Besucht am 06.06.2016Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 144 EUR
So einmal im Jahr verschlägt es mich in unsere (Genuss-)Hauptstadt, die seit vielen Jahren in Sachen Kulinarik und Co. deutschlandweit den Ton angibt. Gibt es einen neuen Food-Trend – hier findet man ihn nicht nur zuerst, sondern auch in mannigfaltigster Ausprägung. Schon allein wegen der unglaublichen Auswahl an unterschiedlichsten Länderküchen lohnt jeder Besuch.
Meinen letztjährigen Kurztrip an Ostern habe ich rezensionstechnisch komplett verschwiegen. Die Burger beim „Bird“, die Dim Sum bei „Dan“ und das saftige Backschwein aus der Markthalle Neun habe ich mit keiner Silbe in diesem Gastro-Forum gewürdigt. Ich tue Buße und werde die Geschmackshighlights des kulinarischen Teils meiner diesjährigen Klassenfahrt mit besten Bissen und Gewissen hier chronologisch aufbereitet platzieren. Mal schauen, was daraus wird.
Ich liebe asiatische Küche. Die Bandbreite an Aromen, die hier geboten wird, ist einfach fantastisch. Da muss man in unserer ländlichen Gegend schon weit fahren, um in einen solchen Genuss zu kommen. In Berlin ist das natürlich anders. Da übertrumpfen sich Chinesen, Thailänder, Vietnamesen und mittlerweile auch viele Koreaner bei der Zubereitung leckerer Asia-Gerichte.
Und dann kam auch noch Tim Raue auf die Idee, in seinem ersten Restaurant Chinesisches im Haute-Cuisine-Stil (seine dekonstruierte Version der Peking-Ente wurde zum Signature-Dish!) zu kredenzen. Spätestens da war klar, dass Asia-Food nicht nur trendy und gesund ist, sondern auch qualitativ zu neuen Ufern aufbrechen wird. Und wo natürlich zuerst in Deutschland? Ihr wisst es bereits.
Über das Dae Mon hatte ich im Vorfeld einiges gelesen. Das Berliner Szene-Magazin „Zitty“ hatte es in seiner Gastro-Spezialausgabe mit in die „Hotlist“ aufgenommen und vom besten und schicksten Koreaner Berlins geschwärmt. Vom spannendsten Asiaten, den Berlin derzeit zu bieten hat, war gar die Rede.
Gleich vorweg, wegen der Hans Wegner-Stühle und der eigens für das Lokal kreierten Typographie habe ich mir keinen Hipster-Bart angeklebt bzw. bin in keinen Rauten-Pullunder geschlüpft, um über das OpenTable-Portal im Vorfeld drei Plätze zu reservieren. Nein, ich war schlicht und ergreifend neugierig, wie gehobene koreanische – von den Betreibern zeitgenössisch genannte – Kochkunst aussieht und vor allem schmeckt.
Die Betreiber des „Dae Mon“ sind in Berlin keine Unbekannten und sie haben sich viel vorgenommen. Felix Pahnke und Hyun Wanner, die schon den trendigen Szene-Koreaner „Kimchi Princess“ in Kreuzberg erfolgreich führen, haben im Oktober 2014 in unmittelbarer Reichweite zum Hackeschen Markt ein durchgestyltes Esserlebnis, bei dem der Gast in eine andere Welt eintauchen solle, eröffnet. Doch statt auf teuflisches Rot (wie beim Laden in Kreuzberg), wird hier auf „dae-mon-isches“ Schwarz gesetzt.
Schwarz gestrichene Wände, außergewöhnliches Lichtdesign, einsehbare Showküche – alles Elemente einer durchdacht konzipierten Inneneinrichtung, die auch in New York oder London zu gefallen wüsste. Im großzügig, sehr modern geschnittenen Gastraum fängt die freistehende Bar die ersten Gästeblicke gekonnt ein. Heimelige Nischen werden durch verschiedenste Lichteinflüsse perfekt inszeniert. Man sitzt auf bequem gepolsterten Wandbänken an blanken Holztischen, die ganz gut ohne Deckchen auskommen. Draußen am zentralen und doch sehr beschaulich gelegenen Monbijouplatz sorgt eine kleine, von Bambus umgebene Terrasse für lauschige Stunden im Sommer.
Wir wurden sehr freundlich in Empfang genommen und durften an einem der wenigen Freilufttische Platz nehmen. Die Sonne hatte noch genügend Kraft um die frische Brise am Abend vergessen zu machen. Eine größere Gruppe von Chirurgen lauschte im Inneren des Lokals einem Vortrag, ehe sie sich draußen an einer langen Tafel einfand. Der sehr zuvorkommende Service entschuldigte sich sogleich für den Umstand, dass aufgrund dieser Gesellschaft die Zubereitung der Speisen etwas länger dauern könnte und bot uns als „Entschädigung“ einen Aperitif aufs Haus an.
Zwei Aperol Spritz und einen Kir Royal später studierten wir die übersichtliche, in apartem lindgrün gehaltene Speisenkarte, deren Knappheit in puncto Beschreibung der 16 Gerichte keine Anhaltspunkte bezüglich ihrer Anrichtung und Zubereitung zuließ. Ob asiatische Geschmacksbombe oder koreanische Katze im Sack – das würden also erst die Teller zeigen. Wir ließen uns überraschen.
Trotz klarer Unterteilung in acht Vor- und acht Hauptspeisen, wurde uns die Entscheidung nicht gerade leicht gemacht. Alles klang so verlockend lecker. Erst einmal eine Flasche Vösslauer (0,75 l für stolze 7,50 Euro) zum Durstlöschen und dann sahen wir weiter. Meine Kollegin suchte nach einer vegetarischen Hauptspeise und wurde leider nicht fündig. Überall war Fleisch oder Fisch dabei. Dann eben zwei Veggie-Vorspeisen: die Lila Kartoffeln mit Süßkartoffelbällchen, Lotuswurzel und Pastinaken-Crème (9 Euro) sowie die Buchweizennudeln mit saisonalem Gemüse und Shiitake-Ei (10 Euro) wurden geordert. Die andere Kollegin wählte genau wie ich die aus Wan-Tan-Teig bestehenden Mandu (koreanische Teigtaschen), die mit einer Garnelen-Farce gefüllt waren (9 Euro), als Vorspeise.
Dazu ein guter Pfälzer Grauburgunder von Gies-Düppel. Das dachte ich noch bevor meine Kollegin ihre Abneigung für Pfälzer Weißweine kundtat. Ein Südfranzose, dazu noch ein Rosé, sollte den Asia-Abend nun passend begleiten. Und so kam es, dass wir uns für eine Flasche „Château de la Deidière“ Rosé (33 Euro) entschieden. Kein besonderer Wein, aber auch kein vinophiler Griff ins Klo. Ein Alltags-Côtes-de-Provence, den ich bei Ludwig von Kapff für unter 7 Euro erstehen könnte, was ich selbstverständlich niemals tun würde, denn für das Geld krieg ich in der Pfalz besseren Stoff. Aber sei es drum, so schnell sitzen wir bestimmt nicht mehr zusammen im „Dae Mon“.
Bei den Hauptspeisen geriet ich entscheidungsmäßig arg in die Bredouille. Schweinebäckchen, Maispoularde und Spare Ribs standen zur Auswahl. Letztere nannte sich „Baby Back Ribs“ und wurden von Sesam-Reis, Popcorn-Crème und mit Gochujang gewürztem Popcorn (21 Euro) serviert. Wie hätte ich da nein sagen können. Meine Kollegin ohne Fleisch-Fisch-Problem entschied sich für den gegrillten Pulpo mit Wakame, Kartoffeln, Gurken und Ponzu-Zwiebeln (24 Euro). Eine zusätzliche Portion Reis (3 Euro) diente ihr als Beilage.
Mein lieber Chefkoch Song Lee, wenn du das an deiner früheren Wirkungsstätte (im Restaurant des Grand Hyatt Berlin, Anm.) aufgefahren hättest, wäre deren Hotelküche wahrscheinlich in kürzester Zeit zum koreanischen Hotspot mutiert. Alle Gerichte, die wir an diesem Abend serviert bekamen, waren handwerklich perfekt zubereitet und dazu sehr ansprechend auf den Tellern arrangiert.
