"Von flüssigen Mythen, maritimen Mezes und einem längst überfälligen Treffen bei unserem Karlsruher Lieblingsgriechen"
Geschrieben am 26.07.2021 2021-07-26 | Aktualisiert am 26.07.2021
Sokrates
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Restaurant
0721813181
Welfenstr. 18, 76137 Karlsruhe
"Jedes Land hat die Philosophen, die es verdient"
Geschrieben am 01.07.2021 2021-07-01 | Aktualisiert am 01.07.2021
Sokrates
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Restaurant
0721813181
Welfenstr. 18, 76137 Karlsruhe
"Neulich beim Panasiaten in der Karlsruher Weststadt traf ich die „Drei Zahmen vom Grill“…"
Geschrieben am 22.06.2021 2021-06-22 | Aktualisiert am 23.06.2021
Mama Thanh
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Restaurant
072147031901
Uhlandstraße 40, 76135 Karlsruhe
"Hip, hip, hurra! Trendiges Streetfood-Bistro, dessen kulinarische Weltoffenheit auf regionalen Qualitäten basiert"
Geschrieben am 29.01.2021 2021-01-29 | Aktualisiert am 11.02.2021
FERNWEH - International Streetfood
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Restaurant
072147047864
Kaiserstraße 132 - Passagehof, 76133 Karlsruhe
"Erfolgreiche Schnitzeljagd in der Karlsruher Oststadt"
Geschrieben am 11.10.2020 2020-10-11 | Aktualisiert am 12.02.2021
Restaurant Werkbank
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Restaurant
072178364711
Veilchenstr. 9, 76131 Karlsruhe
"Glücklicher Stammkunde seit einem Jahrzehnt!"
Geschrieben am 21.07.2020 2020-07-21
Abone
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Imbiss, Take Away
07214765571
Tennesseeallee 126, 76149 Karlsruhe
"American Diner"
Geschrieben am 26.05.2020 2020-05-26
Jaroon's American Diner im Filmpalast am ZKM
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Restaurant
07218198787
Brauerstraße 40, 76137 Karlsruhe
"Einfach mal im Februar die Grillsaison eröffnen…"
Geschrieben am 14.04.2020 2020-04-14 | Aktualisiert am 26.02.2021
Aroma
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Imbiss
0721854462
Kriegsstraße 274a, 76135 Karlsruhe
"Vor dem Theater genossen wir die portugiesische Küche im Haus von José – war ‘ne richtig gute Idee!"
Geschrieben am 13.04.2020 2020-04-13 | Aktualisiert am 27.02.2021
Restaurant Casa do José
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Restaurant, Bistro, Bar
072191438018
Kriegsstraße 92, 76133 Karlsruhe
"Lunch für Businessmänner und -frauen mit zeitlichem und finanziellem Spielraum"
Geschrieben am 16.02.2020 2020-02-16 | Aktualisiert am 16.02.2020
Erasmus Restaurant
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Restaurant, Biergarten
072140242391
Nürnberger Str. 1, 76199 Karlsruhe
"Halb so aufregend"
Geschrieben am 12.02.2020 2020-02-12 | Aktualisiert am 13.02.2020
Pizzeria Aposto
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Restaurant, Bar, Pizzeria
07211607773
Waldstraße 57, 76133 Karlsruhe
"Oi oi oi...."
