Geschrieben am 11.10.2015 2015-10-11| Aktualisiert am
11.10.2015
Besucht am 30.09.2015
Aufgrund der hohen Geldsackdichte in der und um die verbotene Stadt, gibt es natürlich reichlich Gelegenheit den Reichtum unters Volk zu bringen. Allein im näheren Umkreis Ratingens kann dementsprechend in mindestens fünf Etablissements umfassend der Bällchen-Stöckchen-Passion gehuldigt werden. Also war es nur eine Frage der Zeit bis wir in der Gastro eines Golfclubs landen würden. Die alljährliche tour de menue gusto bot einen guten Anlass, so erfüllte sich die dunkle Prophezeiung und wir besuchten das Landhaus Grevenmühle. Eigentlich mit dem kleinen Horch nur ein kurzer Sprung aufs Land, da die kommunalen Dienstleister aber wieder einmal nicht willens oder in der Lage waren miteinander zu kommunizieren, standen wir, wegen diverser Streckensperrungen durch synchronst stattfindende Bauarbeiten (wäre das geplant gewesen, hätte es niemals so gut funktioniert), kurz nach verlassen unserer Seitenstraße, im Stau. Manchmal sind zivilisierte Umgangsformen schon etwas lästig, bewahren einen aber davor als Headline in der Blut- und Bodenpresse zu enden….
Wir hatten reserviert, also kurz das Taschentelefon bemüht um eine respektable Verspätung anzukündigen. Am anderen Ende nahm man‘s jedoch leicht und wünschte gutes Gelingen. Mich beschlich der Verdacht, dass wohl nicht mit allzu vielen Gästen gerechnet wurde….
Das Etablissement liegt bestimmungsgemäß auf’m platten Land, und hält entsprechend viele Parkplätze vor. Die über die Homepage verbreitete Werbung kolportiert dann auch den griffigen Slogan: „Fernab von Lärm - Eine Oase der Ruhe!“ als Bildunterschrift für eine, bei Sonnenaufgang ebendiese Ruhe mittels Aufsitzmäher empfindlich störende, Landschaftspflegefachkraft, - wunderbar. Das Clubhaus betritt man über eine Holzbohlenbrücke und wird nach durchschreiten der automatisch öffnenden Glastür von diversen Schildern Richtung Restaurant gelotst. Nach Betreten des Restaurants richtet sich der Blick unwillkürlich nach oben, wäre die Farbgebung nicht weinrot, man würde sich eher in einer modern zerklüfteten Kirche verorten. Auch der Blick nach unten lohnt sich, den Boden bildet stabiles Hirnholzparkett, vermutlich Eiche. Der gesamte Raum wirkt sehr weitläufig mit vielen Fensterflächen, einem backsteinverkleideten Kamin und einer großen Terrasse mit Blick ins Grüne. Die vorherrschenden Farben sind rot und beige-gelb, dazu blanke, hellbraune Holztische, Rattanstühle mit Polster, geschickte indirekte Beleuchtung. Gefühlt irgendwo zwischen mediterraner Orangerie und Großtantes Bombast-Konditor-Kaffee. Entgegen des sonst anscheinend üblichen Setups war lediglich unser Tisch komplett mit weißer Tischwäsche, Stoffservietten, Brottellern, Werkzeug und Gläsern für ein vier-Gang-Menue, Wastels-Gastro-Grablicht, einem Aufsteller mit der Menuefolge und einem frischen Blümchen eingedeckt. An den Nebentischen mussten ein schmaler Tischläufer, Papierservietten, Besteck für einen Gang und besagtes Blümchen ausreichen. Teilweise sind auch noch Salz- und Pfeffermühlen anscheinend nach dem Zufallsprinzip auf den Tischen verteilt.
Kurz nach Betreten des Restaurants kam auch schon eine junge Servicefachkraft (♀ 4,8) mit wissendem Grinsen auf uns zu und grüßte freundlich. Unmittelbar nach Erwähnung unserer Reservierung zur tour de menue gusto führte sie uns an besagten einzigen umfassend vorbereiteten Tisch und erfragte sogleich die Getränkewünsche. Da keine explizite Weinbegleitung angeboten wurde, baten wir um die Weinkarte und orderten eine Flasche stilles Wasser (angeblich Apollinaris, 0,75L à 5,20 Euronen). Das kam in einer Karaffe, dazu ein Brotkörbchen mit einigen Scheiben lockeren Vollkornbrots eines lokalen Bäckers, sehr schmackhaft, noch besser wäre es mit Butter oder einem kreativen Aufstrich. Allerdings schlägt normaler Weise Couvert Brot inklusive Quarkdip mit 1,50 Euronen zu Buche. Daher handelte es sich wohl um einen Service zum Menue und der Dip hätte wohl die Kalkulation ausufern lassen. Zumal es auch noch ein amuse gueule in Gestalt eines gefüllten Rösti-Bällchens mit Kresse-Sprossenmix und einer hellen Sauce gab (sorry, weder ich noch Madame erinnern woraus die Füllung bestand, war wohl weder besonders gut noch schlecht sonst hätten wir‘s uns gemerkt), immerhin eine nette Geste.
Aus dem nicht sehr umfangreichen Weinangebot wählten wir den Chardonnay von Markus Schneider für 24,90 Euronen im Vergleich zu seinem Steinacker Chardonnay ein Fliegengewicht, spielt aber auch in einer anderen Liga. Als Begleiter zum Menue, insbesondere zu den Vorspeisen gut geeignet.
