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Doch der Reihe nach:
Von der Tübinger Altstadt kommend, überquert man Richtung Süden die Neckarbrücke, mit herrlichem Blick auf die Stocherkähne und den Hölderlinturm. Nach wenigen Schritten, vorbei am über hundert Jahre alten Uhlandbad, erreicht man das Luca.
Wir bevorzugen deshalb den Innenbereich. Nüchtern, klassisch-modern und einer lebendigen Studentenstadt durchaus angemessen präsentiert sich die Pizzeria, die Luca Leimgruber Ende 2024 eröffnet hat.
Der Name lässt seine italienischen Wurzeln vielleicht nicht unmittelbar vermuten, doch die sind vorhanden. Zudem hat sich Leimgruber in Neapel mit der traditionellen Herstellung neapolitanischer Pizza vertraut gemacht. Das Ergebnis dieser Lehrjahre kann sich wahrlich schmecken lassen.
Das Ambiente ist eher funktional als romantisch, aber durchaus angenehm.
Wie es sich für eine Pizzeria gehört, dominieren die Pizzen das Angebot. Erfreulicherweise muss man sich dafür nicht durch fünf oder sechs Seiten italienischer Speisekartenprosa kämpfen. Gerade einmal 13 Varianten präsentiert das Haus übersichtlich auf einer Seite. Eine wohltuende Konzentration auf das Wesentliche.
Einige kleine Vorspeisen, Salate und Desserts ergänzen das Angebot. Dazu gibt es Aperitifs mit allerlei Spritz-Variationen sowie eine Weinkarte, die neben italienischen Tropfen auch jeweils einen deutschen Weiß- und Rotwein aufführt.
Serviert wird auf großen Tellern – und erfreulicherweise mit einer Schere!
Was zunächst etwas ungewöhnlich anmutet, erweist sich als ausgesprochen praktisch. Gerade bei neapolitanischer Pizza mit ihrem weichen, elastischen Teig ist die Schere ein geradezu geniales Instrument zur Portionierung. In manch anderer Pizzeria hätte ich mir ein solches Werkzeug schon sehnlichst gewünscht, wenn sich der Teig gegen Messer und Gabel mit bemerkenswerter Zähigkeit zur Wehr setzte.
Hier wäre das zwar nicht zwingend notwendig, denn auch mit herkömmlichem Besteck lässt sich die Pizza problemlos bewältigen. Aber die Schere macht das Zerteilen besonders unkompliziert und bereitet den rustikalen Genuss mit den Fingern geradezu vor.
Auf Wunsch lässt sie sich auch mit zusätzlicher San-Marzano-Tomatensauce bestellen. Für mich wäre sie dann allerdings keine wirkliche Bianca mehr – schließlich sollte eine weiße Pizza ihrem Namen auch gerecht werden.
Allen Varianten gemeinsam ist der herrlich fluffige, aromatische Rand, dessen luftige Struktur und feine Röstaromen für mich zu den großen Stärken dieser Pizzeria gehören.
Eine Anmerkung zum Preis-Leistungs-Verhältnis sei noch gestattet: Wer eine möglichst preiswerte Sättigungsbeilage zum Stadtbummel sucht, ist bei Luca nicht unbedingt an der richtigen Adresse.
Doch die Qualität der Zutaten, die sorgfältige Teigführung und die handwerkliche Zubereitung rechtfertigen nach unserem Dafürhalten diesen Aufpreis.
Auch die Weinkarte ist nicht gerade auf studentisches Niedrigbudget zugeschnitten, bietet dafür aber eine durchaus ansprechende Qualität.
Luca ist eben keine beliebige Pizza-auf-die-Hand-Adresse, sondern eine Pizzeria für Genießer, die den Unterschied zwischen einem belegten Hefefladen und einer wirklich gelungenen neapolitanischen Pizza zu schätzen wissen.
Und die Schere? Die dürfte ruhig in so manch anderer Pizzeria Schule machen.