Besucht am 07.06.2017Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 52 EUR
Das Umland meines Wohnortes Steinweiler ist nicht sonderlich gesegnet mit guten Einkehrmöglichkeiten. Neben der Hofschänke in Winden, der Weinstube Dyck in Mühlhofen und dem Schneiderfritz in Billigheim, sieht es in Sachen Kulinarik eher mau aus. Als dann auch noch vor zwei Jahren die Weinstube Mandelpfad im nahen Rohrbach ihre Pforten schloss, schien sich nach der Aufgabe der Weinstube Jede (einige Zeit davor) der Ort zur gastronomischen Diaspora zu entwickeln. Wie im benachbarten Steinweiler stellt auch hier der Pizza-Service ums Eck die nahezu einzige Möglichkeit dar, eine nicht selbst gekochte, warme Mahlzeit zu erlangen. Mon Dieu, quelle tristesse de délice dans ma région!
Wie schön, dass diese trostlosen Zeiten für Auswärtsesser jetzt vorbei sind. Der Grund: in den letzten Monaten haben in den Nachbardörfern Rohrbach und Billigheim zwei neue gastronomische Einrichtungen eröffnet, denen ich mich in einem zweiteiligen „Geschmacksreport“ widme. Die Reise in den kulinarischen Nahraum beginnt im komplett sanierten bzw. restaurierten Rohrbacher Bahnhof.
Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude des Rohrbacher Bahnhofs dümpelte mehrere Jahrzehnte ungenutzt vor sich hin. Der stattliche, spätklassizistische Bau aus dem letzten Viertel des 19.Jahrhunderts besaß keinen Verwendungszweck mehr und stand all die Jahre leer. Wie sich das auf die Bausubstanz auswirkte, kann sich jeder denken. Es bröckelte der Putz und das Ensemble verkam zu einem jämmerlichen Relikt eines längst überholten Bahnzeitalters. Was könnte man nicht alles aus diesem Gebäude machen? Zugegeben, das dachte auch ich, wenn mich der Weg über den Rohrbacher Bahnübergang in Richtung Autobahn führte.
Schließlich kaufte die Gemeinde Rohrbach das Anwesen der Deutschen Bahn zu einem geringen Preis ab. Der Herxheimer Designer André Steverding, jüngerer Bruder von Isenhof-Koch Peter Steverding, erwarb zusammen mit seiner Lebensgefährtin Eva Mendel das Objekt im letzten Jahr. Ein Jahr und unzählige Arbeitsstunden später, konnte im Frühjahr der neue „Kultur- und Eventbahnhof“ eröffnet werden. Neben einem Küchenstudio und einer Werbeagentur ist auch das Restaurant „Zum Bahnhof 1894“ in den großzügigen Räumlichkeiten (860 Quadratmeter Nutzfläche!) untergebracht. Außerdem stehen vier geschmackvoll gestaltete Gästezimmer zur Verfügung. Seminarräume sollen im Sommer folgen.
Unser erster Besuch war eine Spontanaktion im Anschluss an eine abendliche Radtour. Wir waren schon gesättigt von der vorangegangen Einkehr und wollten noch auf ein Gläschen Wein in den umfunktionierten Bahnhof einkehren. Für die späte Uhrzeit war noch gut was los. Wir durften uns an einem zentral gelegenen Tisch niederlassen und begutachteten in aller Ruhe die edle Inneneinrichtung der modernen Bahnhofsgaststätte. Hier merkte man gleich, dass da einer mit viel Sachverstand und Erfahrung zu Werke gegangen war. André Steverding, der im Bereich Wohn- und Objektdesign kein Unbekannter ist, hat hier ein Interieur geschaffen, das beeindruckt.
Tief hängende Spots erleuchten die mit schlichter Holzplatte versehenen, einbeinigen Bistrotische stimmig. Man sitzt auf äußerst bequem gepolsterten Schalensesseln oder gleich auf einem der lauschigen Wandsofas. Neben den Strahlern über den Tischen setzen Wandleuchten indirekte Lichtakzente. Der „geflügelte“ Kronleuchter ist natürlich Geschmackssache, fällt aber zumindest auf. Genau wie die in Rot und Senfgelb gehaltenen Nostalgievorhänge, die passend zur Retrotapete mit Blumenmuster die Fensterseite schmücken.
Zusammen mit dem zylinderförmigen Kaminofen und dem rustikalen Parkettboden – ich tippe auf Landhaus-Eiche im Vintage-Look – versprüht der Gastraum eine bodenständige Wohlfühlatmosphäre in zeitgemäßer Optik. Dazu passen auch die lediglich mit Einfachbesteck und Serviette eingedeckten Tische, die bei allem Purismus eine etwas einfallsreichere Dekoration – ein trauriges Blümchen im Wasserglas – verdient hätten. Ich bin mir sicher, dass Kreativkopf Steverding auch hier noch das Passende finden wird.
Einziger wirklich negativer Aspekt war die zu laute Raumakustik. Trotz sichtbarer Dämmung ließen die hohen Decken einen unangenehmen Schallpegel entstehen, der eine zu hohe Geräuschkulisse nach sich zog. Dies ging leider etwas zu Lasten der Atmosphäre. Da konnten auch die schallabsorbierenden Vorhänge wenig ausrichten. Ein Manko, mit dem man als Gast des Bahnhofs klarkommen muss. Was wir aber angesichts der geschmackvollen Inneneinrichtung als durchaus verschmerzbar erachteten.
Wir waren bei unserem Erstbesuch spät dran. Die Küche hatte schon Feierabend und wir studierten die mit Bedacht zusammengestellte Weinkarte, um uns einen passenden Tropfen auszusuchen. Das reichhaltige Angebot an offenen Weinen überraschte mich dabei genauso wie die äußerst fair kalkulierten Flaschenweinpreise. Die bewegten sich fast ausnahmslos unter der 20-Euro-Marke, viele davon sogar unter 15 Euro. Dass es das noch gibt. Außerdem kamen viele der angebotenen Kreszenzen aus der unmittelbaren Umgebung. Denn auch Rohrbach hat mit dem Weingut Becker, dem Ökonomierat Lind und dem etwas außerhalb sich befindenden Neusperger Hof durchaus qualitativ etwas vorzuweisen. Warum denn immer gleich die hochpreisige VDP-Keule schwingen, wenn die jungen wilden Weinmacher aus der Pfalz viel spannendere Entdeckungen versprechen?
Wir entschieden uns für den trocken ausgebauten Muskateller „Quarzsand“ vom Weingut Mathis aus Klingenmünster (ja genau der mit der Weinstube…) und die Ilbesheimer Pinot-Cuvée vom Jungwinzer Benjamin Ehrhart aus Eschbach (beide Viertel für jeweils 5,60 Euro), der unter anderem der „Generation Riesling“ angehört. Beide Weißweine enttäuschten nicht, wobei der Muskateller eine wirklich phänomenale Frucht besaß und die Burgunder-Cuvée dagegen etwas farblos wirkte. Während wir so saßen und mit der freundlichen Dame vom Service ein wenig ins Plaudern kamen, fand dann doch noch ein Stück Apfelstreusel von der Herxheimer High-End Bäckerei Kerner den Weg auf unseren Tisch. Nebenbei musste ich einen Blick in die Speisenkarte werfen, denn der Folgebesuch zum Abendessen war schon in Planung.
Dem saisonalen Anspruch wird man gleich auf der ersten Seite gerecht. Zwei Vorspeisen (davon eine Suppe), drei Hauptgerichte und ein Dessert bietet die übersichtliche Saisonkarte. Anfang Juni darf das Spargelcrèmesüppchen mit gebeiztem Lachs (6,80 Euro) sowie die marinierten Erdbeeren (7 Euro) für hinterher natürlich nicht fehlen. Das kurzgebratene Onglet (hier „Hanging Tender betitelt) mit Grillgemüse und Kartoffel-Wedges (27,80 Euro) lockt den Fleischaffinen. Die Preise erschienen mir zunächst recht üppig kalkuliert. Ich war gespannt, in welchem Verhältnis sie zur gebotenen Qualität standen.
Drei Tage später, an einem Mittwoch, hatten wir für 19.30 Uhr reserviert und waren so ziemlich die letzten, die an diesem Abend noch etwas auf den Teller bekommen wollten. Es war noch einiges los, aber die meisten hatten ihre Speisen schon vertilgt, was aufgrund des fehlenden Bestecks auf den Tischen ersichtlich war. Eine größere Gruppe saß etwas separiert im Vorraum gleich neben dem Eingang und ließ sich mehrheitlich den 220 Gramm schweren Bahnhofs-Burger vom Black Angus mit Pommes frites (13,30 Euro) schmecken.
Neben den bereits erwähnten Empfehlungen der Saison listet die eigentliche Speisenkarte eine recht breitaufgestellte Auswahl an Pfälzer Gerichten, Salatvariationen, kleineren Vespereien und fleischigen Hauptspeisen. Die Dessertauswahl kommt, ähnlich dem Vorspeisenangebot, etwas dürftiger daher. Die letzte Seite widmet sich als „Kinderkarte“ ganz dem Geschmack der kleinen Gäste.
Vorneweg sollte es mal wieder eine Spargelsuppe sein. Derer habe ich in den letzten Wochen des Öfteren gefrönt, so dass ich hier die geschmackliche Vergleichsschablone auf der Zunge hatte. Dann wurden unsere beiden Hauptgänge regelrecht einge“burgert“. Zum Bahnhofsburger vom Black Angus (9,80 Euro) wurden alternativ Süßkartoffel-Pommes (4 Euro) angeboten. Ein Angebot, das der Gastro-Pate aus Steinweiler nicht ablehnen konnte. Meine Begleitung zeigte sich weit weniger kaufreudig und orderte den mürben Pulled Beef Burger (12,80 Euro) von der Juni-Karte. Die süßlichen Kartoffelstäbchen fielen schließlich in die Kategorie „Beilagen-Sharing“, was den stattlichen Burger-Maßen geschuldet war.
Aus der Weinkarte der Entdeckungen wurden zwei weitere Vertreter auserkoren. Die rote Cuvée „Leib & Seele“ (0,1l für 2,90 Euro) von Bergdolt-Reif & Nett aus dem südpfälzischen Duttweiler (bei Neustadt) und die Weißwein-Cuvée „Fidibus“ vom Weinhaus Franz Hahn aus Albersweiler (das Viertel für 4,90 Euro). Der Rote hatte ordentlich Restsüße und sich den Zusatz „feinherb“ redlich verdient. Meine Burgundercuvée (Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay) kam zu einem Drittel aus dem Holzfass und strotzte vor fruchtiger Frische. Ein süffiger Sommerwein und idealer Einstieg ins Hahn’sche Burgunderprogramm. Ein „Traditionsbetrieb in Neuauflage“ (vgl. Homepage), von dem man sicherlich noch einiges hören bzw. trinken wird.
Nun zum Wesentlichen, den auf bzw. in den Tellern befindlichen Speisen. Die Küche grüßte vorweg recht banal mit frischem Kräuterquark und gutem Brot. Die Spargelcremesuppe war fein abgeschmeckt, schön aufgeschäumt und wurde mit gebeiztem Lachs serviert. Dieser war leider viel zu dominant im Geschmack und erschlug die recht dünne Spargelsuppe gnadenlos. Außerdem mag ich es, wenn einem die Crèmesuppe auch leicht sämig vorgesetzt wird. An das Referenzsüppchen aus der Neupotzer Krone kam die Version bei weitem nicht heran. Ausreichende Portionsgröße traf hier auf guten Geschmacksstandard, der jedoch für knapp 7 Euro preislich etwas zu ambitioniert bemessen war.
