Geschrieben am 08.04.2017 2017-04-08| Aktualisiert am
08.04.2017
Besucht am 31.03.2017Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 143 EUR
„Ein Sommerabend auf der Außenterrasse bei den Netts und man fühlt sich wie in der Toskana. Der pfälzischen Toskana natürlich!“ Mit diesen Worten begann meine damalige, vor etwa 5 Jahren geschriebene Rezension zu Netts Restaurant auf einem nicht mehr existierenden Gastroportal. Am Abend zuvor, saß ich zum ersten Mal auf dessen großer Terrasse, sog während des Essens die mich umgebende Weinbergidylle ein und ließ meinen Blick über die Rheinebene hinweg bis rüber ins Badische schweifen. Es war damals ein lauer Sommerabend bei gutem Essen und leckerem Wein, der mir noch heute im Gedächtnis ist.
Zeitsprung. Das am Ortsrand des schmucken Weinörtchens Gimmeldingen, dem Mekka für Mandelblütenenthusiasten, am Hang gelegene Lokal hört seit Anfang März diesen Jahres auf den Namen Moro und wird nicht mehr von den Netts betrieben. Ein Grund für den gastronomischen Rückzug der Familie lag sicherlich in der Person ihrer früheren Restaurantleiterin, die aus Altersgründen aufhörte. Vielleicht ist ja auch der charmanten Fernsehköchin, Rezeptsammlerin und Mutter zweier Kinder Susanne Nett (Sendung „echt gut! Klink und Nett“ im SWR) die Küchenleitung in Gimmeldingen schlichtweg zu viel geworden. Mit dem angeschlossenen Landhaus-Hotel und weiteren Gästezimmern wird es ihr und ihrem Mann Daniel auch in Zukunft bestimmt nicht langweilig.
Mit den beiden Betreibern der Zwockelsbrück, Sven Niederbremer und Pierre Hartung, hat man zwei erfahrene Nachfolger gefunden, die nun mit neuem Namen und Konzept das idyllisch gelegene Anwesen in der Gimmeldinger Meerspinnstraße 46 kulinarisch weiterführen. Da beide weiterhin im Zentrum von Neustadt ihre Gäste verwöhnen, wurde für das Moro eine junge Crew zusammengestellt. Diese soll nach den Vorgaben des Neustadter Erfolgsduos Niederbremer/Hartung die schon im Stammhaus funktionierende kulinarische Marschroute auch im benachbarten Gimmeldingen erfolgreich umsetzen. Wenn auch mit ein paar beabsichtigten Abweichungen. Doch dazu später mehr.
Mit Küchenchef Tobias Gräf aus Saarbrücken, der im dortigen Gästehaus Erfort (3 Michelin-Sterne) seine Kochausbildung absolvierte und danach gastronomisch um die halbe Welt tingelte, und Restaurantleiter Tobias Kuld, der schon im Deidesheimer Bistro 1718 sowie im Weißen Bock zu Heidelberg tätig war, hat man eine gesunde Mischung aus jung, aber sehr erfahren an Bord geholt. Ergänzt wird die „Tobias-Fraktion“ von drei weiteren festangestellten Helfern in der Küche und im Service.
Den norwegischen Restaurantnamen hat übrigens Sven Niederbremer aus seiner Heimat, der Hansestadt an der Weser, mitgebracht. Dort betrieb er vor ein paar Jahren im Ortsteil Walle sein erstes „Moro“ und schaffte mit einer kreativen, nordisch geprägten Regionalküche auf Anhieb sechs Pfannen im Restaurantführer Gusto. Das „Moro“, was ins Deutsche übersetzt „Spaß“ bedeutet, begeisterte damals die Bremer Genuss-Etage und so manch nordische Gourmetzunge denkt sicherlich heute noch ganz verzückt an diese Zeit zurück.
Apropos Spaß. Spaß machte mir schon die Informationsentnahme aus der übersichtlich und einladend gestalteten Homepage. Dort erfährt man so einiges über die gastronomische Philosophie der Betreiber. Starke Begriffe wie „Liebe“, „Herzblut“ und „Überzeugung“ werden als Basiselemente der dort zu erwartenden Gastfreundschaft genannt und stimmten mich neugierig. Natürlich musste ich im Vorfeld in der aktuellen Speisenkarte online schmökern, was meine Vorfreude auf den Besuch noch steigerte.
Die Karte ist – ganz in Zwockelsbrück‘scher Manier – sehr ausgesucht und übersichtlich gehalten. Genau wie im traditionsreichen Mutterlokal decken auch hier fünf Vorspeisen, sechs Hauptgerichte und drei Desserts die kulinarische Bandbreite ab. Vieles davon könnte auch direkt aus der Küche von Sven Niederbremer stammen, wenngleich im Moro die asiatischen Akzente viel stärker hervortreten.
Zusätzlich wird ein Menü in 4 oder 5 Gängen (56 bzw. 68 Euro) angeboten. Hier lassen sich auch einzelne Gänge vom À-la-carte-Angebot problemlos austauschen, was gegebenenfalls zu kleineren Preisaufschlägen führen kann. Pfiffig anmutende Standards, wie das aus der Zwockelsbrück bekannte, kurz geräucherte Onsen-Ei (10 Euro), werden im Moro fernöstlich interpretiert. Und das oft mit relativ einfachen Zutaten. Koriander, Shiitake-Pilze und Mie-Nudeln – fertig ist das Einmachglas im Asia-Style. Bei den Hauptgängen liegt der Fokus klar auf der Verwendung ausgesuchter Edelprodukte. Bresse Perlhuhn, wilder Steinbutt und Entrecôte bzw. Filet vom US Rind findet man auch nicht auf jeder Speisenkarte. Dass da die 30-Euro-Grenze für ein Hauptgericht durchbrochen wird, versteht sich von selbst.
Unser Tisch war auf 19 Uhr reserviert. Mit etwa zehnminütiger Verspätung trafen wir im Moro ein. Schon beim Gang durch den Hof des stattlichen Anwesens wurden bei uns Erinnerungen an das am letzten Wochenende stattfindende Mandelblütenfest wach. Da waren wir auf selbiger Terrasse zugegen und nach einem kleinen Plausch mit Herrn Hartung, ließ ich mir eine Scheibe gebratenen Saumagen schmecken. Es war mächtig was los und die aufgestellten Bierbänke reichten bei dem enormen Andrang kaum aus.
Bei unserer Ankunft am Freitagabend saßen noch ein paar Gäste (Hotelgäste?) draußen und genossen bei einem guten Glas Wein den für Ende März doch ungewöhnlich lauen Abend. Wie gerne hätten wir uns draußen nieder gelassen, aber leider wurde die Terrassensaison erst ein paar Tage nach unserem Besuch offiziell eröffnet. Bei nächster Gelegenheit wird die Open-Air-Feinschmeckerei an Ort und Stelle nachgeholt, da waren wir uns einig.
Von Restaurantleiter Tobias Kuld wurden wir freundlich in Empfang genommen, um unsere Jacken erleichtert und zu unserem Tisch geführt. Leider nicht der erhoffte Platz am Fenster mit Panoramablick. Ein bisschen zu sehr in der Raummitte war uns der Platz schon gelegen, aber sein größter Nachteil war das Fehlen einer Lampe. Da half auch das frisch angezündete Grablicht recht wenig. Für taugliche Fotos zu schießen war es im Gastraum ganz allgemein zu schummrig. Ich fragte die junge Servicedame nach einem Platz an der Sonne bzw. unter einer der Hängeleuchten und erklärte ihr mein fotographisches Anliegen. Und siehe da: das erste Glas Teinacher medium (0,75l für 5,50 Euro) war gerade eingeschenkt, da durften wir an einen Tisch direkt neben dem Thekenbereich wechseln und waren mit dieser Ortsverlagerung mehr als einverstanden. Besseres Licht, bessere Lage und erheblich bessere Akustik. Das machte alles viel angenehmer.
Beim Inspizieren der Räumlichkeiten fielen mir im Vergleich zum früheren „Netts-Betrieb“ keinerlei Veränderungen auf. Auf Nachfrage wurde mir das vom Service weitgehend bestätigt. Lediglich ein paar Bilder und ein stolzer Bonsai wären hinzugekommen. Das Gastromobiliar, bestehend aus massiven Tischen aus hellem Holz und leicht gepolsterten Metallstühlen mit Armlehne und Kunstlederüberzug, wurde von den Vorgängern übernommen. Auch für die in verschiedenen Grautönen gestrichenen Wände (hellgrau bis anthrazit) und die beidseitig verlaufende, hängende Lichtleiste mit Spots und zylinderförmigen Designerleuchten zeichnet sich die Familie Nett verantwortlich. Übrigens, der Umbau der Räumlichkeiten ist noch keine zehn Jahre her - warum also alles erneuern?
Ein kleiner Nachteil der hohen Decken ist die bei starker Auslastung etwas zu laute Akustik im Raum. Trotz der den mittleren Teil des Gastraumes durchziehenden Decke mit Schalldämmung war der Geräuschpegel – auch wegen eines besonders unangenehm auffallenden 4er Tisches im hinteren Bereich – zu hoch. Die gedimmte, von einzelnen Strahlern dominierte Atmosphäre im Inneren des Moro gefiel uns dagegen schon besser. Auch die Tatsache, dass zwischen den Tischen genügend Abstand gelassen wurde, nahmen wir positiv auf. Die 2er- bzw. 4er-Tische gruppieren sich um zwei zentrale Raumelemente. Eine größere Tafel, an der bis zu 8 Personen Platz finden würden, und eine ebenfalls in hellem Holz gehaltene Anrichte mit spirituellem Depot, Gläservorrat und Speisenkartenfundus sorgten für eine angenehme Leere im Zentrum des Restaurants. Der an diesem Abend verwaiste „Chef’s Table“ diente als hervorragender Platz zum Abstellen der Weinkühler. Ansonsten wird er in erster Linie vom Personal oder für das Frühstücksbuffet genutzt, versicherte mir die Bedienung. Darüber befand sich eine originelle Lampenkonstruktion aus nach unten hin immer kleiner werdenden, goldfarbenen Schalen, die sich gegenseitig anstrahlten und dadurch ein angenehm indirektes Licht verbreiteten. Zur dezent asiatischen Ausrichtung der Speisen passte das schon irgendwie. Und zum güldenen Streifen, der die komplette Rückwand durchzog, natürlich auch. Dunkelgestrichene Stützpfeiler aus Holz fungierten raumteilend und komplettierten zusammen mit mehreren Weinkühlschränken und der langen Theke das zeitlos-moderne Ambiente.