Das Menue en detail:
Confierter Thunfisch, geschmorte Kalbsbäckchen
und glasierte Kapernäpfel mit Rucola im Parmesannest
Zweierlei Kürbiscreme mit Tigergarnelen
in Tempura gebacken, Chili Popcorn
Variation vom Eifelhirsch, Wirsingstrudel, Kakaoflädle,
Selleriepüree und Pfifferlingkroketten
oder
Irisches Bullenfilet in Madeirajus, Kräuterpfifferlinge,
Fingermöhren, Kartoffelplätzchen
Marillenknödel mit Butterbröseln,
Himbeermark, Vanillesabayon
42,50 Euronen pro Person
| Die Vorspeise |
Der Thunfisch war schön rosa gegart, wobei confieren sicherlich der Speisekartenprosa geschuldet ist. Für diese Garmethode kam uns der graue Rand des Filets etwas breit vor… Die Scheibe vom Kalbsbäckchen war sehr mürbe geschmort und zerfiel fast, die Struktur wirkte eher briesähnlich. Es befand sich exakt ein Kapernäpfel auf dem Teller, von Glasur keine Spur. Mutmaßlich könnte die Balsamessigreduktions-Äquivalent-Kurve dafür herhalten, die rechtwinklige Jus war intensiv und passte gut. Das Parmesankörbchen war sogar noch etwas knusprig, Rucola und Dressing störten nicht weiter, ein guter Start.
Die Servicedame war nett und freundlich, sagte die Gänge auch teilweise an und erfragte regelmäßig die Zufriedenheit. Ein- und Nachschenken gelang nur zweihändig, trotzdem hatte das Tischtuch zu leiden, dafür aber meist just in Time. Aufgrund ihrer Stimmlage und der hellhörigen Akustik konnten wir, obwohl zwischen Bar/Küche und unserem Tisch eine Mauerecke und geschätzte 30 Meter lagen, die Weitergabe der unterschiedlichen Garstufen des gewählten Hauptgangs (zwei Mal der Hirsch, medium und medium rare) gut vernehmen.
| Die Suppe |
Recht schnell nach ausheben der Vorspeisenteller wurde das Kürbissuppenzweierlei serviert. Die hellere Suppe war vergleichsweise süß, der dunklere Gegenpart eher kräftig pikant, zusammen sehr harmonisch. Für meine Präferenz wäre eine etwas flüssigere Konsistenz angenehmer gewesen. Da der wankelförmige Teller einen recht breiten Rand aufweist, würde ich empfehlen die gut gewürzte und wahrscheinlich kross ausgebackene Garnele (eventuell halbiert), nebst Popcorn dort zu platzieren. So in der Suppe angerichtet war leider die Tempurahülle ebenso wie das Chili-Popcorn durchgeweicht. Guter Ansatz, geschmacklich prima.
| Der Hauptgang |
Nach angenehmer/angemessener Wartezeit wurde die Hirschvariation aufgetragen. Eine üppige Kreation aus Scheiben vom Hirschrücken, einem kleinen Schnitzel und Schmor-Ragoût. Der Wirsingstrudel bestand aus einem schön fein geschnittenen, mit Speck versehenem Wirsinggemüse und einer Strudelteigecke mit reichlich Hagelsalz. Das Gemüse bereits gut gewürzt, das Salz nach unserem Empfinden absolut überflüssig und ich bin eher jemand der nachsalzt. Die Pfifferlingkrokette, außen kross, innen weich, ansonsten konnten wir keinen Geschmack feststellen. Im Ragoût oder einfach nur sautiert wären imho die Pilze besser untergebracht. Mild-aromatisch das leicht stückige Selleriepüree, eine schöne Idee die knusprigen Kakaoflädle, das hätten gerne mehr sein dürfen.
Beim Gargrad des Hirschs ließen sich keine Unterschiede feststellen, sowohl Madames wie auch meine Portion lagen beim Servieren irgendwo zwischen medium und medium-rare, allerdings hatte sich das bereits beim zweiten Foto Richtung medium verschoben. Das Schnitzel von angenehmer Stärke, leider durchgegart aber immer noch saftig aber wie auch die anderen Fleischkomponenten mit kaum merkbarem Wildaroma, schade. Grade auch das Ragoût, im Mundgefühl eher trocken. Richtig gut dazu das Blaubeerkompott, hätte auch etwas mehr sein dürfen. Insgesamt durchwachsen.
Der Service agierte wieder umsichtig, bot auch Rotwein zum Hauptgang an, auf den wir wegen des Erhalts der Fahrerlaubnis verzichteten. Da außer uns lediglich eine Wanderergruppe am Anfang des Abends zugegen war, schien der Service unterbeschäftigt und wir baten vorsichtshalber um eine Pause bis zum Dessert. Die Rückfrage nach dem Zeitraum konterten wir mit der Ansage: „Bis wir den Wein ausgetrunken haben“. Aber selbst das war wohl zu lang, nach wenigen Minuten vernahmen wir bereits Aufräum-Geräusche aus der Küche und obwohl die Gläser noch zu gut einem Drittel gefüllt waren, wurde das Dessert eingesetzt, der Feierabend der Küche war vermutlich wichtiger….
| Das Dessert |
In einem etwas festen Teig einige Aprikosenstücke, leider nicht aromatisch genug um der Teigmasse und den Bröseln ausreichend Paroli zu bieten. Daher war das Himbeermark nicht nur Deko, sondern unbedingt nötig. Schön die Vanillesauce, nicht zu süß und angenehm wenig künstlich nach Vanillin schmeckend. Weniger schön, die Himbeere mit den Schimmelspuren.
Im Fazit ein freundliches naja, nach meiner Einschätzung hat man mit dem Menue mehr gewollt als gekonnt. Die relativ umfangreiche Karte trägt dann auch eher dem Durchschnittsgeschmack Rechnung. Wahrscheinlich muss man in dieser Art Gastro versuchen ‘Everybody's Darling‘ zu werden. Wiederholungsgefahr sehe ich daher zunächst mal nicht, eventuell im Sommer wenn die Terrasse geöffnet ist. Für eine Flasche stillen Wassers, eine Flasche Chardonnay und zwei Menue in vier Gängen wurden 115,10 Euronen fällig, gemessen am gebotenen schon schmerzhaft.