Los ging es mit vier saftigen Mandu, deren leckere Garnelenfüllung begeisterte. Meine Kollegin war ebenfalls sehr angetan von dieser Vorspeise. Kleingehäckselte Cashewnüsse klebten am frittierten Wan-Tan-Teig, den ich mit meinen Stäbchen in den hausgemachten Dip auf Sojabasis tunkte. Ein gelungener Auftakt. Die Veggie-Kollegin ließ mich von ihrer farbenfrohen Schieferplatte den Lila Kartoffelsalat und ein Süßkartoffelbällchen probieren. Geht auch ohne – dachte ich anerkennend. Kleine Pastinaken-Tupfer verliehen ihrem klein geschnittenen Lotuswurzelgemüse die passende aromatische Ergänzung.
Dann kamen die Hauptgänge. Meine Ribs waren so zart, dass ich sie eigentlich hätte mit den Stäbchen essen können. Ich weiß nicht wie lange und wie schonend sie gegart wurden, aber eines war klar: sie waren von der Konsistenz her absolut genial zubereitet und sehr delikat mariniert. Die pikante Marinade wurde von der dezenten Süße der Popcorn-Crème toll aufgefangen. Zudem sorgten die Reis-Sesam-Bällchen als Beilage für eine angenehme Sättigung.
Der gegrillte Pulpo meiner Kollegin lag auf einem sommerlichen Arrangement aus Wakame-Algen, Kartoffelspalten und gerollten Salatgurken. Die Kombination wirkte eher wie ein mit Ponzu-Sauce veredelter Meeresfrüchtesalat. Auch sie war begeistert von der Produktfrische und der ungewöhnlichen Zusammensetzung ihres Tellers. Ein echter Hingucker war das akkurate, fein gewürzte Türmchen aus Buchweizennudeln, das zwischen knackigem Wokgemüse thronte. Im zylinderförmigen Mini-Omelette waren aromatische Shiitake-Pilze versteckt. Nur eine von mehreren liebevoll in Szene gesetzten Komponenten auf dem Teller.
Auch unsere Desserts – Matcha Panna Cotta (11 Euro) und die Ingwer Crème brulée (8 Euro) – waren ein Volltreffer. Bei Asiaten ja allgemein eher unüblich, verblüffte das Küchenteam um Song Lee mit aufwendig angerichteten süßen Köstlichkeiten, die für das Gebotene preislich fair kalkuliert waren. Die Kombination vom gemahlenen Grüntee-Pulver (Matcha) und Panna Cotta kam in Form eines grün-weiß geschichteten Quader auf die Schieferplatte. Aber da lasse ich mal lieber das Bild für sich sprechen.
Der Besuch im „Dae Mon“ hatte überhaupt nichts Gespenstisches und stellte einen rundum gelungenen Auftakt unserer kulinarischen Entdeckungsreise in Deutschlangs Genuss-Metropole Nr. 1 dar. In Sachen Inszenierung und Interieur passt das Lokal natürlich zu Berlin wie das Sushi zwischen die Stäbchen. Ob das dann mehr Kunstprojekt oder Esserlebnis ist, sei jedem Gast selbst überlassen. Wir haben uns jedenfalls dort sehr wohl gefühlt. Und dass hier sowohl am Herd, als auch im Service Profis am Werk sind, spürt man jederzeit. Großes Kompliment hierfür!
So einmal im Jahr verschlägt es mich in unsere (Genuss-)Hauptstadt, die seit vielen Jahren in Sachen Kulinarik und Co. deutschlandweit den Ton angibt. Gibt es einen neuen Food-Trend – hier findet man ihn nicht nur zuerst, sondern auch in mannigfaltigster Ausprägung. Schon allein wegen der unglaublichen Auswahl an unterschiedlichsten Länderküchen lohnt jeder Besuch.
Meinen letztjährigen Kurztrip an Ostern habe ich rezensionstechnisch komplett verschwiegen. Die Burger beim „Bird“, die Dim Sum bei „Dan“ und das saftige Backschwein aus der Markthalle Neun... mehr lesen
Dae Mon
Dae Mon€-€€€Restaurant03026304811Monbijouplatz 11, 10178 Berlin
4.5 stars -
"Kulinarische Klassenfahrt Teil 1: Koreanische Gourmetküche gekonnt inszeniert" Ehemalige UserSo einmal im Jahr verschlägt es mich in unsere (Genuss-)Hauptstadt, die seit vielen Jahren in Sachen Kulinarik und Co. deutschlandweit den Ton angibt. Gibt es einen neuen Food-Trend – hier findet man ihn nicht nur zuerst, sondern auch in mannigfaltigster Ausprägung. Schon allein wegen der unglaublichen Auswahl an unterschiedlichsten Länderküchen lohnt jeder Besuch.
Meinen letztjährigen Kurztrip an Ostern habe ich rezensionstechnisch komplett verschwiegen. Die Burger beim „Bird“, die Dim Sum bei „Dan“ und das saftige Backschwein aus der Markthalle Neun
Nach 17 Jahren wird das Restaurant zum 30.6.2016 geschlossen.
Lt. Newsletter wurde das Geschäft verkauft, allerdings ohne jegliche Information, wer es übernommen hat oder wann wieder geöffnet wird.
Nach 17 Jahren wird das Restaurant zum 30.6.2016 geschlossen.
Lt. Newsletter wurde das Geschäft verkauft, allerdings ohne jegliche Information, wer es übernommen hat oder wann wieder geöffnet wird.
stars -
"wird zum Ende des Monats geschlossen" Ehemalige UserNach 17 Jahren wird das Restaurant zum 30.6.2016 geschlossen.
Lt. Newsletter wurde das Geschäft verkauft, allerdings ohne jegliche Information, wer es übernommen hat oder wann wieder geöffnet wird.
Eigentlich mitten im Industriegebiet ist die alte Villa. Unscheinbar.
Ich war zu einem runden Geburtstag eingeladen und ein gutes, deutsches, Buffet kennenlernen.
Vorspeisen waren u. a. Schinkenröllchen mit grünem und weißem Spargel, kleine Schnitzelchen, Minifrikadellen, roher Schinken mit Melone, Lachs. Alles sehr anspruchsvoll angerichtet und qualitativ gut. Nur habe ich mich gefragt, warum Schnitzel und Frikadellen, auch wenn sie klein waren, als Vorspeisen angeboten wurden. Brot und Baguette, Salat mit verschiedenen Dressings standen auch zur Verfügung.
Die Hauptspeisen wurden in den typischen silbernen Großbehältern präsentiert. Putengeschnetzeltes oder Rinderbraten, mit Spätzle oder Kartoffelgratin und knackigem Gemüse. Ebenfalls frische Waren und der Rinderbraten sehr zart. Geschmacklich alles gut. Gute deutsche Standardküche...
Eingedeckt waren die Tische sehr festlich, allerdings für mich ein "no go" die Papierservietten, das passte nicht.
Zwei Servicekräfte für ca. 40 Gäste war etwas wenig, hier gibt es Verbesserungspotential.
Eigentlich mitten im Industriegebiet ist die alte Villa. Unscheinbar.
Ich war zu einem runden Geburtstag eingeladen und ein gutes, deutsches, Buffet kennenlernen.
Vorspeisen waren u. a. Schinkenröllchen mit grünem und weißem Spargel, kleine Schnitzelchen, Minifrikadellen, roher Schinken mit Melone, Lachs. Alles sehr anspruchsvoll angerichtet und qualitativ gut. Nur habe ich mich gefragt, warum Schnitzel und Frikadellen, auch wenn sie klein waren, als Vorspeisen angeboten wurden. Brot und Baguette, Salat mit verschiedenen Dressings standen auch zur Verfügung.
