Geschrieben am 09.11.2021 2021-11-09| Aktualisiert am
09.11.2021
Besucht am 23.09.2021Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 170 EUR
Ende September verschlug es den neu formierten Wörther Gaumenvierer in die mehr durch ihren Essig als durch ihren Wein bekannte Gemeinde Venningen. Schon seltsam, obwohl das zur Verbandsgemeinde Edenkoben zählende Dorf in direkter Nachbarschaft zu namhaften Weinorten wie Maikammer, Kirrweiler und Edenkoben liegt, kennt man von hier eigentlich nur die Weinessigspezialitäten des berühmten Doktorenhofs. Zur gehobenen Pfälzer Rebsaftriege hat sich anscheinend noch kein Venninger Winzer aufschwingen können.
Auch das Weingut Bauer, dessen in keinem regionalen Restaurantführer fehlender Gutshof von Freunden deftiger Regionalküche schon seit vielen Jahren großen Zuspruch erfährt, gehört zu den nicht ganz so bekannten Produzenten im Bereich der Südlichen Weinstraße. Dafür kennt fast jeder heimische Gut- und Gernesser den Namen ihrer Gastronomie.
„Bauer’s Stuben“ sind ein durch und durch sympathischer Familienbetrieb, den ich trotz seiner guten Referenzen noch nie besucht hatte. Wahrscheinlich dem ebenfalls in Venningen ansässigen „La Vigna“, einer meiner liebsten italienischen Einkehradressen, geschuldet.
1977 eröffneten Rosemarie und Wolfgang Bauer eine Straußwirtschaft namens „Bauernstube“. In ihrem urgemütlichen Gewölbekeller wurde handfeste Hausmannskost zum eigenen Wein dargeboten. Der Gewölbekeller (an diesem Abend ungenutzt)
Ein kulinarischer Synergieeffekt, der auch heute noch in vielen Ecken der Südpfalz erfolgreich ausgenutzt wird – zumeist an den Wochenenden, wenn die Ausflügler über den Rhein kommen.
Mittlerweile ist aus der heimeligen Weinstube ein mehrfach erweitertes Restaurant mit Schlemmerscheune, In dieser Scheune lässt sich gut schlemmen!
Wintergarten, idyllischem Innenhof und einer fast schon toskanisch anmutenden Gartenterrasse hinterm Haus geworden. Allein wegen diesem, im mediterranen Stil gestalteten Genussgarten lohnt sich ein Abstecher ins gut zu erreichende, da nicht weit von der Autobahn A65 entfernt gelegene Venningen.
Es ist wirklich ein ganz besonders behagliches Fleckchen Pfalz, das die beiden Töchter Carina und Christin im Laufe der Jahre mit familiärer Unterstützung geschaffen haben. Auch wir waren schwer beeindruckt von der heimeligen Atmosphäre, die dieser Ort ausstrahlte.
Schön, dass wir unser Essen noch unter freiem Himmel genießen konnten. Später wechselten wir aufgrund der frischen Temperaturen in das urgemütliche Sandsteingemäuer. So gesehen, durften wir also gleich zwei Örtlichkeiten des Gutshofes auf Gasttauglichkeit prüfen. Nur so viel vorweg: den „Ambiente-Test“ haben sie beide mit Bravour bestanden.
Die Idee, dem Wörther Futterquartett einen Ausflug nach Venningen zu bescheren, kam von unserem Neuling, der im nicht weit entfernten Örtchen Böbingen residiert und dieses Lokal schon lange zu seinen regionalen Favoriten zählt. Die von ihm verteilten Vorschusslorbeeren bezüglich Service, Umgebung und Essensqualität sollten sich im Laufe des Abends vollends bestätigen.
Also dann „Food-Fellas“, auf nach Venningen zur Familie Bauer, wo die Gutbürgerlichkeit in ihrer besten Form zu Hause bzw. zu Hofe ist.
Der groß angelegte, hauseigene Parkplatz entspannt die Situation für die Gäste mit motorbetriebenem Mobilitätshintergrund ganz erheblich. Dennoch parkten wir unser Vehikel direkt an der Altdorfer Straße, keine 50m vom Anwesen der Familie Bauer entfernt. Unser Kollege hatte uns die letzte, an der Durchgangsstraße gelegenen Parkbucht freigehalten.
Wir betraten die Lokalität über den etwa zur Hälfte besetzten Garten. Impfnachweise wurden kontrolliert. Mit der Luca-App war auch der Check-In schnell erledigt. Als wäre der große Ansturm schon vorüber, präsentierte sich der von Olivenbäumen und anderen mediterranen Gewächsen geschmackvoll begrünte Außenbereich als wahres Weingartenidyll. Die nicht mehr komplett besetzten Tische standen in angenehmer Distanz zueinander. Um sie herum sorgte gut gepolstertes Polyrattan für komfortable Sitzverhältnisse. Gartenimpression 1
Man begrüßte uns herzlich. Kein Wunder, war doch ein Mitglied unserer Tischgesellschaft hier amtsbekannt. Vom auffallend freundlich und flink agierenden Servicepersonal hatte ich bereits im Portal Tripadvisor mehrfach gelesen. Und ja, die Jungs und Mädels machten ihre Sache richtig gut. Auf unsere Fragen hatten sie immer eine passende Antwort parat. Dabei wurde mit dem berühmten Pfälzer Charme beraten und auch der Umzug nach drinnen zu späterer Stunde problemlos über die Bühne gebracht.
Der kleine Plausch mit dem Serviceleiter, der mir bei meiner von Neugier getriebenen Inspektion der Räumlichkeiten über den Weg lief, verriet mir so einiges über die Historie des Betriebes, die gutseigenen Weine sowie die Bauer’sche Bewirtungsphilosophie, bei der die Verwendung regionaler Produkte großgeschrieben wird.
Diese finden sich auf einem recht ausgewogenen Speisenzettel wieder. Eine knappe Handvoll herzhafter Vorspeisen, ein paar fleischlose Klassiker, Salatschüsseln – sorry, Bowls natürlich – in diversen Ausstattungen, vier verschiedene Flammkuchenversionen und ein karnivorenfreundliches Repertoire an hausmannsköstlichen Hauptgerichten, die vom Wiener Schnitzel über Ossobuco bis hin zum Zwiebelrostbraten und Medaillons von der Schweinelende reichten.
Komplettiert wurde das Bauer’sche Leibspeisenprogramm von einer Reihe süßer Verlockungen sowie einem saisonal geprägten Empfehlungsschreiben, das sich schon ganz dem kulinarischen Herbst verpflichtet hatte. Das darauf abgedruckte Herbst-Menü für schlanke 34 Euro bestand aus einem Kürbiscremesüppchen, einem Kastanien-Saumagen mit Rotkraut und Bratkartoffeln sowie einer süßen Trilogie zum Abschluss. „Kannschd nid meckre!“ hörte ich den Aspiranten am Nachbartisch freudig tönen.
Außerdem tummelten sich handfeste Herzhaftigkeiten wie Schweinsroulade mit Brätfüllung, Cordon Bleu vom Landschwein sowie Steinpilz-Nudeltaschen in Trüffelsahne. Ach, könnte ich doch nur dem würzigen Knollenpilzgeschmack etwas mehr abgewinnen, ich hätte mich wahrscheinlich für das Pilzgericht entschieden.
Auf einer laminierten Karte ließ sich das offene Weinprogramm der Familie Bauer studieren. Vom einfachen Portugieser Rotwein (Viertel zu 2,80 Euro) über trocken ausgebaute Burgundersorten in Weiß, bis hin zu restsüßen Spätlesen und etwas gehaltvollerem Cabernet Sauvignon bzw. Merlot (Viertel zu 4,90 Euro) waren so ziemlich alle Rebsorten vertreten, die in der Südpfalz bevorzugt angebaut werden.
Daneben hatte man auch ein paar Flaschenweine befreundeter Winzerkollegen am Start. Einen klassischen Gutsriesling aus dem Hause Reichsrat von Buhl gab es bereits für erschwingliche 22,50 Euro. Auch die sehr fairen 29 Euro für die Black-Print-Cuvée von Markus Schneider aus Ellerstadt würden wohl nicht nur bei Sylt-Besuchern ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen.
Den besonderen Umständen geschuldet – es war der Tag des errechneten Geburtstermins unserer Tochter und obwohl sich noch nichts regte, saß ich quasi auf „glühenden Kohlen“ – verzichtete ich auf einen alkoholischen Aperitif und orderte brav einen Hugo komplett ohne (4,50 Euro). Später konnte ich allerdings dem gutseigenen Merlot nicht widerstehen und ließ ihn korrespondierend gewähren.
Meine Kollegen begnügten sich mit Mineralwasser aus dem Schwarzwald (0,75l-Flasche für 4,20 Euro), einem „echten“ Hugo mit Vol.% (5,90 Euro) und einer Flasche Bischoff Premium Pilsener (0,33l für 2,80 Euro) zum Auftakt.
Man ließ uns vier Plappermäulern genügend Zeit, um uns zuerst einmal etwas „frei“ zu quatschen. Auf die Idee, die vor uns ausliegenden, bedruckten Seiten zu lesen, kamen wir deshalb mit etwas Zeitverzögerung. Alles halb so wild, die Getränke standen da ja bereits auf dem Tisch.
Dann wurde eifrig bestellt. Ein buntes Potpourri aus Kürbissuppe, Räucherlachs auf Kartoffelrösti, Saumagencarpaccio, Cordon Bleu, Wiener Schnitzel (natürlich vom Kalb) und zweimal Rumpsteak – einmal mit Kräuterbutter, einmal mit Pfefferrahmsauce – wurde dem Küchenteam in Auftrag gegeben. Dem nicht gerade geringen Hunger der gutgelaunten Herrenrunde würde damit sicherlich Genüge getan werden. So zumindest der erste Eindruck, wenn man auf die Teller der Nachbartische schielte.
Der Service lieferte flott. Das Loblied des Kollegen über sein Kürbiscremesüppchen (7,90 Euro) ist mir heute noch im Ohr. Kürbiscremesüppchen im Weckglas
Sie wurde in einem Weckglas serviert und erhielt durch ein wenig Schnittlauch, aufgeschäumte Sahne und fein gewürzte Knuspercroutons on Top den letzten „Schliff“. Kürbiscremesüppchen im Detail
Der „Local“ neben mir hatte sich für den zu einer hübschen Rosenblüte geformten Räucherlachs auf Rösti (8,90 Euro) entschieden. Eine gute Wahl, wie mir ein kleiner Probierhappen verriet. Räucherlachs auf Rösti
Der Mann gegenüber spielte noch ein wenig auf Zeit. Allerdings in sehnsüchtiger Erwartung seines Wiener Panierstücks mit Beilagensalat.
Meine Wenigkeit erfreute sich derweil an einem Saumagencarpaccio (8,90 Euro) der besseren Art. Das Saumagencarpaccio
Allein für dessen himmlisch saure Zwiebel-Senf-Vinaigrette hatte sich der Weg nach Venningen bereits gelohnt. Die dünnen, unter dem Schmacko-Dressing lauernden Saumagenscheiben waren mit etwas Schnittlauch, halbierten Cocktailtomaten, Salatgrün und saftig-süßen Weintrauben (die Lese war ja bereits in vollem Gange!) garniert. Saumagen als Carpaccio...why not?
Dass auch der letzte Tropfen dieser Leckertunke mit Hilfe des dazu gereichten Weißbrots verputzt wurde, war dann auch keine Überraschung.
Die Vorspeisen hatten also alle gesessen. So viel stand zu diesem Zeitpunkt fest. In freudiger Erwartung auf die Hauptgänge setzte die Dämmerung ein. Die angestrahlten Bäume und Sträucher, zwischen denen wir saßen, ließen den ohnehin sehr angenehm gestalteten Außenbereich noch eine Spur lauschiger wirken. Gartenimpression 2
Das beschauliche Abendessen im allerbesten Kollegenkreis ging in die entscheidende Phase.
Da es sich im Dunkeln nicht sonderlich gut Fotografieren lässt, musste beim Abknipsen der Hauptgerichte das Handy vom Kollegen als Lichtquelle dienen. Bis dann alles im „Kasten“ war dauerte es ein wenig, was von so manchem am Tisch „högschde“ Disziplin verlangte. Der Dunkelheit geschuldet blieb dann das Cordon Bleu des schräg gegenüber von mir sitzenden, präsidialen Oberhauptes unseres Kaukonsortiums leider unverewigt.
