Geschrieben am 23.05.2026 2026-05-23| Aktualisiert am
26.05.2026
Besucht am 20.11.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 234 EUR
Im November stattete ich zusammen mit einem dem guten Essen nicht abgeneigten Arbeitskollegen der „Spinne“ hoch oben im Neustadter Stadtteil Haardt einen Besuch ab. Vorsicht, Spinne!
Viel zu lange habe ich damit gewartet. Vier Jahre zuvor war ich mit drei gleichgesinnten Kulinarkumpanen bei Küchenchef Jörg Friedrich und seinem Team zu Gast, um dort ein paar genussvolle Stunden in familiärer Atmosphäre zu verbringen.
Dieser legendäre Abend von damals (ich habe ausführlich darüber berichtet…) war mir noch in guter Erinnerung als ich das äußerst idyllisch, direkt am Waldrand gelegene Restaurant mit angeschlossenem Gästehaus betrat. Das altehrwürdige Gemäuer
Keine zwei Minuten später traf auch mein von Lachen-Speyerdorf angereister Kollege ein.
Servicechefin Christiana Mix war an diesem Abend nicht zugegen. Eine sehr charmante junge Dame mit osteuropäischem Akzent, die normalerweise in der Küche ihren Dienst verrichtet, vertrat sie jedoch ganz hervorragend. Sie begrüßte uns herzlich, nahm unsere Jacken entgegen und wies uns zu unserem in elegantem Weiß eingedeckten Tisch. Unser Tisch (links)
Ich machte es mir auf der bequem gepolsterten Wandbank gemütlich, während mein Kollege den nicht minder komfortablen Polsterstuhl okkupierte. Die Flasche Mineralwasser (0,75l für 7 Euro) für den Durst ließ nicht lange auf sich warten. Während das gut gekühlte Wässerchen in unseren Gläsern perlte, machten wir uns mit dem im Vergleich zum letzten Besuch vor vier Jahren noch etwas reduzierter wirkenden Speisenprogramm vertraut.
Die von der Decke hängende Retrokugelleuchte aus den 70ern tauchte unseren Tisch in strahlendes Licht. Perfekte Bedingungen für gute Futter-Fotos. Ein Blick in den sehr geschmackvoll dekorierten Gastraum mit dem gut gefüllten Digestiv-Regal um die Ecke Die guten Geister des Hauses
ließ mich zufrieden das behaglich-gediegene Ambiente dieses gastronomisch genutzten „Wohnzimmers“ inhalieren. Auch mein Genusskumpel fühlte sich hier auf Anhieb wohl. Der sehr gepflegte Gastraum
Das kleine, aber feine Speisenangebot versprach zwei Vorspeisen, eine Suppe und drei Hauptgänge. Auch ein paar mehr oder minder süße Verführer zum Abschluss listete die Karte. Aus diesen Komponenten konnte man sich ein Drei-, Vier- oder Fünf-Gang-Menü zusammenstellen. Dazu war auch eine passende Weinbegleitung (7 Euro pro 0,1l Glas) möglich.
Ein zusätzliches Menü außerhalb des À-la-Carte-Angebots wurde nicht (mehr) offeriert. Selbstverständlich konnte man die Gerichte auch einzeln bestellen – für den Fall, dass einem drei Gänge dann doch zu viel „abverlangen“ würden. Wir legten uns auf die viergängige Gaumenreise (90 Euro), die aus einer Vorspeise, der „Zwischen-Suppe“, einem Hauptgericht und einem Dessert bzw. einem abschließenden Käsegang bestand, fest.
Den Wein des Abends suchten wir aus der sehr umfangreichen Flaschenweinkarte mit klarem Regionalbekenntnis (Mittelhaardt, Südpfalz) aus. Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zum Top-Winzer Oliver Zeter, dessen Rot- und Weißweine ich sehr schätze, entschieden wir uns für einen Rotwein aus dem etwas weiter unten gelegenen Neustadter Ortsteil Diedesfeld. Der trockene Syrah aus dem Jahr 2018 (Flasche für 40 Euro) stammte vom Weingut Stortz-Nicolaus, das sich seit vielen Jahren dem ökologischen Weinbau verschrieben hat. Regionaler Rotwein-Riese
Dem 20 Monate in französischer Eiche (Barrique-Fass) gereiften Rotwein spendiert man im Hause Stortz-Nicolaus noch ein zusätzliches Jahr Flaschenreife. Kräftige, gut eingebundene Tannine und die typische Syrah-Würze machten ihn zu einem vollmundigen Fest für Freunde des flüssigen roten Stoffes. Er begleitete uns fast schwerelos (lediglich 13,5%) durch das Menü und wenn wir nicht beide mit dem Auto hätten zurückfahren müssen, wäre eine zweite Flasche die logische Konsequenz dieses gepflegten Trinkspaßes gewesen.
Die junge, gut aufgelegte Servicedame versorgte uns mit guter Butter und noch besserem, hausgebackenem Brot. Butter bei de Spinne... Gutes Brotsortiment
Besonders das etwas dunklere Malzbrot hatte ich noch in guter Erinnerung. Mit seiner süßlich duftenden Krume punktete es als fluffig-röstiges Beispiel für tadellos ausgeführte Backwerkskunst auch an diesem Abend. Der erste Hunger verlief damit wie „weggeschmiert“.
Dann wurde der Syrah „fachfrauisch“ präsentiert, entkorkt und eingegossen. Wir gaben ihm noch ein wenig Zeit zum Atmen und widmeten uns den kleinen Leckereien vorab, die in den Löchern eines dekorativen Meeresgebildes (Seepocken) steckten. Die ungewöhnliche Präsentation der schmackigen Fingerfuttereien gefiel mir schon vor vier Jahren. Was zum Reinknabbern
Auch diesmal grüßte Jörg Friedrich aus der Küche mit einem gefüllten Cornet, in dem Thunfischtartar mit pikantem Wasabi-Schaum vereint wurde, Tuna-Cornet
sowie einer beherzt nach Orient schmeckenden Mini-Frikadelle (Kreuzkümmel!), die auf einem kleinen Holzspieß steckte. Mini-Köfte "Spinne-Style"
Handwerklich top arrangiert und mit gutem Gespür für exotische Aromen abgeschmeckt, fanden wir für die kleinen Gaumenkitzler nur lobende Worte.
Beim Menüauftakt gingen mein Kollege und ich getrennte Vorspeisenwege. Während er sich an einer farbenfrohen Escabeche vom wilden Zander mit karamellisierter Zwiebel und Karottenmus delektierte, Wilder Zander bunt arrangiert
genoss ich den Crispy Fasan mit Avocadocrème, Röstpaprikasalsa und Koriander-Öl auf einer leicht angegrillten Scheibe Ananas. Fasan mal anders
Auf die Idee, Fasanenfleisch in knuspriger Nugget-Form anzubieten, muss man auch erstmal kommen. Die frischen (Koriander), cremigen (Avocado), leicht bitteren (Paprika) und süßen (Ananas) Akzente machten daraus eine überaus spannende Vorspeise, die wohl durchdacht war und ganz hervorragend funktionierte. Knuspriger Fasan
Großes Lob an die Küche für diese außergewöhnliche Komposition.
Auch mein Gegenüber war mit seinem sauer-gebeizten Zander hochzufrieden und freute sich nach dieser bunten, iberischen Aromenbombe auf die nach angenehmer Wartezeit folgende Schwarzwurzelsuppe. Und das mit Recht. Denn, dass Chefkoch Friedrich bei den Terrinen in der Regel nichts anbrennen lässt, ist auch außerhalb von Neustadt-Haardt längst kein Geheimnis mehr.
Erdig-würzig duftete mir der frisch in den Suppenteller gehobelte Trüffel entgegen. Er befand sich mit drei Ricotta-Ravioli und etwas frischem Schnittlauch noch in trockenen Tellern. Feine Suppeneinlage
Doch bald verschwanden die feinen Einlagen in der am Tisch angegossenen Schwarzwurzelsuppe. Ozapft iss...
Ihr betörendes Aroma war allein schon den Weg nach Neustadt-Haardt wert. Eine tiefgründige Leib- und Seelen-Terrine, die einem glatt den Tag retten konnte. Versunkene Schätze im Schwarzwurzelsee
Und die frisch gehobelten Trüffelspäne sorgten für den gewissen Kick am Gaumen. Wir waren beide schwer beeindruckt von dieser von Meisterhand zubereiteten Löffelspeise.
Danach durften sich die Papillen mit Hilfe eines frischen Zitrus-Sorbets wieder neu justieren, Frischer Zwischenakkord
denn die Barbarie-Entenbrust à la Orange mit Rotkraut und Macaire-Kartoffeln war bereits im Anflug. Wir hatten uns beide für dieses Hauptgericht entschieden und damit der Ente den Vorzug vor dem Tagesfisch und der Rehkeule gegeben. Als notorischer Rotkraut-Verschmäher bat ich um eine kleinere Portion des Wintergemüses, das ich dann letzten Endes in einem Extraschälchen serviert bekam. Rotes Kraut à part serviert
Die Brust vom Wasservogel kam im perfekten Gargrad auf das mit aromatischer Orangensauce benetzte Porzellan. Das rosafarbene, saftige Entenfleisch ließ keinerlei Zweifel an der Topqualität des Geflügels zu. Barbarie-Ente à la bonheur
Es vertrug sich ausgezeichnet mit der vollmundigen Orangentunke, die große französische Saucenklasse bewies. Dazu mundete mir sogar das sonst wenig geliebte Rotkraut – und das soll was heißen. Die Ente vom Kollegen mit Rotkraut
Ganz abgesehen von den zart-mürben Macaire-Kartoffeln, der feineren Rösti-Version aus dem Franzosenland. Wenn meine Mutter früher noch Kartoffelpüree übrighatte, gab es die am nächsten Tag als in der Pfanne gebratene „Lätscherle“ (so nannte sie jedenfalls meine Mum…).
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Küchenchef Friedrich, dass er mir diese unerwarteten kulinarischen Erinnerungen an früher mit dieser einfachen, aber köstlichen Kartoffelbeilage bescherte. Es sind ja häufig die kleinen Dinge im Leben…
Ein paar Worte zur überragenden Sauce à l’Orange möchte ich aber noch loswerden. Die alle Komponenten dieses französischen Winterklassikers umarmende, keine Spur zu süß ausgefallene Bigarade-Sauce punktete mit eleganter Tiefe (Entenfond bzw. Entenjus als Basis), lebendiger Säure (Orangensaft), leichter Süße (karamellisierter Zucker) und einer feinen Bitterkeit (Orangenzesten). Dazu passte der smarte Pfälzer Rote mit dem seidigen Tanningerüst wie der Korken auf die Syrah-Flasche.
Sie hob die vom geschmolzenen Entenfett ins beste gustatorische Benehmen gesetzten Röstaromen der formidablen Haut mit Bravour hervor und wusste auch das feinfaserige, saftige Entenfleisch um eine delikate Zitrusnote passend zu erweitern. Der bei diesem Gericht nicht gerade einfache Balanceakt zwischen vollmundiger Wärme und süßer Frische gelang dank der aromatischen Orangensauce par excellence.
Bereits gut gesättigt widmeten wir uns der letzten kulinarischen Etappe dieses denkwürdigen Abends. Während sich mein Kollege an einem mit Sekt aufgegossenen Sorbet gütlich tat, Sekt und Sorbet - best Buddies!
gönnte ich mir zum Abschluss einen Crottin Cendré mit Mirabellenkompott und kleingehackten Haselnüssen aus dem Piemont. Zum Nachtisch Ziege Mirabellenkompott zum Crottin
Die passten wiederum zum fein-nussigen Aroma des mit einer mild-säuerlichen Note ausgestatteten Ziegenkäses aus der Region Berry (Zentral-Frankreich). In Verbindung mit der letzten Rotweinpfütze im Glas ein absolut würdiger Schlusspunkt eines von A bis Z begeisternden Vier-Gang-Menüs.
Rundum zufrieden verließen wir um einen für das Gebotene absolut angemessenen Geldbetrag erleichtert dieses durch und durch sympathische Restaurant und machten uns auf den Heimweg. Auf der Haardt da gibt’s halt koa Sünd. Von wegen!
Aber es wäre eine noch viel größere, nicht beim talentierten Maître Friedrich einzukehren, wenn man hier – zufällig oder geplant – in der Nähe weilt. Allzu lange sollte man damit allerdings nicht warten, denn der erfahrene Küchenchef steht schon viele Jahre am Herd...
Im November stattete ich zusammen mit einem dem guten Essen nicht abgeneigten Arbeitskollegen der „Spinne“ hoch oben im Neustadter Stadtteil Haardt einen Besuch ab.
Viel zu lange habe ich damit gewartet. Vier Jahre zuvor war ich mit drei gleichgesinnten Kulinarkumpanen bei Küchenchef Jörg Friedrich und seinem Team zu Gast, um dort ein paar genussvolle Stunden in familiärer Atmosphäre zu verbringen.
Dieser legendäre Abend von damals (ich habe ausführlich darüber berichtet…) war mir noch in guter Erinnerung als ich das äußerst idyllisch,... mehr lesen
Restaurant Spinne
Restaurant Spinne€-€€€Restaurant, Gästezimmer063219597799Eichkehle 58, 67433 Neustadt an der Weinstraße
5.0 stars -
"Haardt am Limit! – Ein spannender Gaumenausflug ins oberste Stockwerk der Neustadter Kau-Substanz" GourmägglerIm November stattete ich zusammen mit einem dem guten Essen nicht abgeneigten Arbeitskollegen der „Spinne“ hoch oben im Neustadter Stadtteil Haardt einen Besuch ab.
Viel zu lange habe ich damit gewartet. Vier Jahre zuvor war ich mit drei gleichgesinnten Kulinarkumpanen bei Küchenchef Jörg Friedrich und seinem Team zu Gast, um dort ein paar genussvolle Stunden in familiärer Atmosphäre zu verbringen.
