Geschrieben am 15.06.2020 2020-06-15| Aktualisiert am
22.02.2021
Besucht am 01.06.2020Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 88 EUR
Es war der erste Tag im Juni. Das Wetter passte und wir wanderten zusammen mit meiner Schwägerin aus Bremen von Neustadt-Gimmeldingen über den Stabenberg ins idyllische Mühltal. Auf dem Rückweg schritten wir am Haardtrand entlang durch den Winzerort Königsbach. Den grandiosen Weitblick auf Rebenmeer und Rheinebene genießend, absolvierten wir den letzten und auch schönsten Teil unserer Wanderung auf einem kleinen Abschnitt des Pfälzer Weinsteigs.
Zeitlich hatten wir uns die gut dreistündige Tour so eingerichtet, dass wir pünktlich um 18 Uhr in der Quetschekuche Stubb in Neustadt-Haardt zum Abendessen aufschlagen konnten. Den Tisch für drei Personen hatte ich im Vorfeld bei der Restaurantleiterin Janette Sachse via FB (man kennt sich halt in der Pfalz) klargemacht.
Schon länger hatte ich einen Besuch in der im März 2019 vom Gastronomenpaar Janette und Meinolf Sachse eröffneten Weinstube im Visier. Denn die Bilder, die ich über den bereits erwähnten Socialmedia-Kanal empfing, verhießen Schmackhaftes auf dem Teller und Hochwertiges im Glas.
Nun sind die beiden Betreiber in der regionalen Bewirtungslandschaft keine Unbekannten. Janette kenne ich noch aus ihrer Zeit in Arens Restaurant (Hainfeld später St. Martin), wo sie sich für einen hervorragenden Service verantwortlich zeigte.
Ihr Mann Meinolf hat seine Erfahrungen in renommierten Häusern, wie beispielsweise dem Deidesheimer Hof und dem Gasthaus zur Kanne (auch Deidesheim), gesammelt. In letzterem hat er als Restaurantleiter fungiert und in dem von Küchenchef Florian Winter und seiner Frau Karin (jetzt Ritterhof in Burrweiler) geführten Kleinod regionaltypischer Genießerküche die passenden Weine kredenzt.
Schade, dass die Besitzer der Räumlichkeiten, das überregional bekannte Weingut Dr. Bürklin-Wolf, diese für eine Weinbar mit angeschlossener Vinothek nutzen wollten und somit das Ende des ältesten Gasthauses der Pfalz einläuteten.
Nach einem kurzen Intermezzo in „Knipsers Halbstück“ in Bissersheim übernahmen Janette und Meinolf Sachse das auch kurz als „Quetsch“ bezeichnete Weinlokal im Ortsteil Haardt. Das nostalgische, vom Neustadter Künstler Rudi Lederle bemalte Fachwerkhaus kann auf eine lange Ausschanktradition verweisen. Die Quetsch von außen
Früher als typisches Winzerhaus mit Stallungen genutzt, war es erst Künstlerkneipe und später dann - nach sukzessivem Ausbau in den 90er Jahren - eine hübsche Weinstube mit Sandsteingewölbe und Wintergarten.
Nach zweijähriger Auszeit, welche die neuen Besitzer (ein Ehepaar aus Neustadt, Anm.) nutzten, um das Anwesen zu renovieren und darin auch ein paar Ferienwohnungen unterzubringen, wurde nun das nächste gastronomische Kapitel in der guten alten „Stubb“ aufgeschlagen.
Das Wort „Quetschekuche“ (=Zwetschgenkuchen) mag da eventuell täuschen und den neugierigen Kostgänger in die Irre führen. Hinter dem Begriff könnte man eine altbackene Kaffee-und-Kuchen-Klause vermuten, was sich jedoch spätestens beim Studieren des Speiseprogramms in kulinarischen Wohlgefallen auflöst.
Mit Mundschutz und frisch desinfizierten Händen wurden wir entsprechend der derzeit geltenden Hygienevorschriften vorstellig. Unseren Tisch auf der lauschigen, hübsch gestalteten Innenhofterrasse mussten wir aufgrund der leidlich bequemen Sitzmöbel – das an dieser Stelle leicht abschüssige Kopfsteinpflaster tat ein Übriges - gegen eine benutzerfreundlichere Variante im Wintergarten eintauschen. Der lauschige Innenhof
Alles kein Problem und das bei der aktuell nicht gerade einfachen Platzsituation. An dieser Stelle gleich mal ein herzliches Dankeschön an das flexibel reagierende Serviceteam.
Apropos Service. Den überließ Ausschankmeister Meinolf Sachse an diesem Abend fast gänzlich einem jungen Mädchen, das wohl als Aushilfe für seine verhinderte Frau Janette einsprang. Der sympathische Weinwirt übernahm den Thekendienst, während die junge Dame im nahezu komplett ausgelasteten Innenhof bzw. Wintergarten hin und her wetzte. Aber einer muss eben die Gläser befüllen.
Und da der Service alle Hände voll zu tun hatte, verging dann auch ein wenig Zeit, bis wir die Speise- und Getränkelektüre gereicht bekamen. Zeit zum Ankommen, Zeit zum Umgucken. Denn es gab hier einiges zu entdecken. Nach dem Umzug aus dem begrünten Freiluftbereich, fanden wir uns im vorgelagerten Wintergarten wieder. Rustikale Steinplatten und dunkle Fachwerkbalken vermittelten Bodenhaftung. Eine alte Traubenpresse erinnerte an die frühere Nutzung des Gebäudes. Innenansicht Wintergarten
Auf dem zünftigen Bauernschrank aus dunklem Holz reihten sich bereits getrunkene Hochkaräter flaschenweise aneinander. Über uns schwebte ein prachtvoller Kristallleuchter, dessen zartes Licht in Anbetracht der durch die hohe Glasfront eindringenden Helligkeit kaum wahrnehmbar erschien. Blick vom Wintergarten in den Innenhof
Das Gartenmobiliar der Terrasse war im Inneren einer schlichten, aber wesentlich bequemeren Bistroeinrichtung gewichen.
Über eine Treppe gelangte man zu den ästhetisch gestalteten Toilettenräumen in der Beletage. Auf dem Weg zur Toilette
Weiter drinnen wartete ein heimeliges Tonnengewölbe auf den Wegfall der Auslastungsbeschränkungen. Ein gelungener Stilmix, dessen rustikaler Charme die typische Pfälzer Gastlichkeit hervorragend abbildete. Kurz gesagt: eine Weinstube mit Wohlfühlgarantie. Innenansicht des vorderen Gastraums
Auf dem Tisch lag neben dem Zettel zur Datenerfassung der Gäste eine kleine Kopie mit den Tagesempfehlungen. Diese drehten sich saisonbedingt rund um den Spargel. Das nicht nur hierzulande so hochgeschätzte Königsgemüse stand in Form eines Spargel-Garnelen-Salats, als Beilage eines Frikassées von der Putenbrust und als viergängiges Menü „Rund um den Spargel“ auf dem Tagesangebotsschnipsel. Eine Mandelmilch-Crème-Brulée mit Pfälzer Erdbeersorbet und eine Weinempfehlung komplettierten das übersichtliche „Empfehlungsschreiben“.
Auch die Standardkarte verlor sich nicht im Überangebot. Sechs Vorspeisen, zehn Hauptgerichte und fünf Desserts listete das Köchelverzeichnis von Küchenchef Philipp Maaßen. Jedoch eine Auswahl, die sich sehen lassen konnte und die wir als Indiz für frisch zubereitetes Essen werteten. Gimmeldinger Rehpastete mit „Pfälzer Trüffel“ (=eingelegte schwarze Nüsse), karamellisierter Ziegenkäse und „eine Schale voll Salat“ mit Quetsche-Dressing lockten im Vorprogramm.
Selbstgemachte „Hausbuletten“, ein paar Wild-Bratwürste, Pälzer Flääschknepp und geschmorte Ochsenbäckchen führten durchs verlockend klingende „Karnivoristan“. Natürlich stand auch das fleischgewordene Dreigestirn der Pfalzkulinarik (Saumagen, Bratwurst und Leberknödel) auf dem Speisezettel. Für vegetarisch angehauchte Zeitgenossinnen und -genossen hatte man Maultaschen mit Spinat-Ricotta-Füllung, Spinatknödel und einen großen bunten Salat im Repertoire.
Schön, dass auch die Produzenten, der überwiegend aus dem regionalen Umfeld stammenden Zutaten, genannt wurden. So stammt beispielsweise das Gemüse von Luis Schäfer aus Gönnheim, während man das Fleisch (Wild ausgenommen) von der Familienmetzgerei Vogt aus Haßloch bezieht. Auch der Bäcker, mit dessen qualitativ hochwertigen Erzeugnissen man die Brotkörbchen füllt, wurde namentlich genannt. Es ist die Bäckerei Buchmüller aus Neustadt-Mussbach. Aus dem gleichen Ort kommen übrigens auch die angebotenen Eis- und Sorbetsorten. Claudio‘s Eismanufaktur zeichnet sich dabei als Spezialist für Gefrorenes verantwortlich.
Doch was wäre das kulinarische Herzstück der „Quetsch“ ohne seine geradezu sensationell anmutende Weinkarte. Knapp 20 offene Kreszenzen und ca. 300 (!) Flaschenweinpositionen listet die beeindruckende Rebsaftfibel, die mit Riesling (und noch mehr Riesling!), Weiß- bzw. Grauburgunder, Sauvignon Blanc, Chardonnay und Viognier so ziemlich jeden Weißweinfan zu begeistern vermag. Und das alles von bekannten Erzeugern, die ihre Großen Gewächse und Erste Lagen in VDP-Qualität auf die Flaschen ziehen.
Auch bei den Rotweinen ist so ziemlich alles versammelt, was der Pfälzer Weinbau aufzubieten hat. Wem heimische Spitzenwinzer wie Rings, Kuhn, Koch und Minges nicht reichen, der kann mit Hanspeter Ziereisen auch badische Topweine genießen.
Egal, ob ein Pfälzer Lagrein aus dem Versuchsanbau von Oliver Gabel (Herxheim am Berg) oder ein 2007er Riesling Pechstein GG von Bürklin-Wolf, das mit großem Sachverstand zusammengestellte Kellerkompendium von Janette und Meinolf Sachse besänftigt so ziemlich jedes vinophile Gemüt.
Solch eine Auswahl findet man – wenn überhaupt – nur in Lokalen der Sterneklasse. Dann jedoch zu viel höheren Preisen! Bei der sympathischen Kalkulation in der „Quetsch“ kann ich mir schon vorstellen, welcher Rieslingzombie dort bei seinem nächsten Außendienst in Neustadt wohl aufschlägt…
Ganz den zurückhaltenden Autofahrer mimend, beschränkte ich mich auf ein Viertel Weißburgunder von Philipp Kuhn aus Laumersheim (7,50 Euro), der als Tageswein im offenen Ausschank erhältlich war. Ein elegant saftiger Weißburgunder, der sich auch druckvoll am Gaumen präsentierte und sich nicht wie viele seiner Art in nebulöser Geschmacksneutralität verlor.
Die beiden durstigen Damen am Tisch sprangen dagegen mit frisch gefiltertem Haardter Sprudelwasser (1l für 4,50 Euro), einer Apfelsaft-Schorle (0,5l für 4,60 Euro) sowie einem alkoholfreien Bischoff Pils aus der Flasche (0,33l für 3 Euro) auf den langsam anrollenden Löschzug.
Ihren Verzicht auf eine Vorspeise konnte ich nicht nachvollziehen. Anscheinend war ihr Hunger trotz anstrengender Wanderung nicht ganz so ausgeprägt wie bei mir. Die Spargelcrèmesuppe mit ordentlich Einlage (6,50 Euro) ließ ich mir aber nicht nehmen. Bei den Hauptgerichten ahnte ich bereits zwei fleischlose Tellergerichte… und wurde nicht enttäuscht. Meine beiden kulinarisch berechenbaren Begleiterinnen orderten die Spinat-Ricotta-Maultaschen mit Salat und die Spinatknödel (beide Gerichte 14,80 Euro).
Verzweifelt versuchte ich mit einem Pfälzer Teller (16,80 Euro) schweinern dagegen zu halten. Die üblichen drei Metzgerargumente (Saumagen, Bratwurst, Leberknödel) sollten in artgerechter Begleitung von Kartoffelpüree, Sauerkraut und etwas dunkler Soße auf dem Teller landen. Ich war gespannt auf die deftigen Pfalzmannsköstlichkeiten aus dem Hause Vogt.