Die Hauptspeisen wurden in den typischen silbernen... mehr lesen
3.5 stars -
"Mittagstisch und Event-Gastronomie in dem ehemaligen Krupp-Casino" Ehemalige UserEigentlich mitten im Industriegebiet ist die alte Villa. Unscheinbar.
Ich war zu einem runden Geburtstag eingeladen und ein gutes, deutsches, Buffet kennenlernen.
Vorspeisen waren u. a. Schinkenröllchen mit grünem und weißem Spargel, kleine Schnitzelchen, Minifrikadellen, roher Schinken mit Melone, Lachs. Alles sehr anspruchsvoll angerichtet und qualitativ gut. Nur habe ich mich gefragt, warum Schnitzel und Frikadellen, auch wenn sie klein waren, als Vorspeisen angeboten wurden. Brot und Baguette, Salat mit verschiedenen Dressings standen auch zur Verfügung.
Die Hauptspeisen wurden in den typischen silbernen
Nachdem wir am Anreisetag in unserer Unterkunft in Garmisch-Partenkirchen angekommen waren und unser schöne Juniorsuite bezogen hatten, war uns nach Kaffee und Kuchen zumute. Nach Rücksprache mit unserer Pensions-Wirtin empfahl sie uns das Café Krönner in der Fußgängerzone, weil es das angeblich beste Café in Garmisch sein soll.
Das Café liegt ziemlich zentral in der Fußgängerzone. Es bietet laut Homepage 220 Innenplätze und verfügt in den Sommermonaten über 160 Außenplätze sowie 150 überdachte Terrassenplätze im ersten Stock mit einem herrlichen Blick auf das Alpenpanorama.
Das Café macht in der Tat was her. Im Außenbereich unter großen Sonnenschirmen, die einem auch bei Regen ordentlich Schutz bieten, ergatterten wir einen Tisch in vorderster Reihe. So konnten wir am Sonntagnachmittag dem bunten Treiben auf der Gasse zusehen. Die Auswahl an Torten, Kuchen, sonstigem Gebäck, Eisbechern wie auch an warmen Speisen ist groß.
Eine von mehreren weiblichen Bedienungen begrüßte uns schnell und fragte nach unseren Wünschen. Die diversen Karten lagen auf dem Tisch und so konnten wir uns zumindest schon mal für ein Haferl Kaffee entscheiden. Torte oder Kuchen bestellt man nach persönlicher Inaugenscheinnahme derselben drinnen an der Theke, bekommt seinen Bon mit, den man dann der Bedienung gibt, wenn sie den Kaffee bringt. Schätzchen suchte für mich ein schönes Stück Schwarzwälder Kirsch aus, für sich selbst orderte sie ein Stück Nusstorte. Für mein Stück Schwarzwälder galt, entweder war sie nicht ganz frisch, oder lag es daran, dass der Sahneanteil in der Torte eher cremig als sahnig daherkam. Da bin ich Besseres aus heimatlichen Gefilden gewohnt. Nun ja, Hunger hatte ich, essbar war sie, und so putzte ich meinen Teller leer. Auch das Stück Nusstorte konnte meine Frau nicht wirklich überzeugen.
Die Bedienung war okay. Routiniert wird das Pensum abgearbeitet. Zeit für einen kleinen Smaltalk mit dem Gast bleibt da nicht. Erst beim Herwinken zum Bezahlen wurde nach einem weiteren Wunsch gefragt. Die Bons werden auf einem Block mit Kugelschreiber zusammengezählt. Eine Rechnung gab es nicht. Außerdem fiel uns auf, dass das Abräumen des Geschirrs meist erst erledigt wird, wenn neue Gäste sich an den Tisch setzen.
Dieses Procedere machten wir während unseres Garmisch-Aufenthaltes noch zweimal mit. Und zwar, wenn wir von einer Wanderung zurück zur Unterkunft wollten und das Café auf dem Weg lag. Ansonsten sind wir nachmittags für Kaffee und Kuchen dann lieber in einem anderen Café eingekehrt, dessen Konditorangebote uns voll überzeugten.
Lobend und erwähnenswert noch die renovierten Toiletten. Saubere und schöne Optik. Alles picco bello. Auch Personen, die nicht Gast im Café sind, dürfen die Toiletten für 50 Cent aufsuchen. Und das ist gut so, denn an öffentlichen Toiletten mangelt es in Garmisch gewaltig.
Fazit:
Da besonders bei Torten die Geschmäcker durchaus verschieden sind, finde ich es fair, wenn ich sage: Für uns eigentlich nur Durchschnitt. Für andere vielleicht wirklich das beste Café in Garmisch. Aufgrund der zentralen Lage ist das Café eigentlich stets gut besucht gewesen. Bei dem riesigen Platzangebot wird man wohl immer einen freien Platz für sich finden. Auch mit einem angenehmen Ambiente kann das Café Krönner punkten.
Kurzkritik
Nachdem wir am Anreisetag in unserer Unterkunft in Garmisch-Partenkirchen angekommen waren und unser schöne Juniorsuite bezogen hatten, war uns nach Kaffee und Kuchen zumute. Nach Rücksprache mit unserer Pensions-Wirtin empfahl sie uns das Café Krönner in der Fußgängerzone, weil es das angeblich beste Café in Garmisch sein soll.
Das Café liegt ziemlich zentral in der Fußgängerzone. Es bietet laut Homepage 220 Innenplätze und verfügt in den Sommermonaten über 160 Außenplätze sowie 150 überdachte Terrassenplätze im ersten Stock mit einem herrlichen Blick... mehr lesen
3.0 stars -
"Lage super, Ambiente schön, Torten und Kuchen leider nur Durchschnitt" Ehemalige UserKurzkritik
Nachdem wir am Anreisetag in unserer Unterkunft in Garmisch-Partenkirchen angekommen waren und unser schöne Juniorsuite bezogen hatten, war uns nach Kaffee und Kuchen zumute. Nach Rücksprache mit unserer Pensions-Wirtin empfahl sie uns das Café Krönner in der Fußgängerzone, weil es das angeblich beste Café in Garmisch sein soll.
Das Café liegt ziemlich zentral in der Fußgängerzone. Es bietet laut Homepage 220 Innenplätze und verfügt in den Sommermonaten über 160 Außenplätze sowie 150 überdachte Terrassenplätze im ersten Stock mit einem herrlichen Blick
Geschrieben am 12.06.2016 2016-06-12| Aktualisiert am
12.06.2016
Besucht am 03.06.20162 Personen
Rechnungsbetrag: 132 EUR
...und das Essen? Naja, ich würde sagen gut, aber nichts Besonderes. Laut Internetseite wurde das Restaurant mit zwei Michelin-Löffeln ausgezeichnet.
Auffallend das viele und freundliche Personal. Allerdings auch ein wenig zu schnell. Kaum hat man die Speisekarte wird auch schon gefragt, ob wir uns entschieden hätten. Natürlich nicht, denn diese ist sehr umfangreich und hinzu kommt noch eine Tageskarte, diesmal mit Spargel.
Der Prosecco schlägt am Anfang bereits mit EUR 6,-- pro Glas zu Buche.
Die Vorspeisen waren von uns einmal lauwarmer Puliposalat (EUR 14,50) und Parmaschinken mit Melone (EUR 11,00) wobei die Melone an einigen Stellen nicht richtig abgeschält war. Der Schinken war laut Speisekarte 24 Monate gereift und war zart und geschmacklich sehr gut.
Zum Essen bestellten wir einen Luganer Wein der mit EUR 29,00 berechnet wurde. Er war eine Empfehlung der Bedienung - passte zum Essen, welches wie folgt war:
Schwarze Tagliolini mit Zucchini und Jakobsmuscheln. Die Jakobsmuscheln, relativ klein (siehe Foto) und das für EUR 17,00. Ich bestellte von der Tageskarte Spargel mit Sauce Hollandaise und einem Kalbskotelett zu nicht wenigen EUR 32,00. Es waren auch zwei Kartoffelstückchen dabei. Ich bin bewußt etwas ironisch, denn groß waren die Portionen wirklich nicht für den aufgerufenen Preis. Qualitativ sehr gut, einwandfrei und da gibt es wirklich nichts auszusetzen. Auch die Art und Weise wie das Essen serviert wurde, OK, aber das Preis-/Leistungsverhältnis ist aus meiner Sicht nicht als gut zu bezeichnen.
