Geschrieben am 16.12.2017 2017-12-16| Aktualisiert am
16.12.2017
Besucht am 16.11.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 69 EUR
Mitte November war es mal wieder soweit. Die vier Schlemmerboys des Wörther Gourmetclubs trafen sich zum kulinarischen Stelldichein. Schauplatz der „Clubsitzung“ war diesmal das Gasthaus Zum Winzer, das sich im Ortskern der südpfälzischen Gemeinde Maikammer befindet. Der zwischen Edenkoben und Neustadt liegende, ca. 4300 Einwohner zählende Wein- und Erholungsort beherbergt einige der besten Weingüter der Südpfalz. Namen wie Faubel, Stachel oder Ziegler gelten längst nicht mehr als Geheimtipps und lassen vor allem Rotweinfans mit der Zunge schnalzen. Auch das Weingut Dengler-Seyler zählt mittlerweile zum Kreis der besten Pfalzwinzer.
In dessen Anwesen residiert seit nunmehr 15 Jahren die Familie Albers, die mit ihrem Gasthaus Zum Winzer eine äußerst ambitionierte Form des Gutsausschanks betreibt. Im bereits 1768 erbauten Gemäuer wartet Küchenchef Dirk Albers mit einer mediterran inspirierten Regionalküche auf. Zusammen mit seiner Frau Christina, die den Service leitet, führt er ein liebevoll eingerichtetes Restaurant, das von bodenständiger Eleganz geprägt ist. Ein Ort des Wohlfühlens, des Ankommens, des Genießens.
Mein letzter Besuch lag zwar schon ein paar Jahre zurück, aber an das leckere, perfekt medium gebratene Bürgermeisterstück vom Rind kann ich mich bis heute noch erinnern. Nun zählt Maikammer nicht gerade zu meinem kulinarischen Einzugsgebiet. Umso schöner, dass ein Mitglied unseres Gourmetclubs dieses Kleinod an der Weinstraße für einen genussvollen Abend zu viert auswählte und mit dem „Winzer“ mein kulinarisches Gedächtnis auffrischte.
Parkplatzprobleme gab es erfreulicherweise keine. Nur ein paar Gehminuten vom Lokal entfernt standen genügend Möglichkeiten zur Verfügung – und das im Herzen von Maikammer. Der kulinarische Monat November begrüßte uns schon am Rundbogen des Eingangstors zum Hof mit den Worten „Leckereien von der Martinsgans“. Selbst der beleuchtete Schaukasten war herbstlich dekoriert und beherbergte einen sorgfältig angelegten Überblick des aktuellen Speisenangebotes. Falstaff und Meininger-Verlag waren sich anscheinend auch einig, dem „Winzer“ ihre Empfehlung auszusprechen. Entsprechende Auszeichnungen kündeten davon.
Durch den malerischen Innenhof erreichten wir linkerhand die nicht minder schön anzusehenden Sandsteinarkaden, unter denen es sich im Sommer bestimmt ganz lauschig genießen lässt. Drinnen empfing uns ein Gastraum, dessen heimelige Gemütlichkeit uns warm entgegen strömte. Ebenso warm und herzlich fiel die Begrüßung durch Frau Albers und der sehr beflissen wirkenden männlichen Servicekraft an ihrer Seite aus. Unser Vierertisch befand sich im vorderen Bereich des Raumes, unweit des Ausschanktresens. Wir hatten vorsorglich reserviert, was an diesem Abend gar nicht nötig gewesen wäre. Ich schätze mal, dass knapp die Hälfte der Plätze belegt war.
Zwischen Ankunft und Inspektion der Speisenkarte blieb noch genug Zeit, um das traute Ambiente des „Winzers“ genauer zu studieren. Umgeben von hellem, naturbelassenem Holz saß es sich ganz vortrefflich auf bequem gepolsterten Stühlen, die zur gediegenen Landhausoptik der liebevoll dekorierten Gaststube gut passten. Der helle Stabparkettboden kontrastierte mit den weißgestrichenen Wänden und Decken. Hier und da hingen ein paar farbenfrohe Blumen- und Blütenbilder in Acryl von der Freiburger Künstlerin Kathrin Leinfelder, die hier bis Mitte November einige ihrer Werke ausstellte. Auch die Beleuchtung erschien uns stimmig. Die Spots von der Decke erhielten indirekte Lichtverstärkung von ein paar sorgsam eingesetzten Wandstrahlern.
Auf unserem rustikalen Holztisch befanden sich auf der strahlend weißen Tischdecke hübsch gefaltete Stoffservietten, Einfachbesteck sowie bauchige Wassergläser in vierfacher Ausführung. Eine flackernde Kerze sorgte für zusätzliche Tischwärme, während das putzige Herbststräußchen in seiner gläsernen Vase ein paar grüne Akzente setzte.
Ich schielte schon hinüber zur raumtrennenden Holzkommode mit der beachtlichen Sammlung an Hochprozentigem darauf, entschied mich aber spontan für einen alkoholfreien Holunder-Bitter-Lemon-Cocktail (5,50 Euro) als Aperitif. Sein Name „LH 2013 arrived“ klang wie ein gerade gelandeter Lufthansa-Flug. Mit frischer Minze, Zitrone und Eis war das ein frisch-fruchtiger Auftakt, der den Abend schwungvoll einleitete. Nachdem nun auch ein paar Flaschen Mineralwasser (Teinacher medium aus der bauchigen 0,75l-Flasche für 4,80 Euro) den Tisch bevölkerten, nahmen wir die Speiseliteratur ins Visier.
Neben einer Reihe interessanter Aperitif-Alternativen (Lillet, Erdbeer Aperol, Winzersekt und Co.) listete die erste Seite vier verlockend klingende Vorspeisen wie beispielsweise gebratene Jakobsmuscheln mit Kürbis-Risotto, rotem Spitzkohl und Hummer-Pernod-Schaum (13,80 Euro) sowie zwei Suppen (Kürbis und Steinpilz). Bei den Hauptgerichten gab man sich saisonal. Der Monat November stand ganz im Zeichen der Martinsgans. Diese wurde als Brust oder Keule zusammen mit den obligatorischen Kartoffelknödeln, Rotkohl, glacierten Maronen und einem Schmorapfel mit Preiselbeerfüllung (23,80 bzw. 22,80 Euro) angeboten. Ergänzt wurden die Saisonempfehlungen von Rehgulasch (21,80 Euro), dessen Fleisch aus dem Niederwildrevier von Franz-Gustav Winkler aus Böbingen (Pfalz), also aus freier Wildbahn, stammte.
Die übrigen Hauptspeisen klangen nicht minder lecker. Neben rein Vegetarischem, wie etwa Kürbis-Risotto mit gratiniertem Kartoffeltörtchen und gebackenen Austernpilzen (15,80 Euro), standen mit Wiener Schnitzel vom Kalb (18,50 Euro) und geschmorten Rinderbäckchen (18 Euro) primär Vertreter der klassisch-gutbürgerlichen Fleischküche auf dem Speiseplan. Medaillons vom Hirschkalbrücken, eine Meeres-Trilogie (Zander, Jakobsmuschel, Garnele) sowie das Rückensteak vom argentinischen Weiderind (23,80 Euro) komplettierten die durchdacht zusammengestellte Auswahl an Leckereien aus der besseren Landhausküche. Wobei das Hirschkalb mit 27,80 Euro das teuerste Gericht auf der Karte markierte.
Wir bestellten munter drauflos. Gebratene Jakobsmuscheln sowie je zweimal Kürbis- und Steinpilzcremesüppchen sollten den Genussreigen eröffnen. Zu den Hauptaufgaben zählten Wiener Schnitzel, Rinderbäckchen, Brust von der Martinsgans und Rehgulasch. Letzteres gedachte ich mir einzuverleiben. Als passende Weinbegleitung wählten wir die 2013er Cuvée Autumnus vom Hausweingut Dengler-Seyler. Die 24 Euro waren für die aus Spätburgunder, Frühburgunder und Merlot vinifizierte Trouvaille gut angelegt. Zumal ihr 18-monatiger Barriqueausbau für ordentlichen Feinschliff gesorgt hatte.
