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Direkt am Seeufer und direkt an der (leider viel befahrenen) Durchgangsstrasse zwischen Ludwigshafen und Überlingen findet man den Seeliebe Beachclub. Perfektes Urlaubsfeeling als wäre man in Ibiza oder sonstwo am Mittelmeer: viel Sand, viele Loungemöbel, dazu Technobeats, kühle Drinks und sogar ein ansprechendes Essensangebot. Hier treffen sich die Möchtegern-Schönlinge und -Reichen, die ihre Sommerbräune, ihre Tattoos, ihre knappe Garderobe zur Schau tragen möchten und sicherlich ein entsprechendes Publikum finden. Für den Betreiber auf jeden Fall ein grosser Coup und ein riesiges Erfolgsmodell.
Wir wären hier vermutlich nie gestrandet, wenn wir nicht im Hotel über der Strasse logieren würden und vom Balkon aus visuell fast mittemang im Geschehen landen würden. Zu Fuss sind es ein paar Schritte mehr, denn angesichts des ständigen Verkehrs ist die Unterführung unter der Strasse ratsam. Das Gelände zum See hin ist hier schön gestaltet und immer gut von Gästen belegt. Wer mag, kann vom Steg aus ins Wasser springen. Sonnenschirme sorgen tagsüber für Schatten und sind abends leuchtend illuminiert. Die Bestuhlung mit Liegestühlen sorgt gnadenlos für Selektion: nur die Jüngeren erheben sich leichtfüssig und grazil, die älteren Hüftsteifen haben hier mit Anlaufschmerz zu kämpfen und bleiben besser stundenlang sitzen.
Kein Problem, denn entgegen der ersten Vermutung herrscht hier keine Selbstbedienung, sondern es wird am Platz serviert. Grossartig! Im Angebot ist alles Flüssige, das nur irgendwie angesagt ist, gerne auch in riesigen XL-Gebinden oder zu Preisen, die einen die Lesebrille irritiert zurechtrücken lassen. Macht nix, wir haben Urlaub. Der Service ist fit wie ein Turnschuh, unheimlich gut drauf, aufmerksam, im Rhythmus der Technobeats umherspringend. Wer hier arbeitet, braucht kein Abo mehr fürs Gym. Meine Hochachtung!
Das Getränke- und Speisenangebot gefällt uns. Die Weinschorlen werden locker als 0,3 (6,90 Euro) oder 0,5-Liter-Arrangements angeboten, wobei zuweilen schon viel Volumen von den Eiswürfeln eingenommen wird. Dementsprechend wässrig schmeckt das Getränk dann leider auch. Beim Aperol Spritz (8,50 Euro) beeindruckt ja immer noch die Farbe. Unser dazu gestossener Freund erfreut sich am Saftschorle (4,90 Euro), da er leider noch mit dem Auto übern Bodanrück nach Hause fahren muss. Beim Mojito (10,90 Euro) hat man ebenfalls nicht mit Eiswürfeln gespart – irgendwie hat er damals auf Kuba doch etwas anders geschmeckt. Beim Essensangebot ist der Hamburger mit Fritten (16,90 Euro) keine schlechte Wahl: der Burger ist saftig, beim Fritten-Mix munden uns besonders jene aus Süsskartoffeln, dazu je ein Mini-Gläschen Heinz Ketchup und Mayo.
Als Hotelgäste haben wir das grosse Glück, der Parkplatzsuche enthoben zu sein. Denn das ist hier das riesige Manko. Leider sind wir auch nicht an jedem Tag willkommen. Am Sonntag wird hier plötzlich schon nachmittags aufgrund einer Day-Party (?) Eintritt verlangt. 5 Euro soll pro Person berappt werden. Die Konsumation kommt extra dazu. Diskussionen laufen ins Leere. Die Freunde, mit denen wir uns hier verabredet haben, schicken wir nach Hause. Den wunderbaren Seeblick haben wir auch ein paar Meter weiter an der Seepromenade, im nächsten Lokal oder von unserem Balkon aus. So ist am Seeliebe Beach wieder Platz genug für die Schönen und Reichen.