Die mit ein paar Spritzern Olivenöl, etwas Schnittlauch und kleingewürfelter Tomate verfeinerte Spargelsuppe hatte in der Tat ordentlich was drin. Die kurz vorher aufgeschäumte Terrine, die mittlerweile zu meinen liebsten Löffelspeisen in den Wonnemonaten Mai und Juni zählt, war vorbildlich abgeschmeckt und fußte auf solidem Küchenhandwerk. Ein gelungener Einstieg. Spargelcrèmesuppe
Kleinlaut musste ich nach einem Probierhappen beider Veggie-Gerichte deren geschmackliche Qualität anerkennen. Von fleischloser Langeweile war da keine Spur. Ganz im Gegenteil. Küchenchef Maaßen schien auch hier das richtige Händchen beim Würzen zu haben. Lediglich meiner Frau fehlte eine begleitende Soße, die dem ansehnlichen Maultaschenteller zu mehr Süffigkeit verholfen hätte. Maultaschen mit Spinat-Ricotta-Füllung
Meine Schwägerin schwärmte indes von ihren delikaten Spinatknödeln, die in cremigem Spargelgemüse schwammen. Parmesan, Cocktailtomaten und alter Balsamico sorgten für einen zusätzlichen Umami-Schub am Gaumen. Spinatknödel mit Spargelgemüse
Dann nahm ich meinen „Pfalzturm“ zwischen Messer und Gabel. Über einer Vorhügelzone aus fluffigem, mit etwas Sauce überzogenem Kartoffelpüree aus der Spritztüte, türmten sich die drei formschön geratenen Protagonisten. Die an den im Zentrum ruhenden Leberknödel angelehnte Saumagenscheibe wusste schon allein optisch zu überzeugen. Ihre leichte Röstung verdankte sie einem ausreichend langen Verbleib in der Butterpfanne. Die Bratwurst – immer mein heimlicher Favorit beim Pfalztrio – wurde wohl aus Gründen der Anrichtung in zwei Teilen geliefert. Ein großzügig bemessenes Krautbett sorgte dafür, dass das darauf platzierte Fleischgebilde auch ja nicht verrutscht. Pfälzer Prachtteller
Tja was soll ich sagen? Das hatte Schmackes, das hatte Substanz. Metzgermeister Vogt aus Haßloch verstand sein Handwerk genauso wie Chefkoch Maaßen in der „Quetsche-Küch“. Der hatte das deftige Sauerkraut schön lange köcheln lassen und beim Püree nicht mit Butter gespart (soll man ja nie!). Ein weil das alles einen Tick besser schmeckte als in einer gewöhnlichen Pfälzerwaldhütte, rechtfertigte das auch die paar Euro mehr. Zumal man in diesen Bastionen der schlichten Sättigung kein auch nur annähernd vergleichbares Püree serviert bekommt (wenn überhaupt…).
Nach hausmannsköstlicher „Pflicht“ rief die süße „Kür“. Mein kulinarisches Kurzzeitgedächtnis kramte die Mandelmilch-Crème-Brulée (7 Euro) hervor, während sich die Damen mit einem Heidelbeersorbet und einer Kombi aus Heiß & Süß (beide Desserts 4,50 Euro) begnügten. Unter letzterer firmierten übrigens zwei Kakaobutterpralinen und ein Espresso / Kaffee.
Auf der hart gebrannten Karamellkruste meiner Crème Brulée hatte es sich eine veritable Nocke feinstes Erdbeersorbet gemütlich gemacht. Mandelmilch-Crème-Brulée mit Erdbeerauflage
Zusammen mit ein paar marinierten Brestlingen (Danke AndiHa!) war das ein fruchtig-samtiges Sommerdessert vom Feinsten. Da verzichtete ich gern auf den sonst obligatorischen Schoko-Anteil. Auch meine Schwägerin fand lobende Worte für ihre Heidelbeersorbetkugel, die in spritzigem Heidelbeer-Kirsch-Secco (alkoholfrei) schwamm. Heidelbeersorbet in Heidelbeer-Kirsch-Secco schwimmend
Und auch die beiden kleinen Pralinen aus Kakaobutter, die sich meine Frau zum finalen Kaffee schmecken ließ, kündeten von Patisserie-Geschick. Heiß meets Süß
Ja unser Erstbesuch in der „Quetsch“ hat gleich Lust auf weitere gemacht. Was Janette und Meinolf Sachse da auf die Beine gestellt haben, zeugt von gastronomischem Weitblick und Erfahrung. Dass zu ihrem zeitgemäßen Weinstubenkonzept auch kleinere Events, wie etwa der „Magnum-Montag“ oder die „Spargel-ohne-Küchen-Party“ (Corona-Version), gehören, macht es umso sympathischer. Denn wo Weinverstand auf gutes Essen trifft, da ist die Pfalz am schönsten!
Es war der erste Tag im Juni. Das Wetter passte und wir wanderten zusammen mit meiner Schwägerin aus Bremen von Neustadt-Gimmeldingen über den Stabenberg ins idyllische Mühltal. Auf dem Rückweg schritten wir am Haardtrand entlang durch den Winzerort Königsbach. Den grandiosen Weitblick auf Rebenmeer und Rheinebene genießend, absolvierten wir den letzten und auch schönsten Teil unserer Wanderung auf einem kleinen Abschnitt des Pfälzer Weinsteigs.
Zeitlich hatten wir uns die gut dreistündige Tour so eingerichtet, dass wir pünktlich um 18 Uhr... mehr lesen
Quetschekuche Stubb
Quetschekuche Stubb€-€€€Restaurant, Weinstube06321 6707333Mandelring 163, 67433 Neustadt an der Weinstraße
4.5 stars -
"Haardt, aber sowas von herzlich! – Ambitioniert geführte Weinstube, die mit schmackhafter Regionalkost und einer sensationellen Flaschenweinkarte aufwartet" Ehemalige UserEs war der erste Tag im Juni. Das Wetter passte und wir wanderten zusammen mit meiner Schwägerin aus Bremen von Neustadt-Gimmeldingen über den Stabenberg ins idyllische Mühltal. Auf dem Rückweg schritten wir am Haardtrand entlang durch den Winzerort Königsbach. Den grandiosen Weitblick auf Rebenmeer und Rheinebene genießend, absolvierten wir den letzten und auch schönsten Teil unserer Wanderung auf einem kleinen Abschnitt des Pfälzer Weinsteigs.
Zeitlich hatten wir uns die gut dreistündige Tour so eingerichtet, dass wir pünktlich um 18 Uhr
Besucht am 08.06.2020Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 16 EUR
Die Pizzeria bietet leckeres Essen, Pizza aus einem Holzofen und tolle Pastagerichte. Als Selbstabholer bezahlt man für Pizza und Pasta 5,50 € so dass das Preis- Leistungsverhältnis in der Regel recht gut ist. Die Pizzen sind gut belegt und schmecken durch den Holzofen lecker, auch Fleischgerichte, wie italieische Schnitzelchen sind sehr lecker, auch wenn de zugehörigen Frittenportionen leider etwas entg bemessen sind. Nichtsdestotrotz bekommt man für durchschnittlich 7,50 € ein leckeres Schnittel mit toll gewürzten Pommes und nem kleinen Salat. Ich kann den Laden in jedem Fall empfehlen, auch wenn man manchmal etwas länger warten muss.
Die Pizzeria bietet leckeres Essen, Pizza aus einem Holzofen und tolle Pastagerichte. Als Selbstabholer bezahlt man für Pizza und Pasta 5,50 € so dass das Preis- Leistungsverhältnis in der Regel recht gut ist. Die Pizzen sind gut belegt und schmecken durch den Holzofen lecker, auch Fleischgerichte, wie italieische Schnitzelchen sind sehr lecker, auch wenn de zugehörigen Frittenportionen leider etwas entg bemessen sind. Nichtsdestotrotz bekommt man für durchschnittlich 7,50 € ein leckeres Schnittel mit toll gewürzten Pommes und nem kleinen Salat. Ich kann den Laden in jedem Fall empfehlen, auch wenn man manchmal etwas länger warten muss.
4.5 stars -
"Leckere Pizza und Pasta zu tollen Abholerpreisen" Ehemalige UserDie Pizzeria bietet leckeres Essen, Pizza aus einem Holzofen und tolle Pastagerichte. Als Selbstabholer bezahlt man für Pizza und Pasta 5,50 € so dass das Preis- Leistungsverhältnis in der Regel recht gut ist. Die Pizzen sind gut belegt und schmecken durch den Holzofen lecker, auch Fleischgerichte, wie italieische Schnitzelchen sind sehr lecker, auch wenn de zugehörigen Frittenportionen leider etwas entg bemessen sind. Nichtsdestotrotz bekommt man für durchschnittlich 7,50 € ein leckeres Schnittel mit toll gewürzten Pommes und nem kleinen Salat.
Eben noch im Strandkorb und ab in das SB Restaurant Strand-Picknick. Hier wird in Corona Zeiten mit eingeschränkten Sitzplätzen gearbeitet, wie überall anders auch. Trotzdem lässt der Wirt sich die Laune nicht vermiesen, wichtig ist, dass es wieder voran geht.
Das Essen selbst ist normale Imbisskost, Pommes und Currywurst waren ok, dazu die üblichen Kaltgetränke mit Selbstbedienung aus dem Kühlschrank.
Für drei mal Curry-Pom und Cola und Apfelschorle 21Euro klingt erstmal happig, ist aber bei der Lage direkt am Strand vertretbar und man ist in lockerer Kleidung willkommen.
Eben noch im Strandkorb und ab in das SB Restaurant Strand-Picknick. Hier wird in Corona Zeiten mit eingeschränkten Sitzplätzen gearbeitet, wie überall anders auch. Trotzdem lässt der Wirt sich die Laune nicht vermiesen, wichtig ist, dass es wieder voran geht.
Das Essen selbst ist normale Imbisskost, Pommes und Currywurst waren ok, dazu die üblichen Kaltgetränke mit Selbstbedienung aus dem Kühlschrank.
Für drei mal Curry-Pom und Cola und Apfelschorle 21Euro klingt erstmal happig, ist aber bei der Lage direkt am Strand vertretbar und man ist in lockerer Kleidung willkommen.
3.0 stars -
"Für den kleinen Hunger zwischendurch" Ehemalige UserEben noch im Strandkorb und ab in das SB Restaurant Strand-Picknick. Hier wird in Corona Zeiten mit eingeschränkten Sitzplätzen gearbeitet, wie überall anders auch. Trotzdem lässt der Wirt sich die Laune nicht vermiesen, wichtig ist, dass es wieder voran geht.
Das Essen selbst ist normale Imbisskost, Pommes und Currywurst waren ok, dazu die üblichen Kaltgetränke mit Selbstbedienung aus dem Kühlschrank.
Für drei mal Curry-Pom und Cola und Apfelschorle 21Euro klingt erstmal happig, ist aber bei der Lage direkt am Strand vertretbar und
Geschrieben am 03.06.2020 2020-06-03| Aktualisiert am
22.02.2021
Besucht am 29.05.2020Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 46 EUR
Jede Krise geht einmal vorbei. Die Frage ist nur wann und wie…
Für mich ein guter Zeitpunkt, um auf dem Gastroportal meines Vertrauens ein mehrteiliges Update in Sachen gehobener Heimatküche zu liefern. Denn erstens können in unsicheren Zeiten wie diesen ein paar anregende Zeilen über die Top-Gastronomien vor der eigenen Haustür nicht schaden. Und zweitens können wir ja jetzt unsere kulinarischen Sehnsuchtsziele wieder besuchen – wenn auch unter hoffentlich bald (!) wegfallenden, die Gastronomen gängelnden und teilweise recht willkürlich erscheinenden Hygiene- bzw. Öffnungsvorschriften.
Auch wenn ich über die besseren Häuser meiner Heimat schon genug Worte verloren habe, werde ich in der Folge eine Reihe mehr oder minder bekannter Pfälzer Genuss-Enklaven erneut ins Rezensionsvisier nehmen. Im 4. Teil meiner kulinarischen Reise durch die Südpfalz geht es um unseren Landauer Lieblingsitaliener, der trotz seiner etwas versteckten Lage in der Trappengasse großen Zuspruch genießt.
Über das „Sapori“, wie es die zahlreichen Stammgäste von Familie Orsini gerne nennen, habe ich zuletzt vor vier Jahren berichtet. Seitdem war ich bestimmt schon an die zwanzigmal dort und habe den von außen eher unscheinbaren, innen aber umso trubeligeren Pastatempel immer hochzufrieden und komplett gesättigt verlassen. Zeit also für ein kleines Update, dem ein Besuch zugrunde liegt, der unter den neuen, noch etwas gewöhnungsbedürftigen Umständen stattfand.
Ganz und gar nicht ungewöhnlich war es, dass wir anlässlich des Besuchs der Schwägerin aus Bremen eine Einkehr zu dritt bei den Orsinis planten. Denn hier saßen wir schon mehrmals in gleicher Besetzung zusammen. Die stetige Reservierungspflicht im Hinterkopf, rief ich am Tag vor der anvisierten Tat dort an. Mit einer gehörigen Portion Demut trug ich mein Anliegen vor, das auch mir viel zu kurzfristig erschien.
Kurzum: die Hoffnung auf einen der begehrten Tische war nicht besonders groß. Doch welch wundersame Fügung – später wusste ich es waren die Nach-Virus-Wehen – erlaubte uns einen Tisch zur gewünschten Uhrzeit. Und das an einem Freitagabend. Ich konnte mein Glück kaum fassen.
Der Hunger war groß, verlangte mir doch das Klettern an den Sandsteinfelsen des Pfälzerwaldes zuvor einiges ab. Aber um die Größe der dort servierten Pizza- und Pastaportionen wissend, sah ich unserem italienischen Abend ganz gelassen entgegen.