Aufgrund der hohen Geldsackdichte in der und um die verbotene Stadt, gibt es natürlich reichlich Gelegenheit den Reichtum unters Volk zu bringen. Allein im näheren Umkreis Ratingens kann dementsprechend in mindestens fünf Etablissements umfassend der Bällchen-Stöckchen-Passion gehuldigt werden. Also war es nur eine Frage der Zeit bis wir in der Gastro eines Golfclubs landen würden. Die alljährliche tour de menue gusto bot einen guten Anlass, so erfüllte sich die dunkle Prophezeiung und wir besuchten das Landhaus Grevenmühle. Eigentlich mit dem... mehr lesen
3.0 stars -
"Gute Ansätze, zielgruppenbedingt nicht konsequent umgesetzt -oder: Everybody's Darling...." Ehemalige UserAufgrund der hohen Geldsackdichte in der und um die verbotene Stadt, gibt es natürlich reichlich Gelegenheit den Reichtum unters Volk zu bringen. Allein im näheren Umkreis Ratingens kann dementsprechend in mindestens fünf Etablissements umfassend der Bällchen-Stöckchen-Passion gehuldigt werden. Also war es nur eine Frage der Zeit bis wir in der Gastro eines Golfclubs landen würden. Die alljährliche tour de menue gusto bot einen guten Anlass, so erfüllte sich die dunkle Prophezeiung und wir besuchten das Landhaus Grevenmühle. Eigentlich mit dem
Geschrieben am 11.10.2015 2015-10-11| Aktualisiert am
11.10.2015
Besucht am 10.10.2015
Ein Wochenende mit Freunden führte uns in dieses Hotel,
ein älteres Haus mit gemütlichem Flair, zum Frühstück am Kachelofen ist angenehm, wenn die Temperaturen draußen am Gefrierpunkt angelangt sind, Hausmacher Wurst und selbstgemachte Marmeladen runden den Morgen ab.
Die Küche saisonal, regional und rustikal, wir hatten Wildschweinbraten mit Apfelrotkohl und Thüringer Klößen, Steak "aufour", Salat, Pfeffersteaks mit Pfifferlingen. Dia Karte hatte - entsprechen der Jahreszeit noch Kürbisgerichte .
Die Gewürze stammen zum überwiegende Teil aus dem hauseigenen Gewürzgarten.
Sehr originell: vorweg gab es Danziger Kantapfel aus dem eigenen Garten.
Die Nähe zum Rennsteig und zum Inselsberg ist ideal für Wanderer und Mountai-Biker !
Ein Wochenende mit Freunden führte uns in dieses Hotel,
ein älteres Haus mit gemütlichem Flair, zum Frühstück am Kachelofen ist angenehm, wenn die Temperaturen draußen am Gefrierpunkt angelangt sind, Hausmacher Wurst und selbstgemachte Marmeladen runden den Morgen ab.
Die Küche saisonal, regional und rustikal, wir hatten Wildschweinbraten mit Apfelrotkohl und Thüringer Klößen, Steak "aufour", Salat, Pfeffersteaks mit Pfifferlingen. Dia Karte hatte - entsprechen der Jahreszeit noch Kürbisgerichte .
Die Gewürze stammen zum überwiegende Teil aus dem hauseigenen Gewürzgarten.
Sehr originell: vorweg gab es Danziger Kantapfel aus dem eigenen Garten.
Die Nähe zum Rennsteig und zum Inselsberg ist ideal für Wanderer und Mountai-Biker !
4.0 stars -
"Kleines Landhotel am Thüringer Wald" Ehemalige UserEin Wochenende mit Freunden führte uns in dieses Hotel,
ein älteres Haus mit gemütlichem Flair, zum Frühstück am Kachelofen ist angenehm, wenn die Temperaturen draußen am Gefrierpunkt angelangt sind, Hausmacher Wurst und selbstgemachte Marmeladen runden den Morgen ab.
Die Küche saisonal, regional und rustikal, wir hatten Wildschweinbraten mit Apfelrotkohl und Thüringer Klößen, Steak "aufour", Salat, Pfeffersteaks mit Pfifferlingen. Dia Karte hatte - entsprechen der Jahreszeit noch Kürbisgerichte .
Die Gewürze stammen zum überwiegende Teil aus dem hauseigenen Gewürzgarten.
Sehr originell: vorweg gab es
Während der Thüringen-Fahrt kehrten wir in diesem Landgasthaus ein,
die überaus freundliche Bedienung führte uns zum Tisch, die kleine Karte lud zu Leckereien ein,
wir hatten Grillhaxen mit Sauerkraut, dazu Röstkartoffeln (keine in Fett triefenden Bratkartoffeln ! )
Rostbrätel lecker mit Senf gewürzt, dazu Salat und Röstkartoffeln.
Einfache und gute Küche ... ein gelungenes Thüringer Mittagessen !
Während der Thüringen-Fahrt kehrten wir in diesem Landgasthaus ein,
die überaus freundliche Bedienung führte uns zum Tisch, die kleine Karte lud zu Leckereien ein,
wir hatten Grillhaxen mit Sauerkraut, dazu Röstkartoffeln (keine in Fett triefenden Bratkartoffeln ! )
Rostbrätel lecker mit Senf gewürzt, dazu Salat und Röstkartoffeln.
Einfache und gute Küche ... ein gelungenes Thüringer Mittagessen !