Dieser legendäre Abend von damals (ich habe ausführlich darüber berichtet…) war mir noch in guter Erinnerung als ich das äußerst idyllisch,
Geschrieben am 16.05.2026 2026-05-16| Aktualisiert am
16.05.2026
Besucht am 13.11.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 90 EUR
Das Restaurant im Clubhaus der Forchheimer Sportfreunde hat deutlich mehr zu bieten als die gemeine Vereinsgaststätte. Eine Info, die mir ein befreundeter Kollege aus Karlsruhe zusteckte und die mich zusammen mit einem gewieften Hausmannskostgänger von der Wörther Futterfraktion Mitte November vergangenen Jahres dort aufschlagen ließ. Von außen eher unscheinbar
Das von Kathrin Speth betriebene, auch im Netz sehr gut beleumundete Speiselokal sollte man nicht ohne vorherige Reservierung aufsuchen. Zwar gibt es ausreichend Plätze, aber scheinbar noch mehr Aspiranten. Wir hatten reserviert und waren dann aber doch erstaunt über die hohe Auslastung des Clubhauses an diesem Donnerstagabend.
Man platzierte uns an einem langen Hochtisch in der Ecke des Gastraumes unweit des Tresens. An unserem Tisch saßen noch andere Gäste, allerdings mit etwas Abstand, so dass die private Gesprächsatmosphäre nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Trotz der hohen Auslastung machten die Servicekräfte einen sehr freundlichen und zugewandten Eindruck. Kleinere Fehler wurden umgehend und mit einem Lächeln korrigiert. Man kam schnell ins Gespräch und fühlte sich bestens umsorgt. Das kennt man von Vereinslokalen auch ganz anders… Stammtisch und Theke
Das Innere des Gastraumes strahlte eine warme Atmosphäre aus. Das wertige Holzmobiliar wurde von zeitgemäßen Hängeleuchten ins rechte Licht gesetzt. Ein separater Nebenraum stand weiter hinten für größere Gesellschaften zur Verfügung. Auch er war an diesem Abend gut besetzt. Viel Platz im Gastraum
Ein Aufsteller auf dem Tisch verriet uns die Empfehlungen des Monats November. Feldsalat, Kürbissuppe, Rinderroulade, Dunkelbier-Gulasch, Spare-Ribs vom Duroc-Schwein und hausgemachte Maultaschen klangen bereits derart verlockend, da hätte ich mir den Blick in die aufklappbare Standard-Karte eigentlich sparen können.
Ich riskierte ihn dennoch. In der Pasta-Abteilung wurde doch tatsächlich selbstgenudelt, was mich aufhorchen ließ. Hausgemachte Mefaldine mit Wild-Bolo aus der Rheinstetter Jagd und Paccheri Rigati mit pikantem Röstpaprika-Sugo, Burrata und Rucola-Pesto waren für unter 20 Euro zu haben.
Aber auch die Auswahl an Leibgerichten mit klar erkennbarem Fleischschwerpunkt konnte sich durchaus lesen lassen. Und so wählte ich mit dem Coq au Vin vom Pollo Fino in kräftiger Rotweinsauce, hausgebackener Focaccia und Salat (19,50 Euro) eine der gelisteten Leibspeisen.
Anstatt des Standard-Beilagensalats zog ich die in der Karte angebotene Option auf einen Feldsalat mit Speck und Kracherle (Monatsempfehlung), was einen Aufpreis von 6,50 Euro zur Folge hatte.
Auch mein Kollege erlag den fleischlichen Versuchungen aus der Soulfood-Ecke und orderte den mit einem 250 Gramm Patty ausgestatteten Chili Cheese Burger in der hausgebackenen Brioche mit Fritten (18 Euro).
Bei der Vorspeisenwahl herrschte maritime Einigkeit am Tisch. Jeweils fünf in Kräuterbutter und Knoblauch gebratene Black Tiger Prawns (14,50 Euro) durften wir uns bald schmecken lassen. Aromatische Garnelen vorweg
Die in ordentlicher Größe, komplett entschalten Garnelen lagen schön saftig in einer rustikalen Eisenpfanne. Zum Aufsaugen des aromatischen Knobi-Kräuter-Öls halfen zwei dicke Scheiben von der fluffigen Focaccia aus dem Clubhaus-Backofen. Hübsch präsentierte Prawns mit fluffiger Focaccia
Eine einfache, auf den Punkt zubereitete mediterrane Vorspeise, bei der Genuss und Sättigung gleichermaßen im Vordergrund standen. Bereits gut vorgesättigt schalteten wir – von zwei Schoppen Eichbaum Ureich-Pils (0,5l für 5,80 Euro) aus dem Steinkrug begleitet – wohlgehopft einen Gang höher. Frisch gezapftes "Ureich" aus dem Steinkrug
Während sich mein Kollege über seinem mit geschmolzenem Cheddar, Jalapenos, Salat und Gurken garnierten, dreigeschossigen Frikadellenturm hermachte – er wurde samt Frittenbox auf einem robusten Holzbrett serviert – Chili Cheese Burger mit Pommes (auf einem Brett)
duftete mir das in würziger Rotweinsauce badende, besoffene Huhn entgegen.
Drei zart geschmorte Brocken vom zuvor entbeinten Hühnerfleisch bildeten den deftigen Kern dieses großzügig portionierten Hauptgerichts für Saucenfreunde. Besoffener Gockel alias Pollo Fino in Vino
Die dunkle Tunke zeugte von Charakter und geschmacklicher Tiefe. Sorgfältig abgeschmeckt und ausreichend lange einreduziert punktete sie mit feinen Röstaromen und einer angenehmen Background-Säure. Da hatte sich die wohlwollende Dreingabe von rotem Rebsaft aber mal so richtig gelohnt.
Der mit gebratenem Speck und knusprigen Croutons veredelte Feldsalat lieferte mit seinem frischen Essig-Öl-Dressing einen angenehmen Kontrast zum kräftigen Schmorgericht. Schmackiger Feldsalat mit deftig-knusprigem Gefolge
Nur mit der Menge hatte ich ein wenig zu kämpfen. Aber alles andere fiel unter die Rubrik „herbstlicher Rapunzel-Genuss pur“.
Mein dem geschmolzenen Käse zugetaner Burger-Buddy vernichtete derweil gut „ge-ureicht“ seinen Chili Cheese, der vor Saftigkeit nur so strotzte. Ein durch und durch gelungener Burger
Die Jalapenos heizten ihm ordentlich ein und die hausgebackene Brioche überzeugte mit buttriger Fluffigkeit.
Fazit:
Uns gefiel diese Mischung aus gutbürgerlicher Bodenständigkeit und ambitionierter Herangehensweise der Sportheimküche richtig gut. Einen echten Geheimtipp scheint das von außen eher unprätentiös wirkende Lokal allerdings nicht mehr darzustellen. Dafür war der Andrang an unserem Besuchsabend viel zu groß. Die ungezwungene Atmosphäre und der freundliche Service runden das durchweg positive Gesamtbild stimmig ab. So funktioniert Clubhausgastronomie mit Anspruch!
Das Restaurant im Clubhaus der Forchheimer Sportfreunde hat deutlich mehr zu bieten als die gemeine Vereinsgaststätte. Eine Info, die mir ein befreundeter Kollege aus Karlsruhe zusteckte und die mich zusammen mit einem gewieften Hausmannskostgänger von der Wörther Futterfraktion Mitte November vergangenen Jahres dort aufschlagen ließ.
Das von Kathrin Speth betriebene, auch im Netz sehr gut beleumundete Speiselokal sollte man nicht ohne vorherige Reservierung aufsuchen. Zwar gibt es ausreichend Plätze, aber scheinbar noch mehr Aspiranten. Wir hatten reserviert und waren dann... mehr lesen
Clubhaus FV Sportfreunde Forchheim
Clubhaus FV Sportfreunde Forchheim€-€€€Vereinsheim, Biergarten0721510261Karlsruher Straße 76, 76287 Rheinstetten
4.5 stars -
"Viva la Club-Casa!" GourmägglerDas Restaurant im Clubhaus der Forchheimer Sportfreunde hat deutlich mehr zu bieten als die gemeine Vereinsgaststätte. Eine Info, die mir ein befreundeter Kollege aus Karlsruhe zusteckte und die mich zusammen mit einem gewieften Hausmannskostgänger von der Wörther Futterfraktion Mitte November vergangenen Jahres dort aufschlagen ließ.
Das von Kathrin Speth betriebene, auch im Netz sehr gut beleumundete Speiselokal sollte man nicht ohne vorherige Reservierung aufsuchen. Zwar gibt es ausreichend Plätze, aber scheinbar noch mehr Aspiranten. Wir hatten reserviert und waren dann
Besucht am 18.11.2025Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 35 EUR
Mitte November hatte ich morgens einen Termin in Neustadt an der Weinstraße. Der Amtsarzt sollte sich mein vor längerer Zeit lädiertes, jetzt aber wieder voll einsatzfähiges Knie (Dienstunfall!) anschauen und seinen hippokratischen Segen spenden. Das ging dann doch schneller als erwartet und ich wollte mir die vor Ort gegebenen Chancen auf Wein und Wandern nicht entgehen lassen.
Das Wetter erlaubte eine für November angenehm sonnige Wanderung von Neustadt-Haardt aus zur Ruine Wolfsburg und wieder zurück. Also ging es mit dem Auto von der City hoch nach „Haardt“, wo zunächst ein Besuch des Weingutes Oliver Zeter auf dem Programm stand. Die heimischen Weißweinvorräte mussten dringend aufgebessert werden.
Nach dem Wandern schlug ich zur späteren Mittagszeit spontan beim genauso kleinen wie gut beleumundeten „Nudelmacher“ in der Stadtmitte auf. An einem Dienstagmittag würde sicherlich nicht ganz so viel los sein. Denkste! Nur mit viel Glück – es zahlten gerade ein paar Gäste – konnte ich einen der wenigen Tische im vorderen Bereich des gemütlichen, etwas verwinkelt anmutenden Lokals besetzen.
Zur entspannt-lockeren Atmosphäre trug maßgeblich der gut gelaunte Chef bei, der ohne aufdringlich zu wirken, gerne mit seinen Gästen kommunizierte. Mir gefiel der legere Umgangston jedenfalls von vornherein.
Im Gegensatz zu mir waren die meisten Gäste sicherlich nicht zum ersten Mal in dem von außen recht unscheinbar wirkenden, im Parterre eines denkmalgeschützten, dreigeschossigen Krüppelwalmdachbaus mit Fachwerkfassade untergebrachten Restaurants zu Gast.
Die Einrichtung lässt sich als schlicht rustikal, aber durchaus mit persönlicher „Handschrift“, beschreiben. Von meinem Platz aus konnte ich dem Koch beim Zubereiten der Speisen zuschauen. Eine offene, fast wohnzimmerartige Umgebung, in der vieles ein wenig improvisiert, aber durchweg sympathisch erschien.
Man reichte mir umgehend die bewusst übersichtlich gehaltene Speisenkarte, aus der ich mir die Bruschetta (6,50 Euro) für vorweg und die Schinkennudeln (11,80 Euro) zur Haupthungerbekämpfung aussuchte. Eine Flasche Mineralwasser (0,75l für 5 Euro) für den durstigen Wandersmann sprudelte rasch auf dem Tisch.
Bereits die Bruschetta wusste zu überzeugen.
Gut gewürzte, mit Knoblauch, Zwiebeln und frischen Kräutern aufgepeppte Tomatenstücke lagen auf drei knusprig gerösteten Baguette-Scheiben, die zuvor mit etwas Olivenöl benetzt worden waren, verteilt. Frisch geriebener Parmesan verlieh dieser einfachen, aber sehr schmackigen Vorspeise eine noch intensivere Note.
Bei den nach angenehmer Wartezeit servierten Schinkennudeln trafen hausgemachte, bissfest gekochte Spaghetti auf würzigen Kochschinken.
Von einer harmonisch abgeschmeckten Käse-Sahne-Sauce süffig unterfüttert und mit frisch gemahlenem Pfeffer aromatisiert, schmeckte der handwerklich tadellos zubereitete Nudelteller keineswegs nach durchschnittlicher „Alla-Panna-Ware“.
Derart begeistert orderte ich im Anschluss an diesen rundum gelungenen Pasta-Lunch noch eine Portion Spaghetti Bolognese (11,80 Euro) zum Mitnehmen für daheim. Schließlich sollte auch mein Töchterchen von meiner Bekanntschaft mit dem Nudelmacher profitieren. Auch die Mutter aller italienischen Fleischsoßen geriet vorzüglich. Ihr kräftiger Geschmack ließ auf langes Einköcheln schließen. Handwerklich sauber und ohne „Industrie-Verstärkung“ gekocht, machte sie abends nicht nur meine Kleine glücklich…
Fazit:
Wer auf ehrliche, handgemachte Pasta mit Charakter in gemütlich-familiärem Ambiente steht, ist in der Turmstraße 5 im Neustadter Ortskern definitiv gut aufgehoben. Die dafür aufgerufenen Preise empfand ich als absolut fair. Das begrenzte Platzangebot nimmt den ambitionierten Nudelfreund jedoch in die Reservierungspflicht. Vielleicht nicht unbedingt der beste Ort für das erste Date, aber sicherlich eine Wohlfühloase für gesellige Gäste, die gerne mit den Leuten an den Nebentischen ins Gespräch kommen. Kein Wunder also, dass dieses Konzept in der Pfalz so gut funktioniert…
Mitte November hatte ich morgens einen Termin in Neustadt an der Weinstraße. Der Amtsarzt sollte sich mein vor längerer Zeit lädiertes, jetzt aber wieder voll einsatzfähiges Knie (Dienstunfall!) anschauen und seinen hippokratischen Segen spenden. Das ging dann doch schneller als erwartet und ich wollte mir die vor Ort gegebenen Chancen auf Wein und Wandern nicht entgehen lassen.