Wir waren gespannt, wie das Sapori-Team die neuen Hygiene- und Abstandsbestimmungen umsetzen würde. Normalerweise stehen die Tische im kleinen Gastraum ziemlich dicht beieinander. Und weil es dort eigentlich immer „rummsvoll“ und der Geräuschpegel entsprechend hoch ist, gleicht der Laden im Normalzustand eher einem summenden Bienenkorb als einer romantischen Trattoria für Verliebte. Innenansicht 2
Die Orsinis freuten sich bei unserer Ankunft sichtlich. Vater Dario, wie immer hinter der Pizzatheke bzw. vor dem heißen Ofen stoisch Teigrundlinge knetend und belegend, grüßte freundlich. Auch Sohnemann Italo, der sonst die Bestellungen im Stakkato aufnimmt, lächelte ganz relaxed hinter der Feinkostauslage (Käse, Salami, Schinken und Co. gibt es dort in Topqualität zu erstehen, Anm.) hervor. Tochter Clarissa umkurvte derweil die wenigen verbliebenen Tische.
Ich dachte, ich wäre im falschen Restaurant gelandet. Wenn Corona entschleunigend gewirkt haben sollte, dann wäre das Sapori ein Musterbeispiel dafür. Noch nie empfand ich die Atmosphäre im Gastraum so wohltuend. Innenansicht 1
Natürlich hätten das die Gastgeber gerne anders. Ist ja auch verständlich, da ihnen dadurch einiges an Umsatz verloren geht. Aber für die wenigen Gäste im Raum war das reduzierte Sitzplatzangebot sicherlich kein Nachteil.
Auch staunte ich nicht schlecht, als wir mit Italo Orsini ein paar Worte über den derzeitigen Ernst der Lage wechselten. Einige der Tische waren an jenem Abend unbesetzt und unter der Woche sei im Moment noch weniger los, so der Sapori-Sohn. Dies galt allerdings nicht für den Abholservice, denn da lief das Pizzageschäft kartonweise gut. Die Landauer scheinen derzeit lieber in den eigenen vier Wänden oder im Freien ihre Mahlzeiten einzunehmen, als sich in ein Restaurant zu setzen. Das wird sich hoffentlich bald wieder ändern.
Ein Zettel zur Aufnahme der Kontaktdaten wurde uns an den Tisch gebracht. Der war genauso schnell ausgefüllt wie die Bestellung der Getränke aufgegeben. Ein kleiner Radler von Moretti aus der Flasche und ein „Alkoholfreies“ der gleichen Marke (beide 0,33l für jeweils 3 Euro) sollten sich zusammen mit einer Flasche San Pelligrino (0,75l für 4,20 Euro) wenig später einfinden.
Das umfangreiche Angebot an Speisen bedeutet jedes Mal eine Herausforderung für mich. In der Regel entscheide ich mich für Pasta, was nichts mit der hier vorherrschenden Pizzaqualität zu tun hat. Im Gegenteil, die ist top, ohne Wenn und Aber. Jedoch sind es die Nudelgerichte, die mir hier besonders gut schmecken und denen ich deshalb gerne den Vorzug gebe. Bei meiner Frau ist das meistens umgekehrt. So auch an diesem Abend.
Die Salatwahl vorweg ging an die üppig arrangierte Variante mit Büffelmozzarella und Parmaschinken (11,50 Euro). Portionsmäßig als Hauptgang angelegt, teilte ich den ganz brav mit meiner Schwägerin. Selbst wir beide hatten alle Gabeln voll zu tun, um der reichhaltig bestückten Porzellanplatte Herr bzw. Frau zu werden. Der Buffalo Bill unter den Mozzarella-Salaten
Angemacht mit wunderbar saurem Essig-Öl-Dressing tummelte sich frisch aufgeschnittener Parmaschinken zwischen grünen Blättern, Tomatenschnitzen und Gurkenscheiben. Im Epizentrum versteckte sich eine ansehnliche Kugel Büffelmozzarella, den die vorausgegangene Kühlung nur begrenzt cremig erscheinen ließ. Mozza-Kern meets Parmaschinken
Ein paar Spritzer alter Balsamico und ein „gerieben‘ Maß“ an Parmesanspänen komplettierte die prächtige Salatplatte, die für zwei Vorspeisende schon Aufgabe genug war.
Den wohl einkalkulierten Parmaschinken-Nachdurst wollte ich später mit ausreichend Bier löschen. Dank dem BierProjekt und seinem „Erdmännchen“ aus der Literflasche klappte das auch ausgezeichnet. Wenn auch nicht vor Ort im Sapori, sondern ein paar Meter weiter in der Bengels Bar.
Zuerst wurde das vor Hitze blubbernde Pasta-Trio (Tortellini, Lasagne und Canelloni, 8 Euro), ein Al-Forno-Klassiker par excellence, aus dem Ofen geholt und zischend vor meiner Schwägerin platziert. Das Nudel-Trio Sapori-Klassiker aus dem Ofen
Auch meine Spaghetti Salsiccia (9 Euro) ließen nicht lange auf sich warten. Von frisch geriebenem Parmesan bestreutes Rucola-Gestrüpp verdeckte zunächst das deftige Pastagericht, so dass ich mich erst durch das grüne Dickicht kämpfen musste, um ans „Eingemachte“ zu gelangen. Habt ihr zufällig meine Spaghetti Salsiccia gesehen?
Die Nudeln waren zwar nicht hausgemacht, ließen sich aber mit wahrnehmbarer Bissfestigkeit um die Gabel wickeln. Die fruchtig-pikante Aromatunke auf Tomatenbasis ließ auf ein langes Einköcheln und die Verwendung frischer Zutaten schließen.
Der Fleischanteil dieses Tellers voll Glückseligkeit war auch nicht zu verachten, befanden sich doch jede Menge Salsiccia-Stückchen im tiefen Rund. Mit Salsiccia veredelte Spaghetti
Die mit Fenchelaroma und einer angenehmen Schärfe daherkommenden Bratwurstschnipsel hätten in der Summe locker eine Wurstlänge von 30 cm (eher mehr!) ergeben. Nach dem nicht gerade schüchtern portionierten Salat, stellte mich also mein Pastateller vor die zweite Herausforderung des Abends, die ich nonchalant meisterte.
Als wäre sie dem Lehrbuch für italienische Teigfladenoptik entnommen wurde ein paar Minuten später die nach dem Junior des Hauses benannte Pizza „Italo“ (7,50 Euro) aus dem Ofen des Padrons geholt. Thunfisch und Kapern, hauchdünn geschnittene, rote Zwiebeln sowie selbstgemachte Chili-Paste bedeckten den wohlgebackenen Rundling. Pizza Italo (so scharf wie...)
Sehr zur Freude meiner Frau, die das scharfe Teil mit dem fluffigen Boden sichtlich genoss. Dieser hatte genau die richtige Dicke und Konsistenz vorzuweisen. Außerdem übertrieb man es nicht mit der Käseauflage und die Tomatensauce hatte Charakter, sprich: sie war ordentlich gewürzt. Auch der übrige „Zierrat“ kam wohlbemessen und vor allem in ansprechender Qualität auf den Hefefladen.
Ein weiteres Bier verkniff ich mir (vorerst) und auch das Dessert entfiel an diesem Abend. Dafür waren die Portionen einfach zu reichhaltig. Natürlich merkte man dem Sapori-Team die ungewöhnlich ruhige Atmosphäre im Gastraum an. Das ist nicht das, was sie kennen und wollen. Aber es ist ein Anfang. Und der ist gemacht. Ich drücke den fleißigen Apuliern die Daumen, dass die trubeligen Zeiten auch in der Trappengasse 18 wieder Einzug halten. Ich habe sie zwar nicht unbedingt vermisst, aber sie gehören zum Sapori wie die Orecchiette zu Apulien.
Jede Krise geht einmal vorbei. Die Frage ist nur wann und wie…
Für mich ein guter Zeitpunkt, um auf dem Gastroportal meines Vertrauens ein mehrteiliges Update in Sachen gehobener Heimatküche zu liefern. Denn erstens können in unsicheren Zeiten wie diesen ein paar anregende Zeilen über die Top-Gastronomien vor der eigenen Haustür nicht schaden. Und zweitens können wir ja jetzt unsere kulinarischen Sehnsuchtsziele wieder besuchen – wenn auch unter hoffentlich bald (!) wegfallenden, die Gastronomen gängelnden und teilweise recht willkürlich erscheinenden Hygiene-... mehr lesen
Ristorante Sapori d'Italia
Ristorante Sapori d'Italia€-€€€Trattoria, Pizzeria063417029991Trappengasse 18, 76829 Landau in der Pfalz
4.5 stars -
"Kulinarische Topadressen der Südpfalz – Teil 4: Unser Landauer Lieblingsitaliener" Ehemalige UserJede Krise geht einmal vorbei. Die Frage ist nur wann und wie…
Für mich ein guter Zeitpunkt, um auf dem Gastroportal meines Vertrauens ein mehrteiliges Update in Sachen gehobener Heimatküche zu liefern. Denn erstens können in unsicheren Zeiten wie diesen ein paar anregende Zeilen über die Top-Gastronomien vor der eigenen Haustür nicht schaden. Und zweitens können wir ja jetzt unsere kulinarischen Sehnsuchtsziele wieder besuchen – wenn auch unter hoffentlich bald (!) wegfallenden, die Gastronomen gängelnden und teilweise recht willkürlich erscheinenden Hygiene-
Besucht am 31.05.2020Besuchszeit: Mittagessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 85 EUR
Allgemein
Nachdem die Restaurants jetzt endlich auch in Bayern sowohl im Außenbereich als auch im Restaurant drinnen geöffnet sind, beschlossen wir das derzeit schöne Wetter zu nutzen, um wieder mal zusammen mit Schätzchens Schwester und deren Mann den Berghof Heeg im Johannesberger Ortsteil Steinbach aufzusuchen. Schon unter der Woche wurde deshalb von Schätzchens Schwester für Pfingstsonntag zum Mittagessen reserviert.
Am Sonntagvormittag um 11 Uhr ging es vom Eller-Parkplatz aus zu viert durch den Wald, um den Anstieg zum Berghof in Angriff zu nehmen. Voraussichtliche Laufzeit ca. 90 Minuten.
Service ****
Pünktlich zur reservierten Zeit um 12.30 Uhr trafen wir an unserem Ziel ein. Ein voll mit Autos besetzter Parkplatz ließ schon mal darauf schließen, dass aufgrund der Lockerungen ordentlich Betrieb war. So war es dann auch. Wir mussten mit dem Mindestabstand von 1,5 m außerhalb erst noch warten, bis sechs Leute vor uns endlich das Restaurant betreten durften. Nachdem die alle in das Innere des Restaurants zu ihrem Tisch geführt wurden, waren wir dann an der Reihe. Also Maske aufsetzen und warten, bis wir ins Lokal durften. Eine männliche Servicekraft, selbstverständlich auch mit Schutzmaske, führte uns nach freundlicher Begrüßung durch das recht gut besuchte Restaurant-Innere auf den Balkon zu unserem Vierer-Tisch und gab einem jeden von uns die neu gestaltete Speisekarte in die Hand. Die Tageskarte für die Mittagsgerichte lag innen anbei. Neues Speisekarten-Cover
Jetzt durften wir dann unsere Masken abnehmen und direkt auch die Personalien in das gereichte Formular eintragen. Es musste gottseidank nur eine von uns vier Personen eingetragen werden. Dies übernahm freundlicherweise meine Schwägerin. Bevor wir die Karte studierten gaben wir an die mittlerweile an unseren Tisch gekommene weibliche Servicekraft unsere Getränkewünsche weiter.
Unsere beiden Mädels entschieden sich für einen Côte du Rhône (0,2 l, 3,90 €). Mein Schwager bestellte ein Export von Schlappeseppel (0,5 l, 3,30 €), meine Wenigkeit entschied sich für ein Pils von der Brauerei Bitburger (0,4 l, 3,20 €), beide Sorten frisch vom Fass gezapft mit schöner Krone versehen. Die Getränke kamen zügig an den Tisch. Die Biere schön kalt, die beiden Weine mit passender Temperatur.
Leere Gläser wurden vom sehr freundlichen Service gesehen, Nachschub erfragt und auf Bejahung auch zügig serviert. Ob alles recht sei oder ob es schmeckt, wurde mehrmals nachgefragt und von uns gerne bestätigt. Die Wartezeit aufs Essen empfanden wir als angenehm, trotz Hochbetriebs.
4 Sterne für den Service halte ich für angemessen.
Das Essen ****
Sonn- und feiertags steht zum Mittagessen nicht die ganze Bandbreite der Speisekarte zur Verfügung, da gibt es immer eine Tageskarte, so auch heute. Die Auswahl:: Suppen, Fleischgerichte wie Schweinesteak, Rumpsteak oder Schnitzel, der Jahreszeit entsprechend Spargelgerichte. Selbstverständlich standen auch zwei oder drei Desserts zur Auswahl zur Auswahl. Alles frisch und selbstgemacht.
Meine Herzallerliebste entschied sich für das Walliser Steak (13,90 €). In einer heißen Schüssel an den Tisch gebracht, woraus dann die Zutaten auf dem dazugehörigen Teller serviert wurden. Ein großes Schweinesteak mit Schinken und Käse überbacken. Dazu eine Rahmsauce mit Champignons, etwas Spargel sowie Kroketten waren auch dabei Eine richtig große Portion, geschmacklich einwandfrei. Schätzchen musste kämpfen, dass der Teller leer wurde, hat es aber letztendlich geschafft. Waliser Steak
Ihre Schwester war auch sehr zufrieden mit der zarten Hähnchenbrust mit Spargel (14,80 €) und Rösttaler, die nach TK aussahen, aber trotzdem gut dazu passten. Hähnchenbrust mit Spargel
Nun zu den Herren: Ich entschied mich für ein Cordon bleu vom Schwein mit Pommes (13,90 €). Das Cordon bleu sieht auf dem Foto des Tellers kleiner aus als es war. Schöne würzige Panade, die Käse und Schinkenfüllung ordentlich, das Fleisch superzart. Die Pommes wurden in einer separaten Schüssel gereicht. Ich war sehr zufrieden. Cordon bleu
Das gleiche gilt für meinen Schwager, der sich für ein Jägerschnitzel mit Pommes (12,90 €) entschied. Rahmsauce mit Champignons, dazu ein sehr schön paniertes Schnitzel. Dem Schwager hat es sehr gut geschmeckt. Jägerschnitzel
Zu allen von uns georderten Gerichten gab es einen frischen Beilagensalat, vor den Hauptgerichten serviert, mit einem wohlschmeckenden Essig-Öl-Dressing angemacht, wusste er zu überzeugen.
