Geschrieben am 06.04.2019 2019-04-06| Aktualisiert am
06.04.2019
Besucht am 26.03.2019Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 17 EUR
Schon dreimal war ich in den letzten Wochen bei Jochen. Was wie ein platter Treppenwitz klingt, ist jedoch genau so passiert. Und zwar in der Eggensteiner Straße 11 im Karlsruher Stadtteil Knielingen. Ehrlich gesagt bin ich vorher einige Male an dem nicht gerade einladend wirkenden Thai-Lokal vorbeigefahren ohne davon groß Notiz zu nehmen. Mit „Bonjour, Tristesse!“ würde ein von mir sehr geschätzter GG-Schreiberling die in die Jahre gekommene Fassade treffend analysieren. Aber die kulinarische Neugier siegte über das eher schmucklose Äußere des Restaurants und so war ich Ende Januar zum ersten Mal zu Gast bei „Thai-Jochen“ und seiner thailändischen Frau Emely, um ein paar ihrer Spezialitäten auszuprobieren.
Keine Ahnung, wie lange der Laden schon existiert. Jochen hat es mir bestimmt erzählt, aber das menschliche Gedächtnis verdrängt auch gerne mal was. Nicht so leicht zu verdrängen ist das etwas in die Jahre gekommene Erscheinungsbild des Gebäudes, in dessen Parterre sich der Asia-Schuppen befindet. Die großen Schaufenster deuten auf eine frühere Nutzung als Verkaufsladen hin. Die hohe Fensterfront erhellt zweifellos den Raum, aber bei entsprechend intensivem Sonnenschein kann es leicht passieren, dass man als Gast mit dem Gargrad seiner Grillente auf dem Teller gleichzieht. Vielleicht würden ja ein paar Jalousien oder Vorhänge Abhilfe schaffen.
Ein ungewöhnlicher Mix aus altem Wirtshausmobiliar – entweder vom Vorgänger übernommen oder im Internet ersteigert – und Devotionalien aus Fernost erwartet den Gast beim Eintritt in das nicht besonders gemütlich wirkende Innere des Lokals. Dunkle, abgewetzte Fliesen, leidlich bequeme Polsterstühle, weißgestrichene Wände, mit Bambusmatten verkleidete Säulen und von der Decke baumelnde, bedruckte Asia-Schirme aus Bambus und Reispapier fielen mir ins Auge. Der Thekenbereich erinnerte an vergangene Kneipentage. Der frühere König Chulalongkorn, den sie auch Rama den Großen nannten, grüßte über der Eingangstür. In der Summe wirkte das Interieur recht behelfsmäßig zusammengestellt. Vielleicht tut sich da ja noch etwas in den kommenden Monaten bzw. Jahren.
Die Speisenkarte kam laminiert und in doppelseitig bedrucktem DIN-A3-Format an den Tisch. Ein Dutzend Vorspeisen, wovon die Hälfte aus der Suppenschüssel zu löffeln war, ein paar Salate, zehn verschiedene Wok-Gerichte bzw. Curries, Bratreis und Bratnudeln in diversen Ausführungen sowie fünfmal Fisch und fünfmal Vegetarisches stand da gelistet. Bei vielen Speisen konnte man – wie man es beim Asiaten gewohnt ist – die Fleisch- bzw. Fischeinlage wählen. Zwischen knuspriger Ente und gebratenem Huhn lag eine Preisspanne von 3 Euro.
Natürlich gab es die meisten Hauptgerichte auch in der Schweinefleisch-, Rindfleisch- oder der Garnelenversion. Preislich bewegte man sich zwischen 8 und 11 Euro, lediglich bei den Fischgerichten lag man mit 12,50 Euro (Pangasius) und 16,50 Euro (Tilapia) etwas höher. Aber letztere kommen für mich eh nicht in Frage, da die genannten Zuchtfische aus den Asia-Aquakulturen weder gut schmecken, noch besonders gesundheitsfördernd anmuten. „Da kann ich mir ja gleich ein paar Fetzen Küchenrolle einweichen, panieren und in die Pfanne schmeißen!“ sagte einmal ein overhypter deutscher TV-Koch auf die Frage, was er denn von Pangasius-Filet halte. Ich bin zwar selten seiner Meinung, aber hier stimme ich ihm absolut zu.
Die Personaldecke des kleinen Familienbetriebs ist überschaubar. Jochen schmeißt den Service und liefert Essen aus, seine Frau steht am Herd und auch seine Tochter hilft in der Küche. Die geht leider etwas zu Lasten der Sauberkeit im Gastraum. So dauerte es eine ganze Weile bis das Geschirr vom Nebentisch abgeräumt wurde. Bei meinem letzten Besuch Ende März musste ich das verschmutzte Tischset meines Voressers austauschen. Das darf bzw. sollte eigentlich nicht passieren, egal wie viel Manpower zur Verfügung steht.
Den Durst zur Mittagszeit löschte eine Flasche Teinacher Mineralwasser für sehr faire 3,50 Euro. Da das 0,2l-Fläschchen mit 2,30 Euro das Budget belastet hätte, investierte ich gerne in die Dreiviertelliterklasse. Als Vorspeisen genoss ich bisher die frittierten Wan-Tan (3,50 Euro) sowie eine kleine Tom Yam Gung, also eine Tom Yam Suppe mit Garneleneinlage (3,90 Euro). Die sechs knusprigen Teigtaschen wurden im Frittierkörbchen mit typisch süßer Thai-Chilisauce serviert. Sie gerieten nicht zu fettig und erfüllten ihre Aufgabe als Appetizer redlich. Vielleicht hätte die recht sparsame Füllung etwas saftiger ausfallen können, aber das ist auf hohem Niveau geklagt.
Die traditionelle Thaisuppe namens Tom Yam wusste mit pikanter Säure zu gefallen. Sie duftete herrlich nach Zitronengras und die Chilipaste befeuerte den Gaumen. Die Garnelen gingen in der nach Gemüse und Galgant schmeckenden Brühe im wahrsten Sinne des Wortes unter. Aber TK-Ware zieht gegenüber frischen Produkten meistens den Kürzeren. Als eiweißliefernde, eher geschmacksneutrale Einlage taten sie ja auch nicht weh. Was mir immer wieder bei Thaisuppen und -soßen auffällt: je weiter man sich dem Suppen- bzw. Soßenboden nähert, desto schärfer wird die Angelegenheit. Die Gravität der Gewürze eben.
Bei einem Besuch traute ich mich an Emily’s Spezial-Vorspeisenteller für zwei Personen (12,90 Euro), der mir den Hauptgang ersetzte. Das reichbestückte Frittierwerk bestand aus drei Frühlingsrollen, vier Wan-Tans, vier in Backteig versteckten Garnelen, drei stattlichen Hühnerspießen und einer Portion frittiertem Schweinefleisch, das vorher mit Sesam mariniert wurde. Letzteres muss dem Küchenteam spontan eingefallen sein, da ich die auf der Karte genannten Schweinefleischbällchen vergeblich suchte. Die in herzförmigen Schälchen dazu gereichten Saucen gab es in den Ausführungen „süß-sauer“, „scharf“ und „Erdnuss“. Auf dem Teller reich an Gaben war so ziemlich alles Fett, was glänzte.
Über die Wan-Tans habe ich mich ja schon ausgelassen. Sie gehörten zusammen mit den Frühlingsrollen zu den crunchigen Highlights des Fritteusen-Potpourris. Besonders die Rollen haben ein Lob verdient. Innen schön fluffig und mit Hackfleisch bzw. China-Gemüse gefüllt, waren es drei formidable Vertreter der Gattung „Pho pia“ und allem Anschein nach auch selbstgemacht. Die Putenspieße wurden vorher mit Erdnusssauce bestrichen. Sie waren schön knusprig, fielen aber - was das Fleisch betraf - etwas zu trocken aus. Zum Dippen ok, zum Pur-Essen etwas zu staubig.
