Geschrieben am 15.08.2026 2026-08-15| Aktualisiert am
16.08.2026
Besucht am 29.01.2026Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 227 EUR
Unser Wörther Gaumenquintett kam aufgrund unterschiedlichster terminlicher Zwänge für längere Zeit nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner. Da fuhren wir an einem Donnerstagabend Ende Januar eben nur zu dritt nach Kandel, wo im Restaurant des Hotels „Zum Riesen“ ein reservierter Tisch auf uns wartete.
Küchenchef Andreas Wenz wird mittlerweile am Herd von seinem Sohn Robin tatkräftig unterstützt, was das Niveau der gehobenen, mit reichlich internationalen Einflüssen gesegneten Regionalküche meiner Meinung nach sogar noch etwas nach oben geschraubt hat.
Um es vorweg zu nehmen: es war ein besonders genussvoller Abend, den wir in dem geradlinig-modern eingerichteten Gastraum der Familie Wenz erleben durften und die knapp 230 Euro, die am Ende auf der Gesamtrechnung standen, waren mehr als gerechtfertigt.
Dass man in Kandels kulinarischer Vorzeigeadresse ein paar Tage im Voraus reservieren sollte, ist wenig überraschend. Die wenigen Tische sind in Anbetracht der hier für gutes Geld kredenzten Kreationen auch unter der Woche schnell ausgebucht. Man hat sich in den letzten Jahren einen guten Namen erkocht, was der hohe Gästezuspruch (auch aus der Region!) eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Wir stellten das Auto nur ein paar Schritte entfernt auf dem hoteleigenen Parkplatz ab, überquerten die Kandeler Hauptstraße und wurden vom gut aufgelegten Serviceleiter Tilo Schiefer, der auch an diesem Abend seinen Job mit der richtigen Mischung aus kompetenter Beratung, zugewandter Freundlichkeit und humorvoller Kommunikation am Tisch mit Bravour erledigte, auf sympathische Weise in Empfang genommen.
Man platzierte uns gleich rechts am ersten Tisch in dem rund 40 Personen Platz bietenden Gastraum, dessen Inneres ein gediegen-zeitgemäßes Flair ausstrahlt. Genügend Platz zwischen den Tischen, komfortable Sitzgelegenheiten, mit dem richtigen Gespür ausgesuchte, dezente Deko, ein paar großformatige Farbakzente an den Wänden und geschickt ausgewählte, raumtrennende Elemente sorgten für eine sehr angenehme Umgebung. Hinsetzen, zurücklehnen und wohlfühlen – genauso hatten wir uns das vorgestellt.
Mit einem fruchtigen Aperol-Spritz (8,50 Euro), einem aromatischen Pernod (6,50 Euro) und einem gut gekühlten Tannenzäpfle Pils aus der Flasche (0,33l für 4 Euro) gelang der flüssige Aufgalopp nach Maß. Die Flasche Bad Camberger Taunusquelle (0,75l für 6,50 Euro) zur inneren „Verdünnung“ durfte da selbstverständlich nicht fehlen.
Beim Studieren des angenehm überschaubaren, aber dennoch äußerst abwechslungsreichen Speisezettels – vier Vorspeisen und 3 Hauptgerichte hielt man à la Carte parat – blieb ich bei dem in drei, vier, fünf oder sechs Gängen angebotenen „Extrazeit-Menü“ für den etwas anspruchsvolleren Gaumen hängen.
Ich buchte vier Gänge (85 Euro), um später nach dem 3.Gang das Dessert höflichst abzubestellen, da es einfach nicht mehr reinpasste. Dass man deshalb (ohne es zu erwähnen) einfach 10 Euro vom Menü-Preis subtrahierte, spricht auch für die gastfreundliche Attitüde der Familie Wenz.
Einer der beiden Kollegen wagte sich in einem Anflug kulinarischer Neugierde (und er ist wahrlich kein Fleischverzichter!) an das in drei Gängen servierte, vegane Menü (49 Euro), während es der Dritte im Bunde zunächst mit einem winterlichen Blattsalat mit gebackenem Ziegenkäse, gerösteten Nüssen und Trockenfrüchten (19 Euro) aufnahm, um dann mit dem Rumpsteak vom Angusrind mit Trüffelbutter, Marktgemüse und Kartoffelgratin (36 Euro) genüsslich einen Gang höher zu schalten.
Mit einem unglaublich schmackigen Gruß aus der Küche löffelten wir freudig dem ersten Gang entgegen. Amuse Bouche mit ganz viel Schmackes!
Die kleine Umami-Bombe aus köstlich abgeschmecktem Kalbsragout, das von getrüffeltem Kartoffelschaum und etwas Parmesancrumble getoppt wurde, schlug mit reichlich „Überschmeck“ ein. Papillenanregendes Soulfood, das ganz ausgezeichnet in die kalte Jahreszeit passte. Davon hätte nicht nur ich ein weiteres Gläschen mit Freude ausgelöffelt. Aber es ging ja erst los…
In meinem Fall mit einer intensiv nach Krustentier schmeckenden Hummerbisque, deren unglaublich dichtes Aroma mir sofort in die Nase stieg. Das leicht aufgeschäumte, aus Karkassen gezogene Süppchen beamte mich bereits beim ersten Löffel gedanklich an den Vieux Port von Marseille. Feines Krustentierkonzentrat
Die kleine, darin schwimmende Zugabe, eine Jakobsmuschel von ordentlicher Größe, veredelte die mit etwas Orangenkaramell verfeinerte, jodig-süßliche Meeresterrine. Ein perfekt abgeschmeckter, maritimer Einstieg, der ein erstes kulinarisches Ausrufezeichen setzte und mich glücklich in Richtung Wolfsbarsch entließ.
Auch der auf veganer Entdeckungsreise befindliche Kollege durfte sich an einem aromatischen Süppchen erfreuen. Kürbiscrème trifft Falafel
Zu seiner mit Kokosmilch verfeinerten Crèmesuppe vom Butternutkürbis hatten sich zwei ganz famose Blumenkohl-Falafel-Bällchen hinzugesellt. Der Teilzeit-Veganer zeigte sich von seiner asiatisch angehauchten Löffelspeise sichtlich begeistert.
Der einzige à-la-Carte-Esser am Tisch verputzte derweil munter sein in eine essbare Salatschale gestecktes Blattgrün, das nicht nur sehr schmackhaft angemacht war, sondern auch mit karamellisierten Nüssen, roten Zwiebeln, Cherry-Tomaten und Popcorn texturell einiges an Abwechslung bot. Auch am gebackenen, mit Datteln belegten Ziegenkäse gab es nichts zu meckern. Starker Auftakt in Grün
Nach einer kleinen Verschnaufpause – die einzelnen Gänge wurden in einem sehr angenehmen Zeitrahmen mit wohldosierten „Breaks“ serviert – ging es zumindest bei den beiden Menü-Essern zur nächsten Gaumen-Etappe. Während sich mein Kollege an einem bunten Salatteller mit gerösteten Nüssen und Trockenfrüchten erfrischte, Buntes Blattwerk hübsch inszeniert
ging es bei mir mit Ikejime-Wolfsbarsch auf Safran-Graupen-Risotto weiter.
Der Fischteller geriet zum ersten echten Hingucker. Von einem sanften Dashi-Schaum sternförmig umgeben, thronte das ultrasaftige Wolfsbarschfilet (Ikejime-Methode) auf einem Bett aus sämigem Safran-Graupen-Risotto. Das auf den Punkt gegarte Fleisch des Meeresbewohners war von zwei dünnen, kreisrunden Scheiben Safran-Aspik umrahmt. Genialer Fischteller!
Der auch im Risotto den Aromen-Ton angebende Safran verlieh dem tollen Fischgang eine subtile, angenehm erdige Würze, die sich mit dem Wolfsbarsch ins beste Benehmen setzte. Ein paar Körner vom gepufften Reis lieferten ein wenig Crunch, während der Dashi-Schaum für noch mehr Meeresrauschen auf der Zunge sorgte. Ein ganz großartiger Zwischengang, der den kulinarischen Anspruch und das handwerkliche Können der „Wenz-Buben“ auch optisch sehr gelungen auf die Platte brachte.
Zu meinem im Hauptgang annoncierten Rehrücken aus dem nahen Bienwald brauchte ich dringend etwas vollmundiges Rotes im Glas. Ich entschied mich für die Cuvée Pallas vom Pfälzer Weingut Mathis aus Klingenmünster (0,2l für 8,50 Euro). Diese aus den Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah vinifizierte, im Holzfass ausgebaute Rotweincuvée punktete mit kräftiger Fruchtfülle und rundgeschliffenen Tanninen. Zur „wilden“ Gaumenreise durch den Bienwald genau die richtige Wahl.
Serviceleiter Tilo Schiefer servierte mir dann einen Rehteller, wie ich ihn nie und nimmer erwartet hätte. Allein vom Aussehen her geriet dieser Wild-Gang schnell unter „Sterne-Verdacht“. Auf diesen formidablen Rehteller ein dreifaches "Wenzmanns Heil!"
Die einzelnen, harmonisch ineinandergreifenden Elemente, wurden von ihm am Tisch fachkundig erläutert. Zu den auf den Punkt geratenen, großzügig portionierten Stücken vom Regional-Reh gesellten sich geschmorte Dörr-Pflaume, Shiitake- sowie weiße Buchenpilze, Brom- und Heidelbeeren, knackig gedämpftes Wintergemüse (Romanesco, Kohlrabi, Karotte und Sellerie), hausgemachte Schupfnudeln und ein seidiges Topinambur-Püree. Das Bienwald-Reh: eine Augen- und Gaumenweide...
Mit einer von langem Einköcheln und profundem Saucenhandwerk kündenden Rotwein-Wacholder-Jus wurde der kulinarische Winterspaziergang süffig unterfüttert. Das ergab in der Summe einen aufwendig in Szene gesetzten Teller raffiniertester Bodenständigkeit, den ich in vollen Zügen genoss.
Eine kluge Kombination aus lokalen Produkten, den „Schätzen“ der unmittelbaren Umgebung, die mit hoher kulinarischer Handwerkskunst einherging. Für einen Pfälzer Landgasthof war dieses Bienwald-Reh jedenfalls ein richtiges Brett. Chapeau, Messieurs Wenz!
Nicht minder begeistert zeigte sich der seinen veganen Hauptgang feiernde Kollege zu meiner Linken. Veganer Teller von Format: die Steinpilz-Kartoffel-Ravioli
Ihn hatte man mit Steinpilz-Kartoffel-Ravioli an Pastinaken-Crème und Marktgemüse (Blumenkohl, Kohlrabi) beglückt und das Ganze mit einer gnadenlos gut abgeschmeckten Sauce aus Reissahne, gerösteten Pilzen und Nüssen in höhere Umami-Sphären montiert. Für meinen Gaumenbuddy war das schlicht und ergreifend die beste vegane Sauce seines Lebens.
Kaum ausgesprochen hatte er schon eine Saucière mit Nachschlag neben seinem Teller stehen. Und auch von der tiefgründigen Wacholder-Jus „stibitzte“ mir der mutige Servicechef eine ansehnliche Extraportion aus der Wenz’schen Saucenschmiede. Wir dankten es ihm von Herzen.
Etwas frugaler sah der Teller des Redundanz-Rumpsteak’lers neben mir aus. Pfälzer Hausmannskost auf Top-Niveau
Aber auch der „Angus-Atze“ aus Wörth schien mit seiner Wahl überaus glücklich zu sein. Allein die Trüffelbutter und die angegossene Jus machten aus dem perfekt medium gebratenen Stück aus dem Rinderrücken ein wahres Festmahl für Fleischesser. Und dass man im „Riesen“ auch ein ganz feines, am Nachbarland orientiertes Kartoffelgratin auf die hübsche Keramik bekommt, muss eigentlich gar nicht erst erwähnt werden.
Nach den nicht gerade schüchtern portionierten Hauptspeisen mussten wir unserem fortgeschrittenen Sättigungsgrad Tribut zollen und geschlossen auf einen süßen Abschluss verzichten. So entging mir leider die geschmorte Feige mit Yuzu, Cassis und Sabayon und auch die ihrem Namen alle Ehre machende „Riesen“-Praline blieb diesmal gut gekühlt im Patisserie-Schrank.
Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an Andreas und Robin Wenz, die einen ganz hervorragenden Job in der Küche gemacht haben und uns aber mal so richtig glücklich und zufrieden nach Hause entließen.
Und nicht zuletzt natürlich an den Mann, der mit seiner charmant-humorvollen Art für einen sehr entspannten Abend sorgte. Mit Tilo Schiefer hat das Riesen-Team ein wahres Service-Ass im Ärmel. Beim Fußball würde man wohl von einem „Unterschiedsspieler“ sprechen.
Auch das unschlagbare Preis-Genuss-Verhältnis und das geschmackvoll gestaltete Interieur werfen letztlich die Frage auf, warum wir hier nicht öfter aufschlagen. Zumal Kandel nur ein paar Autominuten von Wörth entfernt liegt. Die einfache Antwort darauf kann nur lauten: das müssen wir dringend ändern!
Unser Wörther Gaumenquintett kam aufgrund unterschiedlichster terminlicher Zwänge für längere Zeit nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner. Da fuhren wir an einem Donnerstagabend Ende Januar eben nur zu dritt nach Kandel, wo im Restaurant des Hotels „Zum Riesen“ ein reservierter Tisch auf uns wartete.
Küchenchef Andreas Wenz wird mittlerweile am Herd von seinem Sohn Robin tatkräftig unterstützt, was das Niveau der gehobenen, mit reichlich internationalen Einflüssen gesegneten Regionalküche meiner Meinung nach sogar noch etwas nach oben geschraubt hat.
Um es vorweg... mehr lesen
Restaurant im Hotel zum Riesen
Restaurant im Hotel zum Riesen€-€€€Restaurant, Weinstube072753437Rheinstraße 54, 76870 Kandel
5.0 stars -
"So eine genussvolle Extrazeit wie bei Familie Wenz sollte man sich viel öfter gönnen!" GourmägglerUnser Wörther Gaumenquintett kam aufgrund unterschiedlichster terminlicher Zwänge für längere Zeit nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner. Da fuhren wir an einem Donnerstagabend Ende Januar eben nur zu dritt nach Kandel, wo im Restaurant des Hotels „Zum Riesen“ ein reservierter Tisch auf uns wartete.