Übers Essen gibt es nichts, aber auch gar nichts zu meckern. .
Das Ambiente ****
Was auf dem Weg zum Tisch auffiel, war die komplett in neuem Glanz befindliche Location. Da wurde während des Lockdowns ordentlich renoviert. Buddha auf dem Balkon
Die Tisch sind schön mit Stoff-Tischdecken eingedeckt, dazu passende feste, schön gefaltete Papierservietten, Kerzenständer mit Kerzen, die vom Service nach dem Platznehmen angezündet werden. Auch eine Vase mit Blümchen fehlte nicht. Alles in allem schön anzusehen.
Eingang zum Biergarten
Ein Biergarten wurde eingerichtet, so dass man auch draußen sitzen kann.
Sauberkeit *****
Räumlichkeit, Gläser, Teller und Bestecke machen einen ordentlichen, sauberen Eindruck. Das gilt auch für die Toiletten, die sich im Untergeschoss befinden, schon etwas älter, aber gepflegt.sind
Fazit:
Die Qualität ist seit zig Jahren gut. Ehrliches Handwerk, vernünftige Preise. Ich empfehle den Berghof daher weiterhin gerne
Gesamteindruck: (nach „Küchenreise“)
4 – gerne wieder
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt, wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder)
Allgemein
Nachdem die Restaurants jetzt endlich auch in Bayern sowohl im Außenbereich als auch im Restaurant drinnen geöffnet sind, beschlossen wir das derzeit schöne Wetter zu nutzen, um wieder mal zusammen mit Schätzchens Schwester und deren Mann den Berghof Heeg im Johannesberger Ortsteil Steinbach aufzusuchen. Schon unter der Woche wurde deshalb von Schätzchens Schwester für Pfingstsonntag zum Mittagessen reserviert.
Am Sonntagvormittag um 11 Uhr ging es vom Eller-Parkplatz aus zu viert durch den Wald, um den Anstieg zum Berghof in Angriff zu... mehr lesen
Restaurant im Hotel Berghof
Restaurant im Hotel Berghof€-€€€Restaurant, Hotel06021423831Heppenberg 7, 63867 Johannesberg
4.0 stars -
"Berghof Heeg in neuem Glanz!" Ehemalige User
Allgemein
Nachdem die Restaurants jetzt endlich auch in Bayern sowohl im Außenbereich als auch im Restaurant drinnen geöffnet sind, beschlossen wir das derzeit schöne Wetter zu nutzen, um wieder mal zusammen mit Schätzchens Schwester und deren Mann den Berghof Heeg im Johannesberger Ortsteil Steinbach aufzusuchen. Schon unter der Woche wurde deshalb von Schätzchens Schwester für Pfingstsonntag zum Mittagessen reserviert.
Am Sonntagvormittag um 11 Uhr ging es vom Eller-Parkplatz aus zu viert durch den Wald, um den Anstieg zum Berghof in Angriff zu
Geschrieben am 19.05.2020 2020-05-19| Aktualisiert am
26.02.2021
Besucht am 12.03.2020Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 224 EUR
Jede Krise geht einmal vorbei. Die Frage ist nur wann und wie…
Für mich ein guter Zeitpunkt, um auf dem Gastroportal meines Vertrauens ein mehrteiliges Update in Sachen gehobener Heimatküche zu liefern. Denn erstens können in unsicheren Zeiten wie diesen ein paar anregende Zeilen über die Top-Gastronomien vor der eigenen Haustür nicht schaden. Und zweitens können wir ja jetzt unsere kulinarischen Sehnsuchtsziele wieder besuchen – wenn auch unter den hoffentlich bald wegfallenden, die Gastronomen gängelnden Pandemie-Regeln.
Auch wenn ich über die besseren Häuser meiner Heimat schon genug Worte verloren habe, werde ich in der Folge eine Reihe bekannter Pfälzer Genuss-Enklaven erneut ins Rezensionsvisier nehmen.
Das zweite Restaurant, das ich kurz vor dem „Lockdown“ noch besuchen durfte, befindet sich im hübschen, direkt am Rhein gelegenen Örtchen Neupotz und wurde im letzten Jahr erstmalig mit der einsternigen Weihe des Guide Michelin bedacht. 2020 konnte man den begehrten Macaron bestätigen.
Noch vor der respektablen Auszeichnung war ich hier häufig zu Gast und konnte die sukzessive Weiterentwicklung von Chefkoch Faycal Bettioui und seinem Team über ein paar Jahre hinweg mitverfolgen. Schon damals beeindruckte die ambitionierte Herangehensweise des Küchenchefs und ließ die Neupotzer Krone schnell zu einem der angesagtesten Feinschmeckerlokale der Südpfalz werden.
Kurz vor der Corona-Schließung verschlug es mich in ungewohnter Gesellschaft dorthin. Anlässlich ihrer bestandenen Abiturprüfung, die sie übrigens mit hervorragenden Leistungen ablegte, lud ich im März dieses Jahres meine Nichte in die Krone ein. Es war das erste Sterne-Restaurant, das die frisch gebackene Abiturientin besuchte. Um ihr Faible für gutes Essen wissend, wollte sich ihr stolzer Onkel auf kulinarische Weise erkenntlich zeigen.
Von außen nicht ersichtlich, hat die Krone ihr Erscheinungsbild im Kern doch merklich verändert. Und das in vielerlei Hinsicht. Die schrittweise vollzogene Umgestaltung des Gastraums, die Umbesetzung beim Servicepersonal, die drastische Aufwertung des Weinangebots (sowohl quantitativ als auch qualitativ) sowie die komplette Abkehr vom klassischen À-la-Carte-Geschäft waren klare Indizien der Wandlung, die das seit 2015 von den Bettiouis betriebene Restaurant bisher durchlebte.
Aber auch mit besternter Kochmütze lehnt sich der Herdmeister nicht zurück. Das spürt man schon beim Eintritt in den von schnörkelloser Exklusivität geprägten Gastraum. Vom letzten Relikt der alten Gastwirtschaftszeit, der Ausschanktheke, war keine Spur mehr. Stattdessen hatte man das Innere der Krone um ein gemütliches Eck erweitert. Unser Tisch an diesem Abend
Dass das gastronomische Gesamtpaket „Krone“ noch immer „in progress“ und das Streben nach Verbesserung längst nicht abgeschlossen ist, spiegelte sich auch beim Mobiliar wider. Mit runden Tischen aus wertigem Kirschholz, die auch ohne weißes Leinen eine gute Figur machten, hatte man das Interieur sichtbar aufgewertet. Die gelungene Melange aus „casual“ und „fine“ empfängt die hier einkehrenden Feingaumen auf sehr angenehme Art und Weise. Gastraum (Ansicht 1)
Orientalisch angehauchte Teppiche verliehen der bewusst nüchtern gehaltenen Einrichtung etwas mehr Behaglichkeit. Diese kam ebenso in den herrlich bequemen, drehbaren Armlehnsesseln mit Lederüberzug und komfortabler Polsterung zum Ausdruck. Neben den von Deckenspots angestrahlten Tischen hingen ein paar vereinzelte, jedoch großformatige Malereien an den Wänden. Gastraum (Ansicht 2)
Etwas weniger Grau um mich herum wäre mir in der Summe zwar lieber gewesen, aber die kleinen Kunstwerke aus Faycal Bettiouis Küche wirkten im Kontext dieses auf Purismus abzielenden Raumkonzepts noch eine Spur eindrucksvoller, so viel sei schonmal vorweggenommen. Da lenkte nichts von den perfekt inszenierten Arrangements auf den Tellern ab und das war sicherlich auch so gewollt.
Den Weggang von Thomas Fischer im Service konnte man durch Christian Pufahl gut kompensieren. Der vorher im Ketschauer Hof zu Deidesheim tätige Weinfachmann wirkte auf mich sehr kompetent und war gleichzeitig mit einer volldosierten Portion guten Humors ausgestattet. Was jener an kleinen Randdetails zu den ohnehin schon sehr informativen Ansagen der einzelnen Gänge noch on top lieferte war schon bemerkenswert. Definitiv ein Gewinn für die Krone und zusammen mit dem etwas förmlich wirkenden Herrn Echle ein Servicegespann von ausgewogenem Format.
Das Speiseangebot umfasste lediglich zwei Menüs. Beim „Le Petit Menu“, das in fünf oder sechs Gängen (80 bzw. 90 Euro) offeriert wurde, konnte die Weinbegleitung gleich mit dazu bestellt werden. Beim „Grand Menu“ (110 Euro) erteilte man der Küche „carte blanche“ und durfte sich überraschen lassen.
Wie viele Gänge das große Tasting-Menü implizierte war der Karte nicht zu entnehmen. Auch desbezüglich herrschte also unbeschränkte Handlungsfreiheit. Für Käsefreunde wartete noch ein gut ausgestatteter Wagen vom Maison Lorho aus Strasbourg, einer der besten Fromagerien im Elsass. Vinophile Schluckspechte konnten mit einem „Extra-Fuffi“ eine glasweise ausgeschenkte Korrespondenz in flüssiger Form dazu ordern.
Wir entschieden uns gegen die Küchenreise voller Überraschungen und für das kleine Menü, dessen sechs Gänge als Gesamtpaket derart verlockend klangen, dass uns trotz aller Spontanität und Entdeckerfreude die Entscheidung recht leicht fiel. Mit der interessant klingenden, aus fünf Weinen bestehenden Begleitung (42 Euro) wollte ich meine Nichte nicht überfordern. Da blieben wir doch lieber bei einer Flasche, die uns schmeckte.
Ich blätterte mich durch das Ringbuch mit der bemerkenswerten Auswahl an Pfälzer Top-Gewächsen, die noch um ein paar erlesene Flaschen aus dem Ausland erweitert war. Selbst von der Mosel hatte man die ein oder andere Sonnenuhr im Portfolio. Die gar nicht mal so alte Jungfer vom Rheingauer Rieslingpapst Peter Jakob Kühn durfte da selbstverständlich nicht fehlen.
Nach reiflicher Überlegung fiel die Entscheidung auf eine Flasche vom trockenen 2018er Weißburgunder Kalkmergel (32 Euro), der vom Schweigener Jungwinzer Johannes Jülg vinifiziert worden war. Der zur Hälfte in Edelstahl und Holz ausgebaute Pfälzer Wonnetropfen war ein rassig-kühler Vertreter seiner Art und ein großartiger Essensbegleiter obendrein. Ein Weinentschluss, den wir den ganzen Abend über nicht bereuten. Der Wein des Abends
Ein pittoresker Amuse-Reigen eröffnete das Gaumenspektakel. Ein nicht zu zaghaft gewürztes, herrlich süffiges und definitiv von Hand geschnittenes Beef-Tartar kam auf einem kreisrunden Parmesanchip an den Tisch. Die auf schwarzen Kieselsteinen angerichtete Köstlichkeit erhielt von einem Tupfer Miso-Crème etwas asiatischen Touch. Beef-Tartar (Amuse 1)
Nicht minder delikat zeigte sich die Mini-Tartelette aus kleingehäckseltem, frisch angemachtem Krabbenfleisch. Leichte Süße traf auf anregende Frische. Klein auf der Hand, aber richtig groß auf der Zunge. Krabben-Tartelette (Amuse 2)
Den optischen, wie auch geschmacklichen Höhepunkt an Fingerfoodpreziosen stellte ein aus cremiger Foie Gras, Apfel und Rote Beete zusammengebauter Macaron dar. Texturell zwischen fluffig, cremig und knackig oszillierend, lieferte die akkurat geschichtete Petitesse ein faszinierendes Süß-Säurespiel gleich mit. Foie Gras / Rote Beete / Apfel - Macarons (Amuse 3)
Spätestens da war klar, welch köstliches Küchenwerk uns an diesem Abend noch bevorstand.
Beim ersten Gang zauberte uns Faycal Bettioui ein farbenfrohes Rohfisch-Arrangement auf den ästhetischen Glasteller. In dünne Scheiben geschnittene Stücke von der Gelbflossenmakrele – natürlich in bester Sashimi-Qualität – schwammen in wohltuender Dashi-Tunke aus grünen Tomaten. Etwas Daikonrettich sorgte für Biss, kleine Yuzu-Perlen für säuerliche Akzente. Yuzuperlen...