Die in Backteig gehüllten Garnelen waren eindeutig zu fettig. Hier wäre der nicht ganz so saugfähige Tempurateig eine Alternative gewesen. Über das totfrittierte Schweinefleisch lege ich besser den Mantel des Schweigens. Nur so viel dazu: es schmeckte eher bescheiden und hatte bei seinem Bad im Fett-Jacuzzi sämtliche fleischliche Textur eingebüßt. In einer Blindverkostung hätte ich irgendwo zwischen Soja-Chips und Beef Jerky eingecheckt.
Über die beiden anderen Hauptgerichte, die ich mir hier schon einverleibte, kann ich wesentlich Positiveres berichten. Das „Panaeng Gai“ (Hühner-Curry, 7,80 Euro) zeichnete sich durch eine eher milde Schärfe und eine von der Kaffir-Limette herrührende Frische aus. Man hatte nicht mit der Zugabe von Kokosmilch gespart und so mutete das in einer ovalen Schüssel servierte Thai-Gericht eher wie ein mit reichlich Einlage versehener Asia-Suppeneintopf an. Grüne Bohnen und rote Paprika brachten mit als Rot-Grün-Schwachen fast zur Verzweiflung. Um der üppigen Menge an Sauce Herr zu werden, musste ich sogar noch eine kleine Portion Reis nachordern, die kulanterweise nicht berechnet wurde.
Ein ähnliches Bild bei dem mit „Ped Pad Gra Pau“ betitelten Wokgericht, das mit knusprig gegrillter Ente – die lässt Jochen ganz brutal global aus Thailand „einfliegen“ – on Top daherkam. Hier verhalf herzhaft duftendes Thai-Basilikum der auf Soja-Basis geköchelten Sauce zu mehr aromatischer Tiefe. Bambussprossen, Zwiebeln, Bohnen und Paprika schwammen in der Umami-Brühe, der wohl mit ein wenig MNG geschmacklich auf die Sprünge geholfen wurde. Ein leichtes Bitzeln auf der Zunge entlarvte das Quäntchen E621 im Abgang. Das Fleisch der Ente fiel zwar recht saftig aus, tendierte aber nach kurzer Nachgarzeit ins Gummiartige, wie man das häufig bei Asia-Ware feststellt. Sicherlich nicht das nachhaltigste Geflügelgericht meines Lebens, aber für 10,80 Euro auf jeden Fall preiswerter als der sonst über das Szechuan-Gemüse gelegte Gummiadler beim Otto-Banal-Chinesen.
Klar kommt es in erster Linie auf das an, was auf dem Teller liegt bzw. in der Schale schwimmt, aber mit einem angenehmeren äußeren Erscheinungsbild würde das Knielinger Thai-Lokal sicherlich auch am Mittag mehr Gäste anlocken. Dennoch ist das „Emily’s“ eine sättigende und auch preisgünstige Alternative zu den bereits rezensierten Läden in der Umgebung. Wer keine MNG-Intoleranz hat, Frittiertes gut verträgt und das Saucenbad dem Saucenspiegel vorzieht, der ist in der Eggensteiner Straße 11 gut aufgehoben. Und manchmal reicht das ja auch.
Schon dreimal war ich in den letzten Wochen bei Jochen. Was wie ein platter Treppenwitz klingt, ist jedoch genau so passiert. Und zwar in der Eggensteiner Straße 11 im Karlsruher Stadtteil Knielingen. Ehrlich gesagt bin ich vorher einige Male an dem nicht gerade einladend wirkenden Thai-Lokal vorbeigefahren ohne davon groß Notiz zu nehmen. Mit „Bonjour, Tristesse!“ würde ein von mir sehr geschätzter GG-Schreiberling die in die Jahre gekommene Fassade treffend analysieren. Aber die kulinarische Neugier siegte über das eher schmucklose... mehr lesen
Emily's Thai Spezialitäten
Emily's Thai Spezialitäten€-€€€Restaurant0721 86486901Eggensteiner Str. 11, 76187 Karlsruhe
3.0 stars -
"Karlsruher Mittagstisch – Teil 5: Wer sich nicht vom äußeren Erscheinungsbild abschrecken lässt, kann sich hier großzügig portionierte Thai-Gerichte schmecken lassen" Ehemalige UserSchon dreimal war ich in den letzten Wochen bei Jochen. Was wie ein platter Treppenwitz klingt, ist jedoch genau so passiert. Und zwar in der Eggensteiner Straße 11 im Karlsruher Stadtteil Knielingen. Ehrlich gesagt bin ich vorher einige Male an dem nicht gerade einladend wirkenden Thai-Lokal vorbeigefahren ohne davon groß Notiz zu nehmen. Mit „Bonjour, Tristesse!“ würde ein von mir sehr geschätzter GG-Schreiberling die in die Jahre gekommene Fassade treffend analysieren. Aber die kulinarische Neugier siegte über das eher schmucklose
Besucht am 22.03.2019Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 114 EUR
Was hat uns hierher getrieben? Leider keine Bewertung hier im GG, also mal mit Google Maps gesucht und gefunden. Ausschlaggebend war neben dem für mich verlockenden Restaurantnamen "Weingut" auch die sehr ansprechende Homepage mit der Aussage "Das WEINGUT lädt ein zum Entdecken, Erleben und Genießen." Also einen Tisch reserviert und das war gut so, denn ohne hätten wir keine Chance gehabt. Total gemischtes Publikum, alt und jung, leger und elegant und nach meinem Empfinden überwiegend Passauer die hier anwesend waren.
Es wirkt gemütlich und einladend. Viel Dekoration mit Weinflaschen und Weinkisten.
Neben der Standardkarte sind Tagesgerichte auf Tafeln vermerkt.
Zur „Einstimmung“ gönnten wir uns einen Aperol Sprizz (EUR 5,50) und ein Gläschen Weingut Bio Frizzante trocken (EUR 4,50).
Brot & Butter kam unaufgefordert.
Die Speisekarte ist nicht überlaufen, klein und fein. Beide wählten wir etwas „von der Tafel“. Meine bessere Hälfte wählte das Skrei-Loinfilet mit Rote Bete Creme / Rieslinggurken / Dillkartoffeln / Apfel-Krenschaum (EUR 24,—). Ein gutes Stück Winterkabeljau, sehr saftig und das mit einem Rote-Beete-Schaum der Extraklasse. Leichte Säure, fantastisch abgeschmeckt. Der Hinweis meiner Frau: „Ein Lätzchen dazu würde die kleinen roten Sprenkel auf der Bluse vermeiden….“ - die Küche ist dafür aber nicht Schuld, also für die Flecken.
Mir gefiel das Jungbullenfilet, wenn ich mich recht erinnere 200 gr., zu EUR 26,—, hinzu kommen die Belgischen Pommes (EUR 3,90) und die Pfeffersoße (EUR 2,20), ergibt einen Gesamtpreis von EUR 32,10. Das war es aber auch wert! Das Fleisch mit einer sehr guten Qualität, perfekt gebraten, die Pfeffersoße entsprach ihrem Namen und sogar die Pommes sind des Lobes erwähnenswert.
Dazu tranken wir einen Grünen Veltiner Alte Reben zu EUR 29,—/Flasche. Sehr angenehmer Wein.