Geschrieben am 05.02.2020 2020-02-05 | Aktualisiert am 05.02.2020
Restaurant Oishii
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Restaurant, Sushibar
072147051412
Bürgerstraße 16, 76133 Karlsruhe
"Restaurantbetrieb eingestellt"
Geschrieben am 02.02.2020 2020-02-02
Kommödchen
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Weinstube, Eventlocation
07213505884
Marienstr. 1, 76137 Karlsruhe
"Auferstanden aus Ruinen"
Geschrieben am 28.01.2020 2020-01-28 | Aktualisiert am 29.01.2020
Aroma
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Imbiss
0721854462
Kriegsstraße 274a, 76135 Karlsruhe
"Gesunde Allerweltskost"
Geschrieben am 27.01.2020 2020-01-27 | Aktualisiert am 27.01.2020
dean & david
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Restaurant, Biorestaurant
07211519331
Kaiserstraße 223a, 76133 Karlsruhe
"Indoiranogermanische Küche"
Geschrieben am 15.01.2020 2020-01-15 | Aktualisiert am 15.01.2020
Parsifal | Indisch-Iranische Spezialitäten
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Restaurant
072196144220
Degenfelderstraße 1, 76131 Karlsruhe
"Das dünne Ende kam zum Schluss"
Geschrieben am 14.01.2020 2020-01-14 | Aktualisiert am 14.01.2020
Trattoria Toscana da Salvatore
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Restaurant
072120628
Blumenstr. 19, 76133 Karlsruhe
"Sein oder nicht sein, das ist hier eine der Fragen oder: Essen gegen Bezahlung, hier ist der Gast Kunde. Wir fühlten uns nie „willkommen“, erst recht nicht, nach der unnötigen Diskussion mit dem Inhaber"
Geschrieben am 04.01.2020 2020-01-04 | Aktualisiert am 04.01.2020
Restaurant Sein
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Sternerestaurant
072140244776
Scheffelstraße 57, 76135 Karlsruhe
"Running Sushi, mal anders"
Geschrieben am 30.12.2019 2019-12-30 | Aktualisiert am 31.12.2019
Taumi
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Restaurant
072198236888
Lorenzstraße 29, 76135 Karlsruhe
"Erst der Burger, dann der Würger"
Geschrieben am 22.12.2019 2019-12-22 | Aktualisiert am 22.12.2019
Charles Oxford
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Restaurant
072192127550
Waldstraße 30, 76133 Karlsruhe







#lambporn
Statt "Grüner Kuh" nun "Mama Thanh"
Innenansicht
Hinterer bzw. oberer Gastraum
Sushi-Theke zur Linken
Ein wenig Fingerfood vorweg
Darauf ein Ulmer Helles!
Das "Hanoier Allerlei"
Curry im Detail
What the Pho???
Eine Schüssel voll Glückseligkeit
Die "Drei Zahmen vom Grill"
Vietnam-Bulette
Der lackierte Hähnchenfuß (vorne)
Teriyaki-Rib
Chè (ohne Guevara)
Von außen
Blick auf den Bestelltresen
Ausgefallenes Mobiliar
Blich nach draußen
Krokettas sizilianas
Mount Pita (Westflanke)
Mount Pita (Ostflanke)
Das Falafel-Sandwich in der Totalen
Außenansicht
Eingangsbereich
Der Gastraum
Ausschankbereich
so geht frischer Beilagensalat!
....oder so!
Die Käsespätzle
Die eine Hälfte des Wieners
Das Werkbankschnitzel in Gänze
Schnitzel-Querschnitt 1
Schnitzel-Querschnitt 2
Die Beilagenspätzle (ohne Käse)

Außenansicht
Das renovierte Innere
Dönertheke Royal
...ist ganz hübsch geworden!
Grüner Beilagensalat
That was the great Iskeeeendöör!
Lamm satt
Karisik Izgara
Innenansicht 1
Die Küche grüßte
Rissóis de Carne
Es hing ein Spieß....