Zum aromatisch zitrischen Fruchtkaviar gesellte sich noch Apfeloma Smith in Kugelform. Die Kornblumendeko on Top setzte die schon bei den Amuses gewählte Garniermethode fort. In der Summe war das ein Hammer-Hiramasa mit Mut zur säuerlichen Frische. Gelungener Auftakt. Hammer-Hiramasa
Die Idee, anstatt Brot und Butter zu Beginn, ein paar sagenhaft mürbe, noch leicht warme Croissantschnecken mit französischer Butter und Meersalz nach dem ersten Gang zu schicken, fanden wir total klasse. Anscheinend kennt da jemand einen richtig guten Bäcker im Elsass. Das Blätterteiggebäck war jedenfalls vom Feinsten. Kompliment. Croissantschnecken für Zwischendurch
Gang Nr. 2 erinnerte mich latent an einen Krone-Klassiker früherer Tage. Schon damals kombinierte man hier die gebratenen Jakobsmuscheln mit einer leuchtend gelben Sabayon (ich glaube es war Curry…). Diesmal kamen die perfekt gegarten Meeresbewohner aus der Pilgerschale mit einem delikaten Seeigelrisotto und aufgeschäumter Mirin-Sabayon aufs Porzellan. Jakobsmuscheln, Mirin-Sabayon, Seeigelrisotto und Krustentierjus
Etwas Wumms steuerte die mit Chili aufgemotzte XO-Sauce bei. Zusammen mit einer Pfütze Krustentierjus, der man schon rein farblich ihren wohldosierten Safrananteil ansah, ergab das ein Muschelgericht von geradezu frappierender Süffigkeit. Im Tennis würde man sagen: glattes Ass auch mit dem zweiten Aufschlag.
Der nächste Teller erwies sich echter Hingucker. Als hätte der Pâtissier das süße Finale soeben mal vorgezogen, kam eine hübsch verzierte Foie-Gras-Mousse im Stil einer Crème Brulée aus der Kronenküche. Begleitet wurde die sagenhaft schmelzige Delikatesse von Birnengel und Zwiebelchutney. Diese kümmerten sich gleich tupfenweise um fruchtige Würze. Etwas aufgepoppter Reis und ein paar gelbe Kornblumen komplettierten diesen gustatorischen Paukenschlag, der sowohl texturell als auch visuell auf ganzer Linie überzeugte. Crème brulée von der Foie Gras
Das „Haute-Gefühl“ der feinen französischen Cuisine hatte in Neupotz Einzug gehalten. Ein klarer Fall von seligmachender Kulinarik, für die manche gerne den Weg ins Nachbarland antreten.
Als Fischgang – wir hatten mittlerweile schon Gang 4 eingeläutet – servierte man uns den letzten Skrei…ich schätze mal des Jahres. Mit hübscher, aus drei Sorten zusammengesetzter Kaviarfrisur, knackigem „wilden Brokkoli“ (Stängelkohl), den die Italiener so liebevoll Cima di Rapa nennen, und einer geradezu sensationell mundenden, mit Vin Jaune verfeinerten Beurre Blanc wurde uns das fachmännisch gegarte Stück vom Rücken des Winterkabeljaus aufgetischt. Hering, Saibling und Forelle zeichneten sich übrigens für die jodig-salzige Fischeier-Beigabe verantwortlich. Der letzte Skrei (des Jahres)
Der eigentliche Star auf dem Porzellan war jedoch die Beurre Blanc, in die der lange gereifte „Oxadativling“ aus dem Jura perfekt eingebunden war und eine herrliche Aromentiefe erzeugte. Keine Ahnung, wann ich zuletzt eine so köstliche weiße Buttersauce genossen habe. Wahrscheinlich noch nie.
Nach dem Fisch schalteten wir in den 5.Gang, der uns ein butterzartes, 6 Stunden lang unter Sous-vide-Bedingungen gegartes Filet vom Charolais Rind bescherte. Dazu gesellte sich eine Nocke superseidiges Topinamburpüree (mit geringem Sellerieanteil). Ein paar in vorzüglicher Kalbsjus geschwenkte Morcheln und Selleriestücke rundeten den Fleischteller wunderbar ab. Das Filet zerging auf der Zunge. Das Püree tat es ihm gleich. Und die Kalbsjus hätte mich fast als Keramikablecker überführt. Klassischer Gang mit ganz viel Klasse. Filet vom Charolais Rind
Bevor uns der Service beim Nachtisch „Steine“ in den Weg legen sollte, erfreute man uns mit einem kleinen Prä-Dessert. Nashi-Birne, Espuma von weißer Schokolade und Yuzu hatten sich unter einer flaumigen Nocke Joghurt-Sorbet verschanzt. Sogar an ein wenig gepoppten Reis fürs Mundgefühl wurde gedacht. Joghurt-Sorbet mit Nashi-Birne, Espuma von weißer Schokolade und Yuzu
Eine leicht fruchtige, nicht allzu süße Überraschung vor dem „steinigen“ Weg zum Finale.
Man sollte ja in Gerichte nicht immer allzu viel r(h)ein-interpretieren, aber was den Nachtisch des kleinen Menüs anging, konnte ich dann doch nicht anders. In der Umgebung von Neupotz findet man aufgrund der Nähe zum Rhein bestimmt haufenweise Kieselsteine. Vier von professioneller Pâtissier-Hand nachgebaute, essbare Exemplare befanden sich zusammen mit grünem Matchacrumble und schwarzem, karamellisierten Sesam auf unseren Desserttellern. The Stones
Von einer dünnen Hülle aus Zartbitterschokolade umgeben, zeugte das Innenleben der „Stones“ von schaumiger bzw. flüssiger Exotik. Eine intensiv säuerliche Maracuja-Emulsion floss aus einem der Steinimitate nachdem sein Schokopanzer durchbrochen war. Die anderen waren mit fluffiger Mango-, Maracuja- und Haselnussmousse gefüllt. Ein optisch wie kulinarisch gelungener Schlusspunkt, den das kleine Menü kurz vor der Zielgeraden hinlegte. The Stones...crashed
Bevor wir die Neupotzer Genuss-Stätte verließen, wurden wir noch großzügig mit ein paar süßen Leckereien aus dem Mignardisen-Sortiment bedacht. Den verschiedenen Macarons und Schokoquadern (Ruby Chocolate…) konnten wir einfach nicht widerstehen. Auswahl an Mignardises
Der Preis erschien uns für das Gebotene mehr als angemessen. Foie Gras Crème Brulée, Vin Jaune Beurre blanc, Rinderfilet und „Stone“-Dessert waren meine persönlichen Highlights an diesem Abend, an den ich während des „Lockdowns“ noch lange denken musste. Und von dem ich auch lange gezehrt habe. Hoffentlich übersteht das Kronenteam diese Krise und wir sehen uns bald mal wieder. Der Stern über Neupotz darf nicht erlöschen.
Jede Krise geht einmal vorbei. Die Frage ist nur wann und wie…
Für mich ein guter Zeitpunkt, um auf dem Gastroportal meines Vertrauens ein mehrteiliges Update in Sachen gehobener Heimatküche zu liefern. Denn erstens können in unsicheren Zeiten wie diesen ein paar anregende Zeilen über die Top-Gastronomien vor der eigenen Haustür nicht schaden. Und zweitens können wir ja jetzt unsere kulinarischen Sehnsuchtsziele wieder besuchen – wenn auch unter den hoffentlich bald wegfallenden, die Gastronomen gängelnden Pandemie-Regeln.
Auch wenn ich über die... mehr lesen
Zur Krone
Zur Krone€-€€€Restaurant07272 9337845Hauptstraße 25, 76777 Neupotz
5.0 stars -
"Kulinarische Topadressen der Südpfalz – Teil 2: Der Stern, der über Neupotz leuchtet" Ehemalige UserJede Krise geht einmal vorbei. Die Frage ist nur wann und wie…
Für mich ein guter Zeitpunkt, um auf dem Gastroportal meines Vertrauens ein mehrteiliges Update in Sachen gehobener Heimatküche zu liefern. Denn erstens können in unsicheren Zeiten wie diesen ein paar anregende Zeilen über die Top-Gastronomien vor der eigenen Haustür nicht schaden. Und zweitens können wir ja jetzt unsere kulinarischen Sehnsuchtsziele wieder besuchen – wenn auch unter den hoffentlich bald wegfallenden, die Gastronomen gängelnden Pandemie-Regeln.
Auch wenn ich über die
Geschrieben am 03.05.2020 2020-05-03| Aktualisiert am
26.02.2021
Besucht am 18.02.2020Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 42 EUR
Nach genossener Bestbürgerlichkeit im Bregenzer Traditionsgasthaus Kornmesser (Bericht wurde selbstverständlich beim digitalen Reiseratgeber meines Vertrauens hinterlegt…) am Abend zuvor, sollte uns der erste Urlaubstag einen hübschen Spaziergang am Bodenseeufer bescheren. Von Lochau aus, wo sich unsere Ferienwohnung befand, sind es zu Fuß knapp 8 km zur Lindauer Altstadtinsel. Ein kleines Warm-up für die kommenden Bergwanderungen im Bregenzerwald.
Wir hatten uns den Fußweg so eingeteilt, dass wir zur Mittagszeit im sehenswerten Insel-Städtchen aufschlugen. Vorweg stieß ich bei meinen Recherchen auf das Gasthaus Zum Engel, das wir als unser Einkehrziel festlegten. Es sollte unsere Rast kulinarisch aufwerten, so viel sei an dieser Stelle schon mal verraten.
Viel war an diesem Dienstagmittag in der „Perle des Bodensee“ nicht los. Je mehr wir uns Lindau näherten, desto besser wurde das Wetter. Kaum hatten wir die Bodenseeinsel betreten, herrschte strahlender Sonnenschein. Dennoch signalisierten unsere Mägen ihre Bereitschaft zur Kalorienaufnahme. Die Flucht nach drinnen war trotz Traumwetter die logische Folge.
Das Gasthaus Engel gibt es in dem Sinne eigentlich nicht. Es existieren nämlich zwei Gastronomien, die Bier- und die Engelstube, die unter einem Hoteldach untergebracht sind. Außenansicht
Gleich rechts im Parterre befand sich die Bierstube. Diese hatte in den Wintermonaten nur abends geöffnet. Aufgrund ihres derben Charmes trägt sie auch den Namen „Bockstube“. Übrigens ein prima Fleck, um am Abend noch die ein oder andere Hopfenkaltschale zu genießen.
Wir gingen die Holztreppe hinauf und traten in das als „Engelstube“ bezeichnete, eigentliche Wirtshaus ein. Es zählt zu den ältesten seiner Art in Lindau, das jedenfalls verriet uns die erste Seite der Speisenkarte. 1390 erbaut und 1589 erstmalig als Wirtschaft erwähnt, sah man den Räumlichkeiten gleich an, dass hier ganz viel Nostalgie drinsteckte.
Innenansicht 1 Die urige Engelstube
Wir waren so ziemlich die ersten Gäste und die freundliche junge Dame vom Service ließ uns freie Platzwahl. So kam es, dass sich der Schreiber dieser Zeilen zusammen mit seiner Gemahlin genau den Tisch aussuchte, dessen Wandbänke um einen historisch-wertvollen, sonnendurchfluteten Erker verliefen. Warum nicht etwas ausgesetzter tafeln? Das Hängen an den Sandsteinfelsen der Pfalz macht mir ja sonst auch nichts aus.
Mit dem schönen Blick auf die Gässchen der Lindauer Altstadt und der wärmenden Februarsonne im Nacken saß es sich hier ganz vorzüglich. War es der lange Fußmarsch oder die Nähe zum Wasser, die uns so durstig hier aufschlagen ließ? Egal, mit einer Flasche Krumbach Mineralwasser aus dem Allgäu (0,75l für 5,50 Euro) und einem kleinen Augustiner Hellen (3 Euro) wurde schnell Abhilfe geschaffen.
Beim überschaubaren Weinangebot war man mit einem Riesling aus dem Hause Reichsrat von Buhl (Deidesheim) und der Ursprung-Cuvée von Winzergigant Markus Schneider sogar ein wenig pfälzisch angehaucht. Beim Primitivo di Manduria von der Masseria Borgo dei Trulli musste ich an einen großen Gastroliteraten aus dem Norden der Republik denken. Keine Ahnung warum…
Später ließ ich mir noch eines der beliebtesten Feierabendbiere des nahen Allgäus schmecken. Das bernsteinfarbene Rödler Kellerbier aus der Simmerberg Braumanufaktur (0,5l für 4,20 Euro) war ein feinwürziges, untergäriges Bio(ge)bräu mit leicht malziger Note, dem ich gerne den Vorzug gegenüber dem geschmacklich recht belanglosen Meckatzer gab. Kellerbier aus dem Allgäu
Ein halber Liter Biergenuss aus der Bügelflasche, der genau meiner Vorliebe für süffige Hopfenerzeugnisse entsprach. Denn was hat schon damals Darth Boorg seinem treuen Padawan bei dessen Ausbildung zum Craftbier-Jedi eingetrichtert: „Auch Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen!“ Und kommt der unbekannte Edelstoff dann noch aus der Region, freut sich der zugereiste Gerstensaftentdecker aber sowas von.
Das LandZunge-Logo (kein Tippfehler!) versicherte uns schon auf der ersten Seite der Speisenkarte feines Fleisch, besten Käse und schmackhaftes Gemüse aus der Region. Die Speisekollektion war erfreulich klein gehalten. Drei deftige Suppen, zwei Salate, ein halbes Dutzend „Winterschmankerl“ und eine Handvoll „Engel-Klassiker“, die als Spezialitäten des Hauses ausgewiesen waren. Für Vesper-Verehrer gab es zur Stärkung noch ein paar Brotzeitteller.