Küchenchef Andreas Wenz wird mittlerweile am Herd von seinem Sohn Robin tatkräftig unterstützt, was das Niveau der gehobenen, mit reichlich internationalen Einflüssen gesegneten Regionalküche meiner Meinung nach sogar noch etwas nach oben geschraubt hat.
Um es vorweg
Geschrieben am 08.08.2026 2026-08-08| Aktualisiert am
08.08.2026
Besucht am 06.02.2026Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 33 EUR
Lange schon hatte ich die in der Karlsruher Waldstraße seit Mitte Dezember 2019 beheimatete Min Ramen Bar auf meiner kulinarischen Agenda. Das von der Inhaberin Hong Minh Nguy geführte, auf Nudelsuppen, Bowls und Asia-Tapas spezialisierte Lokal scheint prächtig zu laufen. Inzwischen betreibt das Team auch Filialen in Heidelberg und Mannheim.
Aufgrund seiner Beliebtheit schlugen gleich mehrere Versuche fehl, dort spontan einen Tisch zu bekommen. Anfang Februar hatte ich dann endlich Glück. Angeheizt vom brühwarmen Bremer Nudelsuppen-Erlebnis im „Tampopo“ ein paar Wochen zuvor, gelüstete es mich an einem Freitagmittag zur besten Lunch-Time nach japanischem Seelenfutter aus der Schlürfschüssel.
Ein kurzer Anruf sicherte mir doch tatsächlich einen Platz in dem von außen eher unscheinbar wirkenden Ramen-Restaurant. Von außen eher unscheinbar
Ehrlich gesagt bin ich zunächst daran vorbeigelaufen und Google schickte mich wieder retour. Wer nicht gezielt nach dem Laden sucht oder bereits weiß, wo es sich befindet, dem wird es wahrscheinlich ähnlich gehen.
Drinnen erwartete mich eine lebendige, angenehm pulsierende Atmosphäre, die ein völlig anderes Bild (im Vergleich zur äußeren Erscheinung) bot. Hier herrschte Leben, was jedoch nicht (allzu sehr) auf Kosten der Gemütlichkeit ging. Lebendiges, aber nicht unangenehmes Ambiente
Die teilweise im unverputzten Stil verkleideten Wände, die eher sparsame Beleuchtung, der abgenutzt wirkende, helle Holzboden und die rustikalen Holzbalken an der Decke (aber auch als raumtrennende Elemente) schufen eine entspannte Atmosphäre, die lediglich von den dicht nebeneinander platzierten Bistro-Tischen etwas „eingeengt“ wurde.
Von meinem Platz an der Wand hatte ich einen guten Blick in den Gastraum bzw. auf sein munteres Innenleben. Was die Leute links und rechts neben mir sprachen und aßen, bekam ich quasi „on top“ dazu geliefert. Kann ja auch manchmal ganz interessant sein…
Auch an jenem Freitagmittag war die Min Ramen Bar wirklich gut frequentiert und die beiden jungen Servicekräfte hatten alle Hände voll zu tun. Manchmal dauerte es ein wenig bis sie den Weg an meinen Tisch fanden, aber in Anbetracht der Auslastung ging das voll in Ordnung. Im Gespräch gab man sich zugewandt und hilfsbereit. Auf den persönlichen Schärfegeschmack wurde bei der Auswahl der Speisen gerne eingegangen.
Ich orderte ein Fläschchen Mineralwasser der Marke Peterstaler (0,5l für 4,90 Euro) für den Durst und durchstöberte in aller Ruhe das nicht überfordernde Speisenprogramm. Die Seite mit den in den Größen M („medium“) und L („large“) angebotenen Nudelsuppen auf Miso-, Shoyu- und Tonkotsu-Basis ließ ich links liegen und entschied mich für die Tantanmen Ramen in der Größe „M“ mit Tempura-Garnele (14,50 Euro).
Dabei handelt es sich sozusagen um die Antwort Japans auf die chinesischen Dan-Dan-Nudeln. Auf eine cremig-würzige Sesam-Brühe mit angebratenem Hühnerhack, Chili-Öl, Pakchoi und dem charakteristischen Szechuan-Schärfekick hatte ich so richtig Lust. Und gegen ein knuspriges „Add-on“ (Tempura-Garnele) hatte ich auch nichts einzuwenden.
Vorweg durfte es ruhig ein wenig „kara-agierter“ zur Sache gehen. Sechs doppelt frittierte, knusprige Hähnchenstücke mit japanischer Mayo und Wakame („Chicken Kara-age“, 6 Euro) bestimmten zusammen mit zwei Süßkartoffelkroketten (5 Euro) das gar nicht mal so fettig ausfallende Vorspeisenprogramm. Samtig-krosse Süßkartoffelkroketten
Die beiden Kleingerichte wurden zusammen serviert. Kross frittiertes Fingerfutter, das mir den grauen Februar-Freitag erhellte. Die milden, leicht süßlichen Kroketten bildeten dabei einen schönen Gegenpol zu den herzhaft knusprigen Hähnchen-Nuggets, deren Panierung eine angenehme Textur hatte und die mit saftigem Fleisch punkteten. Chicken Kara-age für Freunde des Fingerfutterns
Am Nebentisch ließ man sich die Takoyaki (Oktopusbällchen) schmecken. Die sahen auch klasse aus und sind für den nächsten Besuch bereits vorgemerkt.
Gut, dass ich die Nudelsuppe in der kleineren Größe geordert hatte, denn meine beiden Appetizer aus der Fritteuse entließen mich gut vorgesättigt in Richtung Hauptspeise. Tantanmen-Ramen mit Knuspergarnele
Wie schrieb einst mein leider auf diesem Portal verstummter Vor-Rezensent aus dem nördlichen Schwarzwald über seine Kara Miso Ramen: „Die Schärfe war auf den Punkt, der Magen wurde angenehm gewärmt, ohne dass die Nase über Gebühr tropfte…“.
Ähnlich erging es auch mir. Die Brühe wärmte von Innen, während knackiger Pakchoi, frische Frühlingszwiebel, scharf gewürztes Hühnerhack und noch leicht bissfeste Nudeln um die Gunst ihres „Schlürf-Verweigerers“ buhlten. Aromatischer Winterwärmer
Gerösteter Sesam und Chili-Öl steuerten nussig-milde und leicht feurige Akzente bei. Ich löffelte hemmungslos aus dem Trüben. Die à Part gelieferte Garnele in Knusperhülle stippte ich in eine gut abgeschmeckte Wasabi-Mayo und war dankbar über die geschmackliche und texturelle Abwechslung.
An die aromatische Würze der Tantanmen-Brühe könnte ich mich glatt gewöhnen. Sie bildete die Basis für eine vollmundige Nudelsuppe, deren herzhaft-cremige Grundstruktur die frischen und scharfen Einlagen zu einem harmonischen Geschmacksbild zusammenfügte. Gut auch, dass die eher neutralen Nudeln das kräftige Umami der Brühe etwas abmilderten. Asia-Pasta in trüber Glücksbrühe
Ich war zwar noch nie in Japan, aber anscheinend soll es in der Min Ramen Bar ziemlich authentisch zugehen (wenn man den Worten eines kulinarischen Japan-Kenners auf einem anderen Portal Glauben schenken darf). Die Kombination aus lebendiger Atmosphäre und winterlichem Suppenglück hat mir jedenfalls sehr gut gefallen.
Auch der stets freundliche, sympathisch agierende Service gehört zu den großen Pluspunkten dieses beliebten Asia-Lokals. Und nicht zuletzt die hier in die Schüssel gebrachte Ramen-Qualität, die das Restaurant zu etwas Besonderem macht. Die formidablen Nudelsuppen stellen hier zweifellos das kulinarische Aushängeschild dar und erklären die vielen positiven Rückmeldungen im Netz.
Wer also mal in Karlsruhe auf der Suche nach einer glücklich machenden Ramen-Suppe ist, der sollte (nicht wie ich) an der unscheinbaren Min Ramen Bar vorbeigehen, sondern unbedingt hineingehen! Ohne Reservierung wird es allerdings schwer, einen der begehrten Plätze zu ergattern.
Lange schon hatte ich die in der Karlsruher Waldstraße seit Mitte Dezember 2019 beheimatete Min Ramen Bar auf meiner kulinarischen Agenda. Das von der Inhaberin Hong Minh Nguy geführte, auf Nudelsuppen, Bowls und Asia-Tapas spezialisierte Lokal scheint prächtig zu laufen. Inzwischen betreibt das Team auch Filialen in Heidelberg und Mannheim.
Aufgrund seiner Beliebtheit schlugen gleich mehrere Versuche fehl, dort spontan einen Tisch zu bekommen. Anfang Februar hatte ich dann endlich Glück. Angeheizt vom brühwarmen Bremer Nudelsuppen-Erlebnis im „Tampopo“ ein paar... mehr lesen
Min Ramen Bar
Min Ramen Bar€-€€€Restaurant0721 14597578Waldstraße 19, 76133 Karlsruhe
4.0 stars -
"Fernköstliches Ramenprogramm mit freundlichen Grüßen aus der Fritteuse" GourmägglerLange schon hatte ich die in der Karlsruher Waldstraße seit Mitte Dezember 2019 beheimatete Min Ramen Bar auf meiner kulinarischen Agenda. Das von der Inhaberin Hong Minh Nguy geführte, auf Nudelsuppen, Bowls und Asia-Tapas spezialisierte Lokal scheint prächtig zu laufen. Inzwischen betreibt das Team auch Filialen in Heidelberg und Mannheim.
Aufgrund seiner Beliebtheit schlugen gleich mehrere Versuche fehl, dort spontan einen Tisch zu bekommen. Anfang Februar hatte ich dann endlich Glück. Angeheizt vom brühwarmen Bremer Nudelsuppen-Erlebnis im „Tampopo“ ein paar
Geschrieben am 04.08.2026 2026-08-04| Aktualisiert am
04.08.2026
Besucht am 08.01.2026Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 163 EUR
Zu Beginn des Jahres schlug ich zusammen mit zwei kulinarischen Komplizen bei Familie Kreger im Ortskern von Neupotz auf. Wir drei hatten einfach mal wieder Lust auf die feine Regionalkost, die im Gasthof Zum Lamm seit vielen Jahren verlässlich aufs Porzellan gebracht wird.
Hier findet man noch eine auf guten Produkten basierende Heimatküche vor, die zur Pfälzer Gastlichkeit passt, ohne ihren bodenständigen Charakter zu verbiegen, aber auch mediterrane und asiatische Akzente behutsam miteinbezieht.
Vor 32 Jahren (!) haben Ulrike (Service) und Manfred Kreger (Küche) den elterlichen Betrieb übernommen und ihn seitdem als beliebte Adresse für ambitioniert vorgetragene Hausmannskost in der Südpfalz etabliert. Die raffiniert zubereiteten und ansprechend angerichteten Speisen locken jedoch nicht nur Fischliebhaber in das seit Jahren mit einem Bib Gourmand ausgezeichnete Lokal.
Auch wegen einem guten Stück Fleisch oder der ein oder anderen mediterran anmutenden Vorspeise lohnt der Weg in das ehemalige Fischerdorf Neupotz, das beschaulich an einer Altrheinschleife liegt und von Feldern und urwüchsigem Auenwald umgeben ist. Außerdem ist der Ort schnell über die Bundesstraße B9 zu erreichen.
Die mittlerweile etwas modernisiert auftretende Gaststube – Teppichboden raus, bequeme Polsterstühle rein – hat ihren gutbürgerlichen Charme bewahrt. Und das, obwohl selbst die früher komplett unter weißem Leinen versteckten Tische inzwischen der Vergangenheit angehören. Die altehrwürdige Gaststube mit neuen Akzenten
Die nostalgische Kassettendecke und das leicht angestaubte Design der Rückenpolster der einmal ringsherum führenden Wandbänke, lassen jedoch keine Zweifel zu: wir befinden uns immer noch in einer gepflegten Dorfwirtschaft, in der nach guter alter Gasthaus-Sitte aufgetischt und gespeist wird.
Der Tatsache, dass man dazu die Preise an das heutige Niveau anpassen musste, wird wohl jeder, der in der einfachen Prozentrechnung zumindest rudimentär bewandert ist, mit Verständnis begegnen.
Aber es wundert einen schon, wenn sich Gelegenheitsrezensenten über einen Rumpsteak-Preis von knapp über 30 Euro echauffieren und einen mit Speck, Croutons und frischen Champignons veredelten Feldsalat an Kartoffeldressing für 13,50 Euro als maßlos überteuert bezeichnen.
Dass sich so ein Betrieb bei den dramatisch gestiegenen Energie-, Produkt- und Personalkosten auch im Jahr 2026 irgendwie tragen muss und die fleißigen Gastronomen für ihre harte Arbeit auch einen Gegenwert erhalten sollen, wird bei solchen „Rechnungen“ häufig außen vor gelassen. Wer aber bereit ist, für gutes Essen den ein oder anderen Euro mehr zu investieren, der ist bei Familie Kreger definitiv gut aufgehoben.
Nach einem freundlichen Empfang durch die Chefin, ließ man uns in aller Ruhe das Speisenprogramm studieren. Trotz seiner Kompaktheit stellte es mich auch dieses Mal vor die Qual der Wahl. Sechs Vorspeisen, vier Fischteller, fünf Fleischgerichte und zweimal vegetarisch listete das durchweg ansprechende Standardrepertoire. Ergänzt von ein paar saisonalen Empfehlungen.