Doch seine Zufriedenheit über den mit Kochschinken und Gouda gefüllten, dem Aussehen nach der Butterpfanne entstiegenen Fleischklassiker mit dem wohlklingenden französischen Namen (19,80 Euro) drang bis zu mir herüber. Bei allen Hauptspeisen war übrigens ein kleiner, mit schmackhaftem Essig-Öl-Dressing angemachter Beilagensalat inkludiert. Beilagensalat 1
Und der erfüllte seine Aufgabe als frischer Nebendarsteller zum deftigen Gaumenkino aus Rind, Kalb und Landschwein auf wunderbare Art und Weise. Beilagensalat 2
Gegenüber glänzten zwei herrlich mürbe Wiener Kalbsschnitzel (21,90 Euro) mit den daneben liegenden Bratkartoffeln um die Wette. Dem Schnitzelschurken, der sie anschnitt, entlockten sie jedenfalls ein breites Grinsen. Das bzw. die Wiener Schnitzel
Mein Bratkartoffelbuddy neben mir – unsere Beilagenportion kam zum Teilen auf einem großen Teller – Knusprige Kartoffelbeilage aus der Pfanne
hatte sich für das Rumpsteak mit hausgemachter Kräuterbutter entschieden. Er lobte den perfekt getroffenen Gargrad („medium“) seines Fleisches und ließ mich von der wirklich sensationellen Kräuterbutter kosten. Schon faszinierend, was Kleinigkeiten bei einem Allerweltsgericht so ausmachen können. Das Rumpsteak mit Kräuterbutter
Auf meinem Rumpsteak (wie das vom Kollegen 24,50 Euro), das übrigens wie bestellt „medium rare“ geliefert wurde, lag eine ordentliche Anzahl an Pfefferkörnern und eine Chili-Schote, deren dekorativer Zweck sich mir erst nach dem ersten kleinen, höllisch scharfen Probierstückchen erschloss, was von der gut aufgelegten Servicedame mit ungläubigem Staunen quittiert wurde. Rumpsteak mit Pfefferrahmsauce
„Hot happens!“ Mit der geschmeidigen Pfefferrahmtunke im süffigen Schlepptau und einem Klecks Sahne wurde der kleine Lapsus am Gaumen auf angenehme Weise wieder austariert.
Besonders lobenswert: die auf Basis einer kräftigen Jus und ganz ohne (zumindest schmeckbare) Helferlein kredenzte Sauce hatte genau die richtige Pfefferdosis vorzuweisen, die das zarte, schätzungsweise 200 Gramm schwere Stück vom Rinderrücken geschmacklich kurzerhand in Richtung Malabarküste verlegte. In Kombination mit der urdeutschesten aller Kartoffelbeilagen war das hedonistischer Saucengenuss ohne Reue, der auch wirklich jedem der knusprig sautierten Fitzelchen von der Pfälzer Erdfrucht zur Ehre gereichte. Bratkartoffelportion für Zwei
Schon jetzt war ich von dem hier vorherrschenden Preis-Genuss-Verhältnis mehr als angetan. Wie konnte ich so viele Jahre lang dieses besserbürgerliche Einkehridyll links liegen gelassen haben?
Je später der Abend, desto kühler wurde es im Sommergarten. Der Umzug in das schützende Sandsteingemäuer der Schlemmerscheune war unvermeidlich. Drinnen: keine Spur von unübersichtlicher „Gourmengelage“. Die meisten Gäste hatten schon den Nachhauseweg angetreten. Man platzierte uns direkt neben der Tür zum Garten. Schlemmescheune mit 3 von 4 "Food Fellas" an Bord
Auch das Innere des Gutshofs konnte sich sehen lassen. Viel wertiges, helles Holz beim Mobiliar, indirekt angestrahlte Sandsteinwände, eine mit derben Fassdauben verkleidete Decke und jede Menge Weinflaschen sorgten für genau die richtige Mischung aus gemäßigter Pfalzfolklore und zeitgemäßer Landhausoptik. Ein gutes Beispiel dafür, was eine warme, mit Bedacht installierte Beleuchtung doch so alles ausmacht. Pälzer Atmo pur!
Kaum hatten wir unsere innere Wärme zurück, stand uns der Sinn nach Süßem. Unser „Stubenältester“ (nur auf seine Gesamtverweildauer in diesem Lokal bezogen…) hatte ja bereits im Vorfeld von der geeisten Nougat-Marzipan-Lasagne (8,90 Euro) in höchsten Tönen geschwärmt. Da kam auch ich nicht umhin, mir diese Dessertkreation einzuverleiben. Zumal mich Marzipan so gut wie immer anspricht, auch außerhalb der gut gezuckerten Weihnachtssaison.
Außerdem gönnte sich ein anderer Kollege das Zitronen-Sekt-Sorbet (6,50 Euro), das mit dem hauseigenen Riesling-Winzersekt aufgegossen wurde. Der letzte im Bunde bevorzugte wie stets eine Tasse Kaffee (2,20 Euro), um sein Mahl zu beenden.
An der süßen Versuchung aus Nougatcrème und Marzipan gab es geschmacklich nichts auszusetzen. Natürlich war das nichts für Diabetiker, aber mit ihrer fluffigen Textur und dem dezenten Kalt-Warm-Kontrast konnte das „Hausdessert“ voll überzeugen. Meine Zucker-Süßspeise aka Wuchtdessert
Ein paar reife Weintrauben, eine orangefarbene Physalis und ein paar frisch aufgeschnittene Stücke von der Mango versuchten der in zwei stattliche, hübsch angeordnete „Kalorienkörper“ geteilten Zuckersüß-Speise etwas fruchtige Frische entgegenzusetzen, was jedoch nur begrenzt gelang. Dafür war die verkappte „Nougat-Marzipan-Torte“ einfach zu dominant. Nougat-Marzipan-Dessert
Ich muss gestehen, dass mir eine halbe Portion vollends gereicht hätte. Aber irgendwie schaffte ich es dann doch, auch das zweite Stück dieses Wuchtdesserts zu verdrücken. Werdende Väter können gar nicht genug Kalorien abbekommen – so der Eindruck von dem ein oder anderen Kollegen am Tisch.
Danach war aber wirklich Schluss. Da ging nichts mehr. Zumindest rein. Raus dagegen schon, wenn auch um ein paar gefühlte Kilo schwerer. Nachdem wir die Rechnung beglichen hatten verließen wir nämlich den Gutshof durch den Vordereingang. Eine letzte Gelegenheit, das imposante Anwesen noch einmal näher in Augenschein zu nehmen.
Mit der Auswahl des Gutshofs „Bauer’s Stuben“ hatte unser „Newcomer“ im Gastroquartett gut geliefert. Sein Einstand kann als gelungen bezeichnet werden. Hätte es einer Aufnahmeprüfung für diesen Böbinger Kulinarkollegen bedurft, er hätte sie wohl mit Auszeichnung bestanden.
An diesem Abend endete übrigens auch das Freiluftfuttern. Das sommerliche Dinieren unter freiem Himmel fand mit dem Umzug in die Bauer’sche Schlemmerscheune ein jähes Ende. Urgemütlich...
Nicht nur der kulinarische Herbst war bereits in vollem Gange, auch der kalendarische hatte ja einen Tag zuvor bereits Einzug gehalten.
Unser fortgeschrittenes Sättigungsgefühl und der Umstand des jahreszeitlichen Wechsels veranlassen mich, in der Nachbetrachtung dieses wunderbaren Abends, mit einem Gedicht von Friedrich von Logau (deutscher Dichter und Epigrammatiker des Barocks, Anm.) zu schließen:
„Der Frühling ist zwar schön,
doch wenn der Herbst nicht wär,
wär zwar das Auge satt,
der Magen aber leer!“
Ja. Kann man so stehen lassen…
Ende September verschlug es den neu formierten Wörther Gaumenvierer in die mehr durch ihren Essig als durch ihren Wein bekannte Gemeinde Venningen. Schon seltsam, obwohl das zur Verbandsgemeinde Edenkoben zählende Dorf in direkter Nachbarschaft zu namhaften Weinorten wie Maikammer, Kirrweiler und Edenkoben liegt, kennt man von hier eigentlich nur die Weinessigspezialitäten des berühmten Doktorenhofs. Zur gehobenen Pfälzer Rebsaftriege hat sich anscheinend noch kein Venninger Winzer aufschwingen können.
Auch das Weingut Bauer, dessen in keinem regionalen Restaurantführer fehlender Gutshof von Freunden... mehr lesen
Bauer's Stuben
Bauer's Stuben€-€€€Restaurant063232734Altdorfer Straße 3, 67482 Venningen
4.5 stars -
"Entspannte „Gourmengelage“ dank hervorragender Hausmannskost in einem Pfälzer Traditionsbetrieb" Ehemalige UserEnde September verschlug es den neu formierten Wörther Gaumenvierer in die mehr durch ihren Essig als durch ihren Wein bekannte Gemeinde Venningen. Schon seltsam, obwohl das zur Verbandsgemeinde Edenkoben zählende Dorf in direkter Nachbarschaft zu namhaften Weinorten wie Maikammer, Kirrweiler und Edenkoben liegt, kennt man von hier eigentlich nur die Weinessigspezialitäten des berühmten Doktorenhofs. Zur gehobenen Pfälzer Rebsaftriege hat sich anscheinend noch kein Venninger Winzer aufschwingen können.
Auch das Weingut Bauer, dessen in keinem regionalen Restaurantführer fehlender Gutshof von Freunden
Über einen Gutscheinanbieter waren wir mal wieder auf das Restaurant "Pasalo Bien" aufmerksam geworden.
Das Restaurant bietet ein Vier-Gänge-Menü an:
1. Brot mit Aioli und Oliven
2. Garnelen, Ziegenkäse und Schinken
3. Entrecote mit Gemüse und Rosmarinkartoffeln oder Doraden-Filet
4. Dessert-Variationen.
Das Essen ist wirklich sehr gut und! Sonderwünsche werden berücksichtigt.
Dazu hat das Haus auch leckere Weine im Keller.
Auch der Service ist sehr aufmerksam.
Der Preis war durch den Gutschein sehr gut, viel mal Menü für ca. 100Euro plus Getränke.
Wir waren nicht zum letzten Mal dort.
Über einen Gutscheinanbieter waren wir mal wieder auf das Restaurant "Pasalo Bien" aufmerksam geworden.
Das Restaurant bietet ein Vier-Gänge-Menü an:
1. Brot mit Aioli und Oliven
2. Garnelen, Ziegenkäse und Schinken
3. Entrecote mit Gemüse und Rosmarinkartoffeln oder Doraden-Filet
4. Dessert-Variationen.
Das Essen ist wirklich sehr gut und! Sonderwünsche werden berücksichtigt.
Dazu hat das Haus auch leckere Weine im Keller.
Auch der Service ist sehr aufmerksam.
Der Preis war durch den Gutschein sehr gut, viel mal Menü für ca. 100Euro plus Getränke.
Wir waren nicht zum letzten Mal dort.
Pasalo Bien
Pasalo Bien€-€€€Restaurant040 87603466Barmbeker Str. 70, 22303 Hamburg
4.0 stars -
"Gut essen in Barmbek" Ehemalige UserÜber einen Gutscheinanbieter waren wir mal wieder auf das Restaurant "Pasalo Bien" aufmerksam geworden.
Das Restaurant bietet ein Vier-Gänge-Menü an:
1. Brot mit Aioli und Oliven
2. Garnelen, Ziegenkäse und Schinken
3. Entrecote mit Gemüse und Rosmarinkartoffeln oder Doraden-Filet
4. Dessert-Variationen.
Das Essen ist wirklich sehr gut und! Sonderwünsche werden berücksichtigt.
Dazu hat das Haus auch leckere Weine im Keller.
Auch der Service ist sehr aufmerksam.
Der Preis war durch den Gutschein sehr gut, viel mal Menü für ca. 100Euro plus Getränke.
Wir waren nicht zum letzten Mal dort.
Besucht am 02.11.2021Besuchszeit: Abendessen 6 Personen
Rechnungsbetrag: 178 EUR
Glücklicherweise verändern sich nicht alle Dinge in der Pandemie. Das Taormina ist immer noch in der Fuhle und wird immer noch vom "alten Team" betrieben. Auch der nicht so tolle Eingangsbereich ist geblieben, allerdings auch der nette und aufmerksame Service. Auch wir haben unsere Angewohnheiten beibehalten und beginnen mit Bruschetta und Insalada-Taormina, danach Pizza Calzone und Scaloppini Gorgonzolla und schließen das Menü mit einer Dessertplatte ab. Es müssen sich ja auch nicht alle Dinge ändern.
Die Preise haben gefühlt etwas angezogen, dafür ist die Bestuhlung nicht mehr so eng.
Ein Besuch lohnt immer noch.
Glücklicherweise verändern sich nicht alle Dinge in der Pandemie. Das Taormina ist immer noch in der Fuhle und wird immer noch vom "alten Team" betrieben. Auch der nicht so tolle Eingangsbereich ist geblieben, allerdings auch der nette und aufmerksame Service. Auch wir haben unsere Angewohnheiten beibehalten und beginnen mit Bruschetta und Insalada-Taormina, danach Pizza Calzone und Scaloppini Gorgonzolla und schließen das Menü mit einer Dessertplatte ab. Es müssen sich ja auch nicht alle Dinge ändern.
