Wir verwenden Cookies
Wenn Sie unsere Webseiten besuchen, kann Ihre Systemsoftware Informationen in Form von Cookies oder anderen Technologien von uns und unseren Partnern abrufen oder speichern, um z.B. die gewünschte Funktion der Website zu gewährleisten.
Bremen
Bremerhaven 









Draußen vor der Fensterfront im Bremer Regen
Plunderstruck! (wie der AC/DC-Fan sagen würde...)
Gyoza - knusprig - saftig - heiß
Immer ein guter Reinkommer in die Küche Asiens
Asahi - klassisch - frugal
Zu viel Sauce verdirbt das Sushi!
Burning Sakana Roll
Das äußere Erscheinungsbild ließ zu wünschen übrig...
Drinnen sah es dagegen schon deutlich besser aus!
Kleine Bohnen mit großer Wirkung...am Gaumen ;-)
Craftbeer im Bremer Viertel...passt!
Ohne Wasabi-Mayo leider nur die Hälfte wert...
Das Frittierhuhn sah knuspriger aus als es in Wirklichkeit war
Ein kalter Bauch geht manchmal auch...

Schicker Laden!
Der Leuchtbaum zu Bremen wies uns den Weg...
Früher konnte man noch in die Küche blicken...
Penne Al Pomodoro als "Kinderportion"
Teufelspizza mit roten Scharfmachern
Ach du dickes Ei!
Außenansicht (von der Vegesacker)
Der linke Gastraum im Überblick
Besser viele frisch zubereitete Speisen als wenige...
Duckstone with pita!
Ein Körbchen voll Fladenbrot für den ersten Hunger
Lamm- und Spießgesellschaft
Die Almaz Grillplatte für 1 Person
Beilagen zur Grillplatte
Kabuli Palau mit Safran-Basmati-Reis
Des Grilltellers frische Momente
Khorescht-e Gheymeh (persisches Lammragout)
Gebratene Auberginen und Tomaten mit Joghurt-Graffiti
Mein erstes Faloodeh















Jetzt also La Cucina da Egidio, der Name ist Programm. Die Räumlichkeiten drinnen sind schick, helle Hölzer, goldenes Licht, hier will man ja Sehen und Gesehen werden. Auffällig, dass alle Tische auf einem großen Podest stehen, außer denen am Fenster. Wenn man nicht erhöht sitzt, ist der Eingang und der Weg zu den Toiletten barrierefrei. Die Anzahl der Plätze hat sich bestimmt verdoppelt, soviel zum Kürzertreten...
Die Mannschaft ist bis auf den Barmann neu, was man dem Service leider deutlich anmerkt. Da wurde vergessen und vertauscht und so etwas Abgefahrenes wie Crodino kannten die jungen Damen auch nicht. Der Chef schaute dann selbst; die Kräuterlimo gab es nicht, aber San Bitter war verfügbar. Aufgespritzt mit Prosecco an heißen Tagen ein dankbarer Aperitif. Später stieg ich auf Campari um, der Farbfamilie wegen...
In der Küche werkelten zwei junge Männer, die mich freundlich begrüßten, während ich neugierig durch den Raum schlenderte. Verantwortlich für die Speisen zeichnet Ali, ein junger Afghane, vor 7 Jahren zu Fuß nach Deutschland gekommen. Sprache gelernt, Schulabschluss gemacht, 2 Jahre Tellerwäscher und dann „Alles was ich kann, hab ich von Gidio gelernt.“ Jetzt Küchenchef. Das ist halt die andere Seite des Patrone.
Egidio höchstselbst stellte die Tagesangebote vor, darunter meine Wahl Oktopus-Salat und Seezunge. Da es nur noch ein Exemplar des edlen Plattfisches gab, teilten die Herren am Tisch brüderlich und füllten die zu befürchtende Kalorien-Lücke mit einer kleinen Portion Spaghetti Cacio e Pepe als Zwischengang auf.
Vorab gab es noch leidlich knuspriges Brot und eine weiche Kräuterbutter. Zum Beruhigen des ersten Heißhungers gut geeignet.
Die einzelnen Gänge kamen dann alle in angenehmen Abständen, die genügend Zeit zur Unterhaltung ließen. Wäre ich allein gewesen, hätte es etwas schneller gehen können.
Die im Ring angerichteten Tentakelabschnitte waren zart gekocht und in einem passenden Verhältnis mit weichen Kartoffeln vermengt. Deren Süße wurde durch einen milden Essig sehr gut aufgefangen und von Stangensellerie und etwas Basilikum ergänzt. Insgesamt ein sehr harmonischer Salat. Interessant die im Kreis angeordneten Ergänzungen, von denen mir am besten eine sahnige Komponente gefiel, die an die Burrata-Füllung erinnerte. Aber auch Granatapfelkerne schufen eine interessante Kombination.
Meine Frau hatte es offenbar noch besser getroffen und schwärmte von ihren Jakobsmuscheln mit gebratenen Artischocken in den höchsten Tönen.
Der Zwischengang überzeugte mit al dente gegarten Spaghetti, die von einer gehaltvollen Käse-Pfeffer-Sauce begleitet wurden. Statt Pecorino war der mildere Parmigiano verwendet worden und die Sauce wurde hauptsächlich zu den Nudeln serviert und nicht durchgemengt. Der schlotzigen Süffigkeit dieses leicht abgewandelten Klassikers tat das keinen Abbruch.
Inzwischen war die Sonne untergegangen und kleine Standlampen auf den Tisch gekommen, deren Licht einerseits für hübsche Farbspiele sorgte.
Aber leider die nachfolgende Seezunge auf allen Fotos unvorteilhaft erscheinen lässt.
Die scheinbar fast schwarzen Krümel waren tatsächlich knusprig gebratener Salbei, handwerklich tadellos. Für meinen Geschmack aber viel zu kräftig für den feinen Fisch, so dass ich nach der ersten Probe das „Gelump abräumte“. Die Röstung war ebenfalls sehr gelungen. Geschmacklich war das recht kleine Exemplar gut, ohne für besondere Begeisterung zu sorgen. Mein Gegenüber erledigte dankenswerterweise die Filetierarbeit für uns beide mustergültig.
Für mich endete das feine Abendessen hier; die Damen teilten sich noch einen (sicher nicht selbst gemachten) Tartuffo. Der Gastgeber genoss erst einen Grappa und dann das leicht zweischneidige Vergnügen, uns einzuladen. Das großzügige Verhalten führt dazu, dass ich zu den konkreten Preisen nichts schreiben kann; sie dürften mindestens gehoben sein. Meine Liebste meint, Vorspeisen jenseits der 20 Euro in der üblichen Karte gesehen zu haben.
Aufgrund der besonderen Atmosphäre und der sehr guten Küchenleistungen wollen wir den Besuch gerne wiederholen. Vielleicht an einem schönen Herbsttag. Dann will Egidio auch den Wintergarten fertig haben; klar, Ausruhen ist nichts für Vollblut-Gastronomen.