Zusätzlich zum Standardwerk für Tafelfreunde wurde ein Klemmbrett mit dem täglich wechselnden Mittagstisch gereicht. Für preisgünstige 8,90 Euro standen an jenem Dienstag Rindfleischstreifen vom Weiderind in Pfeffer-Soße und Kroketten auf der Kladde. Zusammen mit der Bayerischen Kartoffelsuppe (5,50 Euro) und einem kleinen Beilagensalat (1,50 Euro) würde ich dem Hunger zur Mittagszeit sicherlich ein Schnippchen schlagen, so meine Gedankenspiele vor Abschluss des Bestellvorgangs. Meine Frau schloss sich der zünftig klingenden Mittagsofferte übrigens gerne an.
Gut, zu den fünf handverlesenen TK-Formlingen aus Kartoffelmasse gesellte sich später noch eine Portion Bratkartoffeln (3,50 Euro) hinzu. Beilagentechnisch wollte ich unbedingt auf Nummer Sicher gehen. Die in der blau-weißen Löwenkopfterrine (mehr Freistaat geht nicht!) servierte Kartoffelsuppe konnte sich auf ihre vollmundige Gemüsebasis verlassen und hatte zusätzlich noch eine feine Ingwernote vorzuweisen. Ein paar gebratene Speckwürfel unterstrichen ihren Deftigkeitsanspruch. Ein ordentlicher Klacks Schlagsahne mit Petersilienhaube vollendete den gehaltvollen Knollenpott, der von sicherer Hand beim Würzen und Abschmecken kündete. Freistaatsterrine
Kurz vor dem Eintreffen des Rindergeschnetzelten wurden uns die beiden gemischten Salatteller gereicht. Die bunte Frische-Portion war mit appetitlichem Joghurtdressing angemacht. Der Krautsalat schmeckte überraschenderweise nicht nach der gewöhnlichen Eimerware à la Homann, sondern war frisch geraspelt. Ein beiläufig wahrgenommenes Detail, das jedoch einiges über die Auffassung der Küchencrew verriet. Beilagensalat 1 Beilagensalat 2
Den positiven Gesamteindruck untermauerte die vorzügliche Pfefferrahmsauce, in der sich eine stattliche Anzahl an noch saftigen Rinderstreifen tummelte, zwar auf unspektakuläre, dafür aber kräftig abgeschmeckte Art und Weise. Rinderstreifen in Pfefferrahm
Auch hier befand sich keine angerührte Allerweltstunke aus dem Lindauer Pulverturm auf dem Porzellan, sondern ein profunder Beiguss, der nicht mit Aroma geizte. Klar dachte ich mit einer Spur von Wehmut an die selbstgemachten Kroketten aus der heimischen Bienwaldmühle, aber die sind in der gutbürgerlichen Gastronomie ja eher die Ausnahme.
Und so verließen wir die mittlerweile gut gefüllte Engelstube leicht angehopft und mit gutem Bauchgefühl. Den Lindauer Engel empfehlen wir gerne weiter und wünschen Herrn Ermler und seinem Team genügend Durchhaltevermögen um diese schwierige Zeit zu meistern.
Nach genossener Bestbürgerlichkeit im Bregenzer Traditionsgasthaus Kornmesser (Bericht wurde selbstverständlich beim digitalen Reiseratgeber meines Vertrauens hinterlegt…) am Abend zuvor, sollte uns der erste Urlaubstag einen hübschen Spaziergang am Bodenseeufer bescheren. Von Lochau aus, wo sich unsere Ferienwohnung befand, sind es zu Fuß knapp 8 km zur Lindauer Altstadtinsel. Ein kleines Warm-up für die kommenden Bergwanderungen im Bregenzerwald.
Wir hatten uns den Fußweg so eingeteilt, dass wir zur Mittagszeit im sehenswerten Insel-Städtchen aufschlugen. Vorweg stieß ich bei meinen Recherchen auf das... mehr lesen
Hotel Engel - Bier- und Weinstube
Hotel Engel - Bier- und Weinstube€-€€€Weinstube, Hotel, Brasserie083825240Schafgasse 4, 88131 Lindau (Bodensee)
4.0 stars -
"Preiswerter Mittagstisch in einem der ältesten Gasthäuser von Lindau" Ehemalige UserNach genossener Bestbürgerlichkeit im Bregenzer Traditionsgasthaus Kornmesser (Bericht wurde selbstverständlich beim digitalen Reiseratgeber meines Vertrauens hinterlegt…) am Abend zuvor, sollte uns der erste Urlaubstag einen hübschen Spaziergang am Bodenseeufer bescheren. Von Lochau aus, wo sich unsere Ferienwohnung befand, sind es zu Fuß knapp 8 km zur Lindauer Altstadtinsel. Ein kleines Warm-up für die kommenden Bergwanderungen im Bregenzerwald.
Wir hatten uns den Fußweg so eingeteilt, dass wir zur Mittagszeit im sehenswerten Insel-Städtchen aufschlugen. Vorweg stieß ich bei meinen Recherchen auf das
Besucht am 24.04.2020Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 10 EUR
Allgemein
Wochenlang schönes Wetter. Unsere Terrasse, auf der wir täglich unsere Mahlzeiten zu uns nahmen, ist das Hauptdomizil in diesen Wochen. Die bayrischen Ausgangsbestimmungen lassen wenigstens zu, dass man mit seiner Liebsten an der frischen Luft Spazierengehen, aber auch Radfahren darf. Dies nutzen wir täglich ordentlich aus. Bei einem dieser Spaziergänge kamen wir auch am Sahin Kebap Haus vorbei. Die Location befindet sich in einem Gebäude, in dem sich in den 60er Jahren das Kino unseres Dorfes befand. Ende der 60er Jahre machte das Kino dicht. Im Untergeschoss entstand auf der linken Seite eine Kneipe namens Bindig-Blitz. Im Laufe der vergangenen 50 Jahre wechselten massenhaft die Pächter verschiedener Gastro-Richtungen bzw. ergab sich ein jahrelanger Leerstand. Auf der rechten Seite etablierte sich bis zur Insolvenz eine Filiale der Drogerie Schlecker, seitdem auch hier Leerstand. Vor etwa drei oder vier Jahren kam wieder etwas Leben in das Untergeschoss. Aus den Räumlichkeiten der ehemaligen Kneipe entstand die Location Sahin Kebap Haus.
Service ****
Schätzchen hatte die Eingebung, dass wir mal abends auf der Terrasse einen Döner verzehren könnten, und schickte mich nach innen, um zu eruieren, ob die Location Liefer- oder Abholservice bietet. Ein Blau leuchtendes Open deutete darauf hin, dass geöffnet ist.
Ich betrat also kurz nach 11 Uhr die Location und wurde gleich freundlich von einer jungen Dame um die dreißig begrüßt. Meine Frage nach Liefer- oder Abholservice wurde mit dem Überreichen eines Flyers und der Bestätigung, dass man abholen kann, zu meiner allgemeinen Zufriedenheit beantwortet. Bei Pizza wäre eine telefonische Vorbestellung hilfreich, bei Burger bzw. Döner kann man auch ohne Vorbestellung kommen und abholen, gab sie mir noch mit auf den Weg.
Ich machte mich so gegen 18.30 Uhr ohne Vorbestellung mit dem Auto auf den Weg zum Döner. Direkt davor konnte ich mein Auto abstellen und betrat die Location. Die gleiche junge Dame vom Vormittag bediente gerade eine junge Familie mit zwei Kindern und begrüßte mich dabei herzlich, um gleichzeitig nach meinem Wunsch zu fragen. Zwei Döner mit allem und Knobisauce. Abstand wurde von mir eingehalten, Maskenpflicht gab es da in Bayern noch nicht.
Kleine Anekdote zwischendurch
Während ich so die Räumlichkeiten betrachtete, kam mir doch tatsächlich eine Erinnerung aus dem Jahre 1970 an dieser Stätte in den Sinn: Die heutige Location hieß vor 50 Jahren Binding-Blitz. Fußballweltmeisterschaft 1970 in Mexiko: Halbfinale Deutschland gegen Italien. Ich und meine Kumpels schauten uns das Spiel in der brechendvollen Kneipe an. Italiener und Deutsche in Freundschaft, tolle Stimmung. Italien führte 1:0, da erzielte Karlheinz Schnellinger den Ausgleich und somit gab es Verlängerung. Dies veranlasste die enttäuschten Italiener, fluchtartig die Kneipe zu verlassen. Die Verlängerung wurde nur noch von den deutschen Fans angesehen. Leider mussten wir auch noch die Niederlage mit 3:4 in Kauf nehmen. Und als das Spiel zu Ende war, und ich mit meinen Kumpels morgens um drei die Kneipe verließ, waren an meinem ersten, mit 18 Jahren eigenen Auto (NSU Prinz 4) sämtliche Reifen platt gestochen. PS: Der oder die Täter wurden bis heute noch nicht ermittelt. :-)
Essen ****
Schon beim Anblick des Dönerspießes hatte ich mächtig Appetit. Überhaupt machte die ganze Location einen äußerst sauberen Eindruck. Während der männliche Kollege Herr über den Drehspieß war, machte die junge Damen die zwei Brottaschen zurecht. Beide Taschen wurden ordentlich mit den vom Spieß abgeschabten Kalbsstreifen sowie mit diversen Salaten gefüllt. Eine gewünschte Knobisauce kam auch drüber.
Jetzt wurde nur noch in Alufolie eingepackt, die beiden Döner in einen Beutel verstaut, den ich in meinen mitgebrachten Korb legte. Zuhause angekommen, hatte Schätzchen schon den Tisch zu Hause gedeckt. Ich musste nur noch auspacken, den Wein aus unserem Keller einschenken und loslegen.
Die Döner waren noch ordentlich heiß, jede Menge, die Kalbstreifen prima gewürzt, Salate und auch Knobisauce wussten ebenfalls zu überzeugen. Und auch die Brottasche konnte geschmacklich voll überzeugen.
Gemeinsamer Tenor von Schätzchen und mir: The best Döner ever!!!
Sauberkeit *****
Die Räumlichkeiten sowie die Theke und das Döner-Equipement machten einen sauberen, gepflegten Eindruck
Fazit:
Ich kann das Sahin Kebap Haus unbedingt empfehlen. Erst recht jetzt in den schwierigen Coronazeiten. Von dem Döner waren wir richtig begeistert. 10,- Euro, die ihr Geld wert waren. Demnächst werden wir auch mal Pizza abholen und testen, denn der ortsansässige italienische Lieferdienst konnte uns mit seinen lauwarm angelieferten Pizzen und dem pappigen Teig nicht ansatzweise überzeugen.
Deshalb mein Gesamteindruck:
4 = gerne wieder!
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt, wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder)
Allgemein
Wochenlang schönes Wetter. Unsere Terrasse, auf der wir täglich unsere Mahlzeiten zu uns nahmen, ist das Hauptdomizil in diesen Wochen. Die bayrischen Ausgangsbestimmungen lassen wenigstens zu, dass man mit seiner Liebsten an der frischen Luft Spazierengehen, aber auch Radfahren darf. Dies nutzen wir täglich ordentlich aus. Bei einem dieser Spaziergänge kamen wir auch am Sahin Kebap Haus vorbei. Die Location befindet sich in einem Gebäude, in dem sich in den 60er Jahren das Kino unseres Dorfes befand. Ende der 60er... mehr lesen
Sahin Kebap Haus
Sahin Kebap Haus€-€€€Imbiss, Take Away015120925869Hanauer Landstraße 79, 63791 Karlstein am Main
4.0 stars -
"The best Döner ever!!!" Ehemalige User
Allgemein
Wochenlang schönes Wetter. Unsere Terrasse, auf der wir täglich unsere Mahlzeiten zu uns nahmen, ist das Hauptdomizil in diesen Wochen. Die bayrischen Ausgangsbestimmungen lassen wenigstens zu, dass man mit seiner Liebsten an der frischen Luft Spazierengehen, aber auch Radfahren darf. Dies nutzen wir täglich ordentlich aus. Bei einem dieser Spaziergänge kamen wir auch am Sahin Kebap Haus vorbei. Die Location befindet sich in einem Gebäude, in dem sich in den 60er Jahren das Kino unseres Dorfes befand. Ende der 60er
Geschrieben am 01.05.2020 2020-05-01| Aktualisiert am
02.05.2020
Besucht am 03.01.2020Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 29 EUR
Ich war bisher 3 Mal dort und jedes Mal hat es geschmacklich super gepasst. Überschaubare Karte, was nicht negativ ist. Gibt auch eine extra Karte auf der sämtliche Allergene ausgewiesen sind.
Auch über den Service kann ich mich überhaupt nicht beschweren. Sehr freundlich und zuvorkommend.
Empfehlung.
Ich war bisher 3 Mal dort und jedes Mal hat es geschmacklich super gepasst. Überschaubare Karte, was nicht negativ ist. Gibt auch eine extra Karte auf der sämtliche Allergene ausgewiesen sind.
Auch über den Service kann ich mich überhaupt nicht beschweren. Sehr freundlich und zuvorkommend.
Empfehlung.
Restaurant Meena Kumari
Restaurant Meena Kumari€-€€€Restaurant, Loungebar03044052545Lychener Straße 9, 10437 Berlin
5.0 stars -
"Beste curry berlin" Ehemalige UserIch war bisher 3 Mal dort und jedes Mal hat es geschmacklich super gepasst. Überschaubare Karte, was nicht negativ ist. Gibt auch eine extra Karte auf der sämtliche Allergene ausgewiesen sind.