Da hatten die beiden Burger schon mehr Format. Und das sowohl in geschmacklicher, als auch in optischer Hinsicht. Mein Patty hatte gute 220 Gramm und wurde mit knusprigem Bacon, Salat, Essiggurke, roter Zwiebel, Tomate, geschmolzenem Cheddar und BBQ-Sauce veredelt. Das Bun war schön fluffig und vom Mundgefühl her meilenweit weg von labbriger Einheitsware aus der Fabrik für Burger-Brot. Der Bratling hätte etwas mehr medium sein dürfen, aber das hatte ich im Vorfeld vergessen zu sagen. Die Fleischqualität war auf jeden Fall erstklassig. Das schmeckte man. Die süßlichen Pommes passten zur deftigen Würze des Burgers sehr gut. Ein rundum schlüssiges Bulettengericht, das ich gerne wieder bestellen würde. Auch meine Begleitung lobte ihren Pulled Beef Burger, der mit süffigem Krautsalat unterfüttert war. Bei den dazu gereichten Scharfmachern, die in den Graden 1 bis 3 erhältlich sind, ist allerdings Vorsicht geboten. Die mittlere Scoville-Tunke war uns schon too much und brannte die Geschmacksnerven wie ein Flammenwerfer nieder.
Da war uns nach einem erfrischenden Abschluss zumute. Die marinierten, im kleinen Dubbeglas (0,25l) servierten Erdbeeren mit Joghurteis und Limettenespuma (7 Euro) beruhigten den von der Chilisauce gereizten Gaumen auf sehr angenehme Art und Weise und setzten ein sommerlich frisches Ausrufezeichen.
Wir waren schließlich die letzten Gäste und dementsprechend angenehm war zur späteren Stunde die Akustik im Raum. Was für ein Unterschied zum Zeitpunkt unserer Ankunft! Dennoch haben wir uns im neuen alten Bahnhof sehr wohl gefühlt, was neben der geschmackvollen Einrichtung vor allem dem sehr fürsorglich agierenden Service geschuldet war. Hier hat man scheinbar das richtige Personal, um seine Gäste rundum zufrieden zu stellen. Die Portionsgrößen sind pfälzisch, die Preise noch etwas inhomogen. Aber das wird die Zeit schon richten. Für uns ist diese neue gastronomische Einrichtung eine sehr günstig gelegene, durchaus schmackhafte Alternative, die wir sicherlich noch öfter „anradeln“ werden. Und sicherlich um keine Weinentdeckung verlegen.
Das Umland meines Wohnortes Steinweiler ist nicht sonderlich gesegnet mit guten Einkehrmöglichkeiten. Neben der Hofschänke in Winden, der Weinstube Dyck in Mühlhofen und dem Schneiderfritz in Billigheim, sieht es in Sachen Kulinarik eher mau aus. Als dann auch noch vor zwei Jahren die Weinstube Mandelpfad im nahen Rohrbach ihre Pforten schloss, schien sich nach der Aufgabe der Weinstube Jede (einige Zeit davor) der Ort zur gastronomischen Diaspora zu entwickeln. Wie im benachbarten Steinweiler stellt auch hier der Pizza-Service ums Eck... mehr lesen
Zum Bahnhof 1894
Zum Bahnhof 1894€-€€€Restaurant06349 9959193Bahnhofstraße 61, 76865 Rohrbach
4.0 stars -
"Kulinarische Neuigkeiten aus der Nachbarschaft - Teil 1: Neues Leben im alten Bahnhof" Ehemalige UserDas Umland meines Wohnortes Steinweiler ist nicht sonderlich gesegnet mit guten Einkehrmöglichkeiten. Neben der Hofschänke in Winden, der Weinstube Dyck in Mühlhofen und dem Schneiderfritz in Billigheim, sieht es in Sachen Kulinarik eher mau aus. Als dann auch noch vor zwei Jahren die Weinstube Mandelpfad im nahen Rohrbach ihre Pforten schloss, schien sich nach der Aufgabe der Weinstube Jede (einige Zeit davor) der Ort zur gastronomischen Diaspora zu entwickeln. Wie im benachbarten Steinweiler stellt auch hier der Pizza-Service ums Eck
Besucht am 07.06.2017Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 40 EUR
Die Sportgaststätte "Zum Aloisius" ist wirlich ein Geheimtipp im Bereich Perlach/Neuperlach. Sie liegt etwas versteckt in direkter Nachbarschaft des Heinricht Heine Gymnasiums und ist Teil einer Sportanlage. Der Gebäude wirkt aufgrund der massiven Betonbauweise leider etwas bunkerartig, das ist aber auch schon das einzig negative, das man über das Lokal sagen kann. Der Wirt ist ein enorm sympathischer Mann und auch das Servicepersonal ist freundlich. Das Ambiente wirkt teils etwas bemüht bayerisch (Wandmalerei, Deko), was aber nicht stört. Man kann sagen, dass man das Beste aus den eher spartanischen Räumlichkeiten herausgeholt hat. Im Sommer kann man auch draußen auf der Terrasse in der Sonne sitzen, was sehr idyllisch ist, wenn man sich nicht an dem Lärm stört, der teilweise von den Sportlern ausgeht, die nebenan aktiv sind.
Die Speisekarte ist nicht üppig, aber das, was angeboten wird, ist lecker und auch optisch toll angerichtet. Man merkt, dass sich die Küche Mühe gibt und Wert auf Qualität legt. Die Speisen bewegen sich im Bereich bayerischer Küche bzw. Hausmannskost. Zudem gibt es ein großes Kuchenbuffet. Auch die Auswahl der verfügbaren Weine ist für eine Sportgaststätte überragend. Letztlich kann man auch noch die Sauberkeit im Aloisius lobend erwähnen. Die Toiletten sind top gepflegt und wirken hygienisch.
Das "Zum Aloisius" ist in jeder Hinsicht eine positive Überraschung und eine echte Empfehlung für alle, die gerne gute bayerische Küche und eine nette Atmosphäre genießen, dabei aber keinen Wert auf bayerische Räumlichkeiten legen.
Die Sportgaststätte "Zum Aloisius" ist wirlich ein Geheimtipp im Bereich Perlach/Neuperlach. Sie liegt etwas versteckt in direkter Nachbarschaft des Heinricht Heine Gymnasiums und ist Teil einer Sportanlage. Der Gebäude wirkt aufgrund der massiven Betonbauweise leider etwas bunkerartig, das ist aber auch schon das einzig negative, das man über das Lokal sagen kann. Der Wirt ist ein enorm sympathischer Mann und auch das Servicepersonal ist freundlich. Das Ambiente wirkt teils etwas bemüht bayerisch (Wandmalerei, Deko), was aber nicht stört. Man kann... mehr lesen
Zum Aloisius
Zum Aloisius€-€€€Biergarten, Gaststätte, Sportcafe08967969865Max-Reinhardt-Weg 28, 81739 München
5.0 stars -
"Überraschend nette Sportgaststätte" Ehemalige UserDie Sportgaststätte "Zum Aloisius" ist wirlich ein Geheimtipp im Bereich Perlach/Neuperlach. Sie liegt etwas versteckt in direkter Nachbarschaft des Heinricht Heine Gymnasiums und ist Teil einer Sportanlage. Der Gebäude wirkt aufgrund der massiven Betonbauweise leider etwas bunkerartig, das ist aber auch schon das einzig negative, das man über das Lokal sagen kann. Der Wirt ist ein enorm sympathischer Mann und auch das Servicepersonal ist freundlich. Das Ambiente wirkt teils etwas bemüht bayerisch (Wandmalerei, Deko), was aber nicht stört. Man kann
Besucht am 22.01.2017Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 45 EUR
Nach einem Spaziergang im Schlosspark des Nymphenburger Schlosses bin ich eher zufällig an einem Sonntagnachmittag beim Metzgerwirt eingekehrt. Das Ambiente wirkt urtümlich bayerisch, ohne gekünstelte Rustikalität. Vielmehr hat man den Eindruck, hier eines der wenigen wirklich originalgetreuen Münchner Wirtshäuser zu besuchen. Und tatsächlich gibt es diese Gastronomie schon seit 1729.
Auch der Blick in die Speisekarte zeigt, dass man hier wenig auf den kommerziellen Mainstream schert, wie er in vielen bayerischen Lokalen Münchens mittlerweile eingekehrt ist. So findet man neben Standard wie Wiener Schnitzel und Schweinebraten auch sperrige Innereien- und Schlachtschüsselgerichte. Der Name Metzgerwirt ist hier auf jeden Fall Programm. Die bestellten Speisen schmeckten auch durchaus lecker, ich würde aber nicht soweit gehen, von Delikatessen zu sprechen. Alles in allem guter Standard.
Die Servicekraft war bei meinem Besuch etwas gestresst und wirkte etwas unorganisiert, war aber sehr freundlich, was diese kleine Schwäche wieder wettmachte. Neben den bayerischen Spezialitäten wird hier auch Augustiner-Bier ausgeschenkt, was ein klarer Pluspunkt für ein Münchner Wirtshaus ist. Die Preise befinden sich auf Münchner Standardniveau und die Portionen, die man dafür bekommt, sind durchaus stattlich.
Ich würde den Metzgerwirt jedem empfehlen, der gerne mal in einem traditionellen und ungekünstelten Münchner Wirtshaus einkehren möchte, um die fleischlichen Spezialitäten und der gute Bier zu genießen, nachdem er durch den Nymphenburger Schlosspark spaziert ist.
Nach einem Spaziergang im Schlosspark des Nymphenburger Schlosses bin ich eher zufällig an einem Sonntagnachmittag beim Metzgerwirt eingekehrt. Das Ambiente wirkt urtümlich bayerisch, ohne gekünstelte Rustikalität. Vielmehr hat man den Eindruck, hier eines der wenigen wirklich originalgetreuen Münchner Wirtshäuser zu besuchen. Und tatsächlich gibt es diese Gastronomie schon seit 1729.
Auch der Blick in die Speisekarte zeigt, dass man hier wenig auf den kommerziellen Mainstream schert, wie er in vielen bayerischen Lokalen Münchens mittlerweile eingekehrt ist. So findet man neben Standard... mehr lesen
Gasthaus Metzgerwirt
Gasthaus Metzgerwirt€-€€€Restaurant, Metzgerei, Wirtshaus089170470Nördliche Auffahrtsallee 69, 80638 München
4.0 stars -
"Empfehlenswerte Traditionswirtschaft" Ehemalige UserNach einem Spaziergang im Schlosspark des Nymphenburger Schlosses bin ich eher zufällig an einem Sonntagnachmittag beim Metzgerwirt eingekehrt. Das Ambiente wirkt urtümlich bayerisch, ohne gekünstelte Rustikalität. Vielmehr hat man den Eindruck, hier eines der wenigen wirklich originalgetreuen Münchner Wirtshäuser zu besuchen. Und tatsächlich gibt es diese Gastronomie schon seit 1729.