Die Preise haben gefühlt etwas angezogen, dafür ist die Bestuhlung nicht mehr so eng.
Ein Besuch lohnt immer noch.
Ristorante Taormina
Ristorante Taormina€-€€€Restaurant, Trattoria, Pizzeria040616909Fuhlsbüttler Straße 227, 22307 Hamburg
3.5 stars -
""Italien in Barmbek" Ehemalige UserGlücklicherweise verändern sich nicht alle Dinge in der Pandemie. Das Taormina ist immer noch in der Fuhle und wird immer noch vom "alten Team" betrieben. Auch der nicht so tolle Eingangsbereich ist geblieben, allerdings auch der nette und aufmerksame Service. Auch wir haben unsere Angewohnheiten beibehalten und beginnen mit Bruschetta und Insalada-Taormina, danach Pizza Calzone und Scaloppini Gorgonzolla und schließen das Menü mit einer Dessertplatte ab. Es müssen sich ja auch nicht alle Dinge ändern.
Die Preise haben gefühlt etwas angezogen,
Geschrieben am 01.11.2021 2021-11-01| Aktualisiert am
01.11.2021
Besucht am 15.09.2021Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 43 EUR
…und zwar in der von außen recht unscheinbaren Vereinsgaststätte des Karlsruher FC Südstern 06, deren 1.Mannschaft in der Kreisklasse A (Kreis Karlsruhe) derzeit im sicheren Mittelfeld der Tabelle rangiert und am letzten Spieltag eine derbe Klatsche gegen den SSV Ettlingen kassierte.
So viel fußballerisches Halbwissen sei hier mal vorangestellt, da sich zwei der chinesischen Futterphilosophie zugewandte Genussathleten in ungewohnt sportlicher Umgebung – erste gemeinsame Einkehr in einer Vereinsgaststätte (!) – auf den Weg nach Fernkost begaben.
Über den Background des Karlsruher Yangda-Konsortiums hat mein guter Gaumenfreund ja schon in seiner unverwechselbaren Art referiert. Er kennt alle beiden Filialen – laut Homepage sind es derer zwei, vielleicht existiert die dritte Dependance in der Kaiserstraße ja nicht mehr – dieser erfreulich unprätentiösen, jedoch recht authentisch auftischenden China-Gastronomie in der Fächerstadt.
Da saßen wir also in trauter Herrenrunde an einem Mittwochmittag auf dem Balkon des Yangda im Stadtteil Dammerstock, der sich etwas südlich des Zentrums erstreckt und zur Zeit der Weimarer Republik dank Walter Gropius (Bauhaus) und Konsorten zu einem der wichtigsten Beispiele für die Kunst des „Neuen Bauens“ avancierte.
Doch was interessierte uns die dort vorherrschende Zeilenbauweise mit dem Ziel einer optimalen Besonnung? Hatten wir doch sowieso Letztere im Herzen als wir das gemeinsame Mittagsmahl begingen. Und das, obwohl unsere beiden Herzensdamen nicht mit von der Partie waren. Meine bessere Hälfte musste aufgrund ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft und den dazugehörigen Begleiterscheinungen passen. Frau Oparazzo wohl aus Gründen der Solidarität mit ihr.
Mit einem alkoholfreien Hoepfner Pils (2,90 Euro) – der Mann musste ja schließlich noch den serpentinenreichen Weg zum Herrenalber Hochplateau unter Verwendung seines persönlichen Kraftwagens erklimmen – und einem Fläschchen Tsingtao (auch 2,90 Euro) – der junge Wörther gab sich ganz bewusst weltmännisch – bewaffnet, bliesen wir zum kulinarischen Sturm auf die reich gefüllte Speisenkammer des sympathischen Vereinslokals, dem man eines sicherlich nicht nachsagen konnte, nämlich der zeitgeistigen Ponzu-Yuzu-Shiso-Dashi-Mode hinterherzurennen.
Hier in der von außen eher an eine schaurige Schnitzelstube erinnernden Speisegaststätte erwarteten wir keine avantgardistische Verblüffungsküche der asiatischen Art, sondern kompetent Gewoktes – auch gerne jenseits ausgetretener Schweinefleisch-süß-sauer-Pfade.
Unser Hunger war groß. Mein verspätetes Erscheinen schien den lechzenden Rentner klammheimlich in Richtung Unterzucker zu bugsieren. Eine schnelle Entscheidung war jedoch gar nicht so einfach, da ich mir als Neuling zunächst einen Überblick über die üppige Speisenauswahl mit Hilfe der komplett laminierten Karte verschaffen wollte. Anmerkungen und Tipps meines gegenübersitzenden Tofumeisters sog ich indes ein wie das zuvor bestellte Leichtbier aus der Volksrepublik.
Wohl um eine bessere Vorstellung von den einzelnen Gerichten zu bekommen, wurden sie alle mit einem kleinen Foto in der Speisenkarte versehen. Für die hier einkehrende Klientel aus China – die Universitätsstadt Karlsruhe gibt sich heute internationaler denn je – sind die Gerichte sogar in den Schriftzeichen ihres Landes abgedruckt.
Ich staunte nicht schlecht, las ich doch von Schweinezungen mit Lauchzwiebeln, tausendjährigen Eiern (für Historiker nicht uninteressant), Schweineohren und gebratenem Schweinemagen mit Paprika. Wenn eine Nation das Borstenvieh (egal ob juvenil oder senil) komplett verwertet, dann sind es wohl die Chinesen, ging es mir durch die Birne.
Um den Dammerstocker Aromafrieden am Tisch nicht zu gefährden, einigten wir uns im Stile daoistischer Geschmackszwillinge auf drei Tellergerichte:
Herr Yin sicherte beim doppelt gebratenen Schweinebauch mit Zwiebeln und Paprika (8,90 Euro) seine vollste Unterstützung zu und ließ sich gleichzeitig von seiner Lammfleisch-mit-Kreuzkümmel-Idee (11,90 Euro) nicht abbringen, was auch dem Herrn Yang aromatisch sehr zu Pass lief. Dieser wiederum setzte das Hühnerbeinfleisch nach guter alter Gong-Bao-Sitte (10,90 Euro) – einem Klassiker aus der südchinesischen Provinz Szechuan – durch.
Für die Daheimgebliebenen orderten wir zwei Portionen des ebenfalls aus dem Südwesten Chinas stammenden Scharfmachers namens „Mapo Tofu“ (jeweils 7,90 Euro), ein mir bis dahin völlig unbekannter Zungenerhitzer aus Tofuwürfeln und Schweinehack, der meiner Frau und mir am Folgetag mit seiner fast den Tatbestand der Körperverletzung erfüllenden, höllisch scharfen Reiswein-Soja-Chilisoße aber sowas von einheizte.
Die Portionen im Yangda geraten zwar nicht in den Verdacht „Schmalhansens Notrationen“ zu sein, sind aber auch nicht übertrieben üppig angelegt. Klar hätten auch zwei Tellergerichte gereicht, zumal das Ganze ja mit einer ordentlichen Menge Klebereis verspachtelt wurde, aber allein der kulinarischen Neugier willen geriet unser Mittagslunch zur genussvollen Drei-Teller-Orgie, die uns später schwer gesättigt in die jeweilige Heimat entließ.
Der doppelt gebratene Schweinebauch brachte dabei genau die richtige Würze aufs Porzellan, die den in dünnen Scheiben servierten, knusprig-zarten Leckerbissen gerecht wurde. Best Schweinebauch in Town
Keine Ahnung, ob da auch ein wenig in die Glutamat-Tüte gegriffen wurde. In der Karte war jedenfalls nur Kartoffelmehl als „Stärkemittel“ ausgewiesen. Knackige Zwiebeln und Paprika ergänzten den chinesischen Schweineklassiker um ein paar frische Aspekte. Ein rundum gelungener Einstieg, der mir das „Mit-den-Stäbchen-essen“ ganz schnell abgewöhnte, da sich mein Appetit nicht so recht mit meiner semiprofessionellen Klemmakrobatik vertragen wollte. For Bauch-Buddies only!
Die mit Kumin verfeinerten Lammfetzen kamen geschmacklich hervorragend ausbalanciert aus dem Wok. Ich war überrascht, wie gut sich das häufig in der Küche des Nahen Ostens anzutreffende, intensiv duftende Gewürz mit dem Fleisch vertrug. Denn der gerne zur Aromentyrannei neigende Kreuzkümmel unterhielt sich mit den zarten, überhaupt nicht totgebratenen Lammschnipseln „auf Augenhöhe“. Keine Frage, das Leib- und Seelengericht des promovierten Chineasten aus Bad Herrenhalb hielt auch den Erwartungen seines Asia-Azubis stand. Ein Teller wie geschaffen für perpetuales Dauerdinieren in bester Gesellschaft. Kreuzkümmel-Lamm
Teller Nummer Drei hatte zartes Hühnerschenkelfleisch mit einer an Teriyaki erinnernden, etwas dickflüssigeren Sauce auf Sojabasis zu bieten. Hühnerbeinfleisch nach Gong-Bao-Art
Zwischen dem saftigen Geschnetzelten vom Huhn tummelten sich eher grob geschnittene Frühlingszwiebeln, getrocknete Chilischoten und jede Menge Erdnüsse. Nochmal das Gong-Bao-Huhn im Detail
Szechuan-Pfeffer, Ingwer und Knoblauch waren weitere Mitstreiter auf dem Teller, die sich allerdings in wohltuender Zurückhaltung übten. Der Versuch, eine der roten Schoten zumindest teilweise zu verzehren, scheiterte jäh und hinterließ am Gaumen verbrannte Erde.
Nach dem Motto: „Versuch macht kluch“ wurden die restlichen Scharfmacher geflissentlich aussortiert. Neben ein paar groß geschnittenen Zwiebelstücken und etwas Frühlingslauch waren sie jedoch die einzigen Überbleibsel unseres Mittagsmahls, wie die ansonsten blank geputzten Teller bewiesen. "Hat's geschmeckt?"...."Äh, ja...."
Wie zufrieden doch ein gutes Essen mit einem Gleichgesinnten macht. Und das ganz ohne Spektakel auf dem Teller oder Hochartistik am Herd. Konfuzius sagte mal: „Es gibt niemanden, der nicht isst und trinkt, aber nur wenige, die den Geschmack zu schätzen wissen.“ Schön, wenn man sich mit solch einem Mitstreiter ein Mittagessen teilen darf.
„Danke für diese wohlschmeckende Asia-Erfahrung, Herr Yin.“ sagte Herr Yang und fügte noch hinzu: „Ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen.“ Dann trennten sich ihre Wege und die „Mapo-Tofu-Leiden“ des jungen Wörthers nahmen ihren Lauf…
…und zwar in der von außen recht unscheinbaren Vereinsgaststätte des Karlsruher FC Südstern 06, deren 1.Mannschaft in der Kreisklasse A (Kreis Karlsruhe) derzeit im sicheren Mittelfeld der Tabelle rangiert und am letzten Spieltag eine derbe Klatsche gegen den SSV Ettlingen kassierte.
So viel fußballerisches Halbwissen sei hier mal vorangestellt, da sich zwei der chinesischen Futterphilosophie zugewandte Genussathleten in ungewohnt sportlicher Umgebung – erste gemeinsame Einkehr in einer Vereinsgaststätte (!) – auf den Weg nach Fernkost begaben.
Über den Background des... mehr lesen
4.5 stars -
"Erst war der „Yin“ und dann auch der „Yang“ da…" Ehemalige User…und zwar in der von außen recht unscheinbaren Vereinsgaststätte des Karlsruher FC Südstern 06, deren 1.Mannschaft in der Kreisklasse A (Kreis Karlsruhe) derzeit im sicheren Mittelfeld der Tabelle rangiert und am letzten Spieltag eine derbe Klatsche gegen den SSV Ettlingen kassierte.
So viel fußballerisches Halbwissen sei hier mal vorangestellt, da sich zwei der chinesischen Futterphilosophie zugewandte Genussathleten in ungewohnt sportlicher Umgebung – erste gemeinsame Einkehr in einer Vereinsgaststätte (!) – auf den Weg nach Fernkost begaben.
Über den Background des
Geschrieben am 22.10.2021 2021-10-22| Aktualisiert am
23.10.2021
Besucht am 11.09.2021Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 13 EUR
Ich habe mir lange überlegt, ob ich hier auf GG ein paar Worte über die Bühlhofschänke verliere. Macht es Sinn, eine Gastronomie zu rezensieren, in der man sich zu zweit lediglich ein Hauptgericht und eine Flasche Mineralwasser teilte?
Keine Ahnung, aber verdient haben es die freundliche Chefin, Frau Luise Veiock, und ihr Team allemal. Zumal ich während des Lockdowns echt meine Zweifel hatte, ob diese alteingesessene Einkehradresse etwas außerhalb von Oberschlettenbach jemals wieder öffnen würde.