Unser „flüssiger Nachtisch“ ein Wilhelm Marx Edelgeist - die Himbeere (EUR 7,50). Den Hasugeist oder -brand gibt es ab EUR 4,90. Ein Espresso kostet hier zum Abschluss EUR 2,20 - fair.
Uns hat alles sehr gut gefallen, die Lokalität, der freundliche Service, das Essen und der Wein. Der Himbeergeist ebenso!
Was hat uns hierher getrieben? Leider keine Bewertung hier im GG, also mal mit Google Maps gesucht und gefunden. Ausschlaggebend war neben dem für mich verlockenden Restaurantnamen "Weingut" auch die sehr ansprechende Homepage mit der Aussage "Das WEINGUT lädt ein zum Entdecken, Erleben und Genießen." Also einen Tisch reserviert und das war gut so, denn ohne hätten wir keine Chance gehabt. Total gemischtes Publikum, alt und jung, leger und elegant und nach meinem Empfinden überwiegend Passauer die hier anwesend waren.
Es... mehr lesen
4.0 stars -
"Eine gute Adresse für Wein und Essen mitten in der Altstadt von Passau" Ehemalige UserWas hat uns hierher getrieben? Leider keine Bewertung hier im GG, also mal mit Google Maps gesucht und gefunden. Ausschlaggebend war neben dem für mich verlockenden Restaurantnamen "Weingut" auch die sehr ansprechende Homepage mit der Aussage "Das WEINGUT lädt ein zum Entdecken, Erleben und Genießen." Also einen Tisch reserviert und das war gut so, denn ohne hätten wir keine Chance gehabt. Total gemischtes Publikum, alt und jung, leger und elegant und nach meinem Empfinden überwiegend Passauer die hier anwesend waren.
Es
Besucht am 18.03.2019Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Messezeit in Nürnberg, alles voll und hektisch. Ohne Reservierung läuft eigentlich gar nichts, aber mit Glück noch einen Tisch ergattert. Wir wurden zum Tisch begleitet und kurz darauf erhielten wir die Speisekarten.
Das Lokal ist rustikal mit sehr viel Holz. Teilweise kleine gemütliche Ecken, allerdings eine Vielzahl von Gästen und somit auch ein entsprechender Lärmpegel.
Schon jetzt wurden wir gefragt, ob wir einen Getränkewunsch hätten und ich entschied mich für das angebotene rote Bier. Es ist süffig, aber für einen Altbier-Trinker etwas zu süß. Das spätere Dunkel entsprach deutlich mehr meinem Geschmack.
Die bestellte Leberknödelsuppe war heiß, gut gewürzt und mit zwei Leberknödel, nicht fest zusammen gepappt, sondern locker und ebenfalls geschmacklich gut.
Was ist man in Nürnberg, jawohl Nürnberger Würstl mit Kraut, 6 oder 9 oder sogar 12? ich nahm 12. Gut gegrillte Würstchen, nicht fettig, serviert auf einem Zinn-Herz-Teller. Dazu Sauerkraut, fein abgestimmt mit etwas Kümmel und leicht cremig. Es war das, was ich erwartet hatte. Einfache Küche. Es gab ferner noch frisches Brot dazu.
Fazit für mich ist, dass es trotz Hochbetrieb gutes Essen mit freundlichem Service gibt.
Messezeit in Nürnberg, alles voll und hektisch. Ohne Reservierung läuft eigentlich gar nichts, aber mit Glück noch einen Tisch ergattert. Wir wurden zum Tisch begleitet und kurz darauf erhielten wir die Speisekarten.
Das Lokal ist rustikal mit sehr viel Holz. Teilweise kleine gemütliche Ecken, allerdings eine Vielzahl von Gästen und somit auch ein entsprechender Lärmpegel.
Schon jetzt wurden wir gefragt, ob wir einen Getränkewunsch hätten und ich entschied mich für das angebotene rote Bier. Es ist süffig, aber für einen Altbier-Trinker etwas... mehr lesen
4.0 stars -
"Institution, touristisch, rustikal mit nettem Service" Ehemalige UserMessezeit in Nürnberg, alles voll und hektisch. Ohne Reservierung läuft eigentlich gar nichts, aber mit Glück noch einen Tisch ergattert. Wir wurden zum Tisch begleitet und kurz darauf erhielten wir die Speisekarten.
Das Lokal ist rustikal mit sehr viel Holz. Teilweise kleine gemütliche Ecken, allerdings eine Vielzahl von Gästen und somit auch ein entsprechender Lärmpegel.
Schon jetzt wurden wir gefragt, ob wir einen Getränkewunsch hätten und ich entschied mich für das angebotene rote Bier. Es ist süffig, aber für einen Altbier-Trinker etwas
Ein uriger Platz mit Dampfmaschine, Braukessel und vielen, vielen alten Details. Leider muss die Kulturbrauerei zum Monatsende für immer schließen, da Investoren andere Pläne haben. Das Gebäude wird komplett abgerissen.
Ich durfte diese Woche nochmals das Essen in Buffetform anläßlich eine großen Messe in Nürnberg genießen. Leckeres Bier, gute Küche (kleine Ausnahme beim Nachtisch) und tolle Ambiente....
Schade!
Ein uriger Platz mit Dampfmaschine, Braukessel und vielen, vielen alten Details. Leider muss die Kulturbrauerei zum Monatsende für immer schließen, da Investoren andere Pläne haben. Das Gebäude wird komplett abgerissen.
Ich durfte diese Woche nochmals das Essen in Buffetform anläßlich eine großen Messe in Nürnberg genießen. Leckeres Bier, gute Küche (kleine Ausnahme beim Nachtisch) und tolle Ambiente....
Schade!
stars -
"Die Kulturbrauerei schließt zum Monatsende!" Ehemalige UserEin uriger Platz mit Dampfmaschine, Braukessel und vielen, vielen alten Details. Leider muss die Kulturbrauerei zum Monatsende für immer schließen, da Investoren andere Pläne haben. Das Gebäude wird komplett abgerissen.
Ich durfte diese Woche nochmals das Essen in Buffetform anläßlich eine großen Messe in Nürnberg genießen. Leckeres Bier, gute Küche (kleine Ausnahme beim Nachtisch) und tolle Ambiente....
Schade!
Besucht am 30.01.2019Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 89 EUR
Ende Januar kam es zu einem spontanen Abendessen mit dem Kollegen Daueresser. Die Idee, das im Mannheimer Stadtteil Lindenhof beheimatete Restaurant „Hans Walter“ einmal gemeinsam unter die Lupe zu nehmen, stammte natürlich von ihm. Der Mannheimer Foodscout, der erst kürzlich mit der Collini-Medaille in Silber ausgezeichnet wurde, schwärmte in den höchsten Tönen nach einem dort genossenen Mittagstisch. Der ungewöhnliche Name des Lokals ließ zunächst nicht auf deutsch-französisch inspirierte Landküche schließen. Doch soll man ein Buch ja nicht nach seinem Umschlag beurteilen und so erlebten wir einen überraschend genussvollen Abend, der uns in unverkrampft lässiger Atmosphäre die ehrlich gekochte Bistroküche von Florian Haas bescherte. Kollege Daueresser hat vor ein paar Wochen einen höchst amüsanten Bericht dazu vorgelegt. Hier nun die „Nachlese“…
Seit September 2017 führt Haas dieses kleine Fleckchen „Savoir vivre“ in der Quadratestadt. Dabei besann er sich bei der Namensfindung auf seine kulinarischen Wurzeln. Sein Großvater Hans war Bäckermeister und leidenschaftlicher Anhänger einer klassisch deutschen Küche, während sein weltoffener Opa Walter in Frankreich kochen gelernt und lange an der badisch-elsässischen Grenze als Küchenmeister gearbeitet hatte. Und so stehen heute die Namen Hans und Walter sinnbildlich für den deutsch-französischen Küchenmix des Bistros an der Meerfeldstraße.