Auch der Blick in die Speisekarte zeigt, dass man hier wenig auf den kommerziellen Mainstream schert, wie er in vielen bayerischen Lokalen Münchens mittlerweile eingekehrt ist. So findet man neben Standard
Besucht am 15.06.2017Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 29 EUR
Allgemein
Nachdem wir gestern Abend bei traumhaftem Wetter den Geburtstag unserer ältesten Tochter in einem Biergarten ihres Wohnortes feierten und uns mächtig die Bäuche vollgeschlagen haben, machte Schätzchen heute Vormittag den Vorschlag, dass wir trotz Hitze unsere Räder satteln sollten, um wenigstens ein paar Kilometer die Kalorien von gestern abzustrampeln.
Gesagt getan. Aufs Radl geschwungen, über die Mainbrücke nach Hessen, weiter nach Seligenstadt und nochmal weiter zur Krotzenburger Schleuse, um dort wieder Richtung Heimat zu fahren. Natürlich nicht ohne eine stärkende Einkehr, sprich Mittagessen. Sowohl in Bayern als auch im angrenzenden Hessenland war heute Feiertag Fronleichnam angesagt. Dieser Umstand, gepaart mit wolkenlosem Himmel und 28 Grad Celsius, sorgte für eine enorme Verkehrsdichte, sowohl auf den Radwegen als auch auf den Landstraßen, die zum Großkrotzenburger Badesee führten. Eine kilometerlange Schlange an Autos mit OF, F, HU, MKK, HG, DA schob sich im Stopp an Go zum Parkplatz des Badesees. Wer endlich einen Parkplatz gefunden hatte, durfte dann in ca. 50 m langen Schlangen an den Eingängen zum See nochmal einige Wartezeit einkalkulieren.
Gut, dass wir mit dem Rad locker an den Autos vorbeifahren konnten und hinter dem Badeparkplatz rechts abbogen zum Gasthaus Eulenspiegel. Es war für uns das erste Mal, dass wir dort einkehrten, obwohl schon oft mit dem Rad daran vorbeigefahren. Auf dem teilweise asphaltierten Parkplatz der Location standen schon etliche Autos, auch die Fahrradabstellplätze waren schon gut frequentiert. Am Eingang macht ein Schild darauf aufmerksam, dass man nebenherum in den Biergarten gehen sollte. Dieser Biergarten stellte sich als groß genug heraus, und wir fanden sogar noch ein schattiges Plätzchen in Form eines 4er-Tisches unter einem großen Sonnenschirm. Ansonsten war nicht mehr viel frei. Blick von unserem Tisch auf den See
Der Service
Der erste Eindruck war auf alle Fälle gleich positiv. Dies verstärkte sich gleich nochmal, denn kaum saßen wir auf unserem Platz wurden wir von einer äußerst charmanten Bedienung freundlich begrüßt und bekamen die Speisekarten in die Hand. Da wir sehr durstig waren, bestellten wir schon gleich mal je ein alkoholfreies Weizen (0,5 l, 3,- €) und durchforsteten das Speisenangebot. Die ordentlich kalt und schön eingeschenkten Biere kamen zügig. Dem Durstlöschen stand nichts mehr im Wege. Wir waren noch unentschlossen, was unser Essen betraf, so mussten wir die Bedienung auf Nachfrage, ob wir schon das Essen bestellen wollen, etwas vertrösten. Dies wurde mit einem Lächeln akzeptiert. Okay, komme ich in ein paar Minuten nochmal. Fragen unsererseits zu den Speisen wurden beantwortet, Änderungswünsche bezüglich der Beilagen waren kein Problem. Der Service wurde insgesamt von zwei oder drei Damen, die ihr Handwerk verstanden, unaufgeregt und professionell erledigt. Während des Essens wurde unsere Zufriedenheit abgefragt, beim Wegtragen der leeren Teller wurden wir gefragt, ob es geschmeckt hat und ob wir noch einen Wunsch bezüglich Dessert oder Kaffee hätten. Unserem Bezahlwunsch wurde unverzüglich nachgekommen, und ein korrekter Bon mit dem Nennen des Betrages an mich überreicht.
Für den Service vergebe ich gute 4 GG-Sterne.
Das Essen
Die Speisekarte war recht Schnitzel- und Steaklastig. Aber auch ein paar Vorspeisen, Salatvariationen oder auch Fischgerichte waren im Angebot. Die Preise hielten sich in einem vernünftigen Rahmen.
Schätzchen fiel gleich bei unserem Eintreten eine Schiefertafel auf, die das Tagesangebot Paniertes Schnitzel mit Grie Soß anpries. So entschied sie sich für dieses hessische Gericht. Als Sättigungsbeilage wählte sie Kroketten anstelle von Salzkartoffeln. Auf einem großen Teller wurden dann zwei super ausgebackene Schnitzel serviert, jeweils mit einer Scheibe Zitrone drauf. Die Grie Soß wurde in einem Extra-Schälchen ebenfalls auf den Teller drapiert. Die Kroketten separat in einer Schale serviert. Die Schnitzel zart, wahrscheinlich vom Schweinerücken, die Grie Soß schön, aber nicht zu kalt und sehr frisch mit tollem Geschmack und guter Konsistenz, wovon dem ich mich auch mit einer Gabel voll überzeugen konnte. Es blieb kein Stück Schnitzel, keine Krokette und erst recht keine Grie Soß mehr übrig, ein untrügliches Zeichen, dass es Schätzchen sehr mundete. Allerdings war sie auch pappsatt. Dafür standen dann 11,- € auf der Rechnung. Schnitzel mit Grüner Soße
Etwas preiswerter, nämlich 10,90 € (grins), war meine Mahlzeit. Pfefferrahmschnitzel Madagaskar mit Pommes. Eine große Portion, für die man vielleicht besser einen etwas größeren Teller hätte nehmen sollen. Auch hier zwei Schnitzel von ausgezeichneter Qualität mit schöner welliger Panade. Die Madagaskar-Sauce in guter Konsistenz von angenehmer Schärfe. Da blieb kein grünes Pfefferkörnchen mehr übrig. Die Pommes schön bissfest, gut gewürzt, vielleicht ein bisschen blass, aber auch in Ordnung. So liebe ich es. Es hätte sogar etwas mehr Sauce sein dürfen. Ich musste gleich mal an den Kollegen Daueresser denken, der ja auch ein Fan von Sauce auf paniertem Schnitzel ist. Pfefferrahmschnitzel mit Pommes
Hierzu gab es noch einen Beilagensalat, der vorab serviert wurde und den ich mir mit Schätzchen teilte. Eisberg, klein geschnitten sowie Karotten- und Gurkenschnitze, dazu noch zwei Achtel einer Tomate. Alles frisch gemacht und mit einem sehr, sehr schmackhaften Yoghurt-Dressing versehen. Optisch eigentlich nichts Besonderes, aber geschmacklich ein sehr guter Auftakt bei der Hitze. Beilagensalat
4 GG-Sterne sind mir das Essen in der Gasthaus-Kategorie wert.
Das Ambiente
Der Biergarten hinter dem Haus grenzt an den Rand des Großkrotzenburger Badesees und man hat einen schönen Blick auf die Ausläufer des Sees. Der Boden ist gepflastert. Massive Tische mit Bänken, die jeweils eine Rückenlehne haben, sowie typische Biergartentische, die von Kunststoffstühlen mit Sitzpolster umgeben sind, ergeben ein angenehmes Aufenthaltsgefühl. Über drinnen kann ich nicht viel sagen. Ein kurzer Blick auf dem Weg zur Toilette gab mir aber das Gefühl, dass man auch drinnen schön und angenehm sitzen und speisen kann. Eine Fensterfront gibt auch hier den Blick auf den See frei.
Die Sauberkeit
Tische, Besteck und Geschirr waren blitzsauber, die schon etwas in die Jahre gekommene Toilettenanlage ebenfalls.
Mein Fazit:
Insgesamt ein angenehmer Aufenthalt mit gutbürgerlichem Gasthaus-Essen. Ich denke mal, dass wir, wenn wir wieder mal mit dem Fahrrad dort vorbeikommen, auch gerne noch mal einkehren.
Gesamteindruck:
4 – gerne wieder
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt, wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder)
Allgemein
Nachdem wir gestern Abend bei traumhaftem Wetter den Geburtstag unserer ältesten Tochter in einem Biergarten ihres Wohnortes feierten und uns mächtig die Bäuche vollgeschlagen haben, machte Schätzchen heute Vormittag den Vorschlag, dass wir trotz Hitze unsere Räder satteln sollten, um wenigstens ein paar Kilometer die Kalorien von gestern abzustrampeln.
Gesagt getan. Aufs Radl geschwungen, über die Mainbrücke nach Hessen, weiter nach Seligenstadt und nochmal weiter zur Krotzenburger Schleuse, um dort wieder Richtung Heimat zu fahren. Natürlich nicht ohne eine stärkende Einkehr,... mehr lesen
4.0 stars -
"Idyllisch gelegen und durch die Bank gutes bürgerliches Essen!" Ehemalige User
Allgemein
Nachdem wir gestern Abend bei traumhaftem Wetter den Geburtstag unserer ältesten Tochter in einem Biergarten ihres Wohnortes feierten und uns mächtig die Bäuche vollgeschlagen haben, machte Schätzchen heute Vormittag den Vorschlag, dass wir trotz Hitze unsere Räder satteln sollten, um wenigstens ein paar Kilometer die Kalorien von gestern abzustrampeln.
Gesagt getan. Aufs Radl geschwungen, über die Mainbrücke nach Hessen, weiter nach Seligenstadt und nochmal weiter zur Krotzenburger Schleuse, um dort wieder Richtung Heimat zu fahren. Natürlich nicht ohne eine stärkende Einkehr,
Besucht am 13.06.2017Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 40 EUR
Das En Plo war einst mein Lieblingsgrieche im Süden von München und in der Vergangenheit hatte ich bei GastroGuide auch schon eine sehr lobende Bewertung verfasst. Nach mehreren Pächterwechseln ist dieser Beitrag aber verschwunden und entspräche auch nicht mehr dem aktuellen Zustand.
Vor kurzem war ich seit längerer Zeit wieder mal im En Plo und war leider sehr negativ überrascht. Der Service war einst eine Stärke des Lokals. Gute gelaunte und charmante Kellner haben auch schon mal eine Spezialität des Tages wortreich an den Mann bzw. die Frau gebracht oder einfach auch mal einen kleinen Plausch mit den Gästen gehalten. Unter der neuen Lokalbesetzung ist man schon froh, wenn man überhaupt eine Bestellung aufgeben kann. Zwar war die Wartezeit bis zum Bringen der Karte und der Aufnahme der Bestellung kurz, jedoch beschränkte sich die Kommunikation auf das Wesentlichste. Nachdem dann mal Getränke und Speisen serviert waren, verlor die dreiköpfige Service-Besatzung irgendwie das Interesse an der noch anwesenden Kundschaft.
Nicht nur wir saßen vor leeren Gläsern, ohne dass ein Kellner gefragt hätte, ob wir noch etwas bestellen möchten. Auch an anderen Tischen konnte man genervte Gesichter entdecken. Ein Gast wollte zahlen, aber auch das war nicht möglich, sodass der Herr schließlich einfach Geld auf den Tisch gelegt hat und gegangen ist. Das Servicepersonal war in der Zwischenzeit mit Rauchen und Spielen auf dem Handy beschäftigt. Wir haben versucht, noch ein Getränk nachzubestellen, die aufgenommene Bestellung wurde dann aber einfach nicht mehr ausgeliefert. Das Bezahlen der Rechnung war auch erst nach mehrmaliger Nachfrage möglich. Alles in allem kann man den Service als chaotisch und unorganisiert bzw. einfach desinteressiert beschreiben. Das kennt man von griechischen Lokalen eigentlich anders.