Anfang Juni tat sie das dann tatsächlich wieder. Viele Wanderer, die in der Gegend um die Burgruine Lindelbrunn, den Bärenbrunnerhof und die Ruine Drachenfels (bei Busenberg) unterwegs sind, können sich nun wieder an dem tollen Blick hinüber zum Rödelstein und zur Burgruine Lindelbrunn erfreuen und sich mit handfesten Pfälzer Tellern stärken.
Denn die Bühlhofschänke liegt strategisch gut und lässt sich deshalb hervorragend mit anderen Einkehrmöglichkeiten kombinieren. Cramerhaus, Bärenbrunnerhof, Drachenfelshütte und das Wanderheim Dicke Eiche sind auch für Genusswanderer gut erreichbar und bieten dem hungrigen Ausflügler neben der obligatorischen Riesling-Schorle auch deftige Hausmannskost zu äußerst moderaten Preisen.
Zu dieser Reihe empfehlenswerter Verpflegungsstätten zwischen Hauenstein, Dahn und Vorderweidenthal lässt sich auch die Bühlhofschänke zählen, die das Ziel unserer letzten längeren Wanderung im September war. Meine zu dieser Zeit bereits hochschwangere Gattin steckte die am Fuße der Buhlsteine (beliebte Kletterfelsen!) vorbeiführende, an sich harmlose Wanderroute von rund 5 Kilometern (einfache Strecke) sehr gut weg.
Dass wir auf dem Rückweg noch den kompletten Buhlsteingrad erwanderten und zur Krönung hoch auf den Buhlsteinpfeiler – einem Aussichtsfelsen von Rang – stiegen, tat sie sicherlich auch ihrem kletterabstinenten Ehemann zuliebe.
Vielleicht klappte der letzte Anstieg auch nur wegen der vorher genossenen Schweinskost, die wir uns auf der Terrasse des urigen Holzhauses nahe Oberschlettenbach schmecken ließen. Der stattliche Holzbau
Was mit 10,80 Euro in der von deftigen Pfälzer Tellern kündenden Speisenkarte stand, firmiert hier landläufig unter dem Namen „Schiefer Sack“. Seinen Ursprung kenne ich nicht, aber vielleicht weiß ja der Urpfälzer aus dem Saarland dazu mehr.
Egal, die Kombination aus Bratwurst, Leberknödel und Sauerkraut erschließt sich für jeden guten Appetitler quasi von selbst. An der braunen Sauce zum Leberknödel sollte man sich nicht stören. Diese wird von jedem ehrlich agierenden Metzgersmann zusammen mit den darin schwimmenden „Läwwerkneedl“ gleich mitgeliefert. Und ehrlich gesagt, so ein kleiner See aus würziger Bratentunke, in dem sich der säuerliche Krautberg spiegelt, gehört einfach ins kulinarische Landschaftsbild der Pfalz. Der "Schiefe Sack"
An der Qualität der beiden Fleischwaren gab es nichts zu beanstanden. Bratwurst und Innereienkloß lagen wohlgepfeffert auf der nostalgisch anmutenden Porzellanscheibe mit Blümchenmuster. Da schien vorher ein fachkundiger Fleischer am Werk gewesen zu sein. Dem ausreichend lange eingekochten und deshalb tadellos weichen Sauerkraut verhalfen die nicht zu sparsam verwendeten Senfkörner zu noch mehr Geschmack. Deftiges Zwei-...äh Dreigestirn
Die Flasche Mineralwasser (0,7l für 3 Euro) brauchten wir dann auch, denn die fleischerne Zweifaltigkeit, die wir zusammen mit dem herzhaften Krauthügel genossen, machte mindestens genauso durstig wie die kleine Wanderung davor.
Übrigens wurde auch hier der Pandemie adäquat Rechnung getragen. Name und Anschrift zwecks Nachverfolgung durften wir ganz unkonventionell auf einem kleinen Zettel eintragen. Da wir das Essen unter freiem Himmel einnahmen, wurde auf das Vorzeigen der Impfnachweise verzichtet.
Wie gut, dass es auf den Wanderwegen im Pfälzerwald genügend zünftige Schänken und Hütten gibt. Sie haben als kulinarische Anlaufstellen nicht nur stärkende, sondern auch erholende Funktion. Von der geselligen ganz zu schweigen. Die Bühlhofschänke ist dazu noch eine sehr sympathisch geführte Waldwirtschaft, in der grundsolide Pfalzmannskost zu erschwinglichen Preisen aufgetischt wird.
Da verzeiht der sandsteinaffine Kletterer auch den etwas kitschig wirkenden Nachbau des Teufelstisches (berühmter Tischfelsen bei Hinterweidenthal) im Vorgarten und freut sich schon auf einen baldigen Besuch zu dritt.
Ich habe mir lange überlegt, ob ich hier auf GG ein paar Worte über die Bühlhofschänke verliere. Macht es Sinn, eine Gastronomie zu rezensieren, in der man sich zu zweit lediglich ein Hauptgericht und eine Flasche Mineralwasser teilte?
Keine Ahnung, aber verdient haben es die freundliche Chefin, Frau Luise Veiock, und ihr Team allemal. Zumal ich während des Lockdowns echt meine Zweifel hatte, ob diese alteingesessene Einkehradresse etwas außerhalb von Oberschlettenbach jemals wieder öffnen würde.
Anfang Juni tat sie das dann... mehr lesen
4.0 stars -
"Alteingesessene Wanderadresse in herrlicher Lage" Ehemalige UserIch habe mir lange überlegt, ob ich hier auf GG ein paar Worte über die Bühlhofschänke verliere. Macht es Sinn, eine Gastronomie zu rezensieren, in der man sich zu zweit lediglich ein Hauptgericht und eine Flasche Mineralwasser teilte?
Keine Ahnung, aber verdient haben es die freundliche Chefin, Frau Luise Veiock, und ihr Team allemal. Zumal ich während des Lockdowns echt meine Zweifel hatte, ob diese alteingesessene Einkehradresse etwas außerhalb von Oberschlettenbach jemals wieder öffnen würde.
Anfang Juni tat sie das dann
Geschrieben am 19.10.2021 2021-10-19| Aktualisiert am
20.10.2021
Besucht am 16.10.2021Besuchszeit: Abendessen 7 Personen
Mein Schwiegervater hatte anlässlich seines Geburtstages die Familie ins La Forchetta in der Südstadt Hannovers eingeladen. Der Tipp kam von seinem Enkel, der eine Weile in der Südstadt gewohnt hatte. Vor dem Restaurant trafen wir Ryanair mit seiner neuen Lebenspartnerin (seine Frau ist leider verstorben). Da er schräg gegenüber des Restaurants wohnt, bekräftigte er noch einmal, das La Forchetta habe sich sehr gut entwickelt, und der Besuch lohne sich.
Wir waren pünktlich um 18:00 Uhr per Taxi angekommen. Wir betraten das Restaurant maskiert und setzten uns an den für acht Personen vorbereiteten Tisch. Eine Kontaktdatenerfassung oder ein Einloggen per Luca gab es nicht. Auch Impfpässe wollte niemand sehen.
Drei männliche Servicekräfte (ein gestandener Grauhaariger und zwei junge) wuselten durch den Gastraum, der ca. 50 Personen Platz bietet. Der Altkellner kam alsbald an unseren Tisch und fragte nach einem Aperitifwunsch. Es gab Champagner glasweise. So nahmen die Schwiegereltern und wir je eines davon. Nur meine Schwägerin nahm noch einen Aperol spritz. Die anderen waren Biertrinker.
Die Speisekarten wurden und überreicht mit der Bitte, eine paar Exemplare nach hinten durchzureichen. Die dicke Weinkarte bekam ich.
Zum Essen bestellte ich eine Flasche Regaleali Nero d’avola und für meine Schwiegermutter ein Glas Pinot grigio. Wasser bekamen wir in den recht ansehnlichen blauen Flaschen von Aqua morelli. Unser Wein Das Wasser von Morelli
Schwager und Neffe verzichteten auf eine Vorspeise und wollten nur jeder eine Pizza.
Sehr gutes Baguette in kleinen Körbchen und als Aufstrich ein weißer Frischkäse standen inzwischen auf dem Tisch. Noch ahnten wir nicht, dass wir damit sehr lange Wartezeiten überbrücken mussten. Ich bin ja recht leicht glücklich zu machen, wenn ich frisches italienisches Weißbrot und einen halbwegs trinkbaren Rotwein vor mir habe. Trotz intensiven Kauens kleiner Bissen und vorsichtigem Nippen am Rotwein war bald Nachschub erforderlich. Sehr gutes Weißbrot
Es dauerte nämlich bis 18:50 Uhr, bis unsere Vorspeisen kamen. Ich hatte ein Carpaccio di Manzo gewählt. Seit langer Zeit war dies das dürftigste, das ich jemals gegessen habe. Ich denke, es war eine Lage vom Metro-Zehnerpack (800g). Das muss ja erst auftauen. Aufgehübscht war mein Teller mit ein paar Tropfen Öl, ein paar Pinienkernen, einem Berg Rucola und einigen Parmesanspänen. Wenn ich gewusst hätte, dass nun eine Wartezeit von mehr als einer Stunde folgte, hätte ich sicher bedächtiger gekaut. So musste eine zweite Flasche Rotwein entkorkt werden. Carpaccio di Manzo
Die Vorspeise meiner Frau war – wie immer – Vitello tonnato. Es kam eine sehr überschaubare Portion von gerade noch rosa schimmernden Kalbfleisches, vermengt mit der Thunfischsoße, verziert mit einigen Tomatenvierteln und einem Kapernapfel. Die Verzierungen waren natürlich mir vorbehalten. Vitello tonnato
Um 20:00 Uhr, 10 Minuten nachdem mein Schwiegervater etwas laut geworden war, kamen unsere Hauptspeisen bis auf die Pizza meines Neffen. Diese sei leider verbrannt, und werde neu gemacht. Dass ausgerechnet er, auf dessen Anregung wir hier waren, nun mehr als zwei Stunden vor seinem leeren Teller saß, tat mir leid.
Ich hatte das Perlhuhn auf Morchelrisotto gewählt. Das Fleisch in Supremeschnitt war exzellent gegart, saftig und rosa. Das Risotto war leider nicht durch, so dass man bei den Reiskörnern einen deutlichen Rohgeschmack im Mund hatte. Der Klecks transparent auf den Teller gestrichener Bratensoße war schmackhaft, aber eben sehr wenig. Perlhuhn/Morchelrisotto
Die Hauptspeise meiner Frau war 15 Euro teurer, ein Stück Rinderfilet von maximal 200 g mit Rahmwirsing und römischen Nocken. Letztere waren beherrscht vom Polentagrieß und blieben weitgehend auf dem Teller, weil die wiederum dünn ausgestrichene Soße nicht ausreichte die Grießdreiecke etwas saftiger zu machen. Rinderfilet mit römischen Nocken
Gegen 21:00 Uhr war auch unser Neffe mit seiner nachgelieferten Pizza fertig, meine Frau klagte über überbeanspruchtes Sitzfleisch und beim Gedanken an unsere Katzen, die es nicht mehr gewohnt sind, länger allein zu bleiben, trommelte sie mit den Fingern auf dem Tisch. An ein Dessert war somit nicht mehr zu denken.
Wir baten um eine Taxibestellung und strebten, vorbei an einer mit Büchern beladenen Berkel-Aufschnittmaschine, zum Ausgang. Draußen wartet bereits der sechste Lieferandofahrer auf seine Auslieferspeisen. Nun war klar, wie diese völlig indiskutablen Wartezeiten entstehen. Lieferando hat offensichtlich Vorrang gegenüber den anwesenden Gästen. Blick durchs Lokal
Zu Hause erwarteten uns die stets zufrieden dicke Katze und der Bengale mit zitterndem Schwanz. Als dieser in der Dunkelheit verschwunden war, machte meine Frau sich noch ein Ciabattadrittel mit Bratwurst. Ich hatte am Vortag ein wenig auf Vorrat gegrillt.
Die Bilder von Wasser und Wein muss man anklicken, um sie richtig zu sehen.
Mein Schwiegervater hatte anlässlich seines Geburtstages die Familie ins La Forchetta in der Südstadt Hannovers eingeladen. Der Tipp kam von seinem Enkel, der eine Weile in der Südstadt gewohnt hatte. Vor dem Restaurant trafen wir Ryanair mit seiner neuen Lebenspartnerin (seine Frau ist leider verstorben). Da er schräg gegenüber des Restaurants wohnt, bekräftigte er noch einmal, das La Forchetta habe sich sehr gut entwickelt, und der Besuch lohne sich.