Espetada...medium rare
Salat zur Espetada
Frittierte Polenta
Wanzenauer Hähnchen
Kokosnuss-Tarte
Schoko-Crumble und Consorten










Portale anarchico
Starke Getränke für starke Männer
Die bequemen Plätze alle besetzt
#Bolognesepunk
Blick in den Maschinenraum
Wildes aus Wald und Flur
Gastraum vorne
Gastraum hinten
Hygienisch möglicherweise, geschmacklich mit Sicherheit fragwürdiges Endgerät
Sashimi so breit wie hoch
da waren wir noch optimistisch
In der Mitte Geheimnisvolles aus der Fritteuse
Wir rätseln jetzt noch, was sich unter der Panade verbarg
Toter Fisch
Muscheln, so zäh wie unscharf
Arme Würmchen am Spieß
Der Fluch der Pharaonin
Sättigungsbeilage 1
Sättigungsbeilage 2
Trostkugel
Wer Kunstschnee mag, wird auch dieses Eis lieben









Unter den Fittichen der Sparkasse
Östliches Huhn
Großes Unbeschwertes Rind
Kaum ist man drin, schon steht man an
Da muss man durch, wenn man sein Essen will
Mit Laub hatten es die Dekorateure nicht so

Man beachte den Panzer








Theke mit Tartufi

XL Risotto
Glen Douglas Lachs
Apfel Rum Tonka




















Die bereits seit längerem ins Auge gefasste Ausgangsgleichung 2*x = Yangda (wobei x für die beiden männlichen Essakteure steht und das Yangda ein schon vor Monaten anvisiertes China-Restaurant im Karlsruher Stadtteil Rüppur darstellt) wurde in 2*x + 2*y = Sokrates überführt. Dies bedeutete zwar rein formal eine Gleichung mit zwei Unbekannten, aber gleichzeitig auch eine prächtige Gelegenheit, sich in entspannter Atmosphäre und bei nicht gerade alltäglicher Griechenkost (noch) besser kennenzulernen.
Nun wissen wahrscheinlich nicht nur Mathematiker, dass eine Gleichung mit zwei Unbekannten generell nicht lösbar ist. Aber das war uns an jenem Abend so ziemlich Raki wie Ouzo. Denn schnell wurde eins klar: die Wellenlängen der vier Tischgenossinnen und -genossen passten wie das Gyros ins Pita-Brot. Anregende Konversation traf auf ansteckendes Lachen. „Bad Herrenalbern“ versus „Pälzer Gosch“ – das ergab in der Summe eine durchaus muntere Mischung. Da hatten sich scheinbar vier Genießer mit dem gleichen Sinn für Humor und gutes Essen gefunden.
Vielen Dank an dieser Stelle an den guten Oparazzo, dessen philosophisch angehauchte Nachbetrachtung dieses denkwürdigen „Dates“ mir aus der Seele sprach. Mit seinem zeitnahen Bericht hat sich der (Epi)Kurstädter aus dem Nordschwarzwald ja schon mächtig ins Zeug gelegt und einige schöne Vorlagen gebastelt, die ich selbstverständlich gerne aufnehme.
Apropos Epikur: geht auf ihn nicht die Aussage zurück, dass die Wurzel aller Vergnügen die Zufriedenheit des Magens sei? Nun, da hat der alte Grieche schon Recht. Doch wenn man sich diese Zufriedenheit dann noch im Rahmen einer solch entspannten Tischgesellschaft erfuttern darf, dann hat sich selbst für den gemeinen Pfälzer der Aufenthalt auf badischem Boden voll gelohnt.
„Oma- und Oparazzo“ saßen bereits im ansprechend eingerichteten Gastraum und warteten auf die mit ihnen verabredete „Pälzer Bagage“, die ihr leichtes Zuspätkommen mit der Parkplatzsuche vor Ort begründete. Im Wohnviertel rund um die Welfenstraße – südliche Karlsruher Südweststadt – waren an diesem Abend freie Parkplätze eher rar gesät. In der Nähe des Sokrates herrschte sogar glatte Fehlanzeige. Da war ein kleiner Fußmarsch von Nöten, um zur sympathischen Hellenenklause zu gelangen.
An ein Essen unter freiem Himmel war nicht zu denken. Die unsichere Witterung Ende Juni ließ dies leider nicht zu. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ja noch niemand, welche verheerenden Folgen die noch bevorstehenden Regenmassen der folgenden Wochen im Norden von Rheinland-Pfalz und in NRW haben würden.