Generell finde ich die Idee, im eigenen Gutsausschank hochwertige Speisen zur Weinauswahl anzubieten, wunderbar. So lernt man einen Teil der hier vinifizierten Kreszensen unter realen Genussbedingungen kennen. Nun muss jedoch erlaubt sein zu sagen, dass selbst ein solch etabliertes Weingut wie Dengler-Seyler kein so umfangreiches Weinsortiment besitzt, um den gerne auch mal über den Tellerrand blickenden Weinkenner restlos zufrieden zu stellen. Schade, dass zu den ambitionierten Gerichten von Chefkoch Dirk Albers nur gutseigene Rebsäfte ausgeschenkt werden. Ein Manko, das leider in etlichen Restaurants, die von Winzern verpachtet werden, einen limitierenden Faktor darstellt.
Noch bevor die erste Suppe aufgetragen wurde, grüßte die Küche mit einem kleinen Feldsalat, der von seidiger Entenbrust getoppt wurde. Die dünne Tranche vom geräucherten Federvieh schmolz förmlich auf der Zunge. Zusammen mit der würzigen Essigsäure des Dressings, den knackigen Croutons und den knusprigen Speckwürfeln war das ein erster kulinarischer Fingerzeig, in welch deftige Richtung uns die Küche vom ehemaligen Schiffskoch der Bundesmarine an diesem Abend führen würde.
Mein Kollege gegenüber ließ es mit gleich zwei Vorspeisen so richtig krachen. Er wollte seine Steinpilzcremesuppe etwas später als Zwischengang genießen und startete mit einem farbenfrohen Vorspeisenteller, bei dem drei stolze Vertreter aus der Gattung der Pecten im Zentrum der dunklen Keramik weilten. Umgeben von schlonzigem Kürbis-Risotto, fluffigem Hummer-Pernod-Schaum und aromatischem roten Spitzkohl (eine aus Spitz- und Rotkohl gekreuzte Neuzüchtung, Anm.) sah das schon richtig klasse aus. Der Gute ließ mich probieren und mich beeindruckte besonders das harmonische Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten auf seinem Teller.
Die beiden Herren zu meiner Linken hatten sich beide für das Cremesüppchen vom Hokkaido-Kürbis mit Croutons entschieden. Auf ihrem Tellerrand befand sich eine gebratene Pflaume im Speckmantel, die auf einem lilafarbenen Klecks getrüffelten Kartoffelpürees thronte. Den passenden Farbkontrast zum Orange der Kürbissuppe lieferte das lila Kartoffelhäufchen auf dem Tellerrand. Und dass ihnen die Suppe schmeckte, war nicht zu übersehen. Auch ich war sehr zufrieden mit meiner napfigen Vorspeise. Genüsslich löffelte ich mir das selbst eingebrockte, aromatische Steinpilzcremesüppchen aus. Frisch angebratene Exemplare des edlen Speisepilzes schwammen in einer fein abgeschmeckten, mit Sahne abgerundeten Brühe, die genau die richtige Sämigkeit hatte. Ich vermute dass hier entweder mit Pilzfond oder mit dem berühmten Steinpilzpulver der nötige Wumms auf der Zunge erzielt wurde. Vorspeise top – so konnte es weitergehen!
Unsere Laune am Tisch war ausgezeichnet und wir sehnten bereits die von uns georderten Hauptgänge herbei. Diese ließen angenehm lange auf sich warten, so dass uns genügend Zeit zum Verdauen der sättigenden Vorspeisen blieb. Borgis Berliner Lieblingsgastgeberin vom Restaurant „Tulus Lotrek“ sprach letzten in der Zeitschrift „Effilée“ davon, dass Essen etwas ist, in dem man sich wahlbeheimatet, bevor man es sich einverleibt. Ein Gedanke, den ich rückblickend auf unsere Hauptspeisen für sehr treffend halte. Wir gaben uns ganz der Passivität des Genießens hin und waren vom Aufgetragenen ziemlich geflasht.
Der Schnitzelbeschwörer am linken Tischrand jauchzte ob seiner beiden Wiener Exemplare, die keine fiesen Bröselteppiche darstellten, sondern allerfeinste Panierkunst genossen hatten. Eine herrlich krosse, leichte Blasen bildende Panade umhüllte das feine Kalbfleisch. Und auch die Würzung der beiden zarten Vertreter aus der Wiener Küche schien gelungen. Nicht minder eindrucksvoll die außen resche, innen saftige Gänsebrust, die sich mein Nebenmann gönnte. Gewiss kein spektakuläres Gericht, aber mit viel Sorgfalt serviert. Die locker-fluffigen, abgeschmälzten Kartoffelklöße und das aromatische Rotkraut wurden in kleinen Schüsselchen dazu gereicht. Das erdige Maronengemüse, sowie der gefüllte Bratapfel teilten sich mit dem Besten der Martinsgans den Teller. So wäre mir das auch „gans“ recht gewesen. Die Komponenten spielten perfekt ineinander. Da passte einfach alles, Chapeau!
Mein Gegenüber hatte seine etwas kleiner ausgefallene Steinpilzsuppe zum Zwischengang gut weggesteckt. Er gilt in unserem Kreis als wahrer Schmorgerichte-Enthusiast, was seine Freude auf die butterzarten Rinderbäckchen in tief dunkler Rotwein-Schalotten-Sauce erklärte. Zusammen mit den drei Häufchen Kartoffelpüree aus der Spritztüte mit Butterbrösel drauf und gegrilltem Gemüse war das ein grundsolides Herbst…ach was: Wintergericht, bei dem es meinem Kollegen auch ohne viel Rotwein recht warm ums Herz wurde. Es blieb im Übrigen bei der einen Flasche Rotwein an diesem Abend. Der vinophile Genussspecht mit den schwäbischen Wurzeln trank sich zwar noch ein wenig durchs offene Weißweinprogramm, aber ansonsten war es kein Vergleich zu schon im gleichen Kreis erlebten Flaschenweinorgien. Wir übten uns quasi in 13,5%-iger Bescheidenheit…
Auch ich bereute meine Entscheidung für das Rehgulasch nicht. Das kräftige, nicht totgeschmorte Wildfleisch badete in einer dunklen Sauce, von der mir auf Anfrage noch eine Sauciere voll nachgereicht wurde. Die kräftige Tunke harmonierte wunderbar mit der süßen Frucht der Preiselbeeren. Und die dazu gereichten Spätzle schmeckten wie vom Brett geschabt. Was will man mehr?!
Mit dem geeisten Nougat-Parfait (7,50 Euro), das in Gesellschaft von beschwipsten Sauerkirschen den süßen Abschluss bildete, wurde ein angemessener Schlusspunkt unter den Schlemmerabend gesetzt. Nach einem netten Plausch mit dem Küchenchef wurden wir als letzte Gäste des Abends in die Maikammer Nacht entlassen. In der Summe: Klasse Essen, tolle Umgebung, super Gesellschaft! Der nächste Besuch könnte glatt im Sommer 2018 im mediterran gestalteten Innenhof stattfinden. Ich hätte nichts dagegen.
Mitte November war es mal wieder soweit. Die vier Schlemmerboys des Wörther Gourmetclubs trafen sich zum kulinarischen Stelldichein. Schauplatz der „Clubsitzung“ war diesmal das Gasthaus Zum Winzer, das sich im Ortskern der südpfälzischen Gemeinde Maikammer befindet. Der zwischen Edenkoben und Neustadt liegende, ca. 4300 Einwohner zählende Wein- und Erholungsort beherbergt einige der besten Weingüter der Südpfalz. Namen wie Faubel, Stachel oder Ziegler gelten längst nicht mehr als Geheimtipps und lassen vor allem Rotweinfans mit der Zunge schnalzen. Auch das Weingut... mehr lesen
Zum Winzer
Zum Winzer€-€€€Restaurant063215410Weinstraße Süd 8, 67487 Maikammer
4.5 stars -
"Bestbürgerliche Landhausküche mit Anspruch im Herzen von Maikammer" Ehemalige UserMitte November war es mal wieder soweit. Die vier Schlemmerboys des Wörther Gourmetclubs trafen sich zum kulinarischen Stelldichein. Schauplatz der „Clubsitzung“ war diesmal das Gasthaus Zum Winzer, das sich im Ortskern der südpfälzischen Gemeinde Maikammer befindet. Der zwischen Edenkoben und Neustadt liegende, ca. 4300 Einwohner zählende Wein- und Erholungsort beherbergt einige der besten Weingüter der Südpfalz. Namen wie Faubel, Stachel oder Ziegler gelten längst nicht mehr als Geheimtipps und lassen vor allem Rotweinfans mit der Zunge schnalzen. Auch das Weingut
Das Mare & Monti ist noch bis zum 31.12.2017 in Solingen Gräfrath.
