"Italiener mit gehobeneren Preisen, der aber nicht enttäuschte."
Geschrieben am 18.08.2020 2020-08-18 | Aktualisiert am 18.08.2020
Miera | Restaurant - Bistro - Feinkost
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Restaurant, Bistro, Weinstube, Catering
045177212
Hüxstraße 57, 23552 Lübeck
"Ein Restaurant mit definitiv sichtbarem kulinarischen Anspruch, der aber für mich nicht durchgehend gehalten werden konnte."
Geschrieben am 12.08.2020 2020-08-12 | Aktualisiert am 12.08.2020
Restaurant Johanna Berger
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Restaurant
045158696890
Dr. Julius-Leber-Straße 69, 23552 Lübeck
"Das "Gutenberger", von außen eher pfui, von innen und vom Teller dafür hui"
Geschrieben am 10.08.2020 2020-08-10 | Aktualisiert am 10.08.2020
Restaurant im Hotel Gutenberger
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Restaurant, Cafe, Hotel
04514868890
Gutenbergstraße 15, 23566 Lübeck
"Ein kleines Häuschen mit weiterem alternativem Flammkuchenangebot, welches zwar preislich in Ordnung aber geschmacklich noch besser geht."
Geschrieben am 08.08.2020 2020-08-08
Das Flammkuchenhaus
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Restaurant
01725165600
Fleischhauerstraße 14, 23552 Lübeck
"Nicht zum „vergöttern“, aber trotzdem sein Geld durchaus wert."
Geschrieben am 05.08.2020 2020-08-05 | Aktualisiert am 06.08.2020
Restaurant Fischtempel
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Restaurant
045027089831
Auf dem Baggersand 7, 23570 Lübeck
"Anatolisches Angebot vom Grill, das sich von einem „Standard-Döner-Imbiss“ durchaus abheben kann."
Geschrieben am 02.08.2020 2020-08-02 | Aktualisiert am 02.08.2020
Lezzet Holzkohlegrill
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Restaurant, Imbiss
045148069696
Fackenburger Allee 26, 23554 Lübeck



Außenansicht.
Hausgemachtes Baguette mit Dip aus aus Creme-fraiche, Knoblauch und Frühlingszwiebeln.
Amuse-Gueule.
"Entenleber, Quitte, Feldsalat, Kürbispüree" .
Die Entenleber im Anschnitt.
"Pastinakensüppchen, Trüffelöl, Maronen, Shi Take Pilze".
"Lachstatar, Avocado, Glasnudelsalat, Daikon-Rettich".
"Käseauswahl".

Innenansicht.
Flammkuchen „Edel und exklusiv“ mit Lachs, Tomaten, Lauchzwiebeln, Emmentaler und auf meinen Wunsch statt Spinat Champignons (noch ohne Balsamico).
Das Haupthaus.
Innenansicht im Haupthaus.
Gefüllte Oktopoden mit Salat und Schwarzbrot.
Innenansicht.
"Iskembe Corbasi" - Kuttelsuppe.
"Kuzu Sis" - gegrilltes Lammfleisch vom Spieß mit Salat und Yufka-Fladenbrot.