Abgerundet wurde das Essen mit einer Creme Brulee Orange (EUR 7,00) und einem Amarone-Grappa zu EUR 7,00.
...und das Essen? Naja, ich würde sagen gut, aber nichts Besonderes. Laut Internetseite wurde das Restaurant mit zwei Michelin-Löffeln ausgezeichnet.
Auffallend das viele und freundliche Personal. Allerdings auch ein wenig zu schnell. Kaum hat man die Speisekarte wird auch schon gefragt, ob wir uns entschieden hätten. Natürlich nicht, denn diese ist sehr umfangreich und hinzu kommt noch eine Tageskarte, diesmal mit Spargel.
Der Prosecco schlägt am Anfang bereits mit EUR 6,-- pro Glas zu Buche.
Die Vorspeisen waren von uns einmal lauwarmer Puliposalat... mehr lesen
Ristorante Bella Capri
Ristorante Bella Capri€-€€€Restaurant0621692045Arnimstr. 2, 67063 Ludwigshafen am Rhein
3.5 stars -
"Schönes Ambiente, gute Bedienung..." Ehemalige User...und das Essen? Naja, ich würde sagen gut, aber nichts Besonderes. Laut Internetseite wurde das Restaurant mit zwei Michelin-Löffeln ausgezeichnet.
Auffallend das viele und freundliche Personal. Allerdings auch ein wenig zu schnell. Kaum hat man die Speisekarte wird auch schon gefragt, ob wir uns entschieden hätten. Natürlich nicht, denn diese ist sehr umfangreich und hinzu kommt noch eine Tageskarte, diesmal mit Spargel.
Der Prosecco schlägt am Anfang bereits mit EUR 6,-- pro Glas zu Buche.
Die Vorspeisen waren von uns einmal lauwarmer Puliposalat
Geschrieben am 11.06.2016 2016-06-11| Aktualisiert am
11.06.2016
Besucht am 04.06.2016Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 59 EUR
Viele hatten mir schon von dieser Pfälzer Kneipe berichtet. "Sei bereit, den Tisch auch mit anderen zu teilen!" oder "Da hat Du schnell zu anderen Kontakt". So war es auch. Es warsehr warm an dem Abend und wir entschieden uns uns zu einem Pärchen im Biergartenbereich zu setzen. Tja, dort wird geraucht und durch den Wind hat uns dies nicht wirklich gestört, aber wer, wie mein Vorkritiker, dies nicht mag, für den ist das der falsche Platz. Allerdings muss man auch sagen, dass das Verhalten der Raucher auch unterschiedlich ist. So haben unsere Nachbarn NICHT geraucht, als wir unser Essen hatten.
Der Biergarten war voll ausgelastet und drinnen waren auch Gäste. Die Bedienung wimmelte durch die Reihen und nach einer kurzen Wartezeit erhielten wir die Speisekarten. Nach den Getränken wurde sofort gefragt und diese kamen auch sehr kurzfristig. Das war schon mal sehr positiv.
Positiv auch die angebotenen offenen Weine. Ein Glas vom Knipser Weingut, Rose, 0,25 l zu EUR 4,90 und ein Terra Cara Riesling, ebenfalls 0,25 l zu EUR 3,80. Beide trocken und sehr süffig und gut zu trinken. Perfekt gekühlt serviert.
Da wir "gewarnt" wurden, was die Portionen anbetrifft, haben wir uns für eine gemeinsame Vorspeise, 6 Nürnberger Würstchen mit Sauerkraut, entschieden. Lecker, kross gebratene Würste und gut abgeschmecktes Sauerkraut, allerdings ist dies fast eine Hauptspeise (EUR 7,90).
Von der Tageskarte habe ich dann den Texas-Tellre bestellt. OK, absolut nicht pfälzisch, aber wir kamen gerade aus dem USA-Urlaub und so wurde ich dazu "verleitet" und es war keine schlechte Wahl! Zwei Stücke Rindfleisch perfekt medium gebraten mit typischen Country-Kartoffelecken und Black Beans. Eine sehr große Portion (siehe Foto) zu EUR 17,90. Meine Frau nahm eine Zigeunerschnitzel (EUR 11,50) mit hausgemachter Soße, ebenfalls schmackhaft und sehr gut. Es ist zwar eine Pfälzer Wirtschaft auch mit lokalen Gerichten, aber mein Urteil ist gut bürgerliche Küche. Und das machen sie gut, sehr gut.
Nachtisch in fester Form fand keinen Platz mehr. Daher musste ein Schnäpschen kommen. Es wurde an einer Schiefertafel auf eine "alte Marille von Prinz Österreich" hingewiesen (EUR 2,60) und das war eine Wucht. Mild, weich, fruchtig...Dann "interessierte" uns noch die Haselnuss und die Himbeere, die uns ebenfalls überzeugten.
Fazit ist ein rustikaler Abend mit deftiger Küche, großen Portionen zu fairen Preisen.
Viele hatten mir schon von dieser Pfälzer Kneipe berichtet. "Sei bereit, den Tisch auch mit anderen zu teilen!" oder "Da hat Du schnell zu anderen Kontakt". So war es auch. Es warsehr warm an dem Abend und wir entschieden uns uns zu einem Pärchen im Biergartenbereich zu setzen. Tja, dort wird geraucht und durch den Wind hat uns dies nicht wirklich gestört, aber wer, wie mein Vorkritiker, dies nicht mag, für den ist das der falsche Platz. Allerdings muss man... mehr lesen
Der Maffenbeier | Gaststätte zur Jägerlust
Der Maffenbeier | Gaststätte zur Jägerlust€-€€€Biergarten, Gaststätte0621524249Rohrlachstr. 58, 67063 Ludwigshafen am Rhein
3.5 stars -
"Rustikale Pfälzer Wirtschaft mit großem Biergarten" Ehemalige UserViele hatten mir schon von dieser Pfälzer Kneipe berichtet. "Sei bereit, den Tisch auch mit anderen zu teilen!" oder "Da hat Du schnell zu anderen Kontakt". So war es auch. Es warsehr warm an dem Abend und wir entschieden uns uns zu einem Pärchen im Biergartenbereich zu setzen. Tja, dort wird geraucht und durch den Wind hat uns dies nicht wirklich gestört, aber wer, wie mein Vorkritiker, dies nicht mag, für den ist das der falsche Platz. Allerdings muss man
Besucht am 04.06.20162 Personen
Rechnungsbetrag: 12 EUR
Wir waren in Sachen Wein unterwegs, heißt, Besuch einiger Winzer und auf der Rückfahrt zum Hotel lüftete es uns nach einem Kaffee und etwas Süßem. Wir fuhren durch die Stadt Neustadt und nach kurzer Parkplatzsuche begaben wir uns in die "Innenstadt". Ruhig war es an einem Samstag um 15 Uhr. Wenn ich richtig aufgepasst habe, war nur noch ein Geschäft geöffnet. Naja, das Eissafe war nicht so einladend und wir sahen in der Ferne das Kaffeehaus. Ein äußerlich sehr altes Haus, mit einem kleinen Außenbereich, der gut besucht war und wir sagten uns, "das ist es!"
Tja, äußerlich wirklich ansprechend, aber das Kuchenangebot war so, wie die Anzahl der offenen Geschäfte, gerade noch zwei Stückchen Kuchen, einmal ein Kirschstreusel und ein Stück Rhabarber-Baisse - für die Uhrzeit und den Tag einfach erschreckend, dass es keinen weiteren Kuchen gab. Ein Cappuccino und ein Latte Macchiato... Kaffeehaus mit einem aus meiner Sicht und nach meinem Geschmack durchschnittlich. Sowohl der Kuchen als auch der Kaffee.