Danach finden Sie Salvatore, Giovanni und die sardische Küche in gewohnter Qualität im "La Piazetta", Schaafenstr. 1, Köln.
Das Mare & Monti ist noch bis zum 31.12.2017 in Solingen Gräfrath.
Danach finden Sie Salvatore, Giovanni und die sardische Küche in gewohnter Qualität im "La Piazetta", Schaafenstr. 1, Köln.
Ein Video zu em Thema unter:
https://vimeo.com/246699810 ... mehr lesen
Mare e Monti
Mare e Monti€-€€€Restaurant021264234199Wuppertaler Strasse 195, 42653 Solingen
stars -
"Leider, leider....Abschied aus Solingen!" Ehemalige UserDas Mare & Monti ist noch bis zum 31.12.2017 in Solingen Gräfrath.
Danach finden Sie Salvatore, Giovanni und die sardische Küche in gewohnter Qualität im "La Piazetta", Schaafenstr. 1, Köln.
Ein Video zu em Thema unter:
https://vimeo.com/246699810
Geschrieben am 10.12.2017 2017-12-10| Aktualisiert am
09.01.2021
Besucht am 06.12.2017Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 15 EUR
Leckere Burger im Hotel, große Auswahl und sehr leckere Fritten. Preise eher im oberen Mittelfeld, trotzdem Preisleistung sehr gut.
Leckere Burger im Hotel, große Auswahl und sehr leckere Fritten. Preise eher im oberen Mittelfeld, trotzdem Preisleistung sehr gut.
The Butcher · Sir Savigny Designhotel
The Butcher · Sir Savigny Designhotel€-€€€Restaurant030323015673Kantstr. 144, 10623 Berlin
5.0 stars -
"Burger" Ehemalige UserLeckere Burger im Hotel, große Auswahl und sehr leckere Fritten. Preise eher im oberen Mittelfeld, trotzdem Preisleistung sehr gut.
Besucht am 07.12.2017Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 42 EUR
Vapiano = Fast Food? Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Ja, ok, es sind klar definierte Gerichte, alle schmecken in den Vapiano sicherlich gleich oder ähnlich, aber... die Nudeln werden im Haus frisch gemacht, dann zwar portioniert und in kleinen Tüten abgepackt, aber sie sind frisch. Und jedes Essen wird auch frisch zubereitet. Sicherlich ist es eine Art von Fast Food, aber die bessere. Ich kenne noch die Zeit als Vapiano mit ein paar Nudelgerichten startete, aber mittlerweile ist die Auswahl verdammt groß und abwechslungsreich.
Einmal die Carbonara zu EUR 8,95 mit - man wird vorher gefragt - Knoblauch und Chili.
Zum anderen Filetto di Manzo Vino Rosso (EUR 9,95) mit sehr zartem Fleisch und frischem Gemüse und Pilzen. OK, der Rotwein war ein größerer Spritzer.
Beide Gerichte waren für einen Mittagssnack voll ausreichend und lecker. Wie gesagt, ich war sehr positiv überrascht.
Dazu wählten wir jeder ein Glas Weißwein, eine zeitlich begrenzte Spezialität, einen Chardonnay vom Weingut Schneider aus der Pfalz (EUR 7,00) und einen trockenen kräftigen Sauvignon Blanc zu EUR 7,50. Die Preise beziehen sich auf "gute" 0,2 l.
Zum Abschluss Espresso mit kleinen Leckereien (Pasticcini Marzipan und Haselnuss).
Auch das Ambiente hat sich gemacht und es ist hell, freundlich, sauber und einladend für ein Fast Food-Restaurant.
Vapiano = Fast Food? Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Ja, ok, es sind klar definierte Gerichte, alle schmecken in den Vapiano sicherlich gleich oder ähnlich, aber... die Nudeln werden im Haus frisch gemacht, dann zwar portioniert und in kleinen Tüten abgepackt, aber sie sind frisch. Und jedes Essen wird auch frisch zubereitet. Sicherlich ist es eine Art von Fast Food, aber die bessere. Ich kenne noch die Zeit als Vapiano mit ein paar Nudelgerichten startete, aber mittlerweile ist die... mehr lesen
4.0 stars -
"Nach langer Zeit mal wieder in einem Vapiano und sehr positiv überrascht!" Ehemalige UserVapiano = Fast Food? Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Ja, ok, es sind klar definierte Gerichte, alle schmecken in den Vapiano sicherlich gleich oder ähnlich, aber... die Nudeln werden im Haus frisch gemacht, dann zwar portioniert und in kleinen Tüten abgepackt, aber sie sind frisch. Und jedes Essen wird auch frisch zubereitet. Sicherlich ist es eine Art von Fast Food, aber die bessere. Ich kenne noch die Zeit als Vapiano mit ein paar Nudelgerichten startete, aber mittlerweile ist die
Geschrieben am 08.12.2017 2017-12-08| Aktualisiert am
08.12.2017
Wie man der Neuen Presse Coburg entnehmen konnte, haben Hoteldirektor Butz und seine Gattin bereits im Oktober das Kurhotel - nach nur wenigen Monaten - wieder verlassen.
Der ehemalige (langjährige) Hoteldirektor Dieter Weil sprang in die Bresche, bevor dann Michael Amthor, seines Zeichens noch Leiter von Tourist Coburg, ab Januar 2018 die Position übernimmt:
Wie man der Neuen Presse Coburg entnehmen konnte, haben Hoteldirektor Butz und seine Gattin bereits im Oktober das Kurhotel - nach nur wenigen Monaten - wieder verlassen.
Der ehemalige (langjährige) Hoteldirektor Dieter Weil sprang in die Bresche, bevor dann Michael Amthor, seines Zeichens noch Leiter von Tourist Coburg, ab Januar 2018 die Position übernimmt:
https://www.np-coburg.de/region/coburg/Bad-Rodach-Michael-Amthor-uebernimmt-das-Kurhotel;art83420,5870167
Restaurant Maximilians im Kurhotel
Restaurant Maximilians im Kurhotel€-€€€Restaurant09564923010Kurring 2, 96476 Bad Rodach
stars -
"Kurzes Gastspiel des Hoteldirektor-Ehepaares Butz" Ehemalige UserWie man der Neuen Presse Coburg entnehmen konnte, haben Hoteldirektor Butz und seine Gattin bereits im Oktober das Kurhotel - nach nur wenigen Monaten - wieder verlassen.
Der ehemalige (langjährige) Hoteldirektor Dieter Weil sprang in die Bresche, bevor dann Michael Amthor, seines Zeichens noch Leiter von Tourist Coburg, ab Januar 2018 die Position übernimmt:
https://www.np-coburg.de/region/coburg/Bad-Rodach-Michael-Amthor-uebernimmt-das-Kurhotel;art83420,5870167
In der Nacht zu Montag hat der Schützenverein Kahl durch einen Brand sein Heim mitsamt der Gaststätte verloren. Schützenvereinsvorsitzender Manfred Ott ist bemüht, die Fassung zu bewahren.
Auch für den Pächter der Gaststätte Zum Schützenhaus, Roland Köck, ist es ein harter Schlag.Die gutbürgerliche Gaststätte war beliebt. Für die Adventszeit und Weihnachten standen etliche Reservierungen im Auftragsbuch.
Um 4.37 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden, da hatte sich das Feuer wahrscheinlich bereits seit über 2 Stunden vom Pistolenstand durch den Dachstuhl bis zur Gaststätte gefressen. Die Ermittler konnten noch nichts zur Ursache sagen, der Vorstand ist dagegen überzeugt, dass es sich um Brandstiftung handelt.