Nächster Kritikpunkt ist das Essen. Bisher war das En Plo immer für gutes Essen mit hochwertigen Zutaten bekannt und eine zeitlang war ich mehrmals die Woche in diesem Lokal zu Gast. Diese Zeiten sind vorbei, denn die bestellten Mahlzeiten waren bestenfalls "genießbar". Der Salat war lieblos angemacht mit einem kleinen Klacks Dressing. Das Bifteki wirkte auf den ersten Blick gut, allerdings merkte man beim Kauen, dass billiges, knorpeliges Hackfleisch verwendet wurde. Wirklich erstaunt war ich aber davon, dass man den Feta im Bifteki offenbar mit einem billigen Käse gestreckt hatte. Das erkannte man an der bräunlichen Farbe, sowie an den Fäden, die der Käse zog. Allzu bekömmlich war das Gericht im Nachgang leider auch nicht. Gerade das Bifteki lag mir die ganze Nacht schwer im Magen, weshalb ich gewisse Zweifel an der Frische der verwendeten Zutaten habe.
Das Ambiente wirkt immerhin noch ganz nett, die vormaligen Pächter hatten das Lokal aufwändig renoviert und dieser Zustand liegt aktuell noch vor. Unangenehm beim Sitzen im Außenbereich war bei unserem Besuch aber der starke Geruch nach gammligem Müll (Geruch von faulen Eiern oder fauligem Fleisch). Sowas trägt nicht gerade zu einer positiven Atmosphäre bei.
Alles in allem muss ich also ein eher trauriges Fazit ziehen: mein ehemaliges Lieblingslokal in München-Perlach gibt es in der Form, wie ich es einst kannte, nicht mehr und von einem nochmaligen Besuch werde ich wohl in naher Zukunft auch absehen. Sehr schade!
Das En Plo war einst mein Lieblingsgrieche im Süden von München und in der Vergangenheit hatte ich bei GastroGuide auch schon eine sehr lobende Bewertung verfasst. Nach mehreren Pächterwechseln ist dieser Beitrag aber verschwunden und entspräche auch nicht mehr dem aktuellen Zustand.
Vor kurzem war ich seit längerer Zeit wieder mal im En Plo und war leider sehr negativ überrascht. Der Service war einst eine Stärke des Lokals. Gute gelaunte und charmante Kellner haben auch schon mal eine Spezialität des Tages... mehr lesen
Taverne Enplo
Taverne Enplo€-€€€Restaurant+49 89 95493763Schneckestraße 17, 81737 München
1.5 stars -
"Trauriger Niedergang" Ehemalige UserDas En Plo war einst mein Lieblingsgrieche im Süden von München und in der Vergangenheit hatte ich bei GastroGuide auch schon eine sehr lobende Bewertung verfasst. Nach mehreren Pächterwechseln ist dieser Beitrag aber verschwunden und entspräche auch nicht mehr dem aktuellen Zustand.
Vor kurzem war ich seit längerer Zeit wieder mal im En Plo und war leider sehr negativ überrascht. Der Service war einst eine Stärke des Lokals. Gute gelaunte und charmante Kellner haben auch schon mal eine Spezialität des Tages
Geschrieben am 05.06.2017 2017-06-05| Aktualisiert am
05.06.2017
Besucht am 30.05.2017Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 59 EUR
Seine Lage an der Hohwachter Bucht ist idyllisch. Seine Einrichtung paart kalifornische Lässigkeit mit nordischem Lebensgefühl. Der im Sommer 2012 direkt am Strand eröffnete, vom Gault-Millau mit 15 Punkten bewertete Holzbau gehört zum Hotel „Grand Village Resort & Spa“, einem der attraktivsten Adressen im hohen Norden. Dessen Hauptrestaurant heißt „Courtier“ und wurde bereits vier Monate nach seiner Eröffnung mit einem Stern vom Guide Michelin ausgezeichnet. Eine rekordverdächtige Sternenweihe, die mit dem ehemaligen Zwei-Sterne-Koch Christian Scharrer, der hier seit August 2016 das Küchenzepter schwingt, auch in diesem Jahr seine erfolgreiche Fortsetzung fand. Zusammen mit dem Restaurant 1797 im benachbarten Panker bildet das Courtier sozusagen einen spitzengastronomischen Gegenpol zum Feinschmeckermekka der Lübecker Bucht, wo im „Baiersbronn des Nordens“ (Travemünde) seit Jahren schon eine große Dichte an Gourmettempeln existiert.
Im kulinarischen Windschatten des Courtier schaut man im Bootshaus durch hohe Panoramafenster auf die in unmittelbarer Reichweite sich befindenden Dünen und genießt einen herrlichen Meerblick. Bei guten Sichtverhältnissen erkennt man sogar die Insel Fehmarn am Horizont. Auf der von Glasscheiben flankierten, windgeschützten Außenterrasse lässt es sich dabei genauso entspannt genießen wie im schicken Inneren der „Bretterbude“. Der Sansibar-Vergleich liegt nahe, da die moderne, in hellen Holztönen gehaltene Einrichtung mit ihrem bewusst verwittert anmutenden Mobiliar, dem offenen Kamin und den braunen Ledersofas den luxuriös-lässigen Sylt-Stil aus Rantum importiert zu haben scheint. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier der Sonnenuntergang besonders intensiv erlebt werden kann. Da wir zur etwas späteren Mittagszeit im Bootshaus eintrafen, konnten wir uns davon leider kein Bild machen.
Wie gerne hätte ich mich auf den Lounge-Möbeln und Sitzsäcken des Beach-Bar-Bereiches geräkelt und dabei die einlullende Chill-out-Musik zum Flackern des Feuers aus der massiven Feuerschale über mich ergehen lassen. Mit einem Aperol Spritz, einem „Deconstructed Hugo“ oder einem knackigen Riesling aus der Pfalz wäre der passende Drink schnell gefunden worden. Doch das gaben weder die Umstände unseres Besuches noch die Tageszeit her. Stattdessen wurde mir von der charmanten jungen Dame im Service die Lunchkarte auf einem Klemmbrett gereicht. Nach ein paar Hinweisen zu nicht mehr verfügbaren Gerichten, ließ man uns genügend Zeit, um in aller Ruhe das übersichtliche Mittagsangebot zu studieren.
Mit vier Vorspeisen, sieben Hauptgerichten und zwei Desserts passte das vom Inhalt her auf eine Seite. Zusätzlich wurde ein dreigängiges Lunchmenü für 39 Euro angeboten. Unter den Hauptspeisen waren auch zwei vegetarische Teller (asiatische Gyoza-Teigtaschen und Gnocchis in Blauschimmelkäsesauce). Gebratener Wolfsbarsch, gegrillter Dorsch, geschmorte Ochsenbacke und Wiener Schnitzel künden mittags von unkomplizierter Kreativküche, die von Küchenchef Christopher Schlang aus frischen regionalen Zutaten zubereitet wird. Dabei bedient er sich der Bio-Qualität umliegender Demeter-Höfe aus der Region. Ein absolut lobenswerter Ansatz, der zum nachhaltig ausgerichteten Konzept des Grand Village Resorts passt.
Bei seiner mit internationalen Anleihen aufgepeppten Frischeküche geht es schmeckbar asiatisch-mediterran zu. Eine kulinarische Handschrift, die sich Chefkoch Schlang während seiner Zeit im Restaurant „Spices“ (A-ROSA-Resort) auf Sylt zugelegt haben könnte. Da wird die Ochsenbacke im Erdnuss-Curry-Sud (23 Euro) geschmort und die Pad Thai Reisnudeln kommen mit gegrillten Garnelen, Tofu und frisch gewoktem Marktgemüse (22 Euro) in die warmtönige Keramikschüssel. Burrata mit toskanischem Brotsalat, Caesar Salad und Spargelcrèmesuppe mit Lachs stillen den kleinen Hunger. Mittagsgäste können es sich hier aber auch mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen gut gehen lassen.
Ein Blick in die Dinnerkarte auf der Homepage verrät, dass hier abends um einiges ambitionierter und kontrastreicher aufgetischt wird. US-Rumpsteak (220g) mit Beilagen und Wunschsauce (35 Euro), gebratene Ente in Purple Curry mit Byrani-Reis und Papaya-Grapefruit-Salat (30 Euro) oder flambierter Heilbutt mit Rindermark-Parmesankruste und gegrilltem grünen Spargel (33 Euro) lassen Feinschmecker-Herzen höher schlagen. Dass die Preise oft jenseits der 30-Euro-Marke angesiedelt sind, ist sowohl den qualitativ hochwertigen, aufwendig verarbeiteten Produkten geschuldet, als auch der Tatsache, dass man sich diese einzigartige Umgebung – besonders am Abend – auch gerne bezahlen lässt. Auch hier grüßt sicherlich das Sylter-Vorbild mit dem Säbelwappen. Aber ganz ehrlich, wenn das Gesamtpaket so stimmig daher kommt, ist man doch als Gast auch bereit, dafür ein wenig mehr auszugeben. Schließlich is(s)t man an so einem traumhaften Ort nicht alle Tage.
Für den Durst musste ein frisch gezapftes Radeberger (0,5l für 6 Euro) herhalten. Meiner Kollegin war eher nach Kaffee und Kuchen zumute. Ihr stattliches Stück Heidelbeerstreusel (das Stück für 4,50 Euro) fiel leider etwas zu trocken aus. An der Tasse Cappuccino (5 Euro) hatte sie dagegen nichts auszusetzen. Es störte sie auch nicht, dass ich mit der Wahl des dreigängigen Mittagsmenüs nun etwas länger beschäftigt sein würde.
Schade, dass das Carpaccio vom Rind an jenem Mittag aus war. Aber die Burrata als alternative Vorspeise klang auch verlockend. Diese kam in einem tiefen Teller opulent portioniert auf den Tisch. Garniert mit etwas Pflücksalat und halbierten Cocktailtomaten, waren es vor allem die krossen, von Olivenöl durchtränkten Brotscheiben, die zusammen mit der würzig-aromatischen Balsamico-Crème diesem äußerst süffigen Gericht Geschmack verliehen. Die cremige Konsistenz der Burrata war ein Genuss, der lediglich vom – aus meiner Sicht – unnötigen Einsatz von Trüffelöl geschmälert wurde. Sein latent muffiger Geschmack ist mir schon immer ein Graus, aber da gehen die Meinungen anscheinend weit auseinander. Größter Kritikpunkt war aber nicht der Geschmack, sondern die überdimensionierte Vorspeisenportion, die den Umfang eines Hauptgerichtes hatte. Der Kuhmilchmozzarella ist ja bekanntermaßen schon recht üppig. Hier wäre die Hälfte an Masse voll ausreichend gewesen.
Gut, dass da der zweite Gang, die Tagliata vom heimischen Rind, etwas schlanker ausfiel. Die Roastbeefscheiben waren von ausgezeichneter Qualität und auf den Punkt gegrillt. Mit Cocktailtomaten, Rucola und Parmesan war das aufgeschnittene, saftige Rindfleisch ein handwerklich perfekt zubereitetes Beispiel dieses italienischen Klassikers, der für mich ein ideales Sommergericht darstellt. Und diesmal stimmte nicht nur das Produktniveau, sondern auch ihr Format. Kompliment!