4.0 stars -
"Thüringer Landgasthaus mit guter Küche" Ehemalige UserWährend der Thüringen-Fahrt kehrten wir in diesem Landgasthaus ein,
die überaus freundliche Bedienung führte uns zum Tisch, die kleine Karte lud zu Leckereien ein,
wir hatten Grillhaxen mit Sauerkraut, dazu Röstkartoffeln (keine in Fett triefenden Bratkartoffeln ! )
Rostbrätel lecker mit Senf gewürzt, dazu Salat und Röstkartoffeln.
Einfache und gute Küche ... ein gelungenes Thüringer Mittagessen !
Allgemein
Ich bremse scharf und hoffe, dass niemand hinter mir fährt. Wäre auch eher ungewöhnlich, denke ich, schließlich ist das hier das Havelland, es ist Samstag und die Gegend zeichnet sich eher durch eine Menschenleere aus. Immerhin scheint es hier so etwas wie Zivilisation zu geben, denn ein Schild verweist auf ein Museumscafé und darauf, dass es geöffnet hat. Nun ja, da wo ein Museumscafé ist, kann ein Museum nicht weit sein und tatsächlich entdecken wir recht schnell ein Spielzeugmuseum - wo aber ist das Café? Es schließt sich eine kleine Suchaktion an, die uns vor das Schloss Klessen führt, einen Brandenburger Kleinod. Wir durchstreifen das Gelände und werden letztlich in einem der Nebengebäude fündig, wo einige Sachen zum Verkauf stehen, aber kein Schild auf etwas Essbares verweist. Aber - unsere guten Nasen haben uns nicht getäuscht und so ergibt ein kurzer Dialog, dass es Himbeer- und Käsekuchen gibt. Ein Durchgang führt in den Schlossgarten, den man gegen Gebühr betreten darf, in den man sich aber für eine Tasse Kaffee auch setzen darf.
Essen
Kuchen und Kaffee sind so spektakulär wie das Ambiente dieses Brandenburger Landschlosses, das eigentlich niemand kennt, und seines Gartens. Der Kuchen ist hausgemacht, den Kaffee kann man auch in einer Mitropa-Kanne bekommen, was aber alles irgendwie hierher passt. Der Preis rechtfertigt jede Pause an diesem Ort. Mehr gibt es hier wahrscheinlich nicht und so muss man auch nicht lange auswählen.
Service
Die Servicekraft, die hier alles betreut ist flink und freut sich darüber, dass noch Säsonggg sei und die Vizechefin ruft zwischendurch an, um mal zu fragen, ob noch alles in Ordnung ist. Es gibt auch Sitzkissen und decken, aber die Ecke, in der wir sitzen können, ist gemütlich warm und windgeschützt, so dass es sich tatsächlich gelohnt hat, dem Rat der Bedienung gefolgt zu sein.
Und sonst?
Ein herrlicher Ort bei herrlichem Licht, schade, dass es hier sonst nichts gibt, was einen länger verweilen lässt. Leider macht das Café im Winter zu, wir freuen uns aber auf ein Wiedersehen.
Allgemein
Ich bremse scharf und hoffe, dass niemand hinter mir fährt. Wäre auch eher ungewöhnlich, denke ich, schließlich ist das hier das Havelland, es ist Samstag und die Gegend zeichnet sich eher durch eine Menschenleere aus. Immerhin scheint es hier so etwas wie Zivilisation zu geben, denn ein Schild verweist auf ein Museumscafé und darauf, dass es geöffnet hat. Nun ja, da wo ein Museumscafé ist, kann ein Museum nicht weit sein und tatsächlich entdecken wir recht schnell ein Spielzeugmuseum -... mehr lesen
Gartencafé im Schloss Kleßen
Gartencafé im Schloss Kleßen€-€€€Cafe033235290044Lindenplatz 1, 14728 Kleßen-Görne
3.5 stars -
"Brandenburger Kleinod" Ehemalige UserAllgemein
Ich bremse scharf und hoffe, dass niemand hinter mir fährt. Wäre auch eher ungewöhnlich, denke ich, schließlich ist das hier das Havelland, es ist Samstag und die Gegend zeichnet sich eher durch eine Menschenleere aus. Immerhin scheint es hier so etwas wie Zivilisation zu geben, denn ein Schild verweist auf ein Museumscafé und darauf, dass es geöffnet hat. Nun ja, da wo ein Museumscafé ist, kann ein Museum nicht weit sein und tatsächlich entdecken wir recht schnell ein Spielzeugmuseum -
Allgemein
Am vorletzten Tag der Buga hat es uns noch einmal ins Brandenburgische hinausgezogen. Ein wenig abseits von den Orten, die man normalerweise besuchen würde, liegt Stölln, bekannt durch Otto Lilienthal, den ersten Flughafen der Welt und natürlich einer IL-62, die hier mitten in der Pampa steht. Obwohl es einigermaßen kalt geworden ist, hatten wir einen herrlich sonnigen Tag, der uns quer über die gefürchtete Brandenburger Landstraße irgendwo ins nirgendwo führte.
Essen
Das Restaurant ist eines der eher wenigen, die wir auf unserem Weg entdeckt haben. In Stölln selbst gibt es noch das „Storchennest“, das sich unweit des Flugplatzes/Fliegerparks befindet.
Man betritt ein Lokal, so wie man es nicht anders auf dem Brandenburger Land erwarten würde. Zwei kleinere Räume, einer davon mit Tresen und ein Veranstaltungssaal mit Bühne bilden ein Kleinod der ländliche-dörflichen Unterhaltungskultur. Während die Barräumlichkeiten braun getäfelt sind und diverse Memorabilia von Otto Lilienthal beinhalten, ist der Saal groß und hell und unter der Decke hängt ein nachgebauter Flugapparat. Im Sommer öffnet draußen noch einen Biergarten. Die Speisekarte enthält knapp 20 unterschiedliche Gerichte, ein Viertel davon vegetarisch, was für das Restaurant spricht. Gute Brandenburger Landküche mit dem Anspruch, einen großen Teil selbst zuzubereiten und auf Convinience-Produkte zu verzichten erwarten einen hier. Die Kartoffelpuffer mit selbstgemachten Quark hätte ich nicht besser hinbekommen, ein wenig länger den Salat abtropfen zu lassen ist das einzige, was ich zu bemängeln hätte. Auch alles andere Bestellte wird gelobt bzw. sieht gut aus auf den anderen Tischen. Zwei Tagesgerichte runden das Angebot ab.