Wir bekamen Speisen- und Weinkarte gereicht. Die Frage nach einem Aperitif war mit der Flasche Wasser schon hinreichend beantwortet. Aber ein Fläschchen Pfälzer Wein sollte es an diesem Abend schon sein. Bei den offenen Kreszenzen fand ich das Angebot im Low-Price-Segment etwas dürftig. Der günstigste Vertreter, die Riesling Exklusiv-Abfüllung „Zwockelsbrück“, checkte bei 6,20 Euro für das „falsche Viertel“ (=0,2 l) ein, während man für die Erste Lage vom Gimmeldinger Biengarten Riesling des ortsansässigen VDP-Weinguts Christmann 17 Euro berechnet. Schade, dass hier den jungen wilden Pfalzwinzern nicht noch mehr Spielraum gegeben wird. Hier sehe ich in der Weinkarte noch Entwicklungspotenzial, zumal es der jungen Crew des Moro gut zu Gesicht stehen würde, wenn man sich mit wechselnden Monatsweinen noch stärker am Puls der Zeit befände.
Ganz anders sieht es beim Flaschenweinangebot aus. Neben amtsbekannten Größen wie Reichsrat von Buhl, Bürklin-Wolf und Christmann finden sich in der mit viel Bedacht und Sachverstand zusammengestellten Auswahl auch einige regionale Entdeckungen. Das keine 50 Meter auf der anderen Straßenseite entfernt liegende Weingut Ohler oder der Neustadter Weinimpresario Oliver Zeter seien beispielhaft genannt. Freunde südafrikanischer Weine profitieren vom Faible des Herrn Niederbremer, das er sich während seiner Zeit als Küchenchef im Restaurant des 5-Sterne-Hotels „Westcliff“ in Johannesburg aneignete. Wo stehen schon südafrikanische Naturweine wie der „El Bandito“ (Chenin Blanc) von Testalonga oder der Fryer’s Cove Sauvignon blanc auf der Karte? Und das in einer Weißweinregion wie der Pfalz. Chapeau!
Unsere Entscheidung fiel aufgrund der Fischdominanz beim Essen auf einen Weißwein aus der Region. Die Cuvée „Blütenrausch“ von Johann Ohler aus Gimmeldingen (23 Euro die Flasche) schien uns in Anbetracht des rosa erblühten Örtchens die passende Weinbegleitung zu sein. Die unerwartet blumige Weißburgunder-Chardonnay-Cuvée erwies sich als echter Volltreffer und wurde von uns bis auf den letzten Tropfen geleert. Ob sie jetzt eher nach Melone, Aprikose oder Zitrone geschmeckt hat, sollen Fachzungen entscheiden. Zu unseren Gerichten hat sie jedenfalls toll harmoniert.
Womit wir beim Essen angelangt wären. Bescheiden wie man mich kennt, orderte ich das 5-Gang-Menü (68 Euro) mit ein paar zusätzlichen „Schikanen“. Als Suppenkasper verzichtete ich auf das Stunden-Ei aus der Onsenquelle und wollte stattdessen die Schaumsuppe von der Frühlingszwiebel (hier Frühlingslauch genannt) als zweiten Suppengang nach dem Muschelschaumsüppchen mit Blutwurst und Mini-Jakobsmuscheln haben. Auch der eigentliche Hauptgang, das Bresse-Perlhuhn mit Topinambur, machte mich aufgrund seiner Trüffelsauce nicht so an. Gegen einen Aufpreis von 10 Euro ersetzte der wilde Steinbutt das Bresse-Huhn beim Hauptgang. Alles kein Problem im Moro. Meine Begleitung, die nur Vor- und Hauptspeise bestellte, unterstützte mich bei meiner Menü-Bewältigung und tauschte eifrig mit mir aus.
Nach ein paar Scheiben frischem Brot von einer regionalen Bäckerei im näheren Umfeld von Gimmeldingen und einem dazugehörigen frischen Zitronen-Schmand-Dip als Amuse wurden die ersten Speisen aufgetragen. In einer schwarzen Keramikschüssel wurde der Glasnudelsalat „Moro“ mit karamellisiertem Schinkenspeck und Tom Yum Garnele für meine Begleitung serviert. Zeitgleich der auf Gurken-Ingwer-Salat thronende Teriyaki-Lachs, der mein Menü eröffnete. Dieser lag auf einem rechteckigen, flachen, ganz in grau gehaltenen Tonteller, auf dessen spröder Oberfläche sich die kleine „Esslandschaft“ erstreckte. Neben verschiedenen kleinen Tupfern, die mit süßen bzw. sauren Aromen den hauchzarten, auf den Punkt gegarten Lachs ergänzten, befanden sich noch geflämmte Apfelquader auf der eher unorthodoxen Keramik. Asia meets Northern Europe. Der Gurken-Ingwer-Salat war wohl das beste Beispiel dafür. Schon hier offenbarte sich die kulinarische Philosophie des Moro mehr als deutlich. Der aromatische Spannungsbogen wurde primär von süßen, säuerlichen und pikanten Akzenten aufrechterhalten. Zusammen mit einer gehörigen Brise Umami – hier in Form einer selbstgebackenen Hippe aus Nori-Algenblättern – ergab das ein sehr abwechslungsreiches Geschmacksbild, bei dem belebende Frische auf anregende Würze traf.
In Sachen Umami stand der reisessigsaure Glasnudelsalat meiner Begleitung dem Teriyaki-Lachs in nichts nach. Herausragend hier: der karamellisierte Bauchspeck. Selten so etwas Leckeres vom Schwein gegessen! Der Vorspeisentausch am Tisch hatte sich allein deshalb schon rentiert. Etwas Frühlingszwiebel gab dem Ganzen den frischen Dreh, die Tom Yum Garnelen brachten einen Hauch von Zitronengras in die Asia-Schüssel. Die leicht pikante Säure des Dressings ging mit den übrigen Ingredienzien eine vollaromatische Liaison ein, die uns begeisterte.
Mein zweiter Teller in der Menüfolge nannte sich Muschelschaum mit gegrillter Blutwurst und kleinen Jakobsmuscheln und hätte auch unter dem Titel Muschelsuppe mit gebratener Bluns (= Grieweworschd) firmieren können. Die maritime Suppe hatte viel frische Säure, die von der erdig-deftigen Blutwurst gut ausgeglichen wurde. Die Mini-Jakobsmuscheln gingen dabei leider geschmacklich komplett unter. Da half auch die kleine Wakame-Algen-Kolonie, die als Booster fürs Meeresaroma fungierte, recht wenig. Zu dominant war die salzig-säuerliche Muschelbrise, zu prägnant die kräftige Schwarzwurst. Dennoch ein Suppengang, der die Geschmacksrezeptoren neu justierte.
Hätte ich es doch beim Onsen-Ei belassen, dachte ich mir schon beim ersten Löffel von der Frühlingslauchschaumsuppe. Da war wohl beim Abschmecken etwas komplett schief gelaufen. Das Süppchen war brutal versalzen. Und auch von ihrer Konsistenz her war sie zu dickflüssig geraten. Mit der nordisch-asiatischen Leichtigkeit der vorherigen Gänge hatte dieser Teller wenig zu tun. Mir blieb nur die Flucht in die Reklamation. Die Dame vom Service reagierte verständnisvoll und nach ca. 5 Minuten brachte mir Chefkoch Tobias Gräf eine feinwürzig nach Frühlingszwiebeln duftende, mit geflämmten Saiblings-Stückchen garnierte, frisch aufgeschäumte Suppe, die tadellos mundete. Der sehr sympathische Küchenchef entschuldigte sich für den Würz-Fauxpas, erklärte mir kurz, wie es dazu gekommen war und ließ mich meinen dritten Gang vom Menü genießen. Ich war beeindruckt, wie konstruktiv und souverän man hier im Moro mit Kritik umging. Und das sowohl beim Service, als auch bei der Küchencrew. Kompliment, macht bitte weiter so!
Weiter ging es auch in der Menüfolge. Unsere beiden Hauptgänge standen ja noch aus. Umgeben von einem „Meer“ aus Zitronengrasschaum „trieb“ die Erbsenpüree-Insel inklusive ihrer „Bewohner“, den Zuckerschoten, den von ihren Hülsen befreiten jungen Erbsen, den dünn gehobelten Radieschenscheiben, der Algenschicht sowie dem wilden Steinbutt obenauf, einsam und allein auf meinem Teller. Der Edelfisch hatte genau den richtigen Gargrad erwischt. Die Frische vom Zitronengras und der leicht mehlige Geschmack des Erbsen-Trios ergänzten sich dabei gut. Die Tranche vom Plattfisch war bewusst zurückhaltend gewürzt, um das feine Aroma nicht zu erdrücken. Ein eher nordisch geprägter Hauptgang, dessen Portionsgröße passte und der eine in sich stimmige Komposition darstellte.
Der in Sesam gebratene Winterkabeljau mit Rote-Beete-Risotto und Wasabi-Schaum meiner Begleitung war nun wahrlich nichts für Rotgrünblinde. Der erdige, mit Spinatblättern verfeinerte Risotto leuchtete zwischen einem stattlichen Skreifilet, den crunchy Wasabicräckern und der ihn umgebenden grünen Gischt hervor. Optisch eine Augenweide und geschmacklich vom Allerfeinsten oder wie der Purist es nennt: einfach, aber wirkungsvoll.
Ähnliches galt auch für das abschließende Dessert, das wir zusammen aus dem Einmachglas löffelten. Klar erinnerten wir uns da sofort an jenes in der Zwockelsbrück. Hier war es die Kombi aus dunkler Schokocrème, Sauerrahmeis, geschmortem Rhabarber und Pistazienbrösel, die mit wohldosierter Süße und textureller Abwechslung zu gefallen wusste.