Die entscheidende Frage ist, wie es weitergeht. Grundsätzlich ist der Verein versichert. Aber was im Detail letzendlich von der Versicherung abgedeckt ist, wird sich zeigen.
Quelle: Kurzfassung von mir aus dem Bericht vom Main-Echo des heutigen Tages.
In der Nacht zu Montag hat der Schützenverein Kahl durch einen Brand sein Heim mitsamt der Gaststätte verloren. Schützenvereinsvorsitzender Manfred Ott ist bemüht, die Fassung zu bewahren.
Auch für den Pächter der Gaststätte Zum Schützenhaus, Roland Köck, ist es ein harter Schlag.Die gutbürgerliche Gaststätte war beliebt. Für die Adventszeit und Weihnachten standen etliche Reservierungen im Auftragsbuch.
Um 4.37 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden, da hatte sich das Feuer wahrscheinlich bereits seit über 2 Stunden vom Pistolenstand durch den Dachstuhl bis zur... mehr lesen
Zum Schützenhaus
Zum Schützenhaus€-€€€Vereinsheim, Gaststätte06188995162Goethestraße 46, 63796 Kahl am Main
stars -
"Feuer zerstört das Werk von Generationen!" Ehemalige UserIn der Nacht zu Montag hat der Schützenverein Kahl durch einen Brand sein Heim mitsamt der Gaststätte verloren. Schützenvereinsvorsitzender Manfred Ott ist bemüht, die Fassung zu bewahren.
Auch für den Pächter der Gaststätte Zum Schützenhaus, Roland Köck, ist es ein harter Schlag.Die gutbürgerliche Gaststätte war beliebt. Für die Adventszeit und Weihnachten standen etliche Reservierungen im Auftragsbuch.
Um 4.37 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden, da hatte sich das Feuer wahrscheinlich bereits seit über 2 Stunden vom Pistolenstand durch den Dachstuhl bis zur
Geschrieben am 04.12.2017 2017-12-04| Aktualisiert am
04.12.2017
Besucht am 02.12.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 256 EUR
Mitten im "no where" liegt dieses herrschaftliche Haus. Perfekt für Familienfeiern, z. B. Hochzeiten. In dem Haus ist ebenfalls ein Hotel beherbergt, gut so, nach gutem Essen und gutem Wein!
Es gibt verschiedene Räumlichkeiten als Restaurant und so ist die Geräuschkulisse nicht zu laut. An unserem Abend war das Lokal bis auf einen Zweier-Tisch (Reserve??) komplett ausgebucht.
Sehr schön, wenn das gesamte Personal trotz des hohen Gästeaufkommens ein Lächeln auf den Lippen hat und stets freundlich um die Gäste bemüht ist. Sonderwünsche sind hier kein Problem und kleine Überraschungen (siehe Nachtisch) bringen den Gast auch zum Lachen.
Die Tische sind alle sehr festlich eingedeckt, teilweise gibt es Tische mit einem gemütlichen Zweier-Sofa, kein Problem nah genug am Tisch zu sitzen und zu speisen. Unser Tisch:
Als Aperitif ein Gläschen Riesling-Sekt zu EUR 5,20 und auf Empfehlung ein Sekt mit Himbeeren und Johannisbeeren versetzt, etwas süßlich, nicht zu süß, zu EUR 6,50.
Da wir unsere Freunde nur sporadisch sehen, gab es viel zu Quatschen und nachdem wir der Bedienung bei der Frage ob wir gewählt haben, sagten "geben Sie uns Zeit, wir melden uns" war dies kein Problem, es gibt keinen Zeitdruck!
Als Gruß des Hauses kam eine Broccoli-Pastete, cremig wie eine Mousse dazu Kresse mit rosa Pfeffer - lecker!
Nun zu der Vorspeise, Suppen... Die Fischsuppe "Bouillabaisse" mit Kräutercroutons (EUR 8,00) war sehr reichlich mit Fisch bestückt und schmeckte hervorragend. Wenn Ihr das Foto betrachtet, sieht es ein wenig wild aus, was daran liegt - bitte jetzt nicht lachen - da mein Handy tatsächlich hinunter fiel. Kann passieren, aber dem Geschmack hat es nicht beeinträchtigt.
Uns fiel bei dem Studium der Speisekarte auf, dass es Wild zu genüge auf der Karte gab und so wählten wir einmal
das Rehragout "Diana" mit sautierten Pilzen, einer gefüllten Williams-Christ-Birne, Preiselbeeren und hausgemachten Spätzle (EUR 17,00). Meine Frau kommentierte "man, dass schmeckt ja richtig nach Wild und nicht so laff. Das ist sicherlich regionales Wild aus den hiesigen Wäldern und nicht von irgendeiner Zuchtfarm!" Ich glaube, mehr brauche ich nicht zu schreiben, ein besseres Lob gibt es nicht. Die Spätzle, separat in einer Schüssel serviert, waren perfekt und auch wie angeboten hausgemacht.
Meine Wahl fiel auf die Rehmedaillons "Baden-Baden", ebenfalls mit einer gefüllten Williams-Christ-Birne, Preiselbeeren, dann noch mit frischen Pilzen und Broccoli sowie die hausgemachten Spätzle (EUR 26,00). Die Medallions waren sehr zart, mit der Soße perfekt zubereitet.
Unsere Weinwahl an diesem Abend war ein roter Argentinier von der Malbec-Traube, die Flasche zu EUR 35,--. Er war wie gewünscht trocken, aber nicht zu trocken als Begleitung zum Essen.
Platz für Nachtisch? Eigentlich nicht, aber ein kleines Eis, was nicht auf der Karte steht? "Kein Problem, machen wir!" - und diese wurde mit einer verlockenden Himbeere serviert. Ich wollte diese meinem Gegenüber mopsen, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. Ein paar Minuten später kam die Bedienung und brachte mir ein kleines Tellerchen mit ein paar Him- und Blaubeeren, damit ich nicht "leer ausgehe!" - Überraschung gelungen!!!!
Zum Abschluss noch einen Espresso und einen weichen Himbeergeist und ein wunderschöner Abend ging zu Ende
Mitten im "no where" liegt dieses herrschaftliche Haus. Perfekt für Familienfeiern, z. B. Hochzeiten. In dem Haus ist ebenfalls ein Hotel beherbergt, gut so, nach gutem Essen und gutem Wein!
Es gibt verschiedene Räumlichkeiten als Restaurant und so ist die Geräuschkulisse nicht zu laut. An unserem Abend war das Lokal bis auf einen Zweier-Tisch (Reserve??) komplett ausgebucht.
Sehr schön, wenn das gesamte Personal trotz des hohen Gästeaufkommens ein Lächeln auf den Lippen hat und stets freundlich um die Gäste bemüht ist. Sonderwünsche... mehr lesen
Restaurant im Hotel Steverburg
Restaurant im Hotel Steverburg€-€€€Restaurant, Partyservice025029430Baumberg 6, 48301 Nottuln
5.0 stars -
"Herrschaftliches Haus mit exzellenten Service und sehr gutem Essen" Ehemalige UserMitten im "no where" liegt dieses herrschaftliche Haus. Perfekt für Familienfeiern, z. B. Hochzeiten. In dem Haus ist ebenfalls ein Hotel beherbergt, gut so, nach gutem Essen und gutem Wein!
Es gibt verschiedene Räumlichkeiten als Restaurant und so ist die Geräuschkulisse nicht zu laut. An unserem Abend war das Lokal bis auf einen Zweier-Tisch (Reserve??) komplett ausgebucht.
Sehr schön, wenn das gesamte Personal trotz des hohen Gästeaufkommens ein Lächeln auf den Lippen hat und stets freundlich um die Gäste bemüht ist. Sonderwünsche
Besucht am 27.11.2017Besuchszeit: Abendessen 7 Personen
Das pakistanische Restaurant Balutschistan ist im Zentrum Ottensens in unmittelbarer Nachbarschaft vieler anderer exotischer Geschäfte und Lokale gelegen. Für den ortsunkundigen Autofahrer ist das Lokal nur schwer erreichbar und befindet man sich in der Nähe, hat man immer noch keinen legalen Parkplatz.