Eine Flasche Wasser (0,75l Bellaris Classic für 6,20 Euro) und zwei frisch gezapfte Bellheimer Lord-Pils (0,4l für 4,90 Euro) ließen keine trockenen Verhältnisse am Tisch aufkommen. Garnele als Amuse Bouche
Nach einem leckeren Garnelen-Gruß aus der Küche wurden uns drei Vorspeisensalate serviert. Ein Kollege ließ sich den bunten Blattsalat mit gebackenem Ziegenkäse im Speckmantel (16 Euro) schmecken. Knackfrischer Blattsalat mit cremigem Ziegenkäse
Der andere hatte nicht ganz so viel Hunger und beschränkte sich auf einen kleinen Salatteller (6,50 Euro) vorweg. Mich lachte der Feldsalat mit Speck und Croutons (13,50 Euro) von der Empfehlungskarte am meisten an, den ich mit großem Appetit verputzte. Rapunzel in Bestform
Sein fein abgeschmecktes Kartoffeldressing, die knusprigen Buttercroutons und der nicht übertrieben salzige, leicht angebratene Speck verliehen meiner liebsten Salatsorte reichlich Geschmack. In der Ausführung eine absolut stimmige Vorspeise, deren Portionsgröße auch nicht übersättigte. Das war auch gut so, denn ein Klassiker der Kreger’schen Kochkunst wartete als Hauptgang.
Ich hatte mich im Gegensatz zu den beiden Rumpsteak-Rabauken für das gebratene Zanderfilet mit Gemüsejulienne und Tagliolini an Rieslingsauce (31 Euro) entschieden. Eine verdammt gute Wahl wie sich bald herausstellte. Vom Riesling zum Zander (geht auch ohne Fahrrad...)
Die beiden zuvor mehlierten Filetstücke von meinem Neupotzer Lieblingsspeisefisch kamen perfekt gebraten aus der Butterpfanne. Im Zusammenspiel mit dem Gemüse und der formidablen Rieslingsauce („Zum R(h)einknien!“) ein rundum glücklich machender Heimatteller für Leib und Seele. Ein Teller voll Heimat!
Die beiden kollegialen Karnivoren am Tisch taten sich derweil an zwei stattlichen Rumpsteaks (Grain-Fed) mit Kräuterbutter, mediterranem Gemüse und Pommes frites (jeweils 33 Euro) gütlich. Rumpsteak mit Kräuterbutter ("Westwand"-Ansicht)
Die Zartheit des Fleisches, sein leicht buttriger Geschmack und sein perfekter Gargrad („Medium“) wurden in hohem Maße gelobt. Auch die tiefgründige Jus fand großen gustatorischen Anklang. Rumpsteak mit Kräuterbutter ("Ostwand"-Ansicht)
Auf einen Nachtisch mussten wir aufgrund unserer fortgeschrittenen Sättigung leider verzichten. Dafür sind die Portionen im „Lamm“ dann doch zu „pfälzisch“ bemessen. Kulinarische Klasse darf schließlich auch mit einem vernünftigen Maß an Masse (auf dem Teller) einhergehen, ohne gleich ins Übersättigende abzudriften.
Für knapp über 160 Euro bot Manfred Kreger uns dreien eine Hausmannskost auf Top-Niveau. Die hohe Qualität und die handwerklich tadellose Verarbeitung der verwendeten Produkte unterstreichen das hier vorherrschende, äußerst intakte Preis-Genuss-Verhältnis. Der entspannt-herzliche Service und das gediegene Ambiente tragen ebenfalls zum Gästewohl bei.
Für mich persönlich ist das „Neupotzer Lamm“ auch ein Ort kulinarischer Erinnerungen an gutes Essen im Kreise der Familie. Wahrscheinlich hat es mein jugendliches „Fisch-Verständnis“ in gewisser Hinsicht mitgeprägt. Auch ein Grund, warum ich hier immer wieder gerne einkehre. Meine Mutter konnte nämlich nicht nur fantastisch kochen, sie wusste auch, wo es in der näheren Umgebung besonders gut schmeckt…
Zu Beginn des Jahres schlug ich zusammen mit zwei kulinarischen Komplizen bei Familie Kreger im Ortskern von Neupotz auf. Wir drei hatten einfach mal wieder Lust auf die feine Regionalkost, die im Gasthof Zum Lamm seit vielen Jahren verlässlich aufs Porzellan gebracht wird.
Hier findet man noch eine auf guten Produkten basierende Heimatküche vor, die zur Pfälzer Gastlichkeit passt, ohne ihren bodenständigen Charakter zu verbiegen, aber auch mediterrane und asiatische Akzente behutsam miteinbezieht.
Vor 32 Jahren (!) haben Ulrike (Service)... mehr lesen
Gasthaus Zum Lamm
Gasthaus Zum Lamm€-€€€Restaurant, Gasthaus072722809Hauptstraße 7, 76777 Neupotz
4.5 stars -
"Auf den Punkt zubereitete Heimatküche in familiärer Atmosphäre" GourmägglerZu Beginn des Jahres schlug ich zusammen mit zwei kulinarischen Komplizen bei Familie Kreger im Ortskern von Neupotz auf. Wir drei hatten einfach mal wieder Lust auf die feine Regionalkost, die im Gasthof Zum Lamm seit vielen Jahren verlässlich aufs Porzellan gebracht wird.
Hier findet man noch eine auf guten Produkten basierende Heimatküche vor, die zur Pfälzer Gastlichkeit passt, ohne ihren bodenständigen Charakter zu verbiegen, aber auch mediterrane und asiatische Akzente behutsam miteinbezieht.
Vor 32 Jahren (!) haben Ulrike (Service)
Besucht am 02.01.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 75 EUR
Es ereignete sich am zweiten Tag des aktuellen Jahres. Der Winter hatte Bremen eine hübsche Schneedecke verpasst. Und wir waren auf dem Weg in den Stadtteil Schwachhausen, in dem man ganz allgemein viel „stärker“ (im Sinne von besser) wohnt als sein Name eventuell vermuten lässt.
Vom abendlichen Schneetreiben ging es hinein ins gut beleumundete, japanische Nudel- und Sushivergnügen. Einfach mal den "alten Winter" draußen lassen...
Genauer gesagt ins Restaurant Tampopo an der Ecke Metzer Straße / Schwachhauser Heerstraße, in dem ein Vierertisch auf uns sowie meine Schwägerin und ihren Freund wartete. Um das jüngste Familienmitglied kümmerten sich an jenem Abend Oma und Opa.
Über die ansprechende Einrichtung und kulinarische Ausrichtung des Ladens hat mein Bremer Gaumenfreund schon vor einigen Jahren sehr lesenswert berichtet. Die dunklen Wände dienen als schlicht-eleganter Hintergrund für ein stimmungsvoll illuminiertes Ambiente, das bei all seiner zeitgemäß-kühlen Gestaltung noch genügend Raum zum Wohlfühlen lässt. Auch farblich ein Hingucker Lässige Inneneinrichtung
Meine Frau und ich hatten ein wenig Zeit zum Umschauen und Ankommen, da die andere Hälfte unserer Tischgesellschaft etwas verspätet eintraf. Die jungen Leute halt…
Die Getränkepreise passen zur wohlsituierten Schwachhauser Klientel, die das Restaurant seit Jahren brummen lässt. 7,20 Euro für die Flasche Mineralwasser („Vilsa medium“) sind schon ein Wort. Neben einer reichhaltigen, aber keinesfalls überdimensionierten Auswahl an Sushi und diversen Nudelsuppen hält man auch eine Reihe verlockender Asia-Tapas für den kleineren Hunger (oder eben für vorweg) bereit.
Mit vier Personen am Tisch ließ sich da einiges kreuz und quer probieren. Die mit zurückhaltender Schärfe (Japan-Style) versehenen „Spicy Edamame“ (4,90 Euro) stellten einen gelungenen Soja-Snack zum geselligen Fingerfuttern dar.
In Ermangelung des von Borgi angepriesenen Schweinebauchs – das saftig-fette Wintergericht war leider aus dem Vorspeisenkanon verschwunden – orderte ich die Tori Karaage (7,90 Euro), die von einem säuerlichen Soja-Essig-Dip und einer sehr zahmen Wasabi-Mayo begleitet wurden. Knusper-Huhn auf japanische Art
Knusprig, heiß und nicht übertrieben fettig hatten die zweifach ausgebackenen Stücke aus der Hähnchenkeule den Frittiervorgang hinter sich gebracht. Auch der Freund meiner Schwägerin hatte eine Portion dieser „Edel-Chicken-Nuggets“ bestellt und zeigte sich von ihnen begeistert. Zum Teilen vorweg eine durchaus gute Wahl. Ein schmackiger, unkomplizierter Asia-Snack, der noch Platz im Magen ließ für die kommenden Aufgaben.
Da ich dieses liebenswürdige japanische Restaurant nicht verlassen wollte ohne vorher eine der ansprechenden Sushi-Rollen probiert zu haben, baute ich zwischen frittiertem Hähnchenklein und cremig-fettiger Chicken Ramen noch eine King Dragon Roll (16,90 Euro) ein. Sehr zur Verblüffung meiner Frau, die sich mit rein vegetarischen, mit Paprika und Frischkäse gefüllten Maki (4,90 Euro) beschied.
Meine mit Avocado und Knuspergarnele gefüllte, mit flambiertem Aburi-Lachs ummantelte Drachen-Rolle kam leider mit etwas zu viel dekorativem Schnickschnack auf die längliche Platte. Chili-Mayo, Teriyaki-Sauce, roter Tobiko und zerstoßenes Engelshaar (Kadayif) in Ehren, aber sie lenkten von den tadellos zubereiten Meereshappen nur unnötig ab. Too much sauce can kill
Zumal die kurz vor dem Servieren abgeflämmte Lachshaube geschmacklich für sich sprach. Mir hätte da etwas weniger Drumherum besser gefallen, auch wenn die Saucenschärfe und die Knusperfäden mehr geschmackliche und texturelle Vielfalt auf den Teller brachten. Wehe, wenn der gerollte Königsdrache...
Gut, so frugal wie die Paprika-Maki-Portion meiner Frau hätte es vielleicht auch nicht unbedingt sein müssen. Paprika-Maki als Vorspeise
Aber ihr reichten Gari und Wasabi als Beigaben völlig aus, um mit den fischlosen Reisrollen absolut d’accord zu sein. Manchmal ist weniger eben doch mehr…
Gerade wenn noch eine derart gehaltvolle Tantan Ramenbrühe mit knusprigem Hähnchen, wachsweichem Ei, einer Handvoll Nudeln und Gemüse (14,50 Euro) auf einen wartet. Chicken Ramen Tantan - mit allem!
Denn der abgebrühte Bremer Suppenkasper hatte in seinem damaligen Bericht nicht zu viel versprochen.
Der pikant-würzige Hühnersud, mit dem sich die nicht zu weich geratenen Teigwaren zusammen mit feingeschnittenem Gemüse, Sesam und Chili-Öl die Schüssel teilten, geriet fleischlich dicht mit intensiver Umami-Note. Brachiales Brühenbekenntnis!
Da war viel gutes Hühnerfett, das in kleinen Kügelchen auf der Oberfläche glänzte. Die aus Teig oder Gemüse gefertigten Schüsselinsassen ordneten sich brav der mundfüllenden Brühe unter, ohne selbst dabei geschmacklich „baden“ zu gehen.
Von den knusprigen Hühnerklötzen gab ich gerne ein paar ab. „Mutter Karaage“ hatte mir an diesem Abend dann doch ein paar „Kinder“ zu viel beschert…
Auch meine Gattin hatte den Hühnerknochenfond als Basis für ihre Cha Shu Ramen Tantan (14,50 Euro) gewählt. Prinzipiell das gleiche Gericht, nur eben mit aufgeschnittenen Scheiben vom gebratenem bzw. gebackenem Schweinehals als Fleisch-Topping. Tantan Ramensuppe mit Schweinefleisch
Da wurde auch gegenüber kräftig aus dem Vollen gelöffelt.
Die Tonkotsu-Version ließ sich übrigens der Mann zu meiner Rechten schmecken. Tonkotsu-Ramensuppe
Die Schweineschüssel sah auch großartig aus und wäre beim nächsten Besuch ganz oben auf meiner Tampopo-Liste. Vielleicht hat der Bremer Brühen-Bruder ja Lust und Zeit auf eine japanische Nudelsuppe zwischen Weihnachten und Neujahr. Ein „karaagierter“ Mitstreiter aus der Pfalz würde sich freuen…
Es ereignete sich am zweiten Tag des aktuellen Jahres. Der Winter hatte Bremen eine hübsche Schneedecke verpasst. Und wir waren auf dem Weg in den Stadtteil Schwachhausen, in dem man ganz allgemein viel „stärker“ (im Sinne von besser) wohnt als sein Name eventuell vermuten lässt.
Vom abendlichen Schneetreiben ging es hinein ins gut beleumundete, japanische Nudel- und Sushivergnügen.
Genauer gesagt ins Restaurant Tampopo an der Ecke Metzer Straße / Schwachhauser Heerstraße, in dem ein Vierertisch auf uns sowie meine Schwägerin und... mehr lesen
4.0 stars -
"Stimmungsvolles Asia-Lokal, das neben brühwarmem Suppenglück auch solide Rohfischrollen und kleinere Fernköstlichkeiten für uns bereithielt" GourmägglerEs ereignete sich am zweiten Tag des aktuellen Jahres. Der Winter hatte Bremen eine hübsche Schneedecke verpasst. Und wir waren auf dem Weg in den Stadtteil Schwachhausen, in dem man ganz allgemein viel „stärker“ (im Sinne von besser) wohnt als sein Name eventuell vermuten lässt.
Vom abendlichen Schneetreiben ging es hinein ins gut beleumundete, japanische Nudel- und Sushivergnügen.
Genauer gesagt ins Restaurant Tampopo an der Ecke Metzer Straße / Schwachhauser Heerstraße, in dem ein Vierertisch auf uns sowie meine Schwägerin und
Besucht am 28.12.2025Besuchszeit: Mittagessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 55 EUR
Zum Jahreswechsel gastierten wir traditionsgemäß bei meinen Schwiegereltern für rund eine Woche in Bremen. Gleich am zweiten Abend trafen wir uns mit Freunden, die wir viel zu lange nicht mehr zu Gesicht bekommen hatten, im wohl besten Bistro der Stadt, dem „Topaz“ am Rand des lebendigen „Bremer Viertels“.