Das Wetter erlaubte eine für November angenehm sonnige Wanderung von Neustadt-Haardt aus zur Ruine Wolfsburg und wieder zurück. Also ging es mit dem... mehr lesen
Der Nudelmacher
Der Nudelmacher€-€€€Restaurant06321-1860080Turmstr. 5, 67433 Neustadt an der Weinstraße
4.0 stars -
"Neustadts Referenz in Sachen handgemachter Pasta" GourmägglerMitte November hatte ich morgens einen Termin in Neustadt an der Weinstraße. Der Amtsarzt sollte sich mein vor längerer Zeit lädiertes, jetzt aber wieder voll einsatzfähiges Knie (Dienstunfall!) anschauen und seinen hippokratischen Segen spenden. Das ging dann doch schneller als erwartet und ich wollte mir die vor Ort gegebenen Chancen auf Wein und Wandern nicht entgehen lassen.
Das Wetter erlaubte eine für November angenehm sonnige Wanderung von Neustadt-Haardt aus zur Ruine Wolfsburg und wieder zurück. Also ging es mit dem
Geschrieben am 17.04.2026 2026-04-17| Aktualisiert am
17.04.2026
Besucht am 12.11.2025Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 35 EUR
In Karlsruhe gibt es diverse Möglichkeiten, mexikanisch essen zu gehen. Allen voran das seit 1983 existierende „El Taquito“, in dem ich schon zu Studentenzeiten ab und zu einkehrte. Angeblich handelt es sich bei diesem, alteingesessenen Gastro-Kuriosum um das älteste mexikanische Restaurant unserer Republik.
Mitte November besuchte ich an einem Mittwochabend meinen am Auge operierten Vater im Diakonissenkrankenhaus, das sich im Karlsruher Stadtteil Rüppurr befindet. Nach meinem Besuch stand mir der Sinn nach unkomplizierter Hungerbekämpfung. Ich erinnerte mich an die nicht weit vom Krankenhaus entfernte, seit März 2024 in der Lange Straße / Ecke Rastatter Straße ansässige Taqueria Taol, die mir von einem ehemaligen, dem guten Futter stets zugeneigten Schüler empfohlen wurde.
Es war noch recht früh am Abend und ich versuchte einfach mal mein Glück. Nach freundlicher Begrüßung nahm ich im hinteren Teil des geräumigen, geschmackvoll eingerichteten Gastraumes Platz. Ich saß zum ersten Mal in den altehrwürdigen Räumlichkeiten des ehemaligen Wirtshauses „Kofflers Heuriger“, in dem bereits in den 60er Jahren die Gäste mit zünftiger, österreichischer Küche verköstigt wurden.
Nach vielen Jahren, in denen das Restaurant verpachtet war, wird es heute wieder von der Familie Koffler betrieben. Der Großvater von Betriebsleiterin Sophia Koffler hat übrigens damals das „El Taquito“ eröffnet. Wer jetzt jedoch denkt, dass die Taqueria lediglich ein Ableger des Tortilla füllenden Ur-Mexikaners im Karlsruher Zentrum ist, sieht sich spätestens bei der Durchsicht des Speisenprogramms eines Besseren belehrt.
Jenes reichte man mir auch bald. Auch das Fläschchen Bad Liebenzeller Mineralwasser (0,5l für 5,20 Euro) ließ nicht lange auf sich warten. Ich war erstaunt, wie schnell sich der Laden in der Folgezeit füllte, was den Geräuschpegel um mich herum deutlich anhob. Ein überwiegend junges Publikum studierte genau wie ich die 100% glutenfreie Speisenauswahl, die auf mehrere DIN-A4-Blätter verteilt im Klemmbrett steckte.
In der Karte warb man damit, den Maisteig („Masa“) für die Tortillas selbst herzustellen. Im Nachbarhaus stellt das ebenfalls von der Familie Koffler betriebene Unternehmen „Mexican Good Food“ frische Maistortillas nach dem traditionellen mexikanischen Nixtamal-Verfahren her. Cool, hatte ich das letzte Mal vor rund 20 Jahren als ich einen guten Freund in Guadalajara besuchte.
Das Speisenangebot las sich äußerst spannend. Selbst die bei uns nicht sonderlich bekannte Birria, ein Eintopf aus Jalisco, bei dem das Rindfleisch in einer Chili-Brühe geschmort wird, hatte man auf der Kladde. Der Hinweis, dass man eine Extraportion davon als kostenlosen Nachschlag bekäme, falls der Rindfleischtopf nicht reichen würde, ließ mich grinsend an den mit mehreren Mägen ausgestatteten Vielvernichter aus Mannheim denken…
Die Entscheidung fiel mir nicht gerade leicht, klangen doch die meisten Gerichte auf der Karte neu und vielversprechend zugleich. Da ich die Portionsgrößen nicht kannte, beschränkte ich mich auf ein Hauptgericht. Später orderte ich noch eine Vorspeise nach. Meine Wahl fiel auf die „Tacos de Steak“ (20,80 Euro) nach Taqueria-Art. Tacos de Steak
Das hübsch auf den Teller gebrachte, mexikanische Streetfood bestand aus drei Maistortillas, die mit gebratenen Steakwürfeln (wahrscheinlich von der Rinderhüfte), frittierter Petersilie, gepickelten Zwiebeln und Avocado-Spalten gefüllt waren. Frische Auflage - nur das Fleisch hätte ich mir etwas saftiger gewünscht...
Neben den Tacos türmte sich ein knuspriger Hügel aus frittierten Kartoffelstäbchen – den Frit-Sticks von „funny-frisch“ nicht unähnlich. Die Kartoffelsticks als Knabberbeilage
Ein paar Limettenschnitze zum Auffrischen hatte man auch dazu gelegt. Die in der Karte angekündigte Xnipec-Salsa suchte ich vergebens. Dafür reichte man mir einen altbekannten Scharfmacher, die Salsa „Muy Picante“ aus dem Hause Valentina zum Selbstdosieren. In Mexiko ein Salsa-Klassiker!
Die Steakwürfel fielen leider nicht annähernd so saftig aus, wie in der Karte versprochen. Dafür konnte der Rest des nicht einfach zu vertilgenden Taco-Gerichts mit textureller Abwechslung und Frische punkten.
Klar, waren die Kartoffel-Sticks eine recht fettige Angelegenheit, aber ihr Crunch überzeugte. Ich möchte denjenigen sehen, der die üppig beladenen Maisfladen ohne „Frachtverlust“ zum Munde führt bzw. vertilgt bekommt. Aber vielleicht fehlt mir bei solchem Fingerfood auch schlichtweg die Übung.
Ehrlich gesagt, war ich in Anbetracht der für dieses Hauptgericht entrichteten rund 21 Euro schon ein wenig enttäuscht von seiner Portionsgröße. Oder mit anderen Worten: ich hatte noch Hunger. Am Nachbartisch machte sich Jungvolk über Maiskörner mit Frischkäse her, was mich zu einem kleinen Ergänzungshappen animierte. Uns so orderte ich als „Nachschlag“ eine Portion Esquites (9 Euro), eine Art mexikanischer Maissalat, der auch als Streetfood gerne gesnackt wird.
Die zuvor in einer würzigen Brühe gekochten Maiskörner wurden zusammen mit Mayo, Frischkäse, etwas Chilipulver, Koriandersaat, einem Limettenschnitz und vier Totopos (bei uns häufiger als „Nachos“ bezeichnet) auf einem Maisblatt serviert. Esquites - Maissalat "Street Food Style"
Süßlich, süffig und leicht scharf im Abgang verteilten sich die leicht noch leicht knackigen Esquites in den letzten Freiräumen meines Magens.
Danach war ich derart satt, dass ich schweren Herzens auf den fest eingeplanten „Tamal de Chocolate“, einen in Maisblättern gedämpften Maiskuchen mit Zartbitterschokolade, verzichten musste. Das wird beim nächsten Besuch in der Taqueria jedoch nachgeholt. Die Tamales, die Chalupas de Hidalgo und selbstverständlich auch der Birria-Eintopf wollen schließlich auch noch probiert werden…
In Karlsruhe gibt es diverse Möglichkeiten, mexikanisch essen zu gehen. Allen voran das seit 1983 existierende „El Taquito“, in dem ich schon zu Studentenzeiten ab und zu einkehrte. Angeblich handelt es sich bei diesem, alteingesessenen Gastro-Kuriosum um das älteste mexikanische Restaurant unserer Republik.
Mitte November besuchte ich an einem Mittwochabend meinen am Auge operierten Vater im Diakonissenkrankenhaus, das sich im Karlsruher Stadtteil Rüppurr befindet. Nach meinem Besuch stand mir der Sinn nach unkomplizierter Hungerbekämpfung. Ich erinnerte mich an die nicht weit... mehr lesen
Taqueria Taol
Taqueria Taol€-€€€Restaurant0721 20440252Lange Str. 1, 76199 Karlsruhe
3.5 stars -
"Mais, Mais, Baby!" GourmägglerIn Karlsruhe gibt es diverse Möglichkeiten, mexikanisch essen zu gehen. Allen voran das seit 1983 existierende „El Taquito“, in dem ich schon zu Studentenzeiten ab und zu einkehrte. Angeblich handelt es sich bei diesem, alteingesessenen Gastro-Kuriosum um das älteste mexikanische Restaurant unserer Republik.
Mitte November besuchte ich an einem Mittwochabend meinen am Auge operierten Vater im Diakonissenkrankenhaus, das sich im Karlsruher Stadtteil Rüppurr befindet. Nach meinem Besuch stand mir der Sinn nach unkomplizierter Hungerbekämpfung. Ich erinnerte mich an die nicht weit
Geschrieben am 25.02.2026 2026-02-25| Aktualisiert am
28.02.2026
Besucht am 19.05.2025Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 132 EUR
Mitte Mai letzten Jahres verschlug es mich im Rahmen einer Abschlussfahrt der 10.Jahrgangsstufe mal wieder in die Hauptstadt unserer Republik. Am ersten Abend – die Jugendlichen erkundeten in dieser Zeit die Döner- und Falafelbuden unseres Kiezes in Schöneberg – hatten zumindest zwei der vier mitgereisten „Begleitpersonen“ Lust auf Gegrilltes. Man hätte es sich ja denken können, es waren die beiden Mannsbilder…
Da ich das Chicago Williams noch von einem Besuch vor vielen Jahren in bester Erinnerung hatte, reservierte ich dort einen Tisch für zwei Karnivoren und zwei „eingefleischte Vegetareusen“. Von der U-Bahnhaltestelle Wittenbergplatz bis in die Marburger Straße war es nur ein kleiner Spaziergang. Auf einen Abstecher ins KaDeWe mussten wir aus Zeitgründen verzichten – sehr zum Leidwesen der beiden weiblichen Lehrkräfte.
Klar waren die ganz der fleischlosen Kost verschriebenen Damen anfänglich noch etwas skeptisch als wir den seit 2012 die Berliner Fleischfraktion beglückenden, mittlerweile auch mit einer Frankfurter Zweigstelle operierenden Laden in der nicht weit vom Ku’Damm entfernten „Marburger“ betraten.
Doch die entspannte, von zeitgemäßem Industrial-Chic und ein wenig Wild-West-Flair geprägte Atmosphäre sowie die Tatsache, dass hier sogar – wenn auch nur sehr wenig – Vegetarisches auf dem Speisenzettel stand, besänftigte die weiblichen Gemüter unseres Kollegenquartetts dann aber doch recht schnell. Zumal sie den latent „trashigen Charme“ des Ladens ziemlich cool fanden.
Bei der Anmeldung an der Theke gab es einen kleinen Corn-Soup-Shot als warmen „Welcome-Drink“. Bar (jeder Vernunft)
Spätestens als wir Platz genommen hatten und mit dem ersten, gut gekühlten Hellen aus der mit eigenem Logo etikettierten Flasche (0,33l für innerstädtisch noch akzeptable 4,50 Euro) anstießen, Süffiges Hausbier
wich die Anstrengung der langen Anreise (mit dem ICE) und des anschließenden „Welcome Walks“ (inkl. Besuch des Futuriums…).
Um uns herum bestimmte ein auf ausgelassener Geselligkeit beruhender, energiegeladener „Buzzing Vibe“ die Szenerie. An der Decke angebrachte Schallschutzelemente schluckten einen Großteil des Geplappers, aber eben nicht alles. Wir saßen auf einfachem Holzgestühl – wie man es auch in den Klassenräumen weiterführender Schulen häufig vorfindet – an einem langen Holztisch, den wir uns mit einer anderen Gruppe (drei Personen) teilten – „Family Style“ halt. War gut was los an diesem Abend! Ein Blick ins hintere Abteil
Von meinem Platz aus hatte ich den hinter Gitter werkelnden Pitmaster – das Schild „Bitte nicht füttern und streicheln!“ erheiterte nicht nur mich – fest im Blick. An dem vorgelagerten Tresen hätte ich als Alleinesser wohl gerne einen „Counter-Seat“ bezogen. So nach dem Motto „Kannste dir bestimmt watt abkieken“. Der Grillkäfig
Beim Studium des nicht minder hip, aber doch sehr informativ und übersichtlich gestalteten Speiseplans stach den beiden Fleischgesinnten sofort die „Chicago Williams Meat Platter“ für zwei Personen (damals noch für lukrative 58 Euro zu haben – mittlerweile verlangt man dafür 90 Tacken, hat aber auch ein paar BBQ-Leckereien zusätzlich auf der Platte…) ins Auge.
Auch unsere beiden – deutlich jüngeren – Kolleginnen wurden fündig. Dass hier auch der gegrillten bzw. gesmokten Aubergine genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, zeigte eine augenzwinkernde Abbildung der dunklen Eierfrucht an der Wand. Hie rückt man auch ganz ungeniert der Eierfrucht zu Leibe...
Eine der Kolleginnen entschied sich für die „Smoked Eggplant“ (14,50 Euro), die später mit einem bunten Zwiebelmix (eingelegte rote Zwiebeln, Röstzwiebeln und Frühlingslauch), Baba Ganoush (Auberginenpüree), und Granatapfel-Kernen geliefert wurde. Where's the eggplant?
Die andere zog gegrillten grünen Spargel (auch 14,50 Euro) vor (leider habe ich diesen vergessen abzulichten…).