Wir waren pünktlich um 18:00 Uhr per Taxi angekommen. Wir betraten das... mehr lesen
Ristorante La Forchetta
Ristorante La Forchetta€-€€€Restaurant, Pizzeria05118503808Geibelplatz 1, 30173 Hannover
4.0 stars -
"Zwei Stunden bis zum Hauptgericht sind einfach zu lang." Ehemalige UserMein Schwiegervater hatte anlässlich seines Geburtstages die Familie ins La Forchetta in der Südstadt Hannovers eingeladen. Der Tipp kam von seinem Enkel, der eine Weile in der Südstadt gewohnt hatte. Vor dem Restaurant trafen wir Ryanair mit seiner neuen Lebenspartnerin (seine Frau ist leider verstorben). Da er schräg gegenüber des Restaurants wohnt, bekräftigte er noch einmal, das La Forchetta habe sich sehr gut entwickelt, und der Besuch lohne sich.
Wir waren pünktlich um 18:00 Uhr per Taxi angekommen. Wir betraten das
Geschrieben am 10.10.2021 2021-10-10| Aktualisiert am
10.10.2021
Besucht am 22.08.2021Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 39 EUR
Kaum war der Umzug nach Wörth erfolgreich überstanden, verschlug es den gastronomischen Großinquisitor aus der Pfalz samt besserer Hälfte in sein näheres Umfeld zu einer ersten kulinarischen Bestandsaufnahme vor Ort. Denn im Gegensatz zur gastronomischen Diaspora Steinweiler hat die Stadt Wörth zusammen mit ihrer „Außenstelle“, dem Ortsbezirk Maximiliansau, doch einige Einkehradressen mehr zu bieten.
Gut, das einstige Aushängeschild der heimischen Feinschmeckerei, das Gourmetlokal „Zur Einigkeit“ vom Klöffer Franz – Gott hab‘ ihn selig! –, gibt es seit fast 10 Jahren nicht mehr. Eine Genusslücke, die leider nie mehr geschlossen wurde.
Jedoch gibt es für Freunde deftiger Hausmannskost eine ganze Reihe gutbürgerlich ausgerichteter Gasthäuser, die dem gemeinen Volkshunger nicht selten mit handfester Fleischhaftigkeit begegnen. Ein paar dieser – teilweise alteingesessenen – Sättigungsinstitute werde ich in den nächsten Monaten etwas näher beleuchten.
Über die ebenfalls in Maximiliansau beheimatete Gockelburg, diesen etwas anachronistisch anmutenden, mittlerweile schon zum Wörther Kulturgut zählenden Prototyp einer urigen Hähnchenbutze, habe ich bei GG ja bereits ausführlich berichtet. Und auch das von der gleichen Betreiberfamilie unterhaltene, in direkter Nachbarschaft befindliche Restaurant Bajazzo habe ich vor ein paar Jahren unter Messer und Gabel genommen.
Dagegen fiel meine Abhandlung über die geballte Gutbürgerlichkeit der immer noch existierenden, ebenfalls in Maximiliansau ansässigen Kaminstubb dem Niedergang unseres geliebten RK-Portals zum Opfer.
Aber keine Sorge liebe Rumpsteak- und Schnitzelschwelger, auch die kernigen Karnivorenteller dieses altehrwürdigen Gasthauses wird der Hausmannskosthasardeur in spe bald genauer inspizieren. Freut euch also schon jetzt auf eine vor Friteusenfett triefende Neuauflage aus der „Max’auer“ Keimzelle gediegener Haureinschaufelei demnächst auf diesem Kanal…
Doch zuvor geht es an den etwas außerhalb, in direkter Nähe zum Altrhein befindlichen Turnerplatz. Dort betreibt Gerold Knoch seine Turnerstube, die als Vereinsgaststätte des Turnvereins Pfortz-Maximiliansau 1901 e.V. fungiert und direkt neben den Tennisplätzen angesiedelt ist. Idyllisch gelegen
Die direkte Nähe zu Vater Rhein macht die Turnerstube zu einem attraktiven Ausflugsziel. Und das sowohl für Radfahrer, die entlang des Rheinradwegs unterwegs sind als auch für mückenresistente Spaziergänger, die auf dem Hauptdeich rund um den „Hagenbacher Altrhein“ flanieren. Dementsprechend ist man auf Sportler wie Spaziergänger gleichermaßen eingestellt.
Ein stattlicher Biergarten lädt hier zum Verweilen unter freiem Himmel ein. Wir zogen es an jenem warmen Sonntagabend jedoch vor, auf der zwischen Außenbereich und Gaststube positionierten, komplett überdachten Terrasse zu sitzen. Es war noch nicht besonders viel los, denn wir hatten uns etwas früher auf den Weg gemacht, wohlwissend dass später die Moskitoplage über uns hereinfallen würde. Auf der Veranda
Hier saß es sich recht kommod auf robusten Holzstühlen mit Strohsitzfläche, die durch Polsterkissen an Bequemlichkeit gewannen. Unser Blick fiel auf die benachbarten Tenniscourts. Blick hinüber auf die Tennisplätze
Ein gar nicht mal kleiner Spielplatz war auch um die Ecke. Eine an einem Pfosten angebrachte Empfehlungstafel kündete von einem Spätburgunder Rosé vom Weingut Faubel aus Maikammer und einem Weißburgunder von Jungwinzer Fabian Nagel aus Vollmersweiler zu Preisen um die 5 Euro.
Wir blieben jedoch weinfrei an diesem Abend und orderten bei der Chefin eine Flasche Bellaris Classic zu 4,20 Euro sowie ein kleines Lord-Pils vom Fass (0,33l für 2,70 Euro) aus dem Hause Bellheimer.
Die auch auf der Homepage einsehbare Speisenkarte bot eine bunte Mischung aus kleineren Leckerbissen (Schafskäse, Maultaschen, Wurstsalat), mit Hausdressing und Baguette servierten Salaten (z.B. mit Rumpsteak- oder Putenstreifen), ein paar Pastatellern (z.B. Rigatoni mit Garnelen oder „Puttanesca“), veganer Trendkost (Black Bean Pattys, Bio Seitan-Gyros) und fleischhaftigen Hausmannsmahlzeiten, bei denen die üblichen Verdächtigen aus der brutzelnden Pfanne gehoben wurden. Rumpsteak aus Argentinien, Cordon Bleu vom Schweinelachs und natürlich das „artige“ Wiener frisch von der Paniermeile.
Fischfutzies durften sich an auf der Haut gebratenem, mit Zitrone und Thymian aromatisiertem Zanderfilet oder paniertem Kapseehecht mit Kartoffelsalat und Remoulade erfreuen. Suppenkasper hatten die Wahl zwischen hausgemachter Fleischbrühe mit Einlage und einer Curry-Ingwer-Suppe mit Shrimps.
Mein Hunger war groß. So groß, dass ich das Wagnis mit der Curry-Ingwer-Suppe (6,50 Euro) vorweg mutig einging. Curry-Ingwer-Suppe mit Baguette
Meine Frau verzichtete dagegen auf eine Vorspeise. Sie hatte sich auf die Rigatoni Puttanesca (10,50 Euro) festgelegt.
Bei mir hatte schon das Bild vom Cordon Bleu (14,50 Euro) auf der Homepage reichlich Appetit ausgelöst. Warum also nicht das mit Schinken und Emmentaler gefüllte Schweineschnitzel ordern? Zur süffigen Unterfütterung der obligatorischen Pommesbeilage äußerte ich den Wunsch nach einer Pfeffersoße (1 Euro Aufpreise), wie man sie hier üblicherweise zum Rumpsteak reicht. Dem wurde ohne weiteres entsprochen.
Dass ich kurz nach Abschluss unseres Bestellvorgangs aus der Küche ein plattierendes Klopfen vernahm, erfüllte mich mit Vorfreude auf das deftige Panierstück, das gerne dem kulinarischen Erbe der Schweiz zugesprochen wird. Doch zuvor erschien nach angenehmer Wartezeit das sämige Curry-Ingwer-Süppchen, das zusammen mit einem Körbchen geschnittenen Baguettes in klassischer Terrinenform serviert wurde.
Gut, die Shrimps waren im Verhältnis zum flüssigen Inhalt der Tasse eher zurückhaltend portioniert. Sie waren quasi auf dem Boden der „Tat-Tasse“ gelandet. Aber die mit Chili-Fäden-Frisur und etwas Petersilie on top servierte Suppe hinterließ am Gaumen keinen schlechten Eindruck. Die leichte Ingwerschärfe tat der asiatisch angehauchten Tunke gut. Vielleicht wurde dem Curry-Sud mit einem Pülverchen zu Brühe gerückt. Aber das schmeckte man nur marginal heraus. Mein "Süppchen" mit Chili-Faden-Frisse on Top
Insgesamt war das eine durchaus passable, pikant gewürzte Vorspeise, die den ersten Hunger des Tisches verwies und aus meiner Sicht lediglich etwas dünnflüssiger hätte ausfallen dürfen. Meine Frau war da jedoch ganz anderer Meinung. Denn was die Textur von Terrinen betrifft, gehen wir nicht immer konform. Muss ja auch nicht.
Keine Ahnung, was in italienischen Bordellen in den 50er Jahren so abgegangen sein muss, dass man ausgerechnet Sardellen in die mit scharfen Peperoni und Knoblauch verfeinerte Tomatensauce gab. Aber die Zubereitung nach „Hurenart“ („Puttanesca“) hat bis heute ihren Stellenwert in der (süd)italienischen Küche bewahrt. In unserem Fall waren es jedoch keine Spaghetti, die von der schmackigen Sauce benetzt wurden, sondern laut Karte Rigatoni.
Anscheinend war der gute „Nudel-Anton“ aus der lettischen Hauptstadt an diesem Abend ausgegangen und wurde von etikettenschwindelerregenden Penne rigate vertreten. Ja genau die kleinen Hartweizendübel mit den abgeschrägten Enden und der geriffelten Oberfläche, an der die Sauce so schön kleben bleibt. Schade, dass sie nicht etwas „al denter“ ausfielen, denn die sauber eingeköchelte, fruchtig-aromatische Tomatensauce hätte etwas bissfestere Pasta allemal verdient gehabt. Die Rigatoni...ääh Penne "Puttanesca"
Natürlich monierten wir den Nudeltausch nicht. Waren ja nur Kleinigkeiten. Nur die Portionsgröße fand meine Frau zu üppig bemessen. Das war selbst für eine hungrige junge Dame im 8.Monat nicht zu schaffen. Ich wollte ihr ja helfen, aber Anchovis gehören nun wahrlich nicht zu meinen Favoriten. Schon gar nicht in der Pastasauce.
Außerdem lag da noch ein frisch der Butterpfanne – vielleicht kam es aber auch aus der Fritteuse (?) – entstiegenes Cordon Bleu neben einem ansehnlichen Frittenberg. Über das wacker gefüllte Schnitzel hatte man die dunkle, pikant-salzige Pfeffersauce vom scheinbar schwer verliebten Küchenchef gekippt. Cordon Bleu Teller
Oh oh, à part hätte mir das deutlich besser gefallen. Zumal der großzügig portionierte Beiguss schlicht und ergreifend überwürzt war. Cordon Bleu mit reichlich Pfeffersauce
Obwohl ich der Verwendung von Sahne in Saucen eher kritisch gegenüberstehe, hätten hier ein paar Milliliter für ein runderes Geschmacksbild gesorgt und zur allgemeinen Pfeffer-Salz-Eindämmung beigetragen. Schade drum, denn am Cordon Bleu selbst gab es nichts auszusetzen. Würzige Panade, mürbe geklopftes, dünnes Schweinefleisch vom Rücken und eine saftige Kochschinken-Emmentaler-Füllung zeugten von ehrlichem, hausmannsköstlichem Handwerk. Cordon Bleu im Anschnitt
Dass zur papillenlahmlegenden Pfeffertunke dann auch noch die Fritten meine Zunge zur Salzsäule erstarren ließen, war natürlich too much, passte aber ins kulinarische Gesamtbild dieses Rustikaltellers. Egal, mir würde der Nachdurst sowieso ein paar Stunden später den freiwillig angetretenen Saucentrip heimzahlen. Da kam es auf ein paar salzige Pommes mehr oder weniger nun auch nicht mehr an.
Platz für einen süßen Abschluss war nach den strammen Portionen nun wirklich nicht mehr. So verließen wir die Turnerstube unter komplett gesättigten Umständen. Eberhard Gienger hätte hier wohl nur am Salatbouquet geknappert, während sich Fabian Hambüchen vielleicht das wochenlang am Reck abgehangene Rumpsteak ohne alles gegönnt hätte. Aber auch ohne Mitglied des örtlichen Turnvereins zu sein, lässt es sich in der gutbürgerlichen Gaststube am Turnerplatz gut aushalten. Nur eines sollte man definitiv dabeihaben: reichlich Hunger!