Demgegenüber erscheint unser zähneknirschend akzeptierter Gang nach Drinnen geradezu lächerlich. Zähneknirschend deshalb, weil sich meine - zu der Zeit erst einmal geimpfte - Gattin im Inneren von Lokalen noch nicht so wohl fühlte und lieber auf der ansehnlichen Terrasse Platz genommen hätte. Naja Schwamm drüber oder besser gesagt: Maske auf und rein in die gute Stube, wo uns zwei liebenswürdige Menschen sehr herzlich empfingen.
„Weintausch statt Weinrausch!“ lautete zunächst die Devise und der Herr Oparazzo zeigte sich von seiner generösen Seite, indem er der Pfalzweindrossel zwei badische Kennertropfen unterjubelte. Der lediglich mit einer Flasche Assyrtiko bewaffnete Jubelpfälzer – um Grieches Willen plünderte der tanninfixierte Rotweinrebell zu Hause sein bescheidenes Weißweinreservoir – sah sich zumindest nach Flaschenzahl einer drohenden 1:2-Niederlage konfrontiert, die er später mit einem halben Liter Malagousia-Weißwein wieder wettzumachen versuchte.
Doch die paar cl fielen kaum ins Gewicht, denn von Beginn an wurde munter drauflos kommuniziert, als hätte sich die griechische Sippschaft der Betreiberfamilie nach vielen Jahren mal wieder an einem Tisch versammelt. Von Bestellen oder in die Karte schauen konnte keine Rede sein. Der freundliche junge Mann vom Service nahm es mit levantinischer Gelassenheit. Auch unsere spaßeshalber gemachte „Androhung“, den selbst mitgebrachten Wein gleich zu entkorken, brachte ihn nicht aus der Fassung.
Über die stilvolle, nahezu komplett aus dunklem Holz „geschnitzte“ Einrichtung habe ich mich schon vor ein paar Jahren lobend ausgelassen. Daran hat sich nicht merklich etwas geändert.
Den Verzicht auf folkloristischen Dekoplunder rechne ich dem Laden nach wie vor hoch an. Bei einbrechender Dunkelheit trugen dann die frei von der Decke baumelnden Glühbirnen der Ausleuchtung des Raumes auf angenehm zeitgeistige Weise Rechnung.
Kurzum: ein wertiges Interieur, das zum Wohlfühlen animiert und eine gemütliche Kulisse für einen genussvollen Abend abgab.
Die Abstände zwischen den Tischen entsprachen voll den derzeitigen Pandemieauflagen. Um ehrlich zu sein finde ich als Gast diese Abstandsgebote im Inneren der Lokale sogar sehr angenehm, da es der Atmosphäre am Tisch sehr zuträglich ist. Aber das sehen die meisten Gastronomen wahrscheinlich ganz anders, da ihnen dadurch Umsatz flöten geht.
Im Sokrates fährt man seit der Wiedereröffnung ein reduziertes Speisenangebot, was mir persönlich gar nichts ausmacht, da mich die üblichen „Telefonbücher“ der hierzulande operierenden Standardgriechen mit ihrem immerzu gleichen, viel zu üppigen Angebot an Grillgerichten eher langweilen. Außerdem war mir die Saloniki-Platte aus Maikammer in fleischhaftiger Erinnerung, was mich ganz instinktiv zu Fisch und Meeresfrüchten tendieren ließ.
Und dann war da ja auch noch der Yufka-Döner, der mich mittags im Maximilian-Center zu Wörth vor dem sicheren Hungertod bewahrt hatte. Im Nachhinein natürlich ein kulinarischer Schuss ins Knie, den ich spätestens bei der Ankunft im Sokrates bitter bereute. Aber alles Jammern half nichts, der Bestellvorgang ließ sich nicht länger hinauszögern. Der Plan, zunächst mit einem Bierchen den Appetit zu wecken – klappt bei mir übrigens sehr gut – wurde mit einer Flasche Mythos (0,33l für 3,40 Euro) in die Tat umgesetzt.