Bei ihr lagen fünf grüne Stangen von ordentlicher Dicke auf einem Bett aus Pankomehl. Darüber ein erklecklicher Klecks Kimizu. Die Japan-Hollandaise schien kurz zuvor mit dem Bunsenbrenner abgeflämmt worden zu sein. Die dunklen, karamellisierten Stellen auf der Oberfläche kündeten jedenfalls davon. Die Kolleginnen waren beide sehr zufrieden mit ihren Veggietellern. In einem ausgewiesenen BBQ-Schuppen absolut keine Selbstverständlichkeit.
Zeitgleich mit dem servierten Grünzeug wurde auf unserer Seite des Tisches ein beachtlicher Nebengrillschauplatz eröffnet. Mit dem „Ribster“ zu meiner Linken hatte ich mich auf die reich belegte „CWMP“ für zwei gestandene Fleischverputzer geeinigt. Und die aus dem texanischen Smoker geholten, auf einer Art Kantinentablett – „an absolute must for every BBQ-Lover…“ (Zitat aus der Speisenkarte) – drapierten „Rauchwaren“ konnten sich durchaus sehen lassen. Für BBQ-Fans ein Festmahl!
Neben einem stattlichen Pulled-Pork-Hügel und einem halben Freilandhähnchen, hatten es sich noch ein mit hausgemachter BBQ-Sauce bepinseltes Spare-Ribs-Rack und zwei dicke Scheiben Truthahnbrust mit Pfefferrand auf dem Alu-Rechteck gemütlich gemacht. Gepickelte, rote Zwiebeln, ein Klecks Apfelmus (unter den Rippchen) und ein Häufchen Jalapenos ergänzten die aufs Wesentliche reduzierte Fleischplatte für Zwei. Die Meat-Platter (am Pass abgelichtet)
Ein paar Pommes, die hier selbstverständlich unter dem Namen „French Fries“ (6,50 Euro) firmierten, sowie eine kleine Auflaufform mit gratinierten Käse-Maccheroni (mit Pankomehl…), die nicht nur der gelernte Sizzle-Brother als „Mac & Cheese“ (7,50 Euro) bezeichnen bzw. bestellen würde. Da hatten wir also ganz schön was vor…
Die nicht zu dünnen, teilweise noch mit Schale aus der Fritteuse geangelten Erdapfelstäbe operierten hart an der oberen Salzgrenze. Die Pommes - Satt- und Durstigmacher in einem!
Da war das zweite Helle nur eine Frage der Zeit. Die Maccheroni-Al-Forno grüßten dagegen mit der geballten Gratinkäsemacht aus der ovalen Auflaufform. Das Kalorienzählen mussten wir notgedrungen auf den nächsten Tag verschieben (was nur teilweise gelang…). Für ganz Hungrige noch ein "leichtes" Nudelgratin...
„Nur nicht im opulenten Beilagenwald verirren!“ lautete die Devise der beiden angehenden Plattenputzer. Dies wäre in der Tat ein Riesenfehler gewesen, denn die saftig-zarten Ergebnisse der hier sehr erfolgreich angewendeten „Low & Slow-Garmethode“ konnten sich wahrlich schmecken lassen. Bis zu 18 Stunden hatten die förmlich im Mund schmelzenden Schweinereien (und Hühnereien) bei niedrigen Temperaturen im Rauch verbracht. Unsere Meat-Platter für Zwei
Ob der Pitmeister zur süffigen Unterfütterung des gezupften Fleisches aus der Schweineschulter nun Apfelsaft oder Brühe verwendete, um es in solch ein zartfaseriges „Etwas“ zu verwandeln, ist mir nicht bekannt. Sein vollmundiger und leicht süßlicher Geschmack hat uns jedenfalls begeistert. Auch habe ich selten ein saftigeres Stück Truthahnbrust vorgesetzt bekommen. Die Jungs von der Räucherkammer verstanden ihr Handwerk – so viel stand schnell fest. Ribs & Huhn & Pork'n'Roll!
Der überraschende Favorit auf unserer Platte war doch tatsächlich die bessere Hälfte vom Freilandhähnchen. Mit seiner saftigen Fleischqualität konnte selbst Captain Kikok nicht mithalten. Auch hier machte ein subtiler Rauchgeschmack den kleinen, aber feinen Unterschied. Da war der geflügelte Vorname von Herrn Williams („Chick-ago“) doch tatsächlich Programm. Echt fantastisch, diese „Brat-Side of the Huhn“…
Auch am Rib-Rack gab es nicht das Geringste zu beanstanden. Mit Knochen im klassischen BBQ-Zuschnitt serviert, wussten die mit angenehm essigsaurer BBQ-Sauce bestrichenen Schweinerippen aus dem Smoker zu gefallen. Das mürbe Fleisch fiel quasi vom Knochen. Zusammen mit dem würzigen Rub, der es an der Oberfläche leicht karamellisiert hatte – wahrscheinlich vom Kurzaufenthalt auf dem Grill – war dies ein klares Rippenbekenntnis!
Bei einem Besuch der Nassräume fielen mir die vielen Aufkleber rund ums Waschbecken auf. Nur fehlte da noch einer aus der Pfalz. Ein aus Krankheitsgründen daheimgebliebener Schüler (FCK-Fan) hatte mich im Vorfeld mit genügend teuflischem Klebematerial in Rot-Weiß versorgt. Ich musste ihm diesen Gefallen einfach tun und konnte deshalb gar nicht anders, als an die „uneinnehmbare“ Bastion „Betzenberg“ zu erinnern… Sind wir nicht alle ein bisschen "Betzenberg"?
Das gemeinsame „Angrillen“ in Ku’Dammnähe Mitte Mai kann als durchaus gelungen betrachtet werden. Auch unseren beiden Kolleginnen taugte der Abend in Sachen Kulinarik (und natürlich Gesellschaft!) und so konnten wir gut gestärkt am nächsten Tag den Besuch des ehemaligen Stasigefängnisses in Hohenschönhausen angehen. Vom Spontanbesuch bei einem sehr guten Schöneberger Thai-Restaurant erzähle ich euch dann beim nächsten Mal.
Mitte Mai letzten Jahres verschlug es mich im Rahmen einer Abschlussfahrt der 10.Jahrgangsstufe mal wieder in die Hauptstadt unserer Republik. Am ersten Abend – die Jugendlichen erkundeten in dieser Zeit die Döner- und Falafelbuden unseres Kiezes in Schöneberg – hatten zumindest zwei der vier mitgereisten „Begleitpersonen“ Lust auf Gegrilltes. Man hätte es sich ja denken können, es waren die beiden Mannsbilder…
Da ich das Chicago Williams noch von einem Besuch vor vielen Jahren in bester Erinnerung hatte, reservierte ich dort einen... mehr lesen
Steakhouse Chicago Williams BBQ
Steakhouse Chicago Williams BBQ€-€€€Restaurant, Steakhouse03028042422Marburger Straße 16, 10789 Berlin
4.0 stars -
"Seriöser Nebengrillschauplatz in quirliger Karnivoren-Kantine" GourmägglerMitte Mai letzten Jahres verschlug es mich im Rahmen einer Abschlussfahrt der 10.Jahrgangsstufe mal wieder in die Hauptstadt unserer Republik. Am ersten Abend – die Jugendlichen erkundeten in dieser Zeit die Döner- und Falafelbuden unseres Kiezes in Schöneberg – hatten zumindest zwei der vier mitgereisten „Begleitpersonen“ Lust auf Gegrilltes. Man hätte es sich ja denken können, es waren die beiden Mannsbilder…
Da ich das Chicago Williams noch von einem Besuch vor vielen Jahren in bester Erinnerung hatte, reservierte ich dort einen
Geschrieben am 24.01.2026 2026-01-24| Aktualisiert am
24.01.2026
Besucht am 22.11.2025Besuchszeit: Abendessen
Nach wie vor erfreut sich dieser quirlige italienische Teigfladen- und Pastatempel in der Landauer Trappengasse einer großen Beliebtheit. Im letzten Jahr kehrte ich hier zweimal ein. Anfang April mit der Wörther Futtertruppe und Ende November mit Frau und Kind. Blick von draußen ins Innere
Vom „Sapori“, wie viele das seit 2010 von der Familie Orsini betriebene Lokal in Kurzform auch nennen, habe ich lange nicht mehr berichtet. Das liegt in erster Linie an der Tatsache, dass ich seit unserem Umzug nach Wörth viel seltener in Landau weile. Und wenn ich dann mal vor Ort war und Zeit für eine Spontaneinkehr in dem trubeligen Ristorante hatte, war dieses entweder geschlossen oder alle Plätze waren belegt.
Insofern ist es immer ratsam, vorher anzurufen, um auch sicher einen Tisch zu bekommen. Da wir Anfang April zu fünft dort aufschlagen wollten, hatte ich bereits ein paar Tage zuvor die Plätze per Telefon klargemacht. Und so saßen wir an jenem frühlingshaften Mittwochabend kurz vor den bald beginnenden Osterferien in voller Clubstärke auf den unbequemen Holzstühlen und atmeten den appetitanregenden, würzig-mediterranen Pizzadunst, der aus dem nicht weit entfernten Ofen drang, in erwartungsvoller Vorfreude auf die stets verlässliche Cucina der Orsinis ein.
Der Geräuschpegel im Lokal hatte die normale „Schallhöhe“ längt erreicht. Man musste also schon ein wenig die Stimme erheben, um sich einer funktionierenden Tischkonversation sicher zu sein. Aber das gehört einfach zu dieser lebhaften Trattoria wie die Salume in deren Feinkostauslage, die hier übrigens richtig gut sortiert ist.
Inhaber Dario Orsini, der wie immer vor dem heißen Pizzaofen die deftigen Scheiben zubereitete, grüßte freundlich in unsere Runde. Bald hatte sich Servicechef Italo, der Sohn des Pizzaiolos, zu uns gesellt und nahm im gewohnten Stakkato unsere Bestellungen entgegen.
Inspiriert von den Schiefertafeln mit den Al-Forno-Klassikern oben an der Wand, den an der Plexiglasscheibe vor dem Pizza-Abteil angebrachten Plakaten mit den „Außer-der-Reihe-Angeboten“ und dem Standardrepertoire von der aufklappbaren Karte, wählten wir uns einmal quer durchs gut aufgestellte Pizza-Pasta-Programm der sympathischen „Saporianer“. Ort der (wohlgebackenen) Tat
Den mit reichlich Parmaschinken, Rucola und Parmesan gesegneten Büffelmozzarella-Salat (17 Euro) musste ich mit einem meiner Kollegen teilen, denn der ist von der Menge her eher wie ein Hauptgericht portioniert. Mit dem Büffel nach Parma
Wegen den gebotenen Großformaten hat Salat-Sharing im „Sapori“ übrigens Tradition.
Ende November teilte ich mir mit meiner Gattin einen stattlichen „Italienischen“ (10 Euro). Und auch da war die Zufriedenheit mit dem knackfrischen, mit Schinken, Tomaten, Gurken, Karotten und Käse veredelten Blattgrün sehr hoch. Besonders das würzige Essig-Öl-Dressing sei an dieser Stelle positiv erwähnt, denn es brachte ordentlich viel Schmackes in den bunten Salathügel. Der frische Italiener
Doch zurück zum Besuch in kollegialer Schlemmerrunde im April. Allein die unter dem Schinkendach lauernde Menge an cremig-weichem Büffelmozzarella, dem Tofu des mediterranen Südens, musste bei unserem Vorspeisensalat erst einmal bewältigt werden, was gar keine so leichte Aufgabe war. Einfach mal aus dem Vollen büffeln!
Gut vorgesättigt ging es für mich danach mit den Strozzapreti ai Frutti di Mare (19 Euro) weiter.
Auch zwei andere Tischgenossen hatten sich eine Vorspeise geteilt. Im „Sapori“ bietet man auch eine kleine Auswahl an herzhaft belegten Fladenbroten, den sogenannte Pucce, an. Italo-Kebap
Die Version mit dünn aufgeschnittenem Spanferkelrollbraten, Käse, Salat und einer hellen (Salat)Sauce (8 Euro) kam jedenfalls als veritables „Italo-Sandwich“ bei den beiden bekennenden „Puccisten“ gut an.
Zeitgleich mit meiner Meeresfrüchte-Pasta wurden drei Pizzen und ein Jägerschnitzel mit Pommes Frites (17,50 Euro) serviert. Die drei deftigen, ausreichend tomatisierten Hefeteigerzeugnisse in Wagenradgröße hörten auf die Namen „Italo“ (mit Thunfisch, Zwiebeln, Kapern, scharfer Peperoni und Oregano / 14 Euro), „Prosciutto“ (mit Thunfisch zusätzlich / 12 Euro) und „Clarissa“ (mit Salami und frischen Champignons / 13 Euro) und schienen wie aus dem Lehrbuch für italienische Teigfladenoptik entnommen. Benannt nach dem Sohnemann - die Pizza Italo
Sie zeichneten sich alle durch eine schöne Saftigkeit aus. Die verwendete Tomatenbasis hatte wie immer ordentlich viel Schmackes. Und der nette Pizzaiolo spart auch nicht bei den übrigen Belagzutaten. Pizza "Proscionno" (Marke Eigenbau)
Der außen knusprige und innen angenehm luftige Boden überzeugte auf ganzer Linie. Er hatte genau die richtige Dicke vorzuweisen und geriet auch am Rand wunderbar kross. Pizza Clarissa - zweifellos ein Hingucker!
Wer hier watteweiche Teigpolster im Schlauchbootformat à la Neapolitana erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Freunde gut durchgebackener Rustikalscheiben hingegen können bei den Orsinis ungeniert ihren Spachteldrang besänftigen. Und das taten die drei Pizza-Enthusiasten an unserem Tisch mit Bravour.
Auch der notorische Schnitzelesser in unserer Runde lobte sein mit reichlich Sauce überdecktes, schnörkelloses Panierstück vom Schwein, das er sich zusammen mit einer beachtlichen Portion Pommes Frites und einer stramm durchsoßten Champignon-Paprika-Zwiebel-Haube schmecken ließ. Gibt's auch beim Italiener...