Die sehr professionell agierenden Bedienungen ließen mir genügend Zeit zwischen den Gängen, fragten nach, ob denn das Dessert schon serviert werden könne und kümmerten sich während unseres Aufenthaltes vorbildlich um das Wohl ihrer Gäste, die hauptsächlich auf der sonnigen Außenterrasse Platz genommen hatten. Im Inneren des Bootshaus war zu dieser späten Mittagszeit dagegen kaum etwas los. Eine sehr entspannte Atmosphäre herrschte vor. Ein Ort des Wohlfühlens mit dem stetigen Rauschen der Ostseewellen im Hintergrund. Hier konnte es einem nur gut gehen.
Das abschließende Dessert stellte für mich das eigentliche Highlight des Menüs dar. Auf einer ansehnlichen Nocke hausgemachtem Erdbeersorbet thronte ein sündhaft leckerer, weil nicht zu süß geratener Mascarponeschaum, der mit Granola-Knusper on Top auch den richtigen Crunch-Anteil besaß. Ein paar saftige Erdbeerstücke ergänzten die sommerlich-frische Nachspeise subtil. Was für ein toller Menüausklang.
Fazit:
Die 39 Euro für das 3-Gang-Mittagsmenü waren gut angelegt. Abends wäre ich mit Sonnenuntergangszuschlag deutlich mehr Geld los geworden, dafür hätte aber die Umgebung noch mehr gewirkt. Der Standort des Bootshauses ist wirklich sensationell. Küche und Service rechtfertigten das höhere Preisniveau. Lediglich bei der Weinkarte wäre noch deutlich Luft nach oben. Weder die Auswahl, noch die Preispolitik (bei den Flaschenweinen ab 35 Euro aufwärts!) wussten da zu überzeugen. Da fehlt zum Sylter Original dann eben doch noch ein ganzes Stück.
Seine Lage an der Hohwachter Bucht ist idyllisch. Seine Einrichtung paart kalifornische Lässigkeit mit nordischem Lebensgefühl. Der im Sommer 2012 direkt am Strand eröffnete, vom Gault-Millau mit 15 Punkten bewertete Holzbau gehört zum Hotel „Grand Village Resort & Spa“, einem der attraktivsten Adressen im hohen Norden. Dessen Hauptrestaurant heißt „Courtier“ und wurde bereits vier Monate nach seiner Eröffnung mit einem Stern vom Guide Michelin ausgezeichnet. Eine rekordverdächtige Sternenweihe, die mit dem ehemaligen Zwei-Sterne-Koch Christian Scharrer, der hier seit August 2016... mehr lesen
Bootshaus · Weissenhaus Grand Village Resort
Bootshaus · Weissenhaus Grand Village Resort€-€€€Restaurant0438292623500Parkallee 1, 23758 Wangels
4.5 stars -
"Ein Hauch von Sansibar am Weissenhäuser Strand" Ehemalige UserSeine Lage an der Hohwachter Bucht ist idyllisch. Seine Einrichtung paart kalifornische Lässigkeit mit nordischem Lebensgefühl. Der im Sommer 2012 direkt am Strand eröffnete, vom Gault-Millau mit 15 Punkten bewertete Holzbau gehört zum Hotel „Grand Village Resort & Spa“, einem der attraktivsten Adressen im hohen Norden. Dessen Hauptrestaurant heißt „Courtier“ und wurde bereits vier Monate nach seiner Eröffnung mit einem Stern vom Guide Michelin ausgezeichnet. Eine rekordverdächtige Sternenweihe, die mit dem ehemaligen Zwei-Sterne-Koch Christian Scharrer, der hier seit August 2016
Geschrieben am 04.06.2017 2017-06-04| Aktualisiert am
04.06.2017
Besucht am 02.06.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 270 EUR
Wir hatten überhaupt keine Lust, unsere geliebte Höhle mit der Schutzmauer zu verlassen, aber Pflicht ist Pflicht.
Unsere Reservierung für Freitag, 18:00 Uhr wurde unter Nennung von Praxis- und Handynummer freundlich entgegen genommen.
Die Anreise erfolgte wie immer im Stadtgebiet per Taxi. Mit den Fahrern hatte wir bei Hin- und Rückfahrt Glück.
Die Begrüßung im Außenbereich war freundlich routiniert. Ein wenig irritiert war ich, als ich meinen Namen nannte und ein „Ich weiß“ zurück bekam. Da hat wohl jemand gegoogelt. Außenplatz neben dem Gastraum
Zu dieser frühen Stunde war außen nur ein Tisch belegt, so dass wir freie Auswahl hatten. Wir wählten einen Tisch mit Geplätscher, das von einem Granitkugelbrunnen neben dem Tisch erzeugt wurde. Damit einem der Himmel nicht auf den Kopf fällt, spannte sich ein 4-m-Ampelschirm auf, der einer monströsen Bodenplatte ruhte. Zur wenig befahrenen Straße hin waren wir durch Grünzeug abgeschirmt. Meine Frau sah hier Bedarf für gärtnerisch professionelles Eingreifen. Ungepflegte Blumen ärgern meine Frau immer. Im Innenraum waren wir nicht. Außen zur Straße hin
Schon vor dem Eintreffen unser Freunde aus Spanien wurden wir nach unserem Aperitifwunsch gefragt. Wir warteten aber und bestellen dann vier Gläser Champagner weiß (das ist zwanghaft), der drei bis vier Grad zu warm nach kurzer Zeit eintraf. Mit 10,50 war er preisgünstiger als sonst. Es war aber auch nur Piper Heidsieck mit seiner präsenten oxidativen Note. Positiv ist hier zu vermerken, dass es auch einen Cremant für sechs Euro gegeben hätte. Das ist ungewöhnlich und gut. Auch die Weinpreise sind äußerst kundenfreundlich, z.B. ein Leitz-Riesling QbA von 2012 kostet 27 Euro. Die Speisekarten in stabilen und sauberen roten Pappdeckeln wurden uns geschlossen gereicht. Wir beschlossen, zugunsten von mehr Rind auf Vorspeisen zu verzichten und Bier zu trinken. Das erste Glas war wiederum ein wenig zu warm.
Die hier wohl obligatorische Vorstellung der Fleischsorten folgte. Vier Stücke Filet in der Färbung ihrer Herkunftsregion. Uns wurde erläutert, welches Futter und welches Wetter zu der jeweiligen Fleischbeschaffenheit geführt hatte, z.B. dunkelrotes argentinisches durch winterbedingte Maisfütterung, das helle aus Nebraska durch nähstoffarmes Gras der Jahreszeit.
Bei der Essenbestellung waren wir wieder unsicher. Ich hatte von Open Table in Erinnerung, dass die Steaks eine gewisse Serienausstattung mitbringen. Aus den Speisekarten auf dem Tisch war dies nicht zu entnehmen. Meine Frau wollte australisches Black Angus Filet medium, Salat und Farm-Kartoffeln (Country Style) und erfuhr dann, dass eine kleiner Salat zum Essen gehöre, ebenso Ofenkartoffel. Ich nahm das australische Rib Eye (medium rare) mit 400 g und auch die Country Potatoes. Die Preise sind eher hoch. Da ich nur eine nichtssagende Rechnung habe, versuche ich, mich zu erinnern. Das Filet mit 200g lag bei 38.-, mein Rib Eye bei 44.-. Die Fleischbestellung läuft sehr differenziert ab. Auch Zwischengarstufen sind möglich, z.B. medium-well done. Ambiente
Da die Homepage unter dem Kapitel Speisekarte nur Allgemeinplätze und den Namen des Küchenchefs preisgibt, ist man ohne Stammgastwissen ein wenig unsicher, was den Ablauf angeht. Somit überraschend für uns, wurden vier lange Pizzabrötchen auf den Tisch gestellt. Das geht nicht ohne Rotwein, den wir offen für acht Euro / 0,2 orderten, einen Pfälzer für meine Frau, einen Rioja Crianza für mich. Die Weine waren gut trinkbar mit ca. 18 Grad. Zusätzlich gab es drei winzige Schälchen mit BBQ-Soße, Frischkäse und einer dritten Soße. Die Schälchen waren knapp bodenbedeckend gefüllt. Gut, dass mir Rotwein zu Brot genügt. Abgezählte Pizzabrötchen
Nach gerade noch angemessener Wartezeit kamen unsere kleinen BBQ-Salate, eine schöne, gut gezupfte Salatblattauswahl mit sehr schmackhaftem Dijon-Dressing. Weißbrot wurde nicht dazu gereicht (schade!). Wir tranken unseren Rotwein also unbegleitet aus und stiegen auf Pils um, das nun gut gekühlt kam, nachdem wir die Temperatur der Erstgetränke getadelt hatten. Kleiner BBQ-Salat
Das Fleisch traf ein. Drei fertige Teller und dann vom Küchenchef Cetin Bagiran bruzzelnd in einer Pfanne das Rare-Filet unseres spanischen Freundes direkt an den Tisch gebracht. Die Teller sind extrem ungewöhnlich, was aber nicht heißt, dass sie extrem schön oder gar praktisch sind. Rechteckig mit konvexer Schmalkante und konkav eingezogener Langkante (etwa wie die Sushiteller von Rosenthal Suomi). Eigentlich hat es sich seit Jahrhunderten bewährt, dass Teller in der Mitte am meisten Platz haben und nicht am wenigsten. Ich wollte wissen, wer so einen Schabernack produziert, habe aber unter 1700 Tellern im Internet nichts gefunden. Die Farm-Potatoes wurden stehend in einer Porzellan-Tütennachbildung serviert. Die Gemüsebeilage bestand aus einer gegrillten Zucchinischeibe und einer angeschmelzten Kirschtomate. Für 4,50 hatte ich mir gebraten Champignons zusätzlich bestellt. Das Essen war untadelig und sehr schmackhaft. Alles war gut vorgewärmt, so dass Steaks und Kartoffeln gut die Temperatur hielten. Die Garpunkte waren perfekt getroffen bei satten Röstaromen. Bei den Champignons hat es zur einmal geknirscht. Absolut unzureichend waren die Portionen der hausgemachten hervorragenden Kräuterbutter. So wurden zwei Portionen zu je zwei stolzen Euro nachgestellt. Da die Farm-Kartoffeln sehr schön braun und absolut fettfrei schmeckten, brauchten die Damen ein wenig Kräuterbutter dazu. 400-g-Rib Eye
Da am Nachbartisch ein weiblicher Stammgast Geburtstag hatte, folgte eine Showeinlage mit Gesang des Küchenchefs. Als Gesangsstar würde er verhungern.
Ebenso untadelig wie die Hauptgerichte waren unsere Desserts, die recht schnell auf dem Tisch standen. Ich hatte zwei große Nocken einer hausgemachten Mousse au chocolat, die ich ausgezeichnet fand. Ein wenig Obst lag auch auf meinem Schieferbrett. Die Pannacotta meiner Frau war ebenfalls hervorragend. Pannocotta Mousse au chocolat
Nachdem wir die Rechnungen (Halbe/Halbe) problemlos per Karte beglichen hatten, ließen wir uns ein Taxi kommen, das gegen 21:00 Uhr eintraf.