Kleiner Nachtrag
Wie ich auf der Facebook-Seite der Turnerstube erfahren habe, scheidet der derzeitige Pächter Gerold Knoch zum Jahresende aus, da er in seinen wohlverdienten Ruhestand geht. Deshalb sucht der Turnverein Maximiliansau einen neuen „engagierten und kontaktfreudigen“ (Zitat) Nachfolger, der diese idyllisch gelegene Vereinsgaststätte weiterführt. Ich drücke die Daumen, dass dies klappt, denn es wäre schön, wenn wir auf unseren zukünftigen Ausflügen mit der Säuglingskutsche dort aufschlagen könnten. Anstatt in Pfeffersauce werden dann die Fritten einfach in Ketchup getunkt und gut is(s)t!
Kaum war der Umzug nach Wörth erfolgreich überstanden, verschlug es den gastronomischen Großinquisitor aus der Pfalz samt besserer Hälfte in sein näheres Umfeld zu einer ersten kulinarischen Bestandsaufnahme vor Ort. Denn im Gegensatz zur gastronomischen Diaspora Steinweiler hat die Stadt Wörth zusammen mit ihrer „Außenstelle“, dem Ortsbezirk Maximiliansau, doch einige Einkehradressen mehr zu bieten.
Gut, das einstige Aushängeschild der heimischen Feinschmeckerei, das Gourmetlokal „Zur Einigkeit“ vom Klöffer Franz – Gott hab‘ ihn selig! –, gibt es seit fast 10 Jahren... mehr lesen
Vereinsgaststätte Turnerstube
Vereinsgaststätte Turnerstube€-€€€Biergarten, Gaststätte0727142541Am Turnerplatz 1, 76744 Wörth am Rhein
3.5 stars -
"Cordon und Bleu statt Gienger und Hambüchen!" Ehemalige UserKaum war der Umzug nach Wörth erfolgreich überstanden, verschlug es den gastronomischen Großinquisitor aus der Pfalz samt besserer Hälfte in sein näheres Umfeld zu einer ersten kulinarischen Bestandsaufnahme vor Ort. Denn im Gegensatz zur gastronomischen Diaspora Steinweiler hat die Stadt Wörth zusammen mit ihrer „Außenstelle“, dem Ortsbezirk Maximiliansau, doch einige Einkehradressen mehr zu bieten.
Gut, das einstige Aushängeschild der heimischen Feinschmeckerei, das Gourmetlokal „Zur Einigkeit“ vom Klöffer Franz – Gott hab‘ ihn selig! –, gibt es seit fast 10 Jahren
Besucht am 29.09.2021Besuchszeit: Abendessen 7 Personen
Rechnungsbetrag: 377 EUR
Allgemein
Mein 70. Geburtstag stand an. Da wollte ich mit der ganzen Familie mal wieder schön essen gehen. Als Location für diesen Anlass sollte es wieder einmal Behls Landgasthof in Blankenbach sein. Zwei Wochen vor meinem Geburtstag rief ich dort an, um einen Tisch zu diesem Anlass zu reservieren. Eine freundliche weibliche Stimme fragte nach meinem Anliegen. Ich offenbarte ihr, dass ich für den Mittwoch, 29. September einen Tisch für acht Personen anlässlich meines 70. Geburtstages ab 18 Uhr reservieren möchte.
Gerne würde sie einen Tisch für uns reservieren und auch dem Anlass entsprechend schön eindecken. Außerdem informierte sie mich noch, dass in ihrem Restaurant die 3-G-Regel gilt. Da wir alle vollständig geimpft sind, war das für mich okay und es kam schon während des Gespräches mit ihr eine gewisse Vorfreude in mir auf!
Service 5*
Um kurz nach 18 Uhr betraten wir den Vorgang zum Restaurant, wurden freundlich von einer netten jungen Dame auf unsere digitalen Impfausweise gecheckt und von einer männlichen Servicekraft ins Restaurant zu unserem sehr schön gedeckten Tisch geführt. Die Maske brauchte man im Laufe des Abends nur noch, wenn man mal zur Toilette musste, was eine Woche später in Bayern in den Restaurants abgeschafft wurde.
Nachdem wir alle an unserem Tisch saßen, wurden uns von zwei männlichen Servicekräften die Speise- und Getränkekarten gereicht. Deren Frage nach einem Aperitif konnten wir bejahen. Schätzchen und ich freuten uns auf den uns seit Jahren schon beliebten Hauscocktail (6,50 €), den auch die Schwiegersöhne orderten. Die Töchter sowie die Enkelin nahmen da lieber den Fruchtcocktail (6,00 €). So konnten wir schon mal auf einen schönen Abend anstoßen.
Vier 0,75-l-Flaschen Mineralwasser (6,50 €) aus dem Spessart sowie einige Primitivo (0,2 l, 8,50 €) begleiteten die köstlichen Speisen.
Beide Kellner machten einen professionellen Job, hatten ständig ein Auge für uns und fragten immer wieder mal nach unserer Zufriedenheit. Leere Gläser wurden gesehen und auf Nachschub nachgefragt und auch zügig serviert. Die Speisekarten wurden jeder Person in die Hand gereicht und uns genügend Zeit gelassen um die einzelnen Essenswünsche zu ordern!
Während wir noch die Karten studierten kam schon ein erster Gruß aus der Küche. In einer Espressotasse wurde ein leckeres Pilzrahmsüppchen kredenzt. Zu frischen Scheiben vom Baguette wurden noch schwarze und grüne Oliven in Schälchen gereicht. Nicht zu vergessen der legendäre Dip, der über die vielen Jahre immer wieder kredenzt wird.
Essen 5*
Als Vorspeise wählten Schätzchen und ich die Grünschalmuscheln in einer aromatischen Café de Paris Soße (11,- €). Während unsere jüngere Tochter sich für die Wildkräutersuppe entschied. Zu beide Vorspeisen gab es wieder die köstlichen warmen Scheiben vom Baguette. Grünschalmuscheln
Kommen wir zu den Hauptspeisen!
Die Schwiegersöhne, sowie unsere älteste Tochter verzichteten auf eine Vorspeise. In weiser Vorausschau, denn alle drei entschieden sich für das Rinderfilet vom Black Angus mit Steinpilzen, einer super schmackhafte Soße sowie Kartoffelgratin (32, €). Alle drei waren begeistert und sind ordentlich satt geworden. Rinderfilet Black Angus Kartoffelgratin
Meine jüngste Tochter war begeistert von ihrem Filet vom Durocschwein, die Enkelin wurde gut satt mit einem Schweineschnitzel mit Pommes (17,- €).
Leider habe ich von diesen beiden Gerichten kein Foto in petto.
Für mich wie auch für Schätzchen stand wieder einmal die Barbarie Flugentenbrust (26,- €) mit Rote-Beete-Kartoffelstampf auf der Agenda. Es sah auf dem Teller jedenfalls gut aus, schmeckte auch sehr gut. Schätzchen war begeistert. Meine Begeisterung hielt sich leider am Endstück der Brust in Grenzen. Bis dahin geschmacklich top, ab dahin schwer zu schneiden und zu kauen. Das Endstück ließ ich deshalb auf dem Teller liegen und verzichtete beim Abräumen auf eine Reklamation. Flugentenbrust
Zum Nachtisch gab es Behlls Schlemmercafé sowie Cognackirschen auf Eis. Behls Schlemmercafe
Auch der Espresso konnte überzeugen. Espresso
Ca. 15 Minuten später kam dann der Juniorchef Florian Behl an unseren Tisch und sagte, dass er uns gerne mal den Brennkeller zeigen würde, wenn wir möchten. Einen Schnaps aufs Haus würde es auch geben. Da konnten wir natürlich nicht nein sagen.
Also aufgestanden und dem Junior in den Keller gefolgt. Er erzählte uns dabei einiges über das Brennen in der Destille. Direkt aus dem Barique-Fass wurde für jeden von uns ein super Obstbrand kredenzt.- Ein netter Smalltalk, gepaart mit dem superguten Obstbrand.
Ob es einen Zusammenhang mit meiner nicht ganz geglückten Flugentenbrust gab oder ob es anlässlich meines 70. Geburtstages war, kann ich nicht sagen. Auf alle Fälle fanden wir, dass die eine sehr schöne Geste vom Florian war.
Ambiente 5*
Sehr gediegen. Man fühlt sich von der ersten bis zur letzten Minute so richtig wohl
. Sauberkeit 5*
Über Sauberkeit braucht man eigentlich nicht zu reden. Alles Piccobello, angefangen vom sehr schön eingedeckten Tisch über die hochwertigen Bestecke bis zu hin zur glänzenden Toilette.
Fazit:
Wir hatten einen sehr schönen Abend im Brennhaus Behl und werden auf alle Fälle wieder öfter dort einkehren. Auch ohne eigentlichen Anlass!
Gesamteindruck:
5 – unbedingt wieder
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt, wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder)
Allgemein
Mein 70. Geburtstag stand an. Da wollte ich mit der ganzen Familie mal wieder schön essen gehen. Als Location für diesen Anlass sollte es wieder einmal Behls Landgasthof in Blankenbach sein. Zwei Wochen vor meinem Geburtstag rief ich dort an, um einen Tisch zu diesem Anlass zu reservieren. Eine freundliche weibliche Stimme fragte nach meinem Anliegen. Ich offenbarte ihr, dass ich für den Mittwoch, 29. September einen Tisch für acht Personen anlässlich meines 70. Geburtstages ab 18 Uhr reservieren möchte.... mehr lesen
Behl's Restaurant im Brennhaus
Behl's Restaurant im Brennhaus €-€€€Restaurant, Hotel060244766Krombacherstraße 2, 63825 Blankenbach
5.0 stars -
"Behls Brennhaus – meine Topadresse aus dem Kahlgrund!" Ehemalige User
Allgemein
Mein 70. Geburtstag stand an. Da wollte ich mit der ganzen Familie mal wieder schön essen gehen. Als Location für diesen Anlass sollte es wieder einmal Behls Landgasthof in Blankenbach sein. Zwei Wochen vor meinem Geburtstag rief ich dort an, um einen Tisch zu diesem Anlass zu reservieren. Eine freundliche weibliche Stimme fragte nach meinem Anliegen. Ich offenbarte ihr, dass ich für den Mittwoch, 29. September einen Tisch für acht Personen anlässlich meines 70. Geburtstages ab 18 Uhr reservieren möchte.
Besucht am 09.09.2021Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 38 EUR
An unserem 5. Urlaubstag gingen wir am späten Nachmittag am Bräustüberl vorbei und siehe da: Die Terrasse war geöffnet und auch gut besetzt. Am Eingang zur gut besuchten Terrasse empfing uns ein junger freundlicher Mann und begrüßte mit uns auf deutsch mit osteuropäischem Akzent. Im Schaukasten vor dem Eingang wurde auf einer Speisekarte mit bayrischer Küche geworben. Auf einer Tafel war zu lesen: Heute Abend Livemusik. Wir reservierten für 18 Uhr einen Tisch für zwei Personen auf der Terrasse.
Service 4*
Als wir gegen 18 Uhr eintrafen wurden wir von dem jungen Mann, der unsere Reservierung am Nachmittag aufgenommen hatte, zu unserem Tisch geleitet. Wir zeigten beide unser Handy mit der CovPassApp. Eine Maske mussten wir nicht mehr aufsetzen, da just an diesem Tag in Bayern die 3G-Regeln in Kraft traten, dass im Freien keine Maskenpflicht mehr herrscht. Die Servicekräfte stammten alle aus Polen, waren freundlich und sprachen deutsch, fragten auch gleich nach, ob wir schon etwas trinken wollen. Wir orderten für mich ein Hefeweizen vom Fass (0,5 l, 3,90 €). Für meine Frau ein alkoholfreies Weizen, welches aus der Flasche eingeschenkt wurde (0,5 l, 3,00 €). Die gut gekühlten Getränke ließen nicht lange auf sich warten und der erste Durst konnte gelöscht werden. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, aus welcher Brauerei die Biere stammten.
Nachdem wir gegessen hatten und der Kellner die leeren Teller abräumte, fragte ich nach einer Visitenkarte. Er antwortete mir, dass alles noch nicht so läuft, wie es die Pächterin gerne hätte. Beispiel: Der Vorpächter Robert Gebhart blockiert nach wie vor die Internetseite und ebenso die Telefonnummer. Visitenkarte noch in Arbeit.
Essen 4*
Die Speisekarten wurden uns gereicht. Auffallend war, dass die Speisekarten nur semiprofessionell hergestellt wurden. Auf der ausgeklappten Innenseite wurden die Speisen so blass auf die bayrischen blauen Rauten gedruckt, und waren deshalb auch schwer zu lesen. Wir konnten gerade noch so ablesen, was wir essen wollen.
Schätzchen entschied sich für Hühnchenbrust mit Ofenkartoffeln (13,50 €).