Wir waren in Sachen Wein unterwegs, heißt, Besuch einiger Winzer und auf der Rückfahrt zum Hotel lüftete es uns nach einem Kaffee und etwas Süßem. Wir fuhren durch die Stadt Neustadt und nach kurzer Parkplatzsuche begaben wir uns in die "Innenstadt". Ruhig war es an einem Samstag um 15 Uhr. Wenn ich richtig aufgepasst habe, war nur noch ein Geschäft geöffnet. Naja, das Eissafe war nicht so einladend und wir sahen in der Ferne das Kaffeehaus. Ein äußerlich sehr altes... mehr lesen
Kaffeehaus Fridericus
Kaffeehaus Fridericus€-€€€Cafe, Cocktailbar06321929888Friedrichstraße 29, 67433 Neustadt an der Weinstraße
3.0 stars -
"Altes Kaffeehaus in der Fußgängerzone" Ehemalige UserWir waren in Sachen Wein unterwegs, heißt, Besuch einiger Winzer und auf der Rückfahrt zum Hotel lüftete es uns nach einem Kaffee und etwas Süßem. Wir fuhren durch die Stadt Neustadt und nach kurzer Parkplatzsuche begaben wir uns in die "Innenstadt". Ruhig war es an einem Samstag um 15 Uhr. Wenn ich richtig aufgepasst habe, war nur noch ein Geschäft geöffnet. Naja, das Eissafe war nicht so einladend und wir sahen in der Ferne das Kaffeehaus. Ein äußerlich sehr altes
Besucht am 01.06.2016Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Treffender wie es Ruhrpottbarde Herbert G. in seiner 98er Prä-Millenium-Hymne „Bleibt alles anders“ formulierte, kann man die Veränderungen um den 31-jährigen Küchenchef Philipp Arens eigentlich kaum in Worte fassen: „…es gibt viel zu verlieren, du kannst nur gewinnen - genug ist zu wenig - oder es wird so wie es war….“.
Genug war dem gebürtigen Bad Homburger anscheinend schon immer viel zu wenig. Das zeigt schon ein Blick auf seinen beruflichen Werdegang. So startete er seine Kochkarriere im renommierten Schlosshotel Kronberg (im Taunus) bei Altmeister Ledermüller, ehe er als Chef de Partie im Schwarzen Hahn (Deidesheim) und danach als Küchenchef in „Netts Restaurant“ (Neustadt-Gimmeldingen) fungierte.
Doch Philipp Arens strebte nach gastronomischer Selbstverwirklichung. Diese fand er am Ortsrand des südpfälzischen Weinörtchens Hainfeld, wo er zusammen mit seiner Frau Annika und einem überschaubaren Kompetenzteam in Küche und Service das „Arens Restaurant“ vier Jahre lang mit großer Leidenschaft und jeder Menge kulinarischer Intelligenz führte.
Seine Philosophie einer zeitgemäßen Frischeküche basierte schon da auf einer kreativen Komplettverwertung der verwendeten Produkte ohne dabei internationale Akzente zu scheuen. Ganz einem nachhaltigen Prinzip verpflichtet, arbeitete er in seiner Hainfelder Zeit sehr gerne mit kleinen Lieferanten aus der Region zusammen.
Und diese Einstellung hat er sich – Gott sei Dank – auch an seiner neuen Wirkungsstätte bewahrt. Hoch über dem touristisch stark frequentierten Weinort St. Martin kocht er nun im Hotel „Haus am Weinberg“ auf 327 m über Normalnull. Er scheint die Niederungen der Rheinebene gerne hinter sich gelassen zu haben (bei dem sensationellen Blick von hier oben ist das auch kein Wunder) und möchte es nun im wesentlich größeren Rahmen so richtig wissen. Personell aufgerüstet, ist die Marschrichtung klar: das bewährte Konzept in die Hotelküche implementieren!
Das bedeutet natürlich auch, sich auf eine neue Klientel, vornehmlich bestehend aus Südpfalztouristen, Wanderern und Hotel- bzw. Tagungsgästen, einzustellen. Und das ohne die bestehende Anhängerschaft zu vergraulen. Sicherlich keine leichte Aufgabe, die hier bewältigt werden möchte.
Seit meinem letzten Besuch im Februar 2015 ist also sehr viel passiert. Mein alter Gutschein über einen Kochkurs in „Arens Restaurant“ lag schon seit ein paar Jährchen angestaubt im Regal. Nach einem unterhaltsamen Telefonat mit Herrn Arens war klar, dass ich ihn jederzeit einlösen könne. Also machten wir uns an einem Mittwochabend im Mai auf, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Wir waren zu dritt und genossen bereits die Anfahrt durch die das Hotel umgebenden Weinberge. Da sich das beeindruckende Anwesen ein wenig außerhalb des Ortes Sankt Martin befindet, herrscht hier eine ländliche Idylle vor, die einem schon beim Aussteigen aus dem Wagen ein leichtes Urlaubsgefühl verpasst. Ankommen leicht gemacht – sicherlich in erster Linie der malerischen Umgebung geschuldet. Wäre es ein „richtiger“ Sommerabend gewesen, hätten wir sicherlich draußen Platz genommen und uns am Blick auf die nahegelegenen Berge, die rebbestandenen Hügel und die kleinen Weindörfchen der Umgebung satt gesehen.
War es aber nicht – und so spazierten wir das große „A“ am separaten Eingang von Arens Restaurant übersehend, irrtümlicherweise durch den Hoteleingang die Stufen hinunter in die Gasträume, die sich grob in zwei Bereiche gliedern lassen. Der erste erinnert ein wenig an vergangene Hainfelder Tage, ist jedoch wesentlich geräumiger. Blickt man nach links zum Thekenbereich, hinter dem sich die Hotelküche befindet, steht man inmitten der von hellem Holz dominierten vorderen Gaststube, deren in schlichtem Weiß eingedeckten Tische entlang der Fensterfront von bequem gepolsterten Wandbänken flankiert werden. Die Stühle sind mit weißen Überzügen versehen, moderne Hängeleuchten sorgen für angenehmes Licht. Eine komplett in Holzfassoptik angelegte, abgetrennte Sitznische wirkt wie eine räumliche Reminiszenz an das „alte Arens“. Für das gemütliche Candlelight-Dinner sicherlich die perfekte Kulisse.
Der unmittelbar angrenzende zweite, um einiges größere Gastraum wird von Fenstern umrahmt, wodurch man von nahezu jedem Platz einen schönen Ausblick auf die Umgebung hat. Auch hier dominiert eine helle Holzoptik in Form freiliegender Balken und rustikaler Deckenverkleidung. An letzterer sorgen kleine Strahler für die passende Ausleuchtung. Insgesamt bieten die Räumlichkeiten Platz für schätzungsweise 100 Gäste.
Am Abend unseres Besuches waren beide Räume gut ausgelastet. Die Mehrzahl der Leute schienen Hotelgäste zu sein, da sie vorwiegend in größeren Gruppen auftauchten. Im Service waren neben der Restaurantleiterin Janette Landgräbe noch zwei Damen aktiv. Bei ca. 60 Gästen, die nahezu zeitgleich auf ihr Essen warteten, war das keine leichte Aufgabe. Aber auch hier stehen personelle Verstärkungen noch aus, wie mir Fr. Landgräbe im Gespräch verriet. Anders kann man das in einem Hotelrestaurant auch gar nicht wuppen. Trotz allem Stress agierten die Damen vom Service äußerst unaufgeregt und herzlich. Wir fühlten uns rundum wohl und kompetent beraten. Gerade bei der umfangreichen Weinkarte ist das natürlich kein Nachteil.
Deren Schwerpunkt liegt eindeutig bei den Winzern der Region (auch etliche „Vorortsweine“ aus Sankt Martin waren vertreten). Man offeriert nach wie vor eine stattliche Auswahl offener Weine (sowohl Viertel- als auch Achtelpreise sind angegeben!) sowie ein wohl durchdachtes und zugleich fair kalkuliertes Flaschenweinangebot. Viele der guten Tropfen sind für weniger als 20 Euro zu erstehen. Darunter befindet sich das nahezu komplette "Who is who" der Pfälzer Weiß- und Rotweinkunst. Ob VDP-Größen wie Wehrheim und Bassermann-Jordan, oder aufstrebende Jungwinzer wie Klein, Leiner oder Borell-Diehl, die Auswahl spiegelt das aktuelle Topniveau des Pfälzer Weinbaus adäquat wider.