Unser Fazit war, dass wir uns im Steakhaus Beef and Reef (nur Inhaber im Service) wohler fühlen. Der Service ist hier deutlich zugewandter und herzlicher. Sehr gefreut hätten wir uns, Daniel, den überragenden Servicemann aus dem Tesoro wieder zu sehen. Hierher hatte er nach dem Tesoro gewechselt. Wie wir erfuhren, war er aber schon wieder weiter gezogen.
Nach Küchenreise die 4, also gern wieder.
Wir hatten überhaupt keine Lust, unsere geliebte Höhle mit der Schutzmauer zu verlassen, aber Pflicht ist Pflicht.
Unsere Reservierung für Freitag, 18:00 Uhr wurde unter Nennung von Praxis- und Handynummer freundlich entgegen genommen.
Die Anreise erfolgte wie immer im Stadtgebiet per Taxi. Mit den Fahrern hatte wir bei Hin- und Rückfahrt Glück.
Die Begrüßung im Außenbereich war freundlich routiniert. Ein wenig irritiert war ich, als ich meinen Namen nannte und ein „Ich weiß“ zurück bekam. Da hat wohl jemand gegoogelt.
Zu dieser frühen Stunde... mehr lesen
BBQ The finest Steakhouse
BBQ The finest Steakhouse€-€€€Restaurant, Biergarten, Steakhouse051179090741Hainhölzer Straße 1, 30519 Hannover
4.0 stars -
"Das Beste vom Rind" Ehemalige UserWir hatten überhaupt keine Lust, unsere geliebte Höhle mit der Schutzmauer zu verlassen, aber Pflicht ist Pflicht.
Unsere Reservierung für Freitag, 18:00 Uhr wurde unter Nennung von Praxis- und Handynummer freundlich entgegen genommen.
Die Anreise erfolgte wie immer im Stadtgebiet per Taxi. Mit den Fahrern hatte wir bei Hin- und Rückfahrt Glück.
Die Begrüßung im Außenbereich war freundlich routiniert. Ein wenig irritiert war ich, als ich meinen Namen nannte und ein „Ich weiß“ zurück bekam. Da hat wohl jemand gegoogelt.
Zu dieser frühen Stunde
Eine wunderschöne Location mitten im Stadtwald mit einem tollen Biergarten. Komplett renoviert und neuer Pächter.
Nach Info von Täglich.me:
Das Stadtwaldhaus öffnet am 14. Juni
Edin Aljukic infomierte Taeglich.ME, dass der Eröffnungstermin nun endgültig feststeht. Es soll eine Eröffnung ohne großes Tamtam werden.
Hier der Link: https://taeglich.me/mettmann/stadtwaldhaus-7/
Eine wunderschöne Location mitten im Stadtwald mit einem tollen Biergarten. Komplett renoviert und neuer Pächter.... mehr lesen
stars -
"Endlich - Wiedereröffnung!" Ehemalige UserNach Info von Täglich.me:
Das Stadtwaldhaus öffnet am 14. Juni
Edin Aljukic infomierte Taeglich.ME, dass der Eröffnungstermin nun endgültig feststeht. Es soll eine Eröffnung ohne großes Tamtam werden.
Hier der Link: https://taeglich.me/mettmann/stadtwaldhaus-7/
Eine wunderschöne Location mitten im Stadtwald mit einem tollen Biergarten. Komplett renoviert und neuer Pächter.
Geschrieben am 29.05.2017 2017-05-29| Aktualisiert am
01.06.2017
Besucht am 26.05.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 173 EUR
Auf der Suche nach einem Italiener in Hilden stolperte ich im Netz über einen neuen Griechen, den Bewertungen nach zu urteilen keine Standardküche, kein Gyros und keine Fleischberge. Die Eröffnung war am 05.08.2016 und Bobby (User a. D.) hatte schon „viel Gutes“ gehört. Kurzerhand waren wir wenig später wieder einmal verabredet. Einen Tisch hatte ich frühzeitig reserviert.
Die Speisekarte präsentiert sich wider Erwarten doch recht umfangreich, zusätzlich gibt es noch einen beidseitig bedruckten Einleger mit Tagesempfehlungen. Aber wir werden schließlich alle fündig und ordern Vor- und Hauptspeisen mit der Bitte um etwas Luft zwischen den Gängen. Die Website scheint deaktiviert zu sein, daher habe ich einen kleinen Teil der Speisekarte abfotografiert. Einleger Meze
Vorab bekommen wir sehr frisches Weiß- und Walnussbrot mit einem Tomatendip, Kräuteroliven und einem kleinen Fläschchen Olivenöl, ebenso eine Salz- und Pfeffermühle.
Die Vorspeisen waren allesamt gelungen und wir waren sehr zufrieden.
Spetsofai aus Pilion (7,- €)
Hackfleischbällchen aus Rindfleisch mit Paprika in pikanter Tomatensauce mit Joghurt Dressing
Fakes Beluga (8,50 €)
Linsen mit Lachs
Horiatiki Salata (8,90 €)
Bauernsalat – sicher kein Hexenwerk, aber mit sehr frischen Zutaten und einem würzigen Dressing
Chtenia (12,- €) – Jakobsmuscheln in Champagner-Safran-Sauce
Meine Jakobsmuscheln waren hervorragend gebraten, noch leicht glasig und zart, die sämige Sauce mit schönem Safran-Aroma wirklich gelungen. Allerdings halte ich den Preis von 12,- € für drei sehr kleine Muscheln doch für reichlich überzogen, soviel Champagner, wenn es denn tatsächlich welcher war, kann man nicht in die Sauce gegeben haben, um diesen Preis zu rechtfertigen.
Die Hauptspeisen können leider nicht durchweg punkten.
Fileto kaftero a la Diavola 16,50 €
Schweinfiletmedaillons in Tomaten-Chili-Sauce (Teufelssauce), Pfannengemüse und Chips aus frischen Kartoffeln
Die Sauce macht ihrem Namen wirklich alle Ehre, das Fleisch ist durchgebraten aber nicht trocken, das Gemüse und die hausgemachten Kartoffelchips tadellos. Bobbys Dame war zufrieden.
Hirini Tigania (Tagesempfehlung 17,- €)
Schweinefilet mit Champignons, Spitzpaprika, Cherrytomaten und Thymian aus der Pfanne, dazu Rosmarinkartoffeln
Leider ging aus der Beschreibung nicht hervor, dass dieses Gericht in einer Sauce serviert wird. Das Fleisch war sehr trocken und die dünnflüssige Sauce hatte wenig Aroma. Die Kartoffeln waren zum Teil leicht verbrannt und konnten nicht vollständig gegessen werden. Das war nix. Der junge Kellner hat die Kritik der Herren wortlos entgegengenommen. Unsere Servicedame erkundigte sich wenig später nach unserer Zufriedenheit und wollte die Küche informieren.
Arnaki me Melitzanes 20,- €
Aus der Lammhüfte mit Auberginen in Tomatensauce und Joghurt Dressing, dazu Kartoffelchips
Mir hat es sehr gut geschmeckt. Es gab zwar wesentlich mehr Auberginen als Fleisch, aber geschmacklich war dieses Gericht sehr gut, die Sauce leicht eingekocht und schön kräftig.
Unsere junge, aufgeschlossene Servicedame war äußerst zuvorkommend sowie aufmerksam und machte ihren Job auf natürliche Art und Weise tadellos(5*). Aufmerksam war sie stets zur rechten Zeit präsent, Kritik wurde professionell entgegengenommen. So geht guter Service. Die beiden männlichen Kollegen wirkten weniger routiniert.
Der Chef des Hauses war ebenfalls sehr freundlich und schien mit wachsamen Augen sein Personal zu beobachten, wirkte aber auch recht angespannt, so mein Eindruck, auch erschien er gemeinsam mit seinem Koch an unserem Tisch, um sich persönlich nach den Gründen für die Unzufriedenheit der Herren zu erkundigen. Positiv ist hervorzuheben, dass Kritik anscheinend sehr, sehr ernst genommen wird. Weniger schön und befremdlich allerdings die Äußerung des Chefs „hier bekommt man kein Gehalt, sondern Gage“ und demnach dürften solche Fehler nicht passieren. Das hat doch ein unangenehmes Geschmäckle hinterlassen, ein fairer Umgang mit Personal sieht für mich anders aus, auch wenn damit demonstriert werden sollte, wie sehr man um das Wohl des Gastes bemüht ist. Gewisse Dinge sollten nicht mit dem Gast diskutiert werden, sondern nur mit der entsprechenden Person hinter verschlossenen Türen. Bei TA habe ich im Nachhinein eine Kritik gefunden, in der Ähnliches kritisiert wird, scheint wohl hier Usus zu sein. Service insgesamt 3,5*.
Als Entschädigung wurde uns eine Dessertplatte zum Teilen serviert. Widersprüchlich dagegen, dass man am Nebentisch den obligatorischen Ouzo vom Haus angeboten hat, wir aber anscheinend keine guten Freunde waren ;-). Das nennt man dann „geben und nehmen“, griechische Gastfreundschaft haben wir bislang anders erlebt. Aber Schwamm drüber, wir hätten vermutlich eh abgelehnt, da wir ganz ordentlich Wein getrunken haben. Ich hatte erst überlegt, eine Flasche Lugana zu ordern, es gibt auch eine kleine Auswahl an internationalen Flaschenweinen, aber der Hauswein (Anemos weiß und rot) erwies sich doch als fruchtiger und gut trinkbarer Tropfen, absolut kein Vergleich zum Demestica beim Standardgriechen.
Haselnusskuchen mit fruchtiger Sauce und Eis / Biskuit-Törtchen mit Sahnecreme und Thymianhonig
Der kleine Innenhof bietet Platz für ca. 20 Personen. Hier weht kein Lüftchen, im Hochsommer könnte es gegebenenfalls sehr heiß werden, heute haben wir hier bei sehr angenehmen Temperaturen gesessen.
Ambiente 4,5* - auch der Innenbereich ist ohne griechische Folklore sehr ansprechend und geschmackvoll gestaltet.
Für einen Freitagabend waren ungewöhnlich wenige Gäste anwesend. Möglich, dass es an dem langen Wochenende mit Brückentag gelegen haben mag. Oder aber hat der Hausherr mit seinen Äußerungen schon den einen oder anderen Gast vergrault?? Sollte er meine Zeilen lesen, möge er diese bitte als konstruktive Kritik verstehen. Wir werden bei Gelegenheit gerne einmal wiederkommen, da man sich hier deutlich von dem üblichen griechischen Einerlei abhebt.
PLV 3* - Den Preis für die Speisen halte ich für das heute Gebotene für überzogen, die Getränkepreise aber sind überwiegend fair kalkuliert:
Schade, dass heute Abend nicht alles rund lief, möglicherweise haben wir einen schlechten Tag erwischt?! Ein kleiner Lichtblick war unsere junge Kellnerin. Selten nur haben wir es erlebt, dass sich jemand so nett für ein angemessenes Trinkgeld bedankt.
Kurzes Fazit: Gute Produkte von tadelloser Qualität…..leider nicht perfekt in Szene gesetzt!
Auf der Suche nach einem Italiener in Hilden stolperte ich im Netz über einen neuen Griechen, den Bewertungen nach zu urteilen keine Standardküche, kein Gyros und keine Fleischberge. Die Eröffnung war am 05.08.2016 und Bobby (User a. D.) hatte schon „viel Gutes“ gehört. Kurzerhand waren wir wenig später wieder einmal verabredet. Einen Tisch hatte ich frühzeitig reserviert.
