehen selbstverständlich noch immer auf der Karte. Sie wurden lediglich um ein paar kreative Akzente erweitert. Elsass meets Pfalz. „Wo, wenn nicht hier?“, möchte man fragen. Laurent Durst und seine Frau Kerstin stammen schließlich aus der pfalzverwandten Nachbarregion.
Dem großen Andrang im herrlich angelegten Innenhof und wohl auch den coronabedingten Unwägbarkeiten nach der Wiedereröffnung Mitte Mai war es geschuldet, dass man die Speisenauswahl in den Sommermonaten mit Bedacht reduziert hatte. Das nach wie vor in deutscher und französischer Sprache abgedruckte Angebot bestand aus jeweils acht verschiedenen Vor- und Hauptspeisen.
Saumagencarpaccio, karamellisierter Ziegenkäse und gegrillte Garnelen an marinierten Tomaten und Zupfsalat fungierten dabei als delikat klingende Gerichte zur Einstimmung. Die heilige Pfälzer Dreideftigkeit (Bratwurst, Saumagen, Leberknödel), der Tagesfisch mit Ratatouille sowie das obligatorische Rumpsteak vom Pfälzer Rind übernahmen dagegen gerne höhere Sättigungsaufgaben.
Als wir uns an einem warmen Montagmittag zu einer Spontaneinkehr im Rahmen einer ausgiebigen Radtour entschieden, war der mediterran bepflanzte, mit Schatten spendenden Schirmen und gut gepolstertem Gartenmobiliar ausgestatte Innenhof bereits sehr gut gefüllt.
Freunde aus der Gastronomie hatten es sich bereits am Nachbartisch gemütlich gemacht. Zufälle gibt’s! Da setzten wir uns einfach an einen der danebenstehenden Tische und kommunizierten mit Maximalabstand.
Frau Karin Jülg leitete wie eh und je den Service. Sie hatte jederzeit den Überblick und wurde von ein paar jüngeren Damen - wahrscheinlich Aushilfen - unterstützt. Wir wurden flott bedient und schon bald konnten wir unseren Radfahrerdurst mit der ersten Flasche Mineralwasser (3,50 Euro) löschen.
Wie gerne hätte ich einen der knochentrocken ausgebauten Weißweine aus dem Jülg’schen Keller genossen, aber der Weg zurück ins heimatliche Steinweiler stand ja noch bevor und bei der sommerlichen Hitze wäre -wenn überhaupt - nur die Schorle-Option in Frage gekommen. Mit Wasser strecke ich solche leckeren Tropfen jedoch äußerst ungern und so übte ich mich in sportlichem Weinverzicht. Nicht mal der von mir so geliebte Weißburgunder Kalkmergel fand den Weg ins Glas. Von der Rotwein-Cuvée „Les Frères“ ganz zu schweigen.
Aber Schweigen liegt ja nicht weit entfernt und beim nächsten Besuch werden wir mit Sicherheit ein paar Flaschen Jülg-Wein in den Kofferraum laden.
Auf unserem Tisch landete ein hübsch anzusehender, vor Frische strotzender Beilagensalat (3,50 Euro), den sich mein Kollege zu seinem Rumpsteak (18,50 Euro) schmecken ließ. Auf die in Spätburgunder geschmorte Zwiebelbeigabe verzichtete er unverständlicherweise.
Die Hitze und die Anstrengung auf dem Rad unterdrückten zunächst ein wenig mein Hungergefühl, was mir lediglich einen Straßburger Wurstsalat (8,50 Euro) zusammen mit ein paar Bratkartoffeln (3,50 Euro) einbrachte.
Das mag frugal erscheinen, war aber in dieser Kombination (und bei dieser Witterung) genau das richtige Mittagessen für mich. Zumal die Bratkartoffeln wie immer sensationell knusprig und hervorragend gesalzen aus der kleinen Porzellanschüssel grüßten. Auch der mit Käse und extrafein geschnittenen Zwiebeln verfeinerte Wurstsalat hielt dank seiner erfrischenden Essigwürze allen Kriterien hausmannsköstlicher Speisung statt. Es war mit Sicherheit einer der besten „Straßburger“, die ich jemals auf dem Teller hatte.
Auch mein Kollege lobte die Fleischqualität seines Pfälzer Rumpsteaks, das den typisch flachen, deutschen Cut aufwies und im gewünschten Gargrad (medium) serviert wurde. Die Röstspuren auf dem lediglich mit etwas Pfeffer und Salz gewürzten Bratfetzen ließen auf eine Zubereitung in der gußeisernen Pfanne schließen.
Wir schlossen unseren mittäglichen Boxenstopp mit einem Kaffee und einem wunderbaren Bauchgefühl, das uns gestärkt auf die Räder und auf den Heimweg schickte. Der nächste Besuch im Jülg’schen Innenhof ist schon in Planung. Einem lauen Sommerabend bei köstlicher Hausmannskost und noch besseren Weinen sollte demnach nichts im Wege stehen.