Service
Obwohl das Restaurant gut besucht ist, werden wir schnell und aufmerksam bedient. Die Servicekraft ist fit und bekommt alles mit, verbreitet gute Laune und ist den Gästen zugewandt. Das ist nicht immer so auf dem Land und deswegen sind wir gerne hier.
Und sonst?
Führt uns unser Ausflug weiter auf das Buga-Gelände, das einigermaßen enttäuschend ist. Dafür hätte es sich nicht gelohnt, hierher zu kommen. Schade, aber wie bereits mehrfach geschrieben: Die Buga hier in diese Region zu holen war eine tolle und absolut richtige Idee, Verlust hin oder her. Trotz der mäßigen Gartenpracht gibt es einige Sehenswürdigkeiten: Vor dem Fliegerpark gibt es einen seltsamen Garten mit nachgebautem Fernsehturm zu besichtigen, ein Antiquariat lädt zum Stöbern ein, man kann Segelflugzeugen bei der Landung zusehen und es gibt noch die „Lady Agnes“, eine ausgewachsene IL 62 zu besichtigen - nebst Kurzfilm über die spektakuläre Landung dieser ehemaligen Interflug-Maschine auf dem Brandenburger Sand. Wahnsinn! Wer noch Lust auf mehr hat, kann einen Spaziergang durch die Rauhener Berge unternehmen oder wie wir noch mehr Zeit beim durch-die-ländliche-Idylle-fahren vergeuden. Die Sonne scheint und das Licht ist herrlich und die Kraniche zieht es heute zurück in den Süden.
Allgemein
Am vorletzten Tag der Buga hat es uns noch einmal ins Brandenburgische hinausgezogen. Ein wenig abseits von den Orten, die man normalerweise besuchen würde, liegt Stölln, bekannt durch Otto Lilienthal, den ersten Flughafen der Welt und natürlich einer IL-62, die hier mitten in der Pampa steht. Obwohl es einigermaßen kalt geworden ist, hatten wir einen herrlich sonnigen Tag, der uns quer über die gefürchtete Brandenburger Landstraße irgendwo ins nirgendwo führte.
Essen
Das Restaurant ist eines der eher wenigen, die wir auf unserem... mehr lesen
Zum 1. Flieger
Zum 1. Flieger€-€€€03387530434Otto-Lilienthal-Straße 7, 14728 Gollenberg
4.0 stars -
""Flieger, grüß' mir die Sonne..."" Ehemalige UserAllgemein
Am vorletzten Tag der Buga hat es uns noch einmal ins Brandenburgische hinausgezogen. Ein wenig abseits von den Orten, die man normalerweise besuchen würde, liegt Stölln, bekannt durch Otto Lilienthal, den ersten Flughafen der Welt und natürlich einer IL-62, die hier mitten in der Pampa steht. Obwohl es einigermaßen kalt geworden ist, hatten wir einen herrlich sonnigen Tag, der uns quer über die gefürchtete Brandenburger Landstraße irgendwo ins nirgendwo führte.
Essen
Das Restaurant ist eines der eher wenigen, die wir auf unserem
Geschrieben am 07.10.2015 2015-10-07| Aktualisiert am
07.10.2015
Da wir eingeladen waren, deshalb habe ich keine Fotos gemacht und schreibe daher hierüber auch nur kurz.
Wir betraten gegen 12:00 Uhr das Restaurant, eine Begrüßung fand nicht statt, daher haben wir uns einen Tisch ausgesucht. Es waren 4 weitere Gäste anwesend.
Nach ein paar Minuten kam eine nette Bedienung mit den Speisekarten und fragte nach den Getränken. Diese kamen schnell und gut temperiert. Wir brauchten noch Zeit und baten darum, später zu ordern. Zur Strafe durften wir jetzt länger warten, bis unsere Bestellung aufgenommen wurde. Speise-Änderungen waren kein Problem, die Bestellung wurde fast wortlos notiert.
Meine Vorspeisen kam sehr schnell, Krabben mit Radieschen, Dill, Zwiebeln, Gurken und Olivenöl. Das hat mir gut geschmeckt, etwas weniger Olivenöl wäre für mich besser gewesen, denn dann hätte mein Magen später nicht so sehr reagiert. Die Krabben waren noch nicht komplett aufgegessen, da kam mein Tomatensalat. Die typischen Holland-Geschmacklos-Tomaten mit American Dressing, welches ich im Block House immer gerne esse. Die Salate waren fertig gegessen, mein Krabben-Vorspeiseteller stand immer noch auf dem Tisch, es kamen öfters Bedienungen und sogar die männliche Filialleitung mit leeren Händen vorbei, sah auf die leeren Teller, aber keiner kam auf die Idee, diese abzuräumen. Und dann kamen die Hauptspeisen, aber wohin damit? Also hat jeder seinen leeren Teller in die Hand genommen, damit das neue Gericht serviert werden konnte. Und das war jetzt auch der Augenblick für die Bedienung, das benutzte Geschirr mit zu nehmen. Leere Gläser hat man auch erblickt, aber neue Getränke wurden nur auf besonderen Wunsch des Gastes serviert.
Mein Rumpsteak war wie gewünscht medium und auch zart und auch an der Kartoffel mit der guten Block House Sour Cream gab es nicht auszusetzen.