Die Erinnerung an diesen schönen Abend mit den Borgfelders ist noch präsent. Es wurde viel erzählt und gelacht, maßvoll getrunken und natürlich auch sehr gut diniert. Einen Bericht hierzu kann ich aus Mangel an bildlichen Beweisen leider nicht mehr nachliefern. Aber da war nicht nur mir das seltene „Entre Nous“ wichtiger als die gebotene Kulinarik bzw. deren Beurteilung.
Am nächsten Tag besuchten wir schon morgens den Adventure Park Bremen. Unsere Kleine durfte in diesem empfehlenswerten Indoor-Spielplatz in der Nähe des Weserpark-Shopping-Centers ihrem Kletter-, Hüpf- und Bewegungsdrang ausgiebig nachgehen. Zur Mittagszeit waren die mitgebrachten Snacks aufgebraucht, weshalb ich das Netz nach Einkehrmöglichkeiten im näheren Umfeld abklapperte.
Auf die langweiligen, immer gleichen Shopping-Mall-System-Gastros bzw. Franchise-Ketten hatten wir keine Lust und das nahegelegene „The Ash“ (auch eine Kette) sprach uns nur mäßig an. Der stark ausgeprägten Pasta-Affinität unseres Töchterchens entsprechend, scannte ich das Umland nach einkehrwürdigen „Ristorantes“ ab und siehe da: in der nicht weit entfernten Gemeinde Oyten (Landkreis Verden, Niedersachsen) würde ich fündig.
In dem direkt an der Hauptstraße befindlichen Hotel Oyten am Markt hatte nur ein paar Wochen zuvor ein neues, italienisches Lokal namens „La Rosalie“ eröffnet. Von außen eher unscheinbar
Die ersten Berichte darüber klangen recht vielversprechend. Also wagten wir eine telefonisch angekündigte Einkehr an jenem Sonntagmittag.
Vom hoteleigenen Parkplatz direkt vorm Haus ging es eine kleine Treppe hoch und schon befanden wir uns im hellen, mit reichlich Topfgrün versehenen Gastraum, der mit bequemen Sitzgelegenheiten – natürlich wollte sich das Töchterchen gleich auf einer gut gepolsterten, mit Kunstleder überzogenen Wandbank fläzen – und dunklen Bistro-Tischen eher funktionalen Charakter besaß. Gastraumimpression 1 Gastraumimpression 2
Nun, vielleicht wirkt das kulinarische Reich der beiden sympathischen Inhaber Maria (Service und Küche) und Ilario (Küchenchef) abends – bei entsprechender Beleuchtung – etwas gemütlicher. Aber entscheidend ist ja bekanntlich das, was auf dem Teller landet. Und so warfen wir mehr als nur einen Blick ins Speisenprogramm, das mit gängigen Italo-Klassikern nicht hinterm Vesuv hielt.
Mit Bruschetta, Vitello, Carpaccio und Co. grüßte die Antipasti-Fraktion, ehe ein knappes Dutzend Nudelgerichte unsere Lust auf Pasta weckte. Neben einer völlig ausreichenden Auswahl an Pizzen, hatte man auch Fleischiges (u.a. Rinderfilet und Kotelett Milanese) und Fischiges (u.a. Dorade, Schwertfisch alla Livornese) im Angebot.
Wir blieben jedoch der Teigwarenabteilung treu und orderten zur Bruschetta Classica (6 Euro) die Spaghetti mit Meeresfrüchten in Tomaten-Knoblauch-Sauce (18 Euro) – die in der Karte annoncierten Tagliolini waren leider aus – sowie die gleiche Nudelsorte in der Carbonara-Version (14 Euro). Für das kleine Fräulein gab es Miniatur-Penne mit Sahnesauce (8 Euro) und reichlich Parmesan oben drauf. Penne alla Panna (Kinderportion)
Die Flasche Mineralwasser wurde uns für gastfreundliche 5 Euro geliefert. Für die kleine Apfelschorle verlangte man 3,50 Euro. Preislich also alles auf Normalniveau.
Den Anfang machte eine stattliche Bruschetta-Portion. Viel Bruschetta für wenig Geld
Fünf geröstete, üppig mit Tomatenklein, Knoblauch, Olivenöl, Oregano, Balsamico-Crème und Parmesan belegte Brotscheiben wurden uns als Vorspeise zum Teilen serviert. Wir waren positiv überrascht, wie gut unserer Kleinen die Bruschetta schmeckte. Die schmeckte auch dem Töchterchen
Es kommt ja noch nicht allzu oft vor, dass sie ihren kulinarischen Teigwaren-Kosmos freiwillig verlässt…
Aber auch wir waren von den saftig belegten Röstbrotscheiben sehr angetan. Gut vorgesättigt gingen wir bald zur Pasta über. Da wir zu den ersten Gästen des Tages zählten und es an diesem Sonntag eher ruhig zuging, mussten wir nicht lange auf unser Essen warten.
An dieser Stelle sei der herzliche, bambini-freundliche Service von Maria erwähnt. Kinder sind im „La Rosalie“ mehr als gerne gesehen. Vom Empfang bis zur Verabschiedung hatten wir stets das Gefühl, bei unserem Stamm-Italiener zu sitzen. Und wenn man so gut umsorgt wird, kommt man gerne wieder. In unserem Fall nur drei Tage später am letzten Tag des vergangenen Jahres.
Während unser Töchterlein genüsslich ihre mit reichlich Parmesan umamisierten Sahnenudeln verdrückte, erfreute sich meine Frau an ihrer mit gebrutzeltem Guanciale servierten Carbonara, bei der in erster Linie Ei und Parmesan den Ton angaben. Ob sich in der Sauce auch Sahne befand, kann ich nicht (mehr) mit Bestimmtheit sagen. Sättigend war ihr Pasta-Teller aber allemal. Nur der Guanciale-Anteil erschien ihr in Anbetracht seiner Würze etwas überdimensioniert. Die Knusper-Speck-Carbonara
Meine angenehm bissfeste Meeresfrüchte-Pasta rechtfertigte den Vertrauensvorschuss an die Küche auf eindrucksvolle Art und Weise. Für mich ist (in einem italienischen Restaurant) ein Nudelteller mit Meeresgetier immer ein guter Gradmesser für die Leistung der Küche und der vorherrschenden Produkt-Frische, weshalb ich die Bestellung eines solchen auch beim Erstbesuch gerne mal „riskiere“. Ein immer wieder gerne genossener Klassiker: Spaghetti Mare
Ein vollmundiger Tomatensugo mit spür- und sichtbarem Knoblauchanteil bildete die Grundlage für meine Pasta Frutti di Mare. Mies- und Venusmuscheln (teilweise noch in ihren offenen Schalen versteckt), Pulpostreifen und zwei gegrillte Garnelen sorgten für ein genussvolles maritimes Klima auf dem Teller. Ist das Meer auch fern...so ein Teller geht immer!
Ein paar Kleckse vom roten Pesto brachten zusätzliche Abwechslung ins Aromengefüge. Die Verwendung frischer Kräuter (Petersilie!) machte sich ebenfalls gut auf der Platte. Auch die nicht kleinlich portionierten Schalen- und Krustentiere wussten geschmacklich zu überzeugen. In der Summe also ein tadelloses Gaumenerlebnis in Sachen Meerespasta, mit dem ich in dem unauffälligen Zweckbau an der Oytener Hauptstraße nun wirklich nicht unbedingt gerechnet hätte.
Ich war mehr als positiv überrascht und ließ drei Tage später die Tagliolini Gamberoni (18 Euro) folgen, die mir ebenfalls sehr zusagten. Tagliolini mit Garnelenklein in aromatischer Tomatentunke
Meine Frau genoss zeitgleich die Pappardelle mit Rinderstreifen in cremiger Tomatensauce (16 Euro), die ihre Carbonara sogar noch toppten. Vorzügliche Pappardelle mit Rind in Tomatensahne
Chefkoch Ilario scheint ein echter Saucenkönner zu sein. Schön, dass wir beim zweiten Besuch auch mit ihm ein paar nette Worte wechseln konnten.
Sollten wir nächsten Winter mal wieder im Bremer Osten den Adventure Park aufsuchen, würden wir im Anschluss eine Einkehr im „La Rosalie“ mit Sicherheit fest einplanen. Dann auch gerne zusammen mit den Schwiegereltern, die zu solider italienischer Küche bei sympathischen Gastgebern auch nicht nein sagen. Zumal man es hier auch preislich nicht übertreibt.
Maria und Ilario wünsche ich für die Zukunft das Beste. Mögen ihre mit Liebe zur italienischen Küche zubereiteten Speisen auf eine pizza- und pastafreundliche Klientel treffen, die das zu schätzen weiß.
Zum Jahreswechsel gastierten wir traditionsgemäß bei meinen Schwiegereltern für rund eine Woche in Bremen. Gleich am zweiten Abend trafen wir uns mit Freunden, die wir viel zu lange nicht mehr zu Gesicht bekommen hatten, im wohl besten Bistro der Stadt, dem „Topaz“ am Rand des lebendigen „Bremer Viertels“.
Die Erinnerung an diesen schönen Abend mit den Borgfelders ist noch präsent. Es wurde viel erzählt und gelacht, maßvoll getrunken und natürlich auch sehr gut diniert. Einen Bericht hierzu kann ich aus... mehr lesen
Ristorante La Rosalie im Hotel Oyten am Markt
Ristorante La Rosalie im Hotel Oyten am Markt€-€€€Restaurant, Pizzeria017631575607Hauptstraße 85, 28876 Oyten
4.0 stars -
"Sympathisch, italienisch und jeden Cent wert" GourmägglerZum Jahreswechsel gastierten wir traditionsgemäß bei meinen Schwiegereltern für rund eine Woche in Bremen. Gleich am zweiten Abend trafen wir uns mit Freunden, die wir viel zu lange nicht mehr zu Gesicht bekommen hatten, im wohl besten Bistro der Stadt, dem „Topaz“ am Rand des lebendigen „Bremer Viertels“.
Die Erinnerung an diesen schönen Abend mit den Borgfelders ist noch präsent. Es wurde viel erzählt und gelacht, maßvoll getrunken und natürlich auch sehr gut diniert. Einen Bericht hierzu kann ich aus
Geschrieben am 09.07.2026 2026-07-09| Aktualisiert am
10.07.2026
Besucht am 10.12.2025Besuchszeit: Abendessen 5 Personen
Rechnungsbetrag: 217 EUR
Den Ort – in diesem Fall war es sogar ein Kurort – des Geschehens hatte das Los entschieden. Das im Schlosshotel Bergzaberner Hof – viele erinnern sich an das vetternwirtschaftlich sanierte, von öffentlicher Hand finanzierte „Leuchtturmprojekt“ von König Kurt (der damalige Landesvater Kurt Beck ist gemeint, Anm.) - untergebrachte Restaurant Olive hatte dann ein Mitglied unseres Wörther Futtervereins ausgesucht.
Es war ein Mittwochabend Mitte Dezember und wir waren alle noch etwas mitgenommen von den innerkonferenzlichen Ereignissen am Nachmittag. Nach überstandener Zusatzschicht machten wir uns abends auf den Weg ins verschlafene Kurstädtchen am Rand des Pfälzerwalds. Die vielen positiven Bewertungen im Netz hatten den aussuchenden Kollegen in die gastronomische Steinfrucht im Herzen des südpfälzischen Barockstädtchens beißen lassen.
Also nichts wie rein in das für über 7 Millionen Euro wieder auf Vordermann gebrachte, ehemalige „Ritterhaus am Schloss“, das seit 2010 als Boutique-Hotel (mit 20 Zimmern) fungiert. Schon beim Betreten des Innenhofs durch den gut erhaltenen Torbogen aus Sandstein wird einem klar, dass damals nicht gekleckert, sondern subventionsverschwenderisch geklotzt wurde. Das Schlosshotel von außen
Auch im kalten Dezember war die Außenterrasse derart stimmungsvoll illuminiert, dass man sich diesen Ort als lauschigen, sommerlichen Freisitz selbst 14 Tage vor Weihnachten gut vorstellen konnte. Im Sommer sicherlich ein schönes Plätzchen
Sehr einladend wirkte der von warmen Erdtönen (edle Natursandsteinwände), hellem Holz-Mobiliar (Tische und Anrichte) und dunklem Fliesenboden geprägte Gastraum, der eine moderne Rustikalität ausstrahlte. Drinnen sitzt es sich ganz schön
Kurzum: ein Ort zum Wohlfühlen, der ein entspanntes Abendessen suggerierte. Der Gastraum hat Flair
Eine junge Dame nahm uns in Empfang. Ich mag mich täuschen, aber sie schien mir keine gelernte Servicekraft zu sein. Vieles musste erst in der Küche nachgefragt werden. Die fehlende Souveränität versuchte sie zwar durch freundlichen Charme auszugleichen, aber auf falsche Einträge in der Speisenkarte sollte man seine Gäste möglichst vor dem Bestellvorgang hinweisen. Nun ja, es haperte ein wenig im „Bedienfeld“, was bei einem gelungenen Essen wahrscheinlich nicht besonders ins Gewicht gefallen wäre.
Bei der Durchsicht der Speisenlektüre fiel mir auf, dass die auf der Homepage annoncierte „deutsch-französische Küche“ doch eher ins Mediterran-Levantinische abdriftete. Blumenkohlschnitzel mit Tabouleh und Hummus, Libanesischer Spieß und diverse Burgerkreationen klangen nicht gerade nach grenznaher Zwei-Länder-Küche.
Gut, man hatte auch Rinderleber, Maispoularde, Lammhaxe und Wolfsbarsch im Angebot, aber so richtig „franco-allemand“ klang das alles nicht. Sei es drum, die Auswahl schien eh darauf aus zu sein, es möglichst vielen Geschmäckern recht machen zu wollen. Dass, laut unserer Bedienung, der Küchenchef aus dem Libanon stammte, erklärte zumindest die orientalischen Einflüsse.