Gut, dass er keine Vorspeise bestellt hatte. Der Komplettverzehr dieses gutbürgerlichen Redundanzgerichts wäre wohl in Gefahr geraten. So mancher Jäger wäre wohl nach der Bewältigung dieser reichbedeckten Schnitzelei nicht mehr den Hochsitz hochgekommen. Tadelloses Sößchen vom italienischen Jäger
Da lobte ich mir doch die leichte Pastaküche mit Meerblick, die mir meine teiggewordenen und danach in perfektem „Al-Dente“ auf dem Teller gelandeten „Priesterwürger“ (= Strozzapreti) bescherten. Wenn der teiggewordene "Priester" genüsslich die Meeresfrüchte würgt...
Klar, die dafür aufgerufenen 19 Euronen waren schon eine recht sportliche Ansage ans eigene Portemonnaie, aber die großzügige Ausstattung mit qualitativ hochwertigen Meeresfrüchten rechtfertigte die pekuniären Mittel allemal. Pulpo, Miesmuscheln, Garnelen kamen ausreichend knobliert und mit einem aromatischen Tomatensugo süffig unterfüttert auf den nicht gerade kleinen Glasteller in passender Fischform. Beeindruckender Anteil an Meeresfrüchten
Beim Besuch mit meiner Familie waren es übrigens die frischen Miesmuscheln mit Spaghetti (19,90 Euro), die mir den Abend retteten. Selbstverständlich wurde auch diese formidable „Moules-Pâtes-Liaison“ mit der gleichen, astreinen Tomatensauce veredelt wie ein halbes Jahr zuvor meine Strozzapreti.
Keine leichte Aufgabe, zu dem Miesmuschelberg vom Volumen eines mittelgroßen Kochtopfs noch einen ansehnlichen Spaghetti-Hügel zu verdrücken. Die Nudeln waren zwar nicht hausgemacht, ließen sich aber mit wahrnehmbarer Bissfestigkeit um die Gabel wickeln. Die fruchtig-pikante Tomatentunke ließ auf die Verwendung reifer Zutaten schließen. Ein Teller voll Glückseligkeit, der außerdem ordentlich sättigte. Miesmuscheln mit Spaghetti (oder umgekehrt?)
Auch meine beiden Damen genossen ihre Leckereien aus Pfanne und Ofen. Das Töchterchen knabberte mit Inbrunst an ihrer Pizza Margherita (10 Euro), von der wir am Folgetag die erkalteten, aber nicht weniger schmackhaften Reste vertilgten. Pizza Margherita (ohne die zuvor aus der Mitte entwendete Olive)
Und die Spaghetti Carbonara (12 Euro), die sich meine Gattin einverleibte, waren auch nicht gerade von schlechten „Köhlern“. Sattmacher nach Köhler-Art
Es beeindruckt mich immer wieder, wie man diesen Inbegriff italienischer Pasta-Saturiertheit komplett verdrücken kann. Aber mit genügend San Pellegrino aus der Dreiviertelliterflasche (5,50 Euro) kann Frau es schaffen.
Auf ein Tiramisu (5 Euro), das ich mir bei der Einkehr mit den Kollegen im April dann doch nicht nehmen ließ, Kalorienquader meines Vertrauens
verzichteten wir jedoch aus reinem Platzmangel in der Magengegend. Dieser herrschte mittlerweile auch im Gastraum, weshalb sich etliche Spontanbesucher (ohne Reservierung) unbestellter Dinge eine Alternative suchen mussten, da mal wieder alle Tische belegt oder ausreserviert waren.
Möge der trubelige Laden der fleißigen Apulier weiterhin so brummen. Die Qualität der Speisen stimmt nach wie vor. Da lassen sich auch die paar Euro mehr für das ein oder andere Gericht verschmerzen.
Für romantisch veranlagte Pizza- und Pastagänger ist die quirlige Trattoria vielleicht nicht unbedingt die erste Wahl fürs erste Date. Und auch ungeduldige Gäste mit knappem Zeitfenster werden wahrscheinlich wegen der manchmal etwas längeren Wartezeiten aufs Essen schnell nervös. Dafür wird hier alles frisch gekocht bzw. gebacken.
Wir gehen jedenfalls immer noch sehr gerne in diesen durch und durch italienischen Laden in der Landauer Trappengasse, in dem sich die „sapori d’Italia“ auf so unterschiedliche Art und Weise inhalieren lassen. Insofern ist hier jeder Besuch wie ein kleiner kulinarischer Kurztrip über die Alpen.
Nach wie vor erfreut sich dieser quirlige italienische Teigfladen- und Pastatempel in der Landauer Trappengasse einer großen Beliebtheit. Im letzten Jahr kehrte ich hier zweimal ein. Anfang April mit der Wörther Futtertruppe und Ende November mit Frau und Kind.
Vom „Sapori“, wie viele das seit 2010 von der Familie Orsini betriebene Lokal in Kurzform auch nennen, habe ich lange nicht mehr berichtet. Das liegt in erster Linie an der Tatsache, dass ich seit unserem Umzug nach Wörth viel seltener in... mehr lesen
Ristorante Sapori d'Italia
Ristorante Sapori d'Italia€-€€€Trattoria, Pizzeria063417029991Trappengasse 18, 76829 Landau in der Pfalz
4.0 stars -
"Wo Landau gerne italienisch is(s)t" GourmägglerNach wie vor erfreut sich dieser quirlige italienische Teigfladen- und Pastatempel in der Landauer Trappengasse einer großen Beliebtheit. Im letzten Jahr kehrte ich hier zweimal ein. Anfang April mit der Wörther Futtertruppe und Ende November mit Frau und Kind.
Vom „Sapori“, wie viele das seit 2010 von der Familie Orsini betriebene Lokal in Kurzform auch nennen, habe ich lange nicht mehr berichtet. Das liegt in erster Linie an der Tatsache, dass ich seit unserem Umzug nach Wörth viel seltener in
Besucht am 01.11.2025Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 29 EUR
In dem zur Verbandsgemeinde Hagenbach zählenden Ort Berg, den ich jedes Mal auf der Fahrt ins direkt an der Grenze gelegene, elsässische Lauterbourg passiere, befindet sich seit rund 43 (!) Jahren eine gutbürgerliche Einkehradresse, die nur von Freitag bis Sonntag geöffnet ist.
Die Rede ist von der „Alten Schmiede“, die seit 1982 von der Familie Schwarz geführt wird. Mittlerweile hat hier der Sohn Christian Schwarz das Sagen. Seine Eltern Ursula und Erwin helfen aber immer noch gerne mit. Egal, ob im Service oder in der Küche.
Fleischesser aus der Umgebung (aber auch aus dem Badischen) schätzen die urige Dorfwirtschaft aufgrund ihrer „ordentlichen Portionen“ bei den Rumpsteaks und Schnitzelvariationen. Aber auch die Käsespätzle sollen hier angeblich besonders gut schmecken. Meine letzte Einkehr lag mindestens 20 Jahre zurück. An das Verzehrte von damals konnte ich mich jedoch beim besten Willen nicht mehr erinnern.
An Allerheiligen, das in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, gähnte mich der heimische Kühlschrank frugal von der Seite an. Gattin und Töchterchen waren zu müde, um noch einen abendlichen Restaurantbesuch in Betracht zu ziehen. Da rief ich spontan in der „Alten Schmiede“ an und machte mich allein auf den Weg nach Berg.
Ich parkte direkt vor dem Haus, das von außen wie ein etwas zu groß geratenes Wohnhaus wirkt. Drinnen war im Hauptgastraum einiges los. Man platzierte mich im Nebenzimmer, das auch keinen ungemütlichen Eindruck machte.
Der Terracotta-Fliesenboden aus der guten alten Zeit störte nicht weiter. Die einfachen Holztische waren in crèmefarbenes Leinen gehüllt. Rustikale Gastraum-Nostalgie
Ein nostalgischer Kachelofen grüßte stumm von Gegenüber. Ein alter Amboss wies auf die damalige Nutzung der Räumlichkeiten hin.
Ein auf sympathische Art antiquiert anmutendes Ambiente, in dem ich rückblickend durchaus auch meine Erstkommunion oder meine Firmung hätte feiern können. Ansicht Nebenraum
Die Chefin, Frau Ursula Schwarz, versorgte mich zeitnah mit der Speisenkarte, auf deren ersten Seite mit Kürbissuppe, Sauerbraten, Putengeschnetzeltem an Gorgonzolasauce und Hirschbraten in Pfifferlingrahmsauce und handgeschabten Spätzle eine kleine Auswahl an Empfehlungen gelistet war.
Bei den Schnecken in Knoblauchsauce huldigte man der Nähe zum Elsass. Die Brühe mit Markklößchen klang dagegen wie nach längst vergessener, gutbürgerlicher Supp-Kultur. Das Rumpsteak gab es in drei Varianten (mit Zwiebeln, mit Kräuterbutter oder in Knoblauchsauce). Das Schweinefilet badete entweder in Pfefferrahmsauce oder wurde als „Williams“ mit Birne und Cambozola-Blauschimmelkäse überbacken angeboten.
Schnitzel vom Schwein, Geschnetzeltes vom Schwein und Rind sowie ein in Ei gebackenes Zanderfilet komplettierten das nicht übermäßig große Angebot an deftigen Gutbürgerlichkeiten. Ach so, fast hätte ich es vergessen. Die Tiroler Käsespätzle – wir sind ja schließlich in Berg! (Kalauer…) – wurden hier mit Speck annonciert.
Ein Teil der zuvor georderten Flasche Peterstaler Mineralwasser (0,75l) blubberte bald für faire 3,90 Euro in meinem Glas. Die anderen Getränkepreise waren genauso gastfreundlich kalkuliert. Der halbe Liter Bellheimer Lord-Pils belief sich auf 4,20 Euro, eine große Apfelsaftschorle (0,5l) war für nachvollziehbare 3,90 Euro zu haben.
Auch die Preise fürs Essen waren keinesfalls unverschämt oder überzogen. Ganz im Gegenteil, hier bekommt man sein Rumpsteak mit Pommes- oder Krokettenbeilage noch für rund 25 Euro serviert. Das Jägerschnitzel mit Kroketten ist sogar schon für schmale 14 Euro zu haben. Und die Qualität scheint ja zu stimmen, sonst würde sich dieses Lokal nicht schon so lange halten.
Als Freund orangefarbener Herbstgewächse, kam mir das unter einem ordentlichen Schuss Sahne versteckte Kürbissüppchen (4,50 Euro) gerade Recht. Where's the pumpkin?
Da wäre zwar etwas weniger Sprührahm mehr gewesen, aber die mit Kürbiskernöl und Kürbiskernen verfeinerte Terrine ließ sich ganz gut weglöffeln. Ein wärmendes, durchaus anständiges Süppchen, das ich mir da vorweg eingebrockt hatte. Zusammen mit ein wenig Baguette genossen, hielt es den ersten Hunger gut in Schach.
Weiter ging es mit dem in Pfifferlingrahmsauce schwimmenden Hirschbraten (21,30 Euro), dem man eine erkleckliche Spätzle-Portion vom Brett an die Seite geschabt hatte. Hirsch mit Sooß unn Spätzle
Die fluffigen Teigwaren aus Eiern und Mehl fanden in der Rahmsauce ihren ädaquaten Partner. Schade nur, dass es sich bei den Pfifferlingen nicht um frische Exemplare handelte. Die kamen definitiv aus dem Glas, weshalb ihnen jeglicher Biss fehlte. Diese schwammige Konsistenz mag ich bei Pilzen generell nicht.
Das lange geschmorte Fleisch vom heimischen Geweihträger geriet dagegen tadellos und hatte eine angenehme, nicht allzu zarte Textur. Auch von der Menge her passte dieser solide aufs Porzellan gebrachte Hubertusteller. Auf ein Dessert verzichtete ich genauso wie auf einen kräftigen Rotwein.
Den würde ich aber beim nächsten Besuch – dann aber mit der Familie, denn beide Damen können zu guten Spätzle nicht nein sagen – zu einem medium rare gebratenen Rumpsteak mit Kräuterbutter durchaus in Erwägung ziehen.
Für Fleischfreunde und Spätzle-Spezis ist die „Alte Schmiede“ in Berg zweifellos eine Empfehlung. An robuster Hausmannskost in bodenständig-rustikaler Umgebung ist schließlich nichts auszusetzen. Und bei den dafür aufgerufenen Preisen übrigens auch nicht. Ein Besuch im Sommer mit dem Rad ist schon in Planung.
In dem zur Verbandsgemeinde Hagenbach zählenden Ort Berg, den ich jedes Mal auf der Fahrt ins direkt an der Grenze gelegene, elsässische Lauterbourg passiere, befindet sich seit rund 43 (!) Jahren eine gutbürgerliche Einkehradresse, die nur von Freitag bis Sonntag geöffnet ist.
Die Rede ist von der „Alten Schmiede“, die seit 1982 von der Familie Schwarz geführt wird. Mittlerweile hat hier der Sohn Christian Schwarz das Sagen. Seine Eltern Ursula und Erwin helfen aber immer noch gerne mit. Egal, ob... mehr lesen
Zur alten Schmiede
Zur alten Schmiede€-€€€Gasthaus07273 3896Ludwigstraße 11d, 76768 Berg (Pfalz)
4.0 stars -
"Solide deutsche Hausmannskost zu sehr fairen Preisen" GourmägglerIn dem zur Verbandsgemeinde Hagenbach zählenden Ort Berg, den ich jedes Mal auf der Fahrt ins direkt an der Grenze gelegene, elsässische Lauterbourg passiere, befindet sich seit rund 43 (!) Jahren eine gutbürgerliche Einkehradresse, die nur von Freitag bis Sonntag geöffnet ist.
Die Rede ist von der „Alten Schmiede“, die seit 1982 von der Familie Schwarz geführt wird. Mittlerweile hat hier der Sohn Christian Schwarz das Sagen. Seine Eltern Ursula und Erwin helfen aber immer noch gerne mit. Egal, ob
Geschrieben am 11.01.2026 2026-01-11| Aktualisiert am
11.01.2026
Besucht am 05.06.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 85 EUR
Anfang Juni kehrte ich nach längerer Abstinenz mal wieder im Neupotzer „Karpfen“ ein. Ich hatte einen Kollegen unseres Wörther Schlemmerclubs im Schlepptau und wir beide schätzen sowohl die familiäre Atmosphäre als auch die geradlinige Hausmannskost, die hier seit vielen Jahren in dem beliebten Ortsgasthof aufgetischt wird.