Ich wählte mal wieder ein Gericht, das ich schon lange nicht mehr gegessen hatte, nämlich Jägerschnitzel mit Bratkartoffeln. Hühnchenbrust Jägerschnitzel
Schätzchen wie auch ich waren uns einig, dass es uns richtig gut geschmeckt hat. Am Essen gab es also nichts auszusetzen. Ambiente 3*
Keine Veränderung, sieht noch alles so aus, wie beim vorherigen Pächter.
Sauberkeit 5*
Die Räumlichkeit sowie Besteck, Gläser etc. waren tadellos sauber.
Fazit:
Eine Polin als Pächterin des Bräustübels, die bayrische Küche anbietet hätte ich niemals vermutet. Ich bin jetzt schon gespannt, ob sie sich bis zum nächsten Jahr halten kann, da müsste allerdings der Vorpächter nicht dagegen schießen.
Gesamteindruck:
4 – gerne wieder
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt, wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder
An unserem 5. Urlaubstag gingen wir am späten Nachmittag am Bräustüberl vorbei und siehe da: Die Terrasse war geöffnet und auch gut besetzt. Am Eingang zur gut besuchten Terrasse empfing uns ein junger freundlicher Mann und begrüßte mit uns auf deutsch mit osteuropäischem Akzent. Im Schaukasten vor dem Eingang wurde auf einer Speisekarte mit bayrischer Küche geworben. Auf einer Tafel war zu lesen: Heute Abend Livemusik. Wir reservierten für 18 Uhr einen Tisch für zwei Personen auf der Terrasse.
Service 4*... mehr lesen
4.0 stars -
"Das Bräustüberl hat wieder einen Pächter, besser gesagt, eine Pächterin!" Ehemalige UserAn unserem 5. Urlaubstag gingen wir am späten Nachmittag am Bräustüberl vorbei und siehe da: Die Terrasse war geöffnet und auch gut besetzt. Am Eingang zur gut besuchten Terrasse empfing uns ein junger freundlicher Mann und begrüßte mit uns auf deutsch mit osteuropäischem Akzent. Im Schaukasten vor dem Eingang wurde auf einer Speisekarte mit bayrischer Küche geworben. Auf einer Tafel war zu lesen: Heute Abend Livemusik. Wir reservierten für 18 Uhr einen Tisch für zwei Personen auf der Terrasse.
Service 4*
Geschrieben am 21.09.2021 2021-09-21| Aktualisiert am
26.09.2021
Besucht am 07.09.2021Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Allgemein
In diesem Jahr waren wir wieder in Garmisch-Partenkirchen zum Urlaub. Eine ganze Woche lang begleitete uns ein tolles Wetter mit herrlichem Sonnenschein. Und so konnten wir gleich mal am 2. Tag unseres Urlaubsaufenthaltes auf dem Kramerplateuweg den Weg zum Pflegersee antreten. Der Berggasthof liegt schön idyllisch am See. In den früheren Urlauben kehrten wir dort nur zur Getränkeaufnahme ein. Dieses Jahr wollten wir auch mal ein Mittagessen einnehmen.
Service 4*
Um ca. 13 Uhr standen wir dann am Eingang zur Terrasse mit herrlichem Blick auf den See. Es standen schon einige Personen an, um Einlass zu bekommen. Wir reihten uns mit dem nötigen Abstand dahinter ein. Als wir dann in der vordersten Reihe mit aufgesetzter Mund-und Nasenschutz-Maske ankamen, wurden wir sehr freundlich von einer äußerst charmanten weiblichen Servicekraft im Dirndl begrüßt. Nach dem Einchecken mit der Luca-App wurden wir zu einem Vierertisch geleitet. Die Speisen- und Getränkekarten wurden auf den frisch desinfizierten Tisch gelegt. Und schon kam auch die obligatorische Nachfrage, ob wir schon mal was trinken wollen.
Ja wollen wir. Für mich ein helles Hefeweizen (0,5 l, 4,40 €),. meine Herzdame bestellte eine Johannisbeerschorle (0,4 l,4,00 €).
Ruckzuck kamen die schön kalten Getränke an den Tisch. Wir waren noch dabei, die Speisekarte zu studieren, da kam die Frage nach unseren Essenswünschen. Ein paar Minuten später konnten wir dann auf ihre Nachfrage hin unsere Essen bestellen:
Das Essen 3*
Schätzchen entschied sich für eine laut Karte Kürbis-Cremesuppe mit Jakobsmuscheln (7,90 €). Dies erschien uns doch sehr preiswert. Wir waren gespannt. Nach geraumer Zeit kam ein leerer Teller auf den Tisch, in dem sich mittig eine Jakobsmuschel im Durchmesser von ca. 1 cm tummelte. Die Suppe wurde von der Bedienung aus einem gläsernen Behältnis in den Teller gekippt. Sie war schön heiß und hat auch gut geschmeckt. Zwei von den kleinen Muscheln hätten durchaus in der Suppe liegen können. Na ja! Bei dem Preis muss man mit einer kleinen Jakobsmuschel zufrieden sein.
Für mich sollte es etwas herzhafter sein und so entschied ich mich für die Fleischpflanzerl mit Kartoffelstampf (10,50 €).
Die Portion war recht ordentlich, geschmacklich auch in Ordnung. Leider waren die Fleischpflanzerl schon beim ersten Anschnitt sehr fest und im Munde trocken. Die Soße konnte dies einigermaßen mildern. Ich habe alles aufgegessen, war aber enttäuscht, ich hätte mir schöne fluffige Fleischpflanzerl vorgestellt. Das Ambiente 5*
Urig, bayrisch gemütlich. Auf der Terrasse mit Blick auf den See hat es uns gut gefallen. Wir sind gerne wieder gekommen.
Sauberkeit 5*
Nichts zu bemängeln.
Fazit:
Gesamteindruck: (nach „Küchenreise“)
3 – wenn es sich ergibt wieder
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt, wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder)
Allgemein
In diesem Jahr waren wir wieder in Garmisch-Partenkirchen zum Urlaub. Eine ganze Woche lang begleitete uns ein tolles Wetter mit herrlichem Sonnenschein. Und so konnten wir gleich mal am 2. Tag unseres Urlaubsaufenthaltes auf dem Kramerplateuweg den Weg zum Pflegersee antreten. Der Berggasthof liegt schön idyllisch am See. In den früheren Urlauben kehrten wir dort nur zur Getränkeaufnahme ein. Dieses Jahr wollten wir auch mal ein Mittagessen einnehmen.
Service 4*
Um ca. 13 Uhr standen wir dann am Eingang zur Terrasse mit... mehr lesen
3.5 stars -
"Wir waren schon etwas enttäuscht vom Essen!" Ehemalige User
Allgemein
In diesem Jahr waren wir wieder in Garmisch-Partenkirchen zum Urlaub. Eine ganze Woche lang begleitete uns ein tolles Wetter mit herrlichem Sonnenschein. Und so konnten wir gleich mal am 2. Tag unseres Urlaubsaufenthaltes auf dem Kramerplateuweg den Weg zum Pflegersee antreten. Der Berggasthof liegt schön idyllisch am See. In den früheren Urlauben kehrten wir dort nur zur Getränkeaufnahme ein. Dieses Jahr wollten wir auch mal ein Mittagessen einnehmen.
Service 4*
Um ca. 13 Uhr standen wir dann am Eingang zur Terrasse mit
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Auch das Weingut Bauer, dessen in keinem regionalen Restaurantführer fehlender Gutshof von Freunden deftiger Regionalküche schon seit vielen Jahren großen Zuspruch erfährt, gehört zu den nicht ganz so bekannten Produzenten im Bereich der Südlichen Weinstraße. Dafür kennt fast jeder heimische Gut- und Gernesser den Namen ihrer Gastronomie.
„Bauer’s Stuben“ sind ein durch und durch sympathischer Familienbetrieb, den ich trotz seiner guten Referenzen noch nie besucht hatte. Wahrscheinlich dem ebenfalls in Venningen ansässigen „La Vigna“, einer meiner liebsten italienischen Einkehradressen, geschuldet.
1977 eröffneten Rosemarie und Wolfgang Bauer eine Straußwirtschaft namens „Bauernstube“. In ihrem urgemütlichen Gewölbekeller wurde handfeste Hausmannskost zum eigenen Wein dargeboten.
Ein kulinarischer Synergieeffekt, der auch heute noch in vielen Ecken der Südpfalz erfolgreich ausgenutzt wird – zumeist an den Wochenenden, wenn die Ausflügler über den Rhein kommen.
Mittlerweile ist aus der heimeligen Weinstube ein mehrfach erweitertes Restaurant mit Schlemmerscheune,
Wintergarten, idyllischem Innenhof und einer fast schon toskanisch anmutenden Gartenterrasse hinterm Haus geworden. Allein wegen diesem, im mediterranen Stil gestalteten Genussgarten lohnt sich ein Abstecher ins gut zu erreichende, da nicht weit von der Autobahn A65 entfernt gelegene Venningen.
Es ist wirklich ein ganz besonders behagliches Fleckchen Pfalz, das die beiden Töchter Carina und Christin im Laufe der Jahre mit familiärer Unterstützung geschaffen haben. Auch wir waren schwer beeindruckt von der heimeligen Atmosphäre, die dieser Ort ausstrahlte.
Schön, dass wir unser Essen noch unter freiem Himmel genießen konnten. Später wechselten wir aufgrund der frischen Temperaturen in das urgemütliche Sandsteingemäuer. So gesehen, durften wir also gleich zwei Örtlichkeiten des Gutshofes auf Gasttauglichkeit prüfen. Nur so viel vorweg: den „Ambiente-Test“ haben sie beide mit Bravour bestanden.
Die Idee, dem Wörther Futterquartett einen Ausflug nach Venningen zu bescheren, kam von unserem Neuling, der im nicht weit entfernten Örtchen Böbingen residiert und dieses Lokal schon lange zu seinen regionalen Favoriten zählt. Die von ihm verteilten Vorschusslorbeeren bezüglich Service, Umgebung und Essensqualität sollten sich im Laufe des Abends vollends bestätigen.
Also dann „Food-Fellas“, auf nach Venningen zur Familie Bauer, wo die Gutbürgerlichkeit in ihrer besten Form zu Hause bzw. zu Hofe ist.
Der groß angelegte, hauseigene Parkplatz entspannt die Situation für die Gäste mit motorbetriebenem Mobilitätshintergrund ganz erheblich. Dennoch parkten wir unser Vehikel direkt an der Altdorfer Straße, keine 50m vom Anwesen der Familie Bauer entfernt. Unser Kollege hatte uns die letzte, an der Durchgangsstraße gelegenen Parkbucht freigehalten.
Wir betraten die Lokalität über den etwa zur Hälfte besetzten Garten. Impfnachweise wurden kontrolliert. Mit der Luca-App war auch der Check-In schnell erledigt. Als wäre der große Ansturm schon vorüber, präsentierte sich der von Olivenbäumen und anderen mediterranen Gewächsen geschmackvoll begrünte Außenbereich als wahres Weingartenidyll. Die nicht mehr komplett besetzten Tische standen in angenehmer Distanz zueinander. Um sie herum sorgte gut gepolstertes Polyrattan für komfortable Sitzverhältnisse.
Man begrüßte uns herzlich. Kein Wunder, war doch ein Mitglied unserer Tischgesellschaft hier amtsbekannt. Vom auffallend freundlich und flink agierenden Servicepersonal hatte ich bereits im Portal Tripadvisor mehrfach gelesen. Und ja, die Jungs und Mädels machten ihre Sache richtig gut. Auf unsere Fragen hatten sie immer eine passende Antwort parat. Dabei wurde mit dem berühmten Pfälzer Charme beraten und auch der Umzug nach drinnen zu späterer Stunde problemlos über die Bühne gebracht.
Der kleine Plausch mit dem Serviceleiter, der mir bei meiner von Neugier getriebenen Inspektion der Räumlichkeiten über den Weg lief, verriet mir so einiges über die Historie des Betriebes, die gutseigenen Weine sowie die Bauer’sche Bewirtungsphilosophie, bei der die Verwendung regionaler Produkte großgeschrieben wird.
Diese finden sich auf einem recht ausgewogenen Speisenzettel wieder. Eine knappe Handvoll herzhafter Vorspeisen, ein paar fleischlose Klassiker, Salatschüsseln – sorry, Bowls natürlich – in diversen Ausstattungen, vier verschiedene Flammkuchenversionen und ein karnivorenfreundliches Repertoire an hausmannsköstlichen Hauptgerichten, die vom Wiener Schnitzel über Ossobuco bis hin zum Zwiebelrostbraten und Medaillons von der Schweinelende reichten.