Nach diesem abwechslungsreichen Mahl, dessen kleinere Unwägbarkeiten von Service und Küche im Handumdrehen beseitigt wurden, entließ uns Restaurantleiter Tobias Kuld nach einem netten Plausch in die laue Gimmeldinger Nacht. Die hohe Qualität der verwendeten Produkte und ihre sorgfältige, schnörkellose Zubereitung machen das Moro zu einem Ort des guten Geschmacks. Der phänomenale Ausblick von der Außenterrasse zu einem Erlebnis.
„Ein Sommerabend auf der Außenterrasse bei den Netts und man fühlt sich wie in der Toskana. Der pfälzischen Toskana natürlich!“ Mit diesen Worten begann meine damalige, vor etwa 5 Jahren geschriebene Rezension zu Netts Restaurant auf einem nicht mehr existierenden Gastroportal. Am Abend zuvor, saß ich zum ersten Mal auf dessen großer Terrasse, sog während des Essens die mich umgebende Weinbergidylle ein und ließ meinen Blick über die Rheinebene hinweg bis rüber ins Badische schweifen. Es war damals ein lauer... mehr lesen
moro
moro€-€€€Restaurant063211879140Meerspinnstraße 46, 67435 Neustadt an der Weinstraße
4.5 stars -
"Skandinavisch-asiatisch angehauchte Wohlfühlküche im Mandelblütenmekka" Ehemalige User„Ein Sommerabend auf der Außenterrasse bei den Netts und man fühlt sich wie in der Toskana. Der pfälzischen Toskana natürlich!“ Mit diesen Worten begann meine damalige, vor etwa 5 Jahren geschriebene Rezension zu Netts Restaurant auf einem nicht mehr existierenden Gastroportal. Am Abend zuvor, saß ich zum ersten Mal auf dessen großer Terrasse, sog während des Essens die mich umgebende Weinbergidylle ein und ließ meinen Blick über die Rheinebene hinweg bis rüber ins Badische schweifen. Es war damals ein lauer
Geschrieben am 02.04.2017 2017-04-02| Aktualisiert am
02.04.2017
Besucht am 29.03.2017Besuchszeit: Abendessen 11 Personen
Voriges Jahr habe ich das Theo's das erste Mal für ein Geschäftsessen ausprobiert und war sehr sehr positiv überrascht. Daher ein erneuter Besuch, der die gemachten Erfahrungen bestätigt.
Ausgewählte Speisen (Tagesangebot diesmal T-Bone Steaks, die riesig waren), genügend Zeit, das Essen zu genießen und ebenso eine sehr gute Weinauswahl.
Voriges Jahr habe ich das Theo's das erste Mal für ein Geschäftsessen ausprobiert und war sehr sehr positiv überrascht. Daher ein erneuter Besuch, der die gemachten Erfahrungen bestätigt.
Ausgewählte Speisen (Tagesangebot diesmal T-Bone Steaks, die riesig waren), genügend Zeit, das Essen zu genießen und ebenso eine sehr gute Weinauswahl.
Nachfolgend ein paar aktuelle Fotos der Speisen:
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Theo's
Theo's€-€€€Restaurant062159870Ludwigsplatz 5 - 6, 67059 Ludwigshafen am Rhein
5.0 stars -
"Die sehr gute Qualität und der aufmerksame Service wurde bestätigt!" Ehemalige UserVoriges Jahr habe ich das Theo's das erste Mal für ein Geschäftsessen ausprobiert und war sehr sehr positiv überrascht. Daher ein erneuter Besuch, der die gemachten Erfahrungen bestätigt.
Ausgewählte Speisen (Tagesangebot diesmal T-Bone Steaks, die riesig waren), genügend Zeit, das Essen zu genießen und ebenso eine sehr gute Weinauswahl.
Nachfolgend ein paar aktuelle Fotos der Speisen:
Besucht am 27.03.2017Besuchszeit: Abendessen 6 Personen
Rechnungsbetrag: 112 EUR
Es war mal das Andechser und äußerlich ist die große Beschriftung auch noch zu sehen. Ebenso die Sonnenschirme im Biergarten vermitteln den Eindruck, man sei im Andechser. Leider ist dem nicht so. Neuer Besitzer/Pächter ist Schmaus & Braus.
Ich war mit ausländischen Gästen unterwegs und es bestand der Wunsch, unbedingt eine Grillhaxe zu essen. Früher immer im Andechser zu haben, aber der Grillrost war leer und verlassen. Die Frage, warum es keine Haxen gibt wurde mit "vielleicht in den nächsten Tagen" beantwortet.
Die Speisekarte ist relativ Schnitzel lästig und einfach. Wir entschieden uns mehrfach für das Wiener Schnitzel (EUR 7,50) mit Bratkartoffeln - sehr große Portion, das Fleisch etwas zu dick -,
Wir saßen gute 10 Minuten, bis uns die Frage nach Getränken gestellt wurde, die dann relativ zügig kamen (0,5 l Pils EUR 3,00), aber die zweite Runde dauerte sehr lange, da das Fass gerade leer war. Auch das Essen hatte eine Wartezeit von fast einer Stunde, was uns nicht sehr störte, da wir nicht unter Zeitdruck waren, aber an dem Nebentisch waren die Gäste schon verärgert über eine solch lange Wartezeit.
Dann der für mich nicht zu akzeptierende Vorfall beim Bezahlen, in einer Stadt, die die größte Chemiefirma der Welt beherbergt und sicherlich viele Geschäftsreisende bewirtet. Kreditkarte --> Fehlanzeige; EC-Karte --> Fehlanzeige "Draußen gibt es genug Banken um Geld abzuheben!" So nicht!
Es war mal das Andechser und äußerlich ist die große Beschriftung auch noch zu sehen. Ebenso die Sonnenschirme im Biergarten vermitteln den Eindruck, man sei im Andechser. Leider ist dem nicht so. Neuer Besitzer/Pächter ist Schmaus & Braus.
Ich war mit ausländischen Gästen unterwegs und es bestand der Wunsch, unbedingt eine Grillhaxe zu essen. Früher immer im Andechser zu haben, aber der Grillrost war leer und verlassen. Die Frage, warum es keine Haxen gibt wurde mit "vielleicht in den nächsten Tagen"... mehr lesen
Schmaus & Braus
Schmaus & Braus€-€€€Gasthaus, Biergarten062163458157Ludwigstr. 73, 67059 Ludwigshafen am Rhein
3.0 stars -
"Der Name verspricht mehr, wir waren nicht so überzeugt!" Ehemalige UserEs war mal das Andechser und äußerlich ist die große Beschriftung auch noch zu sehen. Ebenso die Sonnenschirme im Biergarten vermitteln den Eindruck, man sei im Andechser. Leider ist dem nicht so. Neuer Besitzer/Pächter ist Schmaus & Braus.
Ich war mit ausländischen Gästen unterwegs und es bestand der Wunsch, unbedingt eine Grillhaxe zu essen. Früher immer im Andechser zu haben, aber der Grillrost war leer und verlassen. Die Frage, warum es keine Haxen gibt wurde mit "vielleicht in den nächsten Tagen"
Geschrieben am 01.04.2017 2017-04-01| Aktualisiert am
01.04.2017
Besucht am 21.03.2017Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 61 EUR
Karlsruhe gefällt mir in gastronomischer Hinsicht immer besser, denn die Fächerstadt hält einige richtig gute Einkehradressen parat. Also zog es mich in den letzten Monaten auch schon mal kulinarisch über die Rheinbrücke. Die dortige Bandbreite an Restaurants bietet eine willkommene Ergänzung zur heimischen Pfalz und dem Entdeckergaumen geschmackliches Neuland. Besonders viel Bewegung war im neuerrichteten City Park Karlsruhe, dem östlichen Teil der Südstadt, zu verzeichnen.
Fährt man von der Südtangente in Richtung Ludwig-Erhard-Allee, erkennt man die auffallend futuristische Silhouette des ParkTowers noch bevor man den Kreisel stadteinwärts hinter sich gelassen hat. Sein spitzer Fassadenbug erhebt sich majestätisch an dessen East-End und verleiht dem Gebäude ein signifikantes Äußeres. Der langgestreckte, mit viel Glas versehene Querbau suggeriert Transparenz und Offenheit. Er wurde im Zuge der Konversion des ehemaligen Bahngeländes errichtet und bietet Wohnungen, Geschäfte und auch Gastronomie.
Letztere in Form eines parterre gelegenen Sushi Restaurants, das ein gewisser Herr Khoa Vu Dang unter dem Namen „Sushi Park“ betreibt. Herr Khoa Vu Dang ist in der Karlsruher Gastro-Szene kein Unbekannter. Seit einigen Jahren zeichnet er sich für das asiatische Spezialitätenlokal „Bambus-Garten“ in Karlsruhe-Durlach verantwortlich. Und dass man dort neben vietnamesischen, indonesischen, thailändischen und chinesischen Leckereien auch auf ein beachtliches Sushi-Angebot trifft, wissen nicht nur die Durlacher zu schätzen. Der Erfolg vom „Bambus-Garten“ hat seinen Betreiber zur Expansion animiert. Seit Oktober 2015 hat er nun ein modernes Sushi-Lokal im ParkTower eröffnet, das ich zusammen mit meiner Schwester zum ersten Mal besuchte. Ein vorsorglicher Anruf diente der Reservierung – man kann ja nie wissen.
Beim ganz in der Nähe im Erdgeschoss der ParkArkaden befindlichen All-you-can-eat-Asiaten „Akoya“ waren wir Ende letzten Jahres zweimal auf Stippvisite. Den Bericht über unsere dort erlebten i-Pad-Erfahrungen samt Speise-Items und fixpreisbasiertem Kreditpunktesystem habe ich vor ein paar Monaten hier auf GG eingestellt. Der Sushi Park geht da lobenswerterweise in eine ganz andere Richtung. Hier macht es nicht die Masse und die Technik, sondern in erster Linie die frische Zubereitung der Rohfisch-Preziosen. Diese findet gleich hinter dem langen Tresen im Gastraum und damit vor den Augen der Gäste statt. Transparenz sagen die einen, Tradition nennen es die Kenner japanischer Küche. Klar macht es immer Spaß, den Meistern beim Erstellen ihrer kleinen Kunstwerke zuzusehen.