Schon von außen hieß uns die gemütliche Beleuchtung des Restaurants durch seine hohe Fensterfront wärmstens willkommen. Der geschmackvoll eingerichtete Gastraum hatte mächtig viel französisches Flair zu bieten. Das etwas rustikal wirkende Bistromobiliar kam dabei ganz locker ohne Tischdecken aus. Dafür glänzten uns polierte Weingläser von zünftigen Tischplatten aus Naturholz entgegen. Die dunklen Wände und die auf dem Fliesenboden ausliegenden Teppiche sorgten zusätzlich für stimmungsvolle Behaglichkeit.
In die Decke eingelassene Strahler, dezente Wandleuchten und ein paar freihängende Retro-Lampen zeichneten sich für die angenehmen Lichtverhältnisse verantwortlich. Flackerndes Kerzenlicht drang aus gläsernen Windlichtern, gedämpfte Klaviermusik trug zur akustischen Entspannung bei. Wäre da nicht das Restaurantlogo mit den beiden urdeutschen Namen gewesen, wir hätten die männliche Servicekraft glatt mit einem freundlichen „Bonsoir“ begrüßt.
Der Schriftzug „Straße des Handwerks“ leuchtete nicht zufällig über dem Eingang zur Küche, denn für den Pfälzer Küchenchef Florian Haas hat Hausgemachtes oberste Priorität. Der gelernte Koch und Konditor, der vorher im Mannheimer Sternerestaurant Marly gearbeitet hat, zeigte uns schon auf der Schiefertafel mit den Empfehlungen, wie er die deutsch-französische Freundschaft kulinarisch aufzuarbeiten gedachte.
Rinderkraftbrühe (6,90 Euro), Tête de Veau (Kalbskopf) mit Meerrettich-Vinaigrette (9,90 Euro), Kalbsrahmbraten mit Spätzle (21,90 Euro) und Moules Frites (18,70 Euro) standen da in Kreide einträchtig untereinander geschrieben. Für Süßmäuler wartete Mousse au chocolat mit diversen Sorbets (9,90 Euro) sowie das beschwipste Hefekuchendessert namens Baba au Rhum (8,20 Euro).
Auch die Speiseauswahl von der Standardkarte suggerierte franko-germanische Gutbürgerlichkeit. Deftiges aus der heimischen Fleischküche, wie das panierte Schnitzel „Wiener Art“ (14,80 Euro) oder die Rinderroulade à la Opa Walter (17,90 Euro), wechselte sich mit klassischer französischer Hausmannskost ab. Gebackene Boudin noir mit Apfel-Zwiebel-Sauce und Kartoffelpüree (17,80 Euro), Kabeljau auf Rahmkraut (21,90 Euro), Coq au vin „classique“ vom Schwarzfederhuhn (16,70 Euro) sowie das mit Café-de-Paris-Butter und selbstgemachten Fritten servierte Entrecôte (26,90 Euro) durften da natürlich nicht fehlen.
Das Drei-Gang-Menü, bestehend aus einem halben Dutzend Weinbergschnecken in Knoblauch-Gewürzbutter, Schweinemedaillons in Champignonrahmsauce sowie ein paar Kugeln Sorbet kam gerade mal auf 28 Euro. Preislich bewegte man sich bei den Hauptgerichten meist zwischen 15 und 20, bei den Vorspeisen knapp über oder unter 10 Euro.
Für den Männerdurst hatte man sogar ein Helles Augustiner vom Fass (0,5l für 5,10 Euro) auf Lager. Außerdem standen zwei preisgünstige Hausweine vom Weingut Pflüger aus Bad Dürkheim sowie acht verschiedene Weine im offenen Ausschank zur Verfügung. Flaschenweine außer der Reihe gab es wahrscheinlich auf Anfrage, so meine Vermutung.
Doch der Mannheimer Weizenbiertrinker präferierte eine Erdinger Urweisse aus der Halbliterflasche für sportliche 5,10 Euro. Meine Entscheidung fiel zunächst auf einen trockenen Roten aus dem Languedoc von Hecht & Bannier (8,90 Euro für 0,2l). Später gesellte sich noch ein etwas flacherer Côte du Rhône namens „Quatre Cépages“ (7,20 Euro für 0,2l) von Laudun Chusclan Vignerons dazu. Bei den Getränkepreisen ging es also schon wesentlich städtischer zu. Die 0,75l-Flasche Mineralwasser der Marke Selters lag bei gerade noch akzeptablen 5,50 Euro.
Die Rebsorten Carignan und Syrah sorgten bei der ersten, recht vollmundigen Cuvée für kraftvolle Eleganz im Glas. Kräftig ging es auch bei unseren Vorspeisen zu. Meine Rinderkraftbrühe (6,90 Euro) punktete mit üppigem Fleischgeschmack, angenehmer Säure und fluffigen Markklößchen, die vielleicht eine Spur zu sehr nach Knochenmark schmeckten. Spätestens bei den Pfälzer Tapas „neuinterpretiert“ lagen wir jedoch goldrichtig. Hier präsentierte uns Florian Haas Pfälzer Leibspeisen im Kleinformat. Das Material dafür stammte von seinem Hausmetzger aus Mutterstadt. Die Hausmacher Leberwurst hatte Format. Er rollte sie zu einer von krossem Zwiebelcrunch ummantelten Praline. Diese schmierten wir auf das hausgebackene Graubrot, das in seiner Tüte aus Butterbrotpapier an alte Schultage erinnerte.
Fein abgeschmeckt war auch das Häufchen Weinsauerkraut, auf dem ein angebratener Mini-Saumagen thronte. Die Blutwurst packte Haas in eine kross frittierte Wan-Tan-Hülle, während er das mit Essig-Öl angemachte Schwartenmagen-Carpaccio mit Kapern, getrockneten Tomaten, gereiftem Parmesan und Oliven in Richtung Mittelmeer verschob. Die jeweils 8,20 Euro waren für das komplette, vierteilige Tapas-Sortiment sehr gut angelegt.
Bei unseren beiden Hauptgängen gaben wir den deutschen Hausmannskostklassikern den Vorzug. Die mürbe geschmorte, nach Hausfrauenart mit Gurke gefüllte Rinderroulade (17,90 Euro) kam als stattliche Portion mit selbstgemachten Eierspätzle und einer kräftigen Sauce auf den Teller. Separat dazu wurde noch ein Schälchen mit aromatisch duftendem Rotkraut gereicht. Die fluffige Schwabenbeilage wurde kurz vor dem Servieren noch einmal in Butter geschwenkt, was für zusätzlichen Kick am Gaumen sorgte.
Beim Kalbsrahmbraten (21,90 Euro) wurde der ursprünglich geplante Blumenkohlsalat problemlos in einen mit delikatem Kartoffel-Preiselbeer-Dressing angemachten Feldsalat umgewandelt. Auch hier überzeugte die nicht zu helle Rahmsauce auf ganzer Linie. Die beiden beachtlichen Fleischscheiben wiesen eine saftig-mürbe Konsistenz auf. Ihr delikater Kalbsgeschmack erfuhr durch die kräftige Jus kongeniale Unterstützung. Mit deskriptiven Floskeln wie „ehrlich gekocht“ oder „traumhaft“ bis hin zu „sagenhaft geil“ huldigten die beiden Schmortopfenthusiasten dem Soßengott, den sie hier Florian nannten. Zusammen mit den herrlich zarten Butterspätzle war das ein Leib- und Seelengericht im bestbürgerlichen Sinne, welches uns hochzufrieden die Stoffservietten in das leergefutterte Porzellan legen ließ. So geht schmackhafte Hausmannskost mit Anspruch.