Auch über den Service kann ich mich überhaupt nicht beschweren. Sehr freundlich und zuvorkommend.
Empfehlung.
Geschrieben am 14.04.2020 2020-04-14| Aktualisiert am
26.02.2021
Besucht am 11.02.2020Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 39 EUR
…dachte ich mir und so kam es, dass ich mich kurz vor der Fahrt in den Bregenzerwald (ja damals durfte man noch ins Ausland reisen…) an einem Dienstagmittag mit dem GG-Kollegen aus Bad Herrenalb im Karlsruher Szene-Imbiss Aroma wiederfand. Mein Gastro-Komplize, mit dem ich dieses Vorhaben in die Tat umsetzte, hatte diesen Iskender-Tempel abseits der Schnitzel-Schranke ja schon im Vorfeld über den grünen Mate-Tee gelobt. Sein Foto vom gemischten Grillteller hatte sich da bereits tief in mein kulinarisches Unterbewusstsein gebrannt. Seitdem saß ich im wahrsten Sinne des Wortes „auf glühenden Kohlen“.
Wahrscheinlich bin ich an dem unscheinbaren Eck-Imbiss schon tausendmal vorbeigefahren ohne von ihm Notiz zu nehmen. Außenansicht
Liegt der Laden doch genau da, wo sich der Pfälzer von den letzten ihn umgebenden urbanen Resten der Fächerstadt befreien möchte und sich - schon die Südtangente vor Augen - der linksrheinischen Heimat entgegensehnt. Dass mir nicht schon früher die „geflügelten“ Worte „Döner“(über dem linken Fenster) und „Kebap“ (über dem rechten) ins Auge sprangen, lag in keinster Weise am äußeren Erscheinungsbild des Lokals. Nein, dieses wirkte sehr gepflegt, was sich beim Betreten des Gastraumes noch bestätigen sollte. Das renovierte Innere
Genusskollege Oparazzo hat ja schon in seiner Überschrift auf die umfassende, in der Tat recht farbenfrohe Renovierung des Ladens hingewiesen. Auch mir sagte das Interieur zu. Gleich links vom Eingang befand sich die Take-Away-Theke mit gut gefüllten Edelstahlboxen, in denen das Grünzeug und die Saucen ihrer Verwendung harrten. Dahinter, wie aus dem Lehrbuch für Dönerthekenlogistik – in Berlin-Neukölln gibt es bestimmt einen eigens dafür eingerichteten Lehrstuhl – zur Linken die Teigausrollmaschine für die Yufka-Fladen und rechts davon die Drehspieß-Apparatur, die allgemein unter dem Namen Dönergrill firmiert. Dönertheke Royal
Da wirkte alles blitzblank gescheuert, fast schon ein wenig steril. Eine solche Sauberkeit war mir in Etablissements mit türkischer Schnellküche noch nicht so oft vorgekommen. Über dem Thekenbereich thronte das Speisenangebot des seit 1997 in Karlsruhe ansässigen Ladens. Die Geschichte mit dem Brand im Jahre 2018 hatte ich dem Bericht des Kollegen entnommen. Diesbezüglich kann man vor den Inhabern des Aroma-Restaurants nur den Hut ziehen. Die haben da bestimmt sehr viel Arbeit hineingesteckt, um ihre Grillschenke wieder flott zu machen. Ist ihnen gut gelungen.
Als ich zur Mittagszeit dort eintraf, glänzte mein Döner-Date noch mit Abwesenheit. Im hinteren Bereich des mit wertigem Bistromobiliar, abgehängter Decke (Schallschutz), Laminatboden in Holzoptik, ringsum verlaufender, gut gepolsterter Wandbank sowie einer fast schon zeitlos wirkenden Wandverkleidung aus dunklem und hellem Holz auf sich aufmerksam machenden Gastraumes war noch kein Tisch besetzt. ...ist ganz hübsch geworden!
Ich machte es mir bequem, schoss erste Fotos vom Innenleben und hatte sowohl den zwischen Theke und Toilettentür platzierten, halbkugelförmigen Gasofen im Blick als auch die Eingangstür, neben welcher mittlerweile ein paar Leute am Stehtisch auf ihr Essen warteten.
Vom Grandseigneur aus der württembergischen Kurstadt an der Alb war da noch keine Spur. Die Herren im vorderen Bereich unterhielten sich lautstark. Einzelne Wortfetzen verrieten, dass einer von ihnen wohl Bauingenieur im Außendienst war. Seine Zeit in der arabischen Hafenstadt Dschidda beschrieb er nämlich lauthals und ausgiebig. Ich dagegen tauchte innerlich ab, wollte das banale Alltagstreiben hinter mir lassen und freute mich wie nach dem erfolgreichen Drücken der F5-Taste am Rechner als der Bonvivant aus dem Nordschwarzwald endlich zur Tür hereinkam.
Der Herrenalber Herrenreiter musste wohl noch seinen Schimmel, auf dem er die letzten Kilometer zum Lokal im gestreckten Galopp zurückgelegt hatte, verkehrsgerecht vor der Grillstätte seines Vertrauens anleinen. Er sah ein wenig zerzaust aus, gerade so als wäre er nach langer Zeit mal wieder an die frische Luft gekommen. Kein Wunder, sitzt der Mann doch nächtelang an seinen wortgewaltigen Pamphleten, mit denen er unsere Community bereichert. Warum er seinen Profilnamen nicht in „carpe noctem 1890“ umwandelt, ist selbst mir schleierhaft.
Die reich bebilderten Speisehefte in Spiralbindung wurden uns von einer jungen Dame an den Tisch gebracht. Es war früh am Tag. Mein Tischgenosse versuchte mit einem Glas Ayran die Geschmackssensoren seines Darmes zu justieren. Mit einem Mineralwasser versuchte ich krampfhaft auf klare Gedanken zu kommen.
„Dürüm, Dürum!“ riss es mich mit selbstauferlegter „Grillkür“ aus den Fängen des manipulierten Geschmacks. Der „Mesiter“ des fachmännisch fotografierten Tellergerichts bestellte nonchalant einen Iskender Döner, ja sapperlot! Dem nicht genug. Einen grünen Salat wollte der staatlich geprüfte Sommerrollendrapierer zudem noch sein Eigen nennen. Grüner Beilagensalat
Ich gab mich mittelfristig beeindruckt und zog nach. Auf meinem Ass im Aromenärmel stand in erhabenen Lettern „Karisik Izgara“, was auf der Speisekarte mit „Gemischter Grillteller“ übersetzt wurde. Die 17,50 Euro waren mir die Empfehlung meines Gegenübers wert.
Die Zeit bis zur Speisung verging wie im Flug, wurde doch seit unserem ersten Treffen im Thai-Orchid beiderseits viel Köstliches verspeist, das in der Retrospektive noch einmal durchlebt werden wollte. Aber auch jenseits des kulinarischen Horizonts ging es thematisch munter weiter. Wenn die Chemie stimmt, laufen die Gespräche von ganz alleine – kennt man ja.
Der prachtvolle, in Süffigkeit erstarrte Dönerteller meines Tischkollegen war flächendeckend mit Joghurt- und Tomatensauce begossen. That was the great Iskeeeendöör!
Der frisch abgesäbelte Fleischberg machte Eindruck, wurde aber von meiner Grillplatte optisch und auch mengenmäßig locker übertrumpft. Auf jenem hatten zwei saftige Lammkoteletts, ein stattlicher Adana-Spieß (ebenfalls aus Lammhack) sowie ein weiterer, hervorragend gegrillter Spießgeselle vom Jungschaf die Fleischhoheit inne. Lamm satt
Das Ganze war auf dünne Yufka-Pappe gebettet. Im Basement des Porzellans hatte sich eine schöne Schicht Bulgur verkrümelt. Karisik Izgara
Hinter den wohlgerösteten Protagonisten vom Aroma-Grill ging es deutlich vegetabiler zu. Ein paar Blätter Lollo Rosso, diverse Tomatenschnitze, dünne Paprikascheiben, eine Handvoll Mais und ein wenig Gurken rangen nach Aufmerksamkeit, die ihnen die üppig darauf verteilte, latent knoblierte Joghurt-Sauce anscheinend verwehren wollte. Dem nicht genug, ein Tarngestrüpp aus Glattpetersilie sorgte für eine perfide Grünzeug-Camouflage auf dem Teller. Wollte man mich um den letzten Halm von Gesundheitsküche bringen? Das hätte man mit einem Gurkensalat („Igitt!“) doch wesentlich einfacher und mit deutlich weniger Wareneinsatz haben können.
Nun, was soll ich mehr loben? Das perfekt gegrillte, wunderbar gewürzte Lammfleisch oder das leicht angegrillte Tomaten-Peperoni-Duo. Den fluffigen Bulgur etwa? Oder doch die subtil knoflierte Joghurt-Tunke, welche die darunter verborgene Grünbeilage erst auf schmackhaftes Niveau hob. Keine Ahnung, ich fand meinen „Karisik Izgara“ jedenfalls sehr gelungen und würde dort jederzeit wieder „angrillen“ lassen.
Danke Oparazzo für den guten Tipp und die gute Gesellschaft. Hoffentlich können wir uns das kulinarische Karlsruhe bald wieder gemeinsam vorknöpfen.
…dachte ich mir und so kam es, dass ich mich kurz vor der Fahrt in den Bregenzerwald (ja damals durfte man noch ins Ausland reisen…) an einem Dienstagmittag mit dem GG-Kollegen aus Bad Herrenalb im Karlsruher Szene-Imbiss Aroma wiederfand. Mein Gastro-Komplize, mit dem ich dieses Vorhaben in die Tat umsetzte, hatte diesen Iskender-Tempel abseits der Schnitzel-Schranke ja schon im Vorfeld über den grünen Mate-Tee gelobt. Sein Foto vom gemischten Grillteller hatte sich da bereits tief in mein kulinarisches Unterbewusstsein gebrannt.... mehr lesen
4.0 stars -
"Einfach mal im Februar die Grillsaison eröffnen…" Ehemalige User…dachte ich mir und so kam es, dass ich mich kurz vor der Fahrt in den Bregenzerwald (ja damals durfte man noch ins Ausland reisen…) an einem Dienstagmittag mit dem GG-Kollegen aus Bad Herrenalb im Karlsruher Szene-Imbiss Aroma wiederfand. Mein Gastro-Komplize, mit dem ich dieses Vorhaben in die Tat umsetzte, hatte diesen Iskender-Tempel abseits der Schnitzel-Schranke ja schon im Vorfeld über den grünen Mate-Tee gelobt. Sein Foto vom gemischten Grillteller hatte sich da bereits tief in mein kulinarisches Unterbewusstsein gebrannt.
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Zeitlich hatten wir uns die gut dreistündige Tour so eingerichtet, dass wir pünktlich um 18 Uhr in der Quetschekuche Stubb in Neustadt-Haardt zum Abendessen aufschlagen konnten. Den Tisch für drei Personen hatte ich im Vorfeld bei der Restaurantleiterin Janette Sachse via FB (man kennt sich halt in der Pfalz) klargemacht.
Schon länger hatte ich einen Besuch in der im März 2019 vom Gastronomenpaar Janette und Meinolf Sachse eröffneten Weinstube im Visier. Denn die Bilder, die ich über den bereits erwähnten Socialmedia-Kanal empfing, verhießen Schmackhaftes auf dem Teller und Hochwertiges im Glas.
Nun sind die beiden Betreiber in der regionalen Bewirtungslandschaft keine Unbekannten. Janette kenne ich noch aus ihrer Zeit in Arens Restaurant (Hainfeld später St. Martin), wo sie sich für einen hervorragenden Service verantwortlich zeigte.
Ihr Mann Meinolf hat seine Erfahrungen in renommierten Häusern, wie beispielsweise dem Deidesheimer Hof und dem Gasthaus zur Kanne (auch Deidesheim), gesammelt. In letzterem hat er als Restaurantleiter fungiert und in dem von Küchenchef Florian Winter und seiner Frau Karin (jetzt Ritterhof in Burrweiler) geführten Kleinod regionaltypischer Genießerküche die passenden Weine kredenzt.
Schade, dass die Besitzer der Räumlichkeiten, das überregional bekannte Weingut Dr. Bürklin-Wolf, diese für eine Weinbar mit angeschlossener Vinothek nutzen wollten und somit das Ende des ältesten Gasthauses der Pfalz einläuteten.
Nach einem kurzen Intermezzo in „Knipsers Halbstück“ in Bissersheim übernahmen Janette und Meinolf Sachse das auch kurz als „Quetsch“ bezeichnete Weinlokal im Ortsteil Haardt. Das nostalgische, vom Neustadter Künstler Rudi Lederle bemalte Fachwerkhaus kann auf eine lange Ausschanktradition verweisen.
Früher als typisches Winzerhaus mit Stallungen genutzt, war es erst Künstlerkneipe und später dann - nach sukzessivem Ausbau in den 90er Jahren - eine hübsche Weinstube mit Sandsteingewölbe und Wintergarten.
Nach zweijähriger Auszeit, welche die neuen Besitzer (ein Ehepaar aus Neustadt, Anm.) nutzten, um das Anwesen zu renovieren und darin auch ein paar Ferienwohnungen unterzubringen, wurde nun das nächste gastronomische Kapitel in der guten alten „Stubb“ aufgeschlagen.