Komplettiert wurde das Bauer’sche Leibspeisenprogramm von einer Reihe süßer Verlockungen sowie einem saisonal geprägten Empfehlungsschreiben, das sich schon ganz dem kulinarischen Herbst verpflichtet hatte. Das darauf abgedruckte Herbst-Menü für schlanke 34 Euro bestand aus einem Kürbiscremesüppchen, einem Kastanien-Saumagen mit Rotkraut und Bratkartoffeln sowie einer süßen Trilogie zum Abschluss. „Kannschd nid meckre!“ hörte ich den Aspiranten am Nachbartisch freudig tönen.
Außerdem tummelten sich handfeste Herzhaftigkeiten wie Schweinsroulade mit Brätfüllung, Cordon Bleu vom Landschwein sowie Steinpilz-Nudeltaschen in Trüffelsahne. Ach, könnte ich doch nur dem würzigen Knollenpilzgeschmack etwas mehr abgewinnen, ich hätte mich wahrscheinlich für das Pilzgericht entschieden.
Auf einer laminierten Karte ließ sich das offene Weinprogramm der Familie Bauer studieren. Vom einfachen Portugieser Rotwein (Viertel zu 2,80 Euro) über trocken ausgebaute Burgundersorten in Weiß, bis hin zu restsüßen Spätlesen und etwas gehaltvollerem Cabernet Sauvignon bzw. Merlot (Viertel zu 4,90 Euro) waren so ziemlich alle Rebsorten vertreten, die in der Südpfalz bevorzugt angebaut werden.
Daneben hatte man auch ein paar Flaschenweine befreundeter Winzerkollegen am Start. Einen klassischen Gutsriesling aus dem Hause Reichsrat von Buhl gab es bereits für erschwingliche 22,50 Euro. Auch die sehr fairen 29 Euro für die Black-Print-Cuvée von Markus Schneider aus Ellerstadt würden wohl nicht nur bei Sylt-Besuchern ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen.
Den besonderen Umständen geschuldet – es war der Tag des errechneten Geburtstermins unserer Tochter und obwohl sich noch nichts regte, saß ich quasi auf „glühenden Kohlen“ – verzichtete ich auf einen alkoholischen Aperitif und orderte brav einen Hugo komplett ohne (4,50 Euro). Später konnte ich allerdings dem gutseigenen Merlot nicht widerstehen und ließ ihn korrespondierend gewähren.
Meine Kollegen begnügten sich mit Mineralwasser aus dem Schwarzwald (0,75l-Flasche für 4,20 Euro), einem „echten“ Hugo mit Vol.% (5,90 Euro) und einer Flasche Bischoff Premium Pilsener (0,33l für 2,80 Euro) zum Auftakt.
Man ließ uns vier Plappermäulern genügend Zeit, um uns zuerst einmal etwas „frei“ zu quatschen. Auf die Idee, die vor uns ausliegenden, bedruckten Seiten zu lesen, kamen wir deshalb mit etwas Zeitverzögerung. Alles halb so wild, die Getränke standen da ja bereits auf dem Tisch.
Dann wurde eifrig bestellt. Ein buntes Potpourri aus Kürbissuppe, Räucherlachs auf Kartoffelrösti, Saumagencarpaccio, Cordon Bleu, Wiener Schnitzel (natürlich vom Kalb) und zweimal Rumpsteak – einmal mit Kräuterbutter, einmal mit Pfefferrahmsauce – wurde dem Küchenteam in Auftrag gegeben. Dem nicht gerade geringen Hunger der gutgelaunten Herrenrunde würde damit sicherlich Genüge getan werden. So zumindest der erste Eindruck, wenn man auf die Teller der Nachbartische schielte.
Der Service lieferte flott. Das Loblied des Kollegen über sein Kürbiscremesüppchen (7,90 Euro) ist mir heute noch im Ohr.
Sie wurde in einem Weckglas serviert und erhielt durch ein wenig Schnittlauch, aufgeschäumte Sahne und fein gewürzte Knuspercroutons on Top den letzten „Schliff“.
Der „Local“ neben mir hatte sich für den zu einer hübschen Rosenblüte geformten Räucherlachs auf Rösti (8,90 Euro) entschieden. Eine gute Wahl, wie mir ein kleiner Probierhappen verriet.
Der Mann gegenüber spielte noch ein wenig auf Zeit. Allerdings in sehnsüchtiger Erwartung seines Wiener Panierstücks mit Beilagensalat.
Meine Wenigkeit erfreute sich derweil an einem Saumagencarpaccio (8,90 Euro) der besseren Art.
Allein für dessen himmlisch saure Zwiebel-Senf-Vinaigrette hatte sich der Weg nach Venningen bereits gelohnt. Die dünnen, unter dem Schmacko-Dressing lauernden Saumagenscheiben waren mit etwas Schnittlauch, halbierten Cocktailtomaten, Salatgrün und saftig-süßen Weintrauben (die Lese war ja bereits in vollem Gange!) garniert.
Dass auch der letzte Tropfen dieser Leckertunke mit Hilfe des dazu gereichten Weißbrots verputzt wurde, war dann auch keine Überraschung.
Die Vorspeisen hatten also alle gesessen. So viel stand zu diesem Zeitpunkt fest. In freudiger Erwartung auf die Hauptgänge setzte die Dämmerung ein. Die angestrahlten Bäume und Sträucher, zwischen denen wir saßen, ließen den ohnehin sehr angenehm gestalteten Außenbereich noch eine Spur lauschiger wirken.
Das beschauliche Abendessen im allerbesten Kollegenkreis ging in die entscheidende Phase.
Da es sich im Dunkeln nicht sonderlich gut Fotografieren lässt, musste beim Abknipsen der Hauptgerichte das Handy vom Kollegen als Lichtquelle dienen. Bis dann alles im „Kasten“ war dauerte es ein wenig, was von so manchem am Tisch „högschde“ Disziplin verlangte. Der Dunkelheit geschuldet blieb dann das Cordon Bleu des schräg gegenüber von mir sitzenden, präsidialen Oberhauptes unseres Kaukonsortiums leider unverewigt.
Doch seine Zufriedenheit über den mit Kochschinken und Gouda gefüllten, dem Aussehen nach der Butterpfanne entstiegenen Fleischklassiker mit dem wohlklingenden französischen Namen (19,80 Euro) drang bis zu mir herüber. Bei allen Hauptspeisen war übrigens ein kleiner, mit schmackhaftem Essig-Öl-Dressing angemachter Beilagensalat inkludiert.
Und der erfüllte seine Aufgabe als frischer Nebendarsteller zum deftigen Gaumenkino aus Rind, Kalb und Landschwein auf wunderbare Art und Weise.
Gegenüber glänzten zwei herrlich mürbe Wiener Kalbsschnitzel (21,90 Euro) mit den daneben liegenden Bratkartoffeln um die Wette. Dem Schnitzelschurken, der sie anschnitt, entlockten sie jedenfalls ein breites Grinsen.
Mein Bratkartoffelbuddy neben mir – unsere Beilagenportion kam zum Teilen auf einem großen Teller –
hatte sich für das Rumpsteak mit hausgemachter Kräuterbutter entschieden. Er lobte den perfekt getroffenen Gargrad („medium“) seines Fleisches und ließ mich von der wirklich sensationellen Kräuterbutter kosten. Schon faszinierend, was Kleinigkeiten bei einem Allerweltsgericht so ausmachen können.
Auf meinem Rumpsteak (wie das vom Kollegen 24,50 Euro), das übrigens wie bestellt „medium rare“ geliefert wurde, lag eine ordentliche Anzahl an Pfefferkörnern und eine Chili-Schote, deren dekorativer Zweck sich mir erst nach dem ersten kleinen, höllisch scharfen Probierstückchen erschloss, was von der gut aufgelegten Servicedame mit ungläubigem Staunen quittiert wurde.
„Hot happens!“ Mit der geschmeidigen Pfefferrahmtunke im süffigen Schlepptau und einem Klecks Sahne wurde der kleine Lapsus am Gaumen auf angenehme Weise wieder austariert.
Besonders lobenswert: die auf Basis einer kräftigen Jus und ganz ohne (zumindest schmeckbare) Helferlein kredenzte Sauce hatte genau die richtige Pfefferdosis vorzuweisen, die das zarte, schätzungsweise 200 Gramm schwere Stück vom Rinderrücken geschmacklich kurzerhand in Richtung Malabarküste verlegte. In Kombination mit der urdeutschesten aller Kartoffelbeilagen war das hedonistischer Saucengenuss ohne Reue, der auch wirklich jedem der knusprig sautierten Fitzelchen von der Pfälzer Erdfrucht zur Ehre gereichte.
Schon jetzt war ich von dem hier vorherrschenden Preis-Genuss-Verhältnis mehr als angetan. Wie konnte ich so viele Jahre lang dieses besserbürgerliche Einkehridyll links liegen gelassen haben?
Je später der Abend, desto kühler wurde es im Sommergarten. Der Umzug in das schützende Sandsteingemäuer der Schlemmerscheune war unvermeidlich. Drinnen: keine Spur von unübersichtlicher „Gourmengelage“. Die meisten Gäste hatten schon den Nachhauseweg angetreten. Man platzierte uns direkt neben der Tür zum Garten.
Auch das Innere des Gutshofs konnte sich sehen lassen. Viel wertiges, helles Holz beim Mobiliar, indirekt angestrahlte Sandsteinwände, eine mit derben Fassdauben verkleidete Decke und jede Menge Weinflaschen sorgten für genau die richtige Mischung aus gemäßigter Pfalzfolklore und zeitgemäßer Landhausoptik. Ein gutes Beispiel dafür, was eine warme, mit Bedacht installierte Beleuchtung doch so alles ausmacht.
Kaum hatten wir unsere innere Wärme zurück, stand uns der Sinn nach Süßem. Unser „Stubenältester“ (nur auf seine Gesamtverweildauer in diesem Lokal bezogen…) hatte ja bereits im Vorfeld von der geeisten Nougat-Marzipan-Lasagne (8,90 Euro) in höchsten Tönen geschwärmt. Da kam auch ich nicht umhin, mir diese Dessertkreation einzuverleiben. Zumal mich Marzipan so gut wie immer anspricht, auch außerhalb der gut gezuckerten Weihnachtssaison.
Außerdem gönnte sich ein anderer Kollege das Zitronen-Sekt-Sorbet (6,50 Euro), das mit dem hauseigenen Riesling-Winzersekt aufgegossen wurde. Der letzte im Bunde bevorzugte wie stets eine Tasse Kaffee (2,20 Euro), um sein Mahl zu beenden.
An der süßen Versuchung aus Nougatcrème und Marzipan gab es geschmacklich nichts auszusetzen. Natürlich war das nichts für Diabetiker, aber mit ihrer fluffigen Textur und dem dezenten Kalt-Warm-Kontrast konnte das „Hausdessert“ voll überzeugen.
Ein paar reife Weintrauben, eine orangefarbene Physalis und ein paar frisch aufgeschnittene Stücke von der Mango versuchten der in zwei stattliche, hübsch angeordnete „Kalorienkörper“ geteilten Zuckersüß-Speise etwas fruchtige Frische entgegenzusetzen, was jedoch nur begrenzt gelang. Dafür war die verkappte „Nougat-Marzipan-Torte“ einfach zu dominant.
Ich muss gestehen, dass mir eine halbe Portion vollends gereicht hätte. Aber irgendwie schaffte ich es dann doch, auch das zweite Stück dieses Wuchtdesserts zu verdrücken. Werdende Väter können gar nicht genug Kalorien abbekommen – so der Eindruck von dem ein oder anderen Kollegen am Tisch.
Danach war aber wirklich Schluss. Da ging nichts mehr. Zumindest rein. Raus dagegen schon, wenn auch um ein paar gefühlte Kilo schwerer. Nachdem wir die Rechnung beglichen hatten verließen wir nämlich den Gutshof durch den Vordereingang. Eine letzte Gelegenheit, das imposante Anwesen noch einmal näher in Augenschein zu nehmen.
Mit der Auswahl des Gutshofs „Bauer’s Stuben“ hatte unser „Newcomer“ im Gastroquartett gut geliefert. Sein Einstand kann als gelungen bezeichnet werden. Hätte es einer Aufnahmeprüfung für diesen Böbinger Kulinarkollegen bedurft, er hätte sie wohl mit Auszeichnung bestanden.
An diesem Abend endete übrigens auch das Freiluftfuttern. Das sommerliche Dinieren unter freiem Himmel fand mit dem Umzug in die Bauer’sche Schlemmerscheune ein jähes Ende.
Nicht nur der kulinarische Herbst war bereits in vollem Gange, auch der kalendarische hatte ja einen Tag zuvor bereits Einzug gehalten.
Unser fortgeschrittenes Sättigungsgefühl und der Umstand des jahreszeitlichen Wechsels veranlassen mich, in der Nachbetrachtung dieses wunderbaren Abends, mit einem Gedicht von Friedrich von Logau (deutscher Dichter und Epigrammatiker des Barocks, Anm.) zu schließen:
Ja. Kann man so stehen lassen…