Unserem Durst rückten wir mit reichlich Bier (0,4l-Pils für 4,50 Euro) und Mineralwasser (0,75l für kurstädtische 7 Euro) zu Leibe. Am Ende standen fünf Pils, ein Radler, eine Maracujaschorle (0,4l für 4,50 Euro) und drei Flaschen Wasser auf der Rechnung. Auf Wein wurde diesmal komplett verzichtet. Obwohl sich der offene Ausschank durchaus sehen lassen konnte.
Bereits die Preise unserer Vorspeisen schürten Erwartungen. Für einen kleinen, bunten Salat wurden stolze 6 Euro aufgerufen. Auch das Tabouleh war mit 8 Euro nicht gerade ein Schnäppchen. Das Schafskäse-Pfännchen eines Tischgenossen schlug mit 11 Euro zu Buche, während mein Garnelen-Pfännchen mit 15 Euro fast schon ins preislich Unverschämte abdriftete.
Was heißt hier fast? Als mir die Mini-Portion geliefert wurde, wurde mir schnell klar, in welche Vorspeisenfalle ich da getappt war. In einer kleinen Porzellanschüssel schwammen fünf oder sechs mickrige Garnelen in belangloser Tomatentunke, die ich gleich unter Convenience-Verdacht stellte, so fern von selbstgemacht wie jene schmeckte. Garnelen-Kleinspeise
Die armen, entschalten Tiere – von wegen Totgekochte leben länger! – hatten bereits jegliche Saftigkeit eingebüßt. Ihr ansonsten zartes Fleisch geriet zum texturellen Gummigeschoss für den Gaumen. Normalerweise ein Fall für eine gerechtfertigte Beanstandung. Auf die ich jedoch aus mir heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen verzichtete.
Zur Tomatensauce mit bescheidener Shrimps-Einlage reichte man mir ein paar getoastete, mit geriebenem Parmesankäse bestreute Baguette-Scheiben der Marke „maximal lieblos“. Getoastetes Baguette mit Parmesan (Begleiterscheinung zu Garnelen und Schafskäse)
Ach, hätte ich doch nur die 15 Euro in zwei Gläser Silvaner vom Stiftsweingut Meyer aus Gleiszellen investiert. Ich wäre nicht nur deutlich beschwingter vom Tisch gegangen, sondern hätte auch meinen sehr mächtig ausfallenden Libanesischen Spieß zum Hauptgang geschafft.
Auch die Kollegen schienen von ihren Vorspeisen nicht sonderlich begeistert zu sein. Bis auf das Tabouleh, das mit vegetabiler Frische (rote Zwiebeln, Petersilie, Tomaten) zu gefallen wusste, Mount Tabouleh
fielen die Vorabgerichte unter die Rubrik „nichts Besonderes“. Der kärglichen Schafskäseportion des Kollegen wurden übrigens die gleichen Parmesanstullen an die Seite bzw. ins mitgelieferte Körbchen gelegt wie bei meinem „Shrimps-chen-klein“.
Wir verzehrten mehr oder minder verwundert unsere ersten Gänge und hofften auf bessere kulinarische Bedingungen bei den Hauptgerichten. Einer hatte sich an die mit Kräutern gefüllte Maispoularde mit Gemüse und Kartoffelgratin (26 Euro) gewagt, während auch Cheese- und Trüffel-Burger (16 bzw. 18 Euro) mit Spiralkartoffeln (4 Euro extra) und Pommes frites (3 Euro extra) ihre Abnehmer fanden.
Mich gelüstete es – und da war ich nicht der Einzige am Tisch – nach dem Libanesischen Spieß (24 Euro), der mir zu meiner Studentenzeit bei diversen Maimarktbesuchen eine vertraute, herrlich fettige Grundlage zum nachfolgenden, meist exzessiven Bierkonsum war.
Hier kam er nicht als abgesäbeltes, zusammen mit reichlich Zwiebeln und Knoblauchsoße im Brötchen verstecktes „Etwas“ auf den Teller, sondern wurde in Form zweier Rinderhackspieße eher „adana-esk“ serviert. Libanesische Spieße unter Fladenpappe
Ein nicht gerade schüchtern portionierter, großzügig mit Tabouleh garnierter Hummus-Hügel, ein eher neutraler Joghurt-Minz-Dip und viel zu viel erwärmtes Fladenbrot aus der Tüte komplettierten das in erster Linie auf Masse setzende Hauptgericht.
Ich möchte dem libanesischen Küchenchef nicht unrecht tun. Die saftig-mürben Hackspieße waren tadellos gegrillt und hatten eine schöne orientalische Würze. Auch der oder das Hummus überzeugte mit cremiger Zitronenfrische und – cum’in and find out – der richtigen Dosis an Kreuzkümmel im leider viel zu mächtigen Kichererbsen-Sesam-Püree-Hügel. Zu mächtige Hauptspeise Tabouleh und Hummus waren leider nicht zu schaffen...
Wer Glattpetersilie, rote Zwiebel, Salatgurke und Tomate zu seinen vertrauten Salatbeigaben zählt, hätte auch an der üppigen Tabouleh-Portion seine Freude gehabt. Da ich mit dem länglichen, grünen Kürbisgewächs seit jeher auf Kriegsfuß stehe, konnte ich mich leider nicht so ganz mit dem schmackhaft zubereiteten Petersilien-Couscous-Salat anfreunden.
Mein Kollege wirkte diesbezüglich deutlich zufriedener. Das schnell auskühlende, furztrockene Fladenbrot aus dem 10er-Pack taugte nicht mal zum Stippen und ging nahezu unangeknabbert zurück. Platz im Magen wäre dafür eh keiner mehr gewesen. In der Summe also eine eher durchwachsene Libanesen-Spieß-Erfahrung für mich. Würde ich hier wohl nicht mehr bestellen.
Beim Käsburger mampfenden Kollegen zu meiner Rechten hatte man nicht mit Röstzwiebeln gespart. Besonders saftig fiel seine Bulette jedoch nicht aus. Die separat im Frittierkörbchen gelieferten Twister-Pommes schienen guter Standard zu sein. Burger 1 (mit Twister-Pommes)
Beim Trüffel-Burger bestand übrigens der einzige Unterschied darin, dass man anstatt Cocktailsauce eine eher unauffällige Trüffelmayo auf das Brioche-Bun geschmiert hatte. Burger 2 (mit Trüffelmayo)
Die Frage, ob das die 2 Euro mehr gerechtfertigt hat, blieb auch an jenem Abend unbeantwortet. Aber in einem – inklusive Kartoffelbeilage – die 20-Euro-Marke knackenden Frikadellenbrötchen darf ruhig etwas mehr „Handwerk“ stecken.
Der Kollege mit der Maispoularde auf dem Teller machte keinen unzufriedenen Eindruck. Saftige Maispoularde mit knackigem Gemüse...nur leider ohne Soße
Auf Nachfrage bestätigte er die Saftigkeit seines mit Kräutern gefüllten Schlegels des gelben Masthuhns. Das Gemüse (Brokkoli, Blumenkohl und Karotten) kam mit leichtem Knack aus dem Dampfgarer. Und auch am Kartoffelgratin gab es wenig auszusetzen. Leider fehlte es dem Geflügelteller an süffiger Unterfütterung. Ohne Sauce fiel sein Hauptgang doch arg trocken aus.
Schade, dass man in der „Olive“ auf die kleinen Details an diesem Abend wenig Wert legte. So blieb das hier Verzehrte im gut gewollten Durchschnittsbereich, was die dafür aufgerufenen Preise nicht immer rechtfertigte. Vielleicht sollte man hier mit einem klareren kulinarischen Profil auftreten.
Mit Rumpsteak, Wiener Schnitzel, Bowls und Burger möchte man es jedem Gaumen recht machen. Mehr Mut wäre hier angebracht, die libanesischen Wurzeln des Küchenchefs auch im Speisenangebot stärker abzubilden. Auch würde eine stärkere orientalisch-mediterrane Ausrichtung der Küche dem Namen des Restaurants gerechter werden. Ein paar vielversprechende Ansätze waren ja da. Mehr aber auch nicht.
Den Ort – in diesem Fall war es sogar ein Kurort – des Geschehens hatte das Los entschieden. Das im Schlosshotel Bergzaberner Hof – viele erinnern sich an das vetternwirtschaftlich sanierte, von öffentlicher Hand finanzierte „Leuchtturmprojekt“ von König Kurt (der damalige Landesvater Kurt Beck ist gemeint, Anm.) - untergebrachte Restaurant Olive hatte dann ein Mitglied unseres Wörther Futtervereins ausgesucht.
Es war ein Mittwochabend Mitte Dezember und wir waren alle noch etwas mitgenommen von den innerkonferenzlichen Ereignissen am Nachmittag. Nach überstandener Zusatzschicht... mehr lesen
Restaurant Olive im Schlosshotel Bergzaberner Hof
Restaurant Olive im Schlosshotel Bergzaberner Hof€-€€€Restaurant06343 9365860Königstraße 55-57, 76887 Bad Bergzabern
3.0 stars -
"Hier lagen Anspruch und Wirklichkeit deutlich mehr als nur einen Steinfruchtwurf weit auseinander" GourmägglerDen Ort – in diesem Fall war es sogar ein Kurort – des Geschehens hatte das Los entschieden. Das im Schlosshotel Bergzaberner Hof – viele erinnern sich an das vetternwirtschaftlich sanierte, von öffentlicher Hand finanzierte „Leuchtturmprojekt“ von König Kurt (der damalige Landesvater Kurt Beck ist gemeint, Anm.) - untergebrachte Restaurant Olive hatte dann ein Mitglied unseres Wörther Futtervereins ausgesucht.
Es war ein Mittwochabend Mitte Dezember und wir waren alle noch etwas mitgenommen von den innerkonferenzlichen Ereignissen am Nachmittag. Nach überstandener Zusatzschicht
Geschrieben am 24.06.2026 2026-06-24| Aktualisiert am
24.06.2026
Besucht am 11.12.2025Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 23 EUR
Wenn ich in Herxheim bin und Hunger habe, kehre ich gerne im alten Clubhaus des Tennisclubs "Blau-Weiß" ein. Denn hier, wo ich als Jugendlicher so manchen Doppelfehler produziert habe, kann ich aus kulinarischer Sicht nur wenig falsch machen. Blick nach draußen auf die schöne Anlage des Herxheimer Tennisclubs
Hier bietet im modern renovierten Gastraum seit März 2025 die sympathische Inhaberin, Woranut Lenz, eine solide Thai-Küche aus frischen Zutaten. Dabei wird sie von ihrem Ehemann Holger tatkräftig unterstützt. Wertig eingerichteter Gastraum Blick zur Theke, über die nicht nur der König wacht...
Ich kenne die Inhaberin noch aus dem Laai Kanok in Landau. Genau wie dort, bemüht man sich auch in Herxheim um eine authentische Thaiküche, die nicht nur bei Tennisspielern gut anzukommen scheint.
Bei meinem letzten Besuch im Dezember genoss ich hier einen sehr gut angemachten Glasnudelsalat mit Garnelen und Hähnchen (8,90 Euro) vorweg. Gelungener Glasnudelsalat Nicht nur im Sommer ein beliebter Leckerbissen
Auch das gemäßigt scharfe, Grüne Curry von der Mittagskarte (10,90 Euro) kann ich nur jedem Freund aromatischer Thaigerichte nur wärmstens empfehlen. Das "Grüne" von der Mittagskarte Aromatische Thai-Curry mit Hühnerfleisch
Besonders im Winter sollte man vielleicht vorher anrufen, da die rund 40 Plätze im Inneren schnell vergeben sind. Die etwas gehobeneren Preise sind - auch wie in Landau - der verwendeten, guten Zutaten geschuldet.
Und wer mal gerne wissen möchte, wie "Thai-Pfälzisch" klingt, der sollte mal mit der redseligen Wirtin einen kleinen Plausch halten. Wird garantiert lustig.
Wenn ich in Herxheim bin und Hunger habe, kehre ich gerne im alten Clubhaus des Tennisclubs "Blau-Weiß" ein. Denn hier, wo ich als Jugendlicher so manchen Doppelfehler produziert habe, kann ich aus kulinarischer Sicht nur wenig falsch machen.
Hier bietet im modern renovierten Gastraum seit März 2025 die sympathische Inhaberin, Woranut Lenz, eine solide Thai-Küche aus frischen Zutaten. Dabei wird sie von ihrem Ehemann Holger tatkräftig unterstützt.
Ich kenne die Inhaberin noch aus dem Laai Kanok in Landau. Genau wie dort, bemüht... mehr lesen
Thai-Restaurant Isan-Pha-Ruay
Thai-Restaurant Isan-Pha-Ruay€-€€€Restaurant07276 8466St.-Christophorus-Straße 27, 76863 Herxheim bei Landau/Pfalz
4.0 stars -
"Solide Thaiküche mit Blick auf die rote Asche von Herxheim" GourmägglerWenn ich in Herxheim bin und Hunger habe, kehre ich gerne im alten Clubhaus des Tennisclubs "Blau-Weiß" ein. Denn hier, wo ich als Jugendlicher so manchen Doppelfehler produziert habe, kann ich aus kulinarischer Sicht nur wenig falsch machen.
Hier bietet im modern renovierten Gastraum seit März 2025 die sympathische Inhaberin, Woranut Lenz, eine solide Thai-Küche aus frischen Zutaten. Dabei wird sie von ihrem Ehemann Holger tatkräftig unterstützt.
Ich kenne die Inhaberin noch aus dem Laai Kanok in Landau. Genau wie dort, bemüht
Besucht am 27.11.2025Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 43 EUR
Ende November hatte ich mit meiner Gattin eine „India-Gate-Affäre“ der kulinarischen Art zur Mittagszeit. Wir trafen uns in dem von Harman Gill im August 2025 eröffneten Restaurant im Parterre eines auffälligen Eckhauses in der Rheinstraße 62. Charmantes Eckhaus in Mühlburg
Früher wurde hier griechische Küche zelebriert. Nicht nur bei Mühlburger Karnivoren ist der Vorgänger, der beliebte Grieche „Bei Fotis“, noch in bester Erinnerung.