Dies gelingt jedoch nur denjenigen, die im hinteren Teil des Restaurants Platz finden und den seitlichen Einblick genießen. Der Grund: die Höhe des Tresens verhindert den direkten Augenschein auf die hohe Kunst des Maki-Rollens und Nigiri-Formens bzw.-Belegens. Hinter der Theke ist viel Betrieb. Sie fungiert hier schließlich als zentrales Raumelement. Die gestapelten Bento-Boxen wollen sorgsam gefüllt und unter die Abhol-Klientel gebracht werden. Die Möglichkeit, sein Menü per Online-Bestellung in die dafür vorgesehene Plastik-Box zu befördern und diese dann vor Ort als „Take-away“ zu beziehen, nutzen scheinbar viele Kunden des Sushi Parks. Das Geschäft mit der Laufkundschaft scheint zu funktionieren, so kam es mir jedenfalls an jenem Abend vor.
Noch ein paar Worte zur Einrichtung des Lokals. Funktionell, urban und trotzdem nicht ungemütlich lässt sich das Interieur auf den ersten Blick an. Mit ausgeklügelter Beleuchtung – Strahler im vorderen, Hängeleuchten mit auffällig gefächerten Lampenschirmen, die wie ineinander verwoben wirken, im hinteren Bereich des Raumes – setzt man auf die Wirkung des Lichts, das der eher schlichten Einrichtung stilistisch etwas auf die Sprünge hilft. Vom dunklen Fliesenboden, den unverputzten Betonsäulen und den freiliegenden Lüftungsrohren her erinnert das Innere des Sushi Parks an den industriellen Chic des aktuellen Zeitgeistes. Man sitzt auf schwarzen oder weißen Stühlen mit gepolsterten Sitzschalen aus Polypropylen, die auf einer hölzernen Gestellbasis angebracht sind. Die in Wischtechnik gestrichenen, sandfarbenen Wände wirken beruhigend. Durch die hohe Glasfront blickten wir nach draußen auf den Verkehr der lebendigen Ludwig-Erhard-Allee und waren der einer Meinung. Zu den ebenfalls in hellem Holz gehaltenen Tischplatten der Bistrotische passten die modernen Sitzgelegenheiten ganz gut. Zur geradlinigen, schnörkellosen Ausstattung des Gastraumes natürlich auch. Komplettiert wurden die zweckmäßigen Schalensitze von gut gepolsterten Wandbänken mit einem Bezug aus braunem Kunstlederimitat. Auch beim Besuch der Nassräume wurde deutlich, dass man hier viel Wert auf Sauberkeit und klare Formen legt.
Auf den zurückhaltend eingedeckten Tischen befanden sich neben der obligatorischen Flasche Sojasauce, ein paar Dip-Schälchen, Papierservietten, Stäbchen, ein paar bebilderte Speisenkarten zum Aufklappen sowie ausreichend Bestellzettel mit bereitliegenden Bleistiften zum Ausfüllen. Genau so läuft das nämlich im Sushi Park. Ganz ohne i-Pad – handschriftlich. Mit gespitztem Blei und der übersichtlich gestalteten Speisenkarte ging es ans Bestellen.
Bei der Auswahl an Sushi-Gerichten hält man sich zunächst sehr diszipliniert an das 10er-System. Maki, Nigiri und Inside-Out-Rolls werden alle in 10facher Ausführung gelistet und bieten Leckeres wie zwei Maguro-Nigiri (zwei Reiskissen, die mit rohem Thunfisch belegt sind) für 5,20 Euro oder acht Sake-Makis (Reisrollen gefüllt mit rohem Lachs und umhüllt von Nori-Algen-Papier) für 4,20 Euro. Bei den Inside-Out-Rolls stachen uns die mit gebratener Garnele, Gurke und Mayonnaise gefüllten „Ebi“ (je 8 Stück für 4,70 Euro) ins Auge. Auf Wunsch und gegen einen Aufpreis von 1 Euro gibt es die Inside-Out-Rollen auch mit Fliegenfischkaviar anstatt mit dem üblichen Sesammantel. Preislich oszillieren alle Varianten zwischen 3 und 5,50 Euro, also in absolut fairen Sphären.
Neben diesen „Basics“ firmieren unter dem Überbegriff „Spezialitäten“ diverse „Big Rolls“, frittierte Tempura Rolls, Sommer- und Handrollen sowie Sashimi-Teller. Letztere vom Lachs- bzw. Thunfischfilet und für knapp unter 20 Euro zu haben. Bei den Getränken ist Selbstbedienung angesagt. Man nimmt sich einfach aus dem gut gefüllten Kühlschrank neben der Eingangstür die gewünschten Drinks, bezahlt wird später – zusammen mit dem Essen – an der Kasse.
Wir begutachteten sorgfältig die Speisenkarte und entschieden uns für die mit frittierter Garnele, Rettich, Gurke, Röstzwiebeln und Haussauce gefüllten Sushi Park Rolls (4 Stück für 6,50 Euro), die etwas größeren Lachs-Huhn Tempura Rollen (6 Stück für 9,90 Euro), die erfrischenden, in Reispapier gewickelten Sommerrollen mit Garnelenfüllung (2 Stück für 5,90 Euro), die Sashimi-Kombination aus Lachs und Thunfisch (17,90 Euro) sowie die mit Thunfisch, Avocado und Schnittlauch verfeinerten „Big Rolls“ (4 Stück für 5,90 Euro). All das kritzelte ich auf den dafür vorgesehenen Bestellblock, den wir einer Servicedame in die Hand drückten. Gleich vorweg: wir mussten nichts nachordern, da die bestellte Menge an Sushi-Happen für uns beide völlig ausreichte.
Mein erster Gang zum Kühlschrank brachte uns ein angenehm kaltes Kirin-Ichiban-Bier aus Japan für faire 3,20 Euro das Fläschchen (0,33l) sowie einen 0,25l-Beutel Lychee-Nektar (2,90 Euro) ein. Später fanden noch eine Flasche Singha-Bier (3,20 Euro), ein weiterer Lychee-Beutel sowie eine Anjola-Limo in der Geschmacksrichtung Zitrone-Ingwer (3,50 Euro) den Weg auf unseren Tisch.
Zu den vietnamesischen Sommerrollen wurde eine Sauce zum Dippen (vermutlich auf Hoisin-Basis mit etwas Erdnussraspel oben drauf) gereicht. Ein frischer Start, der gut bei uns ankam. Nach deren Lieferung tat sich für längere Zeit nichts. Anscheinend war dies dem großen Andrang geschuldet. Im Restaurant waren zu dieser Zeit fast alle Plätze belegt. Aber für die gute Qualität des Sashimi lohnte sich das Warten allemal. Einfallsreich angerichtet (Lachs- und Thunfischfilet in Blütenform) und mit Gurken, Salatblättern und Rettich garniert, machte der Rohfisch-Teller auch für das Auge was her. Klar, dass wir neben fein gehobeltem, in Reisessig eingelegtem Ingwer (Gari) auch ein paar grüne Kleckse von der scharfen Wasabi-Paste auf dem Teller vorfanden. Zusammen mit der Soja-Sauce ergibt die Meerrettich-Schmiere einen pikant-süßlichen Dip, der unsere Fischhäppchen zu einer noch delikateren Angelegenheit werden ließ.
Die restlichen Sushi-Rollen wurden uns zeitgleich auf einer großen Platte serviert. Zwischen Stäbchen geklemmt und in das Soja-Wasabi-Gemisch getunkt waren das allesamt sehr schmackige Reis-Fisch-Gemüse-Brocken, die akkurat angerichtet auf der rechteckigen Platte ihrem (unausweichlichen) Verzehr entgegensahen. Besonders die mit Philadelphia-Crème getoppten, vorher frittierten Lachs-Huhn-Tempura-Rollen waren außen schön crunchig. Die Kombi aus knusprigem Hähnchenfilet und saftigem Lachs überzeugte sowohl geschmacklich, als auch texturell. Aber auch die von innen nach außen gekehrten Sushi Park Rolls schmeckten hervorragend. Für die nötige Frische sorgten Rettich und Gurke, während die frittierte Garnele den Umami-Faktor hoch hielt. Zusammen mit der leckeren Haussauce auf Teriyaki-Basis und dem mit Röstzwiebeln verfeinerten Reismantel bot uns die georderte Auswahl eine Reihe köstlicher Leckerbissen, die ganz nach unserem Geschmack waren.
Dem benachbarten Akoya ist das Sushi Park in puncto Qualität der Speisen zweifellos überlegen. Das zeitgeistige Ambiente passt zum Konzept und die Preise gehen für das Gebotene in Ordnung. Ob es auch an das vielgelobte „Seng Sushi & Chinarestaurant“ in der Hirschstraße heranreicht, wird erst der Selbstversuch zeigen. Eine empfehlenswerte Adresse für Rohfisch-Vernichter ist das Lokal allemal – ob als „Take-away“ oder vor Ort kann dann jeder selbst entscheiden.
Karlsruhe gefällt mir in gastronomischer Hinsicht immer besser, denn die Fächerstadt hält einige richtig gute Einkehradressen parat. Also zog es mich in den letzten Monaten auch schon mal kulinarisch über die Rheinbrücke. Die dortige Bandbreite an Restaurants bietet eine willkommene Ergänzung zur heimischen Pfalz und dem Entdeckergaumen geschmackliches Neuland. Besonders viel Bewegung war im neuerrichteten City Park Karlsruhe, dem östlichen Teil der Südstadt, zu verzeichnen.
Fährt man von der Südtangente in Richtung Ludwig-Erhard-Allee, erkennt man die auffallend futuristische Silhouette des... mehr lesen
4.0 stars -
"Modernes Sushi-Restaurant im Ground Floor des ParkTower, das qualitativ überzeugt" Ehemalige UserKarlsruhe gefällt mir in gastronomischer Hinsicht immer besser, denn die Fächerstadt hält einige richtig gute Einkehradressen parat. Also zog es mich in den letzten Monaten auch schon mal kulinarisch über die Rheinbrücke. Die dortige Bandbreite an Restaurants bietet eine willkommene Ergänzung zur heimischen Pfalz und dem Entdeckergaumen geschmackliches Neuland. Besonders viel Bewegung war im neuerrichteten City Park Karlsruhe, dem östlichen Teil der Südstadt, zu verzeichnen.
