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Brot u Vorspeisensalat
Gaisburger Marsch
Amaretto_Mascarpone-Creme










Auf dem Weg zum ersten Termin kommen wir mitten in der Altstadt, am Ende der Jakobsgasse (die wie aus der Zeit gefallen scheint, so als ob hier noch Pferdefuhrwerke vorbeikämen und die Weinreben an der Hauswand emporranken) an einer Fensterfront vorbei, hinter der lauter entspannte Menschen sitzen. Das wirkt so verlockend, dass wir später noch einmal vorbeilaufen und einfach eintreten. Was sich hier (ironisch?) „Suedhang“ nennt, liegt wirklich in Tübingens Mitte, eher flach und eben, mit Ausblick auf einen kleinen Platz. Auf den ersten Blick lässt sich nicht sofort erahnen, ob es sich bei dieser Location um ein Jugendhaus, einen Studententreff oder ein Bistro handelt. Der Raum ist maximal minimalistisch eingerichtet: helle Holzdielen, lindgrün getünchte Wände, wenige Tische, eine Theke, ein Wandregal mit vielen akkurat angerichteten Papiertüten, eine Grünpflanze. Alles sehr stylish reduziert.
Ein Blick in die Runde zeigt: hier scheint man sich voll und ganz dem Kaffee verschrieben zu haben. Dieser Ort gehört offenbar dem aufstrebenden neuen Genre der Rösterei-Cafés an. Das ebenfalls minimalistische Angebot umfasst etliche Kaffeevariationen, wenige Kaltgetränke, ein paar ausgewählte Backwaren. Später lesen wir auf der Homepage: „Bis auf drei Items sind nun all unsere Speisen vegan.“ (Huhh, und das im Land der Butterbrezel – ziemlich ambitioniert!). Bestellt wird direkt an der Theke. Mein Flat White (3,80 Euro) wird in einem niedrigen, henkellosen Glasgefäß ausgegeben, kunstvoll bis zum Rand gefüllt, dazu in einem zweiten Glas etwas Wasser. Beides steht auf einer weißen, (vielleicht sogar handgetöpferten?) Keramikschale. Ein Arrangement, bei dem jeder Gast mit einem leichten Tremor oder einem vorangegangenen Termin in der neurologischen Abteilung des Uniklinikums schon gedanklich in Zittern verfällt. Wird einem auf Wunsch aber auch an den Tisch getragen. Der große Cappuccino (über 4 Euro) meiner Begleitung ist ebenfalls perfekt arrangiert und genauso randvoll austariert. Als einfache, unakademische Kaffeetrinker sind wir ganz angetan von Geschmack und Cremigkeit. Mit dem hiesigen Fachvokabular können wir allerdings nicht glänzen. Yemenia, Canephora, German Carranza?? Dass die angebotene Limonade mit Kaffeeblättern und Zitronenverbene versetzt ist, dürfte auch nicht ganz alltäglich sein.
Die wenigen Tische reihen sich an der Fensterfront entlang und tragen alle den kleinen Hinweis, man möge hier nicht seinen Laptop aufklappen und den Ort als Studienzentrum betrachten. Das passt nicht in die Kalkulation. Das „Suedhang“ scheint also eher nicht ein klassisches Kaffeehaus zu sein, in dem man bei einem kleinen Braunen und einem Glas Wasser für wenig Geld dem stundenlagen Müßiggang frönen kann. Dabei sieht man hier ein durchweg sehr jugendliches, studentisches (?) Publikum. Wer unter den älteren Semestern noch mit Sit-Ins sozialisiert wurde, wird über ein hiesiges Angebot namens „Public Cupping“ nicht schlecht staunen. Zitat: „Jeden Freitag ist bei uns Cupping Tag. Ab 18:00 Uhr nehmen wir dich eine Stunde lang mit in die Welt des Kaffees und beantworten all deine Fragen rund um die Bohnen, Prozesse, Import und SUEDHANG.“ Jede Session ist auf sechs Teilnehmer begrenzt und findet derzeit unter Einhaltung der 3G-Regeln statt. Moderne Zeiten!
Exquisit geröstete Kaffeebohnen, 250 Gramm-weise in formschönen Packpapiertüten angeboten und mit jeweils drei Geschmacksnoten klassifiziert, kann man am „Suedhang“ auch kaufen. Ein Kaffee, der nach Maracuja/Minze/ Mandelmus schmeckt? Oder nach Erdbeere/Pflaume/Darjeeling? Dazu fehlt mir, ehrlich gesagt, noch etwas das Sensorium und vor allem die Fantasie. Wir nehmen trotzdem mal eine Packung als Geschenk mit. Über 17 Euro für 250 Gramm sind natürlich ein stolzer Preis.
Das Café ist ein derartiger Renner, dass trotz eisigem Ostwind etliche Gäste, die drinnen keinen Platz mehr finden, vor dem Suedhang hocken, in warmen Decken in die Fensternischen gekuschelt. Selbstredend sollte man als Gast mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sein. Parkplätze sind in Tübingen eine kostbare Rarität und als wir nach einigem Rumgekurve einen gegenüber des Suedhangs finden (quasi am Nordhang), zahlen wir 2 Euro für die Stunde. Ein weiterer Grund, der leider gegen längeres Verweilen spricht. Egal: uns hat es gefallen, auch aufgrund des puristischen, sehr properen Ambientes und des unglaublich freundlichen, tiefenentspannten Services. Die Butterbrezel kann man ja woanders essen.