Das Lokal selbst ist mit Holztischen, Stühlen und Sofas relativ spartanisch eingerichtet.
Nach sehr freundlicher Begrüßung bekommt der Gast eine Karte, die für jeden, der im pakistanischen Sprachraum nicht beheimatet ist, nicht ohne Schwierigkeiten zu interpretieren ist. Zur Erleichterung ist eine Übersetzungshilfe beigefügt.
Ob sich der Lachs (Tandoori Machli, Lachsfilet in Masalah im Lehmofen gegrillt), der als Vorspeise geführt wird, tatsächlich auch in der pakistanischen Küche wiederfindet oder der Lage des Restaurants in Norddeutschland geschuldet ist, kann ich nicht sagen, spielt aber auch keine Rolle, da durch die Saucen eine Exotik ins Spiel kommt, die man so von der regionalen Küche nicht kennt und die sehr lecker ist.
Meine Hauptspeise, Lammkoteletts im Lehmofen gegrillt auf Granatapfelsause mit Basmatireis und Salat war leider etwas sehr durch. Das Gericht selbst ist sehr pikant und in der europäischen Küche so auch nicht sehr verbreitet. Ich fand die Zusammenstellung sehr interessant und wirklich sehr sehr lecker.
Zusätzlich zu den Gerichten wird reichlich Fladenbrot aufgetischt, dass sich auch vorzüglich zum Eintunken in die Soße geeignet.
Mir hat alles sehr gut geschmeckt, der Service ist höflich und aufmerksam und das Lokal macht einen aufgeräumten und sauberen Eindruck.
Die Preise (Vorspeisen um die 5 Euro, Hauptgericht etwas über 10 Euro) sind auch in Ordnung.
Das pakistanische Restaurant Balutschistan ist im Zentrum Ottensens in unmittelbarer Nachbarschaft vieler anderer exotischer Geschäfte und Lokale gelegen. Für den ortsunkundigen Autofahrer ist das Lokal nur schwer erreichbar und befindet man sich in der Nähe, hat man immer noch keinen legalen Parkplatz.
Das Lokal selbst ist mit Holztischen, Stühlen und Sofas relativ spartanisch eingerichtet.
Nach sehr freundlicher Begrüßung bekommt der Gast eine Karte, die für jeden, der im pakistanischen Sprachraum nicht beheimatet ist, nicht ohne Schwierigkeiten zu interpretieren ist. Zur Erleichterung ist... mehr lesen
Restaurant Balutschistan
Restaurant Balutschistan€-€€€Restaurant0403902229Bahrenfelder Straße 169, 22765 Hamburg
3.5 stars -
"exotische Küche ganz nah" Ehemalige UserDas pakistanische Restaurant Balutschistan ist im Zentrum Ottensens in unmittelbarer Nachbarschaft vieler anderer exotischer Geschäfte und Lokale gelegen. Für den ortsunkundigen Autofahrer ist das Lokal nur schwer erreichbar und befindet man sich in der Nähe, hat man immer noch keinen legalen Parkplatz.
Das Lokal selbst ist mit Holztischen, Stühlen und Sofas relativ spartanisch eingerichtet.
Nach sehr freundlicher Begrüßung bekommt der Gast eine Karte, die für jeden, der im pakistanischen Sprachraum nicht beheimatet ist, nicht ohne Schwierigkeiten zu interpretieren ist. Zur Erleichterung ist
Geschrieben am 27.11.2017 2017-11-27| Aktualisiert am
27.11.2017
Besucht am 26.11.2017Besuchszeit: Mittagessen 6 Personen
Allgemeines
Unser kurzfristig ausgemachtes Ziel für ein sonntägliches Mittagessen war gestern das Restaurant Waldblick, in Stockstadt auf der gegenüberliegenden Mainseite gelegen. Es handelt sich hierbei um die Gaststätte in der Frankenhalle, die seit Jahren im Ort und in der näheren Umgebung für gutes kroatisches, aber auch deutsches Essen nicht nur uns bekannt ist. Für Gäste, die mit dem Auto anreisen, gibt es mehr als genügend Parkplätze gegenüber der Halle. Für Kinder in ca. 50 m Entfernung einen Spielplatz sowie in den integriert auch einen Fitness-Parcours und für Senioren.
Wir trafen uns beim Schwager in Mainaschaff, um uns gegen 12.15 zu Fuß auf den Weg über den Main zu machen. Gleiche Besetzung wie am Vorsonntag, nur dass diesmal alle sechs laufen.
Eigentlich wollte ich gar nichts über unsere Einkehr schreiben, aber die Vorkommnisse schreien schon allein wegen unserer Engelsgeduld, die wir an den Tag legten, geradezu nach einer nochmaligen Rezi nach knapp drei Jahren, in denen wir schon öfter mit großer Zufriedenheit den Aufenthalt im Waldblick genossen.
Der Service
Um 13 Uhr betraten wir das Restaurant. Auf den ersten Blick war schon zu sehen, dass es proppenvoll war. Dies sollte kein Problem sein, da wir ja reserviert hatten. Mehrere Bedienungen, männlich und weiblich, wuselten hektisch durch den Raum, um Speisen und Getränke an den Mann oder die Frau zu bringen, so dass wir uns nach ca. 5 Minuten bei einer Bedienung meldeten, um unseren reservierten Tisch nachzufragen. Es war aber keiner frei. Also wurden wir um etwas Geduld gebeten, da man umorganisieren musste. Nach wiederum ca. 5 Minuten wurden zwei ältere Damen, die gerade ihre Getränke serviert bekamen und an einem 6er-Tisch saßen, von der Bedienung in den großen Nebenraum umgesetzt, in dem gerade zwei Plätze an einem langen tafelförmigen Tisch frei wurden, und wir bekamen deren Tisch direkt am großen Eckfenster an deren Stelle zugewiesen.
Wir halfen den beiden Herrschaften freundlicherweise bei der Umsiedlung und beförderten deren Getränke an ihren neuen Platz. So weit, so gut.
Kaum dass wir saßen, kam auch schon die erste Bedienung mit sechs Speisekarten in der Hand an unseren Tisch und fragte sofort nach unseren Getränkewünschen. Unsere drei Damen bestellten je einen Plavac (kroatischer Rotwein, 0,2 l, 3,50 €), dazu ein Sodenthaler Exquisit Mineralwasser und drei Gläser (0,7 l, 3,30 €). Wir Männer entschieden uns für je ein gezapftes Schlappeseppel Pils (0,5 l, 2,70 €, laut Karte, serviert wurden aber 0,4-l-Gläser), deren Preis sich aber nicht nachvollziehen ließ.
Recht flott kamen dann auch schon kurz darauf unsere gut gekühlten bzw. temperierten (Rotwein) Getränke.
Das war aber das einzig Flotte während unseres Aufenthaltes. Wir blätterten in der Speisekarte, es dauerte etwas, bis sich ein jeder entschieden hatte, eine Servicekraft war nicht mehr in unserer Nähe zu sehen. Und so mussten wir jemanden herbeiwinken, der unsere Bestellung aufnehmen sollte. Sie war auch gleich da und bat um etwas Geduld, sie muss erst schnell noch ein paar anderen Gästen ihre Speisen servieren und kommt dann gleich zu uns. Aus dem Komme gleich wurde dann eine Viertelstunde.
Nachdem wir endlich unsere Essenswünsche der Bedienung preisgaben, bedienten wir uns erst mal selbst am Salatbuffet. Kurz darauf wurden dann schon Teller zum Vorwärmen auf zwei Rechauds gestellt.