Fährt man von der Südtangente in Richtung Ludwig-Erhard-Allee, erkennt man die auffallend futuristische Silhouette des
Das Andechser ist in neue Hände gekommen und das neue Restaurant heißt nun "Schmaus & Braus".
Das Andechser ist in neue Hände gekommen und das neue Restaurant heißt nun "Schmaus & Braus".
Andechser
Andechser€-€€€Restaurant0621513517Ludwigstr. 73, 67059 Ludwigshafen am Rhein
stars -
"Andechser ist jetzt "Schmaus & Braus"" Ehemalige UserDas Andechser ist in neue Hände gekommen und das neue Restaurant heißt nun "Schmaus & Braus".
Neben den Gourmetrestaurants Seven Seas und Deck 7 Market gibt es auf dem Süllberg auch noch die „Almhütte“ oder „Hauseralm“, die zu guten Essen in unkomplizierter Atmosphäre einlädt.
Die Hütte selbst ist rustikal gezimmert und auch entsprechend möbliert. Auf der angrenzenden Terrasse hat man einen wunderschönen Blick über die Elbe.
Über einen Gutscheinanbieter hatten wir ein Zwei-Gänge-Menü zu fairem Preis erworben. Die Vorspeise bestand aus einer großzügig bemessenen Auswahl an Schinken, Bacon, Würsten und Käse, zwei Bretzeln, frischem Brot und Schmalz. Alles zusammen für sich schon eine ausreichende Mahlzeit und wie bei dieser Location nicht anders zu erwarten von sehr guter Qualität. Der Hauptgang war ein Krustenbraten mit Knödel und Kraut. Es wird sicherlich schwer, besseren Braten zu finden, der Braten zart, die Kruste hart aber immer noch leicht zu schneiden.
Allein für dieses Essen lohnt der Weg zur Süllbergterrasse.
Das Rein und Raus zwischen Hütte und Terrasse, was dem noch etwas kühlerem Wetter geschuldet ist, bringt etwas Unruhe beim Essen.
Neben den Gourmetrestaurants Seven Seas und Deck 7 Market gibt es auf dem Süllberg auch noch die „Almhütte“ oder „Hauseralm“, die zu guten Essen in unkomplizierter Atmosphäre einlädt.
Die Hütte selbst ist rustikal gezimmert und auch entsprechend möbliert. Auf der angrenzenden Terrasse hat man einen wunderschönen Blick über die Elbe.
Über einen Gutscheinanbieter hatten wir ein Zwei-Gänge-Menü zu fairem Preis erworben. Die Vorspeise bestand aus einer großzügig bemessenen Auswahl an Schinken, Bacon, Würsten und Käse, zwei Bretzeln, frischem Brot und Schmalz. Alles... mehr lesen
4.5 stars -
"Die Beste Almhütte an der Elbe" Ehemalige UserNeben den Gourmetrestaurants Seven Seas und Deck 7 Market gibt es auf dem Süllberg auch noch die „Almhütte“ oder „Hauseralm“, die zu guten Essen in unkomplizierter Atmosphäre einlädt.
Die Hütte selbst ist rustikal gezimmert und auch entsprechend möbliert. Auf der angrenzenden Terrasse hat man einen wunderschönen Blick über die Elbe.
Über einen Gutscheinanbieter hatten wir ein Zwei-Gänge-Menü zu fairem Preis erworben. Die Vorspeise bestand aus einer großzügig bemessenen Auswahl an Schinken, Bacon, Würsten und Käse, zwei Bretzeln, frischem Brot und Schmalz. Alles
Geschrieben am 21.03.2017 2017-03-21| Aktualisiert am
21.03.2017
Besucht am 16.03.2017Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 51 EUR
So ein Thai-Restaurant hat der Stadt Landau noch gefehlt. Kaum ein Jahr nach der Eröffnung des Lokals in der Rheinstraße, wo früher der rührselige Domenico seine Old-School-Pizzen aus dem Ofen bugsierte, scheint sich das neue Laai Kanok etabliert zu haben. Laut Homepage möchte man in dem familiengeführten Restaurant ein „echtes Stück Thailand“ auf die Teller bzw. dem Gast näher bringen. Man wirbt mit den kulinarischen Spezialitäten des Landes und einer authentischen Atmosphäre. Dabei setzen die Betreiber auf frische Zutaten, original thailändische Gewürze und einen erfahrenen Mann am Herd.
Erfreulich für den sich vorab informierenden Gast: die Homepage ist sehr ansprechend gestaltet. Tolle Food-Bilder, übersichtliche Speisenkarte und ein wenig Geschäftsphilosophie lassen dem User auf einfache Art und Weise navigierend die nötigen Informationen zukommen. Da hat man - was die Außenwirkung - betrifft von vornherein auf das richtige „mediale Pferd“ gesetzt.
Beim www-erprobten Reiseratgeber unseres Vertrauens hat die Thai-Wirtschaft unter den Landauer Topten Einzug gehalten. In den Kommentaren der dort „Beitragenden“ stolpere ich beim Lesen immer wieder über die Begriffe „authentisch“, „freundlich“ und „lecker“. Ein mir bekannter Koch aus dem Rezensenten-Dorf Herxheim spricht hier sogar von einer „exzellenten Küche“ und hat scheinbar sein neues Stammlokal in Landau gefunden. Schließlich überzeugte mich der sehr informative Bericht von GG-Mitglied Keeshond, der über das thailändische Speiselokal Ende des letzten Jahres ausführlich berichtete, um dort endlich einmal einzukehren.
Wir hatten nicht reserviert, da uns die Lust auf Thai-Food an diesem Abend recht spontan überkam und wir bei einer Komplettbelegung noch ein paar Alternativen in der Hinterhand hatten. Den Wagen stellt man am besten gegenüber am Schwanenweiher ab. Dieser wird entlang der Rheinstraße von mehreren Parkmöglichkeiten gesäumt, die eigentlich immer einen freien Platz bieten. Über drei Stufen erreicht man eine mächtige, weiß gestrichene Schiebetür, durch die man das Innere des Lokals betritt. Die Begrüßung von der jungen Thailänderin hinter dem Tresen fiel freundlich aus. Die Frage nach einer Reservierung wurde unsererseits verneint, was einen Tisch im hinteren Bereich des großen Hauptgastraums (der Nebenraum zur rechten Seite blieb an diesem Abend leer, Anm.) nach sich zog.
Egal, wir saßen ganz nett zwischen den gold-gelb tapezierten Wänden, der rustikalen Holzdecke und dem in hellbraun gehaltenen Fliesenboden auf einfach gehaltenen, jedoch bequem gepolsterten Holzstühlen. Die lilafarbenen Vorhänge blieben natürlich Geschmackssache. Dennoch fühlten wir uns in dem nicht übermäßig kitschig dekorierten Gastraum wohl. Die angenehme Hintergrundmusik trug ebenfalls zu einer entspannten Atmosphäre bei, die durch die ruhig zurückhaltende Art der Servicedamen noch unterstrichen wurde. Mit einer wohl dosierten Brise thailändischem Lebensgefühl kann man hier der Hektik und dem Alltagsstress für eine gute Stunde entfliehen. Bei der Beschreibung der Örtlichkeit bin ich da ganz beim meinem Kollegen Keeshond, der das Interieur als „nicht übertrieben auf thailändisch gemacht“ sehr treffend beschrieb.
Recht zügig bekamen wir die Speisenkarten gereicht. Im Vorwort wurde kurz auf die Besonderheiten der thailändischen Küche eingegangen, was den Neuling sicherlich erfreut. Natürlich darf da auch der asiatische Sinnspruch („Reiskorn des Lebens“) nicht fehlen. Bei den Vorspeisen rangieren zunächst zwei scharfe Suppen („Tom Yam“ und „Tom Kha“ mit Hühnerfleisch, Gemüse oder Garnelen) preislich zwischen 3,90 Euro und 5,50 Euro, während die Meeresfrüchtesuppe „Poh Tack“ mit 5,50 Euro und eine milde Glasnudelsuppe namens „Tom Djüd Wunn Senn“ (cooler Name!) mit 4 Euro zu Buche schlagen.
Mit knusprigen Reisteigtaschen, gebratenen Fischfrikadellen, Saté-Spießen, frittierten Krabben und Frühlingsröllchen stehen zudem eine Reihe von asiatischen Snacks auf der Karte, die schon Keeshond auf seiner Laai-Kanok-Vorspeisenplatte (15,90 Euro für zwei Leute) versammelt hatte und die es natürlich auch einzeln zu bestellen gab. Bei Preisen zwischen 4 und 6 Euro lässt sich da gut kreuz und quer bestellen. Meinem Wunsch nach der Zwei-Personen-Platte stand der nicht ganz so stark ausgeprägte Hunger meiner Begleitung entgegen, weshalb ich mich kurzum für die frittierten Krabben mit Kokosraspeln und süß-saurer Soße (5,50 Euro) sowie die Tom-Yam-Suppe mit Garnelen (ebenfalls 5,50 Euro) entschied.
Selbst die Salatesser haben im Laai Kanok mit sechs verschiedenen Varianten die Qual der Wahl. Wobei der Vegetarier angesichts von Rindfleisch-, Hühnerfleisch- und Entensalat wohl eher zur Papaya-Version tendieren wird. Der Schärfegrad wird – wie bei den Hauptgerichten auch – vom Service am Tisch erfragt, was unangenehme bzw. explosive Überraschungen vermeiden kann. Das ist nicht unwichtig, dominieren doch bei den Hauptspeisen pikante, scharfe und teilweise sehr scharfe Currys. Ein wenig Vorabinformation tut da ganz gut.
Neben den mit Kokosmilch und Thai-Basilikum gekochten, in den obligatorischen Schärfegraden grün und rot erhältlichen Curry-Gerichten, standen noch etliche im Wok zubereitete Pfannengerichte zur Auswahl. Vieles davon ließ sich ganz asia-like mit verschiedenen Fleischsorten (Huhn, Rind, Schwein, Ente), Tofu oder Garnelen kombinieren. Zusammen mit den Fischgerichten (gebackene Dorade und Tilapia im Ganzen) und den üblichen Bratreis- bzw. Reisnudelgerichten waren an die 60 Hauptgerichte in der Karte gelistet. Diese fast schon ausufernde Anzahl war jedoch primär den hier vorherrschenden Kombinationsmöglichkeiten geschuldet.