Wir gönnten uns an jenem Abend eine Flasche der im Barrique gereiften Cuvée „Z“ von Oliver Zeter aus Neustadt-Diedesfeld für 35 Euro. Eine echt „bärige“, Cabernet Sauvignon lastige Cuvée im Bordeaux-Stil, die von den sonnigen Hängen der Mittelhaardt den Weg in die Flasche fand. Ein wirklich hervorragender Rotwein, den uns Fr. Landgräbe da empfahl. Sehr voll und rund im Geschmack und – wie sich noch herausstellen sollte – der perfekte Essensbegleiter für den Abend.
Für Feinschmecker gleich vorweg: das Arens-Menü (in 5, 4 oder 3 Gängen) bildet auch weiterhin das geschmackliche Epizentrum der Speisenkarte. Alle Gänge sind jedoch auch einzeln zu haben. Die 62 Euro für das komplette Hochküchenprogramm in 5 Akten sind in Anbetracht der hier verwendeten Produkte und ihrer aufwendigen Zu- bzw. Verarbeitung richtig gut angelegt. Sowieso bleibt festzustellen, dass sich das Restaurant genau wie in Hainfeld durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnet. Der neuen Klientel ist wohl die leichte Vergrößerung der Portionen im Allgemeinen geschuldet, was jeden hungrigen Wanderer sicherlich erfreuen dürfte.
Daneben findet man in der Karte jeweils ein halbes Vor- und Hauptspeisen, die saisonal wechseln, sowie unter der Rubrik „Regional mal anders“ vier einfallsreich arrangierte Klassiker der hiesigen Hausmannskost. Ein paar verführerisch klingende Desserts runden das vielseitige Angebot schließlich ab.
Genau wie früher kam der erste Küchengruß an den Tisch: Butter, Fleur de Sel, Limettencreme und Aioli wurde zum selbstgebackenen Brot gereicht. Der zweite Amuse-Streich stellte eine von karamellisierten Sonnenblumenkernen ummantelte Ziegenkäsekugel dar, die mit etwas Rohkost und würzigen Tupfern auf einem länglichen Tellerchen angerichtet war. Beides waren gelungene Einstimmungen auf das, was uns noch erwartete.
Für das Arens-Menü erschien mir der Abend nicht gebührend genug, also schaute ich mich bei den gelisteten Vor- und Hauptspeisen in der Karte um. Die Sauerampferschaumsuppe mit einer gebratenen Riesengarnele (8 Euro) klang vielversprechend. Für den Hauptgang sollte es ebenfalls etwas Regionales sein: Ragout und Schnitzel vom St. Martiner Frischling mit Brezelknödelsoufflée und saisonalen Mairüben (22,50 Euro).
Der leicht säuerliche Geschmack meiner Suppe wurde durch adäquates Abschmecken perfekt ausbalanciert. Die gebratene Riesengarnele lag daneben auf einem Kleks Petersilienwurzel-Rohkostsalat. Das harmonierte prächtig und ließ mich in kulinarischen Erinnerungen schwelgen. Damals durfte ich in Hainfeld die fantastische Rotkohlschaumsuppe mit Gänsepraline genießen. Ich erinnerte mich, dass sie ihre Zitroneninfusion direkt am Tisch erhielt und auch so eine subtil säuerliche Note hatte. Schön, wenn Köche ihrem Stil treu bleiben und zudem noch Erinnerungen am Gaumen zu wecken vermögen.
Meine weiblichen Begleitungen verzichteten an jenem Abend auf eine Vorspeise. Warum sie sich Leckereien wie Spinat-Ricotta-Röllchen mit gerösteten Haselnusshälften und Rosinen (12,50 Euro) oder Zweierlei von der Barbarieente mit Sprossen und Teriyaki-Sauce (14,00 Euro) entgehen ließen, weiß ich auch nicht. Aber eine weitere Vorspeise meinerseits hätte wohl die Kapitulation vor dem Hauptgang bedeutet.
Der kam vorzüglich duftend und wie immer stilvoll angerichtet auf den Tisch. Das ultrazarte Frischlingsschnitzel lag paniert neben dem Ragout, dessen dunkle Sauce mit einem guten Schluck Rotwein verfeinert worden war. Sie hatte genug geschmackliche Tiefe, um mit ihrer feinen Würze die eher herb schmeckenden Navettes aromatisch einzubetten. Der in Soufflée-Form vertretene Brezelknödel war dazu genauso in der Lage. Alles war aus sorgfältig ausgewählten Produkten, denen man die Frische deutlich anmerkte, zubereitet.
Das traf auch auf die gewählten Hauptgänge meiner beiden Begleitungen zu. Die Rahmpfifferlinge mit Serviettenknödeln und zweierlei Rucola (15,50 Euro) sowie die gefüllte Frikadelle auf Currywirsing (12 Euro) sahen wirklich klasse aus. Meine beiden Damen am Tisch waren gleichermaßen begeistert und gut gesättigt von ihren Gerichten. Die Portionsvergrößerung im Hause Arens war besonders bei den Hauptgängen evident. Die Frikadelle hatte eine wirklich imposante Größe und war mit einer fruchtig-würzigen Zwiebel-Senf-Marmelade gefüllt. Das dazu servierte, mit einem Aufpreis von lediglich 3 Euro versehene Kartoffel-Sellerie-Püree wurde übrigens auch zu den anderen Regionalgerichten (Dreierlei Bratwurst und Saumagenstrudel) angeboten.
Beim Nachtisch mussten wir diesmal auf das liebgewonnene Crème-Brulée-Allerlei mit seinen fünf verschiedenen Geschmacksvarianten verzichten, da die frisch zubereiteten Crèmes noch nicht die nötige Festigkeit hatten. Schade, denn dieses Signature-Dessert von Philip Arens war schon früher ein süßes Geschmackshighlight. Doch auch die Kombination aus Nougat, Pfälzer Erdbeeren und Rhabarber (12 Euro) schmeckte hervorragend. Und ein halbflüssiger Schokoladenkuchen (hier mit Vanille-Gries-Eis und karamellisierten Pfirsichen für 8,50 Euro) geht sowieso immer.
Unsere Rechnung entsprach in etwa dem Betrag des Gutscheins von 120 Euro. Für drei Personen ein wirklich sehr fairer Preis, der das Credo von Philipp Arens, nämlich "gehobene Alltagsküche für jedermann" anzubieten, unterstreicht. Diese funktioniert auch in Sankt Martin im besten kulinarischen Sinne und vermag sowohl Freunde deftiger Pfalzküche, als auch Feinschmecker mit Degustationshintergrund zu begeistern. Den Focus dabei immer auf das Wesentliche gerichtet, nämlich die akribisch zubereiteten Speisen, die großes Gaumenkino versprechen. Und das Ganze zu einem geradezu sensationellen Preis. Glasklare Empfehlung!
Treffender wie es Ruhrpottbarde Herbert G. in seiner 98er Prä-Millenium-Hymne „Bleibt alles anders“ formulierte, kann man die Veränderungen um den 31-jährigen Küchenchef Philipp Arens eigentlich kaum in Worte fassen: „…es gibt viel zu verlieren, du kannst nur gewinnen - genug ist zu wenig - oder es wird so wie es war….“.