Vom Betreten des Restaurants bis zu diesem Zeitpunkt waren jetzt schon ca. 50 Minuten vergangen. Ein Kellner brachte uns Männern schon mal je einen heißen Slivowitz an den Tisch, um die Wartezeit zu überbrücken. Als sich nach weiteren 30 Minuten, wir hatten in der Zwischenzeit Getränkenachschub bestellt und auch serviert bekommen, noch nichts in puncto Essen tat, winkten wir abermals eine Bedienung herbei und fragten nach, woran es hakt. Schließlich war uns aufgefallen, dass Leute, die deutlich nach uns kamen schon mit ihrem Essen zugange waren. Sie wollte sich drum kümmern und kam mit einer Entschuldigung und einer zweiten Runde Slivowitz, diesmal für alle sechs Personen an den Tisch. Und was soll ich sagen? Warten aufs Essen
Die Zwei-Stunden-Wartezeit-Marke wurde mittlerweile gerade überschritten, die Warmhaltekerzen wollten schon ihren Geist aufgeben, da tat sich doch endlich was. Die Essen kamen an den Tisch. Aber nicht wie bestellt, zweimal Chefplatte für zwei Personen, sondern eine Chefplatte für vier Personen. Kurz darauf die beiden Einzelgerichte.
Schlimm auch, dass es bei der Abrechnung einen furchtbaren Kuddelmuddel gab, da weder der ausgedruckte Bon noch die Teilung in drei verschiedene Zahler stimmte. So einigten letztendlich wir drei Paare uns untereinander, wer wie viel bezahlen muss, damit roundabout 120 € zusammenkommen. Die Bedienung bedankte sich daraufhin für unsere Geduld mit noch einer Runde heißen Slivowitzes, dazu noch für die drei Damen zusammen ein Schachtel Lind-Pralinen. Wir verließen kurz nach 16 Uhr das Restaurant. Obwohl wir so lange warten mussten, sahen wir es locker, da wir uns ja bestens unterhalten konnten, und eh an diesem Sonntag nichts Anderes mehr vorhatten. Schön warm war es übrigens auch im Lokal.
2 Sterne, also deutlich Luft nach oben, attestiere ich dem Service für diesen Tag, aber nur aufgrund des gelungenen Versuchs der Kompensation.
Das Essen
Meine Frau und ihre eine Schwester bestellten die Chefplatte für zwei Personen (je 13,90 €), das gleiche die dritte Schwester mit ihrem Mann. Serviert wurde, wie schon unter Service erwähnt dann eine Chefplatte für vier Personen. Vier Rumpsteaks, vier Cordon Bleu, vier Schweinesteaks, ebenso viele Bällchen Djuvec-Reis, diverse Gemüsesorten, Kroketten, Bratkartoffeln sowie ein Schälchen Ajvar. Die Rumpsteaks garniert mit Kräuterbutter, die Cordon Bleus mit Zitronenvierteln. So war wenigstens beim Fleisch und beim Reis eine gleichmäßige Verteilung möglich. Beim Gemüse mussten sich vier Personen einigen. Einig waren sich alle, dass besonders die Rumpsteaks hervorstachen, sie waren doch tatsächlich medium, wie gewünscht, und schön zart. Cordon Bleu und Schweinesteaks waren in Ordnung. Das Gemüse sehr gut, Bratkartoffeln und Kroketten okay. Alle vier fanden es in Ordnung, wurden pappsatt und insgesamt betrachtet hat es ihnen geschmeckt. Chefplatte für 4 Personen
Der Schwager neben mir entschied sich für Schweinesteak mit Pfeffersoße und Pommes (10,90 €).
Kaum stand der Teller vor ihm legte auch schon los. Trotz der räumlichen Nähe war ein Foto deshalb nicht mehr möglich. Ob es der Hunger reingetrieben hat oder ob es ihm wirklich geschmeckt hat, vermag ich nicht zu deuten, da das Fleisch doch sehr trocken für mich aussah. Sein Teller war jedenfalls auch leer gegessen.
Nun zu meinem Essen. Die Pfefferpfanne (14,90 €) sollte es sein. Pfefferpfanne
In der Pfanne serviert, dazu wurde ein gewärmter Teller gereicht, auf dem ich mir die einzelnen Komponenten so nach und nach selber anrichtete. Zuerst aß ich das Rumpsteak, das mich wirklich überraschte. Auch hier schön medium, das Fleisch butterzart, die Kauwerkzeuge wurden geschont. Etwas mehr zu tun hatten sie schon, um das Lammfilet in den Magen zu befördern, geschmacklich okay, aber doch sehr fest. Von einem Hauch von medium keine Spur. Noch schlimmer dann das Schweinesteak. Da fühlte ich mich leicht verarscht. Optisch gut aussehend, ergab sich nach dem ersten Bissen nicht nur, dass dieses Stück Fleisch totgebraten war, sondern dass auf der unteren Seite die sogenannten Grillstreifen kein sogenanntes Grillaroma versprühten, sondern im Gegenteil einen bitteren, ungenießbaren Geschmack verbreiteten. Typischer Fall von nicht ganz sauberem Grill. Ich habe das Steak jedenfalls nach dem ersten Bissen nicht mehr angerührt und auf dem Teller liegen lassen. Die Pfeffersoße war okay, das Gemüse auch sehr gut. Aus der Pfanne auf dem Teller
Bei der Bewertung bin ich zwiespältig. Mein Essen war höchstens 2,5* wert, die anderen vielleicht 3,5*. So ergibt sich für mich ein gerade noch okay mit 3*.
Das Ambiente
Alle Tische ordentlich mit Tischdecken versehen. Die Servietten gefaltet und aufgestellt. Messer und Gabeln rechts und links davon. Ein kleines Blümchen im Töpfchen sowie eine Kerze, die auch angezündet wurde, sowie kleine Pfeffer- und Salzmühlen runden die Tisch-Deko ab. Dunkelbraune Stühle mit Sitzpolstern, passend zu den Fenstern, wahrscheinlich schon genauso alt wie diese, lassen einen bequem sitzen.
Sowohl Gaststätte als auch der Sommergarten können ebenerdig betreten werden. Da sich auch die Toiletten auf der gleichen Ebene befinden, steht einem Besuch für Gehandicapte nichts im Wege.
Die Sauberkeit
Auf den ersten Blick nichts ins Auge gefallen, was einen an der Sauberkeit hätte stören können. Auch die Toiletten machten einen sauberen, ordentlichen Eindruck.
Mein Fazit
Das Dilemma mit dem Service lasse ich mal als hoffentlich einmaligen Ausrutscher gelten. Ein proppenvolles Restaurant spricht eigentlich für gute Qualität und Zufriedenheit der Gäste. Kann aber auch bei großem Andrang für Abstriche beim Essen sorgen. Gesamteindruck (nach „Küchenreise“)
3 – nur wenn es sich ergibt, wieder!
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt, wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder)
Allgemeines
Unser kurzfristig ausgemachtes Ziel für ein sonntägliches Mittagessen war gestern das Restaurant Waldblick, in Stockstadt auf der gegenüberliegenden Mainseite gelegen. Es handelt sich hierbei um die Gaststätte in der Frankenhalle, die seit Jahren im Ort und in der näheren Umgebung für gutes kroatisches, aber auch deutsches Essen nicht nur uns bekannt ist. Für Gäste, die mit dem Auto anreisen, gibt es mehr als genügend Parkplätze gegenüber der Halle. Für Kinder in ca. 50 m Entfernung einen Spielplatz sowie in den... mehr lesen
Waldblick
Waldblick€-€€€Restaurant060274051308Forststraße 2, 63811 Stockstadt am Main
3.0 stars -
"Unsere Geduld wurde ganz schön strapaziert!" Ehemalige UserAllgemeines
Unser kurzfristig ausgemachtes Ziel für ein sonntägliches Mittagessen war gestern das Restaurant Waldblick, in Stockstadt auf der gegenüberliegenden Mainseite gelegen. Es handelt sich hierbei um die Gaststätte in der Frankenhalle, die seit Jahren im Ort und in der näheren Umgebung für gutes kroatisches, aber auch deutsches Essen nicht nur uns bekannt ist. Für Gäste, die mit dem Auto anreisen, gibt es mehr als genügend Parkplätze gegenüber der Halle. Für Kinder in ca. 50 m Entfernung einen Spielplatz sowie in den
Wenn Sie unsere Webseiten besuchen, kann Ihre Systemsoftware Informationen in Form von Cookies oder anderen Technologien von uns und unseren Partnern abrufen oder speichern, um z.B. die gewünschte Funktion der Website zu gewährleisten.
Datenschutz-Einstellungen
Hier können Sie festlegen, wie wir Ihre Daten verwenden dürfen. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionen zur Verfügung stehen.