Fazit:
Man sollte schon ein geübter Esser sein, denn hungrig geht aus dem „Hans Walter“ keiner raus. Selbst auf das Dessert mussten wir aufgrund der Portionsgrößen verzichten. Service und Ambiente empfanden wir als äußerst angenehm. Die legere Umgebung fand auf den unprätentiös angerichteten Tellern ihre passende Fortsetzung. Ohne viel Chi-Chi, aber mit ganz viel Geschmack bot Florian Haas herzerwärmendes Soulfood, das den französisch-deutschen Brückenschlag stimmig vollzog. Kochlegende Paul Bocuse, der von einem großformatigen Foto in der Küche dem Chefkoch Haas tagtäglich auf die Finger schaut, sagte einmal: „Ein saftiges Bohnenkraut ist besser als ein trockener Hummer!“ Recht hatte er.
Ende Januar kam es zu einem spontanen Abendessen mit dem Kollegen Daueresser. Die Idee, das im Mannheimer Stadtteil Lindenhof beheimatete Restaurant „Hans Walter“ einmal gemeinsam unter die Lupe zu nehmen, stammte natürlich von ihm. Der Mannheimer Foodscout, der erst kürzlich mit der Collini-Medaille in Silber ausgezeichnet wurde, schwärmte in den höchsten Tönen nach einem dort genossenen Mittagstisch. Der ungewöhnliche Name des Lokals ließ zunächst nicht auf deutsch-französisch inspirierte Landküche schließen. Doch soll man ein Buch ja nicht nach seinem Umschlag... mehr lesen
Restaurant Hans Walter
Restaurant Hans Walter€-€€€Restaurant0621-39184365Meerfeldstr. 81, 68163 Mannheim
4.5 stars -
"Charmantes Mannheimer Bistro, in dem sich deutsch-französisches Soulfood in entspannter Atmosphäre genießen lässt" Ehemalige UserEnde Januar kam es zu einem spontanen Abendessen mit dem Kollegen Daueresser. Die Idee, das im Mannheimer Stadtteil Lindenhof beheimatete Restaurant „Hans Walter“ einmal gemeinsam unter die Lupe zu nehmen, stammte natürlich von ihm. Der Mannheimer Foodscout, der erst kürzlich mit der Collini-Medaille in Silber ausgezeichnet wurde, schwärmte in den höchsten Tönen nach einem dort genossenen Mittagstisch. Der ungewöhnliche Name des Lokals ließ zunächst nicht auf deutsch-französisch inspirierte Landküche schließen. Doch soll man ein Buch ja nicht nach seinem Umschlag
Besucht am 20.03.2019Besuchszeit: Mittagessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 28 EUR
Das Schweinske in Bramfeld liegt direkt an einer großen Durchgangsstraße mit wenigen nahegelegenen Parkplätzen.
Das Lokal selbst ist nett rustikal eingerichtet, spricht aber sicherlich gerade deshalb generationsübergreifend die Gäste an.
Die angebotenen Gerichte stammen mehrheitlich aus dem norddeutschen Raum und werden der Saison angepasst. Neben der Speisekarte gibt es auch eine Mittagskarte mit wenigen aber sehr günstigen Gerichten. Beim Fleisch liegt der Schwerpunkt beim Schwein, der Name ist also Programm.
Wir bestellten Kartoffel mit Sour Cream, Leber und Mix Grillteller, vorab gibt es frische Brötchen und für jeden einen großen Softdrink.
Die Portionen sind ausreichend groß und handwerklich solide zubereitet. "Große Küche" war es nicht, hat aber auch keiner erwartet.
Die Leute vom Service sind ausgesucht nett.
Beim Schweinske handelt es sich um eine Restaurantkette, kennst Du eins, kennst Du alle.
Solides Essen für sehr günstige Preise!
Das Schweinske in Bramfeld liegt direkt an einer großen Durchgangsstraße mit wenigen nahegelegenen Parkplätzen.
Das Lokal selbst ist nett rustikal eingerichtet, spricht aber sicherlich gerade deshalb generationsübergreifend die Gäste an.
Die angebotenen Gerichte stammen mehrheitlich aus dem norddeutschen Raum und werden der Saison angepasst. Neben der Speisekarte gibt es auch eine Mittagskarte mit wenigen aber sehr günstigen Gerichten. Beim Fleisch liegt der Schwerpunkt beim Schwein, der Name ist also Programm.
Wir bestellten Kartoffel mit Sour Cream, Leber und Mix Grillteller, vorab gibt es frische Brötchen und für jeden einen großen Softdrink.
Die Portionen sind ausreichend groß und handwerklich solide zubereitet. "Große Küche" war es nicht, hat aber auch keiner erwartet.
Die Leute vom Service sind ausgesucht nett.
Beim Schweinske handelt es sich um eine Restaurantkette, kennst Du eins, kennst Du alle.
Solides Essen für sehr günstige Preise!
3.5 stars -
"Preiswert essen gehen" Ehemalige UserDas Schweinske in Bramfeld liegt direkt an einer großen Durchgangsstraße mit wenigen nahegelegenen Parkplätzen.
Das Lokal selbst ist nett rustikal eingerichtet, spricht aber sicherlich gerade deshalb generationsübergreifend die Gäste an.
Die angebotenen Gerichte stammen mehrheitlich aus dem norddeutschen Raum und werden der Saison angepasst. Neben der Speisekarte gibt es auch eine Mittagskarte mit wenigen aber sehr günstigen Gerichten. Beim Fleisch liegt der Schwerpunkt beim Schwein, der Name ist also Programm.
Wir bestellten Kartoffel mit Sour Cream, Leber und Mix Grillteller, vorab gibt es
Wir haben das Restaurant L`Ancora zur Mittagszeit besucht. Das Lokal war mäßig besucht, was aber garantiert am Hamburger Schietwetter gelegen hat.
Das L`Ancora bietet einen günstigen Mittagstisch an. Wir entschieden uns für den Fischteller, bestehend aus drei Filet vom Lachs, Rotbarsch und Seeteufel in Weißweinsoße, dazu Gemüse und Kartoffeln. Alles frisch und sehr lecker.
Das Personal war sehr höflich und aufmerksam.
Wir hatten keinen Grund zum Meckern.
Wir haben das Restaurant L`Ancora zur Mittagszeit besucht. Das Lokal war mäßig besucht, was aber garantiert am Hamburger Schietwetter gelegen hat.
Das L`Ancora bietet einen günstigen Mittagstisch an. Wir entschieden uns für den Fischteller, bestehend aus drei Filet vom Lachs, Rotbarsch und Seeteufel in Weißweinsoße, dazu Gemüse und Kartoffeln. Alles frisch und sehr lecker.
Das Personal war sehr höflich und aufmerksam.
Wir hatten keinen Grund zum Meckern.
4.0 stars -
"Gut essen am Hafen" Ehemalige UserWir haben das Restaurant L`Ancora zur Mittagszeit besucht. Das Lokal war mäßig besucht, was aber garantiert am Hamburger Schietwetter gelegen hat.
Das L`Ancora bietet einen günstigen Mittagstisch an. Wir entschieden uns für den Fischteller, bestehend aus drei Filet vom Lachs, Rotbarsch und Seeteufel in Weißweinsoße, dazu Gemüse und Kartoffeln. Alles frisch und sehr lecker.
Das Personal war sehr höflich und aufmerksam.
Wir hatten keinen Grund zum Meckern.