Die Verwendung frischer Produkte lässt man sich natürlich bezahlen, was je nach Gericht und Hauptzutat die Preise zwischen 11,90 Euro (gebratener Reis mit Huhn) und 18,90 Euro (ganze gebackene Dorade mit grünen Bohnen und Thai-Basilikum) variieren lässt. Das ist für ein asiatisches Restaurant nicht wenig und gerade bei den Hauptgängen waren wir gespannt, ob sie ihren Preis wert sein würden.
Meine Begleitung wählte „Pad Medmanuang“ mit Rindfleischstreifen (14,90 Euro). Ein klassisches Wokgericht, das aus Cashewnüssen, Lauch, Zwiebeln, Paprika, Champignons und Chili-Paste bestand und sehr aromatisch duftete. Schön, dass beim Fleisch auf die bekannten Weichmacher verzichtet wurde und die Rindstreifen nicht totgebraten auf dem Teller landeten.
Meinem scharfen Panäng Curry verliehen getrocknete Chilischoten, Galgant, Zitronengras, Korianderwurzeln und Kreuzkümmel eine sehr anregende Würze, die sich erst im Laufe des Essens in eine gefühlte Schärfe verwandelte. Die Retrowucht der Chili bahnte sich eben langsam ihren Weg zu den Geschmackspapillen, aber das hatte ich auch nicht anders erwartet. Insgesamt war das aromenintensives Gericht, das mit knackigem Gemüse und einem schön ausbalancierten Zitronengras-Kokos-Fond keine Wünsche offen ließ. Als Wahlzutat schwammen ein paar saftige Garnelen in meiner Curry-Schüssel. Diese Deluxe-Version wurde mit 16,90 Euro berechnet.
Zum Ablöschen trank ich ein kühles Singha-Bier aus der Flasche (0,33 l für stolze 3,90 Euro), da ich das badische Moninger (egal ob Fass oder Flasche) grundsätzlich ablehne. Warum man hier (in der Südpfalz) kein leckeres Bellheimer ausschenkte, war mir rätselhaft. Die große Maracujasaft-Schorle meiner Begleitung schlug mit 3,20 Euro zu Buche.
Zu unseren beiden Hauptgerichten wurde eine etwas mager bemessene Beilagenportion Aroma-Duftreis gereicht. Die für zwei Personen angedachte Menge forderte mich förmlich zum Nachordern auf, was mit 1,50 Euro zusätzlich berechnet wurde. Die Qualität der Speisen hat uns sehr positiv überrascht und das Drumherum hat auch gepasst. Der zurückhaltend freundlich agierende Service trägt viel zum Wohlgefühl der Gäste bei. Die Preise mögen ein wenig ambitioniert anmuten, was aber aufgrund der Qualität der Speisen noch in Ordnung geht. Ob man allerdings in Landau 3,90 Euro für ein Fläschchen (0,33l) Thai-Bier verlangen muss, wage ich zu bezweifeln.
So ein Thai-Restaurant hat der Stadt Landau noch gefehlt. Kaum ein Jahr nach der Eröffnung des Lokals in der Rheinstraße, wo früher der rührselige Domenico seine Old-School-Pizzen aus dem Ofen bugsierte, scheint sich das neue Laai Kanok etabliert zu haben. Laut Homepage möchte man in dem familiengeführten Restaurant ein „echtes Stück Thailand“ auf die Teller bzw. dem Gast näher bringen. Man wirbt mit den kulinarischen Spezialitäten des Landes und einer authentischen Atmosphäre. Dabei setzen die Betreiber auf frische Zutaten, original... mehr lesen
Laai Kanok
Laai Kanok€-€€€Restaurant06341 9329816Rheinstraße 24, 76829 Landau in der Pfalz
3.5 stars -
"Landaus erste Adresse in Sachen Thai-Food" Ehemalige UserSo ein Thai-Restaurant hat der Stadt Landau noch gefehlt. Kaum ein Jahr nach der Eröffnung des Lokals in der Rheinstraße, wo früher der rührselige Domenico seine Old-School-Pizzen aus dem Ofen bugsierte, scheint sich das neue Laai Kanok etabliert zu haben. Laut Homepage möchte man in dem familiengeführten Restaurant ein „echtes Stück Thailand“ auf die Teller bzw. dem Gast näher bringen. Man wirbt mit den kulinarischen Spezialitäten des Landes und einer authentischen Atmosphäre. Dabei setzen die Betreiber auf frische Zutaten, original
Im Rahmen unseres Besuchs in Mettlach und an der Saarschleife kehrten wir auch in die gegenüber von unserem Hotel gelegene Mettlacher Abtei-Bräu ein. Die beiden Biere, die zum Ausschank kamen (Hell und Ernte-Bier, jeweils 3,90 für 0,5l) waren hervorragend. Leider traf dies nicht auf alle Speisen zu. Gut waren der Grombeerensuppentopf und der Flammkuchen Elsässer Art.
Was mir überhaupt nicht schmeckte, war der Spießbraten aus der Tageskarte, der an den Vortagen sehr appetitlich aussah. Er war zäh wie Leder, hatte einen undefinierbar seltsamen Geschmack und die Soße war lediglich Wasserbrühe. Die Krönung war jedoch die große Karotte, die wie ein Leuchtturm aus der Mitte des Spießbratens herausragte.
Meine Beanstandung hatte zur Folge, dass dieses Gericht storniert wurde, was ja inzwischen auch nicht immer gang und gäbe ist. Ich wählte halt das falsche Gericht zur falschen Zeit, denn was sonst so aus der Küche kam, sah sehr appetitlich aus, und den Leuten schmeckte es auch offenbar. Schade! Beim nächsten Besuch werde ich den Spießbraten jedenfalls meiden.
Im Rahmen unseres Besuchs in Mettlach und an der Saarschleife kehrten wir auch in die gegenüber von unserem Hotel gelegene Mettlacher Abtei-Bräu ein. Die beiden Biere, die zum Ausschank kamen (Hell und Ernte-Bier, jeweils 3,90 für 0,5l) waren hervorragend. Leider traf dies nicht auf alle Speisen zu. Gut waren der Grombeerensuppentopf und der Flammkuchen Elsässer Art.
Was mir überhaupt nicht schmeckte, war der Spießbraten aus der Tageskarte, der an den Vortagen sehr appetitlich aussah. Er war zäh wie Leder, hatte einen... mehr lesen
3.0 stars -
"Bier huiii - Essen nicht so berauschend" Ehemalige UserIm Rahmen unseres Besuchs in Mettlach und an der Saarschleife kehrten wir auch in die gegenüber von unserem Hotel gelegene Mettlacher Abtei-Bräu ein. Die beiden Biere, die zum Ausschank kamen (Hell und Ernte-Bier, jeweils 3,90 für 0,5l) waren hervorragend. Leider traf dies nicht auf alle Speisen zu. Gut waren der Grombeerensuppentopf und der Flammkuchen Elsässer Art.
Was mir überhaupt nicht schmeckte, war der Spießbraten aus der Tageskarte, der an den Vortagen sehr appetitlich aussah. Er war zäh wie Leder, hatte einen
Besucht am 16.03.2017Besuchszeit: Mittagessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 36 EUR
Ein tolles Wetter im März, fast 20°C und dann fast ein Muss, die Kasematten zu besuchen. Die Kasematten sind ein Zusammenschluss verschiedener Gastronomiebetriebe an der unteren Werft in der Düsseldorfer Altstadt. Touristentreff oder Ort zum Chillen, einfacher ein Bierchen trinken oder Fußball auf den Großbildschirmen sehen? Alles möglich. Natürlich ist es bei diesem Wetter voller als normal, aber bitte schaut euch das erste Foto an, als wir Platz genommen hatten, war es in unserem Bereich fast leer.
Für den kleinen Hunger zwischendurch ein Flammkuchen, oder besser gesagt wir bestellten drei Stück, zweimal mit Speck und Zwiebel zu EUR 7,80 und einmal mit Thunfisch zu EUR 8,80. Einfache Flammkuchen, keine Sterne-Küche. Zu erst zur Qualität, die OK war, ein dünner Boden und geschmacklich einfach OK.
Dann zum nicht vorhandenem Service. Die ersten Getränke kamen nach ca. 10 Minuten, geht noch, die zweite Runde wurde trotz mehrfacher Anmahnung gar nicht serviert. Die Flammkuchen kamen ich fast einer (!!) Stunde. Nachfragen wurden mit, "kommt gleich" oder "in einer Minute fertig!" beantwortet. Als wir nach 45 Minuten gehen wollten, wurde es nicht akzeptiert, das wir die Rechnung wünschten. Das Essen kommt gleich...
Ich bat um ein Gespräch mit dem Geschäftsführer, vergebens. Auch hier wurde dreimal angemahnt und nichts passierte.
Echt schade, denn die Location ist klasse, die Idee der Gastronomie auch. Die Kasematten existieren mittlerweile 20 Jahre und das so gut anscheinend, Service wird hier nicht gebraucht, es läuft auch so.
Einziger kleiner Lichtblick war ein Kellnerkollege der mitbekam, dass wir keine Getränke bekamen und hatte dann auf seine "Kappe" eine zweite Rechnung aufgemacht.
Ein tolles Wetter im März, fast 20°C und dann fast ein Muss, die Kasematten zu besuchen. Die Kasematten sind ein Zusammenschluss verschiedener Gastronomiebetriebe an der unteren Werft in der Düsseldorfer Altstadt. Touristentreff oder Ort zum Chillen, einfacher ein Bierchen trinken oder Fußball auf den Großbildschirmen sehen? Alles möglich. Natürlich ist es bei diesem Wetter voller als normal, aber bitte schaut euch das erste Foto an, als wir Platz genommen hatten, war es in unserem Bereich fast leer.