Der Bezahlvorgang erfolgte durch eine Dame, die sehr freundlich war und sogar gefragt hatte, ob alles in Ordnung war.
Fazit:
die Block Häuser kenne ich schon seit sehr, sehr vielen Jahren. Ich gehe auch ab und zu gerne wieder in diese Restaurants. Man schafft es immer wieder, mir das Essen so zu servieren, dass es mir wirklich schmeckt. Es ist leider der Service, der im Rückstand ist. Oder ist es die Filialleitung, die die Mitarbeiter nicht richtig einsetzt? Aber dieses muss ich Gott sei Dank nicht lösen.
Für das Essen hätte ich 4 Sterne gegeben, der Service zieht das Ergebnis auf faire 3 Sterne runter.
Da wir eingeladen waren, deshalb habe ich keine Fotos gemacht und schreibe daher hierüber auch nur kurz.
Wir betraten gegen 12:00 Uhr das Restaurant, eine Begrüßung fand nicht statt, daher haben wir uns einen Tisch ausgesucht. Es waren 4 weitere Gäste anwesend.
Nach ein paar Minuten kam eine nette Bedienung mit den Speisekarten und fragte nach den Getränken. Diese kamen schnell und gut temperiert. Wir brauchten noch Zeit und baten darum, später zu ordern. Zur Strafe durften wir jetzt länger warten, bis... mehr lesen
Block House Ahrensburg
Block House Ahrensburg€-€€€Restaurant, Biergarten0410254314Große Straße 13, 22926 Ahrensburg
3.0 stars -
"Essen gut, der Service könnte besser sein." Ehemalige UserDa wir eingeladen waren, deshalb habe ich keine Fotos gemacht und schreibe daher hierüber auch nur kurz.
Wir betraten gegen 12:00 Uhr das Restaurant, eine Begrüßung fand nicht statt, daher haben wir uns einen Tisch ausgesucht. Es waren 4 weitere Gäste anwesend.
Nach ein paar Minuten kam eine nette Bedienung mit den Speisekarten und fragte nach den Getränken. Diese kamen schnell und gut temperiert. Wir brauchten noch Zeit und baten darum, später zu ordern. Zur Strafe durften wir jetzt länger warten, bis
Das in einer Seitenstraße gelegene Café wird sicherlich nur von Ortkundigen besucht. Schade, denn es lohnt sich.
Die Zahl der Sitzplätze im Café ist klein. Zusätzlich sind Stühle vor dem Peaberries aufgestellt, dass Sitzen dort macht aber bei typischem Hamburger Wetter nicht jedem Spaß.
Im Peaberries kann man zwischen verschiedenen Kaffeesorten wählen, die entsprechend der Vorlieben jedem schmecken sollten. Neben den Heißgetränken wird auch eine, wenn auch geringe Auswahl an Gebäck und Kuchen angeboten. Auch sehr lecker.
Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann auch den Rohstoff Kaffee in Form vom gerösteten Bohnen für zu Hause mitnehmen.
Die Betreiber sind sehr nett und stehen auch gern Rat und Tat zur Seite.
Und alles zu angemessenen Preisen, was will man mehr.
Das in einer Seitenstraße gelegene Café wird sicherlich nur von Ortkundigen besucht. Schade, denn es lohnt sich.
Die Zahl der Sitzplätze im Café ist klein. Zusätzlich sind Stühle vor dem Peaberries aufgestellt, dass Sitzen dort macht aber bei typischem Hamburger Wetter nicht jedem Spaß.
Im Peaberries kann man zwischen verschiedenen Kaffeesorten wählen, die entsprechend der Vorlieben jedem schmecken sollten. Neben den Heißgetränken wird auch eine, wenn auch geringe Auswahl an Gebäck und Kuchen angeboten. Auch sehr lecker.
Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann auch den Rohstoff Kaffee in Form vom gerösteten Bohnen für zu Hause mitnehmen.
Die Betreiber sind sehr nett und stehen auch gern Rat und Tat zur Seite.
Und alles zu angemessenen Preisen, was will man mehr.
3.5 stars -
"Das kleine Café in St. Georg" Ehemalige UserDas in einer Seitenstraße gelegene Café wird sicherlich nur von Ortkundigen besucht. Schade, denn es lohnt sich.
Die Zahl der Sitzplätze im Café ist klein. Zusätzlich sind Stühle vor dem Peaberries aufgestellt, dass Sitzen dort macht aber bei typischem Hamburger Wetter nicht jedem Spaß.
Im Peaberries kann man zwischen verschiedenen Kaffeesorten wählen, die entsprechend der Vorlieben jedem schmecken sollten. Neben den Heißgetränken wird auch eine, wenn auch geringe Auswahl an Gebäck und Kuchen angeboten. Auch sehr lecker.
Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann auch
Die Alte Posthalterei ist eine Gaststätte mitten in Bad Orb.
Die Bedienung war überhaupt nicht freundlich.
Als wir dort waren spielte auf dem Marktplatz gebenüber eine Band. Einer der Musiker kam zu uns herüber und setzte sich an unseren Tisch, da ihm eine Saite gerissen war, und er sie reparieren wollte. Sofort kam die Bedienung und teilte ihm mit, wenn er nichts trinken wolle, müsse er den Tisch verlassen. Das fand ich absolut daneben, denn gerade durch die Musik der Band hatte das Lokal an diesem Tag so viele Gäste. Da hätte die Kellnerin ruhig etwas freundlicher sein können. Der Stuhl an unserem Tisch war ohnehin frei, und das Reparieren der Gitarre hat nicht lange gedauert.
Wir haben an diesem Tag nur etwas getrunken. Das Lokal bietet aber auch Essen an.
Wir bestellten einen Kaffee und eine Cola. Als die Bedienung die Getränke brachte war ich etwas erstaunt, als sie eine Cola mit 0,5 l brachte. Das war mir eindeutig zu viel, und sie hatte auch nicht gefragt, ob ich eine große oder kleine Cola will.