Besucht am 18.01.2019Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 29 EUR
Was eigentlich als dritter Teil der Landauer Burgerinitiative geplant war, wurde zu einem unerwartet orientalischen Abend in der neu gestalteten Clubhausgaststätte, die unter der Leitung von Dirk Buhrmann mit einer Art syrisch-deutschen Integrationsküche für Aufsehen sorgt. Buhrmann betreibt seit August 2018 das Vereinslokal des SV Landau West auf der Wollmesheimer Höhe und hat dem Fußballerschuppen ein neues Konzept verpasst. Selbst jahrelang in der Systemgastronomie tätig, weiß Buhrmann, wie man ein solches Vorhaben organisatorisch auf die Kette kriegt. Und so waren es auch seine Kontakte, die ihm einen syrischen Küchenchef bescherten.
Mit Munzer Almasry, der in seinem Heimatland auch als Konditor tätig war, hat er einen richtig guten Fang gemacht und sein anfängliches auf Burger, Rumpsteak und Fingerfood ausgelegtes Speiseprogramm um arabisch-orientalische Gerichte erweitert. Der unorthodoxe Küchenmix aus Burgern und Baba Ganoush bzw. Rumpsteak und Kabsa (traditionelles arabisches Reisgericht) kommt gut an. In der nicht gerade besonders vielfältigen Landauer Gastroszene stellt der neue „Clubhaus-Syrer“ eine erfreuliche Alternative dar.
Etwas versteckt im Wohngebiet, direkt hinter dem Siedlerheim Wollmesheimer Höhe gelegen, befindet sich das Vereinsheim mit Blick auf den gepflegten Rasenplatz des SV Landau West. Ein paar Stufen geht es hoch und man steht auf der hübsch angelegten Außenterrasse, auf der sich lauschige Sommerabende sicher ganz vortrefflich genießen lassen. Selbst von draußen dürfte man das Treiben auf der mächtigen Großbildleinwand im Inneren des Lokals ohne weiteres beobachten können. Denn eines wurde mir schon beim Betreten der Clubhausgaststätte klar: hier kommen die „skylosen“ Fußballfans voll auf ihre Kosten.
Als wir an jenem Freitagabend zum ersten Mal „beim Dirk“ aufschlugen, war nicht ganz so viel los wie beim letzten Champions-League-Spiel der Bayern. Der Beamer an der Decke strahlte eher in sich gekehrt im „Off-Modus“. Das neuwertige Mobiliar in hellem Holzton atmete keineswegs den Muff in die Jahre gekommener Vereinslokale. Hier wurde ordentlich renoviert, was nicht nur das dunkle Holzlaminat des Bodens suggerierte. Ein gepflegter Thekenbereich (ganz wichtig für die durstigen Kicker!), gerahmte Fußballnostalgie an den Wänden, ein paar grüne Topfpflanzentupfer und eine für meinen Geschmack etwas zu helle Deckenbeleuchtung prägten das propere Ambiente des großzügigen Gastraumes.
Je nachdem wie viel gerade los ist, teilen sich Munzer und Dirk die Arbeit in der Küche. Ein paar junge Aushilfen haben dann im Service alle Hände voll zu tun. Dem jungen Mädel, das uns an jenem Abend bediente, machte die Arbeit sichtlich Freude. Die Speisenauswahl ist auf ein Klemmbrett geheftet. Auf rotes Papier wurde das Essen, auf blaues das Getränkeangebot kopiert. Auf den ersten beiden Seiten ging es orientalisch zu. Mit Mutabbal (Auberginenpüree), Baba Ghanoush (Auberginen-/Sesamdip) und Hummus wurden drei mit dem Pürierstab hergestellte Mezze-Klassiker auf einem Teller als „Starter-Mix“ (4,50 Euro) angeboten. Falafel wurde als Burger (6,50 Euro), im Sandwich (4 Euro) oder als Spezialteller mit frittierter Aubergine, Salat, Joghurtsauce, Hummus und Baba Ghanoush (10,50 Euro) angeboten.
Kabsa (arabisches Reisgericht mit Hähnchenfleisch), Makluba-Reistopf mit Hackfleisch und Aubergine sowie der Bombay Teller, auf dem Pulled Chicken von einer Curry-Ananas-Sauce und orientalischem Reis begleitet wird, komplettieren den kulinarischen Ausflug in den Nahen Osten. Das 250 Gramm schwere Rumpsteak kommt mit kleinem Salat, Zwiebelconfit und frischem Meerrettich (oder Kräuterbutter) auf den Teller. Zusammen mit den an frittierte Bratkartoffeln erinnernden Pommes Chips (noch mit Haut) belief sich das fleischgewordene Gutbürgerstück auf faire 17,50 Euro. Ein wenig Fingerfood vom Hühnerbein bzw. -flügel sowie acht verschiedene Burgervarianten ergänzten das vielfältige Speiseprogramm, das sicher nicht nur bei hungrigen Sportlern Anklang findet.
Auch bei den Getränkepreisen wird erstaunlich gastfreundlich kalkuliert. Das Flens fließt für 4 Euro vom Fass ins 0,4l-Glas, die Flasche Mineralwasser schlägt mit gerade mal 2,50 Euro zu Buche. Der Verzicht auf Coca-Cola und Co. wurde mit diversen Erfrischungsgetränken der Marke „Fritz“ kompensiert. Aber auch hier bleibt man preislich auf dem Boden. Über die 2,50 Euro für das 0,33l-Fläschchen kann man nicht meckern. Das von mir favorisierte Helle von der Schlossbrauerei Maxlrain entpuppte sich als süffiger Gerstensaft aus dem schönen Oberbayern und wurde mit 3,40 Euro (0,5l-Flasche) berechnet.
Uns war ganz nach orientalischer Kost zumute, weshalb wir uns für den bereits erwähnten Starter-Mix als Vorspeise, gefolgt von einem Falafel-Teller (7 Euro) und einem Falafel-Burger entschieden. Die Schale Pommes (3 Euro) zum Teilen durfte natürlich nicht fehlen. In die pürierten Mezze-Dips tunkten wir dünnes Fladenbrot, dem es leider ein wenig an Frische mangelte. Das war nicht weiter tragisch, schmeckten doch alle drei Orientpürees hervorragend. Der Hummus bestach durch seine aromatische Kreuzkümmelnote und hatte durch den wohldosierten Einsatz von Zitronensaft genügend Frische im Repertoire. Das aus Aubergine und Sesampaste zubereitete Baba Ghanoush stand ihm geschmacklich in nichts nach. Genau wie das fruchtig-rauchige Auberginenpüree namens Mutabbal kam es mit Granatapfelkernen getoppt und mit etwas Olivenöl beträufelt auf den länglichen Teller. Alle drei Mezze-Dips waren sehr fein abgeschmeckt und stimmten uns gut auf die bald folgenden Hauptspeisen ein. Und das zu einem sagenhaften Preis-Genuss-Verhältnis.
Ähnlich lobend muss ich mich über meine fünf kross frittierten Kichererbsen-Bällchen äußern. Zusammen mit einer leichten Knoblauchsauce (in einer Extraschale), einem säuerlich angemachten Salätchen sowie ein wenig Fladenbrot war das ein äußerst herzhafter und gut sättigender Teller. Die gekonnt gewürzten Orientkroketten waren im Inneren noch leicht fluffig und dufteten herrlich nahöstlich nach Kreuzkümmel, Koriander und Co. Zugegeben: ich kann mich wirklich nicht erinnern, jemals bessere Falafel gegessen zu haben. Geschmacklich waren die üblicherweise im Wrap oder im Fladenbrot servierten Frittierkugeln aus dem Land der lachenden Hülsenfrucht ihren Artverwandten aus dem Döner- bzw. Imbissladen meilenweit voraus. Der Fall war klar: Herr Munzer Almasry hatte anscheinend so richtig einen an der Falafel und das richtige Händchen, wenn es ums Würzen der selbigen ging. Meine Verlobte sah das nach dem Genuss ihres Falafel-Burgers übrigens ganz genauso.