Unbedingt erforderliche Technologien
Um Sicherheit gewährleisten, Missbrauch verhindern und Inhalte und Anzeigen technisch sowie unsere Services wie von Ihnen gewünscht bereitstellen zu können, sind folgende Technologien erforderlich.
Produkte oder Inhalte technisch bereitstellen
z.B. Session für Warenkorb, Favoriten, letzte Bestellungen ...
Google Maps
z.B. Integration von Google Maps Standorten über iFrame- / Javascript Technologie im internen Bereich an erforderlichen Stellen.
Google Anzeigen
z.B. die kostenlose Nutzung unserer Website ist nur mit Google Adsense Werbeanzeigen möglich.
Performance Cookies
Mithilfe dieser Cookies können wir Besuche und Traffic-Quellen zählen, damit wir die Leistung unserer Website messen und verbessern können. Sie geben uns Aufschluss darüber, welche Seiten beliebt und weniger beliebt sind und wie sich Besucher auf der Website bewegen.
Google Analytics
z.B. Erfassung der Seitenaufrufe, Verweildauer usw.
Google Tag Manager
z.B. Erfassen von Events (Warenkorb, Bestellprozess, Aktionen usw.)
Facebook Pixel
z.B. Erfassen von Events (Warenkorb, Bestellprozess, Aktionen usw.)
Multimediale Cookies
Diese Cookies ermöglichen es uns, die Funktionalität und individuelle Gestaltung zu verbessern, beispielsweise von integrierten Videos und virtuellen 360° Rundgängen. Ohne diese Cookies können einige oder alle dieser Funktionen nicht ordnungsgemäß funktionieren.
Youtube Videos
z.B. Integration von Youtube Videos über iFrame Technologie.
Google Maps
z.B. Integration von Google Maps Standorten über iFrame- / Javascript Technologie.
Google Maps 360° Rundgänge
z.B. Integration von Google Maps 360° Rundgängen per Javascript
Marketing Cookies
Diese Cookies ermöglichen es uns, auf die Benutzerinteressen abgestimmte Werbung einzublenden.
In dessen Anwesen residiert seit nunmehr 15 Jahren die Familie Albers, die mit ihrem Gasthaus Zum Winzer eine äußerst ambitionierte Form des Gutsausschanks betreibt. Im bereits 1768 erbauten Gemäuer wartet Küchenchef Dirk Albers mit einer mediterran inspirierten Regionalküche auf. Zusammen mit seiner Frau Christina, die den Service leitet, führt er ein liebevoll eingerichtetes Restaurant, das von bodenständiger Eleganz geprägt ist. Ein Ort des Wohlfühlens, des Ankommens, des Genießens.
Mein letzter Besuch lag zwar schon ein paar Jahre zurück, aber an das leckere, perfekt medium gebratene Bürgermeisterstück vom Rind kann ich mich bis heute noch erinnern. Nun zählt Maikammer nicht gerade zu meinem kulinarischen Einzugsgebiet. Umso schöner, dass ein Mitglied unseres Gourmetclubs dieses Kleinod an der Weinstraße für einen genussvollen Abend zu viert auswählte und mit dem „Winzer“ mein kulinarisches Gedächtnis auffrischte.
Parkplatzprobleme gab es erfreulicherweise keine. Nur ein paar Gehminuten vom Lokal entfernt standen genügend Möglichkeiten zur Verfügung – und das im Herzen von Maikammer. Der kulinarische Monat November begrüßte uns schon am Rundbogen des Eingangstors zum Hof mit den Worten „Leckereien von der Martinsgans“. Selbst der beleuchtete Schaukasten war herbstlich dekoriert und beherbergte einen sorgfältig angelegten Überblick des aktuellen Speisenangebotes. Falstaff und Meininger-Verlag waren sich anscheinend auch einig, dem „Winzer“ ihre Empfehlung auszusprechen. Entsprechende Auszeichnungen kündeten davon.
Durch den malerischen Innenhof erreichten wir linkerhand die nicht minder schön anzusehenden Sandsteinarkaden, unter denen es sich im Sommer bestimmt ganz lauschig genießen lässt. Drinnen empfing uns ein Gastraum, dessen heimelige Gemütlichkeit uns warm entgegen strömte. Ebenso warm und herzlich fiel die Begrüßung durch Frau Albers und der sehr beflissen wirkenden männlichen Servicekraft an ihrer Seite aus. Unser Vierertisch befand sich im vorderen Bereich des Raumes, unweit des Ausschanktresens. Wir hatten vorsorglich reserviert, was an diesem Abend gar nicht nötig gewesen wäre. Ich schätze mal, dass knapp die Hälfte der Plätze belegt war.
Zwischen Ankunft und Inspektion der Speisenkarte blieb noch genug Zeit, um das traute Ambiente des „Winzers“ genauer zu studieren. Umgeben von hellem, naturbelassenem Holz saß es sich ganz vortrefflich auf bequem gepolsterten Stühlen, die zur gediegenen Landhausoptik der liebevoll dekorierten Gaststube gut passten. Der helle Stabparkettboden kontrastierte mit den weißgestrichenen Wänden und Decken. Hier und da hingen ein paar farbenfrohe Blumen- und Blütenbilder in Acryl von der Freiburger Künstlerin Kathrin Leinfelder, die hier bis Mitte November einige ihrer Werke ausstellte. Auch die Beleuchtung erschien uns stimmig. Die Spots von der Decke erhielten indirekte Lichtverstärkung von ein paar sorgsam eingesetzten Wandstrahlern.
Auf unserem rustikalen Holztisch befanden sich auf der strahlend weißen Tischdecke hübsch gefaltete Stoffservietten, Einfachbesteck sowie bauchige Wassergläser in vierfacher Ausführung. Eine flackernde Kerze sorgte für zusätzliche Tischwärme, während das putzige Herbststräußchen in seiner gläsernen Vase ein paar grüne Akzente setzte.
Ich schielte schon hinüber zur raumtrennenden Holzkommode mit der beachtlichen Sammlung an Hochprozentigem darauf, entschied mich aber spontan für einen alkoholfreien Holunder-Bitter-Lemon-Cocktail (5,50 Euro) als Aperitif. Sein Name „LH 2013 arrived“ klang wie ein gerade gelandeter Lufthansa-Flug. Mit frischer Minze, Zitrone und Eis war das ein frisch-fruchtiger Auftakt, der den Abend schwungvoll einleitete. Nachdem nun auch ein paar Flaschen Mineralwasser (Teinacher medium aus der bauchigen 0,75l-Flasche für 4,80 Euro) den Tisch bevölkerten, nahmen wir die Speiseliteratur ins Visier.
Neben einer Reihe interessanter Aperitif-Alternativen (Lillet, Erdbeer Aperol, Winzersekt und Co.) listete die erste Seite vier verlockend klingende Vorspeisen wie beispielsweise gebratene Jakobsmuscheln mit Kürbis-Risotto, rotem Spitzkohl und Hummer-Pernod-Schaum (13,80 Euro) sowie zwei Suppen (Kürbis und Steinpilz). Bei den Hauptgerichten gab man sich saisonal. Der Monat November stand ganz im Zeichen der Martinsgans. Diese wurde als Brust oder Keule zusammen mit den obligatorischen Kartoffelknödeln, Rotkohl, glacierten Maronen und einem Schmorapfel mit Preiselbeerfüllung (23,80 bzw. 22,80 Euro) angeboten. Ergänzt wurden die Saisonempfehlungen von Rehgulasch (21,80 Euro), dessen Fleisch aus dem Niederwildrevier von Franz-Gustav Winkler aus Böbingen (Pfalz), also aus freier Wildbahn, stammte.
Die übrigen Hauptspeisen klangen nicht minder lecker. Neben rein Vegetarischem, wie etwa Kürbis-Risotto mit gratiniertem Kartoffeltörtchen und gebackenen Austernpilzen (15,80 Euro), standen mit Wiener Schnitzel vom Kalb (18,50 Euro) und geschmorten Rinderbäckchen (18 Euro) primär Vertreter der klassisch-gutbürgerlichen Fleischküche auf dem Speiseplan. Medaillons vom Hirschkalbrücken, eine Meeres-Trilogie (Zander, Jakobsmuschel, Garnele) sowie das Rückensteak vom argentinischen Weiderind (23,80 Euro) komplettierten die durchdacht zusammengestellte Auswahl an Leckereien aus der besseren Landhausküche. Wobei das Hirschkalb mit 27,80 Euro das teuerste Gericht auf der Karte markierte.