Für den kleinen Hunger... mehr lesen
3.0 stars -
"Tolle "in-Location" mit nicht vorhandenem Service" Ehemalige UserEin tolles Wetter im März, fast 20°C und dann fast ein Muss, die Kasematten zu besuchen. Die Kasematten sind ein Zusammenschluss verschiedener Gastronomiebetriebe an der unteren Werft in der Düsseldorfer Altstadt. Touristentreff oder Ort zum Chillen, einfacher ein Bierchen trinken oder Fußball auf den Großbildschirmen sehen? Alles möglich. Natürlich ist es bei diesem Wetter voller als normal, aber bitte schaut euch das erste Foto an, als wir Platz genommen hatten, war es in unserem Bereich fast leer.
Für den kleinen Hunger
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Zeitsprung. Das am Ortsrand des schmucken Weinörtchens Gimmeldingen, dem Mekka für Mandelblütenenthusiasten, am Hang gelegene Lokal hört seit Anfang März diesen Jahres auf den Namen Moro und wird nicht mehr von den Netts betrieben. Ein Grund für den gastronomischen Rückzug der Familie lag sicherlich in der Person ihrer früheren Restaurantleiterin, die aus Altersgründen aufhörte. Vielleicht ist ja auch der charmanten Fernsehköchin, Rezeptsammlerin und Mutter zweier Kinder Susanne Nett (Sendung „echt gut! Klink und Nett“ im SWR) die Küchenleitung in Gimmeldingen schlichtweg zu viel geworden. Mit dem angeschlossenen Landhaus-Hotel und weiteren Gästezimmern wird es ihr und ihrem Mann Daniel auch in Zukunft bestimmt nicht langweilig.
Mit den beiden Betreibern der Zwockelsbrück, Sven Niederbremer und Pierre Hartung, hat man zwei erfahrene Nachfolger gefunden, die nun mit neuem Namen und Konzept das idyllisch gelegene Anwesen in der Gimmeldinger Meerspinnstraße 46 kulinarisch weiterführen. Da beide weiterhin im Zentrum von Neustadt ihre Gäste verwöhnen, wurde für das Moro eine junge Crew zusammengestellt. Diese soll nach den Vorgaben des Neustadter Erfolgsduos Niederbremer/Hartung die schon im Stammhaus funktionierende kulinarische Marschroute auch im benachbarten Gimmeldingen erfolgreich umsetzen. Wenn auch mit ein paar beabsichtigten Abweichungen. Doch dazu später mehr.
Mit Küchenchef Tobias Gräf aus Saarbrücken, der im dortigen Gästehaus Erfort (3 Michelin-Sterne) seine Kochausbildung absolvierte und danach gastronomisch um die halbe Welt tingelte, und Restaurantleiter Tobias Kuld, der schon im Deidesheimer Bistro 1718 sowie im Weißen Bock zu Heidelberg tätig war, hat man eine gesunde Mischung aus jung, aber sehr erfahren an Bord geholt. Ergänzt wird die „Tobias-Fraktion“ von drei weiteren festangestellten Helfern in der Küche und im Service.
Den norwegischen Restaurantnamen hat übrigens Sven Niederbremer aus seiner Heimat, der Hansestadt an der Weser, mitgebracht. Dort betrieb er vor ein paar Jahren im Ortsteil Walle sein erstes „Moro“ und schaffte mit einer kreativen, nordisch geprägten Regionalküche auf Anhieb sechs Pfannen im Restaurantführer Gusto. Das „Moro“, was ins Deutsche übersetzt „Spaß“ bedeutet, begeisterte damals die Bremer Genuss-Etage und so manch nordische Gourmetzunge denkt sicherlich heute noch ganz verzückt an diese Zeit zurück.
Apropos Spaß. Spaß machte mir schon die Informationsentnahme aus der übersichtlich und einladend gestalteten Homepage. Dort erfährt man so einiges über die gastronomische Philosophie der Betreiber. Starke Begriffe wie „Liebe“, „Herzblut“ und „Überzeugung“ werden als Basiselemente der dort zu erwartenden Gastfreundschaft genannt und stimmten mich neugierig. Natürlich musste ich im Vorfeld in der aktuellen Speisenkarte online schmökern, was meine Vorfreude auf den Besuch noch steigerte.
Die Karte ist – ganz in Zwockelsbrück‘scher Manier – sehr ausgesucht und übersichtlich gehalten. Genau wie im traditionsreichen Mutterlokal decken auch hier fünf Vorspeisen, sechs Hauptgerichte und drei Desserts die kulinarische Bandbreite ab. Vieles davon könnte auch direkt aus der Küche von Sven Niederbremer stammen, wenngleich im Moro die asiatischen Akzente viel stärker hervortreten.
Zusätzlich wird ein Menü in 4 oder 5 Gängen (56 bzw. 68 Euro) angeboten. Hier lassen sich auch einzelne Gänge vom À-la-carte-Angebot problemlos austauschen, was gegebenenfalls zu kleineren Preisaufschlägen führen kann. Pfiffig anmutende Standards, wie das aus der Zwockelsbrück bekannte, kurz geräucherte Onsen-Ei (10 Euro), werden im Moro fernöstlich interpretiert. Und das oft mit relativ einfachen Zutaten. Koriander, Shiitake-Pilze und Mie-Nudeln – fertig ist das Einmachglas im Asia-Style. Bei den Hauptgängen liegt der Fokus klar auf der Verwendung ausgesuchter Edelprodukte. Bresse Perlhuhn, wilder Steinbutt und Entrecôte bzw. Filet vom US Rind findet man auch nicht auf jeder Speisenkarte. Dass da die 30-Euro-Grenze für ein Hauptgericht durchbrochen wird, versteht sich von selbst.
Unser Tisch war auf 19 Uhr reserviert. Mit etwa zehnminütiger Verspätung trafen wir im Moro ein. Schon beim Gang durch den Hof des stattlichen Anwesens wurden bei uns Erinnerungen an das am letzten Wochenende stattfindende Mandelblütenfest wach. Da waren wir auf selbiger Terrasse zugegen und nach einem kleinen Plausch mit Herrn Hartung, ließ ich mir eine Scheibe gebratenen Saumagen schmecken. Es war mächtig was los und die aufgestellten Bierbänke reichten bei dem enormen Andrang kaum aus.
Bei unserer Ankunft am Freitagabend saßen noch ein paar Gäste (Hotelgäste?) draußen und genossen bei einem guten Glas Wein den für Ende März doch ungewöhnlich lauen Abend. Wie gerne hätten wir uns draußen nieder gelassen, aber leider wurde die Terrassensaison erst ein paar Tage nach unserem Besuch offiziell eröffnet. Bei nächster Gelegenheit wird die Open-Air-Feinschmeckerei an Ort und Stelle nachgeholt, da waren wir uns einig.
Von Restaurantleiter Tobias Kuld wurden wir freundlich in Empfang genommen, um unsere Jacken erleichtert und zu unserem Tisch geführt. Leider nicht der erhoffte Platz am Fenster mit Panoramablick. Ein bisschen zu sehr in der Raummitte war uns der Platz schon gelegen, aber sein größter Nachteil war das Fehlen einer Lampe. Da half auch das frisch angezündete Grablicht recht wenig. Für taugliche Fotos zu schießen war es im Gastraum ganz allgemein zu schummrig. Ich fragte die junge Servicedame nach einem Platz an der Sonne bzw. unter einer der Hängeleuchten und erklärte ihr mein fotographisches Anliegen. Und siehe da: das erste Glas Teinacher medium (0,75l für 5,50 Euro) war gerade eingeschenkt, da durften wir an einen Tisch direkt neben dem Thekenbereich wechseln und waren mit dieser Ortsverlagerung mehr als einverstanden. Besseres Licht, bessere Lage und erheblich bessere Akustik. Das machte alles viel angenehmer.
Beim Inspizieren der Räumlichkeiten fielen mir im Vergleich zum früheren „Netts-Betrieb“ keinerlei Veränderungen auf. Auf Nachfrage wurde mir das vom Service weitgehend bestätigt. Lediglich ein paar Bilder und ein stolzer Bonsai wären hinzugekommen. Das Gastromobiliar, bestehend aus massiven Tischen aus hellem Holz und leicht gepolsterten Metallstühlen mit Armlehne und Kunstlederüberzug, wurde von den Vorgängern übernommen. Auch für die in verschiedenen Grautönen gestrichenen Wände (hellgrau bis anthrazit) und die beidseitig verlaufende, hängende Lichtleiste mit Spots und zylinderförmigen Designerleuchten zeichnet sich die Familie Nett verantwortlich. Übrigens, der Umbau der Räumlichkeiten ist noch keine zehn Jahre her - warum also alles erneuern?
Ein kleiner Nachteil der hohen Decken ist die bei starker Auslastung etwas zu laute Akustik im Raum. Trotz der den mittleren Teil des Gastraumes durchziehenden Decke mit Schalldämmung war der Geräuschpegel – auch wegen eines besonders unangenehm auffallenden 4er Tisches im hinteren Bereich – zu hoch. Die gedimmte, von einzelnen Strahlern dominierte Atmosphäre im Inneren des Moro gefiel uns dagegen schon besser. Auch die Tatsache, dass zwischen den Tischen genügend Abstand gelassen wurde, nahmen wir positiv auf. Die 2er- bzw. 4er-Tische gruppieren sich um zwei zentrale Raumelemente. Eine größere Tafel, an der bis zu 8 Personen Platz finden würden, und eine ebenfalls in hellem Holz gehaltene Anrichte mit spirituellem Depot, Gläservorrat und Speisenkartenfundus sorgten für eine angenehme Leere im Zentrum des Restaurants. Der an diesem Abend verwaiste „Chef’s Table“ diente als hervorragender Platz zum Abstellen der Weinkühler. Ansonsten wird er in erster Linie vom Personal oder für das Frühstücksbuffet genutzt, versicherte mir die Bedienung. Darüber befand sich eine originelle Lampenkonstruktion aus nach unten hin immer kleiner werdenden, goldfarbenen Schalen, die sich gegenseitig anstrahlten und dadurch ein angenehm indirektes Licht verbreiteten. Zur dezent asiatischen Ausrichtung der Speisen passte das schon irgendwie. Und zum güldenen Streifen, der die komplette Rückwand durchzog, natürlich auch. Dunkelgestrichene Stützpfeiler aus Holz fungierten raumteilend und komplettierten zusammen mit mehreren Weinkühlschränken und der langen Theke das zeitlos-moderne Ambiente.
