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Vor vielen, vielen Jahren hatten wir schon mal im Jardin diniert, aber davon existieren keine Aufzeichnungen, und auch die Erinnerungen sind verblasst. So ohne Fotos ist man heutzutage ja fast nicht dagewesen. Im Gedächtnis geblieben sind uns allerdings die russischen Gäste vom Nachbartisch, zwei Sies auf High Heels, ein Er in Badeschlappen, alle drei passend zum Schuhwerk gekleidet, weniger so zum vornehmen Ambiente. Und an die von der Weinbegleitung beschwingte nächtliche Heimfahrt über die Berge nach Hause erinnere ich mich auch noch gut, so gut, dass mir sowas nie wieder unterlaufen wird. Brauhäuser dieser Welt, take this!
Seitdem waren wir noch einmal zu Mittag dort. Dann wird nämlich neben der Gourmet-Karte auch ein preisgünstige(re)s Drei-Gänge-Menü angeboten, als angenehme Unterbrechung eines entspannten Baden-Baden-Bummels.
Die Atmosphäre ist elegant und weitläufig, mit einem hübschen Gärtchen davor, und dass das Lokal in der Passage Goldenes Kreuz gelegen ist, die den legendären Immobilienjongleur Jürgen Schneider seinerzeit auf die schiefe Bahn gebracht hatte, was dann in Hilmar Koppers legendärem Peanuts-Zitat mündete, verleiht der Erfahrung einen angenehmen, leicht morbiden Reiz. Geschmack hatte er ja, der Knilch.
Zurück zum Essen, das sich im Laufe der drei Gänge deutlich steigerte.
Zum Einstieg gab es ein schick aussehendes, aber unter dem Schaum ziemlich dünnes Spargelsüppchen, das wir zu Hause besser hinkriegen; das dazu gereichte selbstgebackene Brot versöhnte uns ein wenig.
Die mediterranen Edelfische waren auf den Punkt, das Ensemble duftete allerdings etwas nach Fischmarkt am Abend.
Das Beste waren das Dessert und die Pralinen, die zum abschließenden Espresso gereicht wurden.
Ich habe leider versäumt nachzufragen, ob sie aus der hauseigenen Patisserie oder einer Baden-Badener High-end-Konditorei stammen, jedenfalls waren sie ein Gedicht.
Die frankophone Bedienung hätte durchaus etwas aufmerksamer sein können; wir hatten das Gefühl, dass das Haus sich intensiver um seine Stammkundschaft bemüht als um unbekannte Gesichter, zumal wenn sie sich mit dem Mittagsmenü bescheiden; es war jetzt auch nicht so voll, dass die drei Leutchen überlastet gewesen wären. Auch um die Rechnung mussten wir uns infolge Verweigerung des Blickkontakts ganz schön bemühen. Gästeakquise sieht anders aus, und deswegen ist es auch schon eine Weile her, dass wir das letzte Mal da waren.