Wir bestellten munter drauflos. Gebratene Jakobsmuscheln sowie je zweimal Kürbis- und Steinpilzcremesüppchen sollten den Genussreigen eröffnen. Zu den Hauptaufgaben zählten Wiener Schnitzel, Rinderbäckchen, Brust von der Martinsgans und Rehgulasch. Letzteres gedachte ich mir einzuverleiben. Als passende Weinbegleitung wählten wir die 2013er Cuvée Autumnus vom Hausweingut Dengler-Seyler. Die 24 Euro waren für die aus Spätburgunder, Frühburgunder und Merlot vinifizierte Trouvaille gut angelegt. Zumal ihr 18-monatiger Barriqueausbau für ordentlichen Feinschliff gesorgt hatte.
Generell finde ich die Idee, im eigenen Gutsausschank hochwertige Speisen zur Weinauswahl anzubieten, wunderbar. So lernt man einen Teil der hier vinifizierten Kreszensen unter realen Genussbedingungen kennen. Nun muss jedoch erlaubt sein zu sagen, dass selbst ein solch etabliertes Weingut wie Dengler-Seyler kein so umfangreiches Weinsortiment besitzt, um den gerne auch mal über den Tellerrand blickenden Weinkenner restlos zufrieden zu stellen. Schade, dass zu den ambitionierten Gerichten von Chefkoch Dirk Albers nur gutseigene Rebsäfte ausgeschenkt werden. Ein Manko, das leider in etlichen Restaurants, die von Winzern verpachtet werden, einen limitierenden Faktor darstellt.
Noch bevor die erste Suppe aufgetragen wurde, grüßte die Küche mit einem kleinen Feldsalat, der von seidiger Entenbrust getoppt wurde. Die dünne Tranche vom geräucherten Federvieh schmolz förmlich auf der Zunge. Zusammen mit der würzigen Essigsäure des Dressings, den knackigen Croutons und den knusprigen Speckwürfeln war das ein erster kulinarischer Fingerzeig, in welch deftige Richtung uns die Küche vom ehemaligen Schiffskoch der Bundesmarine an diesem Abend führen würde.
Mein Kollege gegenüber ließ es mit gleich zwei Vorspeisen so richtig krachen. Er wollte seine Steinpilzcremesuppe etwas später als Zwischengang genießen und startete mit einem farbenfrohen Vorspeisenteller, bei dem drei stolze Vertreter aus der Gattung der Pecten im Zentrum der dunklen Keramik weilten. Umgeben von schlonzigem Kürbis-Risotto, fluffigem Hummer-Pernod-Schaum und aromatischem roten Spitzkohl (eine aus Spitz- und Rotkohl gekreuzte Neuzüchtung, Anm.) sah das schon richtig klasse aus. Der Gute ließ mich probieren und mich beeindruckte besonders das harmonische Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten auf seinem Teller.
Die beiden Herren zu meiner Linken hatten sich beide für das Cremesüppchen vom Hokkaido-Kürbis mit Croutons entschieden. Auf ihrem Tellerrand befand sich eine gebratene Pflaume im Speckmantel, die auf einem lilafarbenen Klecks getrüffelten Kartoffelpürees thronte. Den passenden Farbkontrast zum Orange der Kürbissuppe lieferte das lila Kartoffelhäufchen auf dem Tellerrand. Und dass ihnen die Suppe schmeckte, war nicht zu übersehen. Auch ich war sehr zufrieden mit meiner napfigen Vorspeise. Genüsslich löffelte ich mir das selbst eingebrockte, aromatische Steinpilzcremesüppchen aus. Frisch angebratene Exemplare des edlen Speisepilzes schwammen in einer fein abgeschmeckten, mit Sahne abgerundeten Brühe, die genau die richtige Sämigkeit hatte. Ich vermute dass hier entweder mit Pilzfond oder mit dem berühmten Steinpilzpulver der nötige Wumms auf der Zunge erzielt wurde. Vorspeise top – so konnte es weitergehen!
Unsere Laune am Tisch war ausgezeichnet und wir sehnten bereits die von uns georderten Hauptgänge herbei. Diese ließen angenehm lange auf sich warten, so dass uns genügend Zeit zum Verdauen der sättigenden Vorspeisen blieb. Borgis Berliner Lieblingsgastgeberin vom Restaurant „Tulus Lotrek“ sprach letzten in der Zeitschrift „Effilée“ davon, dass Essen etwas ist, in dem man sich wahlbeheimatet, bevor man es sich einverleibt. Ein Gedanke, den ich rückblickend auf unsere Hauptspeisen für sehr treffend halte. Wir gaben uns ganz der Passivität des Genießens hin und waren vom Aufgetragenen ziemlich geflasht.
Der Schnitzelbeschwörer am linken Tischrand jauchzte ob seiner beiden Wiener Exemplare, die keine fiesen Bröselteppiche darstellten, sondern allerfeinste Panierkunst genossen hatten. Eine herrlich krosse, leichte Blasen bildende Panade umhüllte das feine Kalbfleisch. Und auch die Würzung der beiden zarten Vertreter aus der Wiener Küche schien gelungen. Nicht minder eindrucksvoll die außen resche, innen saftige Gänsebrust, die sich mein Nebenmann gönnte. Gewiss kein spektakuläres Gericht, aber mit viel Sorgfalt serviert. Die locker-fluffigen, abgeschmälzten Kartoffelklöße und das aromatische Rotkraut wurden in kleinen Schüsselchen dazu gereicht. Das erdige Maronengemüse, sowie der gefüllte Bratapfel teilten sich mit dem Besten der Martinsgans den Teller. So wäre mir das auch „gans“ recht gewesen. Die Komponenten spielten perfekt ineinander. Da passte einfach alles, Chapeau!
Mein Gegenüber hatte seine etwas kleiner ausgefallene Steinpilzsuppe zum Zwischengang gut weggesteckt. Er gilt in unserem Kreis als wahrer Schmorgerichte-Enthusiast, was seine Freude auf die butterzarten Rinderbäckchen in tief dunkler Rotwein-Schalotten-Sauce erklärte. Zusammen mit den drei Häufchen Kartoffelpüree aus der Spritztüte mit Butterbrösel drauf und gegrilltem Gemüse war das ein grundsolides Herbst…ach was: Wintergericht, bei dem es meinem Kollegen auch ohne viel Rotwein recht warm ums Herz wurde. Es blieb im Übrigen bei der einen Flasche Rotwein an diesem Abend. Der vinophile Genussspecht mit den schwäbischen Wurzeln trank sich zwar noch ein wenig durchs offene Weißweinprogramm, aber ansonsten war es kein Vergleich zu schon im gleichen Kreis erlebten Flaschenweinorgien. Wir übten uns quasi in 13,5%-iger Bescheidenheit…
Auch ich bereute meine Entscheidung für das Rehgulasch nicht. Das kräftige, nicht totgeschmorte Wildfleisch badete in einer dunklen Sauce, von der mir auf Anfrage noch eine Sauciere voll nachgereicht wurde. Die kräftige Tunke harmonierte wunderbar mit der süßen Frucht der Preiselbeeren. Und die dazu gereichten Spätzle schmeckten wie vom Brett geschabt. Was will man mehr?!
Mit dem geeisten Nougat-Parfait (7,50 Euro), das in Gesellschaft von beschwipsten Sauerkirschen den süßen Abschluss bildete, wurde ein angemessener Schlusspunkt unter den Schlemmerabend gesetzt. Nach einem netten Plausch mit dem Küchenchef wurden wir als letzte Gäste des Abends in die Maikammer Nacht entlassen. In der Summe: Klasse Essen, tolle Umgebung, super Gesellschaft! Der nächste Besuch könnte glatt im Sommer 2018 im mediterran gestalteten Innenhof stattfinden. Ich hätte nichts dagegen.