Der Betreiber des „India Gate“, Harman Gill, ist in der Karlsruher Gastrolandschaft kein Unbekannter, ist es doch neben dem „Bombay Palace“ in Karlsruhe-Dammerstock sowie den beiden „Sangam“-Lokalen in Beiertheim-Bulach und in Mühlburg bereits das vierte indische Restaurant, das der emsige, aus Nordindien stammende Gastronom in der Fächerstadt führt.
In dem rund 50 Plätze fassenden Gastraum herrschte eine funktional-nüchterne Atmosphäre. Nüchterne Atmosphäre im Gastraum
Auf Deko-Kitsch wird hier weitgehend verzichtet. Dafür grüßen einige von Herrn Gill selbst gepinselte Kunstwerke großformatig von den weißgestrichenen Wänden. Willkommene Farbtupfer im ansonsten recht steril wirkenden Ambiente (die hellen Fliesen sind mal wieder schuld…). Innenansicht des vorderen Gastraums
Es war überraschend wenig los an diesem Donnerstagmittag Ende November. Und das obwohl mit 13 verschiedenen Mittagsgerichten (alle unter knapp unter 10 Euro) ein äußerst preisgünstiges Lunchangebot offeriert. Selbstverständlich darf sich der hungrige Gast auch aus dem reichhaltigen Standardrepertoire sein Mittagsmahl zusammenstellen.
Die üblichen Tandoori-Verdächtigen mit Hühnchen oder Lamm, süffige Fisch- und Fleisch-Currys und jede Menge vegetarische bzw. vegane Leckereien aus der nicht nur in dieser Hinsicht sehr abwechslungsreichen indischen Küche standen in diversen Varianten zur Auswahl. Ein erwartbares Speiseprogramm wie man es bei vielen „Deutsch-Indern“ vorfindet.
Der Mittagsdurst erforderte die Bestellung einer Flasche Mineralwasser (0,75l für 6,50 Euro), auf die später noch eine zweite folgen sollte. Vorweg teilten wir uns das mit Hühnerklein gefüllte, hausgebackene Naan-Brot („Chicken Naan“, 4,50 Euro), das mit zerlassener Ghee-Butter bestrichen und noch leicht warm im Körbchen serviert wurde. Der erste Hunger ließ sich damit gut bändigen. Chicken Naan
Meine Gattin wählte von der Mittagskarte das Palak Paneer (9,90 Euro). Für einen Preisaufschlag von 3,50 Euro bekam sie noch einen kleinen Salatteller dazu. Mich gelüstete es mit dem Chicken Jalfrezi (9,50 Euro) nach einem bengalischen Resteverwertungsklassiker aus der britischen Kolonialzeit.
Damals – so erzählt man sich – wurde übriggebliebenes, gebratenes Fleisch zusammen mit viel Gemüse und scharfen („jhal“ = scharf) Gewürzen in der Pfanne nochmals angebraten („frezi“ = unter Rühren anbraten), um es zu verwerten. Ob das nun „Arme-Leute-Küche“ oder ein nicht allzu scharfes indisches Curry für die hungrige Mittelschicht darstellt, sollen erfahrenere Kulinariker (für sich) entscheiden.
Den mit sämiger Soße ausgestatteten Klassiker der „Cucina India“, den man hierzulande auf so ziemlich jeder subkontinentalen Speiseliste findet, lasse ich mir als moderater Scharfesser gerne schmecken. Die Papillen kommen dabei auf angenehme Weise in Wallung. Man fühlt sich wohltuend angeregt, ohne die capsaicin-bedingten Schweißausbrüche und Gaumenschmerzen eines feurigen Chicken Madras bzw. Chicken Tikka Masalas in Kauf nehmen zu müssen.
Für 3,50 Euro Aufpreis platzierte ich zusätzlich noch eine Tomatensuppe zwischen Chicken Naan und Jalfrezi. anständige Tomatensuppe
Die löffelte sich dank ihres feinen Aromas sehr angenehm aus der kleinen Tasse. Meine Frau machte sich derweil über Eisberg, Gurken, Tomaten und Rohkost her. Naja, ich habe sie schon liebevoller angerichtete Beilagensalate verputzen sehen. Optisch zu optimierender Beilagensalat
Mit dem in indischen Restaurants üblichen Saucen-Trio (Joghurt-Minze, Mango-Chutney und Chili-Paste) peppten wir das zurückhaltend gewürzte Chicken Naan ein wenig auf. Indisches Saucen-Dreierlei
Es dauerte nicht lange, da platzierte die freundliche Servicedame in Tischmitte den Rechaud zum Warmhalten der Hauptgerichte.
Die ließen dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Unsere Hauptgerichte (links Palak Paneer, rechts Chicken Jalfrezi)
Bei meinem Chicken Jalfrezi badeten die Hühnerstücke in sämiger, nicht allzu scharfer Tomaten-Curry-Sauce. Das aromatisch-sämige Chicken Jalfrezi
Auch ein paar Karotten- und Paprika-Stücke schwammen in der würzigen, leicht säuerlichen Tunke mit. Frischer Ingwer zierte in dünnen Streifen das nach Kreuzkümmel und Koriander duftende Curry. Der separat gelieferte Duftreis fiel schön körnig aus. Da gab es nicht das Geringste zu beanstanden. Der Reis war dufte!
Dass meine Gattin der Kombination aus Rahmspinat, hausgemachtem Frischkäse (Paneer) und der richtigen Dosis Garam Masala gerne zusprach, war nun wahrlich keine Überraschung. Schließlich zählt das Palak Paneer zu ihren vegetarischen Favoriten in Sachen nordindischer Küche. Das ebenfalls für gut befundene Palak Paneer
Das India Gate werden wir sicherlich mal wieder zu Lunchzwecken ansteuern. Seine gute Anbindung an den ÖPNV – die Straßenbahn hält quasi direkt vor der Haustür am Lameyplatz –, die entspannte Atmosphäre, das faire Preis-Leistungs-Verhältnis und nicht zuletzt die fundiert zubereiteten, aromatischen Speisen sind definitiv einen Wiederholungsbesuch wert.
Ende November hatte ich mit meiner Gattin eine „India-Gate-Affäre“ der kulinarischen Art zur Mittagszeit. Wir trafen uns in dem von Harman Gill im August 2025 eröffneten Restaurant im Parterre eines auffälligen Eckhauses in der Rheinstraße 62.
Früher wurde hier griechische Küche zelebriert. Nicht nur bei Mühlburger Karnivoren ist der Vorgänger, der beliebte Grieche „Bei Fotis“, noch in bester Erinnerung.
Der Betreiber des „India Gate“, Harman Gill, ist in der Karlsruher Gastrolandschaft kein Unbekannter, ist es doch neben dem „Bombay Palace“ in Karlsruhe-Dammerstock... mehr lesen
Restaurant India Gate
Restaurant India Gate€-€€€Restaurant072182006444Rheinstraße 62, 76185 Karlsruhe
4.0 stars -
"Solides indisches Mittagsmahl in entspannter Atmosphäre" GourmägglerEnde November hatte ich mit meiner Gattin eine „India-Gate-Affäre“ der kulinarischen Art zur Mittagszeit. Wir trafen uns in dem von Harman Gill im August 2025 eröffneten Restaurant im Parterre eines auffälligen Eckhauses in der Rheinstraße 62.
Früher wurde hier griechische Küche zelebriert. Nicht nur bei Mühlburger Karnivoren ist der Vorgänger, der beliebte Grieche „Bei Fotis“, noch in bester Erinnerung.
Der Betreiber des „India Gate“, Harman Gill, ist in der Karlsruher Gastrolandschaft kein Unbekannter, ist es doch neben dem „Bombay Palace“ in Karlsruhe-Dammerstock
Geschrieben am 23.05.2026 2026-05-23| Aktualisiert am
26.05.2026
Besucht am 20.11.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 234 EUR
Im November stattete ich zusammen mit einem dem guten Essen nicht abgeneigten Arbeitskollegen der „Spinne“ hoch oben im Neustadter Stadtteil Haardt einen Besuch ab. Vorsicht, Spinne!
Viel zu lange habe ich damit gewartet. Vier Jahre zuvor war ich mit drei gleichgesinnten Kulinarkumpanen bei Küchenchef Jörg Friedrich und seinem Team zu Gast, um dort ein paar genussvolle Stunden in familiärer Atmosphäre zu verbringen.
Dieser legendäre Abend von damals (ich habe ausführlich darüber berichtet…) war mir noch in guter Erinnerung als ich das äußerst idyllisch, direkt am Waldrand gelegene Restaurant mit angeschlossenem Gästehaus betrat. Das altehrwürdige Gemäuer
Keine zwei Minuten später traf auch mein von Lachen-Speyerdorf angereister Kollege ein.
Servicechefin Christiana Mix war an diesem Abend nicht zugegen. Eine sehr charmante junge Dame mit osteuropäischem Akzent, die normalerweise in der Küche ihren Dienst verrichtet, vertrat sie jedoch ganz hervorragend. Sie begrüßte uns herzlich, nahm unsere Jacken entgegen und wies uns zu unserem in elegantem Weiß eingedeckten Tisch. Unser Tisch (links)
Ich machte es mir auf der bequem gepolsterten Wandbank gemütlich, während mein Kollege den nicht minder komfortablen Polsterstuhl okkupierte. Die Flasche Mineralwasser (0,75l für 7 Euro) für den Durst ließ nicht lange auf sich warten. Während das gut gekühlte Wässerchen in unseren Gläsern perlte, machten wir uns mit dem im Vergleich zum letzten Besuch vor vier Jahren noch etwas reduzierter wirkenden Speisenprogramm vertraut.
Die von der Decke hängende Retrokugelleuchte aus den 70ern tauchte unseren Tisch in strahlendes Licht. Perfekte Bedingungen für gute Futter-Fotos. Ein Blick in den sehr geschmackvoll dekorierten Gastraum mit dem gut gefüllten Digestiv-Regal um die Ecke Die guten Geister des Hauses
ließ mich zufrieden das behaglich-gediegene Ambiente dieses gastronomisch genutzten „Wohnzimmers“ inhalieren. Auch mein Genusskumpel fühlte sich hier auf Anhieb wohl. Der sehr gepflegte Gastraum
Das kleine, aber feine Speisenangebot versprach zwei Vorspeisen, eine Suppe und drei Hauptgänge. Auch ein paar mehr oder minder süße Verführer zum Abschluss listete die Karte. Aus diesen Komponenten konnte man sich ein Drei-, Vier- oder Fünf-Gang-Menü zusammenstellen. Dazu war auch eine passende Weinbegleitung (7 Euro pro 0,1l Glas) möglich.
Ein zusätzliches Menü außerhalb des À-la-Carte-Angebots wurde nicht (mehr) offeriert. Selbstverständlich konnte man die Gerichte auch einzeln bestellen – für den Fall, dass einem drei Gänge dann doch zu viel „abverlangen“ würden. Wir legten uns auf die viergängige Gaumenreise (90 Euro), die aus einer Vorspeise, der „Zwischen-Suppe“, einem Hauptgericht und einem Dessert bzw. einem abschließenden Käsegang bestand, fest.
Den Wein des Abends suchten wir aus der sehr umfangreichen Flaschenweinkarte mit klarem Regionalbekenntnis (Mittelhaardt, Südpfalz) aus. Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zum Top-Winzer Oliver Zeter, dessen Rot- und Weißweine ich sehr schätze, entschieden wir uns für einen Rotwein aus dem etwas weiter unten gelegenen Neustadter Ortsteil Diedesfeld. Der trockene Syrah aus dem Jahr 2018 (Flasche für 40 Euro) stammte vom Weingut Stortz-Nicolaus, das sich seit vielen Jahren dem ökologischen Weinbau verschrieben hat. Regionaler Rotwein-Riese
Dem 20 Monate in französischer Eiche (Barrique-Fass) gereiften Rotwein spendiert man im Hause Stortz-Nicolaus noch ein zusätzliches Jahr Flaschenreife. Kräftige, gut eingebundene Tannine und die typische Syrah-Würze machten ihn zu einem vollmundigen Fest für Freunde des flüssigen roten Stoffes. Er begleitete uns fast schwerelos (lediglich 13,5%) durch das Menü und wenn wir nicht beide mit dem Auto hätten zurückfahren müssen, wäre eine zweite Flasche die logische Konsequenz dieses gepflegten Trinkspaßes gewesen.
Die junge, gut aufgelegte Servicedame versorgte uns mit guter Butter und noch besserem, hausgebackenem Brot. Butter bei de Spinne... Gutes Brotsortiment
Besonders das etwas dunklere Malzbrot hatte ich noch in guter Erinnerung. Mit seiner süßlich duftenden Krume punktete es als fluffig-röstiges Beispiel für tadellos ausgeführte Backwerkskunst auch an diesem Abend. Der erste Hunger verlief damit wie „weggeschmiert“.
Dann wurde der Syrah „fachfrauisch“ präsentiert, entkorkt und eingegossen. Wir gaben ihm noch ein wenig Zeit zum Atmen und widmeten uns den kleinen Leckereien vorab, die in den Löchern eines dekorativen Meeresgebildes (Seepocken) steckten. Die ungewöhnliche Präsentation der schmackigen Fingerfuttereien gefiel mir schon vor vier Jahren. Was zum Reinknabbern
Auch diesmal grüßte Jörg Friedrich aus der Küche mit einem gefüllten Cornet, in dem Thunfischtartar mit pikantem Wasabi-Schaum vereint wurde, Tuna-Cornet
sowie einer beherzt nach Orient schmeckenden Mini-Frikadelle (Kreuzkümmel!), die auf einem kleinen Holzspieß steckte. Mini-Köfte "Spinne-Style"
Handwerklich top arrangiert und mit gutem Gespür für exotische Aromen abgeschmeckt, fanden wir für die kleinen Gaumenkitzler nur lobende Worte.