Genug war dem gebürtigen Bad Homburger anscheinend schon immer viel zu wenig. Das zeigt schon ein Blick auf seinen beruflichen Werdegang. So startete er seine Kochkarriere im renommierten Schlosshotel Kronberg... mehr lesen
Gourmetrestaurant Arens im Arens Hotel 327 m NN
Gourmetrestaurant Arens im Arens Hotel 327 m NN€-€€€Restaurant, Hotel063239450Oberst-Barrett-Straße 1, 67487 Sankt Martin
5.0 stars -
"Größer, höher, aber genauso lecker! – Arens reloaded auf 327m ü. NN." Ehemalige UserTreffender wie es Ruhrpottbarde Herbert G. in seiner 98er Prä-Millenium-Hymne „Bleibt alles anders“ formulierte, kann man die Veränderungen um den 31-jährigen Küchenchef Philipp Arens eigentlich kaum in Worte fassen: „…es gibt viel zu verlieren, du kannst nur gewinnen - genug ist zu wenig - oder es wird so wie es war….“.
Genug war dem gebürtigen Bad Homburger anscheinend schon immer viel zu wenig. Das zeigt schon ein Blick auf seinen beruflichen Werdegang. So startete er seine Kochkarriere im renommierten Schlosshotel Kronberg
Bei jedem längerem Syltbesuch essen wir auch fast immer in Tonis Restaurant. Auch dieses Lokal verfügt über eine große Außenterrasse.
Auf der Speisekarte erwartet einen keine Überraschung sondern solide zubereitete typisch Gerichte, wie im Restaurant zu Hause um die Ecke.
Wir haben uns für verschiedene Grillteller entschieden, bestehend aus mehren verschiedenen Sorten Fleisch, dazu Reis und Pommes Frites und vorweg den klassischen Salatteller. Dazu ein frisches Bier.
Die Portion ist von der Menge her reichlich und handwerklich gut zubereitet. Alles wurde in angemessener Wartezeit serviert.
Die Preise für die Grillteller liegen etwa bei 15€.
Bei jedem längerem Syltbesuch essen wir auch fast immer in Tonis Restaurant. Auch dieses Lokal verfügt über eine große Außenterrasse.
Auf der Speisekarte erwartet einen keine Überraschung sondern solide zubereitete typisch Gerichte, wie im Restaurant zu Hause um die Ecke.
Wir haben uns für verschiedene Grillteller entschieden, bestehend aus mehren verschiedenen Sorten Fleisch, dazu Reis und Pommes Frites und vorweg den klassischen Salatteller. Dazu ein frisches Bier.
Die Portion ist von der Menge her reichlich und handwerklich gut zubereitet. Alles wurde in angemessener Wartezeit serviert.
Die Preise für die Grillteller liegen etwa bei 15€.
3.5 stars -
"Hausmannskost in Westerland" Ehemalige UserBei jedem längerem Syltbesuch essen wir auch fast immer in Tonis Restaurant. Auch dieses Lokal verfügt über eine große Außenterrasse.
Auf der Speisekarte erwartet einen keine Überraschung sondern solide zubereitete typisch Gerichte, wie im Restaurant zu Hause um die Ecke.
Wir haben uns für verschiedene Grillteller entschieden, bestehend aus mehren verschiedenen Sorten Fleisch, dazu Reis und Pommes Frites und vorweg den klassischen Salatteller. Dazu ein frisches Bier.
Die Portion ist von der Menge her reichlich und handwerklich gut zubereitet. Alles wurde in angemessener Wartezeit
Das Cafe Orth mit seiner offenen Terrasse direkt an der Fußgängerzone ist einer der idealen Punkte zum Sehen und Gesehen werden.
Das man hier sehr gut Kaffee in allen gängigen Variationen trinken und leckersten Kuchen essen kann, gerät bei dem einen oder anderen sicherlich zu Nebensache.
Die Terrasse ist vom frühen Morgen bis in die Abendstunden gut besetzt, aber mit ein wenig Geduld lässt sich fast immer ein Platz finden.
Wenn es neben den Orth auch viele andere Lokalitäten in der Friedrichstraße gibt, so ist das Orth für mich die Institution in der Fußgängerstraße.
Das Cafe Orth mit seiner offenen Terrasse direkt an der Fußgängerzone ist einer der idealen Punkte zum Sehen und Gesehen werden.
Das man hier sehr gut Kaffee in allen gängigen Variationen trinken und leckersten Kuchen essen kann, gerät bei dem einen oder anderen sicherlich zu Nebensache.
Die Terrasse ist vom frühen Morgen bis in die Abendstunden gut besetzt, aber mit ein wenig Geduld lässt sich fast immer ein Platz finden.
Wenn es neben den Orth auch viele andere Lokalitäten in der Friedrichstraße gibt, so ist das Orth für mich die Institution in der Fußgängerstraße.
4.5 stars -
"Der zentrale Punkt in Westerlands Fußgängerzone" Ehemalige UserDas Cafe Orth mit seiner offenen Terrasse direkt an der Fußgängerzone ist einer der idealen Punkte zum Sehen und Gesehen werden.
Das man hier sehr gut Kaffee in allen gängigen Variationen trinken und leckersten Kuchen essen kann, gerät bei dem einen oder anderen sicherlich zu Nebensache.
Die Terrasse ist vom frühen Morgen bis in die Abendstunden gut besetzt, aber mit ein wenig Geduld lässt sich fast immer ein Platz finden.
Wenn es neben den Orth auch viele andere Lokalitäten in der Friedrichstraße gibt, so ist
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Meinen letztjährigen Kurztrip an Ostern habe ich rezensionstechnisch komplett verschwiegen. Die Burger beim „Bird“, die Dim Sum bei „Dan“ und das saftige Backschwein aus der Markthalle Neun habe ich mit keiner Silbe in diesem Gastro-Forum gewürdigt. Ich tue Buße und werde die Geschmackshighlights des kulinarischen Teils meiner diesjährigen Klassenfahrt mit besten Bissen und Gewissen hier chronologisch aufbereitet platzieren. Mal schauen, was daraus wird.
Ich liebe asiatische Küche. Die Bandbreite an Aromen, die hier geboten wird, ist einfach fantastisch. Da muss man in unserer ländlichen Gegend schon weit fahren, um in einen solchen Genuss zu kommen. In Berlin ist das natürlich anders. Da übertrumpfen sich Chinesen, Thailänder, Vietnamesen und mittlerweile auch viele Koreaner bei der Zubereitung leckerer Asia-Gerichte.
Und dann kam auch noch Tim Raue auf die Idee, in seinem ersten Restaurant Chinesisches im Haute-Cuisine-Stil (seine dekonstruierte Version der Peking-Ente wurde zum Signature-Dish!) zu kredenzen. Spätestens da war klar, dass Asia-Food nicht nur trendy und gesund ist, sondern auch qualitativ zu neuen Ufern aufbrechen wird. Und wo natürlich zuerst in Deutschland? Ihr wisst es bereits.
Über das Dae Mon hatte ich im Vorfeld einiges gelesen. Das Berliner Szene-Magazin „Zitty“ hatte es in seiner Gastro-Spezialausgabe mit in die „Hotlist“ aufgenommen und vom besten und schicksten Koreaner Berlins geschwärmt. Vom spannendsten Asiaten, den Berlin derzeit zu bieten hat, war gar die Rede.
Gleich vorweg, wegen der Hans Wegner-Stühle und der eigens für das Lokal kreierten Typographie habe ich mir keinen Hipster-Bart angeklebt bzw. bin in keinen Rauten-Pullunder geschlüpft, um über das OpenTable-Portal im Vorfeld drei Plätze zu reservieren. Nein, ich war schlicht und ergreifend neugierig, wie gehobene koreanische – von den Betreibern zeitgenössisch genannte – Kochkunst aussieht und vor allem schmeckt.
Die Betreiber des „Dae Mon“ sind in Berlin keine Unbekannten und sie haben sich viel vorgenommen. Felix Pahnke und Hyun Wanner, die schon den trendigen Szene-Koreaner „Kimchi Princess“ in Kreuzberg erfolgreich führen, haben im Oktober 2014 in unmittelbarer Reichweite zum Hackeschen Markt ein durchgestyltes Esserlebnis, bei dem der Gast in eine andere Welt eintauchen solle, eröffnet. Doch statt auf teuflisches Rot (wie beim Laden in Kreuzberg), wird hier auf „dae-mon-isches“ Schwarz gesetzt.