Bei den Pommes tippte ich zuerst auf selbstgemachte Ware, was jedoch Dirk Buhrmann grinsend verneinte. Verblüfft über die tolle Qualität dieses Convenience-Produkts dippte ich die krossen „Kartoffelschiffchen“ in das Schälchen mit der Knobi-Sauce und musste zugeben, dass Fertigfritten auf solchem Niveau den Selbstgeschnitzten bzw. -gestanzten nicht nur Konkurrenz machen, sondern diese sogar noch übertrumpfen.
Als süßen Abschluss gab es noch ein wenig Grießgebäck mit Dattelfüllung aufs Haus. Bei den in der arabischen Küche als Ma’amoul bezeichneten Keksen zeigte Munzner Almasry, dass er auch sein Konditorhandwerk nicht verlernt hatte. Das mürbe – und vor allem nicht zu süße Gebäck mit Degustationshintergrund verhieß Dattelglück im gemusterten Grießmäntelchen und schmeckte einfach himmlisch.
Bei einem Folgebesuch, als ich den Niedergang der bayrischen Fußballelite gegen die wie be“klopp“t aufspielende Mannschaft aus Liverpool live miterlebte, ließ ich mir meinen Avocado-Burger mit eben jenen Luxusfritten zu einem bieraufsaugenden Abendmahl pimpen. Meine Kumpels taten sich währenddessen am Falafel Teller Spezial mit Grillauberginen und drei verschiedenen Dips (10,50 Euro) gütlich. Wie sich später herausstellen sollte, blieben der famose Burgerteller und die prächtigen Frittierbälle die einzigen Lichtblicke an diesem tristen Fußballabend.
Nun, Championsleague-Spiele werden mich in der nächsten Zeit sicher nicht mehr zu meinem neuen Lieblingsdiner auf der Wollmesheimer Höhe führen. Wohl aber die handwerklich sauber gekochte und äußerst schmackhaft zubereitete Orientküche des „Clubhaus-Syrers“. Der freundliche Gastgeber macht hier jedenfalls eine ganze Menge richtig und das scheint sich herumzusprechen.
Was eigentlich als dritter Teil der Landauer Burgerinitiative geplant war, wurde zu einem unerwartet orientalischen Abend in der neu gestalteten Clubhausgaststätte, die unter der Leitung von Dirk Buhrmann mit einer Art syrisch-deutschen Integrationsküche für Aufsehen sorgt. Buhrmann betreibt seit August 2018 das Vereinslokal des SV Landau West auf der Wollmesheimer Höhe und hat dem Fußballerschuppen ein neues Konzept verpasst. Selbst jahrelang in der Systemgastronomie tätig, weiß Buhrmann, wie man ein solches Vorhaben organisatorisch auf die Kette kriegt. Und so waren... mehr lesen
Dirk's Diner
Dirk's Diner€-€€€Restaurant, Vereinsheim0634131961Barbarossastraße 16, 76829 Landau in der Pfalz
4.0 stars -
"Großartige Falafel bei Landaus neuem „Clubhaus-Syrer“" Ehemalige UserWas eigentlich als dritter Teil der Landauer Burgerinitiative geplant war, wurde zu einem unerwartet orientalischen Abend in der neu gestalteten Clubhausgaststätte, die unter der Leitung von Dirk Buhrmann mit einer Art syrisch-deutschen Integrationsküche für Aufsehen sorgt. Buhrmann betreibt seit August 2018 das Vereinslokal des SV Landau West auf der Wollmesheimer Höhe und hat dem Fußballerschuppen ein neues Konzept verpasst. Selbst jahrelang in der Systemgastronomie tätig, weiß Buhrmann, wie man ein solches Vorhaben organisatorisch auf die Kette kriegt. Und so waren
Geschrieben am 09.03.2019 2019-03-09| Aktualisiert am
09.01.2021
Besucht am 09.02.2019Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 19 EUR
Amerikanische Fastfoodkette mit sehr leckeren und individuell personalisierbaren Burgern. Dazu Fanta aus einem tollen Mischautomat.
Amerikanische Fastfoodkette mit sehr leckeren und individuell personalisierbaren Burgern. Dazu Fanta aus einem tollen Mischautomat.
Five Guys · CentrO
Five Guys · CentrO€-€€€Schnellrestaurant020888234404Centroallee 47, 46047 Oberhausen
5.0 stars -
"Fastfoodhype im Centro" Ehemalige UserAmerikanische Fastfoodkette mit sehr leckeren und individuell personalisierbaren Burgern. Dazu Fanta aus einem tollen Mischautomat.
4.5 stars -
"Süßes Cafe" Ehemalige UserSüßes Cafe in der Krefelder Innenstadt, das zudem vegane und laktosefreie Speisen anbietet. Kreative Auswahl an selbstgemachten Kuchen
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Keine Ahnung, wie lange der Laden schon existiert. Jochen hat es mir bestimmt erzählt, aber das menschliche Gedächtnis verdrängt auch gerne mal was. Nicht so leicht zu verdrängen ist das etwas in die Jahre gekommene Erscheinungsbild des Gebäudes, in dessen Parterre sich der Asia-Schuppen befindet. Die großen Schaufenster deuten auf eine frühere Nutzung als Verkaufsladen hin. Die hohe Fensterfront erhellt zweifellos den Raum, aber bei entsprechend intensivem Sonnenschein kann es leicht passieren, dass man als Gast mit dem Gargrad seiner Grillente auf dem Teller gleichzieht. Vielleicht würden ja ein paar Jalousien oder Vorhänge Abhilfe schaffen.
Ein ungewöhnlicher Mix aus altem Wirtshausmobiliar – entweder vom Vorgänger übernommen oder im Internet ersteigert – und Devotionalien aus Fernost erwartet den Gast beim Eintritt in das nicht besonders gemütlich wirkende Innere des Lokals. Dunkle, abgewetzte Fliesen, leidlich bequeme Polsterstühle, weißgestrichene Wände, mit Bambusmatten verkleidete Säulen und von der Decke baumelnde, bedruckte Asia-Schirme aus Bambus und Reispapier fielen mir ins Auge. Der Thekenbereich erinnerte an vergangene Kneipentage. Der frühere König Chulalongkorn, den sie auch Rama den Großen nannten, grüßte über der Eingangstür. In der Summe wirkte das Interieur recht behelfsmäßig zusammengestellt. Vielleicht tut sich da ja noch etwas in den kommenden Monaten bzw. Jahren.
Die Speisenkarte kam laminiert und in doppelseitig bedrucktem DIN-A3-Format an den Tisch. Ein Dutzend Vorspeisen, wovon die Hälfte aus der Suppenschüssel zu löffeln war, ein paar Salate, zehn verschiedene Wok-Gerichte bzw. Curries, Bratreis und Bratnudeln in diversen Ausführungen sowie fünfmal Fisch und fünfmal Vegetarisches stand da gelistet. Bei vielen Speisen konnte man – wie man es beim Asiaten gewohnt ist – die Fleisch- bzw. Fischeinlage wählen. Zwischen knuspriger Ente und gebratenem Huhn lag eine Preisspanne von 3 Euro.