Beim Menüauftakt gingen mein Kollege und ich getrennte Vorspeisenwege. Während er sich an einer farbenfrohen Escabeche vom wilden Zander mit karamellisierter Zwiebel und Karottenmus delektierte, Wilder Zander bunt arrangiert
genoss ich den Crispy Fasan mit Avocadocrème, Röstpaprikasalsa und Koriander-Öl auf einer leicht angegrillten Scheibe Ananas. Fasan mal anders
Auf die Idee, Fasanenfleisch in knuspriger Nugget-Form anzubieten, muss man auch erstmal kommen. Die frischen (Koriander), cremigen (Avocado), leicht bitteren (Paprika) und süßen (Ananas) Akzente machten daraus eine überaus spannende Vorspeise, die wohl durchdacht war und ganz hervorragend funktionierte. Knuspriger Fasan
Großes Lob an die Küche für diese außergewöhnliche Komposition.
Auch mein Gegenüber war mit seinem sauer-gebeizten Zander hochzufrieden und freute sich nach dieser bunten, iberischen Aromenbombe auf die nach angenehmer Wartezeit folgende Schwarzwurzelsuppe. Und das mit Recht. Denn, dass Chefkoch Friedrich bei den Terrinen in der Regel nichts anbrennen lässt, ist auch außerhalb von Neustadt-Haardt längst kein Geheimnis mehr.
Erdig-würzig duftete mir der frisch in den Suppenteller gehobelte Trüffel entgegen. Er befand sich mit drei Ricotta-Ravioli und etwas frischem Schnittlauch noch in trockenen Tellern. Feine Suppeneinlage
Doch bald verschwanden die feinen Einlagen in der am Tisch angegossenen Schwarzwurzelsuppe. Ozapft iss...
Ihr betörendes Aroma war allein schon den Weg nach Neustadt-Haardt wert. Eine tiefgründige Leib- und Seelen-Terrine, die einem glatt den Tag retten konnte. Versunkene Schätze im Schwarzwurzelsee
Und die frisch gehobelten Trüffelspäne sorgten für den gewissen Kick am Gaumen. Wir waren beide schwer beeindruckt von dieser von Meisterhand zubereiteten Löffelspeise.
Danach durften sich die Papillen mit Hilfe eines frischen Zitrus-Sorbets wieder neu justieren, Frischer Zwischenakkord
denn die Barbarie-Entenbrust à la Orange mit Rotkraut und Macaire-Kartoffeln war bereits im Anflug. Wir hatten uns beide für dieses Hauptgericht entschieden und damit der Ente den Vorzug vor dem Tagesfisch und der Rehkeule gegeben. Als notorischer Rotkraut-Verschmäher bat ich um eine kleinere Portion des Wintergemüses, das ich dann letzten Endes in einem Extraschälchen serviert bekam. Rotes Kraut à part serviert
Die Brust vom Wasservogel kam im perfekten Gargrad auf das mit aromatischer Orangensauce benetzte Porzellan. Das rosafarbene, saftige Entenfleisch ließ keinerlei Zweifel an der Topqualität des Geflügels zu. Barbarie-Ente à la bonheur
Es vertrug sich ausgezeichnet mit der vollmundigen Orangentunke, die große französische Saucenklasse bewies. Dazu mundete mir sogar das sonst wenig geliebte Rotkraut – und das soll was heißen. Die Ente vom Kollegen mit Rotkraut
Ganz abgesehen von den zart-mürben Macaire-Kartoffeln, der feineren Rösti-Version aus dem Franzosenland. Wenn meine Mutter früher noch Kartoffelpüree übrighatte, gab es die am nächsten Tag als in der Pfanne gebratene „Lätscherle“ (so nannte sie jedenfalls meine Mum…).
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Küchenchef Friedrich, dass er mir diese unerwarteten kulinarischen Erinnerungen an früher mit dieser einfachen, aber köstlichen Kartoffelbeilage bescherte. Es sind ja häufig die kleinen Dinge im Leben…
Ein paar Worte zur überragenden Sauce à l’Orange möchte ich aber noch loswerden. Die alle Komponenten dieses französischen Winterklassikers umarmende, keine Spur zu süß ausgefallene Bigarade-Sauce punktete mit eleganter Tiefe (Entenfond bzw. Entenjus als Basis), lebendiger Säure (Orangensaft), leichter Süße (karamellisierter Zucker) und einer feinen Bitterkeit (Orangenzesten). Dazu passte der smarte Pfälzer Rote mit dem seidigen Tanningerüst wie der Korken auf die Syrah-Flasche.
Sie hob die vom geschmolzenen Entenfett ins beste gustatorische Benehmen gesetzten Röstaromen der formidablen Haut mit Bravour hervor und wusste auch das feinfaserige, saftige Entenfleisch um eine delikate Zitrusnote passend zu erweitern. Der bei diesem Gericht nicht gerade einfache Balanceakt zwischen vollmundiger Wärme und süßer Frische gelang dank der aromatischen Orangensauce par excellence.
Bereits gut gesättigt widmeten wir uns der letzten kulinarischen Etappe dieses denkwürdigen Abends. Während sich mein Kollege an einem mit Sekt aufgegossenen Sorbet gütlich tat, Sekt und Sorbet - best Buddies!
gönnte ich mir zum Abschluss einen Crottin Cendré mit Mirabellenkompott und kleingehackten Haselnüssen aus dem Piemont. Zum Nachtisch Ziege Mirabellenkompott zum Crottin
Die passten wiederum zum fein-nussigen Aroma des mit einer mild-säuerlichen Note ausgestatteten Ziegenkäses aus der Region Berry (Zentral-Frankreich). In Verbindung mit der letzten Rotweinpfütze im Glas ein absolut würdiger Schlusspunkt eines von A bis Z begeisternden Vier-Gang-Menüs.
Rundum zufrieden verließen wir um einen für das Gebotene absolut angemessenen Geldbetrag erleichtert dieses durch und durch sympathische Restaurant und machten uns auf den Heimweg. Auf der Haardt da gibt’s halt koa Sünd. Von wegen!
Aber es wäre eine noch viel größere, nicht beim talentierten Maître Friedrich einzukehren, wenn man hier – zufällig oder geplant – in der Nähe weilt. Allzu lange sollte man damit allerdings nicht warten, denn der erfahrene Küchenchef steht schon viele Jahre am Herd...
Im November stattete ich zusammen mit einem dem guten Essen nicht abgeneigten Arbeitskollegen der „Spinne“ hoch oben im Neustadter Stadtteil Haardt einen Besuch ab.
Viel zu lange habe ich damit gewartet. Vier Jahre zuvor war ich mit drei gleichgesinnten Kulinarkumpanen bei Küchenchef Jörg Friedrich und seinem Team zu Gast, um dort ein paar genussvolle Stunden in familiärer Atmosphäre zu verbringen.
Dieser legendäre Abend von damals (ich habe ausführlich darüber berichtet…) war mir noch in guter Erinnerung als ich das äußerst idyllisch,... mehr lesen
Restaurant Spinne
Restaurant Spinne€-€€€Restaurant, Gästezimmer063219597799Eichkehle 58, 67433 Neustadt an der Weinstraße
5.0 stars -
"Haardt am Limit! – Ein spannender Gaumenausflug ins oberste Stockwerk der Neustadter Kau-Substanz" GourmägglerIm November stattete ich zusammen mit einem dem guten Essen nicht abgeneigten Arbeitskollegen der „Spinne“ hoch oben im Neustadter Stadtteil Haardt einen Besuch ab.
Viel zu lange habe ich damit gewartet. Vier Jahre zuvor war ich mit drei gleichgesinnten Kulinarkumpanen bei Küchenchef Jörg Friedrich und seinem Team zu Gast, um dort ein paar genussvolle Stunden in familiärer Atmosphäre zu verbringen.
Dieser legendäre Abend von damals (ich habe ausführlich darüber berichtet…) war mir noch in guter Erinnerung als ich das äußerst idyllisch,
Geschrieben am 16.05.2026 2026-05-16| Aktualisiert am
16.05.2026
Besucht am 13.11.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 90 EUR
Das Restaurant im Clubhaus der Forchheimer Sportfreunde hat deutlich mehr zu bieten als die gemeine Vereinsgaststätte. Eine Info, die mir ein befreundeter Kollege aus Karlsruhe zusteckte und die mich zusammen mit einem gewieften Hausmannskostgänger von der Wörther Futterfraktion Mitte November vergangenen Jahres dort aufschlagen ließ. Von außen eher unscheinbar
Das von Kathrin Speth betriebene, auch im Netz sehr gut beleumundete Speiselokal sollte man nicht ohne vorherige Reservierung aufsuchen. Zwar gibt es ausreichend Plätze, aber scheinbar noch mehr Aspiranten. Wir hatten reserviert und waren dann aber doch erstaunt über die hohe Auslastung des Clubhauses an diesem Donnerstagabend.
Man platzierte uns an einem langen Hochtisch in der Ecke des Gastraumes unweit des Tresens. An unserem Tisch saßen noch andere Gäste, allerdings mit etwas Abstand, so dass die private Gesprächsatmosphäre nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Trotz der hohen Auslastung machten die Servicekräfte einen sehr freundlichen und zugewandten Eindruck. Kleinere Fehler wurden umgehend und mit einem Lächeln korrigiert. Man kam schnell ins Gespräch und fühlte sich bestens umsorgt. Das kennt man von Vereinslokalen auch ganz anders… Stammtisch und Theke
Das Innere des Gastraumes strahlte eine warme Atmosphäre aus. Das wertige Holzmobiliar wurde von zeitgemäßen Hängeleuchten ins rechte Licht gesetzt. Ein separater Nebenraum stand weiter hinten für größere Gesellschaften zur Verfügung. Auch er war an diesem Abend gut besetzt. Viel Platz im Gastraum
Ein Aufsteller auf dem Tisch verriet uns die Empfehlungen des Monats November. Feldsalat, Kürbissuppe, Rinderroulade, Dunkelbier-Gulasch, Spare-Ribs vom Duroc-Schwein und hausgemachte Maultaschen klangen bereits derart verlockend, da hätte ich mir den Blick in die aufklappbare Standard-Karte eigentlich sparen können.
Ich riskierte ihn dennoch. In der Pasta-Abteilung wurde doch tatsächlich selbstgenudelt, was mich aufhorchen ließ. Hausgemachte Mefaldine mit Wild-Bolo aus der Rheinstetter Jagd und Paccheri Rigati mit pikantem Röstpaprika-Sugo, Burrata und Rucola-Pesto waren für unter 20 Euro zu haben.
Aber auch die Auswahl an Leibgerichten mit klar erkennbarem Fleischschwerpunkt konnte sich durchaus lesen lassen. Und so wählte ich mit dem Coq au Vin vom Pollo Fino in kräftiger Rotweinsauce, hausgebackener Focaccia und Salat (19,50 Euro) eine der gelisteten Leibspeisen.
Anstatt des Standard-Beilagensalats zog ich die in der Karte angebotene Option auf einen Feldsalat mit Speck und Kracherle (Monatsempfehlung), was einen Aufpreis von 6,50 Euro zur Folge hatte.
Auch mein Kollege erlag den fleischlichen Versuchungen aus der Soulfood-Ecke und orderte den mit einem 250 Gramm Patty ausgestatteten Chili Cheese Burger in der hausgebackenen Brioche mit Fritten (18 Euro).
Bei der Vorspeisenwahl herrschte maritime Einigkeit am Tisch. Jeweils fünf in Kräuterbutter und Knoblauch gebratene Black Tiger Prawns (14,50 Euro) durften wir uns bald schmecken lassen. Aromatische Garnelen vorweg
Die in ordentlicher Größe, komplett entschalten Garnelen lagen schön saftig in einer rustikalen Eisenpfanne. Zum Aufsaugen des aromatischen Knobi-Kräuter-Öls halfen zwei dicke Scheiben von der fluffigen Focaccia aus dem Clubhaus-Backofen. Hübsch präsentierte Prawns mit fluffiger Focaccia
Eine einfache, auf den Punkt zubereitete mediterrane Vorspeise, bei der Genuss und Sättigung gleichermaßen im Vordergrund standen. Bereits gut vorgesättigt schalteten wir – von zwei Schoppen Eichbaum Ureich-Pils (0,5l für 5,80 Euro) aus dem Steinkrug begleitet – wohlgehopft einen Gang höher. Frisch gezapftes "Ureich" aus dem Steinkrug
Während sich mein Kollege über seinem mit geschmolzenem Cheddar, Jalapenos, Salat und Gurken garnierten, dreigeschossigen Frikadellenturm hermachte – er wurde samt Frittenbox auf einem robusten Holzbrett serviert – Chili Cheese Burger mit Pommes (auf einem Brett)
duftete mir das in würziger Rotweinsauce badende, besoffene Huhn entgegen.
Drei zart geschmorte Brocken vom zuvor entbeinten Hühnerfleisch bildeten den deftigen Kern dieses großzügig portionierten Hauptgerichts für Saucenfreunde. Besoffener Gockel alias Pollo Fino in Vino
Die dunkle Tunke zeugte von Charakter und geschmacklicher Tiefe. Sorgfältig abgeschmeckt und ausreichend lange einreduziert punktete sie mit feinen Röstaromen und einer angenehmen Background-Säure. Da hatte sich die wohlwollende Dreingabe von rotem Rebsaft aber mal so richtig gelohnt.
Der mit gebratenem Speck und knusprigen Croutons veredelte Feldsalat lieferte mit seinem frischen Essig-Öl-Dressing einen angenehmen Kontrast zum kräftigen Schmorgericht. Schmackiger Feldsalat mit deftig-knusprigem Gefolge
Nur mit der Menge hatte ich ein wenig zu kämpfen. Aber alles andere fiel unter die Rubrik „herbstlicher Rapunzel-Genuss pur“.
Mein dem geschmolzenen Käse zugetaner Burger-Buddy vernichtete derweil gut „ge-ureicht“ seinen Chili Cheese, der vor Saftigkeit nur so strotzte. Ein durch und durch gelungener Burger
Die Jalapenos heizten ihm ordentlich ein und die hausgebackene Brioche überzeugte mit buttriger Fluffigkeit.