Dieser ist bereits seit über einem Jahrhundert im Besitz der Familie Gehrlein. In den rustikal-gemütlichen Räumlichkeiten wird heute mehr denn je auf Regionalität, Qualität und frische Zubereitung gesetzt, was dem sympathischen Familienbetrieb Jahr für Jahr einen festen Platz im Slowfood-Genussführer einbringt.
Also machten wir uns auf in das an einer Altrheinschlinge gelegene 1900-Seelendorf Neupotz, in dessen schmuckem Ortskern der „Karpfen“ beheimatet ist. Ein Parkplatz findet sich eigentlich immer. Zur Not muss man halt ein paar Schritte bis zum Lokal in Kauf nehmen. Das taten auch wir an diesem angenehm warmen Donnerstagabend Anfang Juni.
Ein bereits im Vorfeld reservierter Tisch für zwei Personen wartete direkt neben der Theke auf uns. Ein ruhiger Platz in Fensternähe, der vertrauliche Tischgespräche erlaubte und von dem aus wir trotzdem einen guten Überblick auf die Szenerie des putzig möblierten Gastraums hatten. Der Gastraum - eine liebenswerte Erinnerung an alte Zeiten
Der Andrang hielt sich an jenem Abend in Grenzen. Die meisten Gäste waren „ältere Semester“, die dem guten Ruf des Hauses wahrscheinlich schon viele Jahre treu folgen.
Eine junge Dame war an diesem Abend für den Service verantwortlich. Sie versorgte uns zeitnah mit dem Speisenprogramm, dessen Standardangebot um eine spargellastige Tageskarte erweitert wurde. Den Spargel aus dem nicht weit entfernten Rheinzabern konnte man mit Schnitzel (vom Schwein oder vom Kalb), paniertem Zanderfilet oder Kalbssteak (natur) kombinieren. Selbstverständlich zusammen mit Salzkartoffeln und Sauce Hollandaise (oder Butter).
Obwohl ich selbst kein großer Freund des Stangengemüses bin, esse ich während der Saison doch gerne mal ein Spargelcrèmesüppchen. Die 7,50 Euro würden für die Terrine „von der Stange“ sicherlich gut angelegt sein. Da war ich mir sicher. Auch mein Kollege entschied sich für diesen saisonalen Leckerbissen als Vorspeise.
Mich holte an diesem Abend der Rehbraten an Wacholdersauce mit Butterspätzle und kleinem Beilagensalat (26,50 Euro) am meisten ab. Der Kollege unterlag dagegen der gebackenen Fischversuchung und orderte das panierte Zanderfilet mit Pommes Frites und Salat (21,50 Euro). Denn auch im „Karpfen“ lässt es sich gut zandern. Wir befanden uns ja schließlich in Neupotz.
Mit einem frisch gezapften Schoppen Silber-Pils von der Bellheimer Brauerei (5,20 Euro) und einem Radler (0,4l für 4,20 Euro) kümmerte man sich flott um unseren Durst.
Bald sollten die beiden Spargelsuppen folgen. Prima Spargelsüppchen...
Allein schon optisch erinnerten sie an frühere Zeiten, da sie – wie wahrscheinlich schon vor vielen Jahren – in altmodisch bemalten Suppentassen serviert wurden. Sie waren das Produkt grundsoliden Küchenhandwerks und hatten neben ihrem feinen Spargelgeschmack auch ordentlich viel feste Einlage zu bieten. ...mit ordentlich was drin!
Die darin enthaltenen, mundgerecht geschnittenen Spargelstücke hatten noch leichten Biss. Die sämige, helle Tunke war sicherlich das Ergebnis einer klassischen Mehlschwitze, fiel jedoch nicht besonders mächtig aus. Das war auch gut so, denn für unsere Hauptgänge sollten ja auch noch Magenkapazitäten vorhanden sein.
Zu unseren Hauptgerichten wurde ein ganz „oldschool“ angemachter grüner Blattsalat mit dem üblichen Rohkostfundament gereicht. Beilagensalat zum Rehbraten
Der kam uns als zwischenzeitliche Erfrischung nach der heißen Suppe gerade recht. Die nächste „Radler-Welle“ mit Bier aus Bellheimer Landen hatte da gerade das Fass via Zapfhahn verlassen und wurde von der freundlichen Bedienung fürsorglich in Griffweite platziert.
Dass man hier auch einen vorbildlich panierten und danach fachgerecht frittierten Zander vorgesetzt bekommt, ist kein Geheimnis. Da darf sich der Laie nicht vom Namen des Lokals in die Irre führen lassen. Auf dem Teller meines Kollegen glänzte das panierte Gold des Altrheins in dreifacher Ausführung. Paniertes und gebackenes Zanderfilet
Selbstverständlich lagen die wohlfrittierten Prachtstücke auf einer etwas altbacken wirkenden Verzehrplatte von anno dazumal. Gehört sich im „Karpfen“ halt so. Fritten und Remouladensoße wurden separat mitgeliefert. Mein Tischgenosse lobte Panierung und Würzung seines saftigen Backfischs. Selbst Captain Iglo hätte sich nach dem ersten Bissen vor Begeisterung die „Stäbchenfrage“ gestellt.
Auch ich war von meinem großzügig portionierten Wildgericht begeistert. Die nicht gerade schüchtern angegossene, dunkle Wacholdersauce hatte ordentlichen Wumms und die drei amtlichen Tranchen vom zart geschmorten Rehbraten machten ebenfalls eine gute Figur. Beim Rehbraten herrschte wahrlich kein Soßenmangel
Da hätte es die leider immer viel zu süß ausfallenden Preiselbeeren und insbesondere die eingemachten Birnen aus Oma Gehrleins Garten gar nicht gebraucht, um diesen zünftigen Hubertusteller mit einer gehörigen Ladung Spätzle zu zelebrieren. Aufgespätzelter Rehbraten
Bereits nach dem ersten Bissen war klar, dass im „Karpfen“ nach wie vor nach allen Regeln der hausmannsköstlichen Kochkunst geklotzt statt gekleckert wird. Und das alles ohne die in Lokalen mit gutbürgerlicher, deutscher Küche häufig anzutreffende Verwendung von Pülverchen und Fertigprodukten. Einen guten Hunger sollte man bei den hier gebotenen Portionsgrößen allerdings mitbringen oder halt auf eine Vorspeise verzichten.
Wenn es um ehrlich gekochte Hausmannskost mit Fischschwerpunkt geht, darf man den Neupotzer „Karpfen“ nach wie vor auf der Rechnung haben. Gastronomischer Anspruch und kulinarische Wirklichkeit klaffen hier nicht auseinander. Zwar ist das Gebotene nicht ganz so raffiniert zubereitet wie bei den nicht weit entfernten Toplokalen „Lamm“ und „Hardtwald“, aber auch hier stimmt die Qualität der Produkte, die nahezu komplett aus der Umgebung stammen.
Für gutbürgerlich gesinnte Gastro-Nostalgiker und kulinarische Kinder der 80er ist diese im besten regionalen und saisonalen Sinne betriebene Dorfwirtschaft sicherlich eine Empfehlung. Ein fundiert zubereitetes Essen wie zu Omas Zeiten schmeckt schließlich nicht nur den Ewiggestrigen.
Anfang Juni kehrte ich nach längerer Abstinenz mal wieder im Neupotzer „Karpfen“ ein. Ich hatte einen Kollegen unseres Wörther Schlemmerclubs im Schlepptau und wir beide schätzen sowohl die familiäre Atmosphäre als auch die geradlinige Hausmannskost, die hier seit vielen Jahren in dem beliebten Ortsgasthof aufgetischt wird.
Dieser ist bereits seit über einem Jahrhundert im Besitz der Familie Gehrlein. In den rustikal-gemütlichen Räumlichkeiten wird heute mehr denn je auf Regionalität, Qualität und frische Zubereitung gesetzt, was dem sympathischen Familienbetrieb Jahr für Jahr... mehr lesen
Gasthaus Zum Karpfen
Gasthaus Zum Karpfen€-€€€Gasthaus07272 2198Hauptstraße 1, 76777 Neupotz
4.0 stars -
"Neupotzer Gastro-Kuriosum: Wo Karpfen draufsteht, ist manchmal Zander drin!" GourmägglerAnfang Juni kehrte ich nach längerer Abstinenz mal wieder im Neupotzer „Karpfen“ ein. Ich hatte einen Kollegen unseres Wörther Schlemmerclubs im Schlepptau und wir beide schätzen sowohl die familiäre Atmosphäre als auch die geradlinige Hausmannskost, die hier seit vielen Jahren in dem beliebten Ortsgasthof aufgetischt wird.
Dieser ist bereits seit über einem Jahrhundert im Besitz der Familie Gehrlein. In den rustikal-gemütlichen Räumlichkeiten wird heute mehr denn je auf Regionalität, Qualität und frische Zubereitung gesetzt, was dem sympathischen Familienbetrieb Jahr für Jahr
Besucht am 12.06.2025Besuchszeit: Abendessen 5 Personen
Rechnungsbetrag: 176 EUR
Mitte Juni präsentierte sich die Pfalz gewohnt hochsommerlich warm. Somit konnte das längst fällige Abendessen mit den Wörther Schlemmerkollegen unter freiem Himmel stattfinden. Unser präsidialer Obergaumen hatte das Gasthaus „Zum Logel“ als Einkehradresse auserkoren und einen Tisch für fünf Personen auf deren lauschiger Terrasse reserviert. Eingangsbereich
Schön, dass Inhaber Helmut Götz und sein Team seit Oktober 2020 wieder zurück in dem altehrwürdigen Gemäuer in der Hainfelder Kirchgasse sind. Nach dem verheerenden Brand Ende 2018 und der Übergangszeit im Ausweichquartier am Ortsrand (ich berichtete vor ein paar Jahren…) in der Roschbacherstraße – ach ja, die Corona-Zeit hatte man auch noch zu überstehen – ist es eigentlich ein kleines gastronomisches Wunder, dass es diese beliebte Adresse für ambitioniert vorgetragene Hausmannskost überhaupt noch gibt. Das hübsch eingerahmte Speisenprogramm
Hungrig und gespannt machten wir uns auf den Weg in Richtung Pfälzer Weinstraße, an der das schmucke Örtchen Hainfeld liegt. Das Parken im Ortskern gestaltete sich völlig unproblematisch. Vom Parkplatz aus war es nur ein kurzer Fußweg zum Lokal. Schon von außen wirkte das rebenberankte, mit jeder Menge Topfgrün geschmückte Sandsteingebäude sehr einladend. Auferstanden aus Brandruinen...
Und auch drinnen hieß uns das „neue Logel“ auf gepflegt herzliche Art und Weise willkommen. Gediegenes Weinstubenambiente
Doch was versteht man eigentlich unter einem „Logel“? So mancher Pfälzer Winzer trägt diese Traubenbütte bei der Weinlese auf seinem Rücken. Heute sind diese auch „Hotten“ genannten Tragegefäße aus Glasfaserkunststoff. Sie kommen bei der Handlese nach wie vor zum Einsatz. In einem Winzerdorf wie Hainfeld macht ein solcher Name für eine zünftige Weinwirtschaft natürlich Sinn und ist definitiv nicht weit hergeholt.
Freiliegende Fachwerkbalken, Boden in Holzdielenoptik und teilweise unverputzte Sandsteinwände schufen den Rahmen für ein äußerst gemütliches Weinstubenflair, das von rustikalem Holzmobiliar und geschmackvoller Dekoration adäquat verstärkt wurde. Auch drinnen lässt es sich aushalten...
Bereits beim Betreten dieses urigen Gasthauses war schnell klar, dass uns in diesem beschaulichen Fleckchen Pfalz das Wohlfühlen leichtfallen würde. Auf der Terrasse grüßte nach dem ersten Ansturm die Abendsonne durchs üppige Grün
Sowohl drinnen als auch draußen auf der von Sandsteinmauern und grünen (nicht zu verwechseln mit den großen…) Gewächsen umfriedeten Terrasse war einiges los. Ohne Reservierung hätten wir uns den kulinarischen Freisitz wohl ins Haupthaar schmieren können. Aber wir hatten ja und wurden zügig mit der Speisenliteratur versorgt. Die Damen, die den Service mit viel Herz und sicherer Hand wuppten, schienen sehr gut aufeinander eingespielt zu sein.
Nie hatten wir das Gefühl, dass es irgendwo klemmte oder durch die hohe Auslastung des Lokals das Stresslevel bei den Servicekräften stark ansteigen würde. Die Mädels machten das alle ganz klasse. Da fällt dann auch ein in Vergessenheit geratenes Dessert nicht weiter ins Gewicht. Zumal die ehrlich gemeinte Entschuldigung nicht lange auf sich warten ließ. Also: Schwamm drüber.
Wir studierten ausgiebig die im Querformat gedruckten Speisenkarten, die eine hübsche Auswahl an bodenständigen Hausmannsköstlichkeiten bot. Bei den Vorspeisen wurden auch mal ein paar mediterrane Töne angestimmt, aber spätestens bei den Fleischgerichten setzte man voll und ganz auf herzhaft Bekanntes aus der Pfanne. Daneben kündeten sechs verschiedene Fischteller (Lachs, Forelle, etc.) von der Affinität für zünftige Gerichte rund ums Grätentier.
Dass Gastgeber und Küchenchef Helmut Götz zusammen mit seinem Team nicht nur mit gutbürgerlicher Tradition punkten wollen, zeigte bereits der Blick auf die Schiefertafel mit den Tagesempfehlungen, die man neben unserem Tisch platziert hatte. Von ihr sendeten Matjes (als Filet oder als Tatar), Zanderfilet vom Grill auf Spaghetti mit Kräuterpesto und in Butter gebratene Filets vom Lengfisch auf Kartoffel-Salicorne-Stampf sommerliche Grüße, die wir jedoch geflissentlich ignorierten, da uns das Standardprogramm komplett „catchte“.