Das sokratische Köchelverzeichnis passte auf eine laminierte Doppelseite im DIN-A4-Format und gab sich zumindest bei den ca. 20 gelisteten Hauptgerichten recht fleischlastig. Mit Souvlaki, Suzukakia, Bifteki, Gyros und Lammkoteletts hatte man die gängigen Grillklassiker im Repertoire. Einen gefüllten Kalamar gab es auch. Die von mir sehr geschätzte Moussaka durfte da nicht fehlen.
Anhand des Durcheinanders bei der Nummerierung der Gerichte wurde deutlich, dass man hier aus der wesentlich üppiger bestückten Standardkarte eine Auswahl getroffen hatte. Eine etwas abgespeckte Wiedereröffnungskarte also, wie man sie in vielen Gastronomien derzeit vorfindet.
Was aussah wie ein akkurat bedruckter Spickzettel – Erinnerungen an meine von Betrug gekennzeichneten Kursarbeiten im Biologie-Grundkurs der Oberstufe wurden wach –, war in Wirklichkeit eine Empfehlungskarte im Kleinstformat, die mit einem guten halben Dutzend „Außer-der-Reihe-Gerichten“ auf sich aufmerksam machte. Die meisten der hier gelisteten Köstlichkeiten griechischen Provenienz sagten mir vom Namen her nichts. Gut, dass die deutsche Erklärung in Klammer gleich mitgeliefert wurde.
Gebackene Sardellen, eine Mezes-Variation aus dem Meer für Zwei, überbackenes Gyros in Cognac-Sauce, gefüllte Teigtaschen, ein gemischter Fischteller, Tomatenbällchen an Joghurt-Dip, griechischer Grillkäse und ein traditionelles Gemista (= mit Reis bzw. Reisnudeln gefülltes Gemüse…hauptsächlich Paprika) klangen dabei genauso vielversprechend wie abwechslungsreich.
Vorweg griffen meine Frau und ich auf Bewährtes zurück. Die gegrillten Peperoni (6,70 Euro) mit ordentlich Knoblauch drauf erschienen uns mehr als adäquat, um auch gustatorisch die richtige Würze ins Spiel zu bringen.
Mein Gegenüber labte sich derweil an einem sommerlich frischen Tintenfischsalat, der auch optisch einiges hermachte.
Einen Probierhappen ließ er rüberwachsen, was meine vorher getroffene Entscheidung, die maritimen Mezes für Zwei als Hauptgericht zu ordern, bestätigte. Auch hier war nämlich der Tintenfischsalat – natürlich in einer viel kleineren Portion – mit von der Partie. Die recht geschmacksneutralen Auberginensticks mit Tzatziki, für die sich seine Frau entschieden hatte, erwähne ich an dieser Stelle nur fürs Protokoll.
Mittlerweile hatte das erste Mythos-Bier meinem Nachdurst – ich sag nur „Yufka!“ – Rechnung getragen und die Lust auf einen griechischen Weißwein brach sich so langsam in mir Bahn. Oparazzo hielt sich bei der Weinauswahl vornehm zurück, was den bereits erwähnten halben Liter Malagousia (11,20 Euro) zur Folge hatte.
Ein fruchtig-trockener Sommerwein, der mit gemäßigter Säure und gefälligen Zitrusaromen die Leckereien von Land und Meer korrespondieren sollte. Auch mein Genusskollege war von ihm angetan – auch wenn er sich vielleicht zu seinen Lammkoteletts eher etwas „Rotes“ gewünscht hätte…
Dann wurde hauptgerichtlich gegen uns vorgegangen. Oparazzos Lammkoteletts dufteten verdächtig nach ägäischem Grillglück.
Gleich vier super saftige, auf den Punkt gegrillte „Chops“ zierten in imposanter Weise seinen Teller.
Neben den stattlichen „Paidakia fantastica“ wirkte der Fischteller seiner Frau fast schon gewöhnlich. War er aber gar nicht. Zumindest die Tranche vom Lachs war von Könnerhand gebraten, wie mir ein Probierhappen verriet.