Natürlich gab es die meisten Hauptgerichte auch in der Schweinefleisch-, Rindfleisch- oder der Garnelenversion. Preislich bewegte man sich zwischen 8 und 11 Euro, lediglich bei den Fischgerichten lag man mit 12,50 Euro (Pangasius) und 16,50 Euro (Tilapia) etwas höher. Aber letztere kommen für mich eh nicht in Frage, da die genannten Zuchtfische aus den Asia-Aquakulturen weder gut schmecken, noch besonders gesundheitsfördernd anmuten. „Da kann ich mir ja gleich ein paar Fetzen Küchenrolle einweichen, panieren und in die Pfanne schmeißen!“ sagte einmal ein overhypter deutscher TV-Koch auf die Frage, was er denn von Pangasius-Filet halte. Ich bin zwar selten seiner Meinung, aber hier stimme ich ihm absolut zu.
Die Personaldecke des kleinen Familienbetriebs ist überschaubar. Jochen schmeißt den Service und liefert Essen aus, seine Frau steht am Herd und auch seine Tochter hilft in der Küche. Die geht leider etwas zu Lasten der Sauberkeit im Gastraum. So dauerte es eine ganze Weile bis das Geschirr vom Nebentisch abgeräumt wurde. Bei meinem letzten Besuch Ende März musste ich das verschmutzte Tischset meines Voressers austauschen. Das darf bzw. sollte eigentlich nicht passieren, egal wie viel Manpower zur Verfügung steht.
Den Durst zur Mittagszeit löschte eine Flasche Teinacher Mineralwasser für sehr faire 3,50 Euro. Da das 0,2l-Fläschchen mit 2,30 Euro das Budget belastet hätte, investierte ich gerne in die Dreiviertelliterklasse. Als Vorspeisen genoss ich bisher die frittierten Wan-Tan (3,50 Euro) sowie eine kleine Tom Yam Gung, also eine Tom Yam Suppe mit Garneleneinlage (3,90 Euro). Die sechs knusprigen Teigtaschen wurden im Frittierkörbchen mit typisch süßer Thai-Chilisauce serviert. Sie gerieten nicht zu fettig und erfüllten ihre Aufgabe als Appetizer redlich. Vielleicht hätte die recht sparsame Füllung etwas saftiger ausfallen können, aber das ist auf hohem Niveau geklagt.
Die traditionelle Thaisuppe namens Tom Yam wusste mit pikanter Säure zu gefallen. Sie duftete herrlich nach Zitronengras und die Chilipaste befeuerte den Gaumen. Die Garnelen gingen in der nach Gemüse und Galgant schmeckenden Brühe im wahrsten Sinne des Wortes unter. Aber TK-Ware zieht gegenüber frischen Produkten meistens den Kürzeren. Als eiweißliefernde, eher geschmacksneutrale Einlage taten sie ja auch nicht weh. Was mir immer wieder bei Thaisuppen und -soßen auffällt: je weiter man sich dem Suppen- bzw. Soßenboden nähert, desto schärfer wird die Angelegenheit. Die Gravität der Gewürze eben.
Bei einem Besuch traute ich mich an Emily’s Spezial-Vorspeisenteller für zwei Personen (12,90 Euro), der mir den Hauptgang ersetzte. Das reichbestückte Frittierwerk bestand aus drei Frühlingsrollen, vier Wan-Tans, vier in Backteig versteckten Garnelen, drei stattlichen Hühnerspießen und einer Portion frittiertem Schweinefleisch, das vorher mit Sesam mariniert wurde. Letzteres muss dem Küchenteam spontan eingefallen sein, da ich die auf der Karte genannten Schweinefleischbällchen vergeblich suchte. Die in herzförmigen Schälchen dazu gereichten Saucen gab es in den Ausführungen „süß-sauer“, „scharf“ und „Erdnuss“. Auf dem Teller reich an Gaben war so ziemlich alles Fett, was glänzte.
Über die Wan-Tans habe ich mich ja schon ausgelassen. Sie gehörten zusammen mit den Frühlingsrollen zu den crunchigen Highlights des Fritteusen-Potpourris. Besonders die Rollen haben ein Lob verdient. Innen schön fluffig und mit Hackfleisch bzw. China-Gemüse gefüllt, waren es drei formidable Vertreter der Gattung „Pho pia“ und allem Anschein nach auch selbstgemacht. Die Putenspieße wurden vorher mit Erdnusssauce bestrichen. Sie waren schön knusprig, fielen aber - was das Fleisch betraf - etwas zu trocken aus. Zum Dippen ok, zum Pur-Essen etwas zu staubig.
Die in Backteig gehüllten Garnelen waren eindeutig zu fettig. Hier wäre der nicht ganz so saugfähige Tempurateig eine Alternative gewesen. Über das totfrittierte Schweinefleisch lege ich besser den Mantel des Schweigens. Nur so viel dazu: es schmeckte eher bescheiden und hatte bei seinem Bad im Fett-Jacuzzi sämtliche fleischliche Textur eingebüßt. In einer Blindverkostung hätte ich irgendwo zwischen Soja-Chips und Beef Jerky eingecheckt.
Über die beiden anderen Hauptgerichte, die ich mir hier schon einverleibte, kann ich wesentlich Positiveres berichten. Das „Panaeng Gai“ (Hühner-Curry, 7,80 Euro) zeichnete sich durch eine eher milde Schärfe und eine von der Kaffir-Limette herrührende Frische aus. Man hatte nicht mit der Zugabe von Kokosmilch gespart und so mutete das in einer ovalen Schüssel servierte Thai-Gericht eher wie ein mit reichlich Einlage versehener Asia-Suppeneintopf an. Grüne Bohnen und rote Paprika brachten mit als Rot-Grün-Schwachen fast zur Verzweiflung. Um der üppigen Menge an Sauce Herr zu werden, musste ich sogar noch eine kleine Portion Reis nachordern, die kulanterweise nicht berechnet wurde.
Ein ähnliches Bild bei dem mit „Ped Pad Gra Pau“ betitelten Wokgericht, das mit knusprig gegrillter Ente – die lässt Jochen ganz brutal global aus Thailand „einfliegen“ – on Top daherkam. Hier verhalf herzhaft duftendes Thai-Basilikum der auf Soja-Basis geköchelten Sauce zu mehr aromatischer Tiefe. Bambussprossen, Zwiebeln, Bohnen und Paprika schwammen in der Umami-Brühe, der wohl mit ein wenig MNG geschmacklich auf die Sprünge geholfen wurde. Ein leichtes Bitzeln auf der Zunge entlarvte das Quäntchen E621 im Abgang. Das Fleisch der Ente fiel zwar recht saftig aus, tendierte aber nach kurzer Nachgarzeit ins Gummiartige, wie man das häufig bei Asia-Ware feststellt. Sicherlich nicht das nachhaltigste Geflügelgericht meines Lebens, aber für 10,80 Euro auf jeden Fall preiswerter als der sonst über das Szechuan-Gemüse gelegte Gummiadler beim Otto-Banal-Chinesen.
Klar kommt es in erster Linie auf das an, was auf dem Teller liegt bzw. in der Schale schwimmt, aber mit einem angenehmeren äußeren Erscheinungsbild würde das Knielinger Thai-Lokal sicherlich auch am Mittag mehr Gäste anlocken. Dennoch ist das „Emily’s“ eine sättigende und auch preisgünstige Alternative zu den bereits rezensierten Läden in der Umgebung. Wer keine MNG-Intoleranz hat, Frittiertes gut verträgt und das Saucenbad dem Saucenspiegel vorzieht, der ist in der Eggensteiner Straße 11 gut aufgehoben. Und manchmal reicht das ja auch.