Die Speisekarte präsentiert sich wider Erwarten doch recht umfangreich, zusätzlich gibt es noch einen beidseitig bedruckten Einleger mit Tagesempfehlungen. Aber wir werden schließlich... mehr lesen
3.5 stars -
"Mediterrane Frischeküche mit Höhen und Tiefen" Ehemalige UserAuf der Suche nach einem Italiener in Hilden stolperte ich im Netz über einen neuen Griechen, den Bewertungen nach zu urteilen keine Standardküche, kein Gyros und keine Fleischberge. Die Eröffnung war am 05.08.2016 und Bobby (User a. D.) hatte schon „viel Gutes“ gehört. Kurzerhand waren wir wenig später wieder einmal verabredet. Einen Tisch hatte ich frühzeitig reserviert.
Die Speisekarte präsentiert sich wider Erwarten doch recht umfangreich, zusätzlich gibt es noch einen beidseitig bedruckten Einleger mit Tagesempfehlungen. Aber wir werden schließlich
Geschrieben am 28.05.2017 2017-05-28| Aktualisiert am
28.05.2017
Besucht am 15.05.2017Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 33 EUR
Seit 13 Jahren betreibt die Familie Weißgerber mitten im südpfälzischen Weinort Göcklingen eine Bierwirtschaft, die für ihr leckeres Helles bekannt ist. In der mit Weinstuben übersäten Pfalz ein eher exotischer Gastronomietyp. Von der regionalen Beliebtheit des Göcklinger Hausbräus konnten wir uns an einem Montagabend im Mai ein Bild machen. Eine Radtour durch die Weinhügel führte uns zur gemütlichen Bierstube von Reiner Weißgerber und seiner Frau Maria.
Passiert man das dunkelgestrichene, hölzerne Eingangstor steht man schon in Göcklingens berühmtesten (und einzigen) Biergarten. Im heimeligen Innenhof waren leider alle Plätze belegt. Eine Tatsache, die wohl den milden Temperaturen am Abend geschuldet war. Gerne hätten wir uns auf den aus alten Weinfässern angefertigten Sitzmöbeln nieder gelassen. Ein andermal vielleicht.
Aber auch in der mit unterschiedlichsten Bierkrügen dekorierten Braugaststube fühlten wir uns wohl. Wir saßen auf rustikalen Holzstühlen bzw. -bänken und fragten uns, welche Funktion der Gastraum wohl früher hatte. Wahrscheinlich wurden die Räumlichkeiten landwirtschaftlich genutzt, wie das bei so vielen Familienbetrieben hier der Fall ist. Das helle Holz des freiliegenden Dachgebälks versprühte ländlichen Charme. An den strahlend weißen, mit Kellenstrichputz verspachtelten Wänden sorgten bauchige Wandleuchten für eine angenehm indirekte Beleuchtung. Nur zwei weitere Tische waren im Inneren der Gastwirtschaft belegt. Es herrschte eine sehr entspannte Atmosphäre, die man irgendwo zwischen zwangloser Bierlaune und gelöster Urlaubsstimmung hätte verorten können.
Und das Beste: der Tresen war in unmittelbarer Reichweite. Dort floss das selbstgebraute Helle bzw. Dunkle in Strömen in die dafür vorgesehenen Gefäße. Für saisonale Abwechslung sorgte das Maibock, von dem wir gleich mal einen Schoppen orderten (3,80 Euro). Ganz der Tradition durstiger Radfahrer verpflichtet, sollte es für meine Begleitung ein Göcklinger Helles (0,5 l für 3,30 Euro) sein. Dieses unfiltrierte, untergärige Vollbier wird ganzjährig gebraut. In einigen Supermärkten der näheren Umgebung wird es mittlerweile sogar in großen Bügelflaschen (1 Liter) verkauft. Das Bier schmeckt wunderbar malzig und lässt sich gerade so wegtrinken. Und mit dem beliebten Ottersheimer Bärenbräu (eine Pfälzer Institution in Sachen Regionalbier) kann es durchaus mithalten.
Braumeister Weißgerber hielt draußen ein Schwätzchen mit den Gästen. Im elterlichen Anwesen seiner Ehefrau Maria ist das Göcklinger Hausbräu untergebracht. Weißgerber, der sich nach der Insolvenz der Brauerei, in der er als Angestellter tätig war, selbständig machte, eröffnete im August 2004 seine eigene Bierstube, in der ausschließlich frisch gezapfter, hausgebrauter Gerstensaft den Weg in die Krüge findet. Dazu wird eine handwerklich solide Brauhausküche angeboten.
Eine der jüngeren Servicekräfte reichte uns die Speisenkarten, die deftige Pfalzkost, herzhafte Flammkuchen und kleinere Schmankerl zur süffigen Maurerbrause offerierte. Freitagabends stehen zusätzlich halbe Hähnchen mit Pommes frites auf dem Speiseplan. Diese sollen – genau wie der gegrillte Schweinshaxen mit Kraut und Brot – zu den kulinarischen Highlights des Braugasthofes zählen. Weißblaues Lebensgefühl in der ehemals bayrischen Pfalz. Gut möglich, dass ich mir noch diesen Sommer selbst ein Bild von dieser freistaatlich geprägten Biergartenkulinarik mache, begleiten doch Hähnel und Haxen das kühle Helle aus dem Steinkrug auch abseits des Weißwurstäquators ganz vortrefflich.
Wir entschieden uns für die Käsespätzle (mit kleinem Beilagensalat für 8,50 Euro) und den Straßburger Wurstsalat mit Pommes frites (auch 8,50 Euro). Letztere wurden separat in einem Schälchen serviert und waren guter Convenience-Standard. Veredelt mit Heinz-Ketchup aus dem roten Einwegportionsbeutel schmeckten die Fritten nach frischem Fett, waren angenehm salzig und schön knusprig. Die krossen Kartoffelstäbchen kamen von der Dicke her auf knapp einen Zentimeter im Diagonalquerschnitt und waren im Inneren von leicht mehliger Konsistenz. Der mit hervorragender Essigwürze angemachte Wurstsalat kam mit geriebenem Käse auf den Teller, was den Zusatz „Elsässer“ bzw. „Straßburger“ rechtfertigte. Für mich ein perfektes Sommergericht, das mit kleingeschnittenen Essiggurken, etwas Paprika und roter Zwiebel genug „Schmackes“ hatte. Selten habe ich einen so leckeren Vertreter dieser einfachen Hausmannskost genossen. Da merkte ich mal wieder, wie gut die einfachen Gerichte schmecken, wenn sie mit Liebe und guten Produkten zubereitet werden.
Auch meine Begleitung war mit ihren Käsespätzle voll zufrieden. Der Salat kam vorweg und war knackig frisch. Die Spätzle selbst waren von der Portion her nicht erschlagend und ließen noch etwas Platz für einen süßen Abschluss. Den nahmen wir in Form eines süßen Flammkuchens (mit Apfel) zu uns. Klar, hatte der nicht die Qualität unserer favorisierten Flammkuchentempel im benachbarten Elsass. Das Rohmaterial lieferte laut Aufdruck auf dem Holzbrett die Firma „Flammkuchen-Profi“ aus dem nicht weit entfernten Offenbach an der Queich. Für 7,40 Euro ein Durchschnittsexemplar, das uns gut gesättigt wieder auf die Räder steigen ließ.
Das Göcklinger Hausbräu ist gerade in der warmen Jahreszeit einen Stopp wert. Solche Freiluftlokale gehören zum Sommer auf dem Land einfach dazu. Steuert man dieses idyllische Ausflugslokal mit dem Rad an, sollte die Wiederbeschaffung vorher verloren gegangener Kalorien nicht ausschließlich auf nahrhaft flüssigem Wege erfolgen. Denn das süffige Selbstgebraute lädt zum Leeren mehrerer Krüge ein, was sich zweifellos auf den reibungslosen Verlauf der Rückfahrt auswirkt. Hier gilt es „Maß zu halten“ – und das im doppelten Sinne.
Seit 13 Jahren betreibt die Familie Weißgerber mitten im südpfälzischen Weinort Göcklingen eine Bierwirtschaft, die für ihr leckeres Helles bekannt ist. In der mit Weinstuben übersäten Pfalz ein eher exotischer Gastronomietyp. Von der regionalen Beliebtheit des Göcklinger Hausbräus konnten wir uns an einem Montagabend im Mai ein Bild machen. Eine Radtour durch die Weinhügel führte uns zur gemütlichen Bierstube von Reiner Weißgerber und seiner Frau Maria.
Passiert man das dunkelgestrichene, hölzerne Eingangstor steht man schon in Göcklingens berühmtesten (und einzigen) Biergarten.... mehr lesen
4.0 stars -
"Im Namen des Haxens und des Hähnchens und des hauseigenen Bieres, Amen!" Ehemalige UserSeit 13 Jahren betreibt die Familie Weißgerber mitten im südpfälzischen Weinort Göcklingen eine Bierwirtschaft, die für ihr leckeres Helles bekannt ist. In der mit Weinstuben übersäten Pfalz ein eher exotischer Gastronomietyp. Von der regionalen Beliebtheit des Göcklinger Hausbräus konnten wir uns an einem Montagabend im Mai ein Bild machen. Eine Radtour durch die Weinhügel führte uns zur gemütlichen Bierstube von Reiner Weißgerber und seiner Frau Maria.
Passiert man das dunkelgestrichene, hölzerne Eingangstor steht man schon in Göcklingens berühmtesten (und einzigen) Biergarten.
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Wie schön, dass diese trostlosen Zeiten für Auswärtsesser jetzt vorbei sind. Der Grund: in den letzten Monaten haben in den Nachbardörfern Rohrbach und Billigheim zwei neue gastronomische Einrichtungen eröffnet, denen ich mich in einem zweiteiligen „Geschmacksreport“ widme. Die Reise in den kulinarischen Nahraum beginnt im komplett sanierten bzw. restaurierten Rohrbacher Bahnhof.
Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude des Rohrbacher Bahnhofs dümpelte mehrere Jahrzehnte ungenutzt vor sich hin. Der stattliche, spätklassizistische Bau aus dem letzten Viertel des 19.Jahrhunderts besaß keinen Verwendungszweck mehr und stand all die Jahre leer. Wie sich das auf die Bausubstanz auswirkte, kann sich jeder denken. Es bröckelte der Putz und das Ensemble verkam zu einem jämmerlichen Relikt eines längst überholten Bahnzeitalters. Was könnte man nicht alles aus diesem Gebäude machen? Zugegeben, das dachte auch ich, wenn mich der Weg über den Rohrbacher Bahnübergang in Richtung Autobahn führte.
Schließlich kaufte die Gemeinde Rohrbach das Anwesen der Deutschen Bahn zu einem geringen Preis ab. Der Herxheimer Designer André Steverding, jüngerer Bruder von Isenhof-Koch Peter Steverding, erwarb zusammen mit seiner Lebensgefährtin Eva Mendel das Objekt im letzten Jahr. Ein Jahr und unzählige Arbeitsstunden später, konnte im Frühjahr der neue „Kultur- und Eventbahnhof“ eröffnet werden. Neben einem Küchenstudio und einer Werbeagentur ist auch das Restaurant „Zum Bahnhof 1894“ in den großzügigen Räumlichkeiten (860 Quadratmeter Nutzfläche!) untergebracht. Außerdem stehen vier geschmackvoll gestaltete Gästezimmer zur Verfügung. Seminarräume sollen im Sommer folgen.