Das Wort „Quetschekuche“ (=Zwetschgenkuchen) mag da eventuell täuschen und den neugierigen Kostgänger in die Irre führen. Hinter dem Begriff könnte man eine altbackene Kaffee-und-Kuchen-Klause vermuten, was sich jedoch spätestens beim Studieren des Speiseprogramms in kulinarischen Wohlgefallen auflöst.
Mit Mundschutz und frisch desinfizierten Händen wurden wir entsprechend der derzeit geltenden Hygienevorschriften vorstellig. Unseren Tisch auf der lauschigen, hübsch gestalteten Innenhofterrasse mussten wir aufgrund der leidlich bequemen Sitzmöbel – das an dieser Stelle leicht abschüssige Kopfsteinpflaster tat ein Übriges - gegen eine benutzerfreundlichere Variante im Wintergarten eintauschen.
Alles kein Problem und das bei der aktuell nicht gerade einfachen Platzsituation. An dieser Stelle gleich mal ein herzliches Dankeschön an das flexibel reagierende Serviceteam.
Apropos Service. Den überließ Ausschankmeister Meinolf Sachse an diesem Abend fast gänzlich einem jungen Mädchen, das wohl als Aushilfe für seine verhinderte Frau Janette einsprang. Der sympathische Weinwirt übernahm den Thekendienst, während die junge Dame im nahezu komplett ausgelasteten Innenhof bzw. Wintergarten hin und her wetzte. Aber einer muss eben die Gläser befüllen.
Und da der Service alle Hände voll zu tun hatte, verging dann auch ein wenig Zeit, bis wir die Speise- und Getränkelektüre gereicht bekamen. Zeit zum Ankommen, Zeit zum Umgucken. Denn es gab hier einiges zu entdecken. Nach dem Umzug aus dem begrünten Freiluftbereich, fanden wir uns im vorgelagerten Wintergarten wieder. Rustikale Steinplatten und dunkle Fachwerkbalken vermittelten Bodenhaftung. Eine alte Traubenpresse erinnerte an die frühere Nutzung des Gebäudes.
Auf dem zünftigen Bauernschrank aus dunklem Holz reihten sich bereits getrunkene Hochkaräter flaschenweise aneinander. Über uns schwebte ein prachtvoller Kristallleuchter, dessen zartes Licht in Anbetracht der durch die hohe Glasfront eindringenden Helligkeit kaum wahrnehmbar erschien.
Das Gartenmobiliar der Terrasse war im Inneren einer schlichten, aber wesentlich bequemeren Bistroeinrichtung gewichen.
Über eine Treppe gelangte man zu den ästhetisch gestalteten Toilettenräumen in der Beletage.
Weiter drinnen wartete ein heimeliges Tonnengewölbe auf den Wegfall der Auslastungsbeschränkungen. Ein gelungener Stilmix, dessen rustikaler Charme die typische Pfälzer Gastlichkeit hervorragend abbildete. Kurz gesagt: eine Weinstube mit Wohlfühlgarantie.
Auf dem Tisch lag neben dem Zettel zur Datenerfassung der Gäste eine kleine Kopie mit den Tagesempfehlungen. Diese drehten sich saisonbedingt rund um den Spargel. Das nicht nur hierzulande so hochgeschätzte Königsgemüse stand in Form eines Spargel-Garnelen-Salats, als Beilage eines Frikassées von der Putenbrust und als viergängiges Menü „Rund um den Spargel“ auf dem Tagesangebotsschnipsel. Eine Mandelmilch-Crème-Brulée mit Pfälzer Erdbeersorbet und eine Weinempfehlung komplettierten das übersichtliche „Empfehlungsschreiben“.
Auch die Standardkarte verlor sich nicht im Überangebot. Sechs Vorspeisen, zehn Hauptgerichte und fünf Desserts listete das Köchelverzeichnis von Küchenchef Philipp Maaßen. Jedoch eine Auswahl, die sich sehen lassen konnte und die wir als Indiz für frisch zubereitetes Essen werteten. Gimmeldinger Rehpastete mit „Pfälzer Trüffel“ (=eingelegte schwarze Nüsse), karamellisierter Ziegenkäse und „eine Schale voll Salat“ mit Quetsche-Dressing lockten im Vorprogramm.
Selbstgemachte „Hausbuletten“, ein paar Wild-Bratwürste, Pälzer Flääschknepp und geschmorte Ochsenbäckchen führten durchs verlockend klingende „Karnivoristan“. Natürlich stand auch das fleischgewordene Dreigestirn der Pfalzkulinarik (Saumagen, Bratwurst und Leberknödel) auf dem Speisezettel. Für vegetarisch angehauchte Zeitgenossinnen und -genossen hatte man Maultaschen mit Spinat-Ricotta-Füllung, Spinatknödel und einen großen bunten Salat im Repertoire.
Schön, dass auch die Produzenten, der überwiegend aus dem regionalen Umfeld stammenden Zutaten, genannt wurden. So stammt beispielsweise das Gemüse von Luis Schäfer aus Gönnheim, während man das Fleisch (Wild ausgenommen) von der Familienmetzgerei Vogt aus Haßloch bezieht. Auch der Bäcker, mit dessen qualitativ hochwertigen Erzeugnissen man die Brotkörbchen füllt, wurde namentlich genannt. Es ist die Bäckerei Buchmüller aus Neustadt-Mussbach. Aus dem gleichen Ort kommen übrigens auch die angebotenen Eis- und Sorbetsorten. Claudio‘s Eismanufaktur zeichnet sich dabei als Spezialist für Gefrorenes verantwortlich.
Doch was wäre das kulinarische Herzstück der „Quetsch“ ohne seine geradezu sensationell anmutende Weinkarte. Knapp 20 offene Kreszenzen und ca. 300 (!) Flaschenweinpositionen listet die beeindruckende Rebsaftfibel, die mit Riesling (und noch mehr Riesling!), Weiß- bzw. Grauburgunder, Sauvignon Blanc, Chardonnay und Viognier so ziemlich jeden Weißweinfan zu begeistern vermag. Und das alles von bekannten Erzeugern, die ihre Großen Gewächse und Erste Lagen in VDP-Qualität auf die Flaschen ziehen.
Auch bei den Rotweinen ist so ziemlich alles versammelt, was der Pfälzer Weinbau aufzubieten hat. Wem heimische Spitzenwinzer wie Rings, Kuhn, Koch und Minges nicht reichen, der kann mit Hanspeter Ziereisen auch badische Topweine genießen.
Egal, ob ein Pfälzer Lagrein aus dem Versuchsanbau von Oliver Gabel (Herxheim am Berg) oder ein 2007er Riesling Pechstein GG von Bürklin-Wolf, das mit großem Sachverstand zusammengestellte Kellerkompendium von Janette und Meinolf Sachse besänftigt so ziemlich jedes vinophile Gemüt.
Solch eine Auswahl findet man – wenn überhaupt – nur in Lokalen der Sterneklasse. Dann jedoch zu viel höheren Preisen! Bei der sympathischen Kalkulation in der „Quetsch“ kann ich mir schon vorstellen, welcher Rieslingzombie dort bei seinem nächsten Außendienst in Neustadt wohl aufschlägt…
Ganz den zurückhaltenden Autofahrer mimend, beschränkte ich mich auf ein Viertel Weißburgunder von Philipp Kuhn aus Laumersheim (7,50 Euro), der als Tageswein im offenen Ausschank erhältlich war. Ein elegant saftiger Weißburgunder, der sich auch druckvoll am Gaumen präsentierte und sich nicht wie viele seiner Art in nebulöser Geschmacksneutralität verlor.
Die beiden durstigen Damen am Tisch sprangen dagegen mit frisch gefiltertem Haardter Sprudelwasser (1l für 4,50 Euro), einer Apfelsaft-Schorle (0,5l für 4,60 Euro) sowie einem alkoholfreien Bischoff Pils aus der Flasche (0,33l für 3 Euro) auf den langsam anrollenden Löschzug.
Ihren Verzicht auf eine Vorspeise konnte ich nicht nachvollziehen. Anscheinend war ihr Hunger trotz anstrengender Wanderung nicht ganz so ausgeprägt wie bei mir. Die Spargelcrèmesuppe mit ordentlich Einlage (6,50 Euro) ließ ich mir aber nicht nehmen. Bei den Hauptgerichten ahnte ich bereits zwei fleischlose Tellergerichte… und wurde nicht enttäuscht. Meine beiden kulinarisch berechenbaren Begleiterinnen orderten die Spinat-Ricotta-Maultaschen mit Salat und die Spinatknödel (beide Gerichte 14,80 Euro).
Verzweifelt versuchte ich mit einem Pfälzer Teller (16,80 Euro) schweinern dagegen zu halten. Die üblichen drei Metzgerargumente (Saumagen, Bratwurst, Leberknödel) sollten in artgerechter Begleitung von Kartoffelpüree, Sauerkraut und etwas dunkler Soße auf dem Teller landen. Ich war gespannt auf die deftigen Pfalzmannsköstlichkeiten aus dem Hause Vogt.
Die mit ein paar Spritzern Olivenöl, etwas Schnittlauch und kleingewürfelter Tomate verfeinerte Spargelsuppe hatte in der Tat ordentlich was drin. Die kurz vorher aufgeschäumte Terrine, die mittlerweile zu meinen liebsten Löffelspeisen in den Wonnemonaten Mai und Juni zählt, war vorbildlich abgeschmeckt und fußte auf solidem Küchenhandwerk. Ein gelungener Einstieg.
Kleinlaut musste ich nach einem Probierhappen beider Veggie-Gerichte deren geschmackliche Qualität anerkennen. Von fleischloser Langeweile war da keine Spur. Ganz im Gegenteil. Küchenchef Maaßen schien auch hier das richtige Händchen beim Würzen zu haben. Lediglich meiner Frau fehlte eine begleitende Soße, die dem ansehnlichen Maultaschenteller zu mehr Süffigkeit verholfen hätte.
Meine Schwägerin schwärmte indes von ihren delikaten Spinatknödeln, die in cremigem Spargelgemüse schwammen. Parmesan, Cocktailtomaten und alter Balsamico sorgten für einen zusätzlichen Umami-Schub am Gaumen.
Dann nahm ich meinen „Pfalzturm“ zwischen Messer und Gabel. Über einer Vorhügelzone aus fluffigem, mit etwas Sauce überzogenem Kartoffelpüree aus der Spritztüte, türmten sich die drei formschön geratenen Protagonisten. Die an den im Zentrum ruhenden Leberknödel angelehnte Saumagenscheibe wusste schon allein optisch zu überzeugen. Ihre leichte Röstung verdankte sie einem ausreichend langen Verbleib in der Butterpfanne. Die Bratwurst – immer mein heimlicher Favorit beim Pfalztrio – wurde wohl aus Gründen der Anrichtung in zwei Teilen geliefert. Ein großzügig bemessenes Krautbett sorgte dafür, dass das darauf platzierte Fleischgebilde auch ja nicht verrutscht.
Tja was soll ich sagen? Das hatte Schmackes, das hatte Substanz. Metzgermeister Vogt aus Haßloch verstand sein Handwerk genauso wie Chefkoch Maaßen in der „Quetsche-Küch“. Der hatte das deftige Sauerkraut schön lange köcheln lassen und beim Püree nicht mit Butter gespart (soll man ja nie!). Ein weil das alles einen Tick besser schmeckte als in einer gewöhnlichen Pfälzerwaldhütte, rechtfertigte das auch die paar Euro mehr. Zumal man in diesen Bastionen der schlichten Sättigung kein auch nur annähernd vergleichbares Püree serviert bekommt (wenn überhaupt…).
Nach hausmannsköstlicher „Pflicht“ rief die süße „Kür“. Mein kulinarisches Kurzzeitgedächtnis kramte die Mandelmilch-Crème-Brulée (7 Euro) hervor, während sich die Damen mit einem Heidelbeersorbet und einer Kombi aus Heiß & Süß (beide Desserts 4,50 Euro) begnügten. Unter letzterer firmierten übrigens zwei Kakaobutterpralinen und ein Espresso / Kaffee.
Auf der hart gebrannten Karamellkruste meiner Crème Brulée hatte es sich eine veritable Nocke feinstes Erdbeersorbet gemütlich gemacht.
Zusammen mit ein paar marinierten Brestlingen (Danke AndiHa!) war das ein fruchtig-samtiges Sommerdessert vom Feinsten. Da verzichtete ich gern auf den sonst obligatorischen Schoko-Anteil. Auch meine Schwägerin fand lobende Worte für ihre Heidelbeersorbetkugel, die in spritzigem Heidelbeer-Kirsch-Secco (alkoholfrei) schwamm.
Und auch die beiden kleinen Pralinen aus Kakaobutter, die sich meine Frau zum finalen Kaffee schmecken ließ, kündeten von Patisserie-Geschick.
Ja unser Erstbesuch in der „Quetsch“ hat gleich Lust auf weitere gemacht. Was Janette und Meinolf Sachse da auf die Beine gestellt haben, zeugt von gastronomischem Weitblick und Erfahrung. Dass zu ihrem zeitgemäßen Weinstubenkonzept auch kleinere Events, wie etwa der „Magnum-Montag“ oder die „Spargel-ohne-Küchen-Party“ (Corona-Version), gehören, macht es umso sympathischer. Denn wo Weinverstand auf gutes Essen trifft, da ist die Pfalz am schönsten!