Viermal Fleisch und einmal Fisch standen letzten Endes auf unserem Bestellzettel. Das Ganze um fünf kleine Beilagensalate (zu jeweils 5,40 Euro) erweitert. Der Blick auf die Portionsgrößen an den Nachbartischen machte jegliche Vorspeisenabsicht zunichte. Die gut bemessenen Hauptgerichte würden zusammen mit dem Blattgrün sicherlich zur vollständigen Sättigung beitragen. Die Dessertfrage ließen wir noch offen. Mal schauen, ob am Ende noch ein süßer Abschluss gehen würde…
Wie schön, dass sich der Service bald unserem mitgebrachten Durst widmete. Die beiden Fahrer delektierten sich zeitnah an einer großen Maracuja-Schorle (0,5l für 4,50 Euro) und einer Flasche Mineralwasser (0,75l für 4,90 Euro). Im Laufe des Abends kamen noch zwei weitere Flaschen „Sprudel“ hinzu. Einer der Kollegen schloss sich mir an und orderte auch einen Aperol Spritz (0,2l für 5,80 Euro) zum „Reinkommen“.
Ein Schoppen Riesling-Schorle (5 Euro), der sommerliche Pfälzer Durstlöscher schlechthin, durfte selbstverständlich nicht fehlen. Wir saßen ja schließlich in Hainfeld, wo die Kleins, Kochs, Glasers und Scherrs ganz vorzügliche, trockene Tropfen keltern. Nach meinem Aperol riskierte ich sogar den feinherben Riesling 55° vom Weingut Klein aus der Nachbarschaft (0,25l für 6,40 Euro).
Jener im Kabinett-Stil ausgebaute Riesling, dessen Trauben von der mit 55° Hangneigung gesegneten Steillage „Burrweiler Altenforst“ stammen, brachte eine beeindruckende Aromenfrische ins Glas. Seine dezente Restsüße wurde von einer feinen Säure begleitet. Keine Frage, der gefiel auch einem ausgewiesenen Trocken-Trinker wie mir.
So ein gut gekühlter Aperol Spritz weiß ja besonders an einem warmen Sommerabend zu gefallen. Mein Aper(ol)itif
Mit ihm und den entspannten Gesprächen am Tisch stieg der allgemeine Wellness-Faktor. Mit einem leckeren, in Gasthäusern dieser Art eigentlich unüblichen Küchengruß überbrückte man uns die Wartezeit aufs Handfeste. Die Tranche vom hausgebeizten Lachs mit schmackig angemachtem Kartoffel-Gemüse-Salat fand jedenfalls großen Anklang in unserer Runde und war blitzschnell verputzt. Hausgebeizter Lachs und sommerlicher Kartoffel-Gemüse-Salat als Amuse
Bald fanden dann auch fünf mit Joghurtdressing angemachte Beilagensalate den Weg auf unseren Tisch. Knackiger Vitaminschub vorweg
Unter dem knackfrischen Blattgrün lauerte kleingehäckselte Rohkost. Radieschen-Schnipsel sorgten für noch mehr Knack und Biss. Die sommerliche Vitaminspritze tat richtig gut und machte gleichzeitig Appetit auf die ein oder andere Fleischerscheinung. Rohköstlicher Beilagensalat
Und jene sollten zeitnah folgen. Einer von unserer Tafelrunde hatte es mit zwei panierten Schweine-Schnitzeln an Champignonrahmsauce mit hausgemachten Spätzle (15,90 Euro) zu tun, während sich ein anderer an einem vorbildlich der Bratpfanne entstiegenen Cordon Bleu (vom Schweinerücken) mit Kroketten (17,90 Euro) „abarbeitete“. So sieht nur ein Pfannen-Cordon-Bleu aus!
Dem perfekt medium gebratenen Rumpsteak aus dem fernen Argentinien wurde nicht nur eine hübsche Kräuterbuttermütze verpasst, sondern auch eine tiefgründige Burgundersoße beigegossen. Rump up the Jus, rump it up!
Sehr zur Freude des Kollegen, der sich den stattlichen Rindfleischquader zusammen mit erstklassig gebrutzelten Bratkartoffeln schmecken ließ.
Optisch am eindrucksvollsten präsentierte sich zweifellos der mit drei Sorten Fischfilet und einem Garnelen-Spieß ausgestattete Grillfischteller (25,50 Euro) mit gedämpftem Brokkoli und Kartoffelgratin, den sich der einzige Fleischverzichter am Tisch hatte kommen lassen. Das sah jedenfalls alles nach fundiertem Handwerk und guten Produkten aus. Sommerliche Meereslandschaft vom Grill
Manchmal liegt das gutbürgerliche Glück in Bulettenform vor einem und buhlt herzhaft gewürzt um die Aufmerksamkeit seines Verputzers. Mich hatten von Anfang an die Hacksteaks mit Champignon-Rahmsoße und Spätzle (14,80 Euro) am meisten angesprochen. Ein Kindheitsteller wie er im Speisenbuche stand. Zwei Hacksteaks mit viel Soooß....
Die beiden Pfalz-Bifteki fielen wunderbar mürbe aus. Sie badeten in einer fein abgeschmeckten Pilzrahmsoße, die zusammen mit den kurz in der Butterpfanne geschwenkten, selbst durch die Presse gejagten Spätzle auch meinem Töchterchen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hätten. Was soll ich sagen? Ich schwelgte dahin im siebten Soßenhimmel, der diesmal voller Spätzle hing.
Zufrieden und gut gesättigt bestaunten wir die Schiefertafel, die eine Handvoll verlockend klingender Desserts listete. Die frischen, leicht karamellisierten Erdbeeren, die Küchenmeister Götz mit Orangenlikör flambiert und mit Balsamico-Essig ablöscht, hätten aber irgendwie schon noch reingepasst. Zumal sie mit Joghurt-Sauerrahmeis serviert worden wären.
Egal, ich hoffe, dass ich das verpasste Dessert beim nächsten Besuch im Sommer nachholen kann. Wobei das noch gar nicht sicher ist, denn Helmut Götz wird – wie mir zu Ohren kam – wahrscheinlich in diesem Jahr in seine wohlverdiente Rente gehen.
Ob dann das „Logel“ für immer seine Pforten schließt oder ein Nachfolger das heimelige Gasthaus übernimmt, wird man sehen. Für die gutbürgerliche Gastronomie der Pfalz wäre eine Schließung dieses geschichtsreichen Traditionslokals jedenfalls ein herber Verlust.
Mitte Juni präsentierte sich die Pfalz gewohnt hochsommerlich warm. Somit konnte das längst fällige Abendessen mit den Wörther Schlemmerkollegen unter freiem Himmel stattfinden. Unser präsidialer Obergaumen hatte das Gasthaus „Zum Logel“ als Einkehradresse auserkoren und einen Tisch für fünf Personen auf deren lauschiger Terrasse reserviert.
Schön, dass Inhaber Helmut Götz und sein Team seit Oktober 2020 wieder zurück in dem altehrwürdigen Gemäuer in der Hainfelder Kirchgasse sind. Nach dem verheerenden Brand Ende 2018 und der Übergangszeit im Ausweichquartier am Ortsrand... mehr lesen
Gasthaus Zum Logel
Gasthaus Zum Logel€-€€€Gasthaus06323938793Kirchgasse 1, 76835 Hainfeld
4.5 stars -
"Ein idyllisches Fleckchen Pfälzer Gastlichkeit zum Wohlfühlen und Genießen" GourmägglerMitte Juni präsentierte sich die Pfalz gewohnt hochsommerlich warm. Somit konnte das längst fällige Abendessen mit den Wörther Schlemmerkollegen unter freiem Himmel stattfinden. Unser präsidialer Obergaumen hatte das Gasthaus „Zum Logel“ als Einkehradresse auserkoren und einen Tisch für fünf Personen auf deren lauschiger Terrasse reserviert.
Schön, dass Inhaber Helmut Götz und sein Team seit Oktober 2020 wieder zurück in dem altehrwürdigen Gemäuer in der Hainfelder Kirchgasse sind. Nach dem verheerenden Brand Ende 2018 und der Übergangszeit im Ausweichquartier am Ortsrand
Geschrieben am 25.12.2025 2025-12-25| Aktualisiert am
25.12.2025
Besucht am 07.07.2025Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 33 EUR
Sommer, Sonne, Maxau. Müsste eigentlich Maximiliansau heißen, aber die „echten“ Wörther verkürzen das auch mal gerne.
Es ereignete sich an einem sommerlichen Montagabend. Mich überfiel bei meiner abendlichen Rundtour auf dem Rheinradweg ein fieses Hungergefühl. Da kam mir ganz kurzfristig die Idee, in der altehrwürdigen Kaminstubb „auf gut Glück“ aufzuschlagen.
Die Chancen, dort einen freien Platz zu ergattern, sind ja selbst bei einem mehrere Tage zuvor getätigtem Anruf nicht sonderlich groß. Also warum nicht mal spontan das gutbürgerliche Schicksal herausfordern?
Der Laden brummt seit jeher – also gute 35 Jahre lang – und wird wohl auch noch bis zu dem Tag brummen, an dem Eva Martus und ihr Mann in ihre wohlverdiente Rente gehen. Allzu lange dürfte das wahrscheinlich nicht mehr dauern. Einheimische und badische Vollblut-Karnivoren hoffen sicherlich auf verlängernde Umstände.
Überraschenderweise wurde mir vom anfänglich etwas mürrisch wirkenden Patron doch tatsächlich ein Platz an der Theke gewährt. An jener saß ich zum ersten Mal und ein über ihr angebrachtes Schild mit der These, dass acht Schoppen Bier den täglichen Tagesbedarf an Vitamin C komplett abdecken würden, beruhigte den nach wohlgehopfter Isotonie dürstenden Radfahrer in mir. ...man lernt halt immer noch dazu!
Gemäß dem Motto „Gesunde Ernährung kann so einfach sein!“ bestellte ich eilig ein frisch gezapftes Pils (0,5l für 4,70 Euro) von der Karlsruher Traditionsbrauerei Hatz-Moninger, das mir der mit zunehmender Verweildauer am Tresen immer sympathischer werdende Kaminstubb-Wirt zeitnah aus dem Hahn ließ. Es sollte an diesem Montagabend Anfang Juli nicht das einzige bleiben. Darauf ein frisch gezapftes Hatz!
Zu meiner Linken wurde bald ordentlich was weggeschnitzelt. Auch mir gefiel das eindeutig nach Sättigung trachtende „Paniergehabe“ meiner temporären Thekengenossen. Von der umfangreichen Schnitzelkarte wählte ich das am meisten gepfefferte. Ein Kollege von der Wörther Gourmand-Genossenschaft hatte sich jenes Pfefferschnitzel (18,90 Euro) vor ein paar Jahren mal gegönnt.
Schon damals hatten seine beiden mit Pfefferrahmsauce servierten Schweineschnitzel „Wiener Art“ meine Sinne „geschärft“. Der Abend schien daher wie gemacht für den Selbstversuch. Das Radeln zurück nach Wörth kam mir als „Verdauungsvorschuss“ gerade gelegen. In den knapp 19 Tacken war auch ein schmackig angemachter Salatteller enthalten. Bei der Beilagenwahl „krokettierte“ ich mit frittierten Kartoffelzylindern.
Keine Ahnung, warum ich die Portionsgröße von damals nicht mehr warnend im Hinterkopf hatte als ich vorweg noch eine hausgemachte Tomatensuppe mit Sahnehaube (5,50 Euro) orderte. Aber ein Wörther Pedalritter kennt ja angeblich sein Magenvolumen. Und das süffige Hatz-Pils schürte ohnehin weitreichende Appetitfantasien.
Die Wartezeit war trotz nahezu komplett besetztem Lokal nicht übertrieben lange. Ich vertrieb mir die Zeit mit ein wenig Smalltalk. Und wer sagt’s denn: der Mann hinterm Tresen entpuppte sich als viel gesprächiger als anfänglich vermutet.
Die Tomatensuppe wurde in einer gewöhnlichen Suppentasse serviert und duftete mir „gin-geladen“ entgegen. Fein pürierte, reife Rotware, beherzte Würze und ein guter Schuss vom herben Wacholder-Schnaps ließen mich die Tasse mit Genuss auslöffeln. Miss Pomodoro konnte was...
Das Bisschen Schnittlauch und der Klecks Sahne obendrauf taten der tadellos abgeschmeckten Tomaten-Terrine überhaupt nicht weh. Da habe ich in einigen Osterien und Trattorien schon deutlich schwächere Pomodoro-Resultate vorgesetzt bekommen – und die zum doppelten Preis.
Beim Beilagengrün kam man meinem Wunsch nach Beschränkung auf frische Salatblätter nach. Beilagensalat zum Pfefferschnitzel
So blieb mir der ungeliebte Krautsalat erspart. Zum üppig verwendeten Hausdressing – immer wieder ein würzig-saures Vergnügen – gesellten sich noch großzügig darüber gequetschte Balsamico-Trails. Letztere hätte es aus meiner Sicht gar nicht gebraucht, denn ich mag das Dressing am liebsten schön säuerlich.
Es folgten die beiden panierten, mit reichlich grob gemahlenem Pfeffer gesegneten Schnitzel, die gut gebräunt aus der Butterpfanne kamen. Zwei Pfefferschnitzel auf Pfefferrahm
Die vorher aus der Küche vernehmbaren, dumpfen Klopfgeräusche ließen mich auf zarte Fleischverhältnisse hoffen. Ein zartes Panierstück in Ehren...
Unter den beiden schweinernen Bravourstücken befand sich eine helle Pfefferrahmsauce mit klarem Sahne- und Butterbekenntnis. In einer kleinen Schüssel befanden sich noch ein halbes Dutzend Kroketten. Beim Thema Sättigung schien man auf Nummer sicher gehen zu wollen. Die separat gereichten Kartoffelzylinder aus der Fritteuse
Irgendwie schaffte ich es, beide Schnitzel samt Salat und Kroketten – wenn schon, denn schon! – komplett zu verputzen. Wobei das zweite Bier hierbei entscheidend mithalf. Auch ein Magen wächst schließlich mit seinen Aufgaben. Und diese fußten auf solide geköcheltem, gutbürgerlichen Küchenhandwerk wie man es heute leider nicht mehr allzu oft vorfindet. Da nimmt man die etwas pampige Rahmsauce und die entbehrlichen Balsamico-Grüße aus der Quetschflasche beim Salat halt auch mal in Kauf.