Unser erster Besuch war eine Spontanaktion im Anschluss an eine abendliche Radtour. Wir waren schon gesättigt von der vorangegangen Einkehr und wollten noch auf ein Gläschen Wein in den umfunktionierten Bahnhof einkehren. Für die späte Uhrzeit war noch gut was los. Wir durften uns an einem zentral gelegenen Tisch niederlassen und begutachteten in aller Ruhe die edle Inneneinrichtung der modernen Bahnhofsgaststätte. Hier merkte man gleich, dass da einer mit viel Sachverstand und Erfahrung zu Werke gegangen war. André Steverding, der im Bereich Wohn- und Objektdesign kein Unbekannter ist, hat hier ein Interieur geschaffen, das beeindruckt.
Tief hängende Spots erleuchten die mit schlichter Holzplatte versehenen, einbeinigen Bistrotische stimmig. Man sitzt auf äußerst bequem gepolsterten Schalensesseln oder gleich auf einem der lauschigen Wandsofas. Neben den Strahlern über den Tischen setzen Wandleuchten indirekte Lichtakzente. Der „geflügelte“ Kronleuchter ist natürlich Geschmackssache, fällt aber zumindest auf. Genau wie die in Rot und Senfgelb gehaltenen Nostalgievorhänge, die passend zur Retrotapete mit Blumenmuster die Fensterseite schmücken.
Zusammen mit dem zylinderförmigen Kaminofen und dem rustikalen Parkettboden – ich tippe auf Landhaus-Eiche im Vintage-Look – versprüht der Gastraum eine bodenständige Wohlfühlatmosphäre in zeitgemäßer Optik. Dazu passen auch die lediglich mit Einfachbesteck und Serviette eingedeckten Tische, die bei allem Purismus eine etwas einfallsreichere Dekoration – ein trauriges Blümchen im Wasserglas – verdient hätten. Ich bin mir sicher, dass Kreativkopf Steverding auch hier noch das Passende finden wird.
Einziger wirklich negativer Aspekt war die zu laute Raumakustik. Trotz sichtbarer Dämmung ließen die hohen Decken einen unangenehmen Schallpegel entstehen, der eine zu hohe Geräuschkulisse nach sich zog. Dies ging leider etwas zu Lasten der Atmosphäre. Da konnten auch die schallabsorbierenden Vorhänge wenig ausrichten. Ein Manko, mit dem man als Gast des Bahnhofs klarkommen muss. Was wir aber angesichts der geschmackvollen Inneneinrichtung als durchaus verschmerzbar erachteten.
Wir waren bei unserem Erstbesuch spät dran. Die Küche hatte schon Feierabend und wir studierten die mit Bedacht zusammengestellte Weinkarte, um uns einen passenden Tropfen auszusuchen. Das reichhaltige Angebot an offenen Weinen überraschte mich dabei genauso wie die äußerst fair kalkulierten Flaschenweinpreise. Die bewegten sich fast ausnahmslos unter der 20-Euro-Marke, viele davon sogar unter 15 Euro. Dass es das noch gibt. Außerdem kamen viele der angebotenen Kreszenzen aus der unmittelbaren Umgebung. Denn auch Rohrbach hat mit dem Weingut Becker, dem Ökonomierat Lind und dem etwas außerhalb sich befindenden Neusperger Hof durchaus qualitativ etwas vorzuweisen. Warum denn immer gleich die hochpreisige VDP-Keule schwingen, wenn die jungen wilden Weinmacher aus der Pfalz viel spannendere Entdeckungen versprechen?
Wir entschieden uns für den trocken ausgebauten Muskateller „Quarzsand“ vom Weingut Mathis aus Klingenmünster (ja genau der mit der Weinstube…) und die Ilbesheimer Pinot-Cuvée vom Jungwinzer Benjamin Ehrhart aus Eschbach (beide Viertel für jeweils 5,60 Euro), der unter anderem der „Generation Riesling“ angehört. Beide Weißweine enttäuschten nicht, wobei der Muskateller eine wirklich phänomenale Frucht besaß und die Burgunder-Cuvée dagegen etwas farblos wirkte. Während wir so saßen und mit der freundlichen Dame vom Service ein wenig ins Plaudern kamen, fand dann doch noch ein Stück Apfelstreusel von der Herxheimer High-End Bäckerei Kerner den Weg auf unseren Tisch. Nebenbei musste ich einen Blick in die Speisenkarte werfen, denn der Folgebesuch zum Abendessen war schon in Planung.
Dem saisonalen Anspruch wird man gleich auf der ersten Seite gerecht. Zwei Vorspeisen (davon eine Suppe), drei Hauptgerichte und ein Dessert bietet die übersichtliche Saisonkarte. Anfang Juni darf das Spargelcrèmesüppchen mit gebeiztem Lachs (6,80 Euro) sowie die marinierten Erdbeeren (7 Euro) für hinterher natürlich nicht fehlen. Das kurzgebratene Onglet (hier „Hanging Tender betitelt) mit Grillgemüse und Kartoffel-Wedges (27,80 Euro) lockt den Fleischaffinen. Die Preise erschienen mir zunächst recht üppig kalkuliert. Ich war gespannt, in welchem Verhältnis sie zur gebotenen Qualität standen.
Drei Tage später, an einem Mittwoch, hatten wir für 19.30 Uhr reserviert und waren so ziemlich die letzten, die an diesem Abend noch etwas auf den Teller bekommen wollten. Es war noch einiges los, aber die meisten hatten ihre Speisen schon vertilgt, was aufgrund des fehlenden Bestecks auf den Tischen ersichtlich war. Eine größere Gruppe saß etwas separiert im Vorraum gleich neben dem Eingang und ließ sich mehrheitlich den 220 Gramm schweren Bahnhofs-Burger vom Black Angus mit Pommes frites (13,30 Euro) schmecken.
Neben den bereits erwähnten Empfehlungen der Saison listet die eigentliche Speisenkarte eine recht breitaufgestellte Auswahl an Pfälzer Gerichten, Salatvariationen, kleineren Vespereien und fleischigen Hauptspeisen. Die Dessertauswahl kommt, ähnlich dem Vorspeisenangebot, etwas dürftiger daher. Die letzte Seite widmet sich als „Kinderkarte“ ganz dem Geschmack der kleinen Gäste.
Vorneweg sollte es mal wieder eine Spargelsuppe sein. Derer habe ich in den letzten Wochen des Öfteren gefrönt, so dass ich hier die geschmackliche Vergleichsschablone auf der Zunge hatte. Dann wurden unsere beiden Hauptgänge regelrecht einge“burgert“. Zum Bahnhofsburger vom Black Angus (9,80 Euro) wurden alternativ Süßkartoffel-Pommes (4 Euro) angeboten. Ein Angebot, das der Gastro-Pate aus Steinweiler nicht ablehnen konnte. Meine Begleitung zeigte sich weit weniger kaufreudig und orderte den mürben Pulled Beef Burger (12,80 Euro) von der Juni-Karte. Die süßlichen Kartoffelstäbchen fielen schließlich in die Kategorie „Beilagen-Sharing“, was den stattlichen Burger-Maßen geschuldet war.
Aus der Weinkarte der Entdeckungen wurden zwei weitere Vertreter auserkoren. Die rote Cuvée „Leib & Seele“ (0,1l für 2,90 Euro) von Bergdolt-Reif & Nett aus dem südpfälzischen Duttweiler (bei Neustadt) und die Weißwein-Cuvée „Fidibus“ vom Weinhaus Franz Hahn aus Albersweiler (das Viertel für 4,90 Euro). Der Rote hatte ordentlich Restsüße und sich den Zusatz „feinherb“ redlich verdient. Meine Burgundercuvée (Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay) kam zu einem Drittel aus dem Holzfass und strotzte vor fruchtiger Frische. Ein süffiger Sommerwein und idealer Einstieg ins Hahn’sche Burgunderprogramm. Ein „Traditionsbetrieb in Neuauflage“ (vgl. Homepage), von dem man sicherlich noch einiges hören bzw. trinken wird.
Nun zum Wesentlichen, den auf bzw. in den Tellern befindlichen Speisen. Die Küche grüßte vorweg recht banal mit frischem Kräuterquark und gutem Brot. Die Spargelcremesuppe war fein abgeschmeckt, schön aufgeschäumt und wurde mit gebeiztem Lachs serviert. Dieser war leider viel zu dominant im Geschmack und erschlug die recht dünne Spargelsuppe gnadenlos. Außerdem mag ich es, wenn einem die Crèmesuppe auch leicht sämig vorgesetzt wird. An das Referenzsüppchen aus der Neupotzer Krone kam die Version bei weitem nicht heran. Ausreichende Portionsgröße traf hier auf guten Geschmacksstandard, der jedoch für knapp 7 Euro preislich etwas zu ambitioniert bemessen war.
Da hatten die beiden Burger schon mehr Format. Und das sowohl in geschmacklicher, als auch in optischer Hinsicht. Mein Patty hatte gute 220 Gramm und wurde mit knusprigem Bacon, Salat, Essiggurke, roter Zwiebel, Tomate, geschmolzenem Cheddar und BBQ-Sauce veredelt. Das Bun war schön fluffig und vom Mundgefühl her meilenweit weg von labbriger Einheitsware aus der Fabrik für Burger-Brot. Der Bratling hätte etwas mehr medium sein dürfen, aber das hatte ich im Vorfeld vergessen zu sagen. Die Fleischqualität war auf jeden Fall erstklassig. Das schmeckte man. Die süßlichen Pommes passten zur deftigen Würze des Burgers sehr gut. Ein rundum schlüssiges Bulettengericht, das ich gerne wieder bestellen würde. Auch meine Begleitung lobte ihren Pulled Beef Burger, der mit süffigem Krautsalat unterfüttert war. Bei den dazu gereichten Scharfmachern, die in den Graden 1 bis 3 erhältlich sind, ist allerdings Vorsicht geboten. Die mittlere Scoville-Tunke war uns schon too much und brannte die Geschmacksnerven wie ein Flammenwerfer nieder.
Da war uns nach einem erfrischenden Abschluss zumute. Die marinierten, im kleinen Dubbeglas (0,25l) servierten Erdbeeren mit Joghurteis und Limettenespuma (7 Euro) beruhigten den von der Chilisauce gereizten Gaumen auf sehr angenehme Art und Weise und setzten ein sommerlich frisches Ausrufezeichen.
Wir waren schließlich die letzten Gäste und dementsprechend angenehm war zur späteren Stunde die Akustik im Raum. Was für ein Unterschied zum Zeitpunkt unserer Ankunft! Dennoch haben wir uns im neuen alten Bahnhof sehr wohl gefühlt, was neben der geschmackvollen Einrichtung vor allem dem sehr fürsorglich agierenden Service geschuldet war. Hier hat man scheinbar das richtige Personal, um seine Gäste rundum zufrieden zu stellen. Die Portionsgrößen sind pfälzisch, die Preise noch etwas inhomogen. Aber das wird die Zeit schon richten. Für uns ist diese neue gastronomische Einrichtung eine sehr günstig gelegene, durchaus schmackhafte Alternative, die wir sicherlich noch öfter „anradeln“ werden. Und sicherlich um keine Weinentdeckung verlegen.