Meine Frau erfreute sich am rein vegetarischen Gemista (14,50 Euro), bei dem mich allein die Betonung auf dem „a“ an die liebe Georgia aus Leonidio erinnerte, die uns beim letzten Griechenlandurlaub im Oktober 2019 nicht nur beherbergte, sondern auch mehrere Male sehr großzügig bekochte.
Hier waren es mit Reis und Reisnudeln gefüllte Paprika und Tomate, die neben aromatisch duftenden Ofenkartoffeln in einer tiefen Keramikschale serviert wurden. Etwas Schafskäse verlieh der mit kleingehäckseltem Gemüse durchmengten Reis/Nudelfüllung zusätzlichen Schmackes.
Meine in mehreren kleinen Schälchen servierten Mezes Psarikon für Zwei (16,70 Euro) passten bis auf das separat gelieferte Knobi-Brot alle auf ein Tablett. Ein hübsch anzusehendes, nahezu komplett maritimes Potpourri unterschiedlichster Köstlichkeiten tat sich da vor mir auf.
Der Kalamarosalata (Tintenfischsalat), den ich vorher schon beim Kurstadtgourmet probieren durfte, war auch hier mit von der Partie.
Zwei Scampis in anständiger Sortierung und fast schon unanständig saftiger Textur lagen in pikant-fruchtiger Tomatensauce auf der Lauer. Sie wurden noch zusätzlich von etwas Schafskäse on Top „umamisiert“. Klein aber ganz fein.
Auch die beiden etwas verloren in ihrer Keramikschüssel wirkenden Tintenfischringe entstammten frischester Ware. Leicht mehliert und kurz frittiert – so die einfache Vorgeschichte der beiden ringförmig geschnittenen Bestandteile des beliebten Kopffüßers.
Daneben „vegetarisierte“ ein griechischer Salat aus Tomaten, Gurken, roter Zwiebel und frischer grüner Peperoni vor sich hin. Natürlich auch mit einem gewissen Quäntchen an käsiger Schafswürze versehen. Bis auf die Gurken war das genau mein Ding.
Die vier knusprig frittierten Sardellen, die es sich zusammen mit einem Schnitz Zitrone auf der anderen Seite des reich bestückten Tabletts gemütlich machten, sollten nicht unerwähnt bleiben. Zumal die „Mittelmeersprotten“ nach ihrer Zitrusdusche säurefrisch und aromatisch zugleich ihrem Komplettverzehr entgegensahen.
Und dann waren da ja noch die drei wunderbar saftigen Scheiben vom Knobi-Brot, dessen gut gebutterte Seite von frischen Kräutern kündete und eben auch genau danach duftete.
Da war kein vampirvertreibender Knollengeruch auszumachen, was mich nicht im Geringsten störte. Zusammen mit dem leichten Joghurt-Dill-Dip genossen, ergab das eine einfache, aber durchaus passende Ergänzungsbeilage zu den wohlfrittierten bzw. marinierten Raffinessen aus dem Meer.
Aber wie wäre unser kulinarischer Kurzurlaub im griechischen Teil der Karlsruher Welfenstraße ohne die beiden „Razzos“ verlaufen? Definitiv nicht so lustig und unterhaltsam. Natürlich wurde mächtig über nichtanwesende GG’ler am Tisch geplaudert (nur Lob! Isch schwör…). Besonders dem befreundeten Weser-Wesir und dem nicht minder vertrauten Solinger „Jeepster“ müssen die Ohren im Minutentakt geklingelt haben, während unseres kollegialen Austausches der manchmal gar einem kulinarischen Kolloquium glich. Dass man sich dabei flüssiger Mythen bediente, war von rein durstlöschenden Natur.
Es war ein rundum gelungener Abend, von dem wir uns noch „manni“gfaltige Wiederholungen wünschen. Und so möchte ich diesmal – die köstlichen Mezes aus dem Meer würdigend – mit einem kleinen Gedicht von Carl Zuckmayer („Hauptmann von Köpenick“) schließen.
In diesem Sinne würden wir mit den Oparazzos auch jederzeit die beiden letzten Verse des Gedichts in gastronomische Taten umsetzen. Ohne Wenn und Aber.