Wir bekamen Speisen- und Weinkarte gereicht. Die Frage nach einem Aperitif war mit der Flasche Wasser schon hinreichend beantwortet. Aber ein Fläschchen Pfälzer Wein sollte es an diesem Abend schon sein. Bei den offenen Kreszenzen fand ich das Angebot im Low-Price-Segment etwas dürftig. Der günstigste Vertreter, die Riesling Exklusiv-Abfüllung „Zwockelsbrück“, checkte bei 6,20 Euro für das „falsche Viertel“ (=0,2 l) ein, während man für die Erste Lage vom Gimmeldinger Biengarten Riesling des ortsansässigen VDP-Weinguts Christmann 17 Euro berechnet. Schade, dass hier den jungen wilden Pfalzwinzern nicht noch mehr Spielraum gegeben wird. Hier sehe ich in der Weinkarte noch Entwicklungspotenzial, zumal es der jungen Crew des Moro gut zu Gesicht stehen würde, wenn man sich mit wechselnden Monatsweinen noch stärker am Puls der Zeit befände.
Ganz anders sieht es beim Flaschenweinangebot aus. Neben amtsbekannten Größen wie Reichsrat von Buhl, Bürklin-Wolf und Christmann finden sich in der mit viel Bedacht und Sachverstand zusammengestellten Auswahl auch einige regionale Entdeckungen. Das keine 50 Meter auf der anderen Straßenseite entfernt liegende Weingut Ohler oder der Neustadter Weinimpresario Oliver Zeter seien beispielhaft genannt. Freunde südafrikanischer Weine profitieren vom Faible des Herrn Niederbremer, das er sich während seiner Zeit als Küchenchef im Restaurant des 5-Sterne-Hotels „Westcliff“ in Johannesburg aneignete. Wo stehen schon südafrikanische Naturweine wie der „El Bandito“ (Chenin Blanc) von Testalonga oder der Fryer’s Cove Sauvignon blanc auf der Karte? Und das in einer Weißweinregion wie der Pfalz. Chapeau!
Unsere Entscheidung fiel aufgrund der Fischdominanz beim Essen auf einen Weißwein aus der Region. Die Cuvée „Blütenrausch“ von Johann Ohler aus Gimmeldingen (23 Euro die Flasche) schien uns in Anbetracht des rosa erblühten Örtchens die passende Weinbegleitung zu sein. Die unerwartet blumige Weißburgunder-Chardonnay-Cuvée erwies sich als echter Volltreffer und wurde von uns bis auf den letzten Tropfen geleert. Ob sie jetzt eher nach Melone, Aprikose oder Zitrone geschmeckt hat, sollen Fachzungen entscheiden. Zu unseren Gerichten hat sie jedenfalls toll harmoniert.
Womit wir beim Essen angelangt wären. Bescheiden wie man mich kennt, orderte ich das 5-Gang-Menü (68 Euro) mit ein paar zusätzlichen „Schikanen“. Als Suppenkasper verzichtete ich auf das Stunden-Ei aus der Onsenquelle und wollte stattdessen die Schaumsuppe von der Frühlingszwiebel (hier Frühlingslauch genannt) als zweiten Suppengang nach dem Muschelschaumsüppchen mit Blutwurst und Mini-Jakobsmuscheln haben. Auch der eigentliche Hauptgang, das Bresse-Perlhuhn mit Topinambur, machte mich aufgrund seiner Trüffelsauce nicht so an. Gegen einen Aufpreis von 10 Euro ersetzte der wilde Steinbutt das Bresse-Huhn beim Hauptgang. Alles kein Problem im Moro. Meine Begleitung, die nur Vor- und Hauptspeise bestellte, unterstützte mich bei meiner Menü-Bewältigung und tauschte eifrig mit mir aus.
Nach ein paar Scheiben frischem Brot von einer regionalen Bäckerei im näheren Umfeld von Gimmeldingen und einem dazugehörigen frischen Zitronen-Schmand-Dip als Amuse wurden die ersten Speisen aufgetragen. In einer schwarzen Keramikschüssel wurde der Glasnudelsalat „Moro“ mit karamellisiertem Schinkenspeck und Tom Yum Garnele für meine Begleitung serviert. Zeitgleich der auf Gurken-Ingwer-Salat thronende Teriyaki-Lachs, der mein Menü eröffnete. Dieser lag auf einem rechteckigen, flachen, ganz in grau gehaltenen Tonteller, auf dessen spröder Oberfläche sich die kleine „Esslandschaft“ erstreckte. Neben verschiedenen kleinen Tupfern, die mit süßen bzw. sauren Aromen den hauchzarten, auf den Punkt gegarten Lachs ergänzten, befanden sich noch geflämmte Apfelquader auf der eher unorthodoxen Keramik. Asia meets Northern Europe. Der Gurken-Ingwer-Salat war wohl das beste Beispiel dafür. Schon hier offenbarte sich die kulinarische Philosophie des Moro mehr als deutlich. Der aromatische Spannungsbogen wurde primär von süßen, säuerlichen und pikanten Akzenten aufrechterhalten. Zusammen mit einer gehörigen Brise Umami – hier in Form einer selbstgebackenen Hippe aus Nori-Algenblättern – ergab das ein sehr abwechslungsreiches Geschmacksbild, bei dem belebende Frische auf anregende Würze traf.
In Sachen Umami stand der reisessigsaure Glasnudelsalat meiner Begleitung dem Teriyaki-Lachs in nichts nach. Herausragend hier: der karamellisierte Bauchspeck. Selten so etwas Leckeres vom Schwein gegessen! Der Vorspeisentausch am Tisch hatte sich allein deshalb schon rentiert. Etwas Frühlingszwiebel gab dem Ganzen den frischen Dreh, die Tom Yum Garnelen brachten einen Hauch von Zitronengras in die Asia-Schüssel. Die leicht pikante Säure des Dressings ging mit den übrigen Ingredienzien eine vollaromatische Liaison ein, die uns begeisterte.
Mein zweiter Teller in der Menüfolge nannte sich Muschelschaum mit gegrillter Blutwurst und kleinen Jakobsmuscheln und hätte auch unter dem Titel Muschelsuppe mit gebratener Bluns (= Grieweworschd) firmieren können. Die maritime Suppe hatte viel frische Säure, die von der erdig-deftigen Blutwurst gut ausgeglichen wurde. Die Mini-Jakobsmuscheln gingen dabei leider geschmacklich komplett unter. Da half auch die kleine Wakame-Algen-Kolonie, die als Booster fürs Meeresaroma fungierte, recht wenig. Zu dominant war die salzig-säuerliche Muschelbrise, zu prägnant die kräftige Schwarzwurst. Dennoch ein Suppengang, der die Geschmacksrezeptoren neu justierte.
Hätte ich es doch beim Onsen-Ei belassen, dachte ich mir schon beim ersten Löffel von der Frühlingslauchschaumsuppe. Da war wohl beim Abschmecken etwas komplett schief gelaufen. Das Süppchen war brutal versalzen. Und auch von ihrer Konsistenz her war sie zu dickflüssig geraten. Mit der nordisch-asiatischen Leichtigkeit der vorherigen Gänge hatte dieser Teller wenig zu tun. Mir blieb nur die Flucht in die Reklamation. Die Dame vom Service reagierte verständnisvoll und nach ca. 5 Minuten brachte mir Chefkoch Tobias Gräf eine feinwürzig nach Frühlingszwiebeln duftende, mit geflämmten Saiblings-Stückchen garnierte, frisch aufgeschäumte Suppe, die tadellos mundete. Der sehr sympathische Küchenchef entschuldigte sich für den Würz-Fauxpas, erklärte mir kurz, wie es dazu gekommen war und ließ mich meinen dritten Gang vom Menü genießen. Ich war beeindruckt, wie konstruktiv und souverän man hier im Moro mit Kritik umging. Und das sowohl beim Service, als auch bei der Küchencrew. Kompliment, macht bitte weiter so!
Weiter ging es auch in der Menüfolge. Unsere beiden Hauptgänge standen ja noch aus. Umgeben von einem „Meer“ aus Zitronengrasschaum „trieb“ die Erbsenpüree-Insel inklusive ihrer „Bewohner“, den Zuckerschoten, den von ihren Hülsen befreiten jungen Erbsen, den dünn gehobelten Radieschenscheiben, der Algenschicht sowie dem wilden Steinbutt obenauf, einsam und allein auf meinem Teller. Der Edelfisch hatte genau den richtigen Gargrad erwischt. Die Frische vom Zitronengras und der leicht mehlige Geschmack des Erbsen-Trios ergänzten sich dabei gut. Die Tranche vom Plattfisch war bewusst zurückhaltend gewürzt, um das feine Aroma nicht zu erdrücken. Ein eher nordisch geprägter Hauptgang, dessen Portionsgröße passte und der eine in sich stimmige Komposition darstellte.
Der in Sesam gebratene Winterkabeljau mit Rote-Beete-Risotto und Wasabi-Schaum meiner Begleitung war nun wahrlich nichts für Rotgrünblinde. Der erdige, mit Spinatblättern verfeinerte Risotto leuchtete zwischen einem stattlichen Skreifilet, den crunchy Wasabicräckern und der ihn umgebenden grünen Gischt hervor. Optisch eine Augenweide und geschmacklich vom Allerfeinsten oder wie der Purist es nennt: einfach, aber wirkungsvoll.
Ähnliches galt auch für das abschließende Dessert, das wir zusammen aus dem Einmachglas löffelten. Klar erinnerten wir uns da sofort an jenes in der Zwockelsbrück. Hier war es die Kombi aus dunkler Schokocrème, Sauerrahmeis, geschmortem Rhabarber und Pistazienbrösel, die mit wohldosierter Süße und textureller Abwechslung zu gefallen wusste.
Nach diesem abwechslungsreichen Mahl, dessen kleinere Unwägbarkeiten von Service und Küche im Handumdrehen beseitigt wurden, entließ uns Restaurantleiter Tobias Kuld nach einem netten Plausch in die laue Gimmeldinger Nacht. Die hohe Qualität der verwendeten Produkte und ihre sorgfältige, schnörkellose Zubereitung machen das Moro zu einem Ort des guten Geschmacks. Der phänomenale Ausblick von der Außenterrasse zu einem Erlebnis.