Schwarz gestrichene Wände, außergewöhnliches Lichtdesign, einsehbare Showküche – alles Elemente einer durchdacht konzipierten Inneneinrichtung, die auch in New York oder London zu gefallen wüsste. Im großzügig, sehr modern geschnittenen Gastraum fängt die freistehende Bar die ersten Gästeblicke gekonnt ein. Heimelige Nischen werden durch verschiedenste Lichteinflüsse perfekt inszeniert. Man sitzt auf bequem gepolsterten Wandbänken an blanken Holztischen, die ganz gut ohne Deckchen auskommen. Draußen am zentralen und doch sehr beschaulich gelegenen Monbijouplatz sorgt eine kleine, von Bambus umgebene Terrasse für lauschige Stunden im Sommer.
Wir wurden sehr freundlich in Empfang genommen und durften an einem der wenigen Freilufttische Platz nehmen. Die Sonne hatte noch genügend Kraft um die frische Brise am Abend vergessen zu machen. Eine größere Gruppe von Chirurgen lauschte im Inneren des Lokals einem Vortrag, ehe sie sich draußen an einer langen Tafel einfand. Der sehr zuvorkommende Service entschuldigte sich sogleich für den Umstand, dass aufgrund dieser Gesellschaft die Zubereitung der Speisen etwas länger dauern könnte und bot uns als „Entschädigung“ einen Aperitif aufs Haus an.
Zwei Aperol Spritz und einen Kir Royal später studierten wir die übersichtliche, in apartem lindgrün gehaltene Speisenkarte, deren Knappheit in puncto Beschreibung der 16 Gerichte keine Anhaltspunkte bezüglich ihrer Anrichtung und Zubereitung zuließ. Ob asiatische Geschmacksbombe oder koreanische Katze im Sack – das würden also erst die Teller zeigen. Wir ließen uns überraschen.
Trotz klarer Unterteilung in acht Vor- und acht Hauptspeisen, wurde uns die Entscheidung nicht gerade leicht gemacht. Alles klang so verlockend lecker. Erst einmal eine Flasche Vösslauer (0,75 l für stolze 7,50 Euro) zum Durstlöschen und dann sahen wir weiter. Meine Kollegin suchte nach einer vegetarischen Hauptspeise und wurde leider nicht fündig. Überall war Fleisch oder Fisch dabei. Dann eben zwei Veggie-Vorspeisen: die Lila Kartoffeln mit Süßkartoffelbällchen, Lotuswurzel und Pastinaken-Crème (9 Euro) sowie die Buchweizennudeln mit saisonalem Gemüse und Shiitake-Ei (10 Euro) wurden geordert. Die andere Kollegin wählte genau wie ich die aus Wan-Tan-Teig bestehenden Mandu (koreanische Teigtaschen), die mit einer Garnelen-Farce gefüllt waren (9 Euro), als Vorspeise.
Dazu ein guter Pfälzer Grauburgunder von Gies-Düppel. Das dachte ich noch bevor meine Kollegin ihre Abneigung für Pfälzer Weißweine kundtat. Ein Südfranzose, dazu noch ein Rosé, sollte den Asia-Abend nun passend begleiten. Und so kam es, dass wir uns für eine Flasche „Château de la Deidière“ Rosé (33 Euro) entschieden. Kein besonderer Wein, aber auch kein vinophiler Griff ins Klo. Ein Alltags-Côtes-de-Provence, den ich bei Ludwig von Kapff für unter 7 Euro erstehen könnte, was ich selbstverständlich niemals tun würde, denn für das Geld krieg ich in der Pfalz besseren Stoff. Aber sei es drum, so schnell sitzen wir bestimmt nicht mehr zusammen im „Dae Mon“.
Bei den Hauptspeisen geriet ich entscheidungsmäßig arg in die Bredouille. Schweinebäckchen, Maispoularde und Spare Ribs standen zur Auswahl. Letztere nannte sich „Baby Back Ribs“ und wurden von Sesam-Reis, Popcorn-Crème und mit Gochujang gewürztem Popcorn (21 Euro) serviert. Wie hätte ich da nein sagen können. Meine Kollegin ohne Fleisch-Fisch-Problem entschied sich für den gegrillten Pulpo mit Wakame, Kartoffeln, Gurken und Ponzu-Zwiebeln (24 Euro). Eine zusätzliche Portion Reis (3 Euro) diente ihr als Beilage.
Mein lieber Chefkoch Song Lee, wenn du das an deiner früheren Wirkungsstätte (im Restaurant des Grand Hyatt Berlin, Anm.) aufgefahren hättest, wäre deren Hotelküche wahrscheinlich in kürzester Zeit zum koreanischen Hotspot mutiert. Alle Gerichte, die wir an diesem Abend serviert bekamen, waren handwerklich perfekt zubereitet und dazu sehr ansprechend auf den Tellern arrangiert.
Los ging es mit vier saftigen Mandu, deren leckere Garnelenfüllung begeisterte. Meine Kollegin war ebenfalls sehr angetan von dieser Vorspeise. Kleingehäckselte Cashewnüsse klebten am frittierten Wan-Tan-Teig, den ich mit meinen Stäbchen in den hausgemachten Dip auf Sojabasis tunkte. Ein gelungener Auftakt. Die Veggie-Kollegin ließ mich von ihrer farbenfrohen Schieferplatte den Lila Kartoffelsalat und ein Süßkartoffelbällchen probieren. Geht auch ohne – dachte ich anerkennend. Kleine Pastinaken-Tupfer verliehen ihrem klein geschnittenen Lotuswurzelgemüse die passende aromatische Ergänzung.
Dann kamen die Hauptgänge. Meine Ribs waren so zart, dass ich sie eigentlich hätte mit den Stäbchen essen können. Ich weiß nicht wie lange und wie schonend sie gegart wurden, aber eines war klar: sie waren von der Konsistenz her absolut genial zubereitet und sehr delikat mariniert. Die pikante Marinade wurde von der dezenten Süße der Popcorn-Crème toll aufgefangen. Zudem sorgten die Reis-Sesam-Bällchen als Beilage für eine angenehme Sättigung.
Der gegrillte Pulpo meiner Kollegin lag auf einem sommerlichen Arrangement aus Wakame-Algen, Kartoffelspalten und gerollten Salatgurken. Die Kombination wirkte eher wie ein mit Ponzu-Sauce veredelter Meeresfrüchtesalat. Auch sie war begeistert von der Produktfrische und der ungewöhnlichen Zusammensetzung ihres Tellers. Ein echter Hingucker war das akkurate, fein gewürzte Türmchen aus Buchweizennudeln, das zwischen knackigem Wokgemüse thronte. Im zylinderförmigen Mini-Omelette waren aromatische Shiitake-Pilze versteckt. Nur eine von mehreren liebevoll in Szene gesetzten Komponenten auf dem Teller.
Auch unsere Desserts – Matcha Panna Cotta (11 Euro) und die Ingwer Crème brulée (8 Euro) – waren ein Volltreffer. Bei Asiaten ja allgemein eher unüblich, verblüffte das Küchenteam um Song Lee mit aufwendig angerichteten süßen Köstlichkeiten, die für das Gebotene preislich fair kalkuliert waren. Die Kombination vom gemahlenen Grüntee-Pulver (Matcha) und Panna Cotta kam in Form eines grün-weiß geschichteten Quader auf die Schieferplatte. Aber da lasse ich mal lieber das Bild für sich sprechen.
Der Besuch im „Dae Mon“ hatte überhaupt nichts Gespenstisches und stellte einen rundum gelungenen Auftakt unserer kulinarischen Entdeckungsreise in Deutschlangs Genuss-Metropole Nr. 1 dar. In Sachen Inszenierung und Interieur passt das Lokal natürlich zu Berlin wie das Sushi zwischen die Stäbchen. Ob das dann mehr Kunstprojekt oder Esserlebnis ist, sei jedem Gast selbst überlassen. Wir haben uns jedenfalls dort sehr wohl gefühlt. Und dass hier sowohl am Herd, als auch im Service Profis am Werk sind, spürt man jederzeit. Großes Kompliment hierfür!