Neben diesen beiden Lokalen in der Lübecker Altstadt betreibt der Inhaber des Miera in der Lübecker Bucht auch in Neustadt bereits seit langer Zeit ein weiteres Restaurant. Sein kleines "Gastro-Reich" bewährt sich somit also schon länger erfolgreich in der Gegend.
Auch ich wollte mich also von der hier gebotenen Qualität der italienischen Küche überzeugen und tat dies in Form eines individuell aus dem a la Carte-Bereich zusammengestellten 5-Gang-Menüs, welches ich bei der Reservierung angefragt hatte. Dieser Wunsch wurde mir glücklicherweise auch gern erfüllt.
Die durch seinen weinroten Anstrich in der Häuserfassade der Hüxstraße definitiv auffallende Restaurant begrüßt den Gast zunächst mit einer Verkaufstheke, in der verschiedene Anti-Pasti-Spezialitäten auch für den privaten Verbrauch daheim erworben werden können. Auch Soßen, Pasta, Weine uvm gehören mit zum erweiterten Angebot.
Der daran anschließende Gastraum überzeugte mit einer stimmigen Ausleuchtung und Dekoration. Einzig die vielleicht doch etwas zu effektiven Ausnutzung der Fläche für möglichst viele Tische und Sitzplätze konnte sich damals zu Stoßzeiten sicherlich sehr störend auf die Privatsphäre auswirken. In der heutigen, speziellen Zeit sieht das mit Sicherheit, den Regularien entsprechend, anders aus.
Auch ein Freisitz im Innenhof bietet in den warmen Jahreszeiten Raum unter freiem Himmel. Im Januar meines Besuches war das aber natürlich keine Option.
Am Abend des Besuches war der Service stets sehr aufmerksam, freundlich und gut organisiert, auch wenn man anmerken muss, dass zu dieser Zeit das Restaurant nur leicht gefüllt war. Auch die Abstände, in denen die einzelnen Gänge serviert wurden, war für mich persönlich optimal. Hier blieb mir nichts negativ in Erinnerung.
Nun aber zum kulinarischen Teil:
Vorweg wurde italienisches Weißbrot mit einem hausgemachten und sehr guten, da intensiven Basilikum-Pesto sowie eine in Öl eingelegte und gebratene Auberginenscheibe gereicht, die den ersten Appetit besänftigten sollten.
Doch allzu lang musste man die Vorfreude auf den Beginn des Menüs gar nicht überbrücken, denn nur wenige Minuten später stand mit der Steckrübensuppe bereits der erste Gang noch heiß dampfend auf dem Tisch.
Die Konsistenz der Suppe konnte mich ebenso überzeugen, wie der frische, leicht süßliche Rübengeschmack. Die gebratenen Zwiebeln und erfreulicherweise noch knusprigen Croutons ergänzten sie textuell passend. Geschmacklich keine Überraschung, aber auch einfach nur gut.
Mit den "Patagonias" (kleine Tintenfische) schaltete der 2. Gang dann auch eben jenen Gang höher.
Die Tintenfische waren sehr zart und leicht geröstet und ließen somit auf gute Zubereitung und Produktqualität schließen. Die dazu gereichten gerösteten Cashewkerne fügten dem Ganzen wieder einen passenden Crunch hinzu. Kirschtomaten und der gebratene Passe Pierre (Queller) rundeten das Gericht geschmacklich ebenfalls sehr gut ab.
Vom Meer ging es nun auf die Weide mit einer "Bratwurst vom Bauer Schramm" mit Balsamico-Linsen und Malzbier-Soße
Saftig und gut gebraten gefielen mir Struktur und Geschmack des Bräts durchaus. Auch die Malzbier-Soße hielt geschmacklich, was sie im Namen versprach: leicht süßlich und leicht herb. Da ging der Balsamico mit seiner feinen Säure bei den Linsen leider unter, welche aber selbst einen guten Biss hatten.
Mit den "Wildwassermiesmuscheln" folgte wieder eine Meeres-Speise.
Wie schon bei dem Tintenfisch war auch bei den Muscheln die Frische lobend hervorzuheben. Knirschende Sandkörner konnte ich glücklicherweise nicht entdecken.
Die Karottenscheiben und das Selleriegemüse (Stauden- und Knollensellerie) ergänzten den Tomatensugo-Sud gut. Allerdings fehlte diesem und damit auch dem gesamten Gericht ein etwas mutigerer Umgang mit Salz und Würze.
Abgerundet wurde das Menü dann mit dem Hauptgang, der sich um ein Rinderrücken-Paillard drehte.
Das dünn plattierte Fleisch hatte sogar noch einen leicht-rosa "Kern" und war zudem sehr zart. Der dazu gereichte Salat mit dem Orangen-Joghurt-Dressing war wiederum sehr erfrischend. Die gebackenen Kartoffelspalten waren außen knusprig und innen cremig und der kühle Knoblauch-Dip ebenfalls gut abgeschmeckt. Auch am letzten Gang gab es also nichts auszusetzen, aber auch keine "Geschmacksexplosion".
Insgesamt gesehen war der Abend sein Geld (70€ inklusive Trinkgeld für 5 Gänge und eine Flasche Wasser) hinsichtlich Menü und Service für mich auf jeden Fall wert. Noch etwas mehr Mut bei der Würzung oder auch Verwendung der typischen mediterranen Kräuter fehlt hier und da für den "besonderen" Geschmack, welcher aber trotzdem jederzeit auf gutem Niveau war.
Abschließend kann ich das Miera jedem, dem es wert ist, für eine frische mediterrane Küche mit sehr guten Zutaten auch mal etwas mehr als beim "Durchschnitts-Italiener" auszugeben, durchaus empfehlen.