Auf ein hochprozentiges „Verdauerle“ verzichtete ich dann aber doch aus Gründen der Bewahrung meiner Zweiradtauglichkeit. Ich musste ja wieder mit dem Drahtesel zurück nach Wörth…
Die Kaminstubb ist und bleibt – zusammen mit dem Restaurant im Hotel Vater Rhein – unangefochten an der Spitze der Wörther Hausmannskostliga. Ob Rumpsteak, Cordon Bleu oder Schnitzel – hier bekommt der hungrige Fleischesser eine ordentliche Qualität für sein Geld geboten. Und so eine kleine gastronomische Zeitreise tut ja ab und an auch mal gut.
Sommer, Sonne, Maxau. Müsste eigentlich Maximiliansau heißen, aber die „echten“ Wörther verkürzen das auch mal gerne.
Es ereignete sich an einem sommerlichen Montagabend. Mich überfiel bei meiner abendlichen Rundtour auf dem Rheinradweg ein fieses Hungergefühl. Da kam mir ganz kurzfristig die Idee, in der altehrwürdigen Kaminstubb „auf gut Glück“ aufzuschlagen.
Die Chancen, dort einen freien Platz zu ergattern, sind ja selbst bei einem mehrere Tage zuvor getätigtem Anruf nicht sonderlich groß. Also warum nicht mal spontan das gutbürgerliche Schicksal herausfordern?
Der... mehr lesen
Restaurant Kaminstubb
Restaurant Kaminstubb€-€€€Besenwirtschaft, Bar072714767Raiffeisenstraße 3, 76744 Wörth am Rhein
4.0 stars -
"Eingefleischte Oldschool-Gastwirtschaft für den großen Hunger zwischendurch" GourmägglerSommer, Sonne, Maxau. Müsste eigentlich Maximiliansau heißen, aber die „echten“ Wörther verkürzen das auch mal gerne.
Es ereignete sich an einem sommerlichen Montagabend. Mich überfiel bei meiner abendlichen Rundtour auf dem Rheinradweg ein fieses Hungergefühl. Da kam mir ganz kurzfristig die Idee, in der altehrwürdigen Kaminstubb „auf gut Glück“ aufzuschlagen.
Die Chancen, dort einen freien Platz zu ergattern, sind ja selbst bei einem mehrere Tage zuvor getätigtem Anruf nicht sonderlich groß. Also warum nicht mal spontan das gutbürgerliche Schicksal herausfordern?
Der
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Viel zu lange habe ich damit gewartet. Vier Jahre zuvor war ich mit drei gleichgesinnten Kulinarkumpanen bei Küchenchef Jörg Friedrich und seinem Team zu Gast, um dort ein paar genussvolle Stunden in familiärer Atmosphäre zu verbringen.
Dieser legendäre Abend von damals (ich habe ausführlich darüber berichtet…) war mir noch in guter Erinnerung als ich das äußerst idyllisch, direkt am Waldrand gelegene Restaurant mit angeschlossenem Gästehaus betrat.
Keine zwei Minuten später traf auch mein von Lachen-Speyerdorf angereister Kollege ein.
Servicechefin Christiana Mix war an diesem Abend nicht zugegen. Eine sehr charmante junge Dame mit osteuropäischem Akzent, die normalerweise in der Küche ihren Dienst verrichtet, vertrat sie jedoch ganz hervorragend. Sie begrüßte uns herzlich, nahm unsere Jacken entgegen und wies uns zu unserem in elegantem Weiß eingedeckten Tisch.
Ich machte es mir auf der bequem gepolsterten Wandbank gemütlich, während mein Kollege den nicht minder komfortablen Polsterstuhl okkupierte. Die Flasche Mineralwasser (0,75l für 7 Euro) für den Durst ließ nicht lange auf sich warten. Während das gut gekühlte Wässerchen in unseren Gläsern perlte, machten wir uns mit dem im Vergleich zum letzten Besuch vor vier Jahren noch etwas reduzierter wirkenden Speisenprogramm vertraut.
Die von der Decke hängende Retrokugelleuchte aus den 70ern tauchte unseren Tisch in strahlendes Licht. Perfekte Bedingungen für gute Futter-Fotos. Ein Blick in den sehr geschmackvoll dekorierten Gastraum mit dem gut gefüllten Digestiv-Regal um die Ecke
ließ mich zufrieden das behaglich-gediegene Ambiente dieses gastronomisch genutzten „Wohnzimmers“ inhalieren. Auch mein Genusskumpel fühlte sich hier auf Anhieb wohl.
Das kleine, aber feine Speisenangebot versprach zwei Vorspeisen, eine Suppe und drei Hauptgänge. Auch ein paar mehr oder minder süße Verführer zum Abschluss listete die Karte. Aus diesen Komponenten konnte man sich ein Drei-, Vier- oder Fünf-Gang-Menü zusammenstellen. Dazu war auch eine passende Weinbegleitung (7 Euro pro 0,1l Glas) möglich.
Ein zusätzliches Menü außerhalb des À-la-Carte-Angebots wurde nicht (mehr) offeriert. Selbstverständlich konnte man die Gerichte auch einzeln bestellen – für den Fall, dass einem drei Gänge dann doch zu viel „abverlangen“ würden. Wir legten uns auf die viergängige Gaumenreise (90 Euro), die aus einer Vorspeise, der „Zwischen-Suppe“, einem Hauptgericht und einem Dessert bzw. einem abschließenden Käsegang bestand, fest.
Den Wein des Abends suchten wir aus der sehr umfangreichen Flaschenweinkarte mit klarem Regionalbekenntnis (Mittelhaardt, Südpfalz) aus. Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zum Top-Winzer Oliver Zeter, dessen Rot- und Weißweine ich sehr schätze, entschieden wir uns für einen Rotwein aus dem etwas weiter unten gelegenen Neustadter Ortsteil Diedesfeld. Der trockene Syrah aus dem Jahr 2018 (Flasche für 40 Euro) stammte vom Weingut Stortz-Nicolaus, das sich seit vielen Jahren dem ökologischen Weinbau verschrieben hat.
Dem 20 Monate in französischer Eiche (Barrique-Fass) gereiften Rotwein spendiert man im Hause Stortz-Nicolaus noch ein zusätzliches Jahr Flaschenreife. Kräftige, gut eingebundene Tannine und die typische Syrah-Würze machten ihn zu einem vollmundigen Fest für Freunde des flüssigen roten Stoffes. Er begleitete uns fast schwerelos (lediglich 13,5%) durch das Menü und wenn wir nicht beide mit dem Auto hätten zurückfahren müssen, wäre eine zweite Flasche die logische Konsequenz dieses gepflegten Trinkspaßes gewesen.
Die junge, gut aufgelegte Servicedame versorgte uns mit guter Butter und noch besserem, hausgebackenem Brot.
Besonders das etwas dunklere Malzbrot hatte ich noch in guter Erinnerung. Mit seiner süßlich duftenden Krume punktete es als fluffig-röstiges Beispiel für tadellos ausgeführte Backwerkskunst auch an diesem Abend. Der erste Hunger verlief damit wie „weggeschmiert“.
Dann wurde der Syrah „fachfrauisch“ präsentiert, entkorkt und eingegossen. Wir gaben ihm noch ein wenig Zeit zum Atmen und widmeten uns den kleinen Leckereien vorab, die in den Löchern eines dekorativen Meeresgebildes (Seepocken) steckten. Die ungewöhnliche Präsentation der schmackigen Fingerfuttereien gefiel mir schon vor vier Jahren.
Auch diesmal grüßte Jörg Friedrich aus der Küche mit einem gefüllten Cornet, in dem Thunfischtartar mit pikantem Wasabi-Schaum vereint wurde,
sowie einer beherzt nach Orient schmeckenden Mini-Frikadelle (Kreuzkümmel!), die auf einem kleinen Holzspieß steckte.
Handwerklich top arrangiert und mit gutem Gespür für exotische Aromen abgeschmeckt, fanden wir für die kleinen Gaumenkitzler nur lobende Worte.
Beim Menüauftakt gingen mein Kollege und ich getrennte Vorspeisenwege. Während er sich an einer farbenfrohen Escabeche vom wilden Zander mit karamellisierter Zwiebel und Karottenmus delektierte,
genoss ich den Crispy Fasan mit Avocadocrème, Röstpaprikasalsa und Koriander-Öl auf einer leicht angegrillten Scheibe Ananas.
Auf die Idee, Fasanenfleisch in knuspriger Nugget-Form anzubieten, muss man auch erstmal kommen. Die frischen (Koriander), cremigen (Avocado), leicht bitteren (Paprika) und süßen (Ananas) Akzente machten daraus eine überaus spannende Vorspeise, die wohl durchdacht war und ganz hervorragend funktionierte.
Großes Lob an die Küche für diese außergewöhnliche Komposition.
Auch mein Gegenüber war mit seinem sauer-gebeizten Zander hochzufrieden und freute sich nach dieser bunten, iberischen Aromenbombe auf die nach angenehmer Wartezeit folgende Schwarzwurzelsuppe. Und das mit Recht. Denn, dass Chefkoch Friedrich bei den Terrinen in der Regel nichts anbrennen lässt, ist auch außerhalb von Neustadt-Haardt längst kein Geheimnis mehr.
Erdig-würzig duftete mir der frisch in den Suppenteller gehobelte Trüffel entgegen. Er befand sich mit drei Ricotta-Ravioli und etwas frischem Schnittlauch noch in trockenen Tellern.
Doch bald verschwanden die feinen Einlagen in der am Tisch angegossenen Schwarzwurzelsuppe.
Ihr betörendes Aroma war allein schon den Weg nach Neustadt-Haardt wert. Eine tiefgründige Leib- und Seelen-Terrine, die einem glatt den Tag retten konnte.
Und die frisch gehobelten Trüffelspäne sorgten für den gewissen Kick am Gaumen. Wir waren beide schwer beeindruckt von dieser von Meisterhand zubereiteten Löffelspeise.
Danach durften sich die Papillen mit Hilfe eines frischen Zitrus-Sorbets wieder neu justieren,
denn die Barbarie-Entenbrust à la Orange mit Rotkraut und Macaire-Kartoffeln war bereits im Anflug. Wir hatten uns beide für dieses Hauptgericht entschieden und damit der Ente den Vorzug vor dem Tagesfisch und der Rehkeule gegeben. Als notorischer Rotkraut-Verschmäher bat ich um eine kleinere Portion des Wintergemüses, das ich dann letzten Endes in einem Extraschälchen serviert bekam.
Die Brust vom Wasservogel kam im perfekten Gargrad auf das mit aromatischer Orangensauce benetzte Porzellan. Das rosafarbene, saftige Entenfleisch ließ keinerlei Zweifel an der Topqualität des Geflügels zu.
Es vertrug sich ausgezeichnet mit der vollmundigen Orangentunke, die große französische Saucenklasse bewies. Dazu mundete mir sogar das sonst wenig geliebte Rotkraut – und das soll was heißen.
Ganz abgesehen von den zart-mürben Macaire-Kartoffeln, der feineren Rösti-Version aus dem Franzosenland. Wenn meine Mutter früher noch Kartoffelpüree übrighatte, gab es die am nächsten Tag als in der Pfanne gebratene „Lätscherle“ (so nannte sie jedenfalls meine Mum…).
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Küchenchef Friedrich, dass er mir diese unerwarteten kulinarischen Erinnerungen an früher mit dieser einfachen, aber köstlichen Kartoffelbeilage bescherte. Es sind ja häufig die kleinen Dinge im Leben…
Ein paar Worte zur überragenden Sauce à l’Orange möchte ich aber noch loswerden. Die alle Komponenten dieses französischen Winterklassikers umarmende, keine Spur zu süß ausgefallene Bigarade-Sauce punktete mit eleganter Tiefe (Entenfond bzw. Entenjus als Basis), lebendiger Säure (Orangensaft), leichter Süße (karamellisierter Zucker) und einer feinen Bitterkeit (Orangenzesten). Dazu passte der smarte Pfälzer Rote mit dem seidigen Tanningerüst wie der Korken auf die Syrah-Flasche.
Sie hob die vom geschmolzenen Entenfett ins beste gustatorische Benehmen gesetzten Röstaromen der formidablen Haut mit Bravour hervor und wusste auch das feinfaserige, saftige Entenfleisch um eine delikate Zitrusnote passend zu erweitern. Der bei diesem Gericht nicht gerade einfache Balanceakt zwischen vollmundiger Wärme und süßer Frische gelang dank der aromatischen Orangensauce par excellence.
Bereits gut gesättigt widmeten wir uns der letzten kulinarischen Etappe dieses denkwürdigen Abends. Während sich mein Kollege an einem mit Sekt aufgegossenen Sorbet gütlich tat,
gönnte ich mir zum Abschluss einen Crottin Cendré mit Mirabellenkompott und kleingehackten Haselnüssen aus dem Piemont.
Die passten wiederum zum fein-nussigen Aroma des mit einer mild-säuerlichen Note ausgestatteten Ziegenkäses aus der Region Berry (Zentral-Frankreich). In Verbindung mit der letzten Rotweinpfütze im Glas ein absolut würdiger Schlusspunkt eines von A bis Z begeisternden Vier-Gang-Menüs.
Rundum zufrieden verließen wir um einen für das Gebotene absolut angemessenen Geldbetrag erleichtert dieses durch und durch sympathische Restaurant und machten uns auf den Heimweg. Auf der Haardt da gibt’s halt koa Sünd. Von wegen!
Aber es wäre eine noch viel größere, nicht beim talentierten Maître Friedrich einzukehren, wenn man hier – zufällig oder geplant – in der Nähe weilt. Allzu lange sollte man damit allerdings nicht warten, denn der erfahrene Küchenchef steht schon viele Jahre am Herd...