Fazit:
Uns gefiel diese Mischung aus gutbürgerlicher Bodenständigkeit und ambitionierter Herangehensweise der Sportheimküche richtig gut. Einen echten Geheimtipp scheint das von außen eher unprätentiös wirkende Lokal allerdings nicht mehr darzustellen. Dafür war der Andrang an unserem Besuchsabend viel zu groß. Die ungezwungene Atmosphäre und der freundliche Service runden das durchweg positive Gesamtbild stimmig ab. So funktioniert Clubhausgastronomie mit Anspruch!
Das Restaurant im Clubhaus der Forchheimer Sportfreunde hat deutlich mehr zu bieten als die gemeine Vereinsgaststätte. Eine Info, die mir ein befreundeter Kollege aus Karlsruhe zusteckte und die mich zusammen mit einem gewieften Hausmannskostgänger von der Wörther Futterfraktion Mitte November vergangenen Jahres dort aufschlagen ließ.
Das von Kathrin Speth betriebene, auch im Netz sehr gut beleumundete Speiselokal sollte man nicht ohne vorherige Reservierung aufsuchen. Zwar gibt es ausreichend Plätze, aber scheinbar noch mehr Aspiranten. Wir hatten reserviert und waren dann... mehr lesen
Clubhaus FV Sportfreunde Forchheim
Clubhaus FV Sportfreunde Forchheim€-€€€Vereinsheim, Biergarten0721510261Karlsruher Straße 76, 76287 Rheinstetten
4.5 stars -
"Viva la Club-Casa!" GourmägglerDas Restaurant im Clubhaus der Forchheimer Sportfreunde hat deutlich mehr zu bieten als die gemeine Vereinsgaststätte. Eine Info, die mir ein befreundeter Kollege aus Karlsruhe zusteckte und die mich zusammen mit einem gewieften Hausmannskostgänger von der Wörther Futterfraktion Mitte November vergangenen Jahres dort aufschlagen ließ.
Das von Kathrin Speth betriebene, auch im Netz sehr gut beleumundete Speiselokal sollte man nicht ohne vorherige Reservierung aufsuchen. Zwar gibt es ausreichend Plätze, aber scheinbar noch mehr Aspiranten. Wir hatten reserviert und waren dann
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Küchenchef Andreas Wenz wird mittlerweile am Herd von seinem Sohn Robin tatkräftig unterstützt, was das Niveau der gehobenen, mit reichlich internationalen Einflüssen gesegneten Regionalküche meiner Meinung nach sogar noch etwas nach oben geschraubt hat.
Um es vorweg zu nehmen: es war ein besonders genussvoller Abend, den wir in dem geradlinig-modern eingerichteten Gastraum der Familie Wenz erleben durften und die knapp 230 Euro, die am Ende auf der Gesamtrechnung standen, waren mehr als gerechtfertigt.
Dass man in Kandels kulinarischer Vorzeigeadresse ein paar Tage im Voraus reservieren sollte, ist wenig überraschend. Die wenigen Tische sind in Anbetracht der hier für gutes Geld kredenzten Kreationen auch unter der Woche schnell ausgebucht. Man hat sich in den letzten Jahren einen guten Namen erkocht, was der hohe Gästezuspruch (auch aus der Region!) eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Wir stellten das Auto nur ein paar Schritte entfernt auf dem hoteleigenen Parkplatz ab, überquerten die Kandeler Hauptstraße und wurden vom gut aufgelegten Serviceleiter Tilo Schiefer, der auch an diesem Abend seinen Job mit der richtigen Mischung aus kompetenter Beratung, zugewandter Freundlichkeit und humorvoller Kommunikation am Tisch mit Bravour erledigte, auf sympathische Weise in Empfang genommen.
Man platzierte uns gleich rechts am ersten Tisch in dem rund 40 Personen Platz bietenden Gastraum, dessen Inneres ein gediegen-zeitgemäßes Flair ausstrahlt. Genügend Platz zwischen den Tischen, komfortable Sitzgelegenheiten, mit dem richtigen Gespür ausgesuchte, dezente Deko, ein paar großformatige Farbakzente an den Wänden und geschickt ausgewählte, raumtrennende Elemente sorgten für eine sehr angenehme Umgebung. Hinsetzen, zurücklehnen und wohlfühlen – genauso hatten wir uns das vorgestellt.
Mit einem fruchtigen Aperol-Spritz (8,50 Euro), einem aromatischen Pernod (6,50 Euro) und einem gut gekühlten Tannenzäpfle Pils aus der Flasche (0,33l für 4 Euro) gelang der flüssige Aufgalopp nach Maß. Die Flasche Bad Camberger Taunusquelle (0,75l für 6,50 Euro) zur inneren „Verdünnung“ durfte da selbstverständlich nicht fehlen.
Beim Studieren des angenehm überschaubaren, aber dennoch äußerst abwechslungsreichen Speisezettels – vier Vorspeisen und 3 Hauptgerichte hielt man à la Carte parat – blieb ich bei dem in drei, vier, fünf oder sechs Gängen angebotenen „Extrazeit-Menü“ für den etwas anspruchsvolleren Gaumen hängen.
Ich buchte vier Gänge (85 Euro), um später nach dem 3.Gang das Dessert höflichst abzubestellen, da es einfach nicht mehr reinpasste. Dass man deshalb (ohne es zu erwähnen) einfach 10 Euro vom Menü-Preis subtrahierte, spricht auch für die gastfreundliche Attitüde der Familie Wenz.
Einer der beiden Kollegen wagte sich in einem Anflug kulinarischer Neugierde (und er ist wahrlich kein Fleischverzichter!) an das in drei Gängen servierte, vegane Menü (49 Euro), während es der Dritte im Bunde zunächst mit einem winterlichen Blattsalat mit gebackenem Ziegenkäse, gerösteten Nüssen und Trockenfrüchten (19 Euro) aufnahm, um dann mit dem Rumpsteak vom Angusrind mit Trüffelbutter, Marktgemüse und Kartoffelgratin (36 Euro) genüsslich einen Gang höher zu schalten.
Mit einem unglaublich schmackigen Gruß aus der Küche löffelten wir freudig dem ersten Gang entgegen.
Die kleine Umami-Bombe aus köstlich abgeschmecktem Kalbsragout, das von getrüffeltem Kartoffelschaum und etwas Parmesancrumble getoppt wurde, schlug mit reichlich „Überschmeck“ ein. Papillenanregendes Soulfood, das ganz ausgezeichnet in die kalte Jahreszeit passte. Davon hätte nicht nur ich ein weiteres Gläschen mit Freude ausgelöffelt. Aber es ging ja erst los…
In meinem Fall mit einer intensiv nach Krustentier schmeckenden Hummerbisque, deren unglaublich dichtes Aroma mir sofort in die Nase stieg. Das leicht aufgeschäumte, aus Karkassen gezogene Süppchen beamte mich bereits beim ersten Löffel gedanklich an den Vieux Port von Marseille.
Die kleine, darin schwimmende Zugabe, eine Jakobsmuschel von ordentlicher Größe, veredelte die mit etwas Orangenkaramell verfeinerte, jodig-süßliche Meeresterrine. Ein perfekt abgeschmeckter, maritimer Einstieg, der ein erstes kulinarisches Ausrufezeichen setzte und mich glücklich in Richtung Wolfsbarsch entließ.
Auch der auf veganer Entdeckungsreise befindliche Kollege durfte sich an einem aromatischen Süppchen erfreuen.
Zu seiner mit Kokosmilch verfeinerten Crèmesuppe vom Butternutkürbis hatten sich zwei ganz famose Blumenkohl-Falafel-Bällchen hinzugesellt. Der Teilzeit-Veganer zeigte sich von seiner asiatisch angehauchten Löffelspeise sichtlich begeistert.
Der einzige à-la-Carte-Esser am Tisch verputzte derweil munter sein in eine essbare Salatschale gestecktes Blattgrün, das nicht nur sehr schmackhaft angemacht war, sondern auch mit karamellisierten Nüssen, roten Zwiebeln, Cherry-Tomaten und Popcorn texturell einiges an Abwechslung bot. Auch am gebackenen, mit Datteln belegten Ziegenkäse gab es nichts zu meckern.
Nach einer kleinen Verschnaufpause – die einzelnen Gänge wurden in einem sehr angenehmen Zeitrahmen mit wohldosierten „Breaks“ serviert – ging es zumindest bei den beiden Menü-Essern zur nächsten Gaumen-Etappe. Während sich mein Kollege an einem bunten Salatteller mit gerösteten Nüssen und Trockenfrüchten erfrischte,
ging es bei mir mit Ikejime-Wolfsbarsch auf Safran-Graupen-Risotto weiter.
Der Fischteller geriet zum ersten echten Hingucker. Von einem sanften Dashi-Schaum sternförmig umgeben, thronte das ultrasaftige Wolfsbarschfilet (Ikejime-Methode) auf einem Bett aus sämigem Safran-Graupen-Risotto. Das auf den Punkt gegarte Fleisch des Meeresbewohners war von zwei dünnen, kreisrunden Scheiben Safran-Aspik umrahmt.
Der auch im Risotto den Aromen-Ton angebende Safran verlieh dem tollen Fischgang eine subtile, angenehm erdige Würze, die sich mit dem Wolfsbarsch ins beste Benehmen setzte. Ein paar Körner vom gepufften Reis lieferten ein wenig Crunch, während der Dashi-Schaum für noch mehr Meeresrauschen auf der Zunge sorgte. Ein ganz großartiger Zwischengang, der den kulinarischen Anspruch und das handwerkliche Können der „Wenz-Buben“ auch optisch sehr gelungen auf die Platte brachte.
Zu meinem im Hauptgang annoncierten Rehrücken aus dem nahen Bienwald brauchte ich dringend etwas vollmundiges Rotes im Glas. Ich entschied mich für die Cuvée Pallas vom Pfälzer Weingut Mathis aus Klingenmünster (0,2l für 8,50 Euro). Diese aus den Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah vinifizierte, im Holzfass ausgebaute Rotweincuvée punktete mit kräftiger Fruchtfülle und rundgeschliffenen Tanninen. Zur „wilden“ Gaumenreise durch den Bienwald genau die richtige Wahl.
Serviceleiter Tilo Schiefer servierte mir dann einen Rehteller, wie ich ihn nie und nimmer erwartet hätte. Allein vom Aussehen her geriet dieser Wild-Gang schnell unter „Sterne-Verdacht“.
Die einzelnen, harmonisch ineinandergreifenden Elemente, wurden von ihm am Tisch fachkundig erläutert. Zu den auf den Punkt geratenen, großzügig portionierten Stücken vom Regional-Reh gesellten sich geschmorte Dörr-Pflaume, Shiitake- sowie weiße Buchenpilze, Brom- und Heidelbeeren, knackig gedämpftes Wintergemüse (Romanesco, Kohlrabi, Karotte und Sellerie), hausgemachte Schupfnudeln und ein seidiges Topinambur-Püree.
Mit einer von langem Einköcheln und profundem Saucenhandwerk kündenden Rotwein-Wacholder-Jus wurde der kulinarische Winterspaziergang süffig unterfüttert. Das ergab in der Summe einen aufwendig in Szene gesetzten Teller raffiniertester Bodenständigkeit, den ich in vollen Zügen genoss.
Eine kluge Kombination aus lokalen Produkten, den „Schätzen“ der unmittelbaren Umgebung, die mit hoher kulinarischer Handwerkskunst einherging. Für einen Pfälzer Landgasthof war dieses Bienwald-Reh jedenfalls ein richtiges Brett. Chapeau, Messieurs Wenz!
Nicht minder begeistert zeigte sich der seinen veganen Hauptgang feiernde Kollege zu meiner Linken.
Ihn hatte man mit Steinpilz-Kartoffel-Ravioli an Pastinaken-Crème und Marktgemüse (Blumenkohl, Kohlrabi) beglückt und das Ganze mit einer gnadenlos gut abgeschmeckten Sauce aus Reissahne, gerösteten Pilzen und Nüssen in höhere Umami-Sphären montiert. Für meinen Gaumenbuddy war das schlicht und ergreifend die beste vegane Sauce seines Lebens.
Kaum ausgesprochen hatte er schon eine Saucière mit Nachschlag neben seinem Teller stehen. Und auch von der tiefgründigen Wacholder-Jus „stibitzte“ mir der mutige Servicechef eine ansehnliche Extraportion aus der Wenz’schen Saucenschmiede. Wir dankten es ihm von Herzen.
Etwas frugaler sah der Teller des Redundanz-Rumpsteak’lers neben mir aus.
Aber auch der „Angus-Atze“ aus Wörth schien mit seiner Wahl überaus glücklich zu sein. Allein die Trüffelbutter und die angegossene Jus machten aus dem perfekt medium gebratenen Stück aus dem Rinderrücken ein wahres Festmahl für Fleischesser. Und dass man im „Riesen“ auch ein ganz feines, am Nachbarland orientiertes Kartoffelgratin auf die hübsche Keramik bekommt, muss eigentlich gar nicht erst erwähnt werden.
Nach den nicht gerade schüchtern portionierten Hauptspeisen mussten wir unserem fortgeschrittenen Sättigungsgrad Tribut zollen und geschlossen auf einen süßen Abschluss verzichten. So entging mir leider die geschmorte Feige mit Yuzu, Cassis und Sabayon und auch die ihrem Namen alle Ehre machende „Riesen“-Praline blieb diesmal gut gekühlt im Patisserie-Schrank.
Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an Andreas und Robin Wenz, die einen ganz hervorragenden Job in der Küche gemacht haben und uns aber mal so richtig glücklich und zufrieden nach Hause entließen.
Und nicht zuletzt natürlich an den Mann, der mit seiner charmant-humorvollen Art für einen sehr entspannten Abend sorgte. Mit Tilo Schiefer hat das Riesen-Team ein wahres Service-Ass im Ärmel. Beim Fußball würde man wohl von einem „Unterschiedsspieler“ sprechen.
Auch das unschlagbare Preis-Genuss-Verhältnis und das geschmackvoll gestaltete Interieur werfen letztlich die Frage auf, warum wir hier nicht öfter aufschlagen. Zumal Kandel nur ein paar Autominuten von Wörth entfernt liegt. Die einfache Antwort darauf kann nur lauten: das müssen wir dringend ändern!