Das Ambiente ist okay, aber nichts besonderes. Wir haben draußen gesessen.
Die Sauberkeit war in Ordnung.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis war okay.
Die Alte Posthalterei ist eine Gaststätte mitten in Bad Orb.
Die Bedienung war überhaupt nicht freundlich.
Als wir dort waren spielte auf dem Marktplatz gebenüber eine Band. Einer der Musiker kam zu uns herüber und setzte sich an unseren Tisch, da ihm eine Saite gerissen war, und er sie reparieren wollte. Sofort kam die Bedienung und teilte ihm mit, wenn er nichts trinken wolle, müsse er den Tisch verlassen. Das fand ich absolut daneben, denn gerade durch die Musik der Band hatte... mehr lesen
Alte Posthalterei
Alte Posthalterei€-€€€Restaurant06052912115Marktplatz 12, 63619 Bad Orb
2.0 stars -
"Kleine Kneipe am Marktplatz" Ehemalige UserDie Alte Posthalterei ist eine Gaststätte mitten in Bad Orb.
Die Bedienung war überhaupt nicht freundlich.
Als wir dort waren spielte auf dem Marktplatz gebenüber eine Band. Einer der Musiker kam zu uns herüber und setzte sich an unseren Tisch, da ihm eine Saite gerissen war, und er sie reparieren wollte. Sofort kam die Bedienung und teilte ihm mit, wenn er nichts trinken wolle, müsse er den Tisch verlassen. Das fand ich absolut daneben, denn gerade durch die Musik der Band hatte
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Wir hatten reserviert, also kurz das Taschentelefon bemüht um eine respektable Verspätung anzukündigen. Am anderen Ende nahm man‘s jedoch leicht und wünschte gutes Gelingen. Mich beschlich der Verdacht, dass wohl nicht mit allzu vielen Gästen gerechnet wurde….
Das Etablissement liegt bestimmungsgemäß auf’m platten Land, und hält entsprechend viele Parkplätze vor. Die über die Homepage verbreitete Werbung kolportiert dann auch den griffigen Slogan: „Fernab von Lärm - Eine Oase der Ruhe!“ als Bildunterschrift für eine, bei Sonnenaufgang ebendiese Ruhe mittels Aufsitzmäher empfindlich störende, Landschaftspflegefachkraft, - wunderbar. Das Clubhaus betritt man über eine Holzbohlenbrücke und wird nach durchschreiten der automatisch öffnenden Glastür von diversen Schildern Richtung Restaurant gelotst. Nach Betreten des Restaurants richtet sich der Blick unwillkürlich nach oben, wäre die Farbgebung nicht weinrot, man würde sich eher in einer modern zerklüfteten Kirche verorten. Auch der Blick nach unten lohnt sich, den Boden bildet stabiles Hirnholzparkett, vermutlich Eiche. Der gesamte Raum wirkt sehr weitläufig mit vielen Fensterflächen, einem backsteinverkleideten Kamin und einer großen Terrasse mit Blick ins Grüne. Die vorherrschenden Farben sind rot und beige-gelb, dazu blanke, hellbraune Holztische, Rattanstühle mit Polster, geschickte indirekte Beleuchtung. Gefühlt irgendwo zwischen mediterraner Orangerie und Großtantes Bombast-Konditor-Kaffee. Entgegen des sonst anscheinend üblichen Setups war lediglich unser Tisch komplett mit weißer Tischwäsche, Stoffservietten, Brottellern, Werkzeug und Gläsern für ein vier-Gang-Menue, Wastels-Gastro-Grablicht, einem Aufsteller mit der Menuefolge und einem frischen Blümchen eingedeckt. An den Nebentischen mussten ein schmaler Tischläufer, Papierservietten, Besteck für einen Gang und besagtes Blümchen ausreichen. Teilweise sind auch noch Salz- und Pfeffermühlen anscheinend nach dem Zufallsprinzip auf den Tischen verteilt.
Kurz nach Betreten des Restaurants kam auch schon eine junge Servicefachkraft (♀ 4,8) mit wissendem Grinsen auf uns zu und grüßte freundlich. Unmittelbar nach Erwähnung unserer Reservierung zur tour de menue gusto führte sie uns an besagten einzigen umfassend vorbereiteten Tisch und erfragte sogleich die Getränkewünsche. Da keine explizite Weinbegleitung angeboten wurde, baten wir um die Weinkarte und orderten eine Flasche stilles Wasser (angeblich Apollinaris, 0,75L à 5,20 Euronen). Das kam in einer Karaffe, dazu ein Brotkörbchen mit einigen Scheiben lockeren Vollkornbrots eines lokalen Bäckers, sehr schmackhaft, noch besser wäre es mit Butter oder einem kreativen Aufstrich. Allerdings schlägt normaler Weise Couvert Brot inklusive Quarkdip mit 1,50 Euronen zu Buche. Daher handelte es sich wohl um einen Service zum Menue und der Dip hätte wohl die Kalkulation ausufern lassen. Zumal es auch noch ein amuse gueule in Gestalt eines gefüllten Rösti-Bällchens mit Kresse-Sprossenmix und einer hellen Sauce gab (sorry, weder ich noch Madame erinnern woraus die Füllung bestand, war wohl weder besonders gut noch schlecht sonst hätten wir‘s uns gemerkt), immerhin eine nette Geste.
Aus dem nicht sehr umfangreichen Weinangebot wählten wir den Chardonnay von Markus Schneider für 24,90 Euronen im Vergleich zu seinem Steinacker Chardonnay ein Fliegengewicht, spielt aber auch in einer anderen Liga. Als Begleiter zum Menue, insbesondere zu den Vorspeisen gut geeignet.
Das Menue en detail:
Irisches Bullenfilet in Madeirajus, Kräuterpfifferlinge,Fingermöhren, Kartoffelplätzchen| Die Vorspeise |
Der Thunfisch war schön rosa gegart, wobei confieren sicherlich der Speisekartenprosa geschuldet ist. Für diese Garmethode kam uns der graue Rand des Filets etwas breit vor… Die Scheibe vom Kalbsbäckchen war sehr mürbe geschmort und zerfiel fast, die Struktur wirkte eher briesähnlich. Es befand sich exakt ein Kapernäpfel auf dem Teller, von Glasur keine Spur. Mutmaßlich könnte die Balsamessigreduktions-Äquivalent-Kurve dafür herhalten, die rechtwinklige Jus war intensiv und passte gut. Das Parmesankörbchen war sogar noch etwas knusprig, Rucola und Dressing störten nicht weiter, ein guter Start.
Die Servicedame war nett und freundlich, sagte die Gänge auch teilweise an und erfragte regelmäßig die Zufriedenheit. Ein- und Nachschenken gelang nur zweihändig, trotzdem hatte das Tischtuch zu leiden, dafür aber meist just in Time. Aufgrund ihrer Stimmlage und der hellhörigen Akustik konnten wir, obwohl zwischen Bar/Küche und unserem Tisch eine Mauerecke und geschätzte 30 Meter lagen, die Weitergabe der unterschiedlichen Garstufen des gewählten Hauptgangs (zwei Mal der Hirsch, medium und medium rare) gut vernehmen.
| Die Suppe |
Recht schnell nach ausheben der Vorspeisenteller wurde das Kürbissuppenzweierlei serviert. Die hellere Suppe war vergleichsweise süß, der dunklere Gegenpart eher kräftig pikant, zusammen sehr harmonisch. Für meine Präferenz wäre eine etwas flüssigere Konsistenz angenehmer gewesen. Da der wankelförmige Teller einen recht breiten Rand aufweist, würde ich empfehlen die gut gewürzte und wahrscheinlich kross ausgebackene Garnele (eventuell halbiert), nebst Popcorn dort zu platzieren. So in der Suppe angerichtet war leider die Tempurahülle ebenso wie das Chili-Popcorn durchgeweicht. Guter Ansatz, geschmacklich prima.
| Der Hauptgang |
Nach angenehmer/angemessener Wartezeit wurde die Hirschvariation aufgetragen. Eine üppige Kreation aus Scheiben vom Hirschrücken, einem kleinen Schnitzel und Schmor-Ragoût. Der Wirsingstrudel bestand aus einem schön fein geschnittenen, mit Speck versehenem Wirsinggemüse und einer Strudelteigecke mit reichlich Hagelsalz. Das Gemüse bereits gut gewürzt, das Salz nach unserem Empfinden absolut überflüssig und ich bin eher jemand der nachsalzt. Die Pfifferlingkrokette, außen kross, innen weich, ansonsten konnten wir keinen Geschmack feststellen. Im Ragoût oder einfach nur sautiert wären imho die Pilze besser untergebracht. Mild-aromatisch das leicht stückige Selleriepüree, eine schöne Idee die knusprigen Kakaoflädle, das hätten gerne mehr sein dürfen.
Beim Gargrad des Hirschs ließen sich keine Unterschiede feststellen, sowohl Madames wie auch meine Portion lagen beim Servieren irgendwo zwischen medium und medium-rare, allerdings hatte sich das bereits beim zweiten Foto Richtung medium verschoben. Das Schnitzel von angenehmer Stärke, leider durchgegart aber immer noch saftig aber wie auch die anderen Fleischkomponenten mit kaum merkbarem Wildaroma, schade. Grade auch das Ragoût, im Mundgefühl eher trocken. Richtig gut dazu das Blaubeerkompott, hätte auch etwas mehr sein dürfen. Insgesamt durchwachsen.
Der Service agierte wieder umsichtig, bot auch Rotwein zum Hauptgang an, auf den wir wegen des Erhalts der Fahrerlaubnis verzichteten. Da außer uns lediglich eine Wanderergruppe am Anfang des Abends zugegen war, schien der Service unterbeschäftigt und wir baten vorsichtshalber um eine Pause bis zum Dessert. Die Rückfrage nach dem Zeitraum konterten wir mit der Ansage: „Bis wir den Wein ausgetrunken haben“. Aber selbst das war wohl zu lang, nach wenigen Minuten vernahmen wir bereits Aufräum-Geräusche aus der Küche und obwohl die Gläser noch zu gut einem Drittel gefüllt waren, wurde das Dessert eingesetzt, der Feierabend der Küche war vermutlich wichtiger….
| Das Dessert |
In einem etwas festen Teig einige Aprikosenstücke, leider nicht aromatisch genug um der Teigmasse und den Bröseln ausreichend Paroli zu bieten. Daher war das Himbeermark nicht nur Deko, sondern unbedingt nötig. Schön die Vanillesauce, nicht zu süß und angenehm wenig künstlich nach Vanillin schmeckend. Weniger schön, die Himbeere mit den Schimmelspuren.
Im Fazit ein freundliches naja, nach meiner Einschätzung hat man mit dem Menue mehr gewollt als gekonnt. Die relativ umfangreiche Karte trägt dann auch eher dem Durchschnittsgeschmack Rechnung. Wahrscheinlich muss man in dieser Art Gastro versuchen ‘Everybody's Darling‘ zu werden. Wiederholungsgefahr sehe ich daher zunächst mal nicht, eventuell im Sommer wenn die Terrasse geöffnet ist. Für eine Flasche stillen Wassers, eine Flasche Chardonnay und zwei Menue in vier Gängen wurden 115,10 Euronen fällig, gemessen